Wart Ihr danach noch ein mal in Südafrika?
Keine Frage ist es keine positive Erfahrung das End-Stadium der Apartheid live mit zu erleben, jeder gesellschaftliche Umbruch, wenn er dazu noch blutig ist, hinterläßt Spuren bei den Betroffenen. Ich bin mir auch ganz sicher, daß man als vor Ort Betroffener in der Situation echte Verlustängste hat, bis hin zum Verlust des eigenen Lebens. Wobei ich das nicht nur auf Südafrika beschränken würde, sondern es sämtliche Krisengebiete betrifft, es ist nie optimal dann dort vor Ort zu sein.
Ich habe Südafrika zu Zeiten der Apartheid nie kennen lernen dürfen. Das was man heute darüber erfährt, ist weitest gehend negativ, dennoch hätte es mich durchaus interesiert auch mal ein Südafrika von 1980 zu erleben, um mir selbst ein Bild davon machen zu können. Insofern begrüße ich Deine Erfahrungen durchaus, auf der anderen Seite stehen Deine Berichte und Beiträge natürlich in einem anderen - sagen wir mal historischem - Licht, wenn Ihr danach nicht mehr vor Ort wart...
1984 ist nun 27 Jahre her, ich konnte es erst in den letzten 10 Jahre beobachten und ein bißchen beurteilen. In meinem Zeitraum hat sich das Land doch deutlich weiter entwickelt und das ist an ganz vielen Dingen zu spüren. Ganz sicher ist dabei auch nicht alles positiv, insgesamt ist es aber ein Umbruch, der versucht alle Bevölkerungsschichten mit einzubeziehen und ich finde das klappt sogar recht gut. Auch wenn - verständlicher Weise - wieder oder immer noch Verlustängste vieler Weißer eine wichtige Rolle spielen.
Wenn das Land sich mit der Geschwindigkeit der letzten 10 Jahre so weiter entwickelt
und man es irgendwie schafft die politischen Provokateure im Zaum zu behalten, sehe ich die Zukunft durchaus positiv. Wenn auch natürlich mit einem deutlich größerem Risiko, als z.B. in Deutschland.
Wenn Ihr wirklich 27 Jahre nicht mehr in Südafrika wart, solltet Ihr Euch mal einen Ruck geben. Niemand spricht vom "dauerhaften Umzug", macht mal einen Urlaub, ich glaube, daß Ihr eher positiv staunend werdet. Es lohnt sich...