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Bär

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Montag, 8. Januar 2018, 12:20

Als ich den Herren auf seinem Hügel im Vorbeifahren entdeckt hatte, meinte meine Frau wie ich den auf die Entfernung sehen konnte. Das Foto ist immerhin mit einem Tele 300 mm aufgenommen worden.

Es gibt Foriker die würden in Jubelgeschrei ausbrechen, wenn sie überhaupt einen gesehen hätten. Und ihr packt das Bild einfach so kommentarlos dazwischen. :rolleyes: Dann hattet ihr vermutlich auch später noch unglaubliches Glück mit den Sichtungen... 8o
.
*** Wer nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen. (aus Afrika) ***

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Schuetzi81

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22

Montag, 8. Januar 2018, 12:28

Ja so war es tatsächlich, wir hatten sehr viel Glück. Bei unserem Wildernesstrail im Mfolozi haben wir eine 75 jährige britische Lady kennengelernt. Sie ist in Indien aufgewachsen und war mindestens 20 mal im südlichen Afrika unterwegs. Sie hat in ihrem Leben nicht einen Leoparden gesehen, als ich ihr Tiyani, die hübsche Leopardin aus Sabi Sand gezeigt habe, wollte sie mich in den Nilpferdtümpel werfen :D . Wir haben insgesamt 4 Leoparden gesehen, davon war einer mindestens 200 - 300 Meter weit weg, für mein Tele fast nicht mehr zu kriegen.

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Schuetzi81

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Dienstag, 9. Januar 2018, 16:02

Tag 10 - Raus aus dem Kruger, rein in den Süden

6:00 Uhr Abfahrt, mittlerweile sind wir eingespielt beim Koffer und Taschen ins Auto packen. Nach unserem Urlaub stellen wir uns die Frage, sind wir überhaupt mal später als 6:00 Uhr aufgestanden? Die Antwort hieß dann ja! Unzwar genau einmal, um sieben, und da hatten wir in Tugela Mouth den ganzen Tag Regen, aber das dazu später mehr.

Wir verlassen Biyamati. Am Abend haben wir übrigens eine Runde durchs Camp gedreht. Es gibt einen kleinen Rundweg mit einem Birdhide. Auf der anderen Seite vom Zaun sehen wir einen Elefanten der aus drei Metern Entfernung zu uns rüber schaut und dann gemächlich Richtung Sonnenuntergang läuft. Ein einzelner Büffel liegt im Schlamm und lässt sich von Oxpeckern die Parasiten abknabbeln. Doch zurück zur Abreise, wir haben einen langen Weg vor uns, der längste Turn unsere Reise. Es geht ins ca. 600 km entfernte Hluhluwe Town. Dort haben wir eine Zwischenübernachtung geplant bevor es morgen in den Mfolozi Park zum Extented Short Wilderness Trail für 3 Nächte in die Wildniss geht. Bevor wir den Kruger verlassen, haben wir noch gute 40 km Gravelroad vor uns und wer weiß es schon vorher, evtl. das eine oder andere Tier. Wir biegen ab Richtung Westen und sind erst einmal allein auf weiter Flur, die Tiere scheinen sich ebenfalls verkrümmelt zu haben. Ist es ihnen etwa zu früh? Mittlerweile üben wir uns in Geduld, die Erfahrung hat gezeigt, im afrikanischen Busch passiert zwei Stunden nichts und dann geht es Knall auf Fall von einem Tier zum nächsten. So auch an diesem Tag.

