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Dicobo

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Mittwoch, 28. Februar 2018, 11:06

Landenteignung kommt doch

Jetzt hat die Regierung unter dem Hoffnungsträger Ramaphosa doch noch die Landenteignung beschlossen,und zwar OHNE Entschädigung.Aber nächstes Jahr sind Wahlen und der ANC muss trommeln,damit er über 50% kommt.Da bietet sich so etwas ja vorzüglich an.

Da die schwarze Bevölkerung absolut nicht in der Lage ist,40 Millionen Menschen zu ernähren,kann man sich leicht vorstellen,wie die ganze Sache enden wird...wenn es umgesetzt wird. Aber das Parlament hat schon einmal zugestimmt. Die weissen Farmer können sich warm anziehen!

Tolle Entwicklung in diesem Land,man hat wohl nichts,aber auch garnichts aus Simbabwe gelernt,wo jetzt der umgekehrte Weg begangen wird,da die Bevölkerung (ausser natürlich die politische und militärische Klasse) verhungert!

Weiter so,dann wird der Tourismus auch zurückgehen.

parabuthus

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2

Mittwoch, 28. Februar 2018, 11:41

So wie ich es verstanden habe, ist dafür allerdings eine Verfassungsänderung erforderlich. Ob das ein Selbstläufer wird, muß man sehen.

Weiterhin soll ja zumindest voraus gesetzt werden, daß die Produktivität der Landflächen sicher gestellt sein soll, bevor es zu Enteignungen kommen soll. Man kann zumindest skeptisch sein, ob das gelingt. Man muß da nicht gleich nach Zimbawe gehen, um Negativbeispiele zu finden. Schon bei der Fortführung des Stromanbieters Eskom wurden ja reichlich Fehler begangen.

Auf der anderen Seite ist es natürlich nur eine Umkehrung dessen, was viele Schwarze selbst erfahren mußten. Es kann nicht richtig sein, daß einer ganz extremen Minderheit 73 % des nutzbaren Landes gehört. Das man diese Ungerechtigkeit auf der Agenda hat, ist verständlich.

Insgesamt wird dies die ohnehin schlechte politische und soziale Stimmung in Südafrika weiter eintrüben, gegenseitiges Misstrauen schüren und zu Radikalisierungen führen. Viele Weiße sehen ja jetzt schon eine Art "umgekehrte Apartheid". Das ist zwar übertrieben, aber auf vielen Feldern werden Weiße mittlerweile bewußt benachteiligt, etwa bei der Jobvergabe oder der Laufbahn im öffentlichen Dienst.

Ob das jetzt alles nur Wahlkampfgetrommel ist, wird man sehen. Wahlumfragen aus dem letzten Jahr sehen den ANC zwar geschwächt, aber nach wie vor um die 50 %. Schlimm wäre es, wenn der ANC auf den EFF als Koalitionspartner zurückgreifen müßte. Das würde das Klima in SA wohl nachhaltig vergiften.

Die Auswirkungen auf den Tourismus sind schwer einzuschätzen. Ich denke, daß allgemein anerkannt wird, daß der Tourismus und auch der Naturschutz viele Einnahmen und auch viele Arbeitsplätze schafft. Man würde sich das Wasser abgraben, wenn man dies gefährden würde.

Es bleibt in jedem Fall spannend.

LG

Christian

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Beat H. Schweizer

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Mittwoch, 28. Februar 2018, 13:05

Wie war das jetzt schon wieder damals? Farmer hatten Angestellte, die mit ihrer Familie auf der Farm wohnten, Essen bekamen und Unterkunft. Gar schulen gab es auf groesseren Farmen. Und heute? Da werden die Arbeiter aus den Suburbs her gekarrt. Sie muessen sich selber um Nahrung kuemmern, sie muessen selber fuer Wohnung besorgt sein. Und zudem: Dank der rigorosen Gesetze verzichten viele Farmer auf festangestellte Arbeiter und holen zur Ernte jeweils Wanderarbeiter! Alles im Sinne der ANC natuerlich. Aber keiner redet darueber, die Vorgehensweise ist weitum unbekannt. Als Anstoss Beobachtung bei der Fahrt ueber Land: Warum sind so viele Haeuschen in der Naehe oder auf Farmen dem Verfall preis gegeben? Warum wohl wird das Landschaftbild durch Verfall gepraegt? Man koennte es anders haben. Doch die Farmer muessen wirtschaftlich denken und sie werden zu Vielem gezwungen, was nicht notwendig waere.
Cheers
Battli
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Beate2

