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nad

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Dienstag, 3. Februar 2015, 10:07

Erfahrungsbericht 3 Monate Schulpraktikum in Port Elizabeth

Dieses Forum bietet so vielen "Hilfesuchenden" tolle Informationen und ich möchte nicht länger nur nehmen, sondern auch ein bisschen was geben.
Bei den Vorbereitungen meines Praktikums kannte ich dieses Forum noch nicht, aber andere sind bestimmt schlauer, versuchen sich ausführlicher zu informieren und dann hilft dieser Bericht bestimmt.
Kurz zu mir: Nadine, zum Zeitpunkt des Praktikums 21 Jahre alt. 4. Semester Lehramt. Mit Auslandserfahrungen in den USA. Selbstbewusst, nicht all zu ängstlich und unternehmungslustig.

So, genug der Vorrede:
Im Zuge meines Lehramtsstudiums (Grundschule) musste nach dem vierten Semester im Sommer 2013 ein Schulpraktikum absolviert werden. Zudem musste ich auch bis zum Ende des Studiums für das Fach Englisch einen Auslandsaufenthalt von mind. 3 Monaten vorweisen können. Da mein Freund zu dieser Zeit auch gerade dabei war ins Ausland (Kanada) "abzuhauen" habe ich beschlossen zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und mein Schulpraktikum im Ausland zu machen und somit auch gleich den Auslandsaufenthalt nachweisen zu können.
Die umfangreichen zu erledigenden Formalitäten um das genehmigt zu kriegen erspare ich euch an dieser Stelle, das ist eh an jeder Uni unterschiedlich.
Zufälliger Weise flatterte irgendwann zu dieser Zeit auch eine Mail ins Postfach, in der die Kooperation der Uni mit einer High School in PE gepriesen wurde. Es wurden noch Studenten für ein Treffen mit Lehrern und Schülern dieser Schule gesucht, da diese zu Besuch nach Oldenburg kommen sollten.
Long story short: Bei diesem Treffen habe ich einen sehr netten (und seeeehr hilfreichen) Kontakt knüpfen können und nach einigen E-Mails hin und her kam heraus: "Komm einfach her, hier findet sich schon ein Praktikumsplatz für dich. Bestimmt auch an einer der Grundschulen. Wir klären das dann vor Ort, wenn du erstmal hier bist."
Okay ....
Das war meine erste Begegnung mit der südafrikanischen Gelassenheit. Ich hatte jetzt die Wahl mich darauf einzulassen, oder zu beschließen, dass mir das zu unsicher ist.
Da aber ein bisschen Waghalsigkeit zu einem Abenteuer einfach dazu gehört, habe ich das Angebot dankend angenommen und mich voll in die Vorbereitungen gestürzt.
Es folgte das Übliche: Flug buchen, Unterkunft finden, übers Land informieren, Visa abklären, Packliste schreiben, medizinisches,....
Neben dem Studium eine ganz schöne Herausforderung.
Da war die Buchung des Fluges noch das einfachste. Ich flog am 15.7.2013 von Hamburg über Dubai und Johannesburg nach Port Elizabeth und auf genau derselben Strecke am 10.10.2013 zurück.
Für so lange Aufenthalte ist meine Empfehlung mit Emirates zu fliegen, dort hat man 30 kg Freigepäck. Das waren somit 87 Tage und ich hatte nur ein Touristenvisum (unbezahltes Pflichtpraktikum). Nachdem ich hier die ganzen erschreckenden Visa- Berichte gelesen habe, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das alles so wie ich es gemacht habe richtig war, oder ob ich einfach nur Glück hatte, dass das alles so gut geklappt hat. Also kein Gewähr, dass das immer so einfach funktioniert.
Meine Unterkunft habe ich von Deutschland aus über Safari- Now gebucht. Ich hatte ein kleines Apartment im Gartenhaus einer überaus netten Familie direkt neben einer der Grundschulen, an welcher ich hoffte mein Praktikum absolvieren zu dürfen (das stand ja bei Buchung alles noch nicht fest)...
Ich würde die Unterkunft sofort jedem empfehlen, der in PE etwas für mehr als ein paar Nächte sucht und nicht klassischer Tourist ist, leider sind Elaine und Familie aber vor einigen Monaten nach Neuseeland ausgewandert. Sehr, sehr schade!
Ich habe bei Elaine ein Zimmer mit Kochecke und Bad gehabt. Bettwäsche und Handtücher inklusive und ein sicherer Autostellplatz auch. Zudem wurde das Zimmer 1-2 mal die Woche gereinigt. Ich habe ca. 300 Euro pro Monat gezahlt. Nicht ganz günstig (für südafrikanische Verhältnisse), für mich aber die optimale Lösung auf Grund der Nähe zur Schule.

Nun hatte ich also schon einen Flug und eine Unterkunft und brauchte kein Visa.
Die medizinische Vorsorge muss jeder selbst entscheiden. Malaria war bei mir kein Thema, da ich im südafrikanischen Winter dort war und dem Krüger keinen Besuch abgestattet habe. Ich war beim Hausarzt, habe eine Hepatitis A Impfung bekommen und habe mir eine ordentliche Reiseapotheke zusammengestellt. Auch hier: Muss jeder selbst wissen, was rein muss. Nur Gedanken sollte man sich auf jeden Fall drüber machen! Letzlich bekommt man aber auch alles nötige in den entsprechenden Läden. Alles halb so wild...

Meine Packliste war sehr umfangreich... (die 30kg Freigepäck bei Emirates voll ausgenutzt!)
Nicht ganz so selbstverständliche Dinge, die ich auf jeden Fall wieder mitnehmen würde, sind:
- ein UMTS Stick ohne SimLock (falls man einen rumfliegen hat). Dann muss man vor Ort nur noch eine Simkarte dafür kaufen und hat direkt Internet am Pc.
- ein altes Handy (kein Smartphone). Für Telefonate und SMS innerhalb SA. Damit habe ich mich schon wohler gefühlt als mit meinem Smartphone. Das lag 3 Monate lang ungenutzt im Safe.
- ein schickes Outfit. Ich würde z.B. spontan zum Schulleiter zum Essen eingeladen, wir sind spontan in ein klassisches Konzert gegangen, Schulveranstaltungen,... Es ist ein beruhigendes Gefühl die passenden Klamotten für solche Fälle im Schrank zu wissen.
- für die Schule: Stoffhosen, geschlossene dunkle Schule. In Südafrika tragen die Kinder Schuluniformen, da versteht es sich, dass auch die Lehrer angemessen aussehen müssen. Da hatte ich mir vorher keine Gedanken drüber gemacht, hier in Deutschland ist es mit dem Dresscode für Lehrer ja nicht so weit her. Mehr dazu aber später.
- DKB Kreditkarte (Bargeld kostenlos abheben)
- deutsche Süßigkeiten (Haribo, Milka, Ritter Sport, Kinder- Schokolade): Kommt immer sehr gut an, wenn man irgendwo eingeladen wird. Besonders wenn auch Kinder dabei sind!
- für den südafrikanischen Winter ohne Heizung: Wollsocken, Fleecejacke, dicker Schlafanzug, Hausschuhe, feste Schuhe, Schal, Mütze (kein Spaß!).

So viel erstmal zu den Vorbereitungen. Vielleicht hilft es ja jemandem weiter...
In der nächsten Folge: Einleben in Port Elizabeth (inkl. allein als Frau zu Fuß unterwegs, günstigen Mietwagen besorgen, einkaufen, Kommunikation einrichten,...)

(Mit den Bildern kämpfe ich zur Zeit noch ein wenig, muss erstmal zusehen, wie ich die Komprimiert bekomme...)

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nad

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Dienstag, 3. Februar 2015, 11:09

Einleben im fremden Südafrika

Am 16.07. bin ich Port Elizabeth gelandet, stand am Flughafen, guckte mich um. Niemand.
Meine Info war: Du wirst von jemandem von der Schule am Flughafen abgeholt. Wer? Keine Ahnung. Wie sieht der oder die aus? Keine Ahnung. Hat der ein Schild mit meinem Namen? Keine Ahnung.
Nach ca. 10 Minuten bangen Wartens dann die Erlösung. "Hey, are you Nadine? Sorry, I'm late."
puhhhh... noch mal Glück gehabt.
Roberta (eine der Lehrerinnen der Lawson Brown High School) war da und brachte mich in meine Unterkunft. Sie bot dann auch gleich noch an mit mir beim Geldautomaten und beim Spar vorbei zu fahren. Ich konnte mich also mit dem nötigsten eindecken. Danach fiel ich (nach ca. 35 Std. auf den Beinen) einfach nur noch ins Bett.
Am nächsten morgen wurde ich wieder von Roberta abgeholt und sie nahm mich mit zur High School. Auch in den folgenden Tagen konnte ich mich immer auf Ruby verlassen und machte das alles aus reiner Nächstenliebe in ihrer Freizeit. Ich weiß nicht, was ich die ersten Tage ohne sie gemacht hätte und dabei hatte sie selbst genug Dinge um die Ohren.