Kurz vor der Einbiegung zur S114 steht ein anderes Auto, ein Objektiv lugt aus dem Fenster, immer ein Zeichen einer mehr oder weniger spektakulären Sichtung. Hier sind es rechts zwei Löwenbrüder die direkt neben der Straße im Schatten liegen und auf der linken Seite ein Löwenpaar das sich zur Paarung gefunden hat, unfassbar! Wir schalten wieder den Motor aus und beobachten die beiden Herren neben uns. Sie lassen sich nicht stören und so fahren wir nach einer Zeit ein Stück weiter und biegen nach Süden ab. Zwei Amateurfilmer kommen uns entgegen, wir kommen kurz ins Gespräch und tauschen uns aus. Ich gebe Auskunft über die beiden Brüder hinter uns. „What an amazing morning! 5 kilometres down the street there is a pride of Wilddogs…“ kommt aus dem Fahrer heraus. Spätestens seit einer Doku im Fernsehen über diese überaus sozialen Tiere haben wir den großen Wunsch Wildhunde live zu beobachten und nun bietet sich tatsächlich doch noch diese Chance. Wir bedanken uns bei den Zweien für diese Information und meine Frau weist mich an ein bisschen mehr aufs Gas zu drücken, unser Adrenalinspiegel fährt hoch, hoffentlich sind sie noch da denken wir. Passt die Entfernungsangabe die wir von den beiden bekommen haben? Ich schaue immer wieder auf den km-Zähler. Wann könnten sie wo sein? Und dann sind die 5 km um und da liegen sie einfach so am Straßenrand im Gras unter einem großen Busch. Ein ganzes Rudel Wildhunde. Wir nähern uns vorsichtig und stellen wieder den Motor ab und sind allein, nur die Hunde und wir, es ist ein magischer Moment für uns. Auf der anderen Straßenseite entdecken wir weitere Exemplare, ein paar Welpen haben sich im Gras versteckt und wechseln jetzt die Straßenseite um sich zum Rudel zu gesellen. Nach ein paar Minuten sind wir nicht mehr so allein. Ein Safarifahrzeug nach dem nächsten kommt angewackelt, es hat sich rumgesprochen. Wir haben trotzdem den besten Platz und schießen gefühlt die ganze Speicherkarte voll.

Nur sehr schwer kann sich meine Frau trennen, die Wilddogs nehmen uns endlich die Entscheidung ab und machen sich selbst auf den Weg in den tiefen Busch. Wir fahren auch weiter, was ein fantastischer Morgen!

Am Malelane-Gate angekommen blicken wir wehmütig zurück und dann direkt nach vorn. Das nächste Abendteuer beginnt schon am nächsten Tag. Die „richtige“ Wildniss, was das bedeutet, wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch garnicht so richtig.

Die Fahrt nach Hlulhuwe führt uns durch große Holzplantagen, durch Berge vorbei an Swaziland nach Süden. Mittlerweile haben wir uns an den Linksverkehr gewöhnt und kommen gut voran. Hluhluwe Town ist ein kleines Nest im Osten vom gleichnamigen Nationalpark und bietet sich allenfalls als Zwischenübernachtung an. Alternativ hätten wir im Mpila oder Hilltop-Camp schlafen können, seinerzeit waren wir uns nicht sicher ob wir die Strecke bis zur Schließung der Gates schaffen würden. Letztendlich waren wir gegen halb vier in Hluhluwe, Hilltop hätte wahrschlich geklappt. Egal, so lernen wir die südafrikanische Provinz kennen. Die Stadt ist so gar nicht touristisch aber das macht nichts, die Hauptstraße wimmelt vor Einheimischen, so stelle ich mir das reale Südafrika vor. Wir schmeißen uns ins Getümmel um ein paar Einkäufe zu erledigen. Übernachtet haben wir im Fever Treee Guesthouse, eine recht einfache aber saubere und günstige Unterkunft.

Nach der letzten Dusche mit fließend Wasser für die nächsten Tage fallen wir wieder mal ins Bett. Was ein Tag!

Fortsetzung folgt…












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Schuetzi81

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Donnerstag, 11. Januar 2018, 16:04

Tag 11 – Extended Short Wilderness Trail - Es geht los!

Die Nacht ist mal wieder früh zu Ende und wir stehen voller Vorfreude vor dem Weckerklingen auf. Heute machen wir uns auf den Weg in die Wilderness Area des iMfolozi Nationalpark. Bei den Reiseplanungen war es nicht einfach unsere Wunschunterkünfte und den Trail unter einen Hut zu bekommen. Excel sei Dank haben wir es mit einem Netzplan hinbekommen, nach einigem hinundhergeschiebe stand unsere Route fest und wir haben uns für den Extended Short Trail entschieden.

Unser Netzplan (in grün markiert sind die fast ausgebuchten Unterkünfte die wir auf jeden Fall buchen wollten)


Der Primitive-Trail und der Basecamp-Trail standen auch auf der Wunschliste allerdings hätte das zeitlich nicht reingepasst. Im Nachinhein waren wir froh dass es der Extended Short geworden ist. Warum? Beim Primitive-Trail muss sehr viel Ausrüstung und Verpflegung geschleppt werden, außerdem macht der Trail bei Dauerregen dann wenig Spaß da man die Nacht unter freiem Himmel bzw. unter einem Tarp verbringt. Der Basecamp-Trail war uns zu wenig Wildniss, wir wollten bewusst mal vier Tage auf Handynetz, Toilette und fließendes Wasser verzichten. Das Satellite Camp ist eben noch eine Spur abgelegener als das Mndindini Trails Camp. Einige Wochen vor unserem Start nach SA habe ich bei Sharon Illet, eine Mitarbeiterin von KZN die sich um die Organisation der Trails kümmert, über Facebook angefragt ob unser Trail auch tatsächlich stattfindet. Die positive Antwort kam prompt, eine Alternative für die drei Nächte war also nicht notwendig.

