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Mittwoch, 20. September 2017, 17:40

Schottland - einmal Highlands und zurück in 10 Tagen - letzter Teil

Dieser Teil III meines Reiseberichts könnte auch mit " Delfine, Whisky und Muffensausen " überschrieben werden.

Inverness war für 3 Nächte unsere Basis für die Erkundung der nördlichen und westlichen Highlands, danach war eigentlich auf dem Weg nach Perth und Edinburgh noch ein Abstecher Richtung Osten nach Elgin und von dort das Spey Valley hinunter geplant, aber wegen des regnerischen und nebligen Wetters planten wir um. Doch nun der Reihe nach:


Unsere B&B-Unterkunft " Torridon House " war - ebenso wie die Kilcamb Farm auf Skye - ein Glücksgriff mit supernetten Gastgebern, tollem Essen und einem schönen Zimmer. Und die Lage von Torridon House: Hervorragend, gerade mal 2-3 Minuten von der Fußgängerbrücke über den River Ness direkt ins Stadtzemtrum entfernt, in 8 Minuten ist man am Schloss, einen Aldi gab es für günstigen Proviant auch in Laufentfernung . Leider teilt Inverness das gleiche Schicksal vieler britischer Städte, es man sieht überall leere Geschäfträume und im schönen Victorian Indoor Market , noch vor 20 Jahren voll bunten Treibens, sind viele der reizvollen winzigen Lädchen verwaist, ein Jammer ! Ein Tipp: Sehr schön ist ein Spaziergang auf dem " Ness Walk " , auf einer Flussseite flussaufwärts bis zu einer Brücke und Insel im Fluss und auf der anderen Flussseite zurück in die Stadt.Bei gemütlichem Bummeltempo dauert dies etwa 1,5 Stunden - ich war vor einigen Jahren dort unterwegs.





Im Moray Firth, einer fjordähnlichen Meeresbucht nördlich von Inverness, gibt es eine Delfinschule und man kann mit etwas Glück die Tiere bei auflaufender Flut in der Meeresenge zwischen Fort George und dem Chanonry Point bei Fortrose beobachten, denn die Flut spült Fische in
den Firth und die Delfine tummel sich dann auf ihrem Beutezug in der starken Strömung zwischen den beide Landmarken.

Also hieß am Sonntagmorgen: Gezeitentabelle checken, Kamera einpacken und los nach Fortrose.

Und wir hatten tatsächlich nach nervtötender Parkplatzsuche Glück :D , wenn auch die Tiere an diesem Tag leider nicht in Strandnähe kamen und meine Alpha 6000 auf die große Distanz weniger gut geeignet war. Ich wollte halt nicht noch die Alpha 57 mit dem Tamron 150-600
mitschleppen, das vermisste ich speziell an dieser Stelle allerdings schmerzlich.


Nächster Programmpunkt war Dunrobin Castle bei Golspie in Sutherland, ein Stück die Ostküste hinauf, deren Hinterland weit weniger spektakuläre und dramatische Kulissen bietet als die Westküste.
Das Schloss, Stammsitz des Earls of Sutherland und beliebter Urlaubsort von Queen Victoria, erinnert in der verspielten Leichtigkeit seiner Architektur und den hellen Bausteinen an diverse Loire-Schlösser bzw. Schloss Neuschwanstein. Fotografieren im Schloss ist leider verboten. Der Eintritt beinhaltet auch eine Falknereivorführung.






Von Dunrobin aus zog es uns dann doch lieber wieder in den " wilden Westen " und so kurvten wir nachmittags Meile um Meile auf single road tracks durch die ( fast ) menschenleere Landschaft, vorbei an alten Brücken, kleinen Lochs und der Ruine von Ardvreck Castle bis Lochinver
und von dort zurück zur A 835 nach Süden, an Ullapool vorbei Richtung Inverness.