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Mittwoch, 28. Februar 2018, 13:27


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toetske

oorbietjie

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Mittwoch, 28. Februar 2018, 22:36

Ramaphosa doch noch die Landenteignung beschlossen,und zwar OHNE Entschädigung

Ich glaube nicht, dass man das so extrem erwarten muss und ausserdem habe ich in diesem Urlaub schon von einigen Südafrikanern gehört: Ramaphosa weiss genau, dass Südafrika nicht ohne die Bauern leben kann.
Es wird zur Zeit diesbezüglich leider seeeehr viel spekuliert.

VG. Toetske
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jane_d

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Donnerstag, 1. März 2018, 10:38

Boykott?

Ich habe einige Artikel zu diesem Thema in deutschsprachigen Online-Medien verfolgt, in denen die Leser auch hitzig darüber diskutiert haben - leider auch mit viel Halbwissen. Die Situation in Südafrika ist mE jedenfalls viel komplexer als nur schwarz und weiß - im übertragenen wie auch buchstäblichen Sinn.
Btw... Großen Dank an parabuthus für seinen Beitrag und diese differenzierte Sichtweise!!

Jedenfalls wurden auch viele Boykott-Aufrufe laut, diese Vorgehensweise der Regierung dürfe nicht unterstützt werden, Verweis auf die wieder steigende Kriminalitätsrate und dass das mit schlechter werdender Stimmung vermutlich nicht besser wird etc. Jetzt weiß man natürlich nicht, ob diese "Boykotteure" überhaupt vor hatten, in nächster Zeit nach SA zu reisen, da schreit es sich gleich leicht. ;)

Ich plane gerade unsere nächste SA-Reise für den Herbst und habe jetzt nicht vor, daran etwas zu ändern. Mein Mann und ich haben uns wirklich in das Land verliebt und haben schon Routen für weitere Reisen im Hinterkopf. Ich lese viel in südafrikanischen Medien und Online-Foren mit und muss zugegebenermaßen bei manchen Meinungen, die vorherrschen, schon schlucken. Aber vor Ort und persönlich hatten wir ausschließlich positive bis ausgesprochen positive Erfahrungen mit den Südafrikanern aller Hautfarben.


Mich interessiert aber, wie seht ihr das? Ist die politische Lage oder die Entwicklung der sozialen Stimmung für euch ein Grund, Südafrika als Urlaubsland irgendwann zu meiden?



Wenn mein Beitrag zu politisch und deswegen unerwünscht ist, bitte ich um Entschuldigung und Löschung.

parabuthus

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7

Donnerstag, 1. März 2018, 15:13

Hi Jane,

warum sollte man dies hier nicht diskutieren können?

Ein Boykott kommt für mich derzeit nicht in Betracht. Ich wüßte auch nicht warum.

Machen wir uns doch nichts vor. Seit dem 2. Weltkrieg waren die politischen oder gesellschaftlichen Zustände in Südafrika bis auf ganz wenige Jahre immer kritikwürdig. Angefangen von der Apartheidherrschaft der Weißen bis hin zu den nunmehr von den Schwarzen erlassenen Gesetzen, die jetzt die Weißen benachteiligen. Kriminalität und Korruption gab und gibt es noch dazu auf hohem Niveau. Insofern sehe ich nicht, daß sich aktuell etwas geändert haben soll, zumal - wie schon geschrieben - die Enteignungen noch gar nicht umgesetzt wurden.

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es in Südafrika immer sehr schwer ist, sich mit Einheimischen über Politik und Gesellschaft zu unterhalten, da es ein sehr ausgeprägtes Lagerdenken gibt und jeder die aktuelle Situation nahezu ausschließlich vom eigenen Standpunkt aus beurteilt.