Weitere Informationen zu allen Trails im Park gibt es (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) .

Am Abend vorher haben wir unsere Rucksäcke mit dem Nötigsten gepackt, so konnten wir uns pünktlich auf den Weg zum Parkeingang, dem Nyalazi Gate, machen. Auf dem Weg dorthin stellen wir mal wieder fest wie gut es doch unsere Schulkinder in Deutschland haben. Überall sehen wir Kids in Uniformen die zur Schule relativ weit laufen bzw. teilweise per Anhalter den Weg zum Schulgebäude zurücklegen müssen. Von wegen Schulbus oder Fahrrad… Wir kommen gegen halb neun beim Gate an. Das Treffen mit unserem Trails Guide ist für 13 Uhr an der Rezeption vom Mpila-Camp geplant. Wir haben also noch ein wenig Zeit um auf eigene Faust den iMfolozi ein wenig zu erkunden. Die Strecke bis zum Camp gehen wir gemächlich an, wir sehen ein paar Rhinos die hier doch recht häufig vorkommen und einen Elefantenbullen der uns die Straße versperrt, auch hier wieder das übliche Spiel, Motor aus, warten und den Anblick genießen. Wir stehen hier tatsächlich eine gefühlte Ewigkeit, der 6-Tonner legt zwischendurch seinen Rüssel auf die Straße und scheint sich zu entspannen, vielleicht schläft er auch?? Irgendwann lässt er uns durch und zieht sich in den Busch zurück.

Elefant auf dem Weg zum Mpila-Camp


Da ich derjenige bin der prinzipiell nie zu spät kommen möchte, sind wir viel zu früh im Camp. :rolleyes: Fast zwei Stunden zu früh, wir checken schonmal ein und machen im Auto ein kleines Nickerchen und packen noch einen weiteres warmes Fleece ein, man kann ja nie wissen. Die Spannung steigt jedenfalls und schließlich kommt unser Guide auf den Parkplatz gefahren, ich hätte ein großen Pickup erwartet, stattdessen kommt das kleinste Auto auf den Parkplatz gefahren das wir bis dato in Südafrika gesehen haben. Er steigt aus…Crocodile Dundee in Person und das ist keineswegs übertrieben. Sonnengegerbtes Gesicht, von Dornen und anderen Verletzungen vernarbte Arme trägt er ein Stirnband in Camouflage, außerdem Krokodillederarmbänder und eine Fliegerbrille die mich an Tom Cruise in Topgun erinnert. Ich zähle mindestens drei Messer in verschiedenen Größen und den obligatorischen Patronengürtel mit großem Kaliber. Meine Frau und ich schauen uns an und denken das Gleiche, das kann ja was werden :D . Das muss doch alles Show sein?! Einige Zeit später auf dem Weg zu unserem Camp werden wir eines besseren belehrt. Wir haben zwar keinen Vergleich aber Rick ist der beste Game Ranger den wir kriegen konnten. Man schaut den Menschen eben doch nur vor den Kopf.

Wir lernen unsere Gruppe kennen, mit der wir die nächsten vier Tage verbringen. Nontu, eine Zulufrau die uns als Backup begleitet, Maggie aus Großbritannien und Christeen aus Boston am Fuße der südlichen Drakensberge. So geht es mit dem Auto zunächst zum Mndindini Camp das unterhalb vom Mpila direkt am White iMfolozi River liegt. Hier gibt es für den Base-Camp Trail eine Küche, Toiletten und Duschen. Wir stellen unser Auto ab und schultern unsere Rucksäcke. Die anderen beiden Teilnehmer haben Ihre Klamotten am Tag zuvor bereits abgegeben. Mit Eseln wird das Gepäck samt Verpflegung und weiterer Ausrüstung zum Satellitencamp gebracht. Die Satellitencamps werden in jeder Trail-Saison an einem anderen Standort aufgestellt. In diesem Jahr steht das Camp am Mphafa River, ein Zufluss des White iMofolzi. Bevor wir uns auf den Fußweg zum Camp machen werden Formulare ausgefüllt, der Trail wird auf unsere eigene Gefahr durchgeführt und wir geben an wer zu benachrichtigen ist falls wir gefressen werden :thumbsup:. Danach gibt Rick uns einige Sicherheitshinweise und erklärt uns wie wir uns im Busch verhalten sollen. Relativ einfach: Wir laufen hintereinander her, wechseln ab und zu die Reihenfolge und was das Wichtigste ist, wir halten für die meiste Zeit unseren Rand. Wir sind einverstanden :thumbup:

Vom Mndindini Camp geht es dann los runter zum Fluss den wir überqueren müssen. Eine relativ einfache Übung da das Flussbett nur ein Rinnsal ist. Es geht durch den Busch, über Wiesen und über Trampelpfade als seien hier schon jede Menge Leute unterwegs gewesen, aber es sind tatsächlich Tracks die von Tieren stammen. In dieser Gegend sind nur eine Handvoll Menschen anwesend und das sind momentan nur wir sechs. Rick erklärt uns einige Dinge über den Busch, z. B. welches Holz besser nicht zum Grillen wohl aber für ein Lagerfeuer genutzt werden sollte. Der Stadtmensch ist für den Busch nicht gemacht. Wir übersehen Tiere die Rick schon aus weiter Entfernung wahrnimmt, er liest Spuren und benutzt all seine Sinne. „Locking through the bush, not at the bush“. Mit dieser Weisheit versuchen wir uns auch im erspähen von Tieren. Ich schau mich häufig um, zur Seite nach oben, nach unten, versuche mich auf die Umgebung zu konzentrieren und auf alle Geräusche und Bewegungen zu achten, ein völlig anderes Gefühl als mit dem Auto über eine Schotterstraße zu fahren. Safari mit allen Sinnen!

White iMfolozi-River und ein Rhinotreck


Schließlich kommen wir im Camp an, das Mphafa Camp liegt in der Nähe des gleichnamigen Flusses. Unterwegs hat der Regen eingesetzt und möchte uns noch bis zum Abend begleiten. In quitschgrüner Regenjacke und mit hellblauem Rucksack-Regenschutz kommen wir nach knapp zwei Stunden im Mphafa Camp an. Doch, wir haben uns vorbereitet, inklusive Kleidung in gedeckten Farben, nur eben die Regenjacke passte irgendwie nicht ins Bild :blush:

Mphafa-Camp


Thomas unser Koch, ebenfalls ein einheimischer Zulu, empfängt uns mit einem auf Glut gebackenen Brot. Sehr lecker! Wir beziehen unsere Zelte und richten uns kurz ein. Rick zeigt uns die Dusche hinter einem Busch, ein Eimer mit Duschkopf der an einem Baum hängt. Doug der Spaten ist für die Toilette zuständig. Wenn er nicht am Baum lehnt heißt er Dougless und die Buschtoilette ist besetzt, erklärt uns Rick, der Witz dauert bei mir ein wenig, ja meine Leitung ist manchmal ein bisschen länger. Die „Toilette“ befindet sich entgegengesetzt zur Dusche auf der anderen Seite des Camps im Busch. Wer beim Bund gewesen ist, kenn das Prozedere. Für mich als Verweigerer und ehemaliger Zivi war es neu.

Doug


Den Abend lassen wir unter einem Tarp am Lagerfeuer ausklingen. Es wird schnell sehr dunkel, keine Sterne, kein Mond, nur das Feuer und eine Öllampe. Rick erzählt uns erste Geschichten von Löwen und Leoparden im Camp. Die meisten fangen mit „When I was a young game ranger…“. Bevor wir uns in unser neues Domizil begeben gibt es noch einige Sicherheitshinweise für die Nacht. Rick hat einen dünnen Schlaf, jede viertel Stunde wird er wach, scannt die Lage und achtet auf das Feuer, erklärt er uns. „Wenn Löwen im Anmarsch sind, sage ich euch bescheid und schließe die Zelte. Bitte bleibt dann alle im Zelt, egal was kommt!“ - Klar Rick, wer traut sich schon raus wenn ein Rudel hungriger Löwen im Camp nach Beute sucht? Rick erzählt, dass es nicht selbstverständlich, dass Teilnehmer eben auch mal den Zipp öffnen und nicht im Zelt bleiben wenn sie mal müssen. Er hat scheinbar schon viel erlebt.