Auf dieser letzten Teilstrecke zu unserem Quartier erlebte ich meinen persönlichen " magischen Moment " dieser Reise: Die Sonne schickte plötzlich einen sehr hellen Lichtstrahl wie einen Spot durch die Abendwolken, genau auf ein malerisches Bachbett vor uns. Wir sprangen aus dem Auto und turnten für " das Foto " schlechthin auf den Felsblöcken herum, bis nach kurzer Zeit die Magie dem gewohnten Grau in Grau wich.








Unser letzter Tagesausflug von Inverness aus sollte uns die westlichen Highlands näher bringen und tat dies auf intensivere Art als gedacht 8o .
Zunächst fuhren wir zum lieblichen Loch Carron und wollten von dort aus weiter nach Gairloch, Inverewe Gardens und Richtung Ullapool.






Auf der A 896 hinter Kishorn nahm das Verhängnis seinen Lauf, als ich das Straßenschild " Applecross " las und spontan den Blinker setzte und abbog. Man muss an dieser Stelle wissen, dass ich ziemlich unter Höhenangst leide, insbesondere im Auto und auf Alpenpässen immer bibbernd neben meinem Mann sitze.

Prompt fragte meine Freundin " was hast du da gerade gemacht " und ich murmelte " schlimmer als auf den bisherigen Straßen wird´s wohl nicht werden " - böse Fehleinschätzung, leider hinter dem " point of no return "!

Den Hinweis " not for sissies " in einem Internetportal über " Dangerous Roads of the World " hatte ich da noch nicht gelesen...

Wir fuhren geradewegs auf einer einspurigen Straße mit z.T. 20 %igen Steigungen und Gefällestrecken, nicht durchgehend mit Leitplanken gesichert und mit etlichen Haarnadelkurven als besondere Würze geradewegs hinauf zum Bealach na Ba, dem Rinderpass, von 0 auf 2053 Fuß über Meeresspiegel und natürlich kam in der vorletzten Kurve bei besonders steiler Steigung noch ein mittelgroßes Wohnmobil entgegen, an dem wir uns vorbei quetschen mussten. Da ich die Hände an Steuer und Schaltknüppel und die Augen auf der Straße dringender brauchte als an der Kamera, gibt es verständlicherweise nur von der Passhöhe Fotos.

Meine Freundin meinte, dieser Ritt habe mich als Fahrerin an meine Grenzen gebracht und sie wolle lieber nicht nochmal bei dieser Strecke neben mir sitzen und ich piepste nur kleinlaut " ich auch nicht !° :S :blush:
Zu diesem Zeitpunkt konnten wir noch nicht wissen, dass ich am Ende der Reise die drei höchsten asphaltierten Bergpässe Schottlands, den Cairnwell Pass ( höchster ), den " The Lecht " ( zweithöchster ), beide in den Cairngorm Mountains und eben den Bealach na Ba ( dritthöchster )
bezwungen haben würde.


Dafür gab es aber als " Lohn der Angst " einen grandiosen Blick von der Passhöhe auf die Isle of Skye und das Meer :thumbsup:







Von der Passhöhe aus führte die Straße etwas weniger nervenaufreibend hinunter nach Applecross und von dort führten wir ohne Zwischenfälle, dafür mit vielen weiteren schönen Ausblicken, unsere Rundfahrt fort.







Edinburgh sollte unsere letzte Station dieser Reise sein und auf dem Weg dorthin besuchten wir die Whisky-Distillerie Tomatin südöstlich von Inverness an der A 9.

Wir schlossen uns für 8 Pfund pro Nase einer über 1-stündigen Distillerieführung an, die uns die verschiedensten Stationen des Herstellungsprozesses zeigte und mit der Verkostung von vier verschiedenen Whiskies endete. Die Autofahrer bekamen als Ausgleich ein 50 ml Fläschchen Whisky zum späteren Genuss mit auf den Weg.

Wie ich von meiner Freundin hörte, soll besonders der 18 Jahre alte Tropfen, eine von insgesamt 4 Proben ( schottisch " drams " ), wirklich lecker gewesen sein :wine:



Bei Carrbridge ( schöne, alte Brücke von 1717 über den Fluss Dulnain ) zweigten wir von der A 9 ab und zuckelten bei Dauerregen überland.



