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viatrix

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Dienstag, 14. Juni 2016, 21:10

Wahrscheinlich meinst Du hier Mokala statt Marakele? Oder habe ich etwas übersehen?

Ja, entschuldigt, ich habe so viele NP durcheinander gecheckt, dass mir einige schon durcheinanderkommen beim Schreiben. Ich meine definitiv Mokala, der wurde ja sehr empfohlen. :blush:

viatrix

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Dienstag, 14. Juni 2016, 21:38

Liebe Maddy, wirklich herzlichen Dank für diese exakte Auskunft. Ich war ohnehin sehr misstrauisch und hätte vorher sicher noch genau nachgefragt, aber so ist die Planung einfacher. :danke:

viatrix

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Sonntag, 25. Dezember 2016, 19:20

Endlich - der Reisebericht

Jetzt ist wieder ein halbes Jahr vergangen - aber nun habe ich es geschafft. Die Fotos sind bearbeitet, das Fotobuch ist fertig, der Tagebuchtext noch einmal überarbeitet.
Ich werde also jetzt unsere wunderbare Reise für alle noch einmal Revue passieren lassen! Wir waren von Anfang Juli bis 22. August unterwegs, Start und Endpunkt Johannesburg. Ich hoffe, ich mache alles mit dem Einfügen der Bilder richtig.

Tag 1:
Anreise mit Hindernissen!

Mit einem Tag Verspätung sind wir endlich in Johannesburg angekommen! Unseren ersten Reisetag haben wir ja dank eines ausgefallenen Flugs (wegen einer defekten Lichtleiste) zu Hause verbracht, danach das ganze Procedere noch einmal inclusive Taxifahrten und Einchecken. Wir sind nun über München und mit South African Airways geflogen, hat dann wenigstens alles funktioniert. Die Zollformalitäten waren sehr langwierig, und so hat es mehr als 2 Stunden gedauert, bis wir bei unserem Autovermieter (Zebra Camper) angekommen sind. Dafür sind wir mit dem Toyota Hilux wieder sehr zufrieden, er ist sehr gut ausgestattet (Kühlbox, Tisch, Sessel, Aufbewahrungslade, Safe, Kompressor, 2 Reserveräder, Wassertank, doppelter Tank) und lässt sich auch sehr angenehm fahren. Die erste Etappe ist nun wegen der Verspätung etwas länger, wir fahren bis zur Lions Rock Lodge, das sind ca. 3 Stunden, mit einer Pause. Dort fühlen wir uns auf Anhieb wohl, auf dem Gelände laufen Springböcke und Wasserböcke herum, man hört die Löwen brüllen wir sind wirklich in Afrika angekommen.
Damit der Stress sich legt, beschließen wir, hier eine zweite Nacht zu bleiben und dann eben im nächsten NP im Zelt nur eine Nacht. Abends wird es hier nämlich wirklich sehr frisch, so um den Gefrierpunkt. Zum Glück gibt es im Restaurant ein wärmendes Feuer, im Bett auch Heizdecken, was gar nicht dumm ist zum Aufwärmen.

Tag 2: Große, arme Katzen

Nach einem guten Frühstück können wir den Tag schon richtig genießen. Um 11 Uhr nehmen wir an einer Fahrt durch das Gelände teil, bei der wir viel über die Tätigkeit von Vier Pfoten hier erfahren. Auslöser für die Gründung der Lodge war übrigens der Konkurs des Tierparks in Gänserndorf, das dortige Löwenrudel hat hier seine neue Heimat gefunden. Derzeit werden hier 80 Löwen, einige Tiger, zwei Leoparden, Caracals, Cervals usw. betreut, die alle aus traurigen Verhältnissen, meist osteuropäischen Zoos oder Zirkussen, stammen. In dieser natürlichen Umgebung scheint es ihnen gut zu gehen und man kann so Löwen auch aus der Nähe ansehen.



Nachmittags machen wir auf dem schönen Gelände noch einen Rundgang, dann schmeckt endlich auch das Essen :beer: wieder und wir sind bereit, es richtig anzugehen!

Tag 3:
Organisatorisches

Dieser Tag wird nach einem morgendlichen Spaziergang mit Wasserböcken wieder der Organisation und Fahrt gewidmet: Wir müssen schließlich noch einkaufen, was wir in Bethlehem gut schaffen, obwohl es doch mit allem Herumsuchen (Brennspiritus ist wieder einmal schwer zu kriegen, aber im Hardware Shop finden wir was Ähnliches, das schließlich auch gut brennt) gut zwei Stunden dauert. Danach haben wir aber genug für die Grundversorgung und außerdem auch eine einheimische SIM-Karte, sodass wir telefonieren können.
Die Fahrtstrecke an diesem Tag beträgt auch gut 140km, davon nur ein Teil auf der Nationalstraße, dafür nähern wir uns den Drakensbergen. Auf einer Passhöhe, der Grenze zu KwaZulu Natal, bekommen wir im Border Post recht guten Lunch, das erspart uns außerdem am Abend zu kochen. Die Fahrtstrecke hinein zum Royal Natal NP führt durch große Siedlungsgebiete. Einfache Häuschen bedecken die Hänge und Täler, überall weidet Vieh: Kühe, Ziegen und Schafe grasen an der Straße und überqueren sie auch nach Lust und Laune. Auch die Menschen sind überwiegend an bzw. auf der Straße anzutreffen, es geht lebhaft zu. Es sind zwar keine Slums, aber arm sind die Leute schon , man kann wohl davon ausgehen, dass die wenigsten eine Arbeit haben, es sind einfach sehr viele Menschen und rundherum gibt es keine Industrie. Manche Häuser sind aber auch recht ansehnlich, mit Auto davor und Satellitenantenne, das sind wohl die mit einem Job.

Im Nationalpark finden wir leicht Platz zum Campen, obwohl der Campingplatz gut gefüllt ist, es ist Wochenende und es sind Schulferien. Die Anlage ist schön und solange die Sonne scheint, ist es auch angenehm. Wir machen uns noch einen Tee, aber um 6 Uhr ist es finster und wird schon recht kühl ? also ab in der Schiunterwäsche in den Schlafsack! Beim Schlafen ist es nicht zu kalt, aber der Weg aufs Klo ist erfrischend.

Tag 4:
Einladende Badegumpen

Ein schnelles Frühstück, Fotos von einem Duiker (kleine Antilope) und rascher Zeltabbau, wir wollen eine längere Wanderung machen. Immer mit Blick auf die gewaltige Felswand des Amphitheaters geht es am Thukela
River entlang. Der höchste Gipfel, der Sentinel, ist über 3100 m hoch, und obwohl es in der Nacht gefroren hat, ist nirgends Schnee zu erblicken. Der Weg führt leicht bergauf, dann ziemlich flach in der Sonne dahin und bald ist es
auch im T-Shirt recht warm. Es fühlt sich an wie an einem milden Herbsttag. Die Wiesenhänge sind zwar braun, aber in den Seitentälern kommen wir immer wieder in kleine Wäldchen mit dichter Vegetation, was wirklich wunderschön ist. Mit einigen Fotopausen erreichen wir nach 3 Stunden die Schlucht, das Ziel dieser Tour.





Wir gehen soweit wie möglich über den Schotter hinein, zunächst noch recht einfach. Doch bei einigen großen Felsen und einem tieferen Gumpen halte ich an; Christian ist da wieder einmal weiter geklettert, er hat ja eine Vorliebe für solche Abschnitte. Nur zurück scheint nicht so einfach! Aber mit Anlauf und die Reibung am Felsen ausnützend sollte es klappen. Trotz meiner Sorge um die Fotoausrüstung saust er los, wird so schnell, dass die Füße nicht mehr
nachkommen und macht einen spektakulären Abgang in den Pool! So heiß war es eigentlich nicht...Nach der ersten Schrecksekunde kann ich aber aufatmen: Die Schürfwunde im Gesicht erweist sich als harmlos und der Kamerarucksack
ist zum Glück wasserdicht, einmal kurz untertauchen hat gar nichts gemacht. Die Strafe für den Übermut (Mut?) besteht darin, in nassen Hosen und Schuhen zwei Stunden zurück zu marschieren. Es ist aber wirklich warm und so geht das
klaglos...

Anschließend fahren wir weiter zum nächsten Abschnitt der Drakensberge, wir haben im Camp Didima gebucht. Dort kommen wir auch rechtzeitig vor der Dunkelheit an. Dieses Camp liegt wunderschön auf einem Hügel mit Blick auf die
Berge, die Chalets sind architektonisch sehr ansprechend und außerdem gut ausgestattet für Selbstversorger. Da wir ohne Mittagessen sehr hungrig sind, landet bald ein Steak in der Pfanne, dazu Spielgelei, Gemüse und Toast, wir können uns so gut erholen. Das Haus ist auch angenehm warm, obwohl es keine Heizung gibt.

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Sonntag, 25. Dezember 2016, 19:45

Hallo Viatrix,

schön, dass du einen Reisebericht schreibst. :danke:
Der Anfang eurer Reise war ja nicht ganz reibungslos. Ich bin gespannt wie es weitergeht. Hoffentlich nur noch positive Erlebnisse.

Viele Grüße
Claudia

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tripilu (25. Dezember 2016, 20:09)

viatrix

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Sonntag, 25. Dezember 2016, 21:09

Hallo Claudia, danke für die schnelle Antwort. Und, ja, es ist nur noch positiv weitergegangen!! Fortsetzung folgt gleich:

Tag 5: Im Gebiet der heiligen Eland-Antilopen

Sonnenaufgangfotos lassen sich direkt vor unserem Chalet machen, natürlich in Daunenjacke und einigen Schichten Gewand. Auch für das Frühstück (inbegriffen) ist es sinnvoll, das warme Zeug anzulassen, die Restaurants in den NP sind eher nicht geheizt.
Nach dem Auschecken brechen wir gegen 9 Uhr morgens zu einer weiteren Wanderung auf, diesmal etwas kürzer, wieder ein Tal hinein, zur Rainbow Gorge. Wir sind praktisch alleine unterwegs, deshalb sehen wir wohl auch eine Herde
Eland-Antilopen. Das sind die größten Antilopen und sie waren den San heilig, deshalb sind sie auch auf vielen Felsmalereien dargestellt. Der Weg geht wieder angenehm am Hang entlang mit schöner Aussicht. Als nächstes stoßen wir auf eine Gruppe Paviane, die wir ebenfalls gut beobachten können. Dann senkt sich der Pfad hinab zum Fluss und führt wieder durch dschungelartigen Wald. Wald und Fluss bieten sehr schöne Motive, sodass wir hier längere Zeit mit Fotografieren verbringen.




Der Rückweg ist dafür nicht so lang, wir schaffen es, um 12.30 wieder beim Resort zu sein, sodass wir noch flott das Museum besuchen können, das eine sehr gute Übersicht über die Kultur der San und ihre Felsmalereien in den
Drakensbergen gibt.
Anschließend gönnen wir uns einen kleinen Lunch auf der Terrasse mit Blick auf die Berge, bevor wir zur dritten Drakensberg-Etappe aufbrechen.Wieder benötigen wir gut 2 Stunden auf den teilweise kleinen Straßen, vor allem
da es auch wieder durch besiedeltes Gebiet geht, was zu sehr langsamem Fahren zwingt. Doch auch diesmal sind wir beim letzten Sonnenlicht an unserem Ziel: Giants Castle. Auch hier haben wir ein Selbstversorger-Chalet mit Bergblick, von unserer Terrasse sehen wir die Gipfel noch im Abendlicht. Danach wird der offene Kamin geheizt und Nudeln zubereitet. Da wir hier zwei Nächte haben, sind wir schon recht entspannt.

Und etwas freut uns ganz besonders: Wir konnten für morgen den Vulture Hide buchen, was wir telefonisch im Vorfeld nicht geschafft hatten. Es gibt übrigens zwei Hides, man kann aber nur selbst mit einem Geländewagen hinfahren (oder 4km überwiegend bergauf gehen?).

Tag 6:
Unter Geiern

Nach einem guten Frühstück (wieder inclusive, das warme Frühstück wird sogar serviert!) bekommen wir einen Schlüssel und einen Kübel mit Fleischabfällen ausgehändigt.
Danach kann Christian gleich seine Fähigkeiten im Geländefahren ausprobieren, die Piste ist wirkliches 4x4 Gelände, schmal, holprig und stellenweise auch steil. So geht es 3km mit starker Untersetzung dahin. Ein paar Meter müssen wir
dann gehen. Der Hide ist geschickt als Felsen getarnt, innen gibt es sogar bequeme Sessel, nur als Fotograf muss man knieen – Unterlagspolster wären hier nützlich.
Wir verteilen das Fleisch und warten. Zuerst kommt ein Bussard (Jackal Buzzard) und frisst sehr ausgiebig. Danach tauchen Krähen auf und die Geier kreisen weit entfernt. Erst als wir das Fleisch ein wenig weiter weg deponiert haben, kommen sie näher – und landen auch endlich, allerdings sind sie sehr vorsichtig und stürzen sich nicht aufs Fressen – von wegen “wie die Geier”! Ganz schnell verschwinden sie wieder und wir warten ziemlich lange, bis es eine zweite Landung gibt. Sehr hungrig scheinen sie aber nicht zu sein, die meisten landen gar nicht. Zu sehen haben wir aber genug gehabt, es waren Kapgeier am Boden, die es nur in Südafrika gibt, und Bartgeier haben wir ebenfalls fliegen gesehen.


Nach Mittag fahren wir wieder zurück, stärken uns ein bisschen und machen eine kurze Pause. Dann wandern wir zur Main Cave, ca. 40 Minuten, ein schöner Spaziergang. Unter zwei Felsüberhängen werden einem dort von einer Führerin zahlreiche, zum Teil noch gut erhaltene Felsmalereien gezeigt. Meist sind Elandantilopen abgebildet, es gibt aber auch andere Antilopen, Schlangen, Jäger und Medizinmänner sowie mystische Gestalten mit Tierköpfen.

Auch diesen Tag (übrigens wie zuvor bei strahlendem Sonnenschein) haben wir sehr genossen, die Drakensberge sind absolut toll.
Wir beschließen diesen Abschnitt unserer Reise mit einem wirklich guten Abendessen im Restaurant des Resorts – kann man empfehlen!

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viatrix

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Dienstag, 27. Dezember 2016, 15:03

Fortsetzung

Tag 7: Südafrikanische Straßen

Heute steht ein Fahrtag auf dem Programm, wir wollen nach St. Lucia, das sind 460km. Wir schaffen es schnell nach dem Frühstück aufzubrechen – und jetzt darf ich auch einmal fahren. Das Auto ist angenehm zu lenken, wenn auch groß. Es geht zunächst über schmale Straßen bis zum Midland Meander – das ist eine typisch weiße Farmergegend mit schönen Landhäusern, Lodges, Restaurants, Craftshops usw. Wir finden auch ein Postamt, wir hatten nämlich den Zimmerschlüssel der Lions Lodge eingepackt und mussten ihn nun zurücksenden. Danach geht sich noch eine Kaffeepause bei der Cavesham Mill aus, einem hübsch gelegenen Restaurant.
Die weitere Strecke führt über die Autobahn – bis Durban und dann noch ca. 100km weiter ist die Strecke sehr gut ausgebaut, in Stadtnähe herrscht aber auch viel Verkehr, zum Teil auf vier Spuren. Nach Norden zu wird die Straße immer schmaler, das letzte Stück ist dann eher wie eine gewöhnliche Bundesstraße. Beim Überholen muss man da schon aufpassen. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Straßen eigentlich gut sind, der Verkehr aber manchmal originell. Auch ist überall mit Vieh und Fußgängern zu rechnen. Unangenehm ist es auch,wenn gerade neben der Straße ein Zuckerrohrfeld oder eine Eukalyptusplantage abgebrannt wird.
Um 4 Uhr nachmittags erreichen wir unser Ziel und finden auch gleich die – diesmal telefonisch – bestellte B&B. Nach den Chalets im NP kommt uns das Zimmer klein vor, aber die Ausstattung im Haus Bhangazi ist eigentlich gut, die
Besitzerin sehr hilfsbereit und das Internet gut.
Abendessen gehen wir auf ihre Empfehlung – bei einer Dienstags-Aktion bekommt man hier zwei Fischessen zum Preis von einem. Auch mit reichlich Bierkonsum kommen wir so auf eine Rechnung von 15 Euro gemeinsam! Dazu ein ganz anderes Klima als in den Bergen – auch abends hat es noch gut 17 Grad, richtig warm.

Tag 8:
Hippos!
Auch hier werden wir mit einem guten Frühstück verwöhnt. Danach machen wir einen Spaziergang durch ein kleines Wäldchen, dichte Vegetation, Vogelstimmen, aber außer einer scheuen Red Duiker Antilope ist wenig zu sehen. Anschließend spazieren wir noch über einen Boardwalk, wo wir auf die Flussmündung sehen und holen uns einen Kaffee im Bootsklub, wo man schön sitzt. An der Straße gibt es hier auch einige Märkte, aber so richtig können wir uns noch für nichts entscheiden.
Um 15 Uhr dann der Höhepunkt des Tages: Bootsfahrt mit Tierbeobachtung. Es sind um diese Zeit sicher 8 bis 10 Boote unterwegs, aber auf dem Wasserarm, der den St. Lucia See mit dem Meer verbindet, ist viel Platz. Hier leben 700 Krokodile und 800 Nilpferde, die jede Nacht 40kg Gras pro Stück fressen - für die Weiterverarbeitung des Kots sind übrigens Garnelen zuständig, was uns dann doch von der Meeresfrüchteplatte abhält.
Auf der zweistündigen Fahrt haben wir zahlreiche Gelegenheiten die Hippos ganz aus der Nähe zu sehen, gelegentlich bieten sie auch reichlich Action und reißen ihr Maul auf. Weiters gibt es ein paar ruhende Krokodile, Schwärme von Kuhreihern, weiße und graue Reiher, Nachtreiher, Gänse, Eisvögel (2 Arten) und einen Fischadler – fast alles gut zu sehen und zu fotografieren! Bei Sonnenuntergang sind wir zurück, werden gleich von afrikanischen Tänzern und Trommlern begrüßt und sind sehr zufrieden.








Tag 9:
Nationalpark und Ozean

Heute unternehmen wir die viel gerühmte und empfohlene Fahrt ans Cape Vidal. Die Straße führt gut 30 km durch den Isimangaliso Wetland NP, Tierbeobachtungen sollen häufig sein. Für diesen Park muss man allerdings extra Eintritt zahlen, er ist bei unserer Wildcard nicht dabei – die ist aber bis jetzt auch schon nützlich gewesen, in den Drakensbergen haben wir so den Eintritt schon gespart. Die Landschaft ist sehr schön, grün, weite Wiesenflächen, Palmen und Buschland wechseln sich ab – allerdings ziemlich tierlos. Ein Abstecher bringt uns zu einem Aussichtspunkt und ans Meer, das bei den Mission Rocks recht schön wild ist. Die Brandung und die herumlaufenden Krabben gefallen uns.
Die Wassertemperatur wäre sogar okay, aber die Wogen sind nicht einladend.

Die restliche Strecke gefällt uns nicht gar so gut, es gibt zwar ein paar schöne Blicke und ganz in der Ferne ein paar Zebras und einen Büffel, aber viel tut sich nicht. Das Ziel der Strecke ist ein riesiger Sandstrand, für die meisten
wahrscheinlich ganz toll, aber wir sind ja bekennende Anti-Sandstrand-Typen und drehen also wieder um. Enttäuschend finden wir vor allem, dass bis auf eine alle Loop-Roads gesperrt sind, sodass man nur auf einer Straße fahren kann und so die Chance Tiere zu sehen deutlich sinkt. Trotzdem gibt es bei der Rückfahrt Sichtungen: Paviane neben der Straße, zwei Rhinos – immerhin! Leider nicht in Fotopose, dafür ganz nah. Und einen schönen Kudu-Bock. Interessanterweise war also zu Mittag mehr Aktivität als am früheren Vormittag.

Tag 10: Big Three

Relativ bald nach dem Frühstück brechen wir auf und sind knapp eine Stunde später am Tor zum Imfolozi NP. Unsere Reservierung ist in Ordnung, nur sagt uns niemand, dass wir uns auch im Mpila Camp anmelden müssen, wie fast überall ist das Personal sehr schweigsam.
Unsere Fahrt beginnt gleich viel versprechend, die ersten Antilopen sind gleich an der Straße und wenig später der erste Höhepunkt: ein Nashorn mit Jungem ganz nahe. Bald danach treffen wir auf Impalas und Zebras und dann auf einer Seitenpiste (4x4) auf einen Büffel - wir sind begeistert. Im Mpila Camp machen wir Picknick, dann folgt eine lange Runde durch den südlichen Teil des Parks auf holprigen Schotterstraßen. An einem gut angelegten Lookout bei einem Wasserloch sehen wir zwei Elefanten - damit haben wir drei der Big Five zu Gesicht bekommen. Auch eine große Gruppe Giraffen ist zu beobachten. Später sichten wir nochmal Nashörner: In diesem NP gibt es die meisten
Breitmaulnashörner überhaupt!





Erst in der Dämmerung nähern wir uns Nselweni, unserem Bushcamp. Zu unserem Glück kann ein Ranger unsere Zimmernummer erfragen, sonst hätten wir 10 km zurück fahren müssen. Vom Camp kann man auf den Fluss blicken, er ist aber ausgetrocknet und wir sehen hier kein Wild. Da es finster wird, ist Zeit zum Kochen, Essen und Trinken mit passendem Bushfeeling.



Tag 11: Wo sind die Tiere?
Aufstehen mit der Sonne - die sich heute aber länger hinter Wolken versteckt. Bei der Fahrt zum nördlichen Teil des Parks sehen wir viele Büffel. Auch im Hluhluwe fängt es gut an mit Elefanten. Aber auf einer ersten langen Looproad gibt es nur Landschaft, völlig ausgestorben, da auch sehr trocken. Noch vor Mittag sind wir im Hilltop Camp, dort gibt es ein Restaurant mit schöner Terrasse. Wir stärken uns mit Curry.
Auch die nächste Runde, die zum Fluss führt, ist ohne Sichtung. Erst auf den letzten Abstechern wird es wieder interessant: Die Sonne scheint und wir sehen Giraffen, Zebras und dann Nyalas und Warzenschweine sowie Äffchen aus der
Nähe.





Der Nachmittag hat sich gelohnt. Zu unserem Quartier, einer einfachen Lodge bei Hluhluwe (Ecolodge) brauchen wir nicht länger, sodass der Tag entspannt endet. Sehr nett ist die Atmosphäre beim Abendessen am offenen Feuer, auch
plaudern wir nett mit anderen Gästen.

Tag 12: Etwas planlos unterwegs
Recht rasch fahren wir am Vormittag knapp 150 km nach Norden, immer auf der R22, die gut ausgebaut ist. So kommen wir früh in Manguzi an und gehen erst mal in den Supermarkt.
Obwohl Sonntag ist, herrscht lebhaftes Treiben. Dann fahren wir bis zur Abzweigung zu unserem Quartier (Kosi Moon) und wollen dort anrufen, kriegen aber kein Netz, die Festnetznummer funktioniert nicht, wir werden unsicher und
fahren in den Ort zurück, um Internet oder Informationen zu finden, was aber nicht gelingt. Schließlich erreichen wir doch die gewünschte Nummer - es passt eh alles. Über die Sandpiste finden wir auch hin. Das B&B ist hübsch, aber
leider ist Ray, der Chef, noch nicht da, sodass wir keine Tipps kriegen. Da wir nicht sinnlos herumfahren wollen, machen wir Pause, was nicht schadet. Als Ray kommt, empfiehlt er uns gleich einen Spaziergang zum See, einmal ums Eck, mit toller Vegetation, weiters plant er unser Programm für morgen und kocht Essen.
Also wieder alles im Griff!



Tag 13: Pretty Flamingo Tour
Gleich nach dem guten Frühstück fahren wir ein Stück (aber nicht den empfohlenen Abschneider) zur Casita Lodge - die wäre eine Empfehlung für Camper und außerdem führt der Besitzer selbst die Touren. Zusammen mit einem Pärchen aus Holland begeben wir uns aufs Boot.

Zunächst geht es quer über den dritten See: Der Kern des Parks besteht aus einer Seenkette, der vierte ist Süßwasser, der erste hat das meiste Salzwasser. Dadurch gibt es eine große Artenvielfalt. Bald kommen wir auch zu den Fischfallen, die noch immer von den Tonga benutzt werden, durch ein Reusensystem werden die Fische eingefangen. Die Fahrt führt weiter durch einen 3 km langen Kanal, wo es viele Kormorane, Reiher und einen Eisvogel zu sehen gibt. An einer Stelle gibt es ein Floß, das die Kinder benutzen, um in die Schule zu kommen. Wir fahren über den 2. See und den dritten, wo es eine große Flamingo - Kolonie gibt. Unser Fahrer schiebt das Boot durch das flache Wasser, sodass wir nahe ran kommen. Doch am schönsten ist, als alle auffliegen und wieder landen!






Zurück von der Fahrt gönnen wir uns im Casita einen leichten Lunch, dann testet Christian auf dem Abschneider (durchaus anspruchsvolle Sandpiste) seine Fahrtechnik und dann Pause. Später am Nachmittag gehen wir noch den Palmenwald am Seeufer fotografieren. Hier gibt es übrigens Geier, die überwiegend vegetarisch von Palmen leben. Wir haben aber keinen gesehen, vielleicht sind sie bei der Diät schon ausgestorben.
Was jedenfalls klar ist - hier könnte man leicht ein paar Tage verbringen.

Tag 14: Elefanten und Luxus

Weit ist es nicht zum Tembe Elephant Park, sodass wir schon am späten Vormittag dort sind. Die Begrüßung mit Gesang und der freundliche Empfang sind toll, die Anlage ist sehr hübsch und wird von Tembe People geführt. Nach Quartierbezug und einem Kaffee haben wir noch Zeit zu einem Wasserloch zu fahren und gleich sehen wir lebhafte Elefanten!
Das Programm beginnt mit einem guten, leichten Lunch, dann folgt ein langer Gamedrive. Die Landschaft ist vielfältig, die Vegetation eher dicht.

Wir sehen aber Elefanten und viele Antilopen, die aber eher scheu sind, da sie gelegentlich gejagt werden, es gibt wohl noch zu wenig Löwen im Park. Wir fahren, bis es dunkel ist, aber der Nightdrive bringt wenig.
Bei der Lodge gibt es ein Lagerfeuer, bald sitzen wir beim Dinner. Unsere Tischpartner sind sehr interessant, ein Bauunternehmer im Ruhestand mit vielen Interessen. So erfahren wir wieder sehr viel über das Land.


Tag 15: Löwen!
Das erste Frühstück wird um 6 Uhr morgens serviert, dann beginnt der Gamedrive. 10 Minuten später schaut ein junger Löwe aus dem Gebüsch! Dann folgt eher hektisches Rangieren, wir sehen die Löwin und ihre verspielten Jungen aber doch sehr gut, wenn auch nur kurz. Das bleibt der Höhepunkt der Fahrt.


Ein Stück ist sogar eher unangenehm, da dichter Rauch über der Gegend liegt. In der Sonne wird es wieder angenehm und unser Fahrer erzählt uns auch interessante Dinge, die Sichtungen bleiben aber bescheiden.
Zum Ausgleich gibt es dann ein zweites Frühstück mit weiteren netten Gesprächen. Anschließend fahren wir noch einmal zum Hide beim Wasserloch, was wieder sehr lohnend ist. Dort kann man wieder einige Elefanten und viele Nyalas beobachten.




Nun geht es weiter zum Itala NP, der ein wenig abseits liegt. Der erste Abschnitt geht flott bis Jozini, wo der Verkehr stärker und das Gelände hügeliger ist. Wir sehen auf den Pongola Stausee, der wenig Wasser hat, immer wieder gibt es doch Anzeichen der Dürre in diesem Jahr.
Als wir dann auf die R69 einbiegen, finden wir uns auf einer eher einfachen Schotterstraße wieder - gleichrangige Straßen sind hier sehr unterschiedlich! Es wird dann aber wieder besser und gegen 4 Uhr sind wir im Camp des NP. Unser Chalet ist echt groß mit praktisch 4 Räumen. Da das Licht gut ist, brechen wir noch zu einer Runde auf. Landschaftlich ist der Park wunderschön, wir sehen auf den grasigen Gebieten auch Antilopen und ein paar andere Tiere. Die Strecke führt dann am Berg entlang durch Buschland und nur noch die Losungen weisen auf Wildlife hin. Auch ist die Strecke anspruchsvoll und unser 4WD ist absolut sinnvoll!
Wir schaffen es noch bei Tageslicht zurück, dann sind die Nudeln schnell gekocht und gegessen und wir fallen früh ins Bett.

PS: So, ich lade es zwischendurch wieder hoch. Mache ich das mit den Fotos richtig? Über Dateianhang und dann im Text positioniert? Optisch gefällt mir das nicht so gut - gibt es noch eine andere Technik?


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Charlotte_ (8. November 2017, 09:11), Western Waldi (5. Mai 2017, 16:55), toetske (26. März 2017, 22:23), Piepsi (16. März 2017, 13:06), kawa65 (3. Februar 2017, 14:03), ReginaR. (2. Januar 2017, 07:13), sunny_r (29. Dezember 2016, 20:38), Cassandra (28. Dezember 2016, 15:27), Wicki4 (28. Dezember 2016, 08:22), Cosmopolitan (27. Dezember 2016, 18:26), Bär (27. Dezember 2016, 17:21), corsa1968 (27. Dezember 2016, 16:54), maddy (27. Dezember 2016, 15:39)

Kitty191

Schnürsenkel

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Dienstag, 27. Dezember 2016, 15:23

Schau mal unter Support und Internes. Dort gibt es den Thread: Tipps und Tricks zum Forum. Dort wird unter anderem beschrieben, wie Fotos in Beiträge eingefügt werden.

LG
Kitty
Falls Du glaubst, dass Du zu klein bist um irgendwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Zimmer ist
Dalai Lama

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viatrix (27. Dezember 2016, 16:10)

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Dienstag, 27. Dezember 2016, 17:34

Foto Nachtrag

Ich habe jetzt doch mit einer Galerie angefangen und werde hier noch Fotos hochladen zu den letzten Posts:
Zunächst aus St. Lucia:

Kuhreiher im Flug; weiter im iSimangaliso:

Krabbe; danach: Kosi Bay

Sowie Itala-Np:





So sieht es doch schöner aus, weil man die Bilder größer darstellen kann.

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viatrix

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Mittwoch, 28. Dezember 2016, 12:34

Fortsetzung Swasiland und südlicher Krüger NP

Tag 16: Wenig und viel los....
Am Morgen genießen wir die Landschaft und auch das Frühstück. Dann fahren wir noch eine Runde durch den NP und zwar zum Pongola Fluss. Die Landschaft ist schön, aber im Gebüsch sieht man kaum Tiere. Auf den höher gelegenen offenen Flächen gibt es viele Gnus, Impalas und gelegentlich Giraffen und Zebras sowie Warzenschweine, insgesamt halten sich die Sichtungen in Grenzen. Zum Glück auch im Gelände des Camps, da fühlen sich nämlich seit einiger Zeit einige Elefanten recht wohl, nutzen den Swimmingpool als Wasserloch und das doch recht große mit Elektrozaun gesicherte Gelände als Futterstelle.
Fazit zum Itala: Landschaft wirklich sehenswert, Tierbeobachtung mittelmäßig.

Noch vor Mittag starten wir los - rund 300 km nach und durch Swasiland liegen vor uns. Das erste Stück bis Pongola ist flott, bis zur Grenze in Lavumisa geht es auch gut, die Formalitäten dauern ca. eine halbe Stunde, wobei wir unsere Autopapiere nicht vorweisen müssen.
Zuerst ist die Straße auch in Swasiland toll ausgebaut, aber mit zunehmendem Verkehr wird sie schmaler und vor der Stadt Manzini beginnt der Stau, der sich, ergänzt durch eine Baustelle, über 20 km zieht und die Fahrzeit fast um eine Stunde verlängert. Eine Streckenführung ohne diese Stadt wäre sinnvoll.
Entschädigt werden wir dann vom Restaurant der Mantenga Lodge: Wir sitzen angenehm auf der Terrasse, der Abend ist mild und wir gönnen uns die Spezialität hier: flambiertes Geschnetzeltes vom Steak - schaut toll aus und
schmeckt gut!




Tag 17: Ein bisschen Kultur
Weiter geht es ins nahe Naturschutzgebiet, der Fluss und der Wasserfall haben noch Wasser, aber auch hier merkt man die Folgen der Dürre, man sieht viele Waldbrände.



Hauptsehenswürdigkeit hier ist aber ein cultural village, also eine Art Freilichtmuseum. Unser Führer erklärt die Traditionen sehr gut, interessant ist die Bauweise der Hütten. Obwohl sicher manche Verhaltensweisen weiter wirken (etwa was die zahlreichen Ehen des Königs betrifft, wobei sein Vater extremer war, der hatte 300 Kinder), lebt auch Swasiland im 21. Jahrhundert, gerade das Ezulwini Tal, wo wir gerade sind, ist eine Spielwiese der schwarzen Upper Class mit Einkaufszentrum und Golfplatz.
Nach der Führung gibt es eine tolle Tanzdarbietung, mit viel Bewegung. Insgesamt war das ein lohnender Zwischenstopp.







Unsere Fahrstrecke für heute ist weniger als 200 km und bis zur Grenze geht es trotz schmaler Straße gut, auch die Ausreise klappt flott. Aber dann! Es folgt eine 30 km lange Baustelle mit Ampelbetrieb, was fast eine Stunde Zeitverlust bedeutet. Wir kommen also müde in Malelane an. Dafür werden wir im Husha Husha B&B herzlich empfangen, der Restaurant Tipp ist auch gut (Kudu Steak mit Blick auf den Crocodile River in der Dämmerung) und wir schaffen sogar noch den Einkauf.
Mit nettem Plaudern klingt der Tag aus.

Tag 18: Krüger - Big Five?
Am späten Morgen fahren wir in den Park. Gleich die erste Schleife durch hügeliges Gelände lohnt sich: Elefanten mit Jungen und ein Nashorn mit einem Kleinen - ganz für uns allein!


Wir sind mit dem Beginn sehr zufrieden und fahren und fahren, der Krüger ist ja riesig und bei 40 km/h auf Schotter braucht man genug Zeit. Auf unserer Fahrt Richtung Lower Sabie sehen wir weitere Nashörner, Elefanten und auch Büffel, sowie genug Antilopen.
Schön ist besonders die Strecke am Sabie River entlang, man sieht auf alle Fälle Elefanten und Nilpferde.


Im Camp beziehen wir unser einfaches Hüttchen und jausnen.




Um vier fahren wir wieder los, um das schöne Licht zu nützen. Dann fahren wir wieder den Fluss entlang und bekommen den Tipp für einen Leoparden. Es ist ein Stück hin, aber noch im Abendlicht schaffen wir es: Da liegt er auf dem Ast genau bei einem Aussichtspunkt! Absolut der Höhepunkt des Tages!


Und bei der Rückfahrt zum Camp sehen wir sogar noch zwei Löwen an der Straße liegen. Die kann man nicht übersehen, sobald sich der Verkehrsstau gebildet hat. Wir haben tatsächlich am ersten Tag die Big Five gesehen!


Tag 19: Kommt Regen?
In der Früh ist es windig und dicht bewölkt, Regen ist angesagt, der sehr notwendig wäre, weshalb wir uns Zeit lassen. Die Runde nach Süden verspricht viele Sichtungen.




Zuerst können wir interessante Vögel (Hornrabe, Gaukler) fotografieren, dann ein verdächtiger Stau: Tatsächlich liegt ein Löwe im Gebüsch, daneben ein Riss und eine tote Hyäne - die Action ist wohl schon länger vorbei. Lange halten kann man wegen des Verkehrs hier nicht, das ist sicher ein Nachteil des Krüger.
Wir biegen wieder auf Schotter ab. Hier ist das Gelände offener, es soll Geparden geben. Der nächste Stau ist verdächtig, doch Gebüsch steht uns im Weg. Ein paar Meter rücken wir vor und da steht der Gepard auf einem
Hügel, zwar nicht ganz nah, aber gut zu sehen. Wirklich toll!


Ein Stück weiter sehen wir noch zwei Löwinnen durchs Gras spazieren, dann geht es für eine Pause ins Camp.
Die Abendrunde fällt etwas kürzer aus, kurz gibt es schönes Abendlicht, natürlich sehen wir auch einige Tiere, darunter ziemlich nahe ein Elefant, wir weichen rechtzeitig aus, als er ein bisschen trompetet (für eine Schlagzeile a la Schwarzenegger reicht es nicht). Außerdem ein sehr böse schauendes Nilpferd mitten im Gebüsch ... Geregnet hat es übrigens (noch) nicht.







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viatrix

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Donnerstag, 29. Dezember 2016, 20:09

Blyde River Canyon und Mathikithi Trail im Krüger

Tag 20: Fad wird's hier nicht

Diesmal stehen wir auf und fahren in der Morgendämmerung los. Der Riss von gestern ist weg, nur noch ein paar satte Geier sitzen herum. Bei schönem Licht sind wir aufmerksam unterwegs und stoßen so auf eine Hyäne, bei der Straße. Sie verschwindet schließlich in einem Wasserrohr.
Im Camp packen wir flott ein, checken aus und gönnen uns ein Frühstück - vor allem wegen des guten Kaffees und der Aussicht. Dann folgt die nächste Etappe Richtung Skukuza und dann Phabeni Gate. Und da - Action! Der Stau und die Drängelei deuten auf Löwen, wir stellen uns an und rücken recht schnell in zweiter Spur in Fotoposition vor: Eine Löwin versteckt im Gebüsch, die andere frisst ruhig an einem Warzenschwein und lässt sich durch das Gedränge nicht stören. Sehr zufrieden mit dieser Sichtung und nach einer Fahrt ohne weitere spektakuläre Erlebnisse verlassen wir den Park.




Es geht nun 1000 Höhenmeter hinauf nach Graskop und hinein in die Wolken, hier ist es tatsächlich feucht! Es folgt wieder ein Einkauf und dann finden wir ein Restaurant, wo wir um 4 Uhr am Nachmittag essen können, sehr gutes Hühnchen auf portugiesische Art, mal zur Abwechslung.
Unser Quartier ist wieder eine große Selbstversorger Wohnung, sehr gut ausgestattet und mit genug Feuerholz, wir machen es uns vor dem Feuer gemütlich.

Tag 21: Durch den Urwald
Wir schlafen lange und frühstücken gemütlich, da das Wetter regnerisch ist. Am späten Vormittag starten wir zur Blyde River Canyon Tour. Stopp 1 ist sehr touristisch, aber doch sehenswert: die Bourke 's potholes, hübsche Auswaschungen und kleine Stromschnellen. Es finden sich doch einige Fotomotive:





Weiter geht es zum Forever Resort, einer riesigen Ferienanlage, die sehr schön gelegen ist. Hier kostet übrigens Camping genauso viel wie das ganze Appartement, wo wir uns einquartiert haben. Ein Häppchen und ein Kaffee im
Restaurant sind aber günstig.
Wir wandern auf dem Guinea Fowl Trail, der eine gute Aussicht auf die Three Rondavels und den Canyon bietet, allerdings heute bei grauem Himmel. Der Weg führt bergab, aber nicht ganz in den Canyon hinunter. Besonders hübsch geht es dann an einem Bach entlang mit wunderschönen Becken und kleinen Wasserfällen im dichten Grün. Hier ist das Wetter wieder ein Vorteil, auch leichter Nieselregen stört nicht.

Als Rückweg wählen wir den Lourie Trail, da dieser dem Bach folgt. Landschaftlich total schön und außerdem dadurch reizvoll, dass man ein bisschen kraxeln muss sowie häufig den Bach überqueren, auch über Baumstämme. Ich ziehe
es zweimal vor, durchzuwaten, Chris fällt aber beim Balanceakt auch nicht ins Wasser.



Wir sind jedenfalls von dieser Tour begeistert, auch wenn wir den Canyon nicht im Abendlicht gesehen haben.

Tag 22: Ab in die Wildnis

Wir bemühen uns, trotz Frühstück mit Garfield (so heißt der Kater hier) bald unterwegs zu sein. Ein Abstecher zu den Aussichtspunkten ist aber drinnen, vor allem God's Window, ein echter Tiefblick, ist beeindruckend. Weniger gut bleibt mir der Halt beim Felsen Pinnacle in Erinnerung: Ein Windstoß schlägt mir den Kamerariemen ins Gesicht und ich merke erst später, dass ich dabei meine rechte Kontaktlinse verloren habe. Äußerst ärgerlich!! Reservelinsen habe ich zum Glück mit.
Um 11 Uhr passieren wir wieder das Phabeni Gate und finden eine leichte Veränderung: Es hat auch hier geregnet und deswegen sind Schildkröten unterwegs, wieder ein Tier mehr, diesmal eines des Small Five.

Bis zum Satara Camp sind es 150 km und ich versuche zügig zu fahren, ohne dabei interessante Sichtungen zu verpassen. Bei den Antilopen kommt der Wasserbock dazu. Dann wieder ein Stau - was ist es diesmal? Auf einem Baum an der Straße hängt eine frische Impala-Antilope: Wo ist der Leopard? Wieder können wir so rangieren, dass wir die Katze erblicken, die gut versteckt im Gebüsch liegt. Eine längere Wartezeit würde sich lohnen, aber wir haben einen Termin. Später hören wir, dass dann die Ranger einschreiten mussten wegen Chaos und weil auch irgendwelche Anwärter auf den Darwin Award ausgestiegen waren, vielleicht für ein Selfie mit Leopard?
Wir sind jedenfalls pünktlich und können noch einen verspäteten Lunch zu uns nehmen, bevor es ins Bushcamp Mathikithi geht. Überraschenderweise ist die Tour nicht ausgebucht, außer uns ist nur Julien dabei, ein junger Franzose, der in Johannesburg arbeitet. Spätestens beim Lagerfeuer stellt sich das richtige Feeling ein, als wir Löwen, Hyänen und Elefanten hören. Nach dem einfachen, aber guten Essen plaudern wir nicht allzu lange, morgen ist um 5 Uhr
Tagwache.

Tag 23: Aug in Auge mit Löwen und Elefanten

Kalt und finster ist es um 5 Uhr in der Früh, nach einem Minimalfrühstück fahren wir mit dem Safari Auto ein schönes Stück, es ist sehr erfrischend, aber immerhin sehen wir in der Dämmerung zwei Hyänen. An einer Stelle mit Löwenspuren beginnt unsere Wanderung, immer wieder hören wir sie brüllen. Tatsächlich geht es nun zu Fuß auf Löwensuche. Unsere beiden Ranger, Ronnie und Jogs, sind sehr vertrauenswürdig und außerdem bewaffnet, trotzdem ist es sehr spannend: Wir stehen hinter einem Busch, da gehen gut in Sichtweite zwei Löwinnen und ein Löwe vorbei.

Dann kommt noch ein weiteres Paar auf uns zu und folgt den anderen. Dann hören wir ganz in der Nähe Gebrüll, das ist wirklich aufregend - aber dieses Tier verschwindet wieder. Wir erfahren, dass Löwen wirklich selten angreifen, außer das Männchen will in der Paarungszeit das Weibchen verteidigen. Es ist gerade Paarungszeit, aber sie weichen uns aus. Wir gehen dann noch zu einem Wasserloch, wo wir mit Blick auf die Nilpferde jausnen.
Auf dem Rückweg treffen wir am Flussufer nochmals auf 2 Löwinnen. Der Begriff "Touristenmenü" bekommt für uns eine ganz neue Bedeutung, aber die Löwen legen zum Glück keinen Wert auf andere Kost.





Nach einer derart aufregenden Wanderung tut die Pause gut, zum Glück gibt es jetzt auch etwas zu essen (eine Art Frühstück). Die Siesta wird vom Knacken der Äste unterbrochen, von unserer Zeltterrasse aus können wir die Tiere ganz nahe sehen und fotografieren. Das Camp ist zwar einfach, aber gut eingerichtet, die Safarizelte mit Betten und einem Kasten stehen auf Terrassen, von denen man auf ein trockenes Flussbett blickt. Dazu gibt es pro Einheit ein Hüttchen mit WC und Dusche, es gibt Warmwasser und Strom - wir hatten es schon primitiver.


Für den späten Nachmittag haben wir uns nochmal fürs Gehen entschieden - und nun geht es doch tatsächlich zu den Elefanten, versehen mit dem Hinweis, dass wir auf Befehl loslaufen sollen, wenn einer angreift. Natürlich wird ein
gewisser Abstand eingehalten, aber diese Tiere sind doch sehr groß und schnell! Eine Zeitlang stehen wir dann auf ca. 200 m Distanz zu einem Bullen und der Ranger plaudert recht ruhig mit uns, bis er auf einmal ruft: "Go, go!", wir gehorchen natürlich, aber Angst bekommen wir erst, als auch beide Ranger loslaufen und uns antreiben.


Wie weit uns der Elefant tatsächlich verfolgt hat, wissen wir nicht, aber der Adrenalinspiegel ist nach dem Sprint durchs Gelände (mit Fotoausrüstung) sehr hoch. Der Sonnenuntergang, beobachtet von einer Felskuppe, ist dann echt
beruhigend, ebenso wie das Plaudern am Lagerfeuer und der herrliche Sternenhimmel.




Tag 24: Wo ist der Leopard?

Die heutige Wanderung dient eindeutig der Nervenberuhigung. Nach längerer Fahrt (diesmal mit Decke, dadurch nicht ganz so kalt) wandern wir 3 Stunden durch den Busch. Wir bekommen dabei sehr viel über die Vegetation, Losungen und Tierspuren erzählt, sehen aber keine Tiere aus der Nähe. In einem hohlen Baum ist eine Ginsterkatze (zumindest der Schwanz) zu sehen.

Auf der Fahrt sehen wir aber Elefanten, ein Nashorn, Büffel und andere Tiere.
Am Nachmittag machen wir einen längeren Gamedrive, die Strecke ist sehr schön, wir werden sie morgen wiederholen. Zuerst können wir eine Gabelracke beobachten, die eine kleine Giftschlange frisst, dann kann man von einer Brücke (Verkehrsstau) einen Leopard im Baum erahnen. Der nächste Treffer ist eine Hyäne, die direkt an der Straße schläft, was eher ungewöhnlich ist.

Auch weitere Vögel sind zu sehen, darunter ein seltener Weißrücken Geier und eine Eule, da es allmählich dunkel wird. Dadurch sind wir auch alleine unterwegs, da man als Tourist in der Nacht nicht fahren darf.
Wir machen noch einen Abstecher zur Brücke und tatsächlich, wie bestellt spaziert der Leopard zur Straße! Im Scheinwerferlicht können wir ihn gut sehen und sogar mit Blitz fotografieren, obwohl es inzwischen stockfinster ist.
Wir sind echt begeistert! Zum Abschluss sehen wir dann noch zwei Stachelschweine.

Der Abend vergeht schnell und angenehm bei Gegrilltem und einer längeren Plauderrunde am Lagerfeuer, wo Jogs viel vom Leben hier erzählt...

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Kitty191

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Donnerstag, 29. Dezember 2016, 20:32

Tolle Bilder :!:
:danke: Für's teilen.


LG
Kitty
Falls Du glaubst, dass Du zu klein bist um irgendwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Zimmer ist
Dalai Lama

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tripilu (30. Dezember 2016, 17:08)

viatrix

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Freitag, 30. Dezember 2016, 12:00

Nördlicher Krüger NP und Nyalaland-Trail

Liebe Kitty, danke für die Blumen! :)

Weiter geht es mit unserer ausführlichen Tour durch den Krüger-Nationalpark:

Tag 25: Rund um Satara

Auch die Fahrt am Morgen nach Satara ist noch lohnend, wir sehen z.B. ein Breitmaulnashorn in Bewegung. Nach einem herzlichen Abschied verbringen wir den Vormittag im Camp, stellen das Zelt auf und holen uns einen Kaffee und sichern die Bilder.
Am Nachmittag fahren wir wieder eine Runde, die wirklich lohnend ist. Die Landschaft ist abwechslungsreich, es gibt Steppe, einen Fluss mit Wasserlöchern und auch Felsen, das ist bereits die Grenze zu Mozambique. Dadurch ist das
Gebiet auch besonders wildreich. Kein Wunder, dass hier auch eine der exklusivsten Privatlodges zu finden ist.
Wir können einige reizvolle Szenen beobachten, so Elefanten mit einem Jungen am Bach oder Giraffen beim Trinken.

Zusätzlich gibt es hier Wasserböcke, Nilpferde und Krokodile. Zum ersten Mal hier sehen wir auch Strauße.
Ein Stück weiter liegen zwei Löwinnen im Schatten, man sieht mal die Pfoten, mal einen Kopf. Beeindruckender ist dann ein männlicher Löwe beim Fressen. Er zerrt an einem großen Kadaver herum, man sieht nicht genau, was es ist,
vielleicht ein Nilpferd? Da sterben einige an der Dürre.


Wir hoffen, dass es kein Nashorn ist. (Schaut am Foto eher nach Nilpferd aus). Das Problem mit Wilderern ist akut, das zieht sich hier bis in die höchsten Kreise, dieser Tage wurde ein Parkmanager verhaftet.
Wir beobachten den eher alt wirkenden Löwen eine Weile, interessant ist, wenn er die Geier verscheucht. Die hohe Löwendichte wird noch dadurch bestätigt, dass bei einem Wasserloch weitere sind, allerdings kaum sichtbar.
Wir fahren weiter. An der selben Stelle wie gestern liegt wieder die Hyäne und gegenüber gibt es sogar Junge! Sehr hübsch im Abendlicht und total entspannt neben der Straße. Sie scheinen auch hier das Wasserrohr zu bewohnen.



Sehr zufrieden mit so vielen Sichtung kommen wir pünktlich nach Satara zurück abends gehen wir essen und schauen unsere Bilder durch. Die Nacht im Zelt ist dann angenehm, da mild.

Tag 26: Olifants - Elefanten im Herbstwald
Die Fahrt zum Olifants Camp ist durchaus reizvoll. Zunächst ist die Strecke gleich wie unsere gestrige Rundfahrt und wir sehen noch zweimal Löwen: Ein sehr alt aussehender nagt am Flussufer an einem Nilpferd, ein Stück weiter ruhen drei Löwinnen, dass da sogar ein Jungtier dabei ist, sehe ich erst später am Foto.
Die weitere Route führt über offenes, sehr trockenes Land, wir sehen einige Steinböckchen. In einem Graben liegt ein Leopard im Gebüsch, er ist gut versteckt. Wir warten eine Zeit lang, aber er zieht sich zurück. Die Straße war wenig befahren, es war kein großer Stau dort.


Im Olifants Camp holen wir uns einen Lunch und genießen die tolle Aussicht auf den Fluss, dort gibt es eine große Elefantenherde. Nach Quartierbezug machen wir noch eine Runde vor allem am Fluss entlang, landschaftlich sehr schön, die Sträucher haben durch die Trockenheit Herbstfärbung. An der Straße weitere Elefanten.





Am Abend werfen wir den Grill an. Ein Nachteil hier ist, dass die Gemeinschaftsküche ein Stück entfernt ist und dass es keinerlei Geschirr gibt, zum Glück haben wir selbst das Nötigste mit. Es gibt Steak mit Gnocchi und Butternut Kürbis.

Tag 27: In den Tropen
Heute steht eine längere Fahretappe an. Gleich nach dem Camp stoßen wir auf junge verspielte Elefanten.

Zunächst geht es bis Letaba, wo wir einen Kaffee trinken und auf den Fluss blicken. Im Camp ist das Wildlife aktiv, ein paar nette Fotos von Vögeln, Antilopen und einer Art Eichhörnchen.
Der nächste Stopp ist Mopani, das schön auf einem Hügel an einem Stausee liegt. Im Camp gibt es einen Rundweg, sodass wir ein bisschen Bewegung machen können. Dabei sehen wir einen Waran, Hörnchen und Elefanten beim Baden.
So verdienen wir uns einen Lunch, der gleich auch das Abendessen ersetzt: Der Burger "Mandiba" enthält Hühnerfleisch und Spinat - für solche Burger kann sogar ich mich begeistern. Die Strecke bis Shingwedzi bietet nur am
Anfang ein Erlebnis: Auf einem Loop zum Fluss können wir Hyänen beim Fressen beobachten, wieder etwas Neues!




In Shingwedzi gelingt es uns, statt des Zeltplatzes einen Bungalow (mit voller Ausstattung) zu bekommen, natürlich nur für die Computerarbeit!
Als Abendrunde fahren wir den Fluss entlang, der sehr wenig Wasser hat. Dabei können wir einen Zusammenstoß mit Elefanten gerade noch vermeiden. Als Tierbeobachtung ist ein Milchuhu zu nennen.

Tag 28: Rasttag - auch mit Wildlife
Am Vormittag geben wir Ruhe. Nach einem selbst gemachten Lunch brechen wir erst um halb drei zu einer Fahrt auf, hier haben wir keinen Stress, die Gegend soll nicht so wildreich sein. Die Strecke zu den Red Rocks ist sehr schön, allerdings versteckt sich die Sonne hinter Wolken. Ein erster Fotostopp ist Bienenfressern gewidmet, Vögeln, die uns sehr faszinieren. Red Rocks ist ein toller Aussichtspunkt, wo man aussteigen darf, hier ist das Flusstal mit Felsen und
Wasser sehr reizvoll, wir können Kudus beobachten. Bilder: Weißstirnspint und Go-away-Bird (Grauer Lärmvogel):






Zurück geht es flott auf der Asphalt Straße - bis wir auf zwei Wildhunde stoßen - die haben uns ja noch gefehlt! Sie sind toll zu beobachten, da sie einige Kilometer an der Straße entlang trotten, bis zu 30 kmh schnell.... Wir versuchen mitzuhalten und Fotos zu machen, außerdem kreuzen Elefanten die Straße und eine Hyäne faucht die Hunde an.





Kaum haben sie sich in den Busch verzogen, laufen wir auf ein Löwenrudel auf, das gemächlich ebenfalls kilometerweit die Straße entlang trabt, sich immer wieder niederlegt und von den Autos nicht im mindesten beeindrucken lässt. Hier ist auch weniger Verkehr, es laufen nur sechs Autos auf. Erfreulicherweise kommt sogar noch die Sonne für ein paar Portraitfotos heraus.





Nach dieser überraschend handlungsstarken Runde schmeckt das selbst gegrillte Steak wieder doppelt so gut. Der Norden des NP hat sich schon jetzt gelohnt.

Tag 29: Wildniscamp Nyalaland

Wir machen noch eine Morgenfahrt, das Licht bei Redrocks ist schön, das Wildlife spärlich. Beim Zurückfahren sehen wir Paviane kämpfen, was auch actionreich ist.
Danach frühstücken wir gemütlich. Während ich wegräume, lasse ich nur kurz die verschlossene Marmelade stehen - schon hat sie ein Äffchen aufgemacht und stibitzt, die sind wirklich schlau und geschickt....


Die Fahrt nach Punda Maria verläuft eher ruhig, einen Teil der Strecke können wir auf einer schönen Nebenstraße am Fluss nehmen, hier sehen wir Büffel und Elefanten (die wieder einmal plötzlich neben dem Auto stehen).
Wir sind recht früh am Ziel, aber da wir hungrig sind, gönnen wir uns einen ausgiebigen Lunch. Um halb vier geht die Fahrt ins Camp zur nächsten Wanderung los. Diesmal sind wir 7 Personen, eine südafrikanische Familie, der Sohn
Ingenieur, die Eltern Lehrer in Dubai, und ein deutsches Paar aus Frankfurt, ebenfalls Lehrer.
Die Piste zum Camp ist rau, dafür liegt es wunderschön zwischen Hügeln an einem Fluss mit viel Wasser. Es gibt keinen Zaun, keinen Strom und kein Fließwasser, also endlich richtiges Outdoorfeeling! Die Zelte sind geräumig und für die Nacht gibt es ein PortaPotti, da es zu gefährlich ist zwischen den Büschen zum WC zu marschieren, man könnte ja über einen Löwen stolpern. Toll hier!




Tag 30: Spuren im Busch
Da wir gleich vom Camp weggehen, können wir bis um sechs Uhr schlafen. Die Wanderung ist durchaus abwechslungsreich, wir bekommen viele Informationen und sehen Spuren von Leopard, Zibetkatze, Erdferkel und vielen anderen. An Tieren sieht und hört man Zebras, Impalas, Duiker, Kudus und Elefanten, denen wir aber zum Glück großräumig ausweichen.




Nach der Dusche (das Wasser dafür muss extra aufgewärmt werden), dem Lunch und einer Pause fahren wir ein Stück mit dem Safariauto. Wir genießen unseren Sundowner mit Blick auf die Hügel und den Geräuschen, etwa von Zebras und Büffeln, von denen wir nur eine Staubwolke sehen. Auch ohne spektakuläre Sichtungen ist das Naturerlebnis einzigartig.
Der Tag schließt mit einem guten Abendessen und Plaudern am Lagerfeuer.

Tag 31: Am Fluss entlang
Die heutige Wanderung ist landschaftlich besonders reizvoll, sie führt durch hügeliges Gelände, entlang von Bachbetten bis zum Flussufer, wo wir mit schöner Aussicht rasten. Wieder lernen wir viel über Spuren, die Ernährung von
Elefanten, nützliche Pflanzen und anderes. An Tieren sehen wir Antilopen und Zebras und einige Vögel, etwa einen Schlangenadler. Von Leoparden sehen wir leider nur Spuren...




Nach der angenehmen Mittagspause unternehmen wir eine lange, aber sehr lohnende Fahrt. Auf holpriger Piste fahren wir durch reizvolle Landschaft, zu einem Bereich mit Felskuppen, die stark an Australien erinnern. Dort machen wir eine sehr flotte Wanderung und sehen ein paar einfache Felsmalereien. Das Reizvolle hier ist aber die Landschaft, es gibt auch Klippschliefer und Klippspringer, die Ranger sind aber vor allem wegen der Büffel sehr vorsichtig, zum Glück stoßen wir mit keinem zusammen. Danach fahren wir im Abendlicht zu einem Wasserloch, auf dem Weg gibt es viele Tiere, und genießen einen Sundowner mit Elefanten am Wasserloch (sichere Distanz).
Die Rückfahrt bei Nacht ist zuerst weniger angenehm, wegen einer sehr lauten Wellblechpiste. Erst ab Punda Maria wird es interessant. Witzig sind die Springhasen, man sieht ihre Augen sozusagen hüpfen, wir nennen sie Jumping Eyes oder auch Krugeroo, weil sie an kleine Kängurus erinnern. Und dann sehen wir tatsächlich beim Wasserloch noch einen Leopard, sogar fotografierbar. Später quert noch ein Stachelschwein den Weg, sodass wir sehr zufrieden zurück kommen.
Beim Abendessen ist es dann schon recht kühl, aber am Feuer hält man es noch aus. Interessanterweise haben wir auch bei dieser Tour zwei kühle Nächte erwischt.

Tag 32: Krokodile am Fluss
Bei der Rückfahrt vom Camp finden wir ein totes Kudu, aber leider keine Spur eines Raubtiers. Deshalb fahren wir dann noch eine Runde dort, aber es finden sich nur Geier, kein Leopard.


Landschaftlich ist der Loop lohnend. Für die Weiterfahrt nehmen wir zunächst die selbe Strecke, auf der wir am Vortag unterwegs waren. Beim Damm sind einige Tiere, kurz danach sehen wir einmal eine andere Antilopenart, nämlich Tsessebe.
Dann geht es weiter nach Norden, besonders schön ist dann der Pafuri Loop entlang des Lavuvu Flusses bis zu dessen Mündung in den Limpopo am Dreiländereck mit Zimbabwe und Mozambique. Am Ufer gibt es abwechslungsreiche
Vegetation und viele Antilopen sowie auch Elefanten mit Jungen. Im Fluss häufen sich die Krokodile und dann können wir noch sehr gut Bienenfresser beobachten und fotografieren. Wir sind froh, dass wir auch für diese Ecke Zeit eingeplant haben.




Um halb drei verlassen wir schließlich den Krüger NP. Resümee: 2 Wochen waren, vor allem wegen der Wanderungen, nicht zuviel!
Unsere Fahrstrecke beträgt noch gut 100 km, die Straße ist sehr gut und schnell zu fahren. Wie gewünscht rufen wir ein Stück vorher an, damit jemand das Tor zur Adansonia Lodge öffnen kann. Dabei kriegen wir (auch per SMS) eine völlig unpassende Wegbeschreibung, aber dann noch einen Anruf, bevor wir wirklich falsch sind. Die Lodge liegt schön und die Zufahrt ist interessant, die Angestellten sind auch sehr freundlich. Unser Hüttchen ist zwar ein wenig schief, aber die Aussicht ist schön. Bei einem Drink kommen wir dann mit den Besitzern (vermutlich, sie haben uns nicht als solche begrüßt) ins Gespräch, es sind sehr typische Buren mit teilweise eher rechten Ansichten und einer Liebe zur Jagd, also jetzt nicht gerade besonders sympathisch. Andrerseits kriegen wir so eine weitere Perspektive.
Das Abendessen ist dann einfach und gut.

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Freitag, 30. Dezember 2016, 15:45

Hallo Viatrix

Tolle Fotos! Mit welchen Kameras seid ihr gereist?

LG

tripilu

Reisetantchen

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Freitag, 30. Dezember 2016, 17:13

Danke für den sehr interessanten Bericht und die eindrucksvollen Fotos.
Guten Rutsch euch allen. Pia
Das wichtigste Stück im Reisegepäck ist und bleibt ein fröhliches Herz

viatrix

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Freitag, 30. Dezember 2016, 20:02

Antworten - und weiter in den Mapungubwe

Hallo Marchese,
danke fürs Interesse! :danke:
Mein Mann ist Fotograf und deshalb haben wir eine recht ordentliche Ausrüstung. Er hat meist mit der Nikon D7200 und einem Zoom (80 - 400) fotografiert, ich mit der D800 mit 300mm Fixbrennweite, meist mit 1.4
Konverter und einem zweiten Gehäuse, D750 mit 70 - 200; natürlich hatte wir auch andere Brennweiten mit, aber halt gerade soviel wie gewichtsmäßig in 2 Fotorucksäcke passt. Die Bilder in diesem Blog sind
nur eine kleine Auswahl der von mir gemachten (alle die ich schon in einem kleineren Format abgespeichert hatte fürs Herzeigen am Handy). Ich würde ja gerne mehr posten, aber das Hochladen und Platzieren ist doch
etwas mühsam. Wir haben ja auch einen Reiseblog veröffentlicht, aber soviel ich weiß, darf ich hier keine Links einfügen. Darf ich unseren Namen nennen - falls wer nachschauen möchte?

So, und jetzt geht´s wieder weiter:

Tag 33: Weltkulturerbe am Limpopo
Nach dem Frühstück fahren wir weiter nach Musina, einer lebhaften Grenzstadt mit zahlreichen Supermärkten und Malls. Einkaufen ist problemlos, aber wenn man die Polizeipräsenz sieht, könnte man sich unsicher fühlen.
Die Strecke zum Mapungubwe NP ist nicht lang und auch recht gut, sodass wir schon vor Mittag dort sind. Zuerst holen wir uns einen Lunch und besuchen das Museum in einem modernen, preisgekrönten Gebäude. Es ist absolut sehenswert und gibt einen Überblick von Dinosaurier Funden über die Steinzeit bis zu der besonders interessanten Königsherrschaft im 13. Jahrhundert: Auf einem Monolithen wurden Gräber mit Goldschmuck und Glasperlen aus dieser Zeit gefunden. Wegen seiner historischen Bedeutung und der schönen Felslandschaft am Ufer des Limpopo ist der Park Weltkulturerbe.
Danach fahren wir zum Vhembe Wilderness Camp, das sich als totaler Glücksgriff erweist: hübsche Hütte mit DU /WC, vor allem aber mit wunderbarem Balkon. Es gefällt uns so gut hier, dass wir gar nicht mehr wegfahren, da es kaum
was Besseres für den Sundowner geben kann.


Bild: Der Balkon unseres Hüttchens! Auch Kochen in der Gemeinschaftsküche ist praktisch, da das Camp ohnehin nur für 8 Personen Platz bietet und niemand sonst in der Küche auftaucht. Wir genießen den Abend, der sehr mild ist.

Tag 34: Archäologie und Baobabs
Am Morgen fahren wir zuerst ein Stück an den Limpopo, dabei kommen wir zur Zebra Pan, einem kleinen Teich, wo wir Storch und Reiher sehen, dann aber, besonders hübsch ein Klippspringer-Pärchen. Nach diesem guten Auftakt fahren wir zum Gate, da wir die Heritage Tour gebucht haben. Nach einer kurzen Fahrt folgt eine Wanderung und Führung. Es ist wieder sehr reizvoll in dieser tollen Landschaft ein Stück zu Fuß unterwegs sein zu können. Am Fuß des Mapungubwe Hills gibt es einen Schacht, wo man die Grabungsschichten sieht. Unser Führer, Johannes, kennt sich wirklich aus, da er sogar ein kleines Buch dazu veröffentlicht hat. Über Stufen wird der Monolith erklommen und man kann tatsächlich noch Spuren der Anlage sehen, etwa Fundamentlöcher, eine Zisterne und ein Spielbrett, das aus Vertiefungen im Fels besteht. Ich gestehe, ich muss noch nachlesen, wie es funktioniert, es gibt aber auch Versionen, die man im Internet spielen kann, da es immer noch beliebt ist. Wir genießen die tolle Aussicht vom Hügel. Am Rückweg kommen wir dann noch an einer herzigen Klippschliefer Familie vorbei.


Nach zwei Stunden Informationen brauchen wir zuerst eine Stärkung. Danach fahren wir die weitere Runde durch den NP. Sehr lohnend ist auch der Treetop Walk, ein längerer Holzsteg durch den Uferwald am Limpopo (allerdings nicht in den Baumkronen). Man kann gut Vögel beobachten, es gibt sogar die zweite Art Bienenfresser zu entdecken. Und außerdem kommt ein Elefant ganz knapp vorbei, obwohl er in diesem geschützten Wald gar nicht sein sollte. Auf der restlichen Strecke kommen wir noch zum Confluence Aussichtspunkt, der aber nicht so reizvoll ist zu dieser Tageszeit. Außerdem ist es sehr heiß heute, sodass wir eine Siesta im Camp brauchen, damit wir es dann doch noch schaffen, die Landschaft im Abendlicht zu fotografieren.



Den Abend genießen wir bei Spaghetti und am Lagerfeuer.

Tag 35: Zurück in die Zivilisation
Es fällt uns echt schwer, dieses schöne Camp (Nachtrag: Weder für die Runde durch den Park noch für die Zufahrt zum Camp braucht man 4 WD) zu verlassen, doch eine Strecke von 420 km liegt vor uns und wir sind nicht sicher, wie gut der Straßenzustand ist. Das erste Stück ist okay, die Schlaglöcher sind aufgefüllt. Doch rund um Swartwater, einer Militärbasis, wird es für gut 50 km sehr holprig, da ist nicht viel Asphalt übrig. Zum Glück folgt dann plötzlich eine neue Teerstraße und bis zu unserem Ziel können wir zügig, meist sogar mehr als 100 kmh fahren, sodass wir am frühen Nachmittag in Thabazimbi und bald darauf in der Marula Cottage sind. Hier verbringen wir einen sehr erholsamen Nachmittag, bekommen ein gutes Essen und plaudern nett mit Monika und ihrem Mann.

Tag 36: Spannende Bergstraße
Nach einem guten Frühstück besuchen wir den Marakele NP. Er besteht aus zwei Teilen, der untere ist flach und mit Bäumen bewachsen, trotzdem sieht man Tiere. Gut gefällt uns ein Bird Hide, wo wir Kudus und eine Nyala Familie am Wasserloch fotografieren können.

Weiter geht es in den anderen Teil mit toller Berglandschaft. Insgesamt fahren wir 1000 m hinauf, das meiste auf einer engen und steilen Asphaltstraße mit prächtiger Aussicht. Die hier heimischen Kapgeier zeigen sich nur in der Ferne, dafür posiert ein Klippspringer sehr hübsch für uns. Auf der weiteren Runde sehen wir noch Zebras in schöner Umgebung, aber keine Löwen, die es hier auch geben sollte.



Fazit: Der Park ist wegen der Landschaft wirklich sehenswert.
Wir genießen den Aufenthalt im Marula Guesthouse bei außerordentlich gutem Essen und sehr interessanten Gesprächen mit Dave und Monika.

Tag 37: Go West
Heute liegen 600 km vor uns, wir rechnen mit 7 Stunden, also geht sich ein ordentliches Frühstück schon aus.
Das erste Stück bis Rustenburg ist wegen viel Verkehr ziemlich mühsam, dann kriegen wir im Vorbeifahren einen Eindruck von den Platinminen und danach geht es eher flott weiter. Die Regionalstraße über Koster und Lichtenburg ist in Ordnung und es ist wenig Verkehr, es geht durch monotone Agrargebiete mit riesigen Flächen. In Lichtenburg finden wir zwar kein Lokal, aber gute Einkaufsmöglichkeiten, mit Pasteten vom Spar bestreiten wir den Lunch.
Überraschenderweise gibt es dann an der Nationalstraße in einem Kaff namens Sannieshof zwei Cafés, im ersten kehren wir ein, es gibt sogar guten Kuchen zum Löskaffee. Der Ort ist der Tipp für den Zwischenstopp!
So wird es dann doch 6 Uhr, bis wir in Kuruman ankommen, aber doch noch vor Sonnenuntergang. Erst in der Früh haben wir im Azalea B&B reserviert, der Besitzer hat sich telefonisch um uns gekümmert, es war eine gute Quartier Wahl.

Tag 38: Kalahari
Ein erfreuliches Frühstück (wenn man Omelett mit Faschiertem mag) und bald sind wir auf der R 31 unterwegs, es sind zwar weniger als 400 km, aber der Straßenzustand ist unklar. Bis Hotazel ist die Straße toll, dort mangelt es an Hinweistafeln, weshalb wir, der Straßennummer folgend zu einer Mine abbiegen. Man muss aber ein Stück Richtung Black Rock fahren, dann kommt erst die Abzweigung nach Van Zyslrus. Auf dem Weg dorthin endet der Asphalt.
In Van Zyslrus gibt es ein Hotel, das außerordentlich hübsch wirkt und wo man gut Pause machen kann.

Danach geht es noch 150 km über Schotter und Sand bei teilweise mäßigem Straßenzustand. Mit dem Hilux kann man aber meist 80 kmh halten.
Am frühen Nachmittag kommen wir in Twee Rivieren an, stellen das Zelt auf und haben noch Zeit für einen Drive. Wir sehen die hier häufigen Tiere, wie Raubvögel, Springböcke, Oryx, Erdhörnchen und Erdmännchen. Das ist schon ein guter erster Eindruck.





Dann folgt ein klassischer Campingabend mit Grill.

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viatrix

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Sonntag, 1. Januar 2017, 19:36

Fortsetzung: Kalahari

Tag 39: Geparden

Heute haben wir den ganzen Tag Zeit für die nähere Umgebung, was sich als Glück erweist. Denn nach kaum 20 km ist eine Gepardin zu entdecken. Zuerst sitzt sie ein Stück entfernt, doch dann setzt sie sich in Bewegung und quert schließlich die Straße - gefolgt von 4 Jungen! Kurzzeitig werden wir nervös, weil unser Auto nicht anspringt, aber dann kommen wir wieder nach. Die nächsten 2 Stunden können wir die Katzen wunderbar verfolgen und beobachten, gelegentlich sind sie sogar auf der Straße unterwegs, wir fotografieren sehr fleißig.








Irgendwann brauchen wir dann aber eine Klopause und so fahren wir bis zum nächsten Picknickplatz. Anschließend queren wir ins Aussobtal. Die Verbindungsstrecke ist holprig und ziemlich langweilig, auch ist hier alles wirklich weitläufig. Zurück im Camp gelingt uns eine Umbuchung, sodass die lange Strecke nach Bitterpan wegfällt und wir Zeit gewinnen.

Gegen Abend fahren wir nochmal los - und tatsächlich finden wir unsere Gepardin wieder. Noch einmal kommt sie bis auf die Straße und wieder gibt es schöne Szenen! Schwer reißen wir uns los und schaffen es genau zum Torschluss und das ohne die Geschwindigkeit grob zu übertreten - es wird nämlich kontrolliert.



Zum Abendessen koche ich Nudeln mit Kürbis und Geschnetzeltem - und das auf dem Trangia und dem offenen Grillfeuer, es gelingt aber.

Tag 40: Tierleben aller Art

Vor dem Frühstück suchen wir noch nach den Geparden, haben aber leider kein Glück, dafür können wir lebhafte Springböcke beobachten.



Dann brechen wir unser Lager ab, holen uns ein Frühstück im Restaurant (vor allem zum Aufwärmen, es hat ordentlich abgekühlt). Danach folgt die Fahrt nach Mata Mata, etwa 120 km. Die Strecke ist schön, das Tal wirkt parkartig aufgeräumt: kurzes Gras, vereinzelte Bäume. Man kann sehr gut die Tiere sehen, vor allem viele Vögel.






Nach dem Picknickplatz ein gewisses Highlight: Giraffen - und noch dazu in Paarungslaune. Wir beobachten die Bemühungen des Bullen ziemlich lange, wirklich erfolgreich ist er bis dahin nicht. Nachdem das Pärchen fünfmal langsam denselben Baum umkreist hat, geben wir auf...
Weiters können wir dann noch eine (seltenere) Manguste sehen und - besonders toll, einen Milchuhu, ganz aus der Nähe. Auch Strauße liefern uns ein paar lebhafte Szenen, wir wissen nicht, ob es sich um Balzverhalten handelt. Angekommen in Mata Mata sind wir ziemlich müde, wir stellen das Zelt auf, ruhen uns aus und kochen. Heute war es den ganzen Tag schön, aber eher kühl, die Nacht wird frisch.

Tag 41: Viel Landschaft
Wir fahren heute nach Nossob, ca. 160 km. Zuerst geht es wieder ein Stück zurück, allerdings ohne besondere Sichtungen. Die Querverbindung über die Dünen ist gar nicht so schlecht. Interessanterweise gibt es hier viele Vögel zu beobachten. Bei einem Wasserloch sind sogar Reiher, praktisch mitten in der Wüste. Die Büsche sind dicht mit kleinen Finken besetzt, die sich so vor den Raubvögeln schützen. Wir können dann auch einen Gleitaar beim Fressen beobachten.

Wieder im Tal des Nossob machen wir Pause. Die weitere Strecke bis ins Camp bietet leider keine neuen Sichtungen. Teilweise liegt die Sandpiste auch ziemlich tief, sodass man nicht so gut sieht. In Nossob haben wir zum Glück ein Chalet erwischt, das ist nach drei Nächten im Zelt sehr angenehm. Wir probieren noch eine Runde am Abend, ebenfalls ohne besondere Erlebnisse: Wo sind die Raubkatzen???

Tag 42: Lion's Day in der Kalahari

Der Tag beginnt bewölkt und für uns eher langsam. Als Auftakt fotografieren wir Wildtauben am Wasserloch...

Danach Frühstück und Aufbruch, so gegen halb zehn. Schon nach 25 km wird es interessant, zwei Autos auf der Böschung - und tatsächlich, gleich dahinter 5 Löwen! Wir positionieren unseren Wagen auch steil schräg im Sand, die Körperhaltung zum Fotografieren ist zwar unbequem, aber die Sicht sehr gut. Es sind drei Löwen und zwei Löwinnen und sie liegen bei einem erbeuteten Gnu. So können wir sie beim Fressen und beim Ausruhen beobachten. Wir bleiben etwa eine Stunde und sind die meiste Zeit allein. Da die Camps eher klein und die Distanzen groß sind, gibt es hier kein Gedränge.





Nach dieser schönen Sichtung fahren wir bis zum ersten Picknickplatz, es ist bereits Mittag und wir haben ein Drittel der Strecke zurück gelegt. In einem kurzen Gespräch erfahren wir, dass es in 70 km noch mal Löwen gibt. Hetzen hat keinen Sinn, wir fahren weiter. Einmal quert eine Wildkatze den Weg, die sehen wir aber nur flüchtig.

Nach einem kurzen Klostopp am zweiten Picknickplatz (Klos gibt es hier pro Strecke zwei, das heißt alle zwei Stunden) sind wir bald bei den Löwen, die genau an der angegebenen Stelle liegen. Wieder lassen wir uns Zeit und warten in guter Fotoposition ab. Ob sie wohl stundenlang schlafen? Männliche Löwen können bis zu 20 Stunden schlafen, weibliche (eh klar), etwas weniger.
Pünktlich zur vollen Stunde rollt sich die Löwin auf den Rücken, stupst den Löwen, geht in Position mit Blick zur Straße und dann gibt es eine Löwenpaarung. Ist eher ein Quickie, aber die Initiative ist von ihr ausgegangen....
Soviel zum Sex im Tierreich, die Fotos sind jedenfalls super!







Bei der Fahrt nach Twee Rivieren sehen wir leider keine Geparden, aber wir kommen trotzdem zufrieden an, heute war Löwentag. Wir plaudern noch mit der Rangerin, schlagen das Zelt auf und gönnen uns ein Abendessen (gut, reichlich, englisch) im Lion's Den Restaurant.

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viatrix

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Sonntag, 1. Januar 2017, 19:58

Fortsetzung: Augrabies, Mokala, Rückreise

Tag 43: Sandsturm - Stimmung

Warme Nacht, grauer Morgen, langsamer Start. Als doch die Sonne auftaucht, fahren wir noch einmal ein Stück in den NP, aber es zieht wieder zu und das Wildlife hält sich in Grenzen. Also: Abreise. Während der Fahrt nach Upington legt der Wind zu und wird in einigen Salzpfannen richtig zum Sandsturm, auch nach Regen sieht es aus, mal anderes Wetter. Bis Upington geht es wirklich flott zu fahren, die Straße wirkt wie neu. In der Stadt drehen wir eine Runde und gehen einkaufen, wieder einmal sind keinerlei Lokale zu entdecken, Geschäfte und Supermärkte gibt es jede Menge.
Die Fahrt geht weiter durch das Tal des Oranje, was man sich aber nicht idyllisch vorstellen sollte. Direkt am Fluss ist es eher grün, daneben beginnt gleich die Steppe, in der sich riesige Weinbauflächen erstrecken. Weinindustrie. Im kleinen Ort Keimös gibt es bei einer Lodge tatsächlich ein Cafe, noch dazu mit WLAN, also ideal für eine Lunchpause.
Dann ist es nicht mehr weit bis zum Augrabies NP. Dort nehmen wir für zwei Nächte ein Chalet (auch nicht mehr ganz neu, mäßige Ausstattung, aber ein Dach über dem Kopf ist angenehm. Außerdem sind ein paar tausend Fotos in der Kalahari angefallen, der Computer bekommt Arbeit.

Wir werfen einen Blick auf den Wasserfall, der trotz Trockenzeit vorhanden ist, es gibt schöne Granitfelsen mit Klippschliefern. Die Wolken scheinen sich zu verziehen, aber es gibt dann doch kein Abendlicht. Später bricht dann jedoch überraschend ein Gewitter los und es regnet sogar.
Ein Tag mit interessantem Wetter!

Tag 44: Endlich wieder wandern!
Da es in der Früh noch bewölkt ist, schlafen wir aus und frühstücken in Ruhe. Dann starten wir auf dem Dassie Trail zu einer mittellangen Wanderung. Besonders schön ist der Anfang entlang der Schlucht, beim Arrow Point hat man zwei Flüsse und Wasserfälle im Blick.





Der weitere Weg führt durch Gelände mit großen Granitfelsen, dazwischen gibt es kleine Bäche und Wasser, landschaftlich sehr reizvoll. Leider gibt es auch viele kleine Fliegen, die einem ins Gesicht fliegen und manchmal auch beißen. Zum Glück weht Wind, sodass es stellenweise besser ist. Abgesehen davon macht die Runde großen Spaß, oft sind Bäche über kleine Stege oder Steine zu überqueren, am Schluss durch eine Straßenfurt, wo wir durchwaten, was sehr angenehm ist, es ist nämlich ziemlich heiß. Der höhere Wasserstand und die Insekten sind die Folge des Regens, auch Blumen gibt es bereits, hier geht der Winter bzw. die Trockenzeit zu Ende.
Danach brauchen wir dringend was zu trinken und gönnen uns auch einen Lunch auf der Restaurantterrasse. Nach einer Pause fahren wir noch ein Stück in den NP. Uns gefällt der Anfang mit interessanter Felsszenerie am besten, dort wo es flach wird, drehen wir um. Sehr schön ist der Aussichtspunkt Ararat mit roten Granitfelsen. Auch Klippspringer posieren noch schön im Licht, sodass wir zufrieden zurück fahren.





Da es im Restaurant WLAN gibt, nutzen wir das noch, anschließend gehen wir essen. Es ist etwas teurer als sonst, die Qualität passt aber.
Auch der Augrabies war den Abstecher wert.

Tag 45: Die Rückreise beginnt

Wir starten gegen halb zehn zu dieser längeren Fahrtetappe, die überwiegend auf kaum befahrenen Nationalstraßen mit gutem Tempo bis Kimberley und von dort noch 50 km nach Süden führt. Die letzten 20 km in den Mokala NP sind holprig, aber um 4 Uhr haben wir die Mosu Lodge erreicht. Hier ist es wirklich hübsch, aber für den nächsten Tag ist leider alles ausgebucht, sodass wir uns doch noch ein weiteres Quartier suchen müssen. Die Hüttchen sind recht schön hier, da der Park noch ziemlich neu ist. Direkt am Gelände ist ein Wasserloch, man kann zu Fuß aus guter Distanz Tiere, zb Kudus oder Springböcke sehen. Hier gibt es keine großen Raubtiere, dafür viele verschiedene Antilopen in einer offenen Savanne mit Kameldornbäumen (Akazien).

Außer der Tierbeobachtung widmen wir uns dem Verzehr der noch vorhandenen Vorräte und ein letztes Lagerfeuer muss auch noch sein.

Tag 46: Antilopen und alte Häuser

Das Frühstück holen wir uns im Restaurant, da nicht mehr viel Essen übrig ist. Danach fahren wir durch den Nationalpark. Er gefällt uns eigentlich recht gut,es ist wieder eine andere Landschaft. Großteils sehr offen mit den schon erwähnten Kameldornbäumen (benannt nach den Giraffen, die auf Afrikaans so heißen). Wir sehen zunächst mehrfach Tsessebe-Antilopen, die eifrig weiden, danach Giraffen, in der Ferne Zebras. Weiters öfter Oryx-Antilopen und Kudus. Hübsch ist wieder ein Steinböckchen.







Gegen Mittag machen wir noch einen Abstecher (kurze Geländepiste – noch einmal was für den Vierradantrieb) zum Fluss (Rietriver), der aber keine besonderen Anblicke bietet. Das ist wohl eher etwas für Angler. Flüchtig sehen wir danach sogar noch Kuhantilopen. Im zweiten Restcamp Lilydale machen wir noch eine kurze Pause und essen die letzten Bananen und Muffins, die wir noch haben, auf.
Eine knappe Stunde später sind wir in Kimberley. Diesmal gehen wir bei der Quartiersuche anders vor: Wir sehen uns ein B&B an, das im Reiseführer erwähnt ist und wollen vor allem herausfinden, ob es ein geeigneter Platz fürs
Packen ist. Das Haus heißt „Aletheim“ und ist wieder so eine typische, stark dekorierte Pension, aber es hat mehrere Zufahrten, sodass wir das Gepäck nicht weit tragen müssen. Das Zimmer ist gut ausgestattet und alles nicht teuer, also nehmen wir es. Dann schleppen wir alles hinein und schauen, ob wir nichts im Auto übersehen haben. Außerdem können wir das Internet nutzen, um den Online-Check-In für unseren Heimflug zu machen.
Bevor wir aber einpacken, wollen wir uns noch „The Big Hole“ ansehen: Die Diamantmine, für die Kimberley berühmt ist, ist nicht mehr aktiv, obwohl noch in der Stadt ein wenig Bergbau betrieben wird. Früher wurde hier eines der tiefsten von Menschen gegrabenen Löcher gebuddelt und das kann man von einer Plattform betrachten (geringer Eintritt).

Uns gefällt die Museumsstadt rundherum aber noch besser (die kann man übrigens gratis besichtigen): Es sind alle damals üblichen Geschäfte und Gebäude hier wieder errichtet worden, es erinnert natürlich an ähnliche Museen in Goldgräberstädten aller Welt. Originelle Objekte finden sich aber schon, etwa ein Wäschegeschäft, ein Mechaniker mit alten Automodellen oder vor allem der Eisenbahnwaggon mit Luxusausstattung, mit dem die Geschäftsführung zwischen Kapstadt und Kimberley gependelt ist.





Reizvoll für uns ist aber, dass es auch ein nettes Lokal mit Biergarten gibt, wo gerade für ein abendliches Konzert aufgebaut wird. Da wir ohnehin schon hungrig sind, fallen wir ein und essen recht gut. Die Musik scheint zwar verlockend, aber wir verzichten auf einen langen Abend, sondern begeben uns ins Quartier, um zu packen und nicht allzu spät schlafen zu gehen.

Tag 47: Abschied von Südafrika
Noch einmal liegen gut 500 km vor uns, doch auch diesmal lassen sie sich im Wesentlichen flott fahren. Zwar sind gelegentlich LKW zu überholen, doch zunächst ist nicht viel Verkehr. Ein bisschen langsamer geht es durch einige reizlose Landwirtschafts- oder Bergwerksstädte. Was wieder typisch ist – es gibt keinerlei Einkehrmöglichkeit an der Strecke, nicht einmal die Tankstellen bieten sich an, die reichen gerade für einen Klostopp. Aber eigentlich sind wir nicht so böse, dass wir rechtzeitig in Johannesburg ankommen. Bei unserem Autovermieter sind die Mitarbeiter zum Glück auch schon früher da (es ist ja Sonntag, wir hatten deshalb eine genauere Zeitvorgabe). Nach ein paar letzten Handgriffen, einem letzten Bier und einem Kaffee werden wir zum Flughafen gebracht.
Auch beim Ausreisen dauern die Formalitäten hier eine ganze Weile, gut eine Stunde, aber wir haben diesmal ja reichlich Zeit. So können wir noch ausgiebig bummeln gehen und immerhin noch passende T-Shirts erstehen, sowie ein letztes Mal in einem „Mugg & Beans“ Steak essen … :beer:
Der Abflug ist pünktlich, die Quatar Maschine schön modern mit gutem Filmangebot, sodass man die eher schlaflose Nacht irgendwie herumbringt.

Tag 48: Wieder daheim!

In Doha haben wir weniger als eine Stunde Zeit zum Umsteigen und die wird durch den Transport mit einem Flughafenbus noch verkürzt. Als wir dann „Last Call“ lesen, legen wir wieder einmal eine neue Bestzeit im Flughafen-Lauf hin. Nach gefühlten 2km (ca. 15 Minuten Joggen, zum Teil auf Transportbändern) kommen wir gut durchgeschwitzt eh rechtzeitig am Gate an. Angeblich schließen die Gates 20 Minuten vor Abflug, wir sind 5 Minuten davor eingestiegen. Aber nach uns kommen noch ziemlich viele Passagiere an. Nur, das weiß man ja vorher nicht, ob man noch wirklich einen Zeitpolster hat! Haben wir schon irgendwo erwähnt, dass wir das Drumherum beim Fliegen hassen? Aber gut, auch die nächsten 5 Stunden vergehen wieder und wir landen pünktlich in Wien.

Aber wir wissen – wir waren wohl nicht zum letzten Mal in Afrika … :saflag:

So, damit ist mein Reisebericht erst einmal fertig. Ich freue mich über alle, die sich schon bedankt haben. Wenn jemand Fragen hat (zu Quartieren, Straßenbeschaffenheit usw.), werde ich gerne antworten, jetzt habe ich alles noch gut im Gedächtnis.
Ich wünsche euch allen im Forum ein erlebnisreiches und schönes neues Jahr 2017! :wine:

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Sonntag, 1. Januar 2017, 20:55

Dankeschön, dass ich mitreißen durfte. Es war sehr schön und interessant. Auch Dir ein gutes 2017
Pia :saflag:
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Wicki4

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Montag, 2. Januar 2017, 19:52

Hallo Viatrix,
vielen Dank für deinen schönen Reisebericht. :danke:
Da wir im Herbst auch einige eurer Ziele besuchen werden, war dein Bericht besonders interessant für mich.

Liebe Grüße
Claudia

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tripilu (2. Januar 2017, 21:49)

Mick777

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Dienstag, 3. Januar 2017, 06:55

Vielen Dank für den tollen Bericht und die eindrucksvollen Bilder!! Ganz besonders freue ich mich , dass
ich einen Eindruck vom Mathikithi Trail erhalten habe - bisher konnte ich zu dem Trail gar keinen Erfahrungsbericht finden.
Eine Frage hätte ich dazu noch: Der Trail ist ja in der Nähe zu Satara, auf Deinen Bildern schaut die Vegetation beim Trail aber ziemlich dicht aus
und nicht so offen und weitläufig wei sonst um Satara. Wie war es denn wirklich? Eher dicht oder offen?

Vielen Dank

Michael