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  • »Vortrekker« ist männlich

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21

Montag, 31. Juli 2017, 12:18

Neue Chance für Robben Island ?!

Moin an alle Foriker,

ich habe den gestrigen Sonntag dazu genutzt, nach Jahren wieder einmal die Gefängnisinsel Robben Island zu besuchen. Ich wollte damit meine negative Einstellung zu dieser Unternehmung entweder bestätigt wissen, ja vielleicht doch nach den Jahren auch positives erfahren.

Gebucht hatte ich die 11:00 Uhr Tour ( R 340,- ) per Internet eine Woche vorher. Ich denke, das war auch gut so, denn von den Tageskassen kamen immer wieder Leute mit leeren Händen zurück.
Der Security Check begann um 10:20 Uhr und ging zügig vonstatten, so dass die DIAS, ein Äppelkahn aus dem letzten Jahrhundert und mit dem wohl auch noch Gefangenentransporte durchgeführt wurden, um 10:45 Uhr ablegen konnte. Toll, dachte ich noch, überpünktlich, aber da wußte ich noch nicht, dass die Überfahrt geschlagene 45 Minuten dauern sollte.

Ankunft auf der Insel also um 11:30 Uhr und die ganze Horde wurde dann entladen und zu den wartenden Bussen dirigiert. Nach weiteren 20 Minuten entschied der Guide die Abfahrt um 30 Sekunden später schon wieder anzuhalten. Das ehemalige Visitors Center, wo Angehörige die Inhaftierten besuchen und sehen konnten, wurde kurz erklärt.
Und weiter ging es mit kurzem Stop am Leprafriedhof mit Erklärung zu der Vergangenheit als Leprakolonie.

Dann kam der Stopp an Robert Sebukwes Haus, in dem er sechs Jahre in Isolationshaft gesessen hatte. " Kennt jemand Robert Sebukwe" fragte der Guide ? Ungläubiges Kopfschütteln und fragende Blicke waren die Antwort. Also kurze Biographie, mit anschließender Weiterfahrt. Aussteigen und besichtigen - Fehlanzeige !

Nach Stops an zwei Kirchen, Schule und Postoffice ging die flotte Fahrt durch das Robben Island Village zur ersten Hauptattraktion: das Refreshment Center.
15 Minuten Aufenthalt, african time, verkündete der Guide. Nach 25 Minuten ging es dann wieder weiter, aber nicht um einen kurzen Abstecher über die Insel, nein zurück durchs Dorf und hin zu dem berüchtigten Kalksteinbruch. Auf dem weg dorthin plötzlich der Ausruf des Guide: eine kleine Schildkröte links vom Bus. Sofort sprang der rechte Teil vom Bus auf, um auf der linken Seite einen Blick auf dieses sensationelle Krötentier zu erhaschen. Der Bus neigte sich dabei bedenklich nach links.Nach Aahs und Oohs, viele hatten glaube ich das Tier selbst gar nicht erkannt und deuteten stattdessen auf Erdhügel und Steine als vermeidliches Reptil, hatten sich alle wieder beruhigt.
Der Stop oberhalb am Steinbruch selbst, kurz und knapp, aussteigen auch hier - Fehlanzeige.

Wir mußten ja schließlich weiter zum Hochsicherheitsgefängnis. Dort nahm uns ein ehemaliger Häftling, der wegen Terrorismus auf Robben Island gesessen hatte, zur Führung in Empfang. In insgesamt 45 Minuten schleuste er uns durch die verschiedenen Sektionen der Haftanstalt und erklärte dabei die Haftumstände und -bedingungen.
An Mandelas Einzelzelle hielt er nur kurz an und jeder konnte einen Blick hineinwerfen. Die Zellennummer 5 war auch diesmal nicht mehr da und auf meine Frage, warum man die Zellennummern entfernt habe kam die lapidare Antwort: das hat man wohl bei den Renovierungsarbeiten einfach überpinselt und nicht für nötig befunden, neue Nummern zu malen.
Mit großen Augen schaute er dann ein Bild an, was ich ihm zeigte und auf dem man die Zelle samt Nummer sehen konnte, wie sie einmal ausgesehen hatte.

Zum Guide selbst ist nur noch so viel zu sagen: er hat sich wirklich Mühe gegeben. Allerdings war seine englische Aussprache mehr als schwer zu verstehen. Leute mit durchschnittlichen Englischkenntnissen hätten glaube ich nur 20 % verstanden und selbst gute Kenntnisse hätten die Quote auf vielleicht 70 % angehoben.
Auch begann er immer wieder schon mit seinen Erklärungen, obwohl die Gruppe noch nicht vollzählig versammelt war.Dies war wohl auch dem Zeitdruck geschuldet, denn nach Ende der Führung drängte er deutlich darauf, direkt zum Hafen zu gehen, weil dort das Schiff zum ablegen warten würde.

Und so war es dann auch. Keine Zeit für den Andenkenshop, gerade mal der Toilettengang wurde noch gestattet. Ansonsten sofort aufs Schiff. Nach weiteren 45 Minuten auf See und insgesamt vier Stunden, war dann auch der Trip beendet.