Unser Gastgeber in Inverness hatte uns einen " scenic drive " empfohlen, bei dem ich mich hinter dem Skigebiet " The Lecht " ( zweithöchster Bergpass ) unerwartet wieder einmal auf einer langen abschüssigen Strecke mit 20 % Gefälle und dem Warnhinweis " Vorsicht Rollsplitt "
wiederfand. Man stelle sich vor, eine Skisprungschanze hinunter zu fahren, das trifft das Gefühl ganz gut, das ich dabei hatte. ;( .



Weiter ging´s am kleinen, leider geschlossenen Braemar Castle vorbei über den gut zu befahrenden Cairnwell Pass nach Pitlochry. Durch die Kurverei über all die kleinen Landstraßen und Pässe kamen wir genau pünktlich zur Ladenschlusszeit im hübschen Städtchen Pitlochry an, wo wir eigentlich noch gerne ein wenig gebummelt hätten - so spielt das Leben ;( !



Die Nacht verbrachten wir in der Whitemoss Lodge bei Dunning, ca. 30 km von Perth entfernt. Auch diese Unterkunft mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis können wir sehr empfehlen.

Bei der Einfahrt nach Edinburgh am nächsten Morgen fuhren wir parallel zur gerade kürzlich ( nach unserer Reise ) eröffneten nagelneuen Brücke über den Firth of Forth - ich hätte mir gewünscht, dieses imposante, tolle Bauwerk schon nutzen zu können.
Wir stellten das Auto auf dem Parkplatz des " Ibis Budget Hotels Edinburgh Airport " in Edinburgh ab ( unserem letzten Schlafplatz in Schottland und ebenfalls empfehlenswert ), von wo aus man nur wenige Meter bis zur nächsten Tram-Haltestelle zu laufen braucht, um sehr bequem ins Stadtzentrum zu gelangen. Dieses Ibis Hotel ist prima für eine oder einige Nächte, saubere, zweckmäßig eingerichtete Zimmer, günstiges, wenn auch nur kontinentales Frühstück und exzellente Verkehrsanbindung zum Stadtzentrum sind die Pluspunkte dieses Hotels.


Dem obligatorischen Schlossbesuch ( laaaaange Wartezeit am Ticketschalter, weil unser Explorer Pass nur 7 aufeinanderfolgende Tage gültig war und gerade der 8. Tag angefangen hatte :cursing: :cursing: ) folgte ein Gang über die (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) und der Besuch der Nationalgalerie
unterhalb des Schlosses ( freier Eintritt, sehr sehenswerte Gemälde alter Meister ) . Im Schlosshof waren die Aufbauarbeiten für das jährliche Royal Edinburgh Military Tattoo in vollem Gange





Zum Abschluss erfreute uns die Straßenband " The Spinning Blowfish " vor der Nationalgalerie mit einem über einstündigen mitreißenden Platzkonzert :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: , wobei es mir permanent in den Füßen juckte, das Tanzbein zu schwingen :D







So good-bye my dear Scotland - see you next year !



Danke allen, die Interesse an meinem diesjährigen Reisebericht hatten, ich hoffe, dass es euch gefallen hat !



LG,

die Hochwälderin



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Bär

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Sonntag, 24. September 2017, 12:29

.
*** Wer nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen. (aus Afrika) ***

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Mittwoch, 27. September 2017, 21:19

Azoren Terceira

Die Landschaft und die Weite ist traumhaft, ganz anders als Südafrika, aber wunderschön . Ein Traum für Naturliebhaber und Wanderer, die es nicht ganz so warm brauchen und auch mal etwas Regen verkraften. Gerade das Spiel der Wolken, Nebel, dann wieder Sonnenschein und ein Licht, welches die Natur so richtig stark grün, in Kombination mit blauen Seen, erscheinen lässt. Ein weiterer Vorteil ist der kurze Flug. Dieses Licht, Wolken, Schatten, in Kombination mit Seen hat man teilweise auch auf den Azoren, diese sind aber insgesamt tropischer, wärmer und vulkanisch.