Da ich noch kein Auto hatte, war ich auch echt ziemlich hilflos. Alleine, ohne Auto in SA. Das ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit, es sei denn man hat nette Menschen um sich, die sich als Fahrer anbieten.
In den ersten Tagen hatte ich auch noch weder eine Simkarte für mein Handy, noch eine für den UMTS Stick und war somit von jeglicher Kommunikation abgeschottet. Aber in Südafrika wird das folgender Maßen geregelt: Der Schulleiter hört in der 1. Pause davon. In der 2. Pause hat er schon ein altes Handy aufgetrieben, hat ein wenig Guthaben draufgeladen und gibt es mir. Einfach so. Zum sonstigen Schulleben komme ich später noch.

Am zweiten Tag in SA setze Ruby mich wieder bei meiner Unterkunft (Mount Croix) ab und verabschiedete sich. Da beschloss ich mal zu Fuß bis zum nächsten Spar zu gehen. Ein wenig Essen einkaufen, die Gegend erkunden etc. Ich glaube ich war die erste weiße Person die dort je zu Fuß gegangen ist. Komische Blicke waren mir auf jeden Fall zu jeder Zeit sicher. Ich habe es trotzdem öfter gemacht (hatte die erste 3 Wochen kein Auto), auch wenn ich schon sagen muss, dass es mehrere Situationen gab, in denen ich mich unwohl gefühlt habe. Ich musste auf meinem Weg bis zum Spar an einigen verruchten Läden, inoffiziellen Parkplatzeinweisern und Kneipen vorbei. Und über eine ziemlich große Straße (zwar mit Ampel, aber das machts in SA ja auch nicht besser). Allerdings ist mir nichts passiert. Ich hatte nur ein bisschen Bargeld für den Einkauf und mein altes Handy dabei. Keine Tasche oder ähnliches. Und es war definitiv immer ein Erlebnis.


Das war der Blick die Straße hoch und runter. Auf dem Teil des Weges hab ich mich sogar noch getraut Fotos zu machen.

Am Ende der ersten Woche hat Ruby mich dann mit zu "Greenachres" genommen, dem größten Shoppingcenter in PE und ich wurde mit Simkarten von Vodacom ausgerüstet. Ich hatte also wieder Anschluss an die Welt
Und nachdem ich mich als Fußgänger an den Straßenverkehr gewöhnt hatte, war es auch endlich so weit und ich mietete mir mein "eigenes" Auto. Dieses brauchte ich ausschließlich, um in PE herumzufahren, sodass ich mich für ein Auto von Karl entschied. Von dem hatte ich schon einiges gehört: Ein deutscher Aussteiger, welcher inzwischen weder verständliches Englisch (deutscher Akzent) noch verständliches Deutsch (nach 20 Jahren SA verlernt) spricht und seeeehr günstige, seeehr alte Autos (VW Golf1) vermietet. Hauptsächlich an deutsche Austauschstudenten der NMMU (Uni) in PE. Die Autos gehen öfter mal kaputt, aber dann ruft man bei Karl an und einer seiner Mitarbeiter kommt zum Ort des Geschehens und repariert entweder direkt vor Ort, oder tauscht direkt das Auto aus. Klingt abenteuerlich, ist es auch! Aber wie gesagt: Dafür nur in PE zu fahren reicht es und ist unschlagbar günstig.
Das war mein treuer Gefährte für die Zeit in PE:



So langsam kam ich richtig an und begann die Zeit in vollen Zügen zu genießen.
Hier noch Bilder meiner Unterkunft
Der Eingang zum "Gartenhaus":


Und das "Innenleben":






In der nächsten Folge: Schule in Südafrika.

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Bär

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Dienstag, 3. Februar 2015, 12:23

Klingt spannend. Bitte weitermachen... :thumbup:
:danke: :danke: :danke: :danke:
.
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Dienstag, 3. Februar 2015, 15:03

Hallo Nadine

Schön dass Du Deine Erlebnisse teilst! Das ist sicher für viele sehr hilfreich!

Ich freu mich, das wird sicher spannend!

:saflag: Mojamira

nad

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Dienstag, 3. Februar 2015, 16:29

Schulalltag- Lawson Brown High School

Das liebe Studentenleben... Ich habe heute viel Zeit und schreibe direkt weiter. Wenn man eh einmal dabei ist ...

Insgesamt war ich während meiner drei Monate in PE an vier verschiedenen Schulen.
Der ursprüngliche Kontakt war zur Laswon Brown High School, sodass diese Schule meine "Ausgangsbasis" war. Alle weiteren Kontakte habe ich mit Hilfe dieser Schule geknüpft. Wobei ich dort letztendlich nur in der ersten Woche wirklich war. Sobald die Kontakte zu den Grundschulen aufgebaut waren, hat es mich doch eher dahin gezogen, da ich nunmal Grundschullehrerin werde.
Aber die ersten Tage an der Lawson Brown High School waren doch sehr eindrücklich.
Die Schule liegt mitten im Herzen PE's und war zu Zeiten der Apartheid ausschließlich der weißen Bevölkerung vorbehalten. Dies hat sich inzwischen aber sehr stark gewandelt, sodass die Schülerschaft fast ausschließlich aus Farbigen und Schwarzen besteht.
Blick vom Schulgelände aus auf die Algoa Bay:


Schulgebäude:



Dabei sei folgendes Angemerkt: In SA bekommt jede Schule einen festgesetzten Betrag vom Staat für Ausstattung, Lehrmaterialien, Lehrergehälter etc. Dieser Betrag reicht aber noch nicht mal in irgendeiner Weise. Weder für die Instandhaltung von Gebäuden, noch für ausreichend Lehrergehälter. Schulen dürfen allerdings Schulgeld nehmen. Ergo: Je mehr Schulgeld eine Schule nimmt, desto besser ausgestattet ist sie. Und: Wer seinem Kind eine gute Ausbildung ermöglichen möchte, der zahlt so viel Schulgeld, dass das Kind an eine gut ausgestattete Schule gehen kann. Selektion vom Feinsten.
Die Lawson Brown gehört zu den Schulen irgendwo in der Mitte. Ich hab vieeel schlechter ausgestattete Schulen im Township gesehen (dazu gleich mehr) und aber auch Schulen, die deutlich besser ausgestattet waren als wir hier in Deutschland. Das ist halt alles eine Frage des Geldes...

Auch die Menschen in den Townships sehen die einzige Möglichkeit ihren Kindern ein besseres Leben ermöglichen zu können darin, möglichst viel in die Ausbildung zu investieren.
Viele der Schüler der LBHS kommen aus Motherwell, PE's größtem Township und sind morgens schon stundenlang mit Minibustaxi etc unterwegs.

Die Lehrer sind bunt gemischt. Frauen, Männer. Jung, alt. Weiß, Farbig, Schwarz. Es war wirklich alles dabei. Keines der folgenden Kollegien war so unglaublich herzlich und hilfsbereit wie die Menschen an der Lawson Brown.

Der Unterricht war ... naja ... gewöhnungsbedürftig. Die Klassenräume waren dort sehr dunkel und muffig. Eindeutig keine schöne Umgebung zum Lernen, aber immer noch viel besser als das, was ich später noch für einen Tag in einer Township- Schule erlebt habe.
Die Lehrer werden mit Sir bzw. Ma'am angesprochen und die Schüler tragen Schuluniformen. Selbst die Farbe der Haarspangen und Haarbänder für die Mädchen ist genau vorgegeben. Die Umsetzung ist aber je nach Schule unterschiedlich streng gehandhabt. Fragt man die Schüler dort, dann sind sich alle einig: Ohne Schuluniformen geht es nicht, das würde sonst ins reinste Chaos ausarten. Sie alle waren sich einig nur durch die Schuluniform in die richtige "Stimmung" für die Schule zu kommen und "Civis" (also zivile Kleidung) sind ausschließlich für die Freizeit.