Die Küche und das Esszimmer


Rick zeigt uns die Dusche


Der erste Tag geht zu Ende, wir liegen auf unseren Matten im Zelt und lauschen in den Busch. Hyänen die uns während des Lagerfeuers schon „belagert“ haben, sind wieder zu hören. In der Ferne hört man ein Nilpferd grunzen. An Schlaf ist nicht zu denken, zu aufregend, zu viele Geräusche die wir nicht kennen! Wir versuchen zu erraten was es sein könnte… Meine Frau antwortet nicht mehr, sie scheint bereits zu träumen. Irgendwann bin ich dann auch zu müde und schlafe ein. Ein sehr schöner und ereignisreicher Tag!

Fortsetzung folgt…

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Schuetzi81

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Freitag, 12. Januar 2018, 09:22

Kurzer Zwischenstopp. Bevor es weitergeht, vielen Dank an alle die zugestiegen sind und sich bedankt haben :danke: , ich hoffe euch gefällt unser RB. Da ich so etwas vorher noch nie geschrieben habe, würde ich mich über ein kurzes Feedback freuen. Vielleicht fehlen euch wichtige Infos? Manchmal habe ich den Eindruck dass es zu viel Text ist. :D

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gatasa (15. Januar 2018, 10:50)

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Freitag, 12. Januar 2018, 11:22

zu viel text kann es eigentlich nicht sein, aber dürfen von mir aus gerne mehr bilder sein :)

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gatasa (15. Januar 2018, 10:50), Schuetzi81 (12. Januar 2018, 11:25)

Andreas84

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Freitag, 12. Januar 2018, 12:20

Also ich lese euren Reisebericht bisher mit Freude und sehr aufmerksam, einfach weiter so :thumbsup: Mehr Bilder können schon rein, wobei es natürlich schwierig ist da das passende Maß zu finden und die Meinungen vermutlich auseinander gehen...

Bin gespannt was euch sonst noch so auf dem Trail erwartet. Und Thomas könnte evtl. der gleiche Thomas sein, den wir bei unserem Trail damals als Koch und gute Seele im Mndindini Camp hatten. Etwas kräftiger, ca. mittelgroß und eher etwas zurückhaltend, aber eigentlich unheimlich sympathisch und freundlich und humorvoll. Und konnte sehr gut kochen und backen :D So war zumindest unser Thomas ;)

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gatasa (15. Januar 2018, 10:50), Schuetzi81 (12. Januar 2018, 12:23)

Schuetzi81

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Freitag, 12. Januar 2018, 12:23

Genau das ist Thomas! Er hat mit einfachsten Mitteln jeden Tag ein leckeres Essen gezaubert. Das mit Käse überbackene Brot war der Hammer :thumbsup:

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Freitag, 12. Januar 2018, 17:59

Hallo Schuetzi81,

Vielen Dank erstmal für den bis hierher schon super tollen Bericht :danke: !
Und: schreib auf keinen Fall weniger Text! Ich finde nicht, dass es nur um die schönen Fotos geht. Die Erlebnisse, Hintergründe und Reisetipps sind mir fast wichtiger, und wenn sie dann noch von tollen Bildern unterstützt werden - um so besser!


Es gibt ja Orte, die kommen hier dauernd vor, weil fast jeder dort anreist. Kapstadt, Gardenroute, Krüger, Panoramaroute...und man sich schon ganz gut einen Eindruck machen kann.
Und dann gibt es Plätze, die kommen hier nicht so oft vor, z.B auf eurer Reise Tugela Mouth, Injisuthi und auch der Imfolozi-Trail. Da finde ich es super, wenn der Bericht ein bisschen mehr ins Detail geht.
-
Bei der Planung unserer 2017-Reise haben wir ganz lange hin und her überlegt zwischen wilderness trail im kruger oder Imfolozi. Letztendlich war der Krüger Trail dann einfacher in der Organisation, man konnte online schon verfügbare Plätze und alle Daten einsehen, während wir im Imfolozi lange keine Antwort auf unsere Anfrage bekommen hatten. Um so mehr freue ich mich über deinen Bericht des Imfolozi Trails, der sicher nochmal eine Ecke wilder ist als die Krüger Trails und bin schon gespannt, wie es weiter geht.


Auch bei der Auswahl des Camps in den Drakensbergen haben wir lange hin und her überlegt, aber zu injisuthi z.b. Online nicht viele Wandermoglichkeiten gefunden für echte Wandertouren, aber ohne Guide, Zelt, Kompass machbar erschien. Wir haben dann den Royal Natal genommen, hatten auch drei sehr schöne Touren ( policeman’s helmet, Tugela Gorge und Ploman’s kop mit Crack und Mudslide). Da bin ich also auch gespannt, was ihr von Injisuthi aus erwandert habt.