Leider entsteht auch durch das allgemein gesunkene Niveau des Journalismus oftmals auch in der Berichterstattung eine ziemlich krasse Schwarz-Weiß Malerei. Der zu Apartheidzeiten fast heilig gesprochene ANC ist nunmehr durch und durch korrupt und böse und auf Rache gesinnt. Die Wahrheit liegt vermutlich wie so oft in der Mitte.

Die eigenen Erfahrungen sind auch für mich ganz entscheidend, ob ein Land als Urlaubsdestination für mich und meine Familie in Betracht kommt. Und da muß ich - ebenso wie du - festhalten, daß meine Erfahrungen ganz überwiegend positiv waren. Zwar nicht ganz so positiv wie z.B. in Swaziland, aber dennoch erfreulich. Ich hoffe sehr, daß dies so bleibt, weil ich wirklich nur sehr ungern auf dieses schöne Land verzichten möchte.

LG

Christian

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bafana

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Donnerstag, 1. März 2018, 16:19

Politik ist immer ein heisses Thema in SA

ich lebe jetzt seit 6 Jahren in SA und verfolge die politische Entwcklung aufmerksam. Nach meiner Meinung gibt es keinen Grund zu Panik. DIe ANC muss auf Waehlerfang gehen weil viel Waehler abgewandert sind. Jetzt konzentriert sich alles auf die national election 2019

- ANC sieht die ernsthafte Gefahr bei den naechsten Wahlen unter 50% zu landen
- die "clever blacks" schwarze Mittelschicht waehlen nicht mehr alle die ANC, die Waehler sind weg.
- In den Township hat die EFF viele Waehlerstimmen geholt, Anti Zuma war ein gutes Motto
- Fuer 2019 benoetigt die EFF ein neues Thema um noch mehr Waehler von der ANC abzugraben, daher war die Rueckgabe von Land ein gutes Thema
- das "WMC" white monopol capital Projekt von der ANC und EFF ist voellig gegen die Wand gelaufen und kein Thema aktuell
- ANC muss also Stimmen wieder von der EFF wegholen, daher ist das Land Thema eine gute Moeglichkeit
- Bei free education hat die ANC bereits duch Zuma Punkte gesammelt, obwohl es wenig Sinn macht. Was nuetzen mehr Hochschulabsolventen wenn keine Jobs vorhanden sind?

Die ANC wird alles versuchen ueber 50% in 2019 zu erhalten. Sie wissen bei einer moeglichen Koalition mit der EFF waeren Sie immer erpressbar. Es gibt jetzt schoene Beispiele wie die EFF die DA jetzt erpresst.

Also ich halte es fuer Wahlkampf und das wirklichliche Umsetzten wird noch viele Jahre oder Jahrzehnte dauern. Dafuer ist das Rechtsystem viel zu gut aufgestellt um solche Forderungen schnell durchzusetzen.

:saflag:

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jane_d

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9

Donnerstag, 1. März 2018, 18:44

Danke, bafana für den interessanten Beitrag.

Ob man politisch kritikwürdige Länder bereisen sollte, ist ja immer wieder ein diskutiertes Thema - nicht nur bei Südafrika. Für mich ebenfalls wichtigstes Argument sind die persönlichen Erfahrungen. Darüber hinaus denk ich mir, dass es in solchen Ländern ja auch nicht anders werden kann, wenn die restliche Welt sie meidet. Als Tourist kann man, wenn man den Kontakt zu Einheimischen sucht, eventuell auch deren Sichtweise erweitern - gar nicht durch hitzige, politische Diskussionen, sondern einfach durch respektvolles Aufeinander-Zugehen. Auf der anderen Seite bringe ich positive Erfahrungen und eindrucksvolle Bilder mit nachhause und kann damit in meinem Umfeld dazu beitragen, Vorurteile gegenüber fremden Ländern abzubauen ("...nein Tante, man wird in Südafrika nicht von jedem Schwarzen ausgeraubt..." ;) ).

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Beate2

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Donnerstag, 1. März 2018, 18:53

Ich sehe das derzeit ebenfalls als Wahlkampfmanöver. Und so schnell passieren Änderungen hier sicher nicht.
Das Thema wird auf allen Seiten ausgeschlachtet.
Das von Christian in Diskussionen beschriebene "Lagerdenken" iBa Politik ist sehr ausgeprägt und als Ausländer überlegen wir uns gut, mit wem wir hier was diskutieren.

