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Sunday, August 14th 2011, 7:50am

Der weitere, wahrscheinliche Weg Südafrikas/ Übersiedlung nach Mocambique

Guten Tag Allerseits,

da dieses mein erster Beitrag in diesem Forum ist, möchte ich mich gerne kurz vorstellen. Ich habe in 1992 für ein Jahr in Paarl gearbeitet, dann Anfang des Jahrtausends in Maputo für vier Jahre und bin zwischenzeitlich immer wieder in das südliche Afriak gereist. Auch bin ich Überland von Kapstadt nach Deutschland gefahren. Ich lebe seit 10 Jahren in Sydney, plane aber in 2012 wieder nach Mosambik überzusiedeln, aus Gründen der Lebensqualität.

Meiner Beobachtung nach gibt es eine bereits ersichtliche Analogie zwischen der Entwickelung, die Südafrika nehmen wird und zwischen der Entkolonialisierung Schwarzafrikas ab dem Zeitpunkt der Unabhängigkeit Ghanas in den 5oer Jahren. Von daher ist der Weg, so wie ich das sehe, bereits vorgezeichnet, wobei das in Südafrika langsamer stattfindet:

1) Die Verwaltung, staatliche Institutionen und Regierung werden nicht mehr anhand von Eignung oder Kompetenz besetzt
2) Misswirtschaft, Vetternwirtschaft und Korruption
3) Erosion privater Initiative in einem ungünstigen Geschäftsumfeld
3) Sinkender Lebensstandard, Vertrauensverlust in staatliche Institutionen
4) Auflehnen der allgemeinen Bevölkerung gegen Missstände
5) Einführung autoritärer Strukturen, Aushebelung der Gewaltenteilung und föderalistischer Strukturen

Die Hoffnung bleibt, dass in einer globalen Welt genügend Kontrolle von außerhalb stattfindet, um die komplette Bananenrepublik zu verhindern.

Gruß, Hannes
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Marc

Sage

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Sunday, August 14th 2011, 8:58am

Guten Morgen Hannes,

erst mal herzlich willkommen "on Board"!

Leider, leider ist die von Dir genannte Analogie für den afrikanischen Kontinent so typisch, das man fast nicht wagt an ein anderes, positiveres Szenario zu glauben. Ich fand es in dem Zusammenhang sehr erstaunlich, wie wenig negativ Du diesen Weg mit Deinen 5 Punkten beschrieben hast, mir würden da noch ganz andere Attribute einfallen. Auf der anderen Seite hoffe ich, daß durch die starke Durchmischung der Bevölkerung (Schwarz/Weiß/Coloured) vielleicht dieser typische Weg erstmals durchbrochen wird. 3% Weiße lassen sich demokratisch leichter dominieren, als 20% und den geschäftstüchtigen Coloureds ist eine stabile Demokratie auch lieber als eine korrupte, unkalkulierbare Diktatur. Insofern könnte es sogar einen demokratischen Weg in Südafrika geben, die Hoffnung stirbt zuletzt...

Ich lebe seit 10 Jahren in Sydney, plane aber in 2012 wieder nach Mosambik überzusiedeln, aus Gründen der Lebensqualität.


Das ist ja schon fast provokativ und äußerst interessant! Es gibt ja jede Menge weiße SAler, die genau umgekehrt in Australien ihr heil sehen und suchen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns darüber in einem separaten Thread "unterhalten" könnten!
Schöne Inselgrüße Marc
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Sunday, August 14th 2011, 9:06am

Lebensqualität??????????

Moin Hannes. ich bin etwas erstaunt das du in Mosambique- Lebensqualität sucht-welche besser sein soll als in Sydney-Australien? Mußt du mir bitte erklären. ich selbst kenne Mosambique -5.Welt!! Ich habe auch ein paar Jahre in Sydney gelebt(Coogie Beach) 1.Welt. Aber wie sagt der Lateiner- SUUM CUIQUE. B.
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Marc

Sage

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Sunday, August 14th 2011, 10:47am

Ich selbst brenne vor Neugierde die entsprechende, persönliche Begründung zu hören. Wenn jemand aber schon eine Afrika-Duchquerung hinter sich hat, dürfte dieser Wunsch schon Hand und Fuß haben.

Moin Hannes. ich bin etwas erstaunt das du in Mosambique- Lebensqualität sucht-welche besser sein soll als in Sydney-Australien? Mußt du mir bitte erklären. ich selbst kenne Mosambique -5.Welt!! Ich habe auch ein paar Jahre in Sydney gelebt(Coogie Beach) 1.Welt. Aber wie sagt der Lateiner- SUUM CUIQUE. B.