Viele Grüße,
Heike

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gatasa (15. Januar 2018, 10:52), Schuetzi81 (12. Januar 2018, 19:40)

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Heute, 11:42

Tag 12 - Rhinomazing

Vielen Dank für euer Feedback, heute komme ich endlich wieder dazu weiterzuschreiben. Den ersten vollen Tag in der Wildniss muss ich auf Grund der vielen Erlebnisse und Eindrücke noch ein bisschen ausführlicher Beschreiben. :blush:

Im Morgengrauen wachen wir auf, mein Schlaf war relativ dünn und trotzdem fühle ich mich ausgeruht und fit. Wir waschen uns kurz mit Flusswasser aus einem Eimer und trinken einen Kaffee oder Tee. Typischerweise gibt es Instantkaffee ebenfalls mit Flusswasser aufgebrüht.
Thomas serviert das Frühstück. Es gibt Spiegeleier, Bacon und Müsli mit Jogurt. Dazu noch einen Kaffee! Ich frage Rick wann wir heute starten wollen. „Wenn wir fertig und startklar sind“ erhalte ich als Antwort. Ok, die Uhrzeit ist nicht relevant! :saflag:

Wir haben heute kein eindeutiges Ziel, der Busch und seine Spuren sind unser Kompass. Den hat Rick übrigens zwar dabei aber er navigiert ohne ihn. Mein Adrenalinspiegel geht während der ausgedehnten Bushwalks rauf und runter. Speziell dann, wenn wir in ein Rhino-Revier „eindringen“ bekomme ich Respekt vor diesen tonnenschweren, aus purer Muskelmasse bestehenden Tieren. Wir erkennen ein Revier an den meterweit verteilten Kothaufen. So markiert das Nashorn sein Territorium.

Nach ungefähr einer Stunde Fußmarsch nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter, kurz bevor wir ein dichtes Gestrüpp umgehen wollen, sagt Rick zu uns das wir während der Pause das Nashorn garnicht bemerkt hätten, während wir überlegen und es laut rattert in unseren Köpfen liegt das Tier etwa zwanzig Meter vor uns, ein White-Rhino und gleich daneben noch eines. Der Wind steht günstig und kommt uns entgegen, die beiden bemerken uns nicht. Rhinos können schlecht sehen, dafür umso besser riechen. Wir bewegen uns sehr langsam und im Gänsemarsch näher heran. Plötzlich schaut das Tier auf, überlegt und stellt sich hin. Unsere Bewegungen hat es scheinbar wahrgenommen. Es ist irritiert. Rick und Nontu sind konzentriert. Halb hockend verweilen wir hinter einem Busch. Ich höre meinen Herzschlag, bin angespannt aber ich denke, Rick hat es im Griff. Er strahlt eine enorme Sicherheit aus. Das Nashorn bewegt sich ein wenig auf uns zu. Sein Weggefährte folgt ihm. Spätestens hier hätte ich das Weite gesucht 8o . Sie bleiben stehen und versuchen zu riechen oder zu hören. Weiter irritiert bleiben sie stehen. Es sind jetzt keine zehn Meter die uns trennen. Die beiden haben uns sicherlich bemerkt und vielleicht als Menschen identifiziert. Das Breitmaulnashorn gilt als nicht so aggressiv wie Spitzmäuler. Unser Ranger glaubt, dass es an der Wilderrei liegt, dass insbesondere die Black-Rhinos ein bisschen mehr aggro sind. Unsere beiden Breitmäuler scheinen recht entspannt zu sein. Später erklärt uns Rick, dass sie den Respekt spüren den wir ihnen entgegengebracht haben. Auch ein Nashorn habe eine Komfortzone in die man nicht eintreten sollte. Nach etlichen Fotos auf der Speicherkarte ziehen wir uns langsam zurück, drehen ab und umrunden die Bühne unserer ersten Nahbegegnung mit Nashörnern.