Ich sehe überhaupt keinen Grund deshalb in nächster zeit nach SA zu reisen.
Wir bleiben hier 8)

LG
Beate

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Beat H. Schweizer

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Freitag, 2. März 2018, 21:31

Enteignung und Umverteilung

Liebe Foriker!
Cyrill Ramaphosa (ANC) hat Veraenderungen Versprochen, er muss handeln. Der EFF hat Stimmen gemacht bei den letzten Wahlen, bringen nun den Vorstoss fuer die Farm-Enteignung ein, die Ramaphosa auch befuerwortet. Der ANC will Stimmen zurueck erobern. Ramaphosa ist aber nicht dumm. Enteignungen sind nur dann vorgesehen “wenn die Produktion gehalten oder verbessert wird”. Man zeige mir an Beispielen, wo das schon mal geklappt hat… Das ist Ramaphosas Ablassventil! Er tut was, aber nur beschraenkt – und keiner merkts! Auch ein Ramaphosa weiss (oder gerade der), dass es nicht ohne weisse Farmer geht – aber auch da hat es schwarze Schafe. Die Farmen sollen in kleinere Farmen umgebildet werden, sie werden nicht funktionieren koennen. Jedoch: Die Umverteilung, Handaenderungen, Implementierungen von Supervisern (die Landempfaenger muessen ja erst geschult werden) und Erstellung der Infrastruktur (Zufahrten, Unterkuenfte) verschlingen Unsummen. Und diese Gelder fehlen dem Staat schon heute! Das gibt anfangs etwas Hast und Wehklagen, danach versinkt das Ganze im Sumpf des Jungles, so wie es mit der BEE und BBEEE einher ging. Beides funzt nicht. Es wird nicht wie Namibia werden, geschweige denn Zimbabwe. Aber die Gefahr besteht natuerlich immer, wenn man die Gesetze so einbringt, jedoch die Ausfuehrungsbestimmungen nicht richtig handhabt.
Meine Meinung
Battli
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Rhino

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12

Samstag, 3. März 2018, 23:05

Ramaphosa doch noch die Landenteignung beschlossen,und zwar OHNE Entschädigung

Ich glaube nicht, dass man das so extrem erwarten muss und ausserdem habe ich in diesem Urlaub schon von einigen Südafrikanern gehört: Ramaphosa weiss genau, dass Südafrika nicht ohne die Bauern leben kann.
Es wird zur Zeit diesbezüglich leider seeeehr viel spekuliert.

VG. Toetske

Zunaechst einmal sei gesagt, dass es Enteignungen in jeder Rechtsordnung gibt. Der Staat behaelt sich z.B. das Recht vor, Fuer den Bau einer Strasse Grundstuecke oder Teile davon zu enteignen. Ferner kann einem zahlungsunfaehigem Debiteur Eigentum zur Deckung von Schulden entzogen werden. Ein Beispiel fuer Enteignungen sind z.B. auch Steuern. Allerdings folgt das einem Rechtsprozess und ist dann auch mit Entschaedigungen soweit die zutreffen verbunden.
Wenn es in der Rhetorik (die haben ja "sooo viel Land", das ist "ungerecht", das Land wurde gestohlen) vorwiegend um "Weisses Farmland" geht, so taeuscht dieser Eindruck. So ein "entschaedigungsloses Enteignungsrecht" waere natuerlich Allgemeingueltig und koennte auf jede Person und auch jede Art von Eigentum angewandt werden. Staatliche Stellen koennten dann hingehen und links und rechts Immobilien und bewegliche Gueter "legal" enteignen, ohne dafuer zu bezahlen. Sicher davor waeren allenfalls Leute, die Beziehungen haben. Und genau darum geht es eigentlich. Das herrschende Regime will Gegner so einschuechtern und Gefolgsleute an sich binden. Denn es liegt ja auf der Hand, dass Kritiker eher Ziele fuer Enteignungen sind.