Angra do Heroísmo:


Unser Hotel in Angra do Heroismo, auf einer alten Festung gelegen:


Wild, tropisch, der schönste Wanderpfad auf der Insel:


Lavahöhlen:


Licht, Schatten, Nebel, Seen, Meer, Einsamkeit:


Etwas anders als Schottland, aber auch sehr schön :thumbsup:!

Die Inseln sind nicht so touristisch, da sie etwas abgelegen sind und es auch häufiger regnet, dafür sind sie sehr grün und das Grün leuchtet richtig, wenn die Sonne rauskommt :).

LG.
Silke

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Donnerstag, 28. September 2017, 05:24

Sehr schön, hba schon etliche Berichte im TV gesehen

Hallo Silke,

sehr schöne Urlaubsidee, könnte mich nach etlichen Reportagen im Fernsehen auch reizen. Vor allem, weil die Inseln landschaftlich sehr abwechslungsreich und nicht überlaufen sind.

Danke für die Fotos,

lG, Heike

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SilkeMa (28. September 2017, 07:02)

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605

Sonntag, 1. Oktober 2017, 20:34

Eure Meinung bezüglich Hochzeitrrundreise erbeten - Tansania, Sansibar - eventuell Kenia ( Sicherheitsaspekt ?)

Hallo ,

unsere Tochter ( südafrikaerfahren seit ihrer Kindheit ) und ihr Mann ( bisher 1 x in RSA gewesen ) möchten ihre Hochzeitsreise - nachdem die Karibik durch Irma und andere Stürme schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde - gerne im ostafrikanischen Raum verbringen. Sie interessieren sich vorab schon einmal für eine Rundreise durch Kenia, Tansania und Sansibar mit Badeaufenthalt, wobei ich aus Sicherheitsgründen von Kenia wohl eher abraten würde.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Tansania und Sansibar gemacht und wäre Sambia eventuell als Ersatz für Kenia geeignet ??? Leider kennen wir uns nur in Südafirka ein bißchen aus, andere afrikanische Länder haben wir noch nicht bereist.

Angedacht sind 14 Tage, das Budget liegt bei maximal 6000 € für beide zusammen. Tiere beobachten, baden und Land und Leute kennenlernen wäre beiden wichtig.

Ich würde mich über Ratschläge zu und Beurteilungen über die betreffenden Länder und ihre Möglichkeiten und auch über Meinungen zum Thema Sicherheit außerhalb Südafrikas freuen. Reisen möchte das junge Paar im Februar 2018.

LG,
die Hochwälderin

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606

Sonntag, 1. Oktober 2017, 22:43

Ausgerechnet du, die auch schon mehrfach in Südafrika war?
Ich glaube nicht, dass die Ausgangslage gross anders ist in diesen Ländern - zumindest nicht als "normaler" Tourist.

Tanzania und Zambia wird mit dem Budget für eine Hochzeitsreise sehr knapp...
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607

Montag, 2. Oktober 2017, 06:47

Nicht jedes afrikanische Land ist wie Südafrika - RSA-Erfahrungen nützen da wenig

Hallo,

ich würde nicht nachfragen, wenn ich Erfahrungen mit anderen afrikanischen Ländern hätte, ginge es um Namibia und Botswana, würde ich es auch nicht tun. Natürlich kann man ( fast ) alles googeln oder in Reiseführern nachschlagen, aber mir ging es um persönliche Erfahrungen anderer Nutzer, die nicht nur in RSA unterwegs sind.

Dass das Budget knapp ist, weiß ich, unsere jungen Leute bauen gerade ihr eigenes Haus und das Reisegeld war das Hochzeitsgeschenk der Schwiegereltern. Eigentlich sollte die Reise ja auch in die Karibik gehen, was aber nach allen Zerstörungen in jüngster Vergangenheit dort momentan nicht in Frage kommt.