Von diesen vier Stunden waren wirklich nur die 45 Minuten im Gefängnis selber akzeptabel, der Rest war vergeudete Zeit.

Mein Fazit:
das war definitiv meine letzte Tour nach Robben Island. Das Geld und die Zeit kann man sich getrost sparen. Meine Hoffnung, dass sich irgendwas tourtechnisch verbessert hätte, ist leider nicht eingetreten. Im Gegenteil,ich spürte diesmal den Zeitdruck viel deutlicher, die Besucher einfach nur über die Insel zu schleusen und zu scheuchen. Null Zeit für einen individuellen Stop, schnell weiter, die nächsten Besucher warten schon. Time is Money !

Leider sind die Touren jedoch fast immer ausgebucht, so dass also in absehbarer Zeit keine wirkliche Veränderung zu Erwarten ist.

Grüße

Hilmar
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22

Montag, 31. Juli 2017, 12:30

:danke: Hilmar,

Waren die Erklärungen vom Guide wenigstens realistisch/ wahrheitsgetreu?

VG. Toetske

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23

Montag, 31. Juli 2017, 13:01

Hallo Toetske,

ich denke schon, das die Aussagen der Wahrheit entsprochen haben. Dafür waren aber auch die Erklärungen zu oberflächlich und man hätte sie auch in einem guten Buch nachlesen können.
Bei meinen früheren Besuchen waren die Führungen auch irgendwie emotioneller, was aber sicherlich immer wieder am jeweiligen Guide liegt.

Grüße

Hilmar
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24

Montag, 31. Juli 2017, 16:29

Cape Town International Arrival hat Fotos an der Wand. Ist effektiver...
Selbst Boulders Beach kann man dann getrost auslassen.
TIA - This is Africa!

Bär

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25

Montag, 31. Juli 2017, 18:46

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*** Reisetabletten nützen nichts - bin nach Einnahme von 10 Stück immer noch zuhause (Q: der Postillon) ***

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sunny_r

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26

Montag, 31. Juli 2017, 19:51

Hilmar,
man kann jedes beliebige Schiff zur Rückfahrt nehmen.
Wir hatten letztes Jahr extra gefragt und diese Antwort erhalten.
Wir sind erst mit dem übernächsten Schiff zurück gefahren.
Das Englisch unseres Guides war gut verständlich. Und er hatte auch erst begonnen als (fast) alle da waren. Die notorischen Zu Spät Kommer hatte er ignoriert. Es kpmmt wohl sehr auf den Guide an, sowohl im Bus als auch im Gefängnis.
Achso die Busse fahren unterschiedliche Routen, erst ab Steinbruch unf dann Gefängnis ist alles einheitlich.
Lg Rainer

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Freitag, 11. August 2017, 21:06

lG M@rie

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chimurenga

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28

Freitag, 11. August 2017, 21:57

Was Robben Island betrifft bin ich sehr hin- und hergerissen. Ich bin mehrmaliger Wiederholungstäter. Das erste Mal vor knapp 20 Jahren - das war ein beeindruckendes Erlebnis (mit ehemaligen Wärter und ehemaligen Inhaftierten gleichzeitig als Guides): sehr informativ, sehr emotional und nicht so der Hot Spot wie heute. Das letzte Mal war ich vor 2 Jahren dort. Die Besuchermassen waren mir so in der Form neu und auch das lange im Voraus buchen. Die Touren auf der Insel hatten etwas von Massenabfertigung, d.h. man wurde über die Insel "getrieben", um den nachfolgenden Gruppen schnell Platz zu machen. Auch die neu aufgestellten Foto-Shooting-Points finde ich nicht so passend. Auf der anderen Seite hatten wir einen sehr, sehr guten Guide (um die 60 Jahre), der selbst 2 Jahre auf der Insel verbracht hatte und wir haben die Gelegenheit genutzt viele sehr tiefgreifende Gespräche mit ihm zu führen, während der Rest der Gruppe Zellen fotografierte usw. Auf der Rückfahrt hatten wir Glück, dass wir nicht auf die erste alte Fähre mehr durften und bekamen dann ein neues schnelles Boot und hatten die besten Delfin-Sprung-Sichtungen (in paar Meter Entfernung) ever.

Fazit: ich bin da sehr ambivalent: Gute, informative Führung vs. Massenabfertigung

LG, Erik

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Samstag, 12. August 2017, 06:56

Hallo Erik,

kann dir in deiner Schilderung nur zustimmen. Die Tour steht und fällt heute mit dem Guide im Gefängnis. Die Busguides sind wohl mittlerweile mehr oder weniger gut ausgebildete Angestellte, die ihren Text mehr oder weniger interessiert weitergeben.
Der Rest ist, wie du treffend beschreibst, ein "Treiben über die Insel".

Damit wird Robben Island so etwas wie ein Lotteriespiel, mit Neigung zu verlorenem Geld und Zeit !

Grüße

Hilmar
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