Entschaedigungslose Enteignung das geht weiter als was es sogar im Kriegsrecht erlaubt ist. Denn selbst in der Haager Landkriegsordnung und in Verordnungen von Besatzungsbehoerden sind in der Regel Entschaedigungen bei Enteignungen vorgesehen. Ob sich das Durchsetzen laesst steht natuerlich noch auf einem anderen Blatt. Aber Anleger, nicht nur in der Landwirtschaft, wird das mit Sicherheit abschrecken irgendwelche langfristigen Investitionen und Instandhaltung zu betreiben. Auch werden Unternehmen vermehrt versuchen die Preise hoch zu treiben, damit sogar wegkommen, weil es ja eine Bedrohung fuer alle Unternehmen ist. Somit braucht es nicht einmal Enteignungen, das Gerede davon kann bereits sehr grosse wirtschaftliche und damit auch soziale Probleme verursachen. Denn in all diesen Bereichen arbeiten Menschen, bzw. koennten dort arbeiten, wenn ein Eigentuemer Investitionen, Instandhaltung oder Instandsetzung betreibt.

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Sonntag, 4. März 2018, 07:34

Hallo jane_d,

die Frage, ob wir Südafrika aufgrund der - momentan nur in den Raum gestellten - Landenteignungsabsichten boykottieren würden, möchte ich eindeutig verneinen. Vorausetzung für weitere Urlaube ist allerdings, dass es nicht zu gewaltsamen Landbesetzungen und Vertreibungen der ansässigen weißen Farmer kommt. Südafrika braucht den Tourismus und man hilft weder Schwarz noch Weiß mit dessen Boykott, stellt er doch für viele, die gar nichts mit Farming zu tun haben, die einzige Einkommensgrundlage dar.

Es ist bemerkenswert und aus meiner Sicht etwas scheinheilig, dass Südafrika zu Zeiten der Apartheid boykottiert wurde, andere Nationen hingegen, die z.B. ihre " First Nation People " in Reservate mit schlechtem Land zurückdrängten, munter bereist wurden und werden. Rund um den Globus finden sich aus der geschichtlichen Entwickung heraus Beispiele für Unterdrückung und Verdrängung der Ureinwohner, ob in Australien, Nord- und Südamerika oder eben Afrika. Zwar ist unser heutiges Rechtsempfinden gegenüber dem während des Kolonialismus ein anderes, aber dennoch zeigen sich die negative Auswirkungen aus der Geschichte ( wobei vielerorts die Kirche eine ebenfalls mehr als unrühmiche Rolle spielte ) noch heute.
Nun begehren hier schwarze Politiker nach einer Land-Umverteilung " für mehr Gerechtigkeit ". Auf den ersten Blick verständlich, aber ich stelle mir dabei auch folgende Frage :

- Wie würde das Land aussehen und auf welchem Entwicklungsstand wäre es, wenn die Besiedelung und wirtschaftliche Entwicklung durch den Fleiß und das Know-how der Weißen nicht stattgefunden hätte ? Man macht es sich von Politikerseite zu einfach, hier ohne Kompensation für die Urbarmachung und die von den Farmbetreibern entwickelte Infrastruktur den Grund und Boden zu fordern, schließlich handelt es sich nicht um naturbelassenes Land.

- Welche Vorteile ( außer Popularitätssteigerung der entsprechenden politischen Befürworter ) sollte eine Verteilung und dabei Verkleinerung der einzelnen landwirtschaftlichen Produktionsflächen bringen? Die Verantwortlichen würden damit einen spürbaren Rückgang und eine Verteuerung der Produktivität erreichen, der sich wiederum in steigenden Preisen für Lebensmittel niederschlägt - was soll das der Gesamtbevölkerung bringen außer einer Verschlechterung der Nahrungsversorgung für alle und Defizite beim Export - also Geld, das dem Staat für alle möglichen Projekte fehlt?

Ich bin überzeugt, dass aus oben genannten Gründen eine Umverteilung höchstens langfristig und sehr behutsam angegangen werden kann und hoffentlich wird.

Gruß,
die Hochwälderin

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Beate2

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Sonntag, 4. März 2018, 10:38

Und wo bleiben in der Debatte die Khoi? Die lassen die Schwarzen geflissentlich außen vor - die Weißen aber auch. Sie bräuchten bei einer Umverteilung deutliche Unterstützung.