Am 18. Juli ist in Südafrika "Nelson Mandela Day" oder auch "Madiba Day" (Madiba ist der traditionelle Clanname, welcher besonders von den Coloureds und Schwarzen benutzt wird). An diesem Tag (Mandelas Geburtstag) sind alle dazu aufgerufen 67 Minuten lang etwas Gutes zu tun. Im Gedenken an die 67 Jahre, in denen Mandela sich für das Gute eingesetzt hat. Jeder soll seinen kleinen Teil für ein besseres Südafrika betragen.
An diesem Tag beteiligen sich natürlich auch viele Schulen und stellen Aktionen auf die Beine. An der Lawson sind einige Lehrer und Schüler mit drei schuleigenen Minibustaxis ins Township Motherwell gefahren, um dort eine Grundschule zu putzen. Das war an meinem dritten Tag in SA und eines meiner eindrücklichsten Erlebnisse. Im Hinterkopf muss man dabei immer behalten, dass viele der Schüler, die dort beim Putzen geholfen haben selbst in der Nähe wohnen. Auf dem Rückweg haben wir einige nur einige Straßen weiter direkt nach Hause gebracht.
Für alle war es aber selbstverständlich mitzuhelfen. Viele waren trotzdem sichtlich geschockt über die Verhältnisse und schienen zu realisieren, wie gut sie es haben nicht auf eine Township Schule gehen zu müssen. Die Schüler, die wiederum nicht aus dem Township stammen waren alle zum ersten Mal dort, obwohl sie seit Geburt in PE leben. So unterschiedlich sind die Geschichten ...

Motiviert bei der Sache:


Wir waren vor allem dort, um die Toiletten zu putzen. Den Anblick erspare ich euch jetzt mal. Nur so viel: Es gibt weder Toilettenpapier, noch Seife oder Handtücher. Alles bewahren die Lehrer[ verschlossen in den Klassenzimmern auf und geben es bei Bedarf aus. Alle halbe Stunde geht der Hausmeister rum und spült die Toiletten, da die Spülungen verriegelt außerhalb der Toilettenräume sind. Die Spülkästen wurden nämlich immer geklaut:



Ein leerstehender, unbenutzter Klassenraum:


Blick aus dem Schulgebäude ins Township:



Wir haben den ganzen Tag an dieser Schule verbracht und es war ein eindrückliches Erlebnis. Ich bewundere die unglaublich positiv gestimmten Lehrer an der Schule und die fröhlichen Kinder, die immer wieder gucken gekommen sind, was wir da so machen ...
So tiefgreifende Einblicke kann wahrscheinlich keine Township- Tour leisten. Mich hat der Tag noch lange beschäftigt, aber ich bin froh, dass ich die Gelegenheit hatte dabei zu sein. Als "normaler" Tourist wird man sowas eher nicht erleben.

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Mittwoch, 4. Februar 2015, 09:07

Schulalltag- Erica Girls Primary School

Heute kommt das Kontrastprogramm zu den Erfahrungen an der Lawson Brown High School und dem damit verbundenen Besuch in einer Township- Schule.

Nachdem ich in SA angekommen bin, mich ein wenig eingelebt hatte und erste wichtige Kontakte geknüpft hatte, ergab es sich in einem Gespräch mit dem Schulleiter, dass dieser für mich bei der Grundschule in meiner direkten Nachbarschaft angefragt hat, ob diese eine Praktikantin aus Deutschland aufnehmen würden. Es war ja meine große Sorge im Vorfeld, dass das nicht klappen würde. So kurzfristig ist an sowas hier in Deutschland nicht zu denken. :saflag:
Er rief dort also auf einem Freitagvormittag an. Eine halbe Stunde später wurde ich von einem seiner Lehrer an die Grundschule gefahren und habe mit dem dortigen Schulleiter kurz gesprochen. Dieser hat mir sofort die Schule gezeigt, mich einigen Lehrern vorgestellt und verabschiedete sich mit den Worten: "Ein schönes Wochenende. Wir sehen uns dann Montag morgen um halb 8." :thumbsup:
Juhu! Mensch, was war ich erleichtert. So einfach hatte ich es mir echt nicht vorgestellt. :thumbsup:

Die nächsten fünf Wochen habe ich also an der Erica Girls Primary School verbracht.
Die Schule ist, wie der Name schon erahnen lässt, eine reine Mädchenschule. Alle sind weiblich. Von den Schülerinnen, über die Lehrerinnen, bis zu den Kindergärtnerinnen und der Nachmittagsbetreuung. Einziger Mann im Haus: Der Schulleiter. Da musste ich schon etwas schmunzeln. Gäbe es das in Deutschland wohl auch??

Die Schule verlangt schon ein recht hohes Schulgeld. Das Schulgelände ist riesig, mit einer unglaublich gepflegten Außenanlage samt Tennisplätzen und Schwimmbecken. Das Lehrerzimmer gleicht eher einem schönen Wohnzimmer und hat zudem eine voll ausgestattete Küche.
Die Klassenräume sind groß und hell und haben zum Teil tolle Aussichten auf die Bucht. So lässt sich Arbeiten sehr gut aushalten! 8o
Also wie schon gesagt: Das Kontrastprogramm schlechthin zum vorigen Eintrag.

Das Schulgebäude:



Der Innenhof:



Auch hier tragen die Schülerinnen Schuluniformen und auf die Einhaltung der Kleidungsordnung wird großer Wert gelegt. Lehrkräfte sollten auch "ordentlich" gekleidet sein. Jeans sind zum Beispiel nur freitags, am "Casual Friday" erlaubt.

In Südafrika geht die Grundschule von der 1. bis zur 8. Klasse und jedes Jahr wechselt der Klassenlehrer. Dafür unterrichtet der Klassenlehrer auch quasi alle Fächer bis auf Musik, Sport und Kunst.
Es gibt also "Grade 1 Teacher" und "Grade 2 Teacher" usw. Man ist Lehrkraft für einen bestimmten Jahrgang. Das fand ich zunächst sehr befremdlich und eintönig, andererseits wissen diese Lehrkräfte so genau, was sie da tun, weil sie es ja jedes Jahr machen.
Dies geht so weiter bis einschließlich der 6. Klasse. Die letzten beiden Jahre Grundschule sind dann schon eher mit der High School zu vergleichen und die Kinder wechseln jede Stunde die Klassenräume und gehen zu den jeweiligen Fachlehrkräften.

An der "Erica" (benannt nach der gleichnamigen Blume) wird viel Wert auf die Herausbildung von starken Charakteren gelegt. Laut "Mission Statement" zumindest. Ich hatte mehr den Eindruck, dass kleine, süße, gehorsame Prinzessinnen herangezogen werden, die weiter Papas Liebling ohne zu starke eigene Meinung sein sollen. Das klingt jetzt sehr drastisch, aber nur so wirds deutlich... Hier mal der Link zur HP, für die, die es interessiert:
(Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!)


Auch wenn ich vllt nicht zu 100% mit den Erziehungszielen "einverstanden" war und bin, war meine Zeit dort doch sehr schön. Ich war die vollen 5 Wochen in "Grade 1R" (R steht für den Anfangsbuchstaben des Nachnamens der Klassenlehrerin) und habe von Anfang an nicht nur zugeschaut, sondern wurde toll integriert. War die Lehrerin einmal nicht da, hat sie mir gesagt was zu tun ist und ich durfte den Unterricht alleine leiten. Das wäre in Deutschland (Stichwort Aufsichtspflicht) niemals denkbar.

Neben dem alltäglichen Stundenplan können die Eltern der "girls" sogenannte "extra mural activities" dazubuchen. Diese ersetzen die uns in Deutschland bekannten Vereine und Gruppen am Nachmittag. Vom Klavierunterricht, übers Gesangscoaching bis hin zum Schimm-, Tennis-, oder Hockeytraining ist alles dabei.
Auch werden einige der Mädchen mit gesondertem Förderbedarf/ Sprachproblemen etc. während der regulären Unterrichtszeiten ab und zu von gesonderten Lehrkräften zur Einzelförderung abgeholt und später wieder in den Unterricht zurückgebracht. :thumbup:

Der normale Unterricht ist gar nicht sooo unterschiedlich zum Unterricht in Deutschland. Aber vllt lag das auch an der Jahrgangsstufe. Es wurde halt Lesen, Schreiben und Rechnen geübt.
Jedoch sind die Südafrikaner was die Differenzierung angeht schon sehr weit. Jede Lehrkraft ist verpflichtet ihre Schüler in jedem Fach in 3-4 unterschiedliche Leistungsniveaus zu unterteilen und immer wieder zwischendurch, während die restliche Klasse an Aufgaben selbstständig arbeitet, mit Kleingruppen auf dem individuellen Niveau zu arbeiten. Das muss dokumentiert und vorgewiesen werden.
Das habe ich an allen Grundschulen erlebt und als sehr positiv wahrgenommen.