Rick erzählt uns hier von seinem „Freund“, einem sehr großen und kräftigen Nashornbullen der in dieser Gegend Camps auf der Westseite des White-iMfolozis sein Revier hatte. Rick hatte dieses Tier sehr lieb gewonnen, beide hatten sich gegenseitig respektiert und sind sich teilweise sehr nahe gekommen. Vor gut einem Jahr wurde er dann von einem jüngeren Bullen auf die andere Seite des Flusses vertrieben. Er hatte bei diversen Revierkämpfen auch einige Verletzungen abbekommen. Seit dem hat Rick seinen Kumpel nicht mehr gesehen. Entweder ist er an seinen Verletzungen gestorben oder er hat sich tief in den Busch zurückgezogen und wird von dem dortigen Platzhirsch akzeptiert bzw. geduldet. Wir spüren eine gewisse Traurigkeit bei Rick, der seinen Freund scheinbar vermisst und sich Sorgen um ihn macht.

Unsere Mittagspause verbringen wir auf einem großen Felsvorsprung auf einem kleinen Berg. Von hier aus können wir einen großen Teil des Nationalparks überblicken. Während Rick und Nontu das Lunch vorbereiten, versuchen wir von hier oben Tiere in der weiterläufigen Ebene unter uns zu erblicken.



Wir sehen von hier einige Baboons im trockenen Flussbett, auch einige Rhinos lassen sich beobachten. Die Nashorndichte ist gefühlt sehr hoch, daher gibt es hier auch leider viele Wilderer. Die Hauptstraße die durch das Reservat führt, bietet leider zusätzlich gute Möglichkeiten zum Eindringen und zur Flucht für diese widerliche Art von Menschen. Immer wieder kommen wir während unseres Trails auf dieses Thema. Der Helikopter einer Antipoaching-Einheit der insbesondere zur Vollmondzeit seine Runden dreht, erinnert uns immer wieder daran.
Das Mittagessen besteht aus weichem Toastbrot, Schinken, Käse, Tomaten und Gurken. Außerdem bekommt jeder einen Apfel und einen Schokoriegel. Nach dem Essen genießen wir noch einige Zeit die Aussicht und machen ein wenig die Augen zu. Auch hier zählt keine Uhr unsere Minuten, wir machen uns einfach auf den Weg wenn alle wieder ausgeruht sind.

Beim „Abstieg“ bringt Rick uns in eine alte Höhle bzw. einen Felsvorsprung unter dem ein Buschman vor tausenden von Jahren gelebt haben muss. Zeugnis hierfür ist eine Höhlenmalerei in Form einer Elenantilope. Das Gebiet am iMfolozi-River und speziell unser Pausehügel war Schauplatz einer Schlacht um die Herrschaft im Zululand. King Shaka hat hier mit einer List seinen Widersacher geschlagen.



Eine kleine Kletterpartie ist notwendig um zur Höhle zu gelangen, Wir helfen Maggie beim Ab- und Aufstieg. Später erfahren wir, dass sie „schon“ ihren 75sten Geburtstag gefeiert hat, wir ziehen unseren Hut. So fit möchte wir dann auch noch sein denken wir uns.
Bei unserem ersten Walk haben wir bis auf Raubtiere viel interessantes und beeindruckendes gesehen und erlebt. Wir kommen zufrieden mit einer ordentlichen Ladung Feuerholz das wir gesammelt haben, zurück zum Camp. Thomas empfängt uns wieder mit seinem Bushbread mit Marmelade oder Butter – lecker! Jetzt erstmal Schuhe aus, umziehen und einen Kaffee. Entspannt setzen wir uns an die Feuerstelle und schwärmen über einen ereignisreichen Tag.



Rick kündigt an, dass wir nach einer Dusche noch einmal runter zum Fluss möchten, er hat Elefanten gehört die wahrscheinlich zum Flussbett kommen. Unsere erste Buschdusche ist eine tolle Erfahrung, so ein Teil brauchen wir für unseren Garten überlegen wir :D. Wir haben uns zum Duschen und Waschen in der Natur biologisch abbaubares Shampoo besorgt, hier zahlt es sich aus!

Kleiner Tipp: Bei allen Aktivitäten die voraussichtlich nach Sonnenuntergang enden, sollte man warme Kleidung mit nehmen… :thumbup:. Wir sind alle frisch geduscht und bereit für eine weiteres Abendteuer. Immer wieder hören wir Äste knacken, ein Zeichen dass die großen Grauen nicht weit sein können. In der Nähe des Flusses mahnt Rick uns zur Ruhe und dass wir stehenbleiben sollen, und wie aus dem Nichts, sehen wir einen Dickhäuter nach dem nächsten etwa zwanzig Meter an uns hinter einigen Büschen vorbeiziehen, sie haben jedoch das Tempo bereits erhöht, wir wurden bemerkt.



Elefanten sind bekanntlich sehr sensibel, wahrscheinlich haben sie uns gehört, gesehen und gefühlt. Mal wieder zu viel getrampelt denke ich mir! :blush: Um kein Risiko einzugehen, laufen wir in einem Bogen um die Stelle an der Rick die Elefanten vermutet. Dort geht es runter ins Flussbeet. Wir postieren uns einige Meter weiter an der Uferböschung die ein paar Meter höher liegt. Von hier aus können wir das ganze Flussbeet überblicken und entdecken gerade noch rechtzeitig auf der anderen Seite die Herde Elefantenkühe mit ihren Kälbern und jungen Bullen. Sie sind scheinbar vor uns geflüchtet und laufen jetzt gemächlich durch Gras. Man spürt wie sozial diese Tiere sind und welche Rolle jeder Einzelne in der Gruppe spielt. Zwischendurch kommen einigen Junggesellen runter zum Wasser um aus den vorhandenen Pfützen zu trinken und sich nass zu spritzen, ein tolles Bild. Der Sonnenuntergang untermalt die Szene. Wir haben Glück, eine weitere Herde ist im Anmarsch. Schade, dass in diesem Moment der Helikopter das Gebiet überfliegt, so mahnt die Leitkuh zur Eile und ich schaffe es gerade rechtzeitig die Szene festzuhalten.



Die Elefanten ziehen Flussabwärts im hohen Gras weiter, doch unser Abendprogramm soll noch nicht zu Ende sein. Ein stattlicher Nashornbulle kommt flussaufwärts aus dem Gebüsch und fängt friedlich an zu grasen. Rick stutzt, er überlegt, meint es könne der besagte Bulle sein um den er sich noch am Nachmittag Sorgen gemacht hatte. Wir geben ihm unser Fernglas und tatsächlich, Rick erkennt ihn an seinen markanten Naben wieder. Es ist Ricks Freund! Nach über einem Jahr gibt es für unseren Ranger endlich Gewissheit dass das White-Rhino lebt. Er ist scheinbar tief berührt, wir sind begeistert von dieser unbeschreiblichen Situation. Für uns alle ein wahrhaft magischer Moment! Wir beobachten das Nashorn noch eine Weile, schließlich hat er genug gefressen und zieht sich wieder in den Busch zurück.



Glücklich und zufrieden kehren wir ins Camp zurück. Der Abend klingt am Lagerfeuer langsam aus. Thomas hat natürlich wieder hervorragend gekocht, es gibt ein traditionelles Zulu-Gericht. Maismehl mit einer Fleischsoße, bei uns würde man wohl Gulasch sagen. Wir lauschen Rick , der uns weitere spannende Löwen- und Buschgeschichten erzählt. So geht ein spannender und ereignisreicher Tag zu Ende.

Fortsetzung folgt...

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Heute, 12:14

Wow, was für tolle Begegnungen mit den grauen Riesen. Sehr anschaulich beschrieben, da steigt meine Vorfreude auf unseren trail im September noch gleich viel mehr :)

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Schuetzi81 (Heute, 12:17)

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Heute, 13:20

Einfach ein toller Bericht. Für uns gehts in genau 43 Tagen los :thumbsup: . Ein Trail ist zwar nicht geplant, aber teilweise überschneiden sich die Unterkünfte. Durch solche Erfahrungsberichte steigt die Vorfreude ungemein :rolleyes:

bibi2406

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Heute, 14:05

Da hattet ihr aber wirklich einen traumhaften Einstieg in Euren Trail :thumbsup:
Sieht aus als hätte einfach alles gepasst, das Wetter mit den schönen Wolkenformationen und dem blauen Himmel, die Sichtungen mit den Rhinos und Elis ( wunderschön, das Foto der Herde im Fluss :danke: ) und dann hat der Ranger auch noch seinen Freund wiedergesehen.
Der Trail ist schon auf meine To do Liste gekommen. Wir versuchen dieses Jahr erstmal Busk Walks, für die ich das letzte Mal noch zu viel Respekt hatte, mal schauen der Trail wäre dann noch eine Steigerung. Ich muss sagen mir fiel das Herz aber schon in die Hose, als ein Nashorn unseren Jeep angreifen wollte. Es hat wütend geschnaubt und gescharrt, da war ich sehr froh um das Blech aussenrum.
Danke für die tolle Schilderung ich freue mich schon auf die Fortsetzung....


LG
Barbara

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