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Rhino

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15

Sonntag, 4. März 2018, 18:31

Hallo jane_d,
die Frage, ob wir Südafrika aufgrund der - momentan nur in den Raum gestellten - Landenteignungsabsichten boykottieren würden, möchte ich eindeutig verneinen. Vorausetzung für weitere Urlaube ist allerdings, dass es nicht zu gewaltsamen Landbesetzungen und Vertreibungen der ansässigen weißen Farmer kommt. Südafrika braucht den Tourismus und man hilft weder Schwarz noch Weiß mit dessen Boykott, stellt er doch für viele, die gar nichts mit Farming zu tun haben, die einzige Einkommensgrundlage dar.

Richtig, hinzu kommt, dass ein Boykott durch Touristen auch die "Oeffentlichkeit" fuer das was im Lande vor sich geht weit vermindern wuerde

Es ist bemerkenswert und aus meiner Sicht etwas scheinheilig, dass Südafrika zu Zeiten der Apartheid boykottiert wurde, andere Nationen hingegen, die z.B. ihre " First Nation People " in Reservate mit schlechtem Land zurückdrängten, munter bereist wurden und werden. Rund um den Globus finden sich aus der geschichtlichen Entwickung heraus Beispiele für Unterdrückung und Verdrängung der Ureinwohner, ob in Australien, Nord- und Südamerika oder eben Afrika. Zwar ist unser heutiges Rechtsempfinden gegenüber dem während des Kolonialismus ein anderes, aber dennoch zeigen sich die negative Auswirkungen aus der Geschichte ( wobei vielerorts die Kirche eine ebenfalls mehr als unrühmiche Rolle spielte ) noch heute.
Die globale Feindschaft gegenueber Suedafrika vor 1994 hatte herzlich wenig mit "Apartheid" zu tun, obschon das natuerlich vorgeschoben wurde. Es war vielmehr so, dass Suedafrika eben nicht so abhaengig von auslaendischen Maechten war, wie die anderen afrikanischen Staaten, wegen der fortgeschrittenen Industrialisierung. Ausserdem konkurrierten Exporte mit Anbietern auf dem Weltmarkt. Damit macht man sich nicht immer unbedingt Freunde. Da wird dann natuerlich immer ein Grund gefunden einem Lande was auszuwischen. Solche waren/sind in Suedafrika natuerlich auch vorhanden, man muss so was dann nur aufbauschen und immer wiederholen und fertig ist das Feindbild.

Ich kann mich dran erinnern, dass Touristen davon erzaehlten wie energisch manche politisch engagierten Freunde gegen deren Suedafrika-Reise waren. Worauf die meinten, dass man sich ja mal selber ein Bild von der Lage machen koennte. Und genau das wollten die Boykottbefuerworter auch verhindern.

Es gab ja auch einen Wirtschaftsboykott gegen das Mugabe Regime. Ueber das Sperren von Auslandskonten haben sich die Zanu-Bonzen sicherlich geaergert. Aber ein Boykott, der Gesamtwirtschaft, hat denen sogar noch ins Konzept gepasst:
- Gold, Diamanten konnte man ohnehin immer noch ausfuehren. Und was das Regime braucht um am Leben zu bleiben eben auch.
- Die Wirtschaft war ohnehin im Keller und selbst der Schaden den ein Boykott noch haette anrichten koennen, fuehrte ohne hin zur Verarmung breiterer Schichten. Das hat zwei Vorteile:
-- Arme Untertanen, die taeglich ums Ueberleben kaempfen, haben es schwerer aufzubegehren und eine Opposition zu bilden.
-- Die Armut bindet die Cronies noch staerker an das herrschende Regime, weil es fuer die Mitlaeufer weniger alternative Einkommensquellen gibt.
ich komme da spaeter noch mal drauf zurueck.