Arbeit in der Kleingruppe auf dem Teppich:



Generell wird viel und gerne auf dem Boden gearbeitet. Erstaunlicher Weise sind die Mädchen dort auch immer am aufnahmefähigsten gewesen, sodass besonders die schwierigen Sachen erklärt wurden, während alle auf dem Teppich (im Schneidersitz, die Hände im Schoß) vor der Tafel saßen:




Hier ein Bild vom Klassenzimmer (nicht nur Uniform, auch alle weiteren Utensilien vom Bleistift übers Haargummi bis zum Rucksack sind "uniformiert"):




Auch wurde gerne in der Wintersonne auf dem Boden gelernt, erstaunlicher Weise auch das relativ effektiv:



Da wo es nebelig aussieht ist schon das Meer. Toller Ausblick, ich hab auch am liebsten dort vorm Klassenzimmer unterrichtet :thumbsup: :saflag:
Auch an dieser Schule kamen immer noch einige der Mädchen von sehr weit her, zum Teil aus besseren Teilen der Townships. Wie die Eltern die hohen Schulgebühren zahlen ist mir bis heute ein Rätsel. Besonders diese Mädchen feierten ihre Geburtstage ausschließlich in der Schule. Es gehört zum guten Ton eine Torte oder CupCakes oder ähnliches mitzubringen und an diesem Tag darf das Geburtstagskind "Civis" tragen. Man sieht also immer sofort, wer gerade Geburtstag hat. Uzu (das Mädchen auf dem Bild) war unglaublich stolz auf ihre Torte und erzählte mir, dass sie hier in der Schule ihren Geburtstag mit Torte feiern darf, zu Hause dann aber nicht mehr. Ich vermute, weil das Geld nicht für zwei so obulente Torten reicht. Und bevor man sich in der Schule die Blöße gibt, gibts halt lieber keine Feier zu Hause ....



Auch beim Sport herrscht Ordnung:




Hockeymatch auf dem perfekt gepflegten Rasen:





In der nächsten Folge: Wochenendausflug nach Tsitsikama! :saflag: :beer:

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Bär

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Mittwoch, 4. Februar 2015, 09:34

Ich lese weiterhin sehr gerne mit. Äußerst interessant. Darf ich davon ausgehen, dass Du später noch was zum Aspekt "maintaining a cultural balance that fosters understanding and tolerance" schreibst??

Übrigens, wer die Fotos wegen Details anschauen möchte, in (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) findet ihr alle auch in etwas größer.
.
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Mittwoch, 4. Februar 2015, 18:12

Hi Nadine,
:danke: für diesen ungewöhnlichen & wirklich interessanten Bericht.
Ihn zu lesen macht wirklich Spaß :thumbsup:
Mach schnell weiter.....

Schönen Abend,
lG Sab

nad

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Mittwoch, 4. Februar 2015, 20:25

Hallo Bär, Hallo Fop,

danke für euer nettes Feedback, ich war mir erst gar nicht sicher, ob dieser Bericht hier auf Interesse stößt, da es ansonsten ja hauptsächlich um Urlaubsreisen geht ...
Darf ich davon ausgehen, dass Du später noch was zum Aspekt "maintaining a cultural balance that fosters understanding and tolerance" schreibst??
Also zu den kulturellen Unterschieden bzw. der Vielfalt hätte ich auf jeden Fall noch etwas geschrieben, direkt zum Mission Statement bei Erica wahrscheinlich nicht mehr...
... mache ich aber trotzdem gerne...
Die beschriebene kulturelle Balance gibt es dort in der "Erica- Family" sogar wirklich ... Sowohl die Lehrerschaft, als auch die Mädchen, haben die verschiedensten kulturellen Herkünfte. In "meiner" Klasse hatten wir weiße burenstämmige Mädchen (Muttersprache: Africaans), als auch weiße englischstämmige Mädchen (Muttersprache Englisch), als auch Coloureds mit afrikanischem, malayischem und indischen Backgrounds (Muttersprache meist Africaans). Und dann natürlich Xhosa Mädchen (Muttersprache isiXhosa). Zulu's sind in PE ja eher nicht anzutreffen, dies trifft auch auf diese Klasse zu. Die Mädchen waren sich dieser kulturellen Unterschiede einerseits sehr bewusst. Sie wussten z.B. das einige nur in der Schule Englisch sprechen und es deswegen nicht so gut können etc. Andererseits spielt die Hautfarbe ansich keine Rolle. Ich habe letztens gelesen, dass man in Südafrika dann als tolerant und NICHT rassistisch gilt, wenn einem die Hautfarbe des Gegenübers noch nicht einmal auffällt. So kann ma sich das dort bei den Kindern auch vorstellen. Natürlich bilden sich Freundschaftsgruppen und nicht jeder mag jeden. Aber mit der Hautfarbe oder dem generellen kulturellen Hintergrund hatte das keineswegs etwas zu tun.
An eine gezielte Förderung des Verständises und der Toleranz kann ich mich nicht erinnern. Mir fällt allerdings auch wirklich keine Situation ein, in der dies nötig gewesen wäre.
Einschränkend muss aber natürlich hinzugefügt werden, dass diese Mädchen alle aus relativ behüteten, "guten" Elternhäuser stammen. Wie weit es mit ihrer Toleranz und dem Verständnis her ist, wenn sie auf einmal mit Kindern aus sehr prekären Verhältnissen konfrontiert wären, das mag ich nicht zu beurteilen ...

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nad

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Mittwoch, 4. Februar 2015, 21:40

Lehrerfortbildung mal anders- Ein Wochenende im Tsitsikamma Restcamp

Ein Freitag Ende Juli. 15 Uhr Ortszeit. Knapp 20 Lehrer stehen auf dem Parkplatz der Schule und machen sich auf, ein Wochenende im Storms River Mouth Camp zu verbringen.
Ausrüstungsmäßig sieht es eher aus, als wenn sie zu einer Expedition an den Südpol aufbrechen wollen :D :D :D :D

Aber so sind die Südafrikaner: Freizeitweltmeister. Immer für alles gerüstet. :thumbup:

Um keine Verwirrung aufkommen zu lassen: Es handelt sich hierbei um Lehrer der Lawson Brown High School, also meiner "Ausgangsbasis". In meinen ersten Tagen dort wurde ich direkt zu diesem Wochenende eingeladen, auch wenn ich weder Lehrer an der Schule bin noch dort mein Praktikum absolviere. Aber irgendwie gehörte ich trotzdem dazu. Die Gruppe war bunt gemischt. Von der kurz vor der Pensionierung stehenden (gefühlt 100 Jahre alten) Xhoasa Oma (immer tot-schick gekleidet) bis hin zum knapp 20- jährigen Sportlehrer waren alle vertreten. Außer mir war noch eine andere weiße Person dabei, aber wie schon eben geschrieben: Hautfarben sind eh nicht so wichtig ... :saflag:

Mit einem Bukkie samt Anhänger und zwei der schuleigenen Minibussen und ausgerüstet mit Lebensmitteln und Getränken für mindestens eine Woche (dachte ich zumindest ...) machten wir uns auf den Weg!

Für mich war es nach 2 Wochen Großstadt eine Wohltat freies Gelände zu sehen. Es war außerdem das erste Mal, dass ich aus PE raus kam (in der Zeit haben andere schon die ganze Garden- Route samt Kapstadt erkundet...). Ich war also gespannt wie ein Flitzebogen. Während der Fahrt wusste ich schon nicht wo ich zuerst hinschauen sollte, weil alle auf mich einredeten und mir gefühlt jeden Stein zwischen PE und Storms River genau erläutern wollten. Also quasi eine geführte Tour. Nebenbei machte ich meine erste Bekanntschaft mit Biltong.
Ich hatte ja schon erwähnt, dass meine Vorbereitungen sich auf ein ziemliches Minimum beschränkt hatten und ich nicht sooo viel Ahnung von Südafrika hatte. Biltong? Was soll das denn sein? ?(
uiuiui... hätte ich das mal lieber nicht gesagt. Kaum an der Tankstelle bei Storms River angekommen wurde ich auch schon in den dorten Biltong Laden geschleppt und wir haben eine gemischte Tüte mit allen Sorten gekauft. Es würde schließlich nicht angehen, dass ich noch kein Biltong probiert habe... Problem: Ich esse zwar Fleisch, Biltong hat es mir aber eindeutig nicht so angetan. Aber ich habe mich tapfer geschlagen und die Geste zählt. 20 Leute haben sich redlich bemüht mich innerhalb eines Wochenendes zu einer Südafrikanerin zu machen. Begeisterung für ihr Land haben sie so auf jeden Fall in mir geweckt!