Unsere Tochter war seit ihrem 7. Lebensjahr 5 x in Südafrika und kennt die Garden Route, Kapstadt, Limpopo und Mpumalanga, unser Schwiegersohn war bei unserer Minigruppenreise in Mpumalanga dabei. Die beiden möchten einfach zu diesem besonderen Anlass mal etwas Neues sehen und Asien als Alternative interessiert sie nicht, der afrikanische Kontinent jedoch sehr.

Wer keinen konstruktiven Beitrag zu meiner Frage einbringen möchte oder dies mangels eigener Erfahrung nicht kann, braucht ja nicht zu antworten. Bisher bekam man hier fast immer brauchbare Antworten, weil viele Nutzer nicht komplett auf Südafrika fixiert sind, deshalb versuchte ich es einfach. Wenn es um mich selbst ginge, würde ich einfach planen und fliegen. Um das eigene Kind und dessen Partner sorgt man sich als Mutter aber eben doch viel mehr, auch deshalb meine Frage nach persönlichen Erfahrungen.

Gruß,
die Hochwälderin

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Montag, 2. Oktober 2017, 08:37

Das ist ein konstruktives Feedback. Wer xfach in Südafrika war, der hat meiner Meinung nach zumindest ein deutlich besseres Gespür dafür, das Thema "Sicherheit" differenziert zu betrachten.
Jetzt frage ich dich ernsthaft: Was verleitet dich dazu zu denken, die Sicherheitslage in Zambia, Tanzania (+Zanzibar) sei anders? Was für konkrete Anzeichen oder Hinweise dafür hast du?
Kenia ist mir schon eher klar, da spitzte sich die Lage im August zu, Grossstädte würde ich da aktuell nicht gross selbstständig besuchen (Nairobi, Mombasa), für den Oktober sind Neuwahlen geplant und keiner weiss so recht wie das rauskommen soll. Aber: Wie die Lage im Februar ist, wird dir niemand sagen können, ich vermute aber, dass es sich bis dahin zumindest beruhigt hat. So oder so wird man als Safari- und Strandtourist davon wenig direkt mitbekommen, solange man wie gesagt nicht gerade die Städte auf eigene Faust erkunden möchte.
Auch nicht unbedingt empfehlenswert ist vermutlich die Grenze zu Somalia, aber da geht man auf Flitterwochen auch kaum hin (die riesigen Flüchtlingslager/-städte besuchen?)

Also, meine Erfahrungen, persönlich oder aus erster Hand:
- Zambia: Kein Problem. Letztes Jahr waren Wahlen, da wäre ich eventuell im Zentrum von Lusaka vorsichtiger gewesen, ansonsten easy eben. Freunde von uns sind letzte Woche von einer 5wöchigen Campertour durch Zambia und Malawi zurückgekommen, hatten überhaupt keine Probleme.
- Tanzania/Zanzibar: Zumindest in den letzten 10-20 Jahren eines der ruhigsten Länder in der Region. Wir fühlten uns nie unsicher, sind an vielen Orten zu Fuss unterwegs gewesen, generell sehr freundlich/offen.

Aufpassen im Hinblick auf Taschendiebstahl ist natürlich normal, je nach Ort ein bisschen mehr auf Kleidung achten (Zanzibar ist muslimisch) - ich wüsste nicht was im Sicherheitsaspekt gross anders als in Südafrika sein soll.

Budgetmässig liegt Zanzibar gut drin, aber Safari in Tanzania kostet ein kleines Vermögen (auch in den weniger bekannten Gebieten). Jonas/Marchese war ja erst gerade da, frag ihn mal.
In Zambia gibt es von dem was ich recherchiert und gelesen habe eigentlich nur 4x4-Camping-Safari oder High-End-Destinationen (oft quasi Fly-In only). "Günstige Mittelklasse" für Safari wenig bis gar nicht.
Kenia ist seit jeher eher das Budget-Safari-Land, von daher würde ich vermutlich schauen ob Kenia/Zanzibar (Pemba, Mafia) kombiniert werden könnte. Bei 6000€ Gesamtbudget würde ich Zambia und Tanzania sonst für Safari fast ausschliessen.