Nun begehren hier schwarze Politiker nach einer Land-Umverteilung " für mehr Gerechtigkeit ". Auf den ersten Blick verständlich, aber ich stelle mir dabei auch folgende Frage :
- Wie würde das Land aussehen und auf welchem Entwicklungsstand wäre es, wenn die Besiedelung und wirtschaftliche Entwicklung durch den Fleiß und das Know-how der Weißen nicht stattgefunden hätte ? Man macht es sich von Politikerseite zu einfach, hier ohne Kompensation für die Urbarmachung und die von den Farmbetreibern entwickelte Infrastruktur den Grund und Boden zu fordern, schließlich handelt es sich nicht um naturbelassenes Land.
- Welche Vorteile ( außer Popularitätssteigerung der entsprechenden politischen Befürworter ) sollte eine Verteilung und dabei Verkleinerung der einzelnen landwirtschaftlichen roduktionsflächen bringen? Die Verantwortlichen würden damit einen spürbaren Rückgang und eine Verteuerung der Produktivität erreichen, der sich wiederum in steigenden Preisen für Lebensmittel niederschlägt - was soll das der Gesamtbevölkerung bringen außer einer Verschlechterung der Nahrungsversorgung für alle und Defizite beim Export - also Geld, das dem Staat für alle möglichen Projekte fehlt?
Ich bin überzeugt, dass aus oben genannten Gründen eine Umverteilung höchstens langfristig und sehr behutsam angegangen werden kann und hoffentlich wird.

Es ist naiv zu meinen, dass Politiker "dem Gemeinwohl dienen" und fuer "soziale Gerechtigkeit" kaempfen wuerden. Die Verfolgen meist zunaechst mal eigene Interessen.

Ein Paradebeispiel fuer eine Kleptokratie war in Afrika das Mobutu Regime in Zaire. Der hat absichtlich das Land verfallen lassen, eben weil sich dann keine Opposition gegen ihn bilden konnte. Die Lokalen Funktionaere, waren alle von Mobutus Gnade abhaengig, die bezahlten fuer den Posten, weil damit Korruptionsgelegenheiten verbunden waren. De Facto wurde da auch entschaedigungslos enteignet. Das hatte fuer Mobutu den Vorteil, dass er mir nichts dir nichts auslaendischen Bergbaugesellschaften Grund und Boden zur Verfuegung stellen konnte ohne erst moegliche Eigentuemer fragen zu muessen. Die Konzessionen waren natuerlich auch fuer seine Privattasche. Und in Zaire (heute DRK) gab es an Rohstoffen so ziemlich alles. Andererseits wurden saemtliche Lebensmittel, sofern es sich nicht um direkte Agrarprodukte handelte, eingefuehrt. Dabei war vor allem Katanga bereits bei der Entkolonisierung teilweise etwas weiterentwickelt.

Mobutu war uebrigens westlich orientiert, aber er hat sich im Prinzip nicht anders verhalten, als seine marxistischen Kollegen in anderen afrikanischen Laendern. "Nationalisierung des Landes und der Produktionsmittel" hiess das da. Im Grunde war das nichts anderes als ein Raubzug zwecks Bonzenbevorteilung.

Ein Regime das solche Willkuerherrschaft oder Tyrannie gepaart mit wirtschalichem Parasitismus betreibt, saegt damit auch immer am eigenen Ast. Selbst ein Obrigkeitsstaat ist darauf angewiesen, dass die beherrschten ein Mass an Rechtschaffenheit beimessen und ihm zumindest ein gewisses Vertrauen entgegen bringen. Sind staatliche Organe nicht rechtschaffend, nehmen normale Menschen das "Recht" selbst in die Hand. Bei umfangreicheren Enteignungen, koennte ich mir vorstellen, dass die Eigentuemer einfach sagen: "Hey, Du Witz von einer Regierung, ich erkenne Deinen Enteignungsbeschluss nicht an, aber Danke fuer den Versuch, jetzt kann ich mir auch gleich das Steuerzahlen sparen".
Der Staat koennte dann natuerlich Polizei und Armee schicken, aber bei organisiertem Widerstand koennte es durchaus brenzlig fuer die Beamten werden. In Zimbabwe hatte man ja den Einfall einfach "Kriegsveteranen" darauf loszulassen. Die Polizei griff da nur ein, wenn sich Eigentuemer und sonstige Bewohner wehrten. Ich weiss von einem Milchfarmer im Freistaat, der schon mal Besuch hatte von "Enteignern". Die Folge war, dass die Farmarbeiter diese erst jagten und einen der sich in einem Fluss zu verstecken versuchte fassen konnte und diesen dann mit Steinen, Stoecken und Spiessen zu Tode folterten. Ein juristisches Nachspiel blieb aus. Der Farmer meinte nur, er sei froh, dass die ihn als "Freund" betrachten wuerden.

