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Rhino

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Dienstag, 20. November 2018, 02:48

Grundsätzlich sicher richtig. Allerdings sollte man nicht vergessen, daß du oder deine Vorfahren sich das "eigene Land" vermutlich nicht mit der Flinte in der Hand nach dem Recht des Stärkeren einverleibt und dazu die vormaligen Bewohner mehrere Generationen lang als Haussklaven beschäftigt habt.


Vielleicht nicht in jüngster Zeit, das stimmt schon. Aber ganz grundsätzlich basiert der Reichtum der meisten westlichen Länder schon auch auf Ausbeutung anderer. Die Geschichte der USA und Australien sind auch geprägt von Sklaverei, Ausbeutung und Unterdrückung der indigenen Bevölkerung. Trotzdem wird heute deswegen niemand entschädigungslos enteignet, soweit mir bekannt ist. .....


Das stimmt so nicht. Der Reichtum der westlichen Laender basiert mit nichten auf "der Ausbeutung anderer". Auch wenn das verbreitet ist, es bleibt eine marxistische Luege.
Der Reichtum der westlichen Laender beruht auf Innovation in Handwerk, Wissenschaft, Technologie sowie in politischen, wirtschaftlichen und politischen Instutitionen. Gerade das Kleinhalten der Ausbeutungsquote, sowie Erweiterung wirtschaftlicher Freiheiten haben zu mehr und vor allem auch breiterem Wohlstand gefuehrt. Der Kolonialismus war da eher eine Folge, als die Ursache von. Der mag einige wenige reich gemacht haben, aber insgesamt war das fuer die Mutterlaender ein Verlustgeschaeft. Wohlstandsfoerdernd waren da allenfalls die erweiterten Handelsbeziehungen, von denen allerdings die Kolonien und Protektorate auch profitierten. Das hat sich nicht zuletzt auch im enormen Bevoelkerungswachstum niedergeschlagen.

Wie kommt man zu "eigenem Land" das Naturrecht kennt da so drei Methoden.
1. Beheimatung. Man siedelt sich in einem unbewohntem, unbeanspruchten Landstrich an und beansprucht ihn deswegen.
2. Tausch/Vertrag. Man erwirbt Land durch Tausch mit denen die es zu diesem Zeitpunkt besitzen oder beanspruchen.
3. Eroberung. In einem Krieg werden Gebiete annektiert und dann ev. neubesiedelt.

Punkt drei hat es, soweit es die Buren in Suedafrika betrifft am wenigsten gegeben. Das ergibt sich schon daraus, dass weite Gebiete schlicht und ergreifend nur besiedelbar sind, wenn man ueber die noetige Wassertechnologie verfuegt.

Die Sklaverei gab es in der Kap-Provinz, dies aber nur bis 1828 (?). Die Sklaven waren haeufig importiert worden und dann oft durch Piraterie erworben worden. Die VOC war damals ein riesiger internationaler Konzern, der auch selbst Krieg zur See und zu Land fuehrte. In den Burenrepubliken war Sklaverei ausdruecklich verboten, was auch Vorraussetzung fuer deren internationale Anerkennung war. Dass die Arbeitsverhaeltnisse teilweise an Leibeigenschaft erinnerten und Indentur zur Grundlage haben konnten (Das meiste duerfte aber eher Wanderarbeit gewesen sein), steht auf anderen Blatt. Letztere gab es in Deutschland ja auch bis ins 20ste Jahrhundert. Und das BRD-Steuersystem ist ja auch nicht gerade ohne.

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parabuthus

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Dienstag, 20. November 2018, 10:15

Das ist die eine Sichtweise.

90% im Land dürften das anders sehen. Aus meiner Sicht nicht ganz aus der Luft gegriffen.

Im übrigen ist die Landfrage ja nicht urplötzlich aus dem Nichts aufgetaucht. Das Thema an sich existiert mindestens seit 1994. Es ist ja durchaus auch versucht worden, auf andere Weise Land neu zu verteilen, u.a. auch mit Entschädigungen. Der Prozess ist allerdings sehr ins Stocken geraten, zum Verdruss der schwarzen Bevölkerungsmehrheit.