Bestimmt kennen einige von euch die ultra steile Straße die, wenn man mit dem Rücken zum Meer steht links neben dem Restaurant in den Wald hoch führt... Ein ganzes Stück dort hinauf befinden sich große Backpacker- Hütten, in welchen jeweils ca. 20 Leute schlafen können. Wir hatten zwei von eben jenen. Eine für die Frauen, eine für die Männer. Aufgehalten haben sie alle die ganze Zeit in der Frauenhütte. Warum? Dort waren die Getränke. Und Südafrikaner können vieeeeeel trinken! Ich weiß nicht mehr, was wir alles für Getränke hatten, aber ich kannte ja eh nichts davon. Und sollte alles probieren :beer: :wine: :beer:
Ich habe mich meist auf einen kleinen Probierschluck beschränkt. Sonst hätte ich wohl auch nicht mehr so viele Erinnerungen an den Abend und könnte diese so schlecht mit euch teilen.
Nach der Ankunft saßen wir nett beisammen, es lief die ganze Zeit laute Musik, es wurde natürlich ein Braai mit Boerewors, Lamp Chops und Steaks veranstaltet und immer weiter getrunken. :beer:
Der Braai als Toaster. Auch das geht. Da schmecken einfache Käse- Toasts auf einmal zu 1000% besser als sonst:





Die Stimmung war super, mir wurden immer weiter immer mehr Geschichten erzählt bzw. übersetzt. Ich war schließlich die einzige mit 0 Africaans Kenntnissen und im "Eifer des Gefechts" wechselten alle ständig immer in diese ihnen viel vertrautere Sprache. Ich kann das gut verstehen, würde mir mit Deutsch und Englisch wohl auch immer so gehen, auch wenn ich fließend Englisch spreche. Ich wollte nun auch nicht ständig daran erinnern, dass ich so nicht wirklich etwas verstehen konnte. Aber irgendwann fiel immer mal jemandem auf, dass ich so ja gar nichts von den lustigen Geschichten verstehen konnte und es wurde wieder (für kurze Zeit) Englisch gesprochen. Später am Abend wurde dann noch sehr ausgelassen getanzt. Da spielt die Sprache ja sowieso keine Rolle! :thumbsup:




Am nächsten morgen standen nach und nach alle auf und es wurde gefrühstückt. Danach mahnte einer der Sportlehrer "Mr Loui" zum Abmarsch. Auf Richtung Suspension Bridge!
Habe ich schon erwähnt, dass Südafrikaner EXTREM lauffaul sind? Es wurde tatsächlich diskutiert, ob die ca. 500 Meter bis zum Restaurant runter nicht doch lieber mit den Autos gefahren werden sollten. Aber die Sportlehrer setzten sich durch und wir machten uns auf den Weg. Das Wetter war eher sehr bescheiden, das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch.
Wir liefen bis zur Brücke und einige (inklusive mir) auch noch auf der anderen Seite den Berg hinauf. Die Aussichten sind grandios.

Weg runter ins Camp:



Einige der lustigen Truppe:



Raue Brandung bei ungemütlichem Wetter:













Später, wieder in der Hütte, entspannten alle und einige der Frauen begannen, sich um das Abendbrot zu kümmern: Potjiekos, ein traditionelles südafrikanisches Eintopfgericht, welches in einem gusseisernen Topf (dem potje) über Stunden über dem Holzfeuer gegart wird. Es hat Stunden gedauert, aber das Warten hat sich definitiv gelohnt. Einfach nur: lekker!






Im weiteren Verlauf des abends gab es wieder einige Getränke, ein tolles Lagerfeuer, viele spannende Geschichten und gegrillte Mashmallows. So lässt es sich definitiv leben! :beer:
Mashmallow- Kampf: Mr. Loui gegen Ruby




Am nächsten Morgen gab es dann noch ein obulentes Frühstück, bei welchem wirklich die letzen Lebensmittel verbraucht wurden. Sehr beeindruckend, wie viel Fleisch etc. innerhalb von noch nicht mal 2 Tagen verspeist werden können!




Danach haben wir die Hütten ein wenig aufgeräumt. Das Wetter war viel besser als die beiden letzten Tage und so hielten wir unten am Meer noch einmal an und gingen ein wenig auf Erkundungstour. Selbst einige der Lehrer waren noch nie zuvor hier. Ich stöberte noch ein bisschen im Shop und irgendwann machten wir uns auf den Weg.

Eine der Hütten:



Am Sonntag dann doch noch gutes Winter- Wetter:









Bevor es endgültig in Richtung PE ging, machten wir noch an der bekannten Brücke halt und bestaunten die mutigen, die die Sprünge in die Tiefe wagten. Es wurde eine spontane Geldsammelaktion durchgeführt: Wäre genug Geld zusammengekommen, dann hätten wir gelost und der glückliche/ unglückliche "Gewinner" hätte springen müssen. Aber ich glaube alle hatten zu große Angst selbst gezogen zu werden und gaben deswegen nur wenig Geld dazu. Es hat am Ende nicht gereicht. Aber allein die Idee hat uns sehr gut unterhalten! :D

Ein eindeutig unvergessliches Wochenende.
Nur wann und wo die Lehrerfortbildung stattgefunden hat, ist mir bis heute nicht ganz klar. In Deutschland würde man es wahrscheinlich "Team- Building- Maßnahme" oder so ähnlich nennen...

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Bär

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Mittwoch, 4. Februar 2015, 21:52

Köstlich. Und, warst Du nach dem Wochenende Südafrikanerin? :saflag:
.
*** Wer nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen. (aus Afrika) ***

nad

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Mittwoch, 4. Februar 2015, 22:01

Ich bin diesem "Zustand" zumindest ein großes Stück näher gekommen!

In der nächsten "Folge" wird sich übrigens alles um PE drehen! Inklusive Strand, shopping, Sehenswürdigkeiten, Restaurants etc.
Vllt bleiben dann einige doch mal länger, als nur zum Flughafen zu fahren bzw. diesen zu verlassen! Oder halten auf dem Weg zwischen Tsitsi und Addo doch mal an... wer weiß ...

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TO_TO

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Mittwoch, 4. Februar 2015, 23:07

Großartige Geschichten! Vielen Dank, dass du die mit uns teilst!

Fop

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14

Mittwoch, 4. Februar 2015, 23:08

:danke: für`s schnelle weitermachen, super Story :wine: :beer:
Bin schon ganz gespannt auf die nächsten Erlebnisse ......

Gute Nacht,
lG Sab

Anne

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Mittwoch, 4. Februar 2015, 23:21

Hallo nad,

das verkürzt mir die wenige Wartezeit auf meinen Flug nach Kapstadt auf ganz wundervolle Weise, zumal ich auch nicht zu den "reinen" Touristen gehöre und keine Rundreisen mache.

Ganz herzlichen Dank für die Berichte und Fotos und herzliche Grüße aus dem weißen Winterwald, den ich noch in diesem Monat hinter mir lassen darf
Anne
Nach Kapstadt ist vor Kapstadt

nad

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Donnerstag, 5. Februar 2015, 09:23

:danke: :danke: :danke: für eurer liebes Feedback.
Ich verkürze auch mir selbst damit die Wartezeit und steigere gleichzeitig die Vorfreude.
Mein bzw. unser Flug geht nämlich am 1. März!

ClaudiaC.

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Donnerstag, 5. Februar 2015, 10:02

Hallo nad,

danke für den sehr interessanten, tollen Bericht, den ich mit Spannung und Freude verfolge. :danke: :danke: :danke: Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.

LG Claudia (noch 40 Tage bis zu meinem Abflug :saflag: )
Nicht Sieg sollte der Sinn der Diskussion sein, sondern Gewinn. (Joseph Joubert)

nad

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18

Donnerstag, 5. Februar 2015, 12:04

Das Leben in PE- Gar nicht so öde wie immer alle denken!

Ja, PE ist nicht Kapstadt. :!: :!: :!:
Es gibt keinen Tafelberg, keine Weinanbaugebiete, keine tolle Waterfront, keine....
Die Liste dessen, was PE alles nicht hat würde man noch sehr lange weiterführen können. Es geht ja aber nicht darum, was eine Stadt alles nicht hat, sondern was sie besonders macht.
Immer wieder höre ich: "Drei Monate PE??? Das muss ja sehr langweilig gewesen sein. Warst du sehr traurig, dass du nicht in Joburg oder Capetown dein Praktikum machen konntest???"...
Ähm ... nö. War ich nicht. Ich hab mich einfach auf die Stadt eingelassen. An dieser Stelle hat mir wohl meine mäßig gute Vorbereitung in die Karten gespielt. Wer nicht weiß was ihn (nicht) erwartet, der kann auch nicht enttäuscht sein. :thumbup:
Ich habe PE als eine Stadt voller freundlicher Menschen erlebt. An diese kommt man als Tourist nur schwer heran, aber besonders bei längeren Aufenthalten ist es toll, jeden Tag aufs neue netten Menschen zu begegnen. Es fühlt sich auch nicht so sehr nach Großstadt an. Überall gibt es viel Platz, die Menschen sind sehr entspannt, der Verkehr ist seeehr entspannt. in 20 Minuten ist man überall. Okay, für die Townships gilt dies nicht. Aber ansonsten schon. Länger als 20 Minuten fährt man nirgendwo hin. :thumbsup:

Natürlich habe ich in den 3 Monaten viele spannende Dinge und Geschichten in und um PE erlebt und von allen zu berichten würde den Rahmen eindeutig sprengen. Ich habe deswegen verschiedene "Themenbereiche" gebildet, die ich nun nacheinander abarbeiten werde. Und ich fange mit den "einfachen" Sachen an!