Der Grund weshalb "die Karibik" aktuell nicht in Frage kommt ist für mich auch eher rätselhaft/überrissen. Ich will hier die Naturkatastrophe nicht kleinreden, aber es ist ja wirklich nicht so, dass soeben eine ganze Region ausgelöscht, alles Leben vernichtet und der Lebensraum auf Jahre zerstört wurde!? Hurrikanes gibt es dort jedes Jahr, wenn auch nicht überall und immer so schlimm. Im Februar wird man, wenn man sich nicht gerade auf die "Epizentren" des Schadens konzentriert und nicht nochmal was passiert, wenig bis gar nichts davon mitbekommen, behaupte ich zumindest.
Mein Eindruck ist, dass durch die mediale Darstellung solcher Ereignisse eine völlig verzerrte Wahrnehmung verbreitet wird - eben genau etwas, was man von Südafrika auch oft hört/kennt und was du eigentlich besser wissen müsstest. "Nur" weil in Köln an Silvester vor zwei Jahren etwas passiert ist, ist die generelle Sicherheitslage für Frauen in Deutschland auch nicht so, dass man sich nicht mehr raus zum Feiern trauen darf/kann.
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Kitty191 (2. Oktober 2017, 11:08), Quorkepf (2. Oktober 2017, 10:42), corsa1968 (2. Oktober 2017, 10:12), Hochwälderin (2. Oktober 2017, 10:07)

SilkeMa

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Montag, 2. Oktober 2017, 09:36

Je nachdem wo man in Mittelamerika hinmöchte, die Region ist schon sehr stark gebeutelt. In Puerto Rico z.B. war das ganze Strom- und das komplette Telefonnetz zusammengebrochen. Am letzten Freitag waren nur 70 % der Angestellten einer weltweit operierenden Firma, für die meine bessere Hälfte arbeitet, telefonisch erreichbar. Wir reden hier noch nicht vom wieder arbeiten nach dem Sturm, das wird noch längere Zeit dauern bis sie wieder arbeiten können ! Ansonsten ist das Land noch im Chaos.
Florida beispielsweise, ist teilweise recht glimpflich davongekommen. Ich kenne jemand persönlich, der während des Sturms Verwandte in Orlando besucht hat. Da war nur noch Kategorie III, außerdem hat die USA mehr Geld um schneller wieder aufzubauen.
VG,
Silke

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Montag, 2. Oktober 2017, 10:38

nunja, nun besteht die Karibik ja nicht "nur" aus Puerto Rico, Hispaniola, St. Martin, Kuba, die Keys und Brit. Virgins, die allesamt bisher in diesem Jahr durch Hurricanes gebeutelt wurden :( da gäbe es ja noch die Grenadines, die Niederl. Antillen, Barbados, Domenica und Co und gerade die Niederl. Antillen gelten als hurricane-sicher und sind bspw per KLM nonstop von AMS aus erreichbar ;)
lG M@rie

"Wer dem Glück nachläuft, kann es selten einholen. " - südafrik. Weisheit

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Montag, 2. Oktober 2017, 10:44

Danke !

@ Silke: Unsere jungen Leute wollten meines Wissens auf eine kleinere Insel in der Karibik, Genaueres weiß ich leider nicht, aber offenbar wurde sie vom Hurrikan ziemlich gebeutelt und sie lassen dies nun lieber bleiben. Danke für dein Feedback!

@ kOa_Master: Danke, ich weiß dein konkretes Feedback zu schätzen. Wie gesagt weiß ich sehr wenig über die nachgefragten Länder und noch kenne ich keine genauen Reisepläne, im gestrigen Telefonat wurde nur eine offenbar ins Budget passende, relativ preiswerte Kombi-Reise Kenia-Tanzania-Zanzibar in den Raum gestellt , die unser Schwiegersohn im Internet fand und ich entgegnete, dass mir persönlich Kenia nicht geheuer wäre wegen möglicher Terroranschläge oder der Gefahr des Kidnappings bei Überlandfahrten. Eine Kombi Tanzania - Zanzibar erscheint mir vernünftiger.