Ehe hier jetzt aber der Verdacht aufkommt, daß ich hier Partei einnehme, irgendetwas gutheiße oder rechtfertige, möchte ich darauf hinweisen, daß es mir ausschließlich darum geht, die Angelegenheit von mehreren Seiten zu beleuchten.

Die Diskussion um die Landfrage oder Enteignungen wird mir zu oft von der Empörung der weißen Minderheit geprägt, die sich auf ihr "Recht" beruft und die Rechtsstaatlichkeit an sich im "neuen" Südafrika in Frage stellt.

Ein Blick in die Geschichtsbücher verdeutlich m.E. die Doppelzüngigkeit dieses Standpunktes. Wer hat denn über Jahrzehnte andere komplett entrechtet und enteignet? Wenn man sich das vor Augen führt, finde ich die aktuelle Diskussion mit einzelnen Ausreissern sogar noch einigermaßen sachlich und konstruktiv. Daß das nicht allen passt, liegt natürlich in der Natur der Sache.

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Dienstag, 20. November 2018, 10:40

Ich gebe Dir völlig recht. Mein Standpunkt war eher Ausdruck meiner Empörung darüber, dass man die eigene Verfassung nicht ernst nimmt:

Art. 25 der bill of rights besagt:
(2) Property may be expropriated only in terms of law of general application—
(a) for a public purpose or in the public interest; and
(b) subject to compensation, the amount of which and the time and manner of
payment of which have either been agreed to by those a ected or decided or
approved by a court.


Grundrechte sollten auch in schwierigen Zeiten möglichst nicht beschnitten werden. Dafür wurden sie ja geschaffen! Grundrechte sollen ja der (politischen) Minderheit gewisse unentziehbare Rechte zugestehen.

Ganz abgesehen davon, finde ich absolut richtig, was du sagst. Auch ich verstehe das Bedürfnis nach Umverteilung aufgrund der doch noch jüngeren Geschichte des Landes.

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Marc

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Dienstag, 20. November 2018, 13:01

Wir waren alle nicht dabei und es gibt keine schriftlichen Dokumente aus dieser Zeit, insofern ist das Spekulation. Die Archäologie zeichnet ein etwas anderes Bild. Und was vor den San da war, weiß auch niemand.


Nun ja, die Herkünfte und Ursprünge lassen sich genetisch recht einfach nachweisen. Insofern ist die Herkunft der Zulus (um bei dem Beispiel zu bleiben) eindeutig dem mittleren Afrika zu zuordenen, wohingegen die San keine genetisch verwandten Volksstämme haben, außer jenen im südlichen Afrika. Wenn man den Gedankengang weiter spinnt, gehört Europa allerdings auch den Neandertalern und nicht den Homosapiens.

Wo ich Dir recht gebe, ist das es schwierig ist daraus Besitzansprüche herzuleiten, da die allermeisten Völker irgendwann mal irgendwohin migriert sind. Das Fazit ist dann, dass das Land ganz einfach dem Stärkeren gehört, das war in Afrika in den letzten 500 Jahren eventuell der Weiße und nun ist es auf Basis der Demokratie ein schwarzes Volk, welches aber dennoch nicht die San sind.
Schöne Inselgrüße Marc

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Bär

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Dienstag, 20. November 2018, 15:17

Drei Aspekte sind nach herrschender historischer Meinung anders als oft (insbesondere von den Buren) dargestellt.
1. die sog. Bantu-Stämme sind nicht etwa zeitgleich wie die Weißen in Südafrika eingewandert, sondern einige Jahrhunderte früher
2. das Land war damals kaum besiedelt, die Bevölkerung setzte sich überwiegend aus nomadisierenden Jägern und Sammlern zusammen, die keinen individuellen Landanspruch kannten
3. die Einwanderung der Bantu-Völker war vermutlich eher ein Migrationsprozess denn eine Eroberung.

Für Deine Aussage der Unterjochung

Zitat

Speziell die politisch vorherrschenden Völker (z.B. Zulus) kommen ursprünglich aus Mittelafrika und haben das südliche Afrika genauso unterjocht, wie die Weißen es taten.
gibt es mWn keine Belege.