Nah ja, man wird sehen. Das Gerede wird erst mal folgen haben. Selbst wenn Staatsorgane das nicht durchsetzen koennen, obwohl er gern wollte, wird das auch Folgen haben, weil die Rechtssicherheit dann endlich futsch ist. Banken keine Kredite mehr geben, Preise steigen werden, Unternehmen aller Art dicht machen, usw. Es wird keineswegs nur den Landbausektor betreffen, der ohnehin unterschaetzt wird (nur 3% vom BSP Wobei da noch ein vielfaches der direkt abhaengigen Sektoren hinzukommt). Die Landwirte wird das vielleicht weniger betreffen, die koennen ja extensiv weiter machen, fuer ihre Produktion werden die auf jeden Fall immer Abnehmer finden, essen muessen Menschen immer und bei Mangelwirtschaft mit gleichzeitigem Randverfall, werden die sogar die Preise diktieren koennen.

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Serengeti (29. März 2018, 10:07)

Beate2

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Mittwoch, 28. März 2018, 11:17


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parabuthus (29. März 2018, 20:00), Bär (28. März 2018, 13:43), Tutu (28. März 2018, 12:53)

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Mittwoch, 4. April 2018, 15:00

Zitat

Es ist naiv zu meinen, dass Politiker "dem Gemeinwohl dienen" und fuer "soziale Gerechtigkeit" kaempfen wuerden. Die Verfolgen meist zunaechst mal eigene Interessen.


Also irgendwie kommt mir das sehr bekannt vor. Das soll es ja in Deutschland durchaus auch geben.

Als in Stuttgart die neue Messe gebaut wurde, wurden auch Bauern enteignet und wenn sie nicht freiwillig mit Geld das Land hergegeben haben, hieß es dann halt ohne Geld.

Ich frage mich nur, wer bekommt dann das Land? Es gehört den Schwarzen. Aber es können ja nicht alle Schwarzen die paar Farmen bekommen.

Ich finde wir sollten das in Deutschland auch einführen. Ich bin Deutsche, habe deswegen hier aber kein Anrecht auf ein Stück Land. Mir fehlt das Geld Land zu kaufen. Ich fühle mich eindeutig benachteiligt!!!! ;(

Bär

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Mittwoch, 4. April 2018, 15:37

Sooo ungewöhnlich ist das nicht. Art. 14 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

Zitat

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt.


Spiritsailor, wenn Dir das Geld fehlt um Land zu kaufen, solltest Du vielleicht weniger davon nach Südafrika tragen... :D
Du weißt doch: Schaffe schaffe Häusle baue, und net nach de Mädle schaue 8o

P.S.: habe Deinen ironischen Unterton schon bemerkt, daher auch die Replik auf gleiche Art. :whistling:
.
*** Wer nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen. (aus Afrika) ***

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19

Mittwoch, 4. April 2018, 15:42

Ja Bär Du hast recht, eigentlich gehört mir bei dem regen Finanzausgleich seit nunmehr 33 Jahren auch schon ein Stück Boden in Südafrika.

Ironie des Schicksals ;)

Rhino

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20

Donnerstag, 5. April 2018, 02:33

Sooo ungewöhnlich ist das nicht. Art. 14 Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

Zitat

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt.

....


Nein, Die Moeglichkeit legaler Enteignung gibt/gab es fast ueberall. Aber eben nicht willkuerlich oder entschaedigungslos.
Bei den Vorschlaegen im Bezug auf Suedafrika geht es aber um
a) Willkuerliche, entschaedigungslose Enteignung.
b) Allgemeine Aneignung durch den Staat (also alles wird Staatseigentum)

Es geht auch nicht bloss um Farmen oder das Eigentum von Weissen. Es geht um jegliches bewegliches und unbewegliches Eigentum von jedem, dass man durch Verfassungsaenderung behoerdlicher Willkuer aussetzen wuerde. Vorhersehbare Folge: Ausbleiben von Inverstitionen, mehr Arbeitslosigkeit, Verarmung und Lebensmittelknappheit.

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Dicobo (5. April 2018, 18:29), Beat H. Schweizer (5. April 2018, 12:38), Serengeti (5. April 2018, 08:27)