" Marchese " habe ich per PN nach mehr Infos aus 1. Hand gefragt.

Warten wir mal ab, welche Möglichkeiten in die engere Wahl kommen. Ich hatte auch auf Namibia/Botswana als Alternative hingewiesen.

Nochmals danke,
Heike

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Montag, 2. Oktober 2017, 11:43

...dass mir persönlich Kenia nicht geheuer wäre wegen möglicher Terroranschläge oder der Gefahr des Kidnappings bei Überlandfahrten.

Eben nochmals - woher diese Angst? Gerade in den Touristenregionen (Süden, Südwesten) ist mir persönlich kaum etwas bekannt in den letzten Jahren. Da gab es in Europa ja die schlimmeren Anschläge.
Ich denke, dass in Kenia der regionale Aspekt die deutlich grössere Rolle spielt und ich glaube auch nicht, dass irgendwelche normalen Reisebüros ihre Kunden (und Mitarbeiter, Partnerfirmen) mal eben schnell allen möglichen Risiken aussetzen.

Wie gesagt ich kenne Kenia selber nicht, aber ich weiss dass aktuell noch Millionen von Touristen das Land besuchen und gleichzeitig so gut wie gar nichts über Zwischenfälle bekannt ist. Da mache ich mir derzeit in Südafrika fast die grösseren Sorgen.
Setz dich doch einmal mit einer solche Reise und konkreten Vorschlägen auseinander, dann wirst du sicher auch ein wenig besser/differenzierter beurteilen können, ob diese Gefahr real ist oder nicht.
Denn aus meiner Sicht ist eine Safari-Kombination Kenia - Zanzibar rein Budgetmässig sicher eher zu favorisieren als Tanzania - Zanzibar. Letzteres wird für max. 3000€ p.P. (inkl. Ausgaben vor Ort, Trinkgelder und so weiter) sehr schwierig sein. Ich habe ein wenig herumgesucht und selbst die Budget-Safaris bieten ihre zweiwöchigen Touren meist im Bereich von 3500€ aufwärts an p.P. - zumindest im Februar. Günstiger wäre es dann höchstens im April/Mai in der Regenzeit. Ausnahmen wären Touren wie Nomad etc. wo man in grösseren Gruppen am Campen ist, aber ich weiss halt nicht inwiefern eine Campingtour für Flitterwochen geeignet ist.

Gruss,
Master
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M@rie (2. Oktober 2017, 16:53), Hochwälderin (2. Oktober 2017, 12:16), Marchese (2. Oktober 2017, 11:45)

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613

Montag, 2. Oktober 2017, 11:48

Eben nochmals - woher diese Angst?



Das Empfinden von Angst korreliert leider nur sehr selten mit den realen Risiken. Wir steigen jeden Morgen bedenkenlos ins Auto und fahren zur Arbeit und haben dann im Urlaub Angst vor einem Hai im Meer oder vor einem Terroranschlag :)

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M@rie (2. Oktober 2017, 16:52), Hochwälderin (2. Oktober 2017, 12:15)

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614

Montag, 2. Oktober 2017, 12:14

Keine Angst, wenn ich selbst betroffen wäre, nur Angst um meine Liebsten

Hallo,
Marchese, du hat völlig recht, Angst ist etwas Irrationales. Ich selbst würde sie nicht im gleichen Ausmaß empfinden, wenn es um meine Person ginge ( Stichwort Costa Rica :P ;) ) , aber ich habe - zugegebenermaßen übertriebene - Angst um meine Angehörigen, wenn sie unterwegs sind und man als Mutter daheim machtlos ist.
Noch etwas spielt eine Rolle: man hat i.d.R. mehr Angst vor dem Unbekannten als vor einer durchaus realen Gefahr, die bisher an einem selnst vorüber ging ( RSA - noch keinen Überfall erlebt ) und der man wenigstens in gewissem Umfang durch umsichtiges Handeln und Vorsichtsmaßnahmen entgehen kann.