Ob sich durch die Migration und "Landnahme" durch Sesshaftwerdung dann irgendein Gebietsanspruch ableiten lässt, vermag ich nicht zu beurteilen. Dazu kenne ich mich in Völkerrecht nicht gut genug aus.

Und ja, in der praktischen Umsetzung hast Du recht. Die Mehrheit der Wähler in Südafrika entscheidet, wer die Regierung stellt und dann die Gesetze macht.


Politisch betrachtet ist es doch nachvollziehbar, dass langfristig ungenutztes Land - und um dieses geht es bei den entschädigungslosen Enteignungsplänen - in einem notleidenden Staatswesen nutzbar gemacht werden soll. Auch bei uns ist dies nicht wesentlich anders. Das Grundgesetz der Bundesrepublik regelt in Art. 14

Zitat

Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig.

Natürlich folgt im GG danach der Entschädigungsanspruch. Dem Grunde nach ist ist die Regelung jedoch identisch. Und Südafrika lässt doch jedem Eigentümer die Möglichkeit, das Land zu nutzen. Dann droht auch keine entschädigungslose Enteignung.
Die verfassungsrechtliche Betrachtung überlasse ich den Juristen und Marchese, teile auch die Bedenken. Aber für solche Fälle gibt es die Möglichkeit einer Verfassungsklage für Betroffene.

Das Spannungsfeld zwischen Verfassungsgebot und individuellem Anspruch gab es schon immer. Man denke nur an die Themen Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, körperliche Unversehrtheit oder Gleichberechtigung von Mann und Frau. Wenn man sich benachteiligt fühlt, beschreitet man dann eben den Klageweg bis hin zum Bundesverfassungsgericht. Wie es in der Schweiz oder in Belgien oder Österreich ist, weiß ich nicht, dort dürfte es aber ähnlich sein. In der Schweiz gibt es dann noch plebiszitäre Elemente, die man in Deutschland kaum kennt.
.
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Marc

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Dienstag, 20. November 2018, 18:06

Im östlichen Südafrika waren die San bis zur Migration der Bantu-Völker wahrscheinlich ähnlich Ureinwohner, wie im Westen. Der Migration der Bantu-Völker hatten sie wahrscheinlich nur genauso wenig entgegen zu setzen, wie der Kolonialisierung durch die Weißen. Insofern hat die "Unterjochung" der San keine "Bühne" gehabt, bis heute nicht.

Die Definition der Nichtnutzung von landwirtschaftlicher Fläche ist im südlichen Afrika natürlich schwierig, da es sich meistens um aride Flächen mit wenigen, fruchtbaren Flusstälern handelt. Wenn dann eine Farm beispielsweise über 40.000 Hektar verfügt, davon nur 400 Hektar für Ackerbau geeignet sind und der Löwenanteil nur der Schafzucht dienen kann, mag das für den Außenstehenden einer Nichtnutzung gleich kommen und das eine Prozent des Ackerbaus spielt dann keine Rolle, also kann diese "Beispielsfarm" mit der Begründung der Nichtnutzung enteignet werden, erst recht wenn es politischer Wille ist.

Ich stimme Dir vollkommen zu, dass man in Deutschland dann den Klageweg bis hin zum Bundesverfassungsgericht beschreiten kann. Aber gerade diese Rechtssicherheit hat man in Afrika nicht, auch hier sind wir wieder beim politischen Willen. Ich glaube (und das ist dann tatsächlich Spekulation), dass ein Richter im südlichen Afrika dann tendenziell regierungstreu und eben nicht verfassungstreu entscheiden wird.
Schöne Inselgrüße Marc

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Dienstag, 20. November 2018, 20:27

Aber gerade diese Rechtssicherheit hat man in Afrika nicht, auch hier sind wir wieder beim politischen Willen. Ich glaube (und das ist dann tatsächlich Spekulation), dass ein Richter im südlichen Afrika dann tendenziell regierungstreu und eben nicht verfassungstreu entscheiden wird.