Ich persönlich kann mir den maßgeblichen Unterschied eigentlich nur in der Freiheit und der geringeren Reglementierung vorstellen. Je strukturierter und kultivierter ein Land ist, desto langweiliger und eingeengter empfinden es manche. Insofern ist die Lebensqualität nicht für jeden maßgeblich an die gute Infrastruktur gebunden... :rolleyes:
Schöne Inselgrüße Marc
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Sunday, August 14th 2011, 2:12pm

Hallo Marc, Joubertpark,

danke für das Willkommen! Sicherlich sind Eure Fragen sehr berechtigt.

Zum einen habe ich mich intensiv mit post-kolonialer Geschichte des Afrikas, das südlich der Sahara liegt, beschäftigt. Aber auch die Kolonialzeit in allen Ländern, die ich bereiste, hat mich stets sehr interessiert. Insbesondere habe ich mich auch mit der kolonialen Vergangenheit Mosambiks und der anderen ehemaligen portugiesischen Kolonien auseinander gesetzt, aus Interesse. Daneben habe ich auch die Memoiren des Ian Smith mehrmals gelesen. Von besonderem Interesse ist für mich auch (koloniale) Vergangenheit des vormaligen Belgischen Kongo und habe auch den langen Weg zur Freiheit des Nelson Mandela gelesen. Obwohl ich eigentlich keine Bücherratte bin, verschlinge ich derartige Literatur, wenn immer ich mal welche bei Amazon bestelle.

Das grundsätzliche Interesse kam, als ich damals von Kapstadt mit einem Motorrad nach Deutschland fuhr. In so junger, skurriler Geschichte der Briten, Belgier, Franzosen, Deutschen wandeln zu können, hatte eine Faszination bedeutet und das gilt auch weiterhin.

Australien war für uns gedacht als das Beste der zwei Welten: Zum einen Afrikanische Freiheit, Wärme und Freundlichkeit, zum Anderen aber geregelte Verhältnisse. Und es stimmt absolut, dass natürlich viele South Africans nach Australien gehen, wenn sie können und ich bin aufgrund unserer Pläne hier auch schon mehrmals gefragt worden, wie ich eigentlich dazu komme, ins südliche Afrika gehen zu wollen. Es gibt, aus meiner Sicht, eine simple Antwort: Nur in Afrika kann man frei sein. Insofern hast Du, Marc, mit deinem obigen Beitrag genau den Nagel auf den Kopf getroffen. Der Antrieb ist Emotion und wir versuchen, den Verstand nicht zu kurz kommen zu lassen ;-)

Letzten März traf ich mich mit meiner Mutter in Johannesburg, die aus Deutschland für einen Urlaub kam. Wir haben intensiv diskutiert, welchen Weg Südafrika wohl gehen werde. Meine Meinung dazu habe ich oben gelistet. Evtl. hätte ich noch anführen sollen, dass die Meinungs- und Pressefreiheit irgendwann eingeschränkt wird.

Mir hatte mal jemand in Deutschland gesagt, dass Afrika ein großer Kindergarten sei. Wobei ich dem hinsichtlich der Herabwürdigung der "Afrikaner" nicht zustimme. Aber, das gilt auch, in Afrika gibt es immer einen Weg. Das gefällt mir.

Soweit aus Sydney, viele Grüße
Hannes
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Tuesday, November 22nd 2011, 9:49pm


Evtl. hätte ich noch anführen sollen, dass die Meinungs- und Pressefreiheit irgendwann eingeschränkt wird.

Der erste Schritt für dieses "irgendwann" ist leider schon getan: (This term was hidden for guests and not activated Users. To be able to read it you should register!) (Südafrika verabschiedet neues Mediengesetz: Von einem "schwarzen Tag" für Südafrika sprechen Kritiker. Viele Menschen halten das neue südafrikanische Mediengesetz für Zensur - die Regierung dagegen für notwendig.)
Mein Südafrika-Blog: http://suedafrika-news.de
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Saturday, November 26th 2011, 6:02pm

Hier noch einmal die Meinung von Spiegel online und ARD Tagesschau zur Einschränkung der Pressefreiheit

Man muss sich wirklich Sorgen machen über den Weg Südafrikas. Die Verabschiedung des "Informationsgesetzes" wird von vielen als Kampfansage der ANC gegen die Pressefreiheit gewertet. Internationale Organisationen hatten schon weit im Voraus gewarnt, Human Rights Watch bezeichnete das Gesetz als "Schlag gegen die Meinungsfreiheit" ;( Über das Vorhaben, das nach Ansicht der Gegner unter anderem die Recherchen zu Korruptionsfällen massiv beeinträchtigt, wurde seit 2008 in Südafrika debattiert.

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