@ kOa_Master: ich werde mich näher informieren, Berge&Meer bietet eine Tanzania-Sansibar-Reise für 2300 € für 15 Tage mit Flügen und VP, allerdings nur mit 4 Tagen Selous und ansonsten Badeurlaub. Die Highlights wie Ngorongoro und Serengeti bleiben außen vor, deshalb wäre das insgesamt nichts für mich ( besonders keine 0-9 Tage Bedeurlaub ), mag aber für Einsteiger okay sein .

In diesem Sinne ein Dankeschön an alle,
lG,
die Hochwälderin

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kOa_Master (2. Oktober 2017, 12:53), Marchese (2. Oktober 2017, 12:44)

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Montag, 2. Oktober 2017, 12:46

Mein Statement klang zu wertend. Ich funktioniere ja ganz genau so, aber stelle die Irrationalität bezüglich Angstempfinden regelmässig bei mir und bei anderen fest. Das hilft, um manchmal wieder auf den Boden der Realität zu finden :beer: :) :saflag:

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Montag, 2. Oktober 2017, 15:03

hab mal ein wenig gestöbert - weiß nicht, ob die Angebote etwas taugen

(Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!)

Bin auf die Seite von (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) gestoßen, für mich wäre da schon thematisch das eine oder andere dabei :D - jedoch für Honeymooner :S ????. Man darf halt keine großen Ansprüche hinsichtlich der Unterkunft stellen und ob die ortsansässigen Safari-Firmen zuverlässig und vertrauenswürdig sind, weiß man halt auch nicht :S . Das müsste man probieren.....

VG, die Hochwälderin

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Dienstag, 3. Oktober 2017, 11:52

Am Samstag habe ich bei einer Geburtstagsfeier die Fotos der Tochter (19 Jahre) aus Kenia und Tansania gesehen. Sie war allein in Kenia unterwegs, um dann eine Freundin in Tansania zu treffen, die dort für ein halbes Jahr an einer Schule arbeitet. Für die Reise hatte die junge Frau knapp 3 Wochen Zeit.
Ich bin mir sicher, dass die Eltern bei einer größeren Gefahrenlage für ihre Tochter nicht das Geld für die Reise spendiert hätten. Habe gerade mal per WhatsApp nachgefragt, ob sie mir die genauen Parks bzw. Hotelanlagen benennen kann. Die Fotos waren vielversprechend.

Edit:
In Kenia hat sie folgende Nationalparks besucht hat: Tsavo-East-,Tsavo-West- und Amboseli-Nationalpark. Hier hat sie insgesamt 6 Übernachtungen gehabt.
In Tansania war sie dann im Gebiet des Ngorogoro-Kraters für 4 Übernachtungen u.a mit Night- und Morningdrive sowie einer Trekkingtour bis zu einem Wasserfall.

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kOa_Master (3. Oktober 2017, 15:34), Hochwälderin (3. Oktober 2017, 15:06)

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Dienstag, 3. Oktober 2017, 15:20

hatten unserer Tochter auch schon mal eine RSA-Reise spendiert und hatten keine Angst

Hallo Gatasa,

vor 8 Jahren schenkten wir unserer Tochter und ihrem damaligen Partner eine Reise nach Kapstadt, in die Winelands und entlang der Gardenroute. Wir hatten damals keine Angst um sie, da sie sowohl das Kap als auch die Gardenroute schon von ihrer Kindheit her kannte und sich auch nach voran gegangenen gemeinsamen Urlauben mit uns im Land vorsichtig zu verhalten wusste. Außerdem habe ich als Mutter bei den Unterkunftsbuchungen die Betreiber der B&Bs gebeten ( was ich den jungen Leuten natürlich nicht erzählte ;) ) ein wenig auf sie achtzugeben.....( typisch " Muttertier " halt... :whistling: ).

Gruß,
die Hochwälderin