Für diesen Vorwurf an die südafrikanische Justiz sehe ich keinerlei Indizien. Im Gegenteil: das Verfassungsgericht genießt einen ausgezeichneten Ruf der politischen Unabhängigkeit.
.
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Rhino

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Dienstag, 20. November 2018, 22:26

Aber gerade diese Rechtssicherheit hat man in Afrika nicht, auch hier sind wir wieder beim politischen Willen. Ich glaube (und das ist dann tatsächlich Spekulation), dass ein Richter im südlichen Afrika dann tendenziell regierungstreu und eben nicht verfassungstreu entscheiden wird.

Für diesen Vorwurf an die südafrikanische Justiz sehe ich keinerlei Indizien. Im Gegenteil: das Verfassungsgericht genießt einen ausgezeichneten Ruf der politischen Unabhängigkeit.

Was genau begruendet denn diesen vermeintlichen "guten Ruf" des Verfassungsgerichtes?

D...
Ein Blick in die Geschichtsbücher verdeutlich m.E. die Doppelzüngigkeit dieses Standpunktes. Wer hat denn über Jahrzehnte andere komplett entrechtet und enteignet? Wenn man sich das vor Augen führt, finde ich die aktuelle Diskussion mit einzelnen Ausreissern sogar noch einigermaßen sachlich und konstruktiv. Daß das nicht allen passt, liegt natürlich in der Natur der Sache.

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Dienstag, 20. November 2018, 22:43

Was genau begruendet denn diesen vermeintlichen "guten Ruf" des Verfassungsgerichtes?

Seine weitgehende Unabhängigkeit. Wir wissen alle, dass Richter der höchste Gerichte von den herrschenden Parteien berufen werden, letztens gab es ja auch in den USA einige Reibereien um Trumps ultrakonservativen Wunschkandidaten Kavanaugh. Und in Deutschland aktuell ähnliches, wenn auch leiser, bei der Nachbesetzung von Herrn Voßkuhle durch den Unionsfraktionsvizen Harbarth.
Umso erstaunlicher war es doch, dass das Constitutional Court of South Africa den regierenden Präsidenten Zuma in der Causa Nkandla zu einer Millionenstrafe verurteilt hat. Wäre Ähnliches in den USA oder in Deutschland überhaupt denkbar? Ich glaube nicht.
Das nur als Beispiel. Du kannst aber auch gerne in den Google News nach Constitutional Court of South Africa suchen und wirst feststellen, dass dessen Entscheidungen keineswegs obrigkeitshörig sind.
.
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parabuthus

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Mittwoch, 21. November 2018, 00:06



D...
Ein Blick in die Geschichtsbücher verdeutlich m.E. die Doppelzüngigkeit dieses Standpunktes. Wer hat denn über Jahrzehnte andere komplett entrechtet und enteignet? Wenn man sich das vor Augen führt, finde ich die aktuelle Diskussion mit einzelnen Ausreissern sogar noch einigermaßen sachlich und konstruktiv. Daß das nicht allen passt, liegt natürlich in der Natur der Sache.

Wer und Wen (ob und was), das ist eine Frage die Du Dir vielleicht erst einmal selbst beantworten solltest, bevor Du das in den Raum wirfst.

Diesen Post verstehe ich nicht. Bestreitet du die Apartheid, die Passgesetze, die Zuweisung in Homelands und Townships, den Entzug von Wahl- und Bürgerrechten?

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Dicobo

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Mittwoch, 21. November 2018, 09:48

Landenteignung mal rein rechnerisch

Unabhängig von der rechtlichen und emotionalen Seite kann man das ganze Thema auch einmal rein rechnerisch betrachten.

In dem Bericht vom Deutschlandfunk ist ein Rinderzüchter aufgeführt,der 1.900 Kühe hat und wohl einen ziemlich grossen Umsatz macht und dementsprechend Steuern abführt,wovon (hoffentlich) der arme Teil der Bevölkerung profitiert.

Wenn diesem Farmer nun das Land weggenommen und an einige Schwarze verteilt wird, dient das sicherlich in erster Linie der Selbstversorgung,also jeder bekommt dann etwas Land und ein,zwei Kühe.
Das sind dann theoretisch 500-1000 Familien,wofür noch 500-1000 Häuser gebaut werden müssen...wer bezahlt das?Der Staat,der viele Tausend Rand Steuerausfälle hat,weil der Grossbetrieb ja nicht mehr existiert.

