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Bär

Vollkommen Ahnungsloser

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21

Montag, 8. Januar 2018, 12:20

Als ich den Herren auf seinem Hügel im Vorbeifahren entdeckt hatte, meinte meine Frau wie ich den auf die Entfernung sehen konnte. Das Foto ist immerhin mit einem Tele 300 mm aufgenommen worden.

Es gibt Foriker die würden in Jubelgeschrei ausbrechen, wenn sie überhaupt einen gesehen hätten. Und ihr packt das Bild einfach so kommentarlos dazwischen. :rolleyes: Dann hattet ihr vermutlich auch später noch unglaubliches Glück mit den Sichtungen... 8o
.
*** Wer nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen. (aus Afrika) ***

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22

Montag, 8. Januar 2018, 12:28

Ja so war es tatsächlich, wir hatten sehr viel Glück. Bei unserem Wildernesstrail im Mfolozi haben wir eine 75 jährige britische Lady kennengelernt. Sie ist in Indien aufgewachsen und war mindestens 20 mal im südlichen Afrika unterwegs. Sie hat in ihrem Leben nicht einen Leoparden gesehen, als ich ihr Tiyani, die hübsche Leopardin aus Sabi Sand gezeigt habe, wollte sie mich in den Nilpferdtümpel werfen :D . Wir haben insgesamt 4 Leoparden gesehen, davon war einer mindestens 200 - 300 Meter weit weg, für mein Tele fast nicht mehr zu kriegen.

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23

Dienstag, 9. Januar 2018, 16:02

Tag 10 - Raus aus dem Kruger, rein in den Süden

6:00 Uhr Abfahrt, mittlerweile sind wir eingespielt beim Koffer und Taschen ins Auto packen. Nach unserem Urlaub stellen wir uns die Frage, sind wir überhaupt mal später als 6:00 Uhr aufgestanden? Die Antwort hieß dann ja! Unzwar genau einmal, um sieben, und da hatten wir in Tugela Mouth den ganzen Tag Regen, aber das dazu später mehr.

Wir verlassen Biyamati. Am Abend haben wir übrigens eine Runde durchs Camp gedreht. Es gibt einen kleinen Rundweg mit einem Birdhide. Auf der anderen Seite vom Zaun sehen wir einen Elefanten der aus drei Metern Entfernung zu uns rüber schaut und dann gemächlich Richtung Sonnenuntergang läuft. Ein einzelner Büffel liegt im Schlamm und lässt sich von Oxpeckern die Parasiten abknabbeln. Doch zurück zur Abreise, wir haben einen langen Weg vor uns, der längste Turn unsere Reise. Es geht ins ca. 600 km entfernte Hluhluwe Town. Dort haben wir eine Zwischenübernachtung geplant bevor es morgen in den Mfolozi Park zum Extented Short Wilderness Trail für 3 Nächte in die Wildniss geht. Bevor wir den Kruger verlassen, haben wir noch gute 40 km Gravelroad vor uns und wer weiß es schon vorher, evtl. das eine oder andere Tier. Wir biegen ab Richtung Westen und sind erst einmal allein auf weiter Flur, die Tiere scheinen sich ebenfalls verkrümmelt zu haben. Ist es ihnen etwa zu früh? Mittlerweile üben wir uns in Geduld, die Erfahrung hat gezeigt, im afrikanischen Busch passiert zwei Stunden nichts und dann geht es Knall auf Fall von einem Tier zum nächsten. So auch an diesem Tag.

Kurz vor der Einbiegung zur S114 steht ein anderes Auto, ein Objektiv lugt aus dem Fenster, immer ein Zeichen einer mehr oder weniger spektakulären Sichtung. Hier sind es rechts zwei Löwenbrüder die direkt neben der Straße im Schatten liegen und auf der linken Seite ein Löwenpaar das sich zur Paarung gefunden hat, unfassbar! Wir schalten wieder den Motor aus und beobachten die beiden Herren neben uns. Sie lassen sich nicht stören und so fahren wir nach einer Zeit ein Stück weiter und biegen nach Süden ab. Zwei Amateurfilmer kommen uns entgegen, wir kommen kurz ins Gespräch und tauschen uns aus. Ich gebe Auskunft über die beiden Brüder hinter uns. „What an amazing morning! 5 kilometres down the street there is a pride of Wilddogs…“ kommt aus dem Fahrer heraus. Spätestens seit einer Doku im Fernsehen über diese überaus sozialen Tiere haben wir den großen Wunsch Wildhunde live zu beobachten und nun bietet sich tatsächlich doch noch diese Chance. Wir bedanken uns bei den Zweien für diese Information und meine Frau weist mich an ein bisschen mehr aufs Gas zu drücken, unser Adrenalinspiegel fährt hoch, hoffentlich sind sie noch da denken wir. Passt die Entfernungsangabe die wir von den beiden bekommen haben? Ich schaue immer wieder auf den km-Zähler. Wann könnten sie wo sein? Und dann sind die 5 km um und da liegen sie einfach so am Straßenrand im Gras unter einem großen Busch. Ein ganzes Rudel Wildhunde. Wir nähern uns vorsichtig und stellen wieder den Motor ab und sind allein, nur die Hunde und wir, es ist ein magischer Moment für uns. Auf der anderen Straßenseite entdecken wir weitere Exemplare, ein paar Welpen haben sich im Gras versteckt und wechseln jetzt die Straßenseite um sich zum Rudel zu gesellen. Nach ein paar Minuten sind wir nicht mehr so allein. Ein Safarifahrzeug nach dem nächsten kommt angewackelt, es hat sich rumgesprochen. Wir haben trotzdem den besten Platz und schießen gefühlt die ganze Speicherkarte voll.

Nur sehr schwer kann sich meine Frau trennen, die Wilddogs nehmen uns endlich die Entscheidung ab und machen sich selbst auf den Weg in den tiefen Busch. Wir fahren auch weiter, was ein fantastischer Morgen!

Am Malelane-Gate angekommen blicken wir wehmütig zurück und dann direkt nach vorn. Das nächste Abendteuer beginnt schon am nächsten Tag. Die „richtige“ Wildniss, was das bedeutet, wissen wir zum jetzigen Zeitpunkt noch garnicht so richtig.

Die Fahrt nach Hlulhuwe führt uns durch große Holzplantagen, durch Berge vorbei an Swaziland nach Süden. Mittlerweile haben wir uns an den Linksverkehr gewöhnt und kommen gut voran. Hluhluwe Town ist ein kleines Nest im Osten vom gleichnamigen Nationalpark und bietet sich allenfalls als Zwischenübernachtung an. Alternativ hätten wir im Mpila oder Hilltop-Camp schlafen können, seinerzeit waren wir uns nicht sicher ob wir die Strecke bis zur Schließung der Gates schaffen würden. Letztendlich waren wir gegen halb vier in Hluhluwe, Hilltop hätte wahrschlich geklappt. Egal, so lernen wir die südafrikanische Provinz kennen. Die Stadt ist so gar nicht touristisch aber das macht nichts, die Hauptstraße wimmelt vor Einheimischen, so stelle ich mir das reale Südafrika vor. Wir schmeißen uns ins Getümmel um ein paar Einkäufe zu erledigen. Übernachtet haben wir im Fever Treee Guesthouse, eine recht einfache aber saubere und günstige Unterkunft.

Nach der letzten Dusche mit fließend Wasser für die nächsten Tage fallen wir wieder mal ins Bett. Was ein Tag!

Fortsetzung folgt…












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Donnerstag, 11. Januar 2018, 16:04

Tag 11 – Extended Short Wilderness Trail - Es geht los!

Die Nacht ist mal wieder früh zu Ende und wir stehen voller Vorfreude vor dem Weckerklingen auf. Heute machen wir uns auf den Weg in die Wilderness Area des iMfolozi Nationalpark. Bei den Reiseplanungen war es nicht einfach unsere Wunschunterkünfte und den Trail unter einen Hut zu bekommen. Excel sei Dank haben wir es mit einem Netzplan hinbekommen, nach einigem hinundhergeschiebe stand unsere Route fest und wir haben uns für den Extended Short Trail entschieden.

Unser Netzplan (in grün markiert sind die fast ausgebuchten Unterkünfte die wir auf jeden Fall buchen wollten)


Der Primitive-Trail und der Basecamp-Trail standen auch auf der Wunschliste allerdings hätte das zeitlich nicht reingepasst. Im Nachinhein waren wir froh dass es der Extended Short geworden ist. Warum? Beim Primitive-Trail muss sehr viel Ausrüstung und Verpflegung geschleppt werden, außerdem macht der Trail bei Dauerregen dann wenig Spaß da man die Nacht unter freiem Himmel bzw. unter einem Tarp verbringt. Der Basecamp-Trail war uns zu wenig Wildniss, wir wollten bewusst mal vier Tage auf Handynetz, Toilette und fließendes Wasser verzichten. Das Satellite Camp ist eben noch eine Spur abgelegener als das Mndindini Trails Camp. Einige Wochen vor unserem Start nach SA habe ich bei Sharon Illet, eine Mitarbeiterin von KZN die sich um die Organisation der Trails kümmert, über Facebook angefragt ob unser Trail auch tatsächlich stattfindet. Die positive Antwort kam prompt, eine Alternative für die drei Nächte war also nicht notwendig.

Weitere Informationen zu allen Trails im Park gibt es (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) .

Am Abend vorher haben wir unsere Rucksäcke mit dem Nötigsten gepackt, so konnten wir uns pünktlich auf den Weg zum Parkeingang, dem Nyalazi Gate, machen. Auf dem Weg dorthin stellen wir mal wieder fest wie gut es doch unsere Schulkinder in Deutschland haben. Überall sehen wir Kids in Uniformen die zur Schule relativ weit laufen bzw. teilweise per Anhalter den Weg zum Schulgebäude zurücklegen müssen. Von wegen Schulbus oder Fahrrad… Wir kommen gegen halb neun beim Gate an. Das Treffen mit unserem Trails Guide ist für 13 Uhr an der Rezeption vom Mpila-Camp geplant. Wir haben also noch ein wenig Zeit um auf eigene Faust den iMfolozi ein wenig zu erkunden. Die Strecke bis zum Camp gehen wir gemächlich an, wir sehen ein paar Rhinos die hier doch recht häufig vorkommen und einen Elefantenbullen der uns die Straße versperrt, auch hier wieder das übliche Spiel, Motor aus, warten und den Anblick genießen. Wir stehen hier tatsächlich eine gefühlte Ewigkeit, der 6-Tonner legt zwischendurch seinen Rüssel auf die Straße und scheint sich zu entspannen, vielleicht schläft er auch?? Irgendwann lässt er uns durch und zieht sich in den Busch zurück.

Elefant auf dem Weg zum Mpila-Camp


Da ich derjenige bin der prinzipiell nie zu spät kommen möchte, sind wir viel zu früh im Camp. :rolleyes: Fast zwei Stunden zu früh, wir checken schonmal ein und machen im Auto ein kleines Nickerchen und packen noch einen weiteres warmes Fleece ein, man kann ja nie wissen. Die Spannung steigt jedenfalls und schließlich kommt unser Guide auf den Parkplatz gefahren, ich hätte ein großen Pickup erwartet, stattdessen kommt das kleinste Auto auf den Parkplatz gefahren das wir bis dato in Südafrika gesehen haben. Er steigt aus…Crocodile Dundee in Person und das ist keineswegs übertrieben. Sonnengegerbtes Gesicht, von Dornen und anderen Verletzungen vernarbte Arme trägt er ein Stirnband in Camouflage, außerdem Krokodillederarmbänder und eine Fliegerbrille die mich an Tom Cruise in Topgun erinnert. Ich zähle mindestens drei Messer in verschiedenen Größen und den obligatorischen Patronengürtel mit großem Kaliber. Meine Frau und ich schauen uns an und denken das Gleiche, das kann ja was werden :D . Das muss doch alles Show sein?! Einige Zeit später auf dem Weg zu unserem Camp werden wir eines besseren belehrt. Wir haben zwar keinen Vergleich aber Rick ist der beste Game Ranger den wir kriegen konnten. Man schaut den Menschen eben doch nur vor den Kopf.

Wir lernen unsere Gruppe kennen, mit der wir die nächsten vier Tage verbringen. Nontu, eine Zulufrau die uns als Backup begleitet, Maggie aus Großbritannien und Christeen aus Boston am Fuße der südlichen Drakensberge. So geht es mit dem Auto zunächst zum Mndindini Camp das unterhalb vom Mpila direkt am White iMfolozi River liegt. Hier gibt es für den Base-Camp Trail eine Küche, Toiletten und Duschen. Wir stellen unser Auto ab und schultern unsere Rucksäcke. Die anderen beiden Teilnehmer haben Ihre Klamotten am Tag zuvor bereits abgegeben. Mit Eseln wird das Gepäck samt Verpflegung und weiterer Ausrüstung zum Satellitencamp gebracht. Die Satellitencamps werden in jeder Trail-Saison an einem anderen Standort aufgestellt. In diesem Jahr steht das Camp am Mphafa River, ein Zufluss des White iMofolzi. Bevor wir uns auf den Fußweg zum Camp machen werden Formulare ausgefüllt, der Trail wird auf unsere eigene Gefahr durchgeführt und wir geben an wer zu benachrichtigen ist falls wir gefressen werden :thumbsup:. Danach gibt Rick uns einige Sicherheitshinweise und erklärt uns wie wir uns im Busch verhalten sollen. Relativ einfach: Wir laufen hintereinander her, wechseln ab und zu die Reihenfolge und was das Wichtigste ist, wir halten für die meiste Zeit unseren Rand. Wir sind einverstanden :thumbup:

Vom Mndindini Camp geht es dann los runter zum Fluss den wir überqueren müssen. Eine relativ einfache Übung da das Flussbett nur ein Rinnsal ist. Es geht durch den Busch, über Wiesen und über Trampelpfade als seien hier schon jede Menge Leute unterwegs gewesen, aber es sind tatsächlich Tracks die von Tieren stammen. In dieser Gegend sind nur eine Handvoll Menschen anwesend und das sind momentan nur wir sechs. Rick erklärt uns einige Dinge über den Busch, z. B. welches Holz besser nicht zum Grillen wohl aber für ein Lagerfeuer genutzt werden sollte. Der Stadtmensch ist für den Busch nicht gemacht. Wir übersehen Tiere die Rick schon aus weiter Entfernung wahrnimmt, er liest Spuren und benutzt all seine Sinne. „Locking through the bush, not at the bush“. Mit dieser Weisheit versuchen wir uns auch im erspähen von Tieren. Ich schau mich häufig um, zur Seite nach oben, nach unten, versuche mich auf die Umgebung zu konzentrieren und auf alle Geräusche und Bewegungen zu achten, ein völlig anderes Gefühl als mit dem Auto über eine Schotterstraße zu fahren. Safari mit allen Sinnen!

White iMfolozi-River und ein Rhinotreck


Schließlich kommen wir im Camp an, das Mphafa Camp liegt in der Nähe des gleichnamigen Flusses. Unterwegs hat der Regen eingesetzt und möchte uns noch bis zum Abend begleiten. In quitschgrüner Regenjacke und mit hellblauem Rucksack-Regenschutz kommen wir nach knapp zwei Stunden im Mphafa Camp an. Doch, wir haben uns vorbereitet, inklusive Kleidung in gedeckten Farben, nur eben die Regenjacke passte irgendwie nicht ins Bild :blush:

Mphafa-Camp


Thomas unser Koch, ebenfalls ein einheimischer Zulu, empfängt uns mit einem auf Glut gebackenen Brot. Sehr lecker! Wir beziehen unsere Zelte und richten uns kurz ein. Rick zeigt uns die Dusche hinter einem Busch, ein Eimer mit Duschkopf der an einem Baum hängt. Doug der Spaten ist für die Toilette zuständig. Wenn er nicht am Baum lehnt heißt er Dougless und die Buschtoilette ist besetzt, erklärt uns Rick, der Witz dauert bei mir ein wenig, ja meine Leitung ist manchmal ein bisschen länger. Die „Toilette“ befindet sich entgegengesetzt zur Dusche auf der anderen Seite des Camps im Busch. Wer beim Bund gewesen ist, kenn das Prozedere. Für mich als Verweigerer und ehemaliger Zivi war es neu.

Doug


Den Abend lassen wir unter einem Tarp am Lagerfeuer ausklingen. Es wird schnell sehr dunkel, keine Sterne, kein Mond, nur das Feuer und eine Öllampe. Rick erzählt uns erste Geschichten von Löwen und Leoparden im Camp. Die meisten fangen mit „When I was a young game ranger…“. Bevor wir uns in unser neues Domizil begeben gibt es noch einige Sicherheitshinweise für die Nacht. Rick hat einen dünnen Schlaf, jede viertel Stunde wird er wach, scannt die Lage und achtet auf das Feuer, erklärt er uns. „Wenn Löwen im Anmarsch sind, sage ich euch bescheid und schließe die Zelte. Bitte bleibt dann alle im Zelt, egal was kommt!“ - Klar Rick, wer traut sich schon raus wenn ein Rudel hungriger Löwen im Camp nach Beute sucht? Rick erzählt, dass es nicht selbstverständlich, dass Teilnehmer eben auch mal den Zipp öffnen und nicht im Zelt bleiben wenn sie mal müssen. Er hat scheinbar schon viel erlebt.

Die Küche und das Esszimmer


Rick zeigt uns die Dusche


Der erste Tag geht zu Ende, wir liegen auf unseren Matten im Zelt und lauschen in den Busch. Hyänen die uns während des Lagerfeuers schon „belagert“ haben, sind wieder zu hören. In der Ferne hört man ein Nilpferd grunzen. An Schlaf ist nicht zu denken, zu aufregend, zu viele Geräusche die wir nicht kennen! Wir versuchen zu erraten was es sein könnte… Meine Frau antwortet nicht mehr, sie scheint bereits zu träumen. Irgendwann bin ich dann auch zu müde und schlafe ein. Ein sehr schöner und ereignisreicher Tag!

Fortsetzung folgt…

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Freitag, 12. Januar 2018, 09:22

Kurzer Zwischenstopp. Bevor es weitergeht, vielen Dank an alle die zugestiegen sind und sich bedankt haben :danke: , ich hoffe euch gefällt unser RB. Da ich so etwas vorher noch nie geschrieben habe, würde ich mich über ein kurzes Feedback freuen. Vielleicht fehlen euch wichtige Infos? Manchmal habe ich den Eindruck dass es zu viel Text ist. :D

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gatasa (15. Januar 2018, 10:50)

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Freitag, 12. Januar 2018, 11:22

zu viel text kann es eigentlich nicht sein, aber dürfen von mir aus gerne mehr bilder sein :)

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gatasa (15. Januar 2018, 10:50), Schuetzi81 (12. Januar 2018, 11:25)

Andreas84

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27

Freitag, 12. Januar 2018, 12:20

Also ich lese euren Reisebericht bisher mit Freude und sehr aufmerksam, einfach weiter so :thumbsup: Mehr Bilder können schon rein, wobei es natürlich schwierig ist da das passende Maß zu finden und die Meinungen vermutlich auseinander gehen...

Bin gespannt was euch sonst noch so auf dem Trail erwartet. Und Thomas könnte evtl. der gleiche Thomas sein, den wir bei unserem Trail damals als Koch und gute Seele im Mndindini Camp hatten. Etwas kräftiger, ca. mittelgroß und eher etwas zurückhaltend, aber eigentlich unheimlich sympathisch und freundlich und humorvoll. Und konnte sehr gut kochen und backen :D So war zumindest unser Thomas ;)

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sunny_r (7. Februar 2018, 23:51), gatasa (15. Januar 2018, 10:50), Schuetzi81 (12. Januar 2018, 12:23)

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28

Freitag, 12. Januar 2018, 12:23

Genau das ist Thomas! Er hat mit einfachsten Mitteln jeden Tag ein leckeres Essen gezaubert. Das mit Käse überbackene Brot war der Hammer :thumbsup:

Liketotravel1

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Freitag, 12. Januar 2018, 17:59

Hallo Schuetzi81,

Vielen Dank erstmal für den bis hierher schon super tollen Bericht :danke: !
Und: schreib auf keinen Fall weniger Text! Ich finde nicht, dass es nur um die schönen Fotos geht. Die Erlebnisse, Hintergründe und Reisetipps sind mir fast wichtiger, und wenn sie dann noch von tollen Bildern unterstützt werden - um so besser!


Es gibt ja Orte, die kommen hier dauernd vor, weil fast jeder dort anreist. Kapstadt, Gardenroute, Krüger, Panoramaroute...und man sich schon ganz gut einen Eindruck machen kann.
Und dann gibt es Plätze, die kommen hier nicht so oft vor, z.B auf eurer Reise Tugela Mouth, Injisuthi und auch der Imfolozi-Trail. Da finde ich es super, wenn der Bericht ein bisschen mehr ins Detail geht.
-
Bei der Planung unserer 2017-Reise haben wir ganz lange hin und her überlegt zwischen wilderness trail im kruger oder Imfolozi. Letztendlich war der Krüger Trail dann einfacher in der Organisation, man konnte online schon verfügbare Plätze und alle Daten einsehen, während wir im Imfolozi lange keine Antwort auf unsere Anfrage bekommen hatten. Um so mehr freue ich mich über deinen Bericht des Imfolozi Trails, der sicher nochmal eine Ecke wilder ist als die Krüger Trails und bin schon gespannt, wie es weiter geht.


Auch bei der Auswahl des Camps in den Drakensbergen haben wir lange hin und her überlegt, aber zu injisuthi z.b. Online nicht viele Wandermoglichkeiten gefunden für echte Wandertouren, aber ohne Guide, Zelt, Kompass machbar erschien. Wir haben dann den Royal Natal genommen, hatten auch drei sehr schöne Touren ( policeman’s helmet, Tugela Gorge und Ploman’s kop mit Crack und Mudslide). Da bin ich also auch gespannt, was ihr von Injisuthi aus erwandert habt.


Viele Grüße,
Heike

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Freitag, 19. Januar 2018, 11:42

Tag 12 - Rhinomazing

Vielen Dank für euer Feedback, heute komme ich endlich wieder dazu weiterzuschreiben. Den ersten vollen Tag in der Wildniss muss ich auf Grund der vielen Erlebnisse und Eindrücke noch ein bisschen ausführlicher Beschreiben. :blush:

Im Morgengrauen wachen wir auf, mein Schlaf war relativ dünn und trotzdem fühle ich mich ausgeruht und fit. Wir waschen uns kurz mit Flusswasser aus einem Eimer und trinken einen Kaffee oder Tee. Typischerweise gibt es Instantkaffee ebenfalls mit Flusswasser aufgebrüht.
Thomas serviert das Frühstück. Es gibt Spiegeleier, Bacon und Müsli mit Jogurt. Dazu noch einen Kaffee! Ich frage Rick wann wir heute starten wollen. „Wenn wir fertig und startklar sind“ erhalte ich als Antwort. Ok, die Uhrzeit ist nicht relevant! :saflag:

Wir haben heute kein eindeutiges Ziel, der Busch und seine Spuren sind unser Kompass. Den hat Rick übrigens zwar dabei aber er navigiert ohne ihn. Mein Adrenalinspiegel geht während der ausgedehnten Bushwalks rauf und runter. Speziell dann, wenn wir in ein Rhino-Revier „eindringen“ bekomme ich Respekt vor diesen tonnenschweren, aus purer Muskelmasse bestehenden Tieren. Wir erkennen ein Revier an den meterweit verteilten Kothaufen. So markiert das Nashorn sein Territorium.

Nach ungefähr einer Stunde Fußmarsch nach einer kurzen Verschnaufpause geht es weiter, kurz bevor wir ein dichtes Gestrüpp umgehen wollen, sagt Rick zu uns das wir während der Pause das Nashorn garnicht bemerkt hätten, während wir überlegen und es laut rattert in unseren Köpfen liegt das Tier etwa zwanzig Meter vor uns, ein White-Rhino und gleich daneben noch eines. Der Wind steht günstig und kommt uns entgegen, die beiden bemerken uns nicht. Rhinos können schlecht sehen, dafür umso besser riechen. Wir bewegen uns sehr langsam und im Gänsemarsch näher heran. Plötzlich schaut das Tier auf, überlegt und stellt sich hin. Unsere Bewegungen hat es scheinbar wahrgenommen. Es ist irritiert. Rick und Nontu sind konzentriert. Halb hockend verweilen wir hinter einem Busch. Ich höre meinen Herzschlag, bin angespannt aber ich denke, Rick hat es im Griff. Er strahlt eine enorme Sicherheit aus. Das Nashorn bewegt sich ein wenig auf uns zu. Sein Weggefährte folgt ihm. Spätestens hier hätte ich das Weite gesucht 8o . Sie bleiben stehen und versuchen zu riechen oder zu hören. Weiter irritiert bleiben sie stehen. Es sind jetzt keine zehn Meter die uns trennen. Die beiden haben uns sicherlich bemerkt und vielleicht als Menschen identifiziert. Das Breitmaulnashorn gilt als nicht so aggressiv wie Spitzmäuler. Unser Ranger glaubt, dass es an der Wilderrei liegt, dass insbesondere die Black-Rhinos ein bisschen mehr aggro sind. Unsere beiden Breitmäuler scheinen recht entspannt zu sein. Später erklärt uns Rick, dass sie den Respekt spüren den wir ihnen entgegengebracht haben. Auch ein Nashorn habe eine Komfortzone in die man nicht eintreten sollte. Nach etlichen Fotos auf der Speicherkarte ziehen wir uns langsam zurück, drehen ab und umrunden die Bühne unserer ersten Nahbegegnung mit Nashörnern.





Rick erzählt uns hier von seinem „Freund“, einem sehr großen und kräftigen Nashornbullen der in dieser Gegend Camps auf der Westseite des White-iMfolozis sein Revier hatte. Rick hatte dieses Tier sehr lieb gewonnen, beide hatten sich gegenseitig respektiert und sind sich teilweise sehr nahe gekommen. Vor gut einem Jahr wurde er dann von einem jüngeren Bullen auf die andere Seite des Flusses vertrieben. Er hatte bei diversen Revierkämpfen auch einige Verletzungen abbekommen. Seit dem hat Rick seinen Kumpel nicht mehr gesehen. Entweder ist er an seinen Verletzungen gestorben oder er hat sich tief in den Busch zurückgezogen und wird von dem dortigen Platzhirsch akzeptiert bzw. geduldet. Wir spüren eine gewisse Traurigkeit bei Rick, der seinen Freund scheinbar vermisst und sich Sorgen um ihn macht.

Unsere Mittagspause verbringen wir auf einem großen Felsvorsprung auf einem kleinen Berg. Von hier aus können wir einen großen Teil des Nationalparks überblicken. Während Rick und Nontu das Lunch vorbereiten, versuchen wir von hier oben Tiere in der weiterläufigen Ebene unter uns zu erblicken.



Wir sehen von hier einige Baboons im trockenen Flussbett, auch einige Rhinos lassen sich beobachten. Die Nashorndichte ist gefühlt sehr hoch, daher gibt es hier auch leider viele Wilderer. Die Hauptstraße die durch das Reservat führt, bietet leider zusätzlich gute Möglichkeiten zum Eindringen und zur Flucht für diese widerliche Art von Menschen. Immer wieder kommen wir während unseres Trails auf dieses Thema. Der Helikopter einer Antipoaching-Einheit der insbesondere zur Vollmondzeit seine Runden dreht, erinnert uns immer wieder daran.
Das Mittagessen besteht aus weichem Toastbrot, Schinken, Käse, Tomaten und Gurken. Außerdem bekommt jeder einen Apfel und einen Schokoriegel. Nach dem Essen genießen wir noch einige Zeit die Aussicht und machen ein wenig die Augen zu. Auch hier zählt keine Uhr unsere Minuten, wir machen uns einfach auf den Weg wenn alle wieder ausgeruht sind.

Beim „Abstieg“ bringt Rick uns in eine alte Höhle bzw. einen Felsvorsprung unter dem ein Buschman vor tausenden von Jahren gelebt haben muss. Zeugnis hierfür ist eine Höhlenmalerei in Form einer Elenantilope. Das Gebiet am iMfolozi-River und speziell unser Pausehügel war Schauplatz einer Schlacht um die Herrschaft im Zululand. King Shaka hat hier mit einer List seinen Widersacher geschlagen.



Eine kleine Kletterpartie ist notwendig um zur Höhle zu gelangen, Wir helfen Maggie beim Ab- und Aufstieg. Später erfahren wir, dass sie „schon“ ihren 75sten Geburtstag gefeiert hat, wir ziehen unseren Hut. So fit möchte wir dann auch noch sein denken wir uns.
Bei unserem ersten Walk haben wir bis auf Raubtiere viel interessantes und beeindruckendes gesehen und erlebt. Wir kommen zufrieden mit einer ordentlichen Ladung Feuerholz das wir gesammelt haben, zurück zum Camp. Thomas empfängt uns wieder mit seinem Bushbread mit Marmelade oder Butter – lecker! Jetzt erstmal Schuhe aus, umziehen und einen Kaffee. Entspannt setzen wir uns an die Feuerstelle und schwärmen über einen ereignisreichen Tag.



Rick kündigt an, dass wir nach einer Dusche noch einmal runter zum Fluss möchten, er hat Elefanten gehört die wahrscheinlich zum Flussbett kommen. Unsere erste Buschdusche ist eine tolle Erfahrung, so ein Teil brauchen wir für unseren Garten überlegen wir :D. Wir haben uns zum Duschen und Waschen in der Natur biologisch abbaubares Shampoo besorgt, hier zahlt es sich aus!

Kleiner Tipp: Bei allen Aktivitäten die voraussichtlich nach Sonnenuntergang enden, sollte man warme Kleidung mit nehmen… :thumbup:. Wir sind alle frisch geduscht und bereit für eine weiteres Abendteuer. Immer wieder hören wir Äste knacken, ein Zeichen dass die großen Grauen nicht weit sein können. In der Nähe des Flusses mahnt Rick uns zur Ruhe und dass wir stehenbleiben sollen, und wie aus dem Nichts, sehen wir einen Dickhäuter nach dem nächsten etwa zwanzig Meter an uns hinter einigen Büschen vorbeiziehen, sie haben jedoch das Tempo bereits erhöht, wir wurden bemerkt.



Elefanten sind bekanntlich sehr sensibel, wahrscheinlich haben sie uns gehört, gesehen und gefühlt. Mal wieder zu viel getrampelt denke ich mir! :blush: Um kein Risiko einzugehen, laufen wir in einem Bogen um die Stelle an der Rick die Elefanten vermutet. Dort geht es runter ins Flussbeet. Wir postieren uns einige Meter weiter an der Uferböschung die ein paar Meter höher liegt. Von hier aus können wir das ganze Flussbeet überblicken und entdecken gerade noch rechtzeitig auf der anderen Seite die Herde Elefantenkühe mit ihren Kälbern und jungen Bullen. Sie sind scheinbar vor uns geflüchtet und laufen jetzt gemächlich durch Gras. Man spürt wie sozial diese Tiere sind und welche Rolle jeder Einzelne in der Gruppe spielt. Zwischendurch kommen einigen Junggesellen runter zum Wasser um aus den vorhandenen Pfützen zu trinken und sich nass zu spritzen, ein tolles Bild. Der Sonnenuntergang untermalt die Szene. Wir haben Glück, eine weitere Herde ist im Anmarsch. Schade, dass in diesem Moment der Helikopter das Gebiet überfliegt, so mahnt die Leitkuh zur Eile und ich schaffe es gerade rechtzeitig die Szene festzuhalten.



Die Elefanten ziehen Flussabwärts im hohen Gras weiter, doch unser Abendprogramm soll noch nicht zu Ende sein. Ein stattlicher Nashornbulle kommt flussaufwärts aus dem Gebüsch und fängt friedlich an zu grasen. Rick stutzt, er überlegt, meint es könne der besagte Bulle sein um den er sich noch am Nachmittag Sorgen gemacht hatte. Wir geben ihm unser Fernglas und tatsächlich, Rick erkennt ihn an seinen markanten Naben wieder. Es ist Ricks Freund! Nach über einem Jahr gibt es für unseren Ranger endlich Gewissheit dass das White-Rhino lebt. Er ist scheinbar tief berührt, wir sind begeistert von dieser unbeschreiblichen Situation. Für uns alle ein wahrhaft magischer Moment! Wir beobachten das Nashorn noch eine Weile, schließlich hat er genug gefressen und zieht sich wieder in den Busch zurück.



Glücklich und zufrieden kehren wir ins Camp zurück. Der Abend klingt am Lagerfeuer langsam aus. Thomas hat natürlich wieder hervorragend gekocht, es gibt ein traditionelles Zulu-Gericht. Maismehl mit einer Fleischsoße, bei uns würde man wohl Gulasch sagen. Wir lauschen Rick , der uns weitere spannende Löwen- und Buschgeschichten erzählt. So geht ein spannender und ereignisreicher Tag zu Ende.

Fortsetzung folgt...

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Freitag, 19. Januar 2018, 12:14

Wow, was für tolle Begegnungen mit den grauen Riesen. Sehr anschaulich beschrieben, da steigt meine Vorfreude auf unseren trail im September noch gleich viel mehr :)

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Schuetzi81 (19. Januar 2018, 12:17)

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Freitag, 19. Januar 2018, 13:20

Einfach ein toller Bericht. Für uns gehts in genau 43 Tagen los :thumbsup: . Ein Trail ist zwar nicht geplant, aber teilweise überschneiden sich die Unterkünfte. Durch solche Erfahrungsberichte steigt die Vorfreude ungemein :rolleyes:

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Schuetzi81 (22. Januar 2018, 20:28)

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33

Freitag, 19. Januar 2018, 14:05

Da hattet ihr aber wirklich einen traumhaften Einstieg in Euren Trail :thumbsup:
Sieht aus als hätte einfach alles gepasst, das Wetter mit den schönen Wolkenformationen und dem blauen Himmel, die Sichtungen mit den Rhinos und Elis ( wunderschön, das Foto der Herde im Fluss :danke: ) und dann hat der Ranger auch noch seinen Freund wiedergesehen.
Der Trail ist schon auf meine To do Liste gekommen. Wir versuchen dieses Jahr erstmal Busk Walks, für die ich das letzte Mal noch zu viel Respekt hatte, mal schauen der Trail wäre dann noch eine Steigerung. Ich muss sagen mir fiel das Herz aber schon in die Hose, als ein Nashorn unseren Jeep angreifen wollte. Es hat wütend geschnaubt und gescharrt, da war ich sehr froh um das Blech aussenrum.
Danke für die tolle Schilderung ich freue mich schon auf die Fortsetzung....


LG
Barbara

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Schuetzi81 (20. Januar 2018, 09:29)

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Donnerstag, 25. Januar 2018, 11:31

Tag 13

In der zweiten Nacht am Mphafa River habe ich besser geschlafen. Trotz der frühen Stunde bin ich ausgeschlafen. Waschen, frühstücken und Daypack packen, same procedure und los geht's. Heute in nördlicher Richtung, unser Ziel ist ein großer Felsen oberhalb des White iMfolozis (siehe Tag 11 das zweite Bild). Wir wandern wieder durch etliche Nashornreviere beider Arten. Anhand der Kotmarkierungen erkennen wir mittlerweile ob es ein Breitmaulnashorn oder ein Spitzmaulnashorn ist. Die Spitzmäuler verstecken sich gut vor uns, kriegen wir doch keines der 6.000 im südlichen Afrika Exemplare vor die Linse. Das tiersichtungsglück hatte uns tatsächlich an diesem Vormittag verlassen. Außer ein paar Baboons sehen wir rein gar nichts bis wir oben ankommen. So kann es dann auch mal sein im Busch denken wir uns. Mittlerweile haben wir gelernt geduldig zu sein. Irgendetwas wird der Busch für uns bereit halten. Rick macht aus dieser Wanderung trotzdem einen interessanten Naturlehrpfad. Die Pause genießen wir auf dem besagten Felsen mit Blick über die Wildernessarea des Nationalparks.



Und so geht es nach einem Nickerchen und interessanten Gesprächen mit den anderen beiden Teilnehmerinnen wieder runter. In einem großen Bogen wollen wir zurück ins Camp, doch vorher möchte Rick uns die Krokodile und die Hippos im Mphafa in der Nähe unseres Camps zeigen. Unterwegs treffen wir noch auf eine größere Gruppe Büffel die uns bemerkt hat. Der Wind steht diesmal denkbar ungünstig. Die Büffel schauen zu uns rüber. Man sieht wir es rattert unter den massigen Hörnern. Ich denke, hoffentlich laufen sie nicht in unsere Richtung....und da kommt auch schon Bewegung in die Herde. Ein mulmiges Gefühl kommt in uns hoch als wir die Vibrationen im Boden spüren. Uns bleibt allerdings eine direkte Konfrontation erspart. Die Büffel nehmen reiß aus.

Weiter geht es bis zum Fluss, der nicht als Fluss sondern eher als Tümpel mit einer dickflüssigen Schlammbrühe bezeichnet werden kann. Wir sehen durch das Dickicht hindurch den Rücken zweier Hippos, eines muss ein riesiges Tier sein. Außerdem unzählige Krokodile die gut und gerne vier Meter lang sein müssen. Für diese Wanderung soll es das mit Tieren gewesen sein und so kommen wir am frühen Nachmittag wieder in unserem Camp an. Auf das Brot hab ich mich den ganzen Tag gefreut und so ruhen wir uns erstmal bei Tee oder Kaffee aus...
...während wir am Feuer sitzen bemerken wir eine kleine Gruppe Nyalas die sich in unserer Nähe aufhalten. Unser abendlicher Rundgang soll sich somit um diese scheue Antilopenart drehen.

Ein letztes Mal machen wir uns also auf den Weg bevor es morgen wieder zurück in die Zivilisation geht. Wir machen uns auf Nyalasuche und erhaschen tatsächlich auch einige Blicke. An dieser Stelle ein Hoch auf das RAW Format. Ich habe tatsächlich einen hübschen Bock abgelichtet, allerdings hatte ich vorher die Kamera irgendwie verstellt so dass das foto völlig unterbelichet wurde. RAW sei Dank konnte ich aus dem Bild einiges herausholen.



Auf dem Rückweg zum Camp sind wir dann mal wieder einem Rhino begegnet. :thumbsup: Da der Wind äußerst ungünstig stand, hat es uns auch gleich bemerkt. Der junge Bulle überlegt was er machen soll. Rick ermahnt uns zur Vorsicht. :whistling: Der Adrenalinpegel ist bei mir wieder auf dem Höchststand. Nach einer gefühlten Ewigkeit dreht es dann doch ab und verschwindet im Busch.



Doch für uns gibt es keinen Anlass die Anspannung fallen zu lassen, im Gegenteil, die Mama von dem Jungen wartet hinter einem großen Strauch auf uns. Ricks Vorsicht und Warnung zeigt uns, dass die Gute angriffslustig sein könnte. Und so verstecken wir uns hinter Rick, der wiederum hinter dem Busch mit entsichertem Gewehr in der Hand auf eine Aktion des Rhinos wartet. Er gibt uns Anweisung im Falle eines Falles nach links hinten zu rennen. Ich denke, hauptsache er muss seine Waffe nicht einsetzen, das wäre ein Horror für uns wenn ein Tier für unsere Sicherheit sterben müsste. Wir sind hier doch nur zu Besuch hier... da nimmt unser Ranger einen dicken Ast hoch und schleudert ihn über den Busch, das Muttertier sucht das Weite. Glück für uns und für die große Graue. Im Nachhinein denken wir, dass es sicherlich nicht zum äußersten gekommen wäre, unser Ranger hat einfach die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl um so zu reagieren wie es diese Situation erforderte.

Erleichtert kommen wir ins Camp zurück, genießen Thomas Dinner und lauschen Ricks Geschichten..."when I was a young Game Ranger..." :thumbsup:



Morgen geht es wieder zurück in die Zivilisation *schnief*. Uns sind die Teilnehmer des Trails sehr ans Herz gewachsen. Rick bescheinigt uns, dass es auch ihm außerordentlich gut gefallen hat mit uns. Wir waren für ihn eine entspannte und tolle Gruppe. Hierzu muss man anmerken, dass wir in der komfortablen Situation waren, nur vier Teilnehmer zu sein. Mit acht Teilnehmern ist es wesentlich anstregender für die Guides die Gruppe leise durch den Busch zu führen. Bei uns jedenfalls breitet sich ein bisschen wehmut aus mit dem gleichzeitigen Gedanken "Wir kommen wieder!"

P.S. wer Interesse an weiteren Fotos vom Trail und von unserer Reise hat kann gerne auf mein (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) -Profil schauen :)

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Mittwoch, 31. Januar 2018, 13:43

Tag 14 - Rückkehr in die Zivilisation

Heute Nacht hatten wir Besuch! Ein Leopard hat unser Camp inspiziert... erzählt mir meine Frau als wir bei Sonnenaufgang wach werden. Ich hab's leider verschlafen, habe nur noch mitbekommen, das Rick wegen Regen und Zeit geschlossen hat, danach war ich weg. Trotzdem eine spannende Vorstellung. Meine Frau ist begeistert und hätte das Tier gerne gesehen, die Geräusche waren schon sehr spannend. :D

Heute nehmen wir leider Abschied von Mphafa und der Wildnis, die uns sehr ans Herz gewachsen ist. Dass unser Urlaub noch nicht vorbei ist tröstet uns erst nicht. Wenn wir könnten, würden wir diesen Trail direkt nocheinmal machen. Nach dem Frühstück packen wir also unsere Sachen, füllen ein letztes mal unsere Wasserflaschen und sagen Tschüss Camp, auf Wiedersehen Thomas und bis Bald Wildnis. Auf ähnlichem Pfad wie vor drei Nächten geht es entlang des iMfolozis zurück zum Mndindini camp. Hier gibt es noch einen kleinen Snack und eine große Verabschiedung verbunden mit der Absicht dass wir Rick irgendwann wiedersehen!

Acht neue Teilnehmer stehen schon bereit für ihr eigenes neues Abenteuer, sie werden den primitive Trail bestreiten. Wir haben bereits auf dem Rückweg einen ersten Regenguss abbekommen. Für die nächsten Tage soll es nicht trockener werden. Wir sind froh, dass wir ein solches Glück mit dem Wetter hatten und so machen wir uns mit dem Auto auf den Weg ins Mpila Camp um dort ein paar Kleinigkeiten einzukaufen ,u. a. ein Buch bzw. das Buch über afrikanische Säugetiere. Neben den bereits erstandenen Souvenirs wird unser Rückreisegewicht wieder ein bisschen schwerer. :thumbup:

Heute wollen wir den iMfolozi mit dem Auto erkunden. Mit dieser Karte haben wir uns orientiert.



Wir sind ein paar Loops gefahren und haben uns das Mphafa Hide und das Ubhejane Hide angesehen, hier war jeweils leider nicht wirklich viel los. Zwischendurch hat auch dann tatsächlich der Regen eingesetzt, teilweise Recht heftig so dass wir mit unserem Duster einige tiefe Pfützen zu bewältigen hatten. An eine Steigung kann ich mich noch sehr gut erinnern, hier war es sehr nass und steinig, unser Auto hätte beinahe den Anstieg nicht geschafft, hab dann einfach nur noch Gas gegeben. Bis auf ein wenig Kupplungsgeruch hatten wir auch diese Prüfung bestanden. Tiersichtungen gab es auch. Natürlich die hier üblichen Nashörner, schön anzusehen allerdings wäre es gegenüber Wilderern für diese Tiere gesünder wenn sie sich ein wenig besser verstecken würden. Im Gate hängt ein großes Plakat mit der Bitte Nashornsichtungen nicht in soziale Netzwerke zu posten. Das Thema Wilderei lässt uns einfach nicht los! :S







Im Mpila Camp hatten wir das Chalet Nr. 1 welches ich eher nicht empfehlen möchte. Es liegt direkt an der Einfahrt zum Camp und der Ausblick ist bei den Chalets Nr. 7 – 12 angeblich besser ( (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) ). Die Zelte sollen auch sehr schön sein. Die Hütte war allerdings im Vergleich zu den Sanpark Unterkünften wesentlich sauberer und nicht so verwohnt.



Für uns an diesem Abend zweitrangig denn Das Beste für uns war das Löwengebrüll das sich so nah anhörte als stände der König direkt auf unserer Veranda. Sehen konnten wir ihn leider nicht da durch die Schlechtwetterfront kein Busch vor lauter Nebel und Dunst zu erkennen war.



Inziwschen ist es wieder schnell dunkel geworden, wir lassen den Trail noch einmal Revue passieren und denken an die armen Jungs und Mädels die gerade unter einem Tarp irgendwo in der Wildnis liegen und auf trockeneres Wetter hoffen… :blush:

Nach einer zivilisierten Dusche und einfachem Abendessen steigen wir ins Bett. Der Löwe ist mittlerweile verstummt und den Busch hört man hier auch nicht, wir wollen wieder in unser Zelt am Mphafa-River. Mit diesen Gedanken schlafen wir ein, das nächste Ziel wartet schon! Morgen geht es nach St. Lucia.

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Mittwoch, 7. Februar 2018, 11:57

Tage 15 bis 20 - Hluhluwe Nationalpark - St. Lucia - Tugela Mouth - Durban

St. Lucia ist hier in diesem Forum in vielen anderen Reiseberichten bereits ausführlichst beschrieben worden, daher fasse ich mal die nächsten Tage zusammen. Wir haben insgesamt drei Nächtein St. Lucia und zwei Nächte in Tugela Mouth verbracht vevor es dann in die Drakensberge ging.

Unschön im Vorfeld unserer Anreise bzw. etwas weiter im vorraus, haben wir das Verhalten unserer ursprünglich gebuchten Unterkunft empfunden.Während wir am vierten Tag unserer Reise in Hoedspruit zufällig Abends unsere Mails gecheckt hatten, wurde uns über Booking.com mitgeteilt dass unsere Unterkunft den Buchungszeitraum nicht gespeichert hat. Man hatte uns zwar ein anderes Hotel in der Nachbarschaft angeboten, welches uns allerdings nicht wirklich zugesagt hat. An dieser Stelle frage ich mich, was die Menschen früher ohne Internet gemacht haben? :S Wir konnten dann glücklicherweise das Whalesong Guesthouse buchen, was wir absolut nicht bereut haben.

Bevor wir uns jedoch auf den Weg zur Küste machen, steht uns noch genügend Zeit zur Verfügung um den Hluhluwe-Teil kennenzulernen. Bei Regen und Nebel aus meiner Sicht, was Tiersichtungen angeht, nicht sehr lohnenswert. Landschaftlich gefällt uns der Abschnitt gut. Aufgefallen ist uns, dass dieser Teil wesentlich dichter und grüner bewachsen ist als der Kruger NP und der iMfolozi-Teil. Tiere haben wir wie gesagt nicht ganz so viele gesehen.



Wegen des Wetters sind wir auch nicht jeden Loop gefahren. Die brenzlige Situation am Vortag hatte uns gereicht :blush: . Verlassen haben wir den Park durch das Memorial-Gate. Von hier aus fährt man dann eine gute Stunde bis St. Lucia. Angekommen in dem kleinen von Tourismus geprägten Küstendorf haben wir nach einem kurzen Tankstop unsere Unterkunft bezogen. Wir wurden im Whalesong sehr herzlich von Colleen der Inhaberin begrüßt und direkt mit jeder Menge, auf unsere Wünsche zugeschnittene Tipps für Aktivitäten, versorgt. Sie hat sogar die Buchung für unsere Hippotour übernommen und uns ein Schnorchelpaket kostenfrei zur Verfügung gestellt. Das Frühstück hat uns ganz besonders gut geschmeckt. :thumbsup:

Die vier Tage am Meer waren grundsätzlich geprägt von sehr viel Wind und Böen. Schnorcheln und Baden am Cape Vidal kam daher für uns somit leider nicht in Frage.

Stürmische See am Strand von St. Lucia


Am ersten Tag haben wir morgens früh (6 Uhr) eine Wahlewatchingtour unternommen (Online ein paar Wochen im vorraus gebucht). Hier hatten wir sehr viel Glück, der Wind war uns noch einigermaßen gnädig und so kamen wir in den Genuss als Letzte in dieser Saison mit Advantagetours aufs Meer zu fahren. Nach einer Sicherheitsunterweisung durch unseren Skipper Bernophillipson Phillipson geht es also aufs Boot, wir werden von einem Traktor ins Meer geschoben und dann geht's direkt los. Die zwei Ausboarder mit je 200 PS schieben konsequent aufs Meer. Ich bin froh über die Antiseekrankheitspflaster, ansonsten hätte ich das Wellenreiten? nein springen ist das richtige Wort, nicht überlebt :thumbup: . Das Boot muss vom Strand aus quer zur Brandung über die hohen Wellen gesteuert werden. In Thailand auf der Überfahrt nach Koh Tao gut zwei Jahre zuvor habe ich das erste Mal erfahren, was Seekrankheit bedeutet. Mit dem Pflaster konnte ich den Trip einfach nur genießen und mich aufs fotografieren konzentrieren.





Die klassische Hippo- und Croctour haben wir auf Empfehlung von Colleen abends gebucht. Bestes Licht aktive Tiere die teilweise zum Grasen schon aus dem Wasser kommen sprechen für sich. Auch diese Tour hat uns sehr gut gefallen. Ich empfehle an dieser Stelle mit einem kleinen Boot in die Wetlands zu fahren statt mit einem großen doppelstöckigem Pott.





Selbstverständlich haben wir auch die Tour zum Cape Vidal auf eigene Faust unternommen. Die Landschaft die man auch über verschiedene Loops auf guten Straßen mit neuer Teerdecke kennenlernt war sehr schön und mal etwas anderes im Vergleich zum afrikanischen Busch. Wir haben es bereits geahnt, bei dem Wind ist weder an schnorcheln, baden noch an einen Strandspaziergang am Cape Vidal zu denken. Wenigstens waren wir einmal da ;) denken wir uns. Auf dem Rückweg von Cape Vidal legen wir noch einen längeren Stopp bei Mission Rocks ein. Hier setzen wir uns auf die Felsen und lassen uns den Wind und die salzige Luft um die Ohren fegen. Auf dem Weg dorthin treffen wir ein sehr zutrauliches Warzenschwein. Es nimmt am Wegesrand ein ausführliches Schlammbad bei dem wir lange zusehen dürfen.

Cape Vidal rauh und menschenleer


freundliches Warzenschwein


Mission Rocks


Am Tag unserer Anreise haben wir den Nachmittag dafür genutzt um eine Wanderung in der Nähe des Crocodile Centers zu unternehmen. Kein großes Highlight aber landschaftlich sehr schön und eine gute Möglichkeit um an- und runterzukommen. Einen längeren Strandspaziergang haben wir ebenfalls in diesen Tagen gemacht, dieser war jedoch ebenfalls geprägt von viel Wind und mit Salzluft "durchtränkten" Klamotten.





Die nächste Station heißt Tugela Mouth, ein kleines Küstendorf zwischen St. Lucia und Durban. Wer hier hin möchte, sollte sich mit ein paar Lebensmitteln eindecken, es gibt hier meines Erachtens keine Einkaufsmöglichkeit. Wir wollten hier eigentlich einen Strandtag einlegen und die Seele baumeln lassen. Seele baumeln lassen ging, aber leider nicht am Strand. Am Tag unserer Anreise war das Wetter, bis auf den starken Wind, noch in Ordnung. Nach unserer ersten Nacht ging es dann gar nicht mehr. Den ganzen Tag hat es ohne Pause gestürmt und Bindfäden geregnet.

Ausblick von unserer Veranda am Tag der Anreise


Einen Tag später


Ein Alternativprogramm ist in dem Ort bedingt bis garnicht möglich, also haben wir uns unseren Büchern gewidmet und den Tag auf unserem Zimmer verbracht. Die Unterkunft war das Sensayuma Backpackers. Das Haus liegt sehr schön direkt an der Mündung des Tugela-Rivers und direkt am Ozean. Auch das Zimmer mit Meerblick hat uns ganz gut gefallen. Grundsätzlich ist die Unterkunft jedoch eher etwas für "richige" Backpacker also nichts für uns ;) , für unseren Geschmack ein bisschen zuuuu alternativ angehaucht (etwas schwer zu beschreiben.)

Die Straße nach Tugela Mouth ist übrigens seit Jahren und noch einige Jahre im Bau und man muss eine sehr lange Strecke über Schotter fahren. Für den Rückweg hatten wir schon befürchtet, dass wir nicht mehr wegkommen weil der Regen die Straße vielleicht unpassierbar gemacht hat. Diese Befürchtungen hatten sich allerdings nicht bewahrheitet. So konnten wir - wieder bei Regen - morgens von Tugela Mouth nach Durban aufbrechen. Die Stadt als solche stand eigentlich nicht auf unserem Plan, lag aber auf dem Weg in die Drakensberge. Wir haben uns wegen des Wetters dann für einen Besuch in der uShaka Sea World entschieden. Unseren letzten Besuch in einem großen Aquarium in Bangkok hatten wir bitter bereut, die uShaka Sea World hat uns dann doch positiv überrascht. Das Motte scheint "Mehr Platz für weniger Arten" zu sein.

Nach dem Durban-Kurzbesuch ging es dann direkt weiter nach Himeville in die südlichen Drakensberge, dort haben wir ein Rondavel in der Sanilodge Backpackers gebucht. Die Fahrt dorthin dauert ca. 3 Stunden und ist geprägt von schönen weiß gepuderten Bergen und ja, ich schreibe schon wieder übers Wetter, aber das war während der gesamten vier Wochen wirklich ziemlich verrückt, von einigen Temperaturschwankungen. ;( In Durban waren es noch 10 bis 12 Grad, in Himeville hatten wir 7 Grad und zwischendurch um die 5 Grad... aber wir sind doch in Afrika..??

In unserer Unterkunft angekommen gab es ersteinmal keinen Strom, das sei hier normal! Nach einer halben Stunde dann eine kleine Entwarnung. Der kleine Elektroofen in unserem Zimmer zeigte mit einem kleinen roten Licht an, dass es doch ein bißchen wärmer werden könnte heute Nacht. Bei drei Grad draußen haben wir uns trotzdem fünf Decken drüber geschmissen, jetzt hätte ich gern meinen Campingschlafsack? :)

Die Unterkunft hat uns trotz Kälte gut gefallen. Es gibt einen Gemeinschaftsraum mit Kaminfeuer und kostenlosem Kaffee, Tee und Milch. In dem einzigen gut geheizten Raum kommt man leicht ins Gespräch mit anderen Afrikainfizierten. Außerdem kann man ein drei Gänge Abendmenü für kleines Geld vorab buchen, was wir absolut empfehlen können. Nach Einbruch der Dunkelheit fallen wir mal wieder ins Bett, morgen werden wir gegen halb neun zur Sanipasstour abgeholt.

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sunny_r

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Donnerstag, 8. Februar 2018, 00:03

Hallo Schuetzi

Ups 2/3 der Strecke schom vorbei. Da bin ich klar viel zu spät dran. Darf ich den Rest der Tour noch mitmachen?

Danke für den bisherigen Bericht :danke:

LG Rainer

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Schuetzi81 (8. Februar 2018, 08:23)

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Donnerstag, 8. Februar 2018, 08:23


Hallo Schuetzi

Ups 2/3 der Strecke schom vorbei. Da bin ich klar viel zu spät dran. Darf ich den Rest der Tour noch mitmachen?

Danke für den bisherigen Bericht :danke:

LG Rainer


Hallo Rainer, klar darfst du mitfahren, aber stell dich auf ausgedehnte Wanderungen in den Drakensbergen und frühes aufstehen ein ;) .

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sunny_r (8. Februar 2018, 08:28)

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Mittwoch, 21. Februar 2018, 11:02

Hoffentlich geht es dann auch bald mal weiter mit den Wanderungen in den Drakensbergen :)

Das mit der nicht gespeicherten Unterkunft über booking ist ja unschön. Ich hoffe, man kann sowas ein wenig entgegenwirken, indem ich rechtzeitig vorher die Unterkünfte nochmal kontaktiere, sofern die sich nicht unabhängig von booking schon gemeldet haben. Aber schön, dass euch eure Ersatzunterkunft gefallen hat, habe das Whalesong auch gebucht :D

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Mittwoch, 21. Februar 2018, 15:17

Tag 21 bis 22 - Sanipass-Tour und Injisuthi

Heute fahren wir mit einem Offroader den Sanipass hoch nach Lesotho. Die Tour haben wir per Mail vorher direkt in der Unterkunft gebucht und wird über Drakensberg Adventures durchgeführt. Die Teilnehmer die am Tag unserer Anreise (gestern) hochgefahren sind, berichten von 20 cm Schnee, das letzte Stück bis zur Grenze von Lesotho musste erwandert werden. Die Steigung ist dort oben zu steil und es gab gestern kein vorwärts kommen dort oben.

Bei strahlendem Sonnenschein werden wir von Matthew Chaplin begrüßt. Sein Defender läuft bereits warm. Nicht das neueste Modell aber stilecht und ohne den ganzen Schnickschnack. Wer braucht schon Ledersitze um nach Lesotho zu fahren... Wir bekommen ein kleines Lunchpaket und sitzen auf. Mit uns fahren ein deutscher Student und seine Schwester, ein deutscher Alleinreisender und ein Paar aus Frankreich. "Wenn der Defender keine Geräusche mehr macht ist er kaputt", bemerkt Matthew und legt krachend die Gänge ein. Die Passstraße führt uns über teilweise sehr steile und matschige Serpentinen bis auf 3000 Meter über NN. Wir begegnen einigen Baustellen die einen Ausbau der Passstraße ankündigen. In fünf Jahren könnt ihr selbst mit einem Sportwagen hier hoch, erklärt uns Matthew. Wir sind uns unsicher ob das wirklich so sinnvoll ist für diese Region und die Landschaft wenn sich demnächst hier der Massentourismus breit macht. Wir reisen aus Südafrika aus und in Lesotho ein. Ein Tourist hat gestern bei Schnee versucht hier hoch zu kommen. Der Allrad Pickup liegt am Wegesrand halb im Graben, das hat dann wohl nicht geklappt...

Blick auf die Passstraße


Oben angekommen, regelt Matthew die Einreiseformalitäten. Hier oben ist es verdammt kalt, da der Schnee taut, schätze ich die Temperatur auf ca. 1 bis 3 Grad. Durch den Wind fühlt es sich kälter an. Wir haben alle Jacken angezogen die unser Koffer hergegeben hat. Um einen Stempel im Pass reicher fahren wir weiter, es geht zunächst ins Landesinnere über sehr gut ausgebaute Straßen vorbei an einem Dorf und vielen Schafen. Immerwieder laufen uns einheimische Hirten über den Weg. Welch ein anderes Leben als bei uns zu Hause stelle ich fest.



Wir fahren bis zum Highest Point auf 3240 Meter und machen eine längere Rast. Erst vertilgen wir unser Lunchpaket und wandern ein gutes Stück Richtung Nord-Osten bis wir den Gipfel des höchsten Berges im südlichen Afrika sehen können. Der Berg nennt sich Thabana Ntlenyana, das heißt übersetzt Schöner kleiner Berg. Beim Anblick weiß man warum, trotz seiner 3.482 Meter scheint es nur ein Hügel zu sein. :)



Auf dem Rückweg halten wir im Dorf das wir bereits auf dem Hinweg nur im Vorbeifahren gesehen haben. Auf dem Hinweg stand hier noch alles voll mit Tour Fahrzeugen. Matthew besucht das Dorf bei seinen Touren immer erst zum Schluss. Der Massenansturm ist dann schon vorbei und tatsächlich, wir sind die einzige Gruppe im weit und breit. Bei selbstgebrautem Bier und über heißen Kohlen gepackenem Brot lauschen wir Matthew und einer Einheimischen, die uns allerlei interessantes über das Dorf, seine Bevölkerung und Lesotho erzählen.



Wir verlassen das Dorf wieder Richtung Passstraße. Nach der Ausreise aus Lesotho geht es wieder runter zur Unterkunft. Matthew ist sehr unterhaltsam und hat tolle Geschichten auf Lager. Unten angekommen verabschieden wir uns von Ihm und den anderen Teilnehmern und lassen den Nachmittag bei einer Dose Castle Lager auf der Veranda in der Sonne ausklingen.



Am nächsten Tag brechen wir nach einem Frühstück mit Müsli und Kaffee und Tee zeitig auf um nach Injisuthi zu fahren, dort haben wir zwei Nächte ein Chalet gebucht. Als Zwischenstopp wählen wir Escourt, hier kaufen wir für die nächsten Tage das Nötigste ein. Die Fahrt dauert insgesamt ca. 4 Stunden. Ein weiteres Mal sind wir froh ein etwas höher gelegtes Auto zu haben, die Straße wird zunehmend schlechter, zwischendurch sind es Schotterpisten. Teilweise tiefe Schlaglöcher gibt es fast durchgängig bis zum Camp. Die Landschaft ist atemberaubend. Das Camp liegt sehr abgelegen mitten in der Wildnis. Wir beziehen unser Chalet dass bereits früher als erwartet fertig ist. Die Einrichtung ist erwartungsgemäß rustikal. Draußen wartet ein Grill auf unser Porterhouse Steak, man mag es nicht glauben aber es wird unser erstes Braai. :whistling:

Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, starten wir zu einer ersten kleinen Runde. Wir möchten die Umgebung erkunden und die schöne Landschaft genießen. Das Camp ist bei weitem nicht ausgebucht, so sind mehr oder weniger allein auf weiter Flur unterwegs.

Unsere erste kleine Runde 4,5 km und 158 Höhenmeter:


Ein Vogel, mit sehr viel Glück vor die Linse bekommen:




Injisuthi Camp


Wir stellen hier schon fest und es war uns fast vorher schon klar, die Beschilderung und die Wanderwege sind mit dem Gewohnten in den Alpen nicht zu vergleichen. Ich bin froh über die OpenSource-App auf meinem Handy.

Am nächsten Tag möchten wir eine "entspannte" Runde erwandern, das nehmen wir uns immer so vor wenn wir in die Berge fahren, so richtig im Training ist man ja doch nicht. Die Höhenmeter steigern wir dann im Laufe der Tage immer weiter nach oben. Wir starten also wieder an der Rezeption mit der Eintragung ins Rescueregister, wichtig ist das Austragen nach der Wanderung ansonsten suchen sich die Bergretter womöglich einen Wolf nach uns.

Die Runde ansich ist sehr schön, sowohl landschaftlich als auch von der Wegbeschaffenheit. Wir laufen durch den wunderschönen Yellowwood Forest bis zur Grindstone Cave, von dort aus weiter hoch.

Grindstone Cave:


Eigentlich wollen wir eine mittlere Streckenlänge laufen doch anscheinend verpassen wir eine Abzweigung die vielleicht garnicht vorhanden ist? So laufen wir immer weiter Richtung Südwesten. Zwischendurch querfeldein den Hang hoch irgendwo muss doch der Weg sein? ;( Wir hören Paviangebrüll und sehen zwei Antilopen der Berg hochwetzen. Unsere Runde wird als doch größer als erwartet. Naja bis jetzt gehts ganz gut. Der Aufstieg macht uns weniger zu schaffen als Gedacht. Bevor wir den Old Women Stream überqueren machen wir eine Pause und überqueren erfrischen uns im Selbigen. Dann geht es wieder runter. Ich merke recht zügig dass mein linkes Knie sich bemerkbar macht, da war doch was? So ein Mist, ich habe meine Bandage im Koffer liegen lassen. Danach wird klar, das werden ziemlich schmerzhafte 8 km Rückweg, aber es hilft nichts, da muss ich wohl durch. Letztendlich sind 19,4 km und 850 Höhenmeter herausgekommen, alles andere aber keine entspannte Genusswanderung. Trotz allem, die Wanderung ist sehr schön und absolut Empfehlenswert, tolle Ausblicke und wilde Natur kann man hier genießen.



Erschöpft kommen wir am späten Nachmittag zurück zu unserem Chalet, ein Wohltat die Schuhe auszuziehen und die dampfenden Füße ins kühle Gras zu stellen.

Unser Chalet von außen...


und innen:


Der Abend ist entsprechend unserer (Tor)tour schnell vorbei, wir bewundern den Sternenhimmel und lassen es gemütlich am offenen Kamin ausklingen. Morgen geht es bereits weiter nach Winterton. Hier wartet eine Ballonfahrt auf uns.

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