Shopping:
In PE gibt es zwei nennenswerte Shoppingcenter. Greenacres und Walmer Park. Greenarces ist das größere von beiden. Dort bekommt man wirklich alles. Von Checkers über Shoprite und Woolworth bis hin zu allen erdenklichen Food- Ketten und diversen Kleidungsgeschäften. Besonders schön ist es dort allerdings nicht. Greenacres ist das Shoppingcenter, welches in allen mir bekannten Reiseführern hervorgehoben wird. Der genaue Grund dafür ist mir bis heute verschlossen geblieben. Als ich erstmal eine gute Shoppingbegleitung in Form meiner bis heute sehr guten Freundin Rebecca gefunden hatte, haben wir nur noch Walmer Park angesteuert. Auch dort sind die "üblichen Bekannten" alle vertreten, das Center selbst sieht aber viel gepflegter und netter aus. Walmer Park ist mehr das Shopping Center der Einheimischen... der weißen Einheimischen... Aber dazu gehörte ich ja nun auch!
Essenstechnisch gibt es überall in der Stadt Vertreter aller Ketten. Ich persönlich bevorzuge Pick n Pay, warum genau kann ich auch nicht sagen. Vllt, weil ich dort annehmbares Graubrot gefunden habe?! Besonders imposant ist der "William Moffett Hypermarket" von Pick n Pay. Definitiv ein Erlebnis. Besonders frisches Obst und Gemüse und eine große Auswahl davon, hat der Pick n Pay in Summerstrand. Warum dies so ist: Keine Ahnung.
Souvenirs bekommt man am Besten an Sonntagen auf dem "Beachfront Flee Market", welcher sich an der Promenade zwischen King's Beack Parking Lot und den McArthur's Pools erstreckt. Dort kann man auch wunderbar seine Verhandlungskünste unter Beweis stellen. Der Ausgangspreis ist immer völlig überteuert, man kann meistens locker 50% runterhandeln. Falls man an anderen Tagen außer einem Sonntag "dringend" Souvenirs kaufen möchte, gibt es im Broadwalk Komplex einige Läden mit den entsprechenden Sachen. Im Abschnitt des Humewood Beach sind zudem jeden Tag Verkäufer mit geschnitzten Dingen, Perlenketten etc. anzutreffen.

Blick auf King's Beach Parking Lot und den Park, dort geht sonntags der Flohmarkt los:



Wetter:
Nagut, das Wetter in Südafrika ist immer gut. :saflag: So habe ich es zumindest empfunden, ich studiere aber an der Grenze zu Ostfriesland
Da ist es demnach nicht schwer besseres Wetter zu bieten. In den Emails mit dem Schulleiter warnte dieser mich jedoch mehrfach eindringlich vor dem südafrikanischen Winter, mit viel Regen und Wind. Ich solle bloß meine dicken Sachen aus Deutschland mitbringen. Also Wintersachen habe ich nicht eingepackt, aber schon einen dicken Pulli, eine Fleecejacke und die feste Regenjacke. Gebraucht habe ich die Regenjacke vor allem an dem Wochenende in Tsitsikamma. Ansonsten bin ich auch morgens um halb acht meistens schon mit Ballerinas zur Schule gegangen. Also auch im tiefsten Winter gibt es in PE höchst selten einen reinen Regentag. Irgendwann reißt es immer auf und sobald die Sonne da ist, ist es super angenehm.
Nur der Wind ... ja der Wind ... nicht umsonst heißt PE einerseits "the friendly city" aber auch "the windy city". Beides würde ich sofort unterschreiben. Ich habe so manche Nacht wachgelegen und dem heftigen Wind gelauscht. Ohne Zopfgummi sollten Frauen mit langen Haaren dort nie, nie, nie aus dem Haus gehen!!!



Restaurants:
Wirklich oft essen gegangen bin ich nicht. Ich hatte ja auch mehr so den Arbeitsalltag. Aber die Male, die ich auswärts gegessen habe, waren eigentlich immer toll.
Besonders zu empfehlen ist (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) direkt am Strand auf der anderen Seite des Boardwalk Komplex. Dort bekommt man sowohl lekker Frühstück, als abends auch Pizza und Burger. Nicht besonders südafrikanisch, aber halt lekker. Noch später abends ist es auch ein beliebter Treffpunkt für junge Leute (Studenten). Ab und zu gibt es Karaoke und ansonsten Musik und Getränke. :beer: :beer:
Parken kann man direkt neben dem Gebäude, bewacht von den üblichen Parkguards. Der Parkplatz ist etwas dunkel/ spärlich beleuchtet, aber Angst muss man keine haben. Ich habe mich zumindest auch nachts nie unwohl gefühlt. Direkt darunter ist ein Italiener, welcher auch zu jeder Tageszeit zu empfehlen ist. Besonders an beiden ist, dass man quasi direkt am Strand mit Blick auf den Shark Rock Pier sitzt. Ansonsten kann ich dazu nur sagen, dass PE angeblich die Stadt mit dem höchsten Restaurant- Aufgebot pro Einwohner ist, es sollte also für jeden Geschmack und alle Geldbeutel etwas dabei sein.


Der Shark Rock Pier:


Der Blick von Barneys Terasse aus:


Mein absoluter Lieblingsplatz:
Ich komme vom Land. Wohne inzwischen in Oldenburg und fühle mich (in Oldenburg!!!! viele werden jetzt lachen) oft von den vielen Häuser und Straßen und Autos eingeengt. Und dann 3 Monate PE. Das geht nur, indem man immer mal wieder "flieht".
Zum Glück habe ich einen einfach nur tollen Platz gefunden, an welchem man die Nähe zur Großstadt sofort vergisst: Sacramento in Schoemakerskop. Schoenmakerskop ist ein Gebiet (quasi ein "Ortsteil") von PE ganz im Süden. Dort liegt der kleine, schnuckelige Ort Sacramento. Das ist schon außerhalb der Algoa Bay, also weiter westlich, hinter der "Spitze" (am besten mal bei GoogleMaps eingeben, meine Erklärungen klingen glaub ich etwas kryptisch)...
Ort steht irgendwie ein bisschen die Zeit still. Am einfachsten kommt man dahin, indem man von der Beachfront kommend den Marine Dr immer immer weiter fährt. Es lohnt sich auf jeden Fall!


Auf dieser Bank habe ich einige Stunden verbracht, das Bild hängt inzwischen als Poster über dem Bett:






Das (meines Wissens nach) einzige Restaurant im "Ort". Ich habe dort mal gefrühstückt. Nichts außergewöhnliches, aber bei dem Ausblick schmeckt eigentlich alles







Nächstes Mal kommt dann noch ein bisschen mehr zu PE selbst, der so verschrienen Industriestadt mit den angeblich hässlichen Stadt- Stränden!

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Freitag, 6. Februar 2015, 08:27

Angekommen

Hallo Nadine!

Ein erfrischender Beitrag, so richtig aus dem Leben gegriffen. Du bist nach kurzer Zeit "angekommen", warst nicht nur da, hast auch wirklich da gelebt! Solche Leute werden zu "Wiederholungstätern" - wie du ja schon bestätigt hast... Manchmal konnte ich mir beim Lesen deiner Beiträge ein Grinsen nicht verkneifen.

PE wird oft, sehr oft verkannt. Wobei ich gestehen muss, dass ich mich vorwiegend in Humewood, Donkin's Reserve (wegen den indigenen Restaurant), St. Georges Park und Walmer bewege (also eher im Süden) und die übrigen Stadteile weniger kenne.

Danke für deinen Beitrag - and welcome in the Club...

Cheers, Battli
Gartenbahner, Modellbauer, Vielreisender. Alles in der HP www.trainmaster48.net nachzulesen.

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Kawa (12. Februar 2015, 04:48)

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Freitag, 6. Februar 2015, 15:02

PE- Immer eine Reise wert?!!!

Okay, das wird hier jetzt keine Liebeserklärung an PE, denn diese Stadt hat es nicht unter meine persönlichen Top 3 (Kapstadt, San Francisco, London) geschafft. :blush:
ABER es gibt doch viel zu sehen und man kann dort bestimmt ein paar Tage nett verbringen.

Ich habe ja im letzten Beitrag schon meine Meinung zu Shopping, Restaurants, Wetter und meinem Lieblingsplatz kundgetan- heute habe ich vor was zu einigen "Attraktionen" zu schreiben. Und über die "Walk the City" Tour die ich mitgemacht habe und zu den Stränden! :thumbup:




Was tun, wenn man gerade mal keine Lust auf Strand hat, kein Geld mehr zum shoppen da ist oder das Wetter vllt auch nicht so gut ist (auch wenn letzteres glücklicher Weise seeehr selten vorkommt)? Richtig: Man bzw. Frau könnte ja mal was für die Bildung tun und ins Museum gehen. :whistling:
In PE werden da gleich alle Hellhörig. Man hat dort nämlich ein neues "Musterexemplar". Das RED LOCATION MUSEUM. Es liegt im ältesten Township der Stadt, New Brighton, und ist architektonisch schon recht außergewöhnlich. Thematisch schwimmt es voll im Strom: Es geht, natürlich, um die Apartheid.