Ich möchte nur damit sagen,dass dem Staat Millionen an Steuereinnahmen wegbrechen und dafür einige Tausend Familien wohl Land bekommen und die vielen Millionen Schwarze in den Townships noch weniger Unterstützung bekommen.

Alles hat zwei Seiten!

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Mittwoch, 21. November 2018, 10:44

Bericht im Spiegel heute

Heute wieder einmal ein sehr interessanter Bericht im Spiegel Online von Bartholomäus Grill,leider nur gegen Bezahlung oder als Abonent zu öffnen "Wo weisse Farmer um ihr Leben fürchten" über das Thema Landenteignung.

corsa1968

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Mittwoch, 5. Dezember 2018, 22:58

Aus der neuen Ausgabe der Zeit ein Artikel zur Entwicklung in RSA:
Wann kommen die Bulldozer?
(Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!)
Beste Grüße von Christiane

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mmsa

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Donnerstag, 6. Dezember 2018, 09:49

RE: Landenteignung mal rein rechnerisch

Unabhängig von der rechtlichen und emotionalen Seite kann man das ganze Thema auch einmal rein rechnerisch betrachten.

In dem Bericht vom Deutschlandfunk ist ein Rinderzüchter aufgeführt,der 1.900 Kühe hat und wohl einen ziemlich grossen Umsatz macht und dementsprechend Steuern abführt,wovon (hoffentlich) der arme Teil der Bevölkerung profitiert.

Wenn diesem Farmer nun das Land weggenommen und an einige Schwarze verteilt wird, dient das sicherlich in erster Linie der Selbstversorgung,also jeder bekommt dann etwas Land und ein,zwei Kühe.
Das sind dann theoretisch 500-1000 Familien,wofür noch 500-1000 Häuser gebaut werden müssen...wer bezahlt das?Der Staat,der viele Tausend Rand Steuerausfälle hat,weil der Grossbetrieb ja nicht mehr existiert.

Ich möchte nur damit sagen,dass dem Staat Millionen an Steuereinnahmen wegbrechen und dafür einige Tausend Familien wohl Land bekommen und die vielen Millionen Schwarze in den Townships noch weniger Unterstützung bekommen.

Alles hat zwei Seiten!

Das empfinde ich als eine sehr einseitige Darstellung. Scheinbar hast du deine Story so aufgebaut, dass Sie deiner Vorstellung entspricht.

Ich kann jetzt behaupten, der Rinderzüchter führt nur ein Teil seiner Steuern ab und investiert den Rest steuerbefreiend auf Abschreibeobjekte. Ein Großteil des Gewinns kommt nur seinem "Sparbuch" zu Gute und wird so dem Wirtschaftskreislauf entzogen.

Stattdessen wird das nicht an 500-1000 Familien verteilt sondern nur an 50-100. Betriebe die groß genug sind um zu überleben, die selber auch Steuern erwirtschaften und auch Personal einstellen (die auch wieder profitieren und Steuern zahlen).

Das Prinzip des Großbauern wird abgebaut und stattdessen ein gemeinschaftliche scih gegenseitig tragende Gesellschaft gefördert.

----------------------------------------------------

Und nun? Keiner von uns weiß wie eine konkrete Umsetzung aussehen würde. Das einzige was für mich feststeht ist, dass es ganz offensichtlich eine Schieflage bei der Verteilung von Besitz und immatriellen Gütern (Bildung, Zukunftschancen,....) gibt.

Forderungen daran Anteil zu haben, finde ich nachvolliehbar.

