AreYourReady?
Johannesburg - Die frühere Partei der Apartheid in Südafrika schließt sich mit ihrem ehemaligen Erzrivalen, dem regierenden Afrikanischen Nationalkongress (ANC), zusammen. Die Neue Nationalpartei (NNP) werde es ab September 2005 nicht mehr geben, teilte die Partei am Samstag in Johannesburg mit. Sie werde dann Teil des ANC von Präsident Thabo Mbeki. Der Vorsitzende der NNP und derzeitige Umweltminister, Marthinus van Schalkwyk, kündigte an, dem ANC beizutreten. Den Parteimitgliedern bleibe dieser Schritt jedoch freigestellt.
Noch im August wollen beide Parteien eine gemeinsame Kampagne starten, in der sie die traditionell weiße Klientel der NNP für einen Übertritt zum ANC gewinnen wollen. Die NNP war 46 Jahre an der Macht. Bei der Parlamentswahl im April erhielt sie aber nur noch 1,65 Prozent der Stimmen, der ANC knapp 70 Prozent. Die ehemalige Apartheidspartei verlor viele Wähler an die Demokratische Allianz, die nun die größte Oppositionspartei ist. (APA)
derStandard.at
Wolf
Moin,
habe diesen Artikel auch den Medien entnommen.
Kann mir jemand erklären was das soll.
Ist das der letzte Versuch einiger Ehemaliger sich ein paar Posten zu sichern?
Der erste Schritt zu einem Einparteistaat?
Warum gehen die nicht mit der DA zusammen.
Warum begreifen die Weißen und Coloreds nicht das sie nur dann die Chance haben etwas gegen die Alleinherrschaft des ANC zu erreichen wenn sie zusammenarbeiten.
Ich hoffe Darkbloom hat mit seiner Aussage "Mbeki ist ein gut studierter Mensch, der die Marksituation gut versteht" recht und das nicht manche aus der Gier nach Machterhaltung heraus Dinge tun die ein aufblühendes Land ins Abseits stellen.
Wolf
Darkbloom
Moin Wolf,
das wr doch abzusehen: Kortbroek ist nunmal Berufspolitiker und kann nichts anderes... auch war's einfach viel zu schön, in der regierung zu sitzen, denn da hat man immer recht und die lästige opposition kann man bei 70% ja auch ohne Weiteres unter den Teppich kehren. Da hätte es also wenig Sinn gemacht, der DA beizutreten. Einziger positiver Nebeneffekt: die Politik entfärbt sich, es geht also nicht mehr (nur) um weiss und schwarz, sondern um die politische Sichtweisen links und rechts, liberal und konservativ. In der hinsicht sind sich die DA und die NNP nämlich beileibe nicht ähnlich! Also, ich denke mal, es ist falsch auf einen Zusammenschluss von Weissen zu hoffen, der der schwarzen Gefahr des ANC geschlossen gegenüber tritt: damit wären wir ja wieder in 1994, und die vergangenen 10 Jahren wären sinnlos vertan gewesen...
Das heisst natürlich nicht, das ich Lagerwechsel (d.h. für DA gewählt, und der Abgeordnete wechselt dann später mit seinem Mandat über zum ANC) für gut halte, aber das sind halt wieder einmal solche seltsamen Blüten einer jungen Demokratie in der sich die politischen Fronten ersteinmal verholzen müssen um die grösseren Gewitter (die ja nun hoffentlich bald in Joburg kommen werden!) auszuhalten.
Wolf
Hi Darkbloom,
ich denke auch nicht das man Zustände wie vor 1994 zurückbringen sollte, aber um bei den nächsten Wahlen diese (einer Demokratie nicht gerade förderliche) ANC Alleinherrschaft brechen zu können bedarf es mehr als sein Fähnchen in den Wind zu hängen.
Erklär mir bitte mal welche Gewitter du erwartest.
Wolf
Darkbloom
Hey Wolf,
Du hast bestimmt, recht, dass Fähnchen im Wind nichts helfen: also sind die doch besser in der grössten Partei als token-Weisse aufgehoben als dass man sich auf Weicheier wie Schalkwyk, etc. in der Opposition verlassen muss.
ich bin mir nicht sicher, ob die jetzige Alleinherrschaft des ANC nicht vielleicht doch wirksam ist: es gibt die eine Theorie des gutes Diktators, d.h. in schweren Zeiten kann es sinnvoll sein, dass eine Partei alleine für die Geschicke des Landes verantwortlich ist, als das man so ein Polarisationsspiel zwischen rechts und links spielt, und letztlich ausser Selbstprofilierung nichts erreicht. Das sieht man manchmal auch in Deutschland: Reformen unbedingt nötig, aber die CDU/CSU wird nun alles tun um die SPD den Bach runterzuschicken um ihnen die Schuld für harte Massnamen wie Sozialhilfekürzungen, etc in die Schuhe zu stecken. Der SPD wird dann ein's rübergehauen bei de nächsten Wahl 9zeichnet sich ja schon ab), und die CDU übenimmt ein gesäubertes Boot. Hier in SA gibt es derassen viele Probleme, da wäre es manchmal nicht hilfreich, diese zu tode zu diskutieren: lieber eine schnell Entscheidung (und manchmal wird's halt die falsche sein), als gar keine und Politiklähmung wie in Deutschland.
So gut Demokartie ist: sie hat halt auch Nachteile, und manchmal ist es sinnvoll, sie für eine gewisse Zeit etwas zu beschneiden (Die USA machen das jeden Tag!). Wichtig ist halt nur, dass die Regierungspartei nicht machthungrig wird und das gegebene Blanko-Mandat für eigene Zwecke missbraucht. Die Rolle des Wächters sollte hierfür der Journalismus sein, und da hapert es ganz besonders in SA...
Wolf
Hallo Darkbloom,
ich kann mir nicht vorstellen, daß diese "drei Hansel" (sagt man hier so) etwas im ANC ausrichten können.
Den Regierenden können sie nicht in die Suppe spucken, und ob sie nach der nächsten Wahl noch dabei sind ... habe da so meine Zweifel.
Ich gebe dir recht das es in einer Notlage besser ist wenn man nicht über alles diskutieren muß, aber nicht mit einer verfassungsändernden Mehrheit.
EIn "Jugo" hat mal zu mir gesagt, Demokratie ist prima, aber nicht für alle Völker geeignet. (Das war kurz vor dem Serbo-Kroatischen Krieg, dessen Folgen man ja kennt).
Ich wiederhole mich zwar, aber ich hoffe wirklich du hast mit Mbeki recht.
Und weil es eben mit den Kontrollmechanismen nicht so rosig aussieht, mache ich mir so meine Gedanken.
Na hopp, im Zweifel für den Angeklagten, ich hoffe ich muß nicht erleben das du Unrecht hast.
Gruß
Wolf
Darkbloom
Hi Wolf,
ich verstehe schon Deine Bedenken - und ich frage mich selbst natürlich manchmal auch, ob dieses Land den richtigen Weg geht. Bisher sieht es gut aus, finde ich: strukturelle reformen sind auf dem Weg, man geht nicht den Bob Mugabe Route re: Enteignungen, wirtschaftