Wie auch beim deutschen Wild kommt es sehr auf die Zubereitung an. Man kann auch deutsches Wildschwein so zubereiten, daß man glaubt es sei eine normale Schweine-Lende. Auch ist es bei Wild genauso wie bei Rind eine Frage, wie lange das Fleisch abgelagert wurde. Wenn es zu frisch ist (unter 10 Tagen) ist es regelmäßig zäh und fasrig, wenn es sich ein Restaurant zeitlich und vor allem auch finanziell leisten kann, wird es mindestens 6 Wochen oder länger abgehangen, entwickelt dadurch ein ganz anderes Aroma und wird deutlich zarter. Das ist finanziell deswegen ein Problem, weil das Fleisch dabei bis zu 40% Feuchtigkeit verliert, da wird ein 300g Steak schnell zum 200g Steak und die wenigsten sind bereit dafür auch noch mehr zu bezahlen. Hier findet zum Glück so langsam ein Umdenk-Prozess statt.
Spring-Bock ist eigentlich das Wildfleisch, was am meisten verbreitet ist und eigentlich immer hervorragend schmeckt, ohne das es einen strengen Eigengeschmack hat, also ideal für Einsteiger (genauso wie Impala). Speziell Eland finde ich hingegen sehr individuell, das Fleisch ist hellrot (ocker) und relativ weich/wabbelig, schmeckt aber sehr gut. Persönlich esse ich Kudu eigentlich am liebsten und finde, daß er geschmacklich Strauss ähnlicher ist als Rind, im Prinzip optisch Rindfleisch, nur kurzfasriger.
Nun noch etwas zum Nachdenken: Wenn ein Restaurant in Afrika Kudu anbietet, selbiger aber
"aus" ist, wird man wohl ohne Ansage manchmal auch Rind bekommen. Frei nach dem Motto
"lieber Rind als Kudu verkaufen, als den Umsatz verlieren". Genauso kann es auch passieren, daß man statt Kudu eben Strauss oder Oryx bekommt. Also geht nicht immer davon aus, daß Ihr das bekommt, was auf der Karte steht. Maßgeblich ist eher was im Kühlschrank ist, oder auch was der Markt gerade hergibt...
Abschließend noch ein Gastro-Tipp um die Unterschiede besser raus schmecken und somit auch differenzieren zu können: In der Waterfront in Kapstadt gibt es das Restaurant
(This term was hidden for guests and not activated Users. To be able to read it you should register!) , auf der Karte stehen 13 unterschiedliche Wildsorten, davon sind eigentlich immer zwischen 9 und 12 auch vorrätig. Wen es interessiert, darf auch einen Blick auf das rohe Fleisch werfen. Auf der Karte gibt es "Game-Kebab", ein Spieß mit vier Stückchen unterschiedlichem Wildfleisch -> super lecker und perfekt zum Testen.