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Donnerstag, 6. Dezember 2018, 10:37

Unabhängig von der rechtlichen und emotionalen Seite kann man das ganze Thema auch einmal rein rechnerisch betrachten.
In dem Bericht vom Deutschlandfunk ist ein Rinderzüchter aufgeführt,der 1.900 Kühe hat und wohl einen ziemlich grossen Umsatz macht und dementsprechend Steuern abführt,wovon (hoffentlich) der arme Teil der Bevölkerung profitiert.
Wenn diesem Farmer nun das Land weggenommen und an einige Schwarze verteilt wird, dient das sicherlich in erster Linie der Selbstversorgung,also jeder bekommt dann etwas Land und ein,zwei Kühe.
Das sind dann theoretisch 500-1000 Familien,wofür noch 500-1000 Häuser gebaut werden müssen...wer bezahlt das?Der Staat,der viele Tausend Rand Steuerausfälle hat,weil der Grossbetrieb ja nicht mehr existiert.
Ich möchte nur damit sagen,dass dem Staat Millionen an Steuereinnahmen wegbrechen und dafür einige Tausend Familien wohl Land bekommen und die vielen Millionen Schwarze in den Townships noch weniger Unterstützung bekommen.
Alles hat zwei Seiten!

Du träumst wohl...?
Ich bin ja auch kein Fan der entschädigungsfreien Landenteignung, aber solche abstrusen Rechnungen ernsthaft aufzustellen ist schon starker Tobak.
1. Als ob ein solcher Farmer besonders hohe Steuern zahlen würde (siehe Antwort von mmsa)
2. Selbst wenn, x Familien mehr die auf einem Stück Land eine eigene, unabhängige Zukunft haben ist für den Staat und die Gesellschaft vermutlich um einiges wertvoller als die paar Rand Steuern
3. Wer sagt denn, dass dafür Häuser vom Staat gebaut werden müssen? Ich hoffe doch, dass dies auf keinen Fall geschieht! Land zu erhalten ist attraktiv genug, jeder der sein Stück erhält soll selber wissen was er damit macht (ich kann mir vorstellen, dass es viele geben wird, die lieber Geld als Land hätten und es somit eher direkt wieder verkaufen würden)
4. Nichts ist für ein solches Land wichtiger als den Anteil der einkommensarmen Bevölkerungsschicht zu verringern, das ist die Zukunft. Und es ist ein vielfaches nachhaltiger und wirksamer, wenn dies aus eigener Initiative und auf eigenen Füssen erreicht werden kann, als durch irgendwelche staatlichen Sozialleistungen, finanziert durch Steuergelder. Das ist überall so, auch bei uns. Der Staat hat aus meiner Sicht ganz klar die Aufgabe Bedingungen zu schaffen, dass die Bevölkerung dies erreichen kann.
I never knew of a morning in Africa when I woke up that I was not happy. - Ernest Hemingway

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Dicobo

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Donnerstag, 6. Dezember 2018, 17:59

Unabhängig von der rechtlichen und emotionalen Seite kann man das ganze Thema auch einmal rein rechnerisch betrachten.
In dem Bericht vom Deutschlandfunk ist ein Rinderzüchter aufgeführt,der 1.900 Kühe hat und wohl einen ziemlich grossen Umsatz macht und dementsprechend Steuern abführt,wovon (hoffentlich) der arme Teil der Bevölkerung profitiert.
Wenn diesem Farmer nun das Land weggenommen und an einige Schwarze verteilt wird, dient das sicherlich in erster Linie der Selbstversorgung,also jeder bekommt dann etwas Land und ein,zwei Kühe.
Das sind dann theoretisch 500-1000 Familien,wofür noch 500-1000 Häuser gebaut werden müssen...wer bezahlt das?Der Staat,der viele Tausend Rand Steuerausfälle hat,weil der Grossbetrieb ja nicht mehr existiert.
Ich möchte nur damit sagen,dass dem Staat Millionen an Steuereinnahmen wegbrechen und dafür einige Tausend Familien wohl Land bekommen und die vielen Millionen Schwarze in den Townships noch weniger Unterstützung bekommen.
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Du träumst wohl...?
Ich bin ja auch kein Fan der entschädigungsfreien Landenteignung, aber solche abstrusen Rechnungen ernsthaft aufzustellen ist schon starker Tobak.
1. Als ob ein solcher Farmer besonders hohe Steuern zahlen würde (siehe Antwort von mmsa)
2. Selbst wenn, x Familien mehr die auf einem Stück Land eine eigene, unabhängige Zukunft haben ist für den Staat und die Gesellschaft vermutlich um einiges wertvoller als die paar Rand Steuern
3. Wer sagt denn, dass dafür Häuser vom Staat gebaut werden müssen? Ich hoffe doch, dass dies auf keinen Fall geschieht! Land zu erhalten ist attraktiv genug, jeder der sein Stück erhält soll selber wissen was er damit macht (ich kann mir vorstellen, dass es viele geben wird, die lieber Geld als Land hätten und es somit eher direkt wieder verkaufen würden)
4. Nichts ist für ein solches Land wichtiger als den Anteil der einkommensarmen Bevölkerungsschicht zu verringern, das ist die Zukunft. Und es ist ein vielfaches nachhaltiger und wirksamer, wenn dies aus eigener Initiative und auf eigenen Füssen erreicht werden kann, als durch irgendwelche staatlichen Sozialleistungen, finanziert durch Steuergelder. Das ist überall so, auch bei uns. Der Staat hat aus meiner Sicht ganz klar die Aufgabe Bedingungen zu schaffen, dass die Bevölkerung dies erreichen kann.
Sorry,aber das sind für mich Antworten aus der Blümchenwelt..wie wir sie so oft von den Grünen in Deutschland hören, besonders Punkt 4. Natürlich wäre es toll,wenn die südafrikanische Regierung die Einkommen der Bevölkerung mehr und mehr angleichen würde,aber das ist wohl Dein Traum. Es geht letztendlich nur um Fakten und weniger Emotionen,damit das Land für alle Bewohner gedeihen kann.

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Donnerstag, 6. Dezember 2018, 21:05


3. Wer sagt denn, dass dafür Häuser vom Staat gebaut werden müssen? Ich hoffe doch, dass dies auf keinen Fall geschieht! Land zu erhalten ist attraktiv genug, jeder der sein Stück erhält soll selber wissen was er damit macht (ich kann mir vorstellen, dass es viele geben wird, die lieber Geld als Land hätten und es somit eher direkt wieder verkaufen würden)


Und genau das ist meiner Meinung nach das Problem. Ich denke nicht, dass allzu viele daran Interesse hätten Land zu bekommen um es in mühevoller und harter Arbeit selbst zu bewirtschaften incl. dem Risiko von Missernten, Ernteausfall, Dürre etc. Hätten diejenigen die Land bekommen würden überhaupt das Know how um erfolgteich Landwirtschaft zu betreiben?

Vielen die Land bekommen würden ginge es mit Sicherheit nur darum durch den sofortigen Weiterverkauf schnelles Geld zu machen. Und was das mit sich bringen würde kann sich wohl jeder selbst vorstellen.

Ich bin absoluter Freund von sozialer Gerechtigkeit, Landenteignung ist meines Erachtens aber eher nicht der richtige Weg, gerechtere Bezahlung wohl eher.. Simbabwe ist da wohl ein gutes Beispiel. (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!)

Wer soll enteignetes Land eigentlich bekommen? Gibts da schon Wartelisten? Und glaubt wirklich jemand, dass es, wenn es soweit kommt, gerecht zu geht? Ohne Vetternwirtschaft und Korruption? Sorry aber: This is AFRICA!!

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toetske (7. Dezember 2018, 22:18), Viking (7. Dezember 2018, 13:15), Sakasu (7. Dezember 2018, 10:36), Beate2 (7. Dezember 2018, 09:18), Beat H. Schweizer (7. Dezember 2018, 08:55), kOa_Master (6. Dezember 2018, 23:17), Marchese (6. Dezember 2018, 21:44), Krabbe (6. Dezember 2018, 21:21)

Marchese

Dr. Iveyn

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Donnerstag, 6. Dezember 2018, 22:18

Weder die Steuereinnahmen von den Farmern noch die entschädigungslose Umverteilung von Land sind wohl die Lösung für die Armut in SA. Ich denke, diese Diskussion ist eher spekulativer Natur.

Die Frage ist für mich eher, wie weit der Staat in einem Rechtsstaat Eigentum zwangsweise umverteilen darf. In der Schweiz werden z.B ausländische Gerichtsurteile nicht anerkannt, soweit sie die entschädigungslose Enteignung vorsehen, da dies den Grundprinzpien unseres Rechtsstaates widersprechen würde.

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Krabbe (7. Dezember 2018, 10:59)