Direkte Umgebung des Museums:



Manche mögen sich nun fragen, warum ich das so abfällig sage, aber ich habe besonders in der Lawson Brown High School und auch in Gesprächen mit vielen Südafrikanern folgendes festgestellt: Mit der Apartheid in SA ist es ein bisschen so wie mit der NS Zeit in Deutschland: Too much is just too much. Irgendwann reichts. Die Kinder die heute zur Schule gehen, die Studenten die heute an den Unis sind, die haben die Apartheid selbst gar nicht mehr erlebt bzw. waren zu klein um sich an irgendwas zu erinnern. Klar gehört es zur Bildung dazu, über die Vergangenheit Bescheid zu wissen. Aber viele sind dem Thema überdrüssig. Sie hören es jedes Schuljahr wieder. Gehen in Museen. Gucken Filme darüber. Und bei diesen Schilderungen habe ich mich immer an meine Schulzeit (ist ja noch nicht so lange her) erinnert und daran, wie wir alle aufgestöhnt haben, wenn es hieß: Unser Thema ist für die nächsten Wochen der Nationalsozialismus. Und es sind nicht nur die weißen, wie man jetzt vielleicht annehmen könnte, die sich auch endlich mal mit was anderem beschäftigen wollen. Es geht wirklich ALLEN so.
Upps, jetzt bin ich ganz schön vom Thema abgekommen, aber so ist das manchmal. :whistling:
Also: Ich habe versucht (2 oder 3x) das Red Location Museum anzugucken, bin aber leider jedes Mal gescheitert, weil immer irgendwelche geschlossenen Veranstaltungen waren, oder es aus anderen, unerklärlichen Gründen geschlossen hatte. ?( :huh:
Bei TripAd. habe ich gerade gesehen, dass genau diese Erfahrung ganz aktuell auch andere gemacht haben. Wer dort hin möchte, sollte sich vorher informieren ob es offen hat. Die Menschen die dort schon waren berichten alle, dass es sich auf jeden Fall lohnt.

Ein weiteres, viel kleineres Museum ist das "South End Museum" direkt beim Hafen in der Nähe von King's Beach. South End war/ ist ein Stadtteil von PE. Dieser war vor der Apartheid ein Musterbeispiel für das kulturell vielfältige Südafrika, in welchem verschiedene Kulturen zusammen miteinander und nicht nebeneinander leben können. Der Stadtteil war wohl für seine vielen Künstler, Freigeister etc. bekannt. Bis 1965 die Segregation begann, Menschen umgesiedelt wurden und sie nicht mehr im gleichen Stadtteil wohnen durften. Es werden viele Zeitungsartikel, alte Bilder etc ausgestellt und das Museum wird von ehemaligen Bewohnern des Stadtteils geführt. Auch meine Bekannte Ruby (die, die mich aus versehen zu spät beim Flughafen abgeholt hat) ist sonntags oft dort anzutreffen und hilft ehrenamtlich mit, dieses Museum aufrecht zu erhalten.




Besonders rühmen sich die Bewohner der Algoa Bay auch mit ihrem Bayworld... Wahrscheinlich sind das aber diejenigen, die vor Jahren das letzte Mal dort waren. Es wird noch immer (außen) mit Delphinen geworben, allerdings gibt es diese dort schon seit Jahren nicht mehr. :thumbdown: Ich finde das eher positiv, aber so fehlt trotzdem die Hauptattraktion. Zu sehen sind im Aquarium- Teil ein paar Robben, Pinguine und Schildkröten. Also nichts, was man in SA nicht auch in freier Wildbahn entdecken kann... achso und natürlich Fische, aber mit Fischen kenne ich mich echt nicht aus, keine Ahnung ob die nun besonders sind oder nicht. Im Two Oceans in Kapstadt sind auf jeden Fall mehr Fische zu sehen.
Ansonsten gibt es im Bayworld irgendwie auch noch eine Ausstellung über Dinosaurier und auch eine Ausstellung lauter alter Sachen (der Seefahrer, Treckburen etc). Die Zusammenhänge haben sich mir bis heute nicht offenbart, aber vielleicht habe ich auch nicht lange genug darüber nachgedacht :rolleyes: ....
Fazit: Wenn draußen "Land- unter" ist, man keine Shoppingtour machen möchte, keine Lust hat Essen zu gehen, oder ähnliches, dann kann man auch einen Nachmittag im Bayworld verbringen.
Okay, jetzt geht da wohl keiner mehr hin. Naja... müsst ihr selbst wissen.

Ausstellung von allen möglichen Sachen:



Das inzwischen verlassene Delphin- Becken:



Und jetzt kommt noch eine Sache, die ich selbst leider verpasst habe. Habe niemanden gefunden, der mit mir dort hinfahren wollte und alleine hab ich es dann auch nicht gemacht: Das South African Marine Rehabilitation und Education Centre. Es handelt sich dabei um eine kleine Auffangstation, besonders für Pinguine. Man kann den kleinen Gesellen dort wohl sehr nahe kommen, es sind nur wenige Besucher da und die Pfleger nehmen sich gerne ein wenig Zeit alles zu erklären (zumindest laut dem, was ich von bekannten gehört habe, ich war ja leider selbst NOCH nicht da). Über eine kleine Spende für ihre Arbeit sind die Mitarbeiter dort sehr dankbar.

Was habe ich nicht genannt? Den Seaview Lion Park, Kragga Kamma Game Park und Addo. Die ersten beiden habe ich auch nicht besichtigt. Seaview ist unter den Einwohnern PE's recht verschrien. Soll wohl Zoo- Mäßig sein. Ich habe wieder niemanden gefunden, der Zeit und Lust hatte mit mir dort hinzufahren, also habe ich es gelassen. Und Kragga Kamma ist irgendwie auch an mir vorbei gegangen. Ich kann also zu beidem nichts sagen. Und zum Addo komme ich in einem späteren Eintrag noch.

Und dann ist da noch der Boardwalk. Den habe ich auch im letzten Beitrag schon erwähnt. Den genau zu beschreiben ist gar nicht so einfach. Zunächst ist es ein Hotel, ein Kongresscenter und ein Veranstaltungsgebäude. Mit Casino. Aber dann sind da auch noch verschiedenste Läden, die Touristeninformation, ganz viele verschiedene Restaurants, keine Fahrgeschäfte für die Kleinen, ein Kino, eine Bowlingbahn und bestimmt noch mehr... Und das alles ist um einen künstlichen See gebaut. Es gibt zwei Eingänge, einer direkt an der Straße vom Strand kommend und einer "von Hinten", wo auch ein großer bewachter Parkplatz ist. Dort kann man sein Auto gut bewacht abstellen und bekommt eine Parkkarte ausgehändigt. Ich habe beim ersten Mal lange gesucht, wo ich denn nun die Gebühren bezahlen muss, aber es gibt keine. Die Karte ist nur dafür, dass niemand der ohne Auto gekommen ist, später mit einem Auto fährt, sprich eins klaut. :D
Der Boardwalk ist vor allem eins: Auch abends sicher. Und touristisch. Aber irgendwie auch ganz nett.
Ich habe mich immer ein bisschen an Disneyland erinnert gefühlt, weil alles, selbst die Pflanzen, einfach zu perfekt aussieht. ?(
Anmerkung: Im Casino kann man bei der Anmeldung einen Startbetrag am Glücksrad gewinnen. Wir waren mit ein paar Leuten dort, haben uns alle als "Neukunden" registrieren lassen und durften dann unser Startkapital erdrehen. Nur deswegen sind wir dorthin gegangen. Ich habe 300R beim Glücksrad gewonnen und am Ende des abends hatte ich fast keinen Verlust gemacht und mir wurden 270R ausgezahlt. War auf jeden Fall witzig!

See mit Hotel im Hintergrund:



Und noch mal von der anderen Seite:




Jetzt will ich auf jeden Fall noch was zur "Walk the City Tour" sagen. Hier vorweg noch einmal die Anmerkung: Südafrikaner sind seeeehr lauffaul. Behaltet das einfach im Hinterkopf, dann versteht ihr wahrscheinlich einige meiner Ausführungen noch ein bisschen besser.
Während meiner Zeit an der dritten Grundschule (Parson's Hill, viele Kinder aus Motherwell, ziemlich dürftige Ausstattung etc) kam ich eines morgens zur Schule und auf einmal hieß es: "Warum hast du denn keine festen Schuhe an???" Ich guckte an mir herunter und fand, dass meine Kaki- Stoffhose und meine beigen Ballerinas eigentlich ganz schick aussahen ... "Ähm, wieso? Stimmt was nicht?" fragte ich zurück. "Aber wir machen doch heute die Stadterkundung und das ist riiiiiiiichtig viel zu laufen und die Klasse ist extra in Sportsachen gekommen." ... gut, von einer Stadterkundung wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt nichts, das ist wohl an mir vorbei gegangen. Ich beschloss, dass ich in den Schuhen auch locker mal einen ganzen Nachmittag shoppen gehen kann und es für die "Wanderung" auch reichen wird. Ich sollte recht behalten, wie sich später herausstellen wird.
Nach einigem Hin und Her (es fehlte mal wieder noch ein beträchtlicher Teil der Schüler, weil scheinbar deren Sammeltaxi aus Motherwell mal wieder noch nicht angekommen war) gingen wir los. Ja, wir gingen. Bis zur nächsten Bushaltestelle. Der Weg in die Stadt wäre schließlich vieeeel zu weit.

Kurzer Einschub zu den Bussen: Diese wurden für die WM angeschafft, vorher gab es in PE keine Busse, sondern nur Minibustaxis. Es wurden für den "schrecklichen Stadtverkehr" sogar eigene Fahrspuren gebaut und diese an beiden Seiten mit Bordsteinen eingegrenzt. Leider ist der Planer dieser genialen Idee scheinbar mit den Planern vom BER und der Elbphilamonie verwandt. Oder zumindest befreundet: Die Busse waren zu breit für die Fahrspuren, bzw. die Fahrspuren zu schmal für die Busse. Zur WM ist kein Bus in der Busspur gefahren. Inzwischen geht es aber scheinbar. Die Menschen hielten das für südafrikanische Unfähigkeit. Ich habe dann mal angefangen von Berlin und Hamburg zu berichten und sie waren sichtlich begeistert, dass es auch in Europa unfähige Menschen gibt!

Die Busspur in der Mitte der Straße:



Und ein Bus von Innen, kein Unterschied zu deutschen Bussen:




Okay, zurück zur Tour. Startpunkt war das South End Museum, welches wir mit dem Bus erreichten und dort wartete ein Guide auf uns. Er war sehr gut aufgelegt und führte uns zunächst in Richtung Hafen und Campanile.

Die Gruppe (zu Anfang noch sehr gut gelaunt und motiviert):




Der Guide hatte an vielen Stellen kleine Geschichten zu erzählen. Alle merken konnte ich mir leider nicht. :(
Besonders belustigend für mich war aber folgendes:



Huch, was ist denn das? Eine abgebrochene Straße?? Folgendes war geschehen: Die Stadtverwaltung (oder wer auch immer) wollte gerne eine Hochstraße bauen, was ja auch geschehen ist. Dieser "abgeschnittene" Teil, eine Auffahrt, sollte über das Gelände einer Synagoge gehen, welche dafür abgerissen werden sollte. Es wurde erstmal angefangen zu bauen, aber niemand hatte mit dem enormen Widerstand gerechnet. Synagogen und das dazugehörige Grundstück gelten ja nun mal als Heiliges Land. Also haben sich die Gläubigen durchgesetzt und die Hochstraße wurde trotzdem gebaut, allerdings ohne die Auffahrt. Die wurde einfach nicht weitergebaut. :D
Auf diesem Bild sieht man ganz rechts ein grünes Gebäude. Das ist die Synagoge:



Wir waren bis hierher ca. 500 Meter gegangen. Die ersten Schüler fragten nach Toiletten, Schatten und etwas zu trinken. :huh:
Nächster Halt: Die Campanile. Ein hoher Turm. Er hat auch irgendeine geschichtliche Bedeutung, ich muss aber gestehen, dass ich es gerade nicht mehr ganz zusammen kriege. Google hilft bestimmt weiter, für die, die es gerne wissen möchten.




Natürlich wollten wir Lehrer auf den Turm. Kein Fahrstuhl. Entgeisterte Blicke der Schüler. Ich bin dann einfach mal vorweg gegangen und das konnte dann doch niemand auf sich sitzen lassen, dass nur "die Deutsche" hochgeht. Es kamen alle hinterher. Und auch alle oben an, wenn auch mit viel gutem Zureden. :thumbsup:
Der Blick entschädigte dann auch gleich:









Auf dem letzten Bild sieht man das Donkin Reserve. Dort hat Kap Gouverneur Sir Donkin oberhalb des Hafens (Port) zu Ehren seiner Frau (Elizabeth) eine Pyramide aus Steinen gebaut. Und damit auch gleich der Stadt ihren Namen gegeben. Die Fahne ist übrigens nach Aussage des Guides (ich hab es nicht überprüft) die größte National-Flagge auf der südlichen Erdhalbkugel. Aha, wieder ein wenig unnützes Wissen angehäuft. Eigentlich komisch, dass man sich immer genau solche Sachen merken kann, wie wäre es mal mit Vokabeln oder so ...

Als alle wieder vom Turm unten waren mussten wir erstmal Toiletten etc suchen. Dann ging es ca. 200 Meter weiter bis zur Town Hall und wir waren quasi in "Downtown". Ist ganz nett da und scheinbar auch zu Fuß sicher. Wobei ich bei Nacht dort glaube ich lieber nicht unterwegs wäre ...



Eine nette Straße:



Von dort aus ging es dann eigentlich auch schon wieder zurück zum South End Museum. Ich weiß nicht genau wie weit es war, aber es war wirklich nicht viel zu laufen. Und wir sind seeehr langsam gegangen. Die Schüler sahen aber alle so fertig aus, als wenn sie gerade mindestens einen Halbmarathon gelaufen wären. Wir haben dann erstmal Mittagspause bei McDonald's gemacht. Ich hatte übrigens keine Probleme die gesamte Strecke in meinen Ballerinas zu laufen. ;)

Einige Zeit später habe ich mir das Donkin Reserve dann noch mal aus der Nähe angeschaut und auch das berühmte, inzwischen geschlossene Kind Edward Hotel gesehen. Ein wirklich schönes Gebäude, schade das es jetzt so verkommt:



Das war also die Story der "Walk the City Tour". Leider weiß ich nicht mehr wie der Guide hieß und welchem Unternehmen er angehört. Ich würde ihn auf jeden Fall weiterempfehlen. Schade ...

Und jetzt noch ein paar Worte zu den Stränden. Ich bin total "verrückt nach Meer". Sobald ich so viel Wasser und Wellen auf einmal sehe bin ich eh schon glücklich. Also ist es auch ein leichtes mich in der Hinsicht zufrieden zu stellen... Aber irgendwie haben es mir auch die Strände in PE angetan. Man muss sich nur darauf einlassen. Ich finde es total entspannend am Strand zu liegen und auf der einen Seite ist der Hafen, an welchem schwer gearbeitet wird, hinter einem die "pulsierende" Großstadt und vor einem nur die Wellen und das Wasser. Ist mal was ganz anderes irgendwie.
Es gibt verschiedene Strände, einige sind sogenannte "Blue Flag" Strände, was bedeutet, dass sie bestimmte Kriterien hinsichtlich der Wasserqualität, der Sicherheit und der Bewachung erfüllen. Anfangen tut es (von Osten her kommend) mit King's Beach, wo man auch direkt super parken kann. Dort kann man sein Auto abstellen ab dort an der Promenade entlang gehen, bis mann zum Humewood Beach kommt, am Shark Rock Pier entlang und bis nach Summerstrand weiter. Am Wochenende ist die Promenade von Radfahrern und Joggern bevölkert, aber auch unter der Woche habe ich mich dort immer sicher gefühlt. Ich war fast täglich zum joggen dort. Immer mit Blick auf den Ozean laufen, ich habe mich wie im Paradies gefühlt.

Blick vom Pier in Richtung King's Beach/ Hafen:



Und noch mal von noch ein wenig weiter weg, gleiche Blickrichtung. Schlechtes Wetter. Aber auch mal schön, so hat man alles für sich:



Eine der Lieblingsbeschäftigungen der Südafrikaner bei schlechtem Wetter am Wochenende: Irgendwo Fast Food kaufen, oder ein Picknick mitnehmen, mit dem Auto irgendwo direkt ans Meer ranfahren, im Auto sitzen bleiben, essen und das Meer angucken. Ich hab das auch mal ausprobiert, konnte dem ganzen aber nicht so viel abgewinnen:



Dieses Bild sieht so ruhig aus, dass es fast schon wieder bedrohlich wirkt, ein bisschen wie die Ruhe vor dem Sturm. Es wurde ziemlich früh am morgen aufgenommen, einfach nur schön:



Das wars mal wieder für heute.
Nächstes Mal berichte ich von meinem Tagesausflug in den Addo, zusammen mit einer richtigen Afrikaaner- Familie. Samt Landrover etc!!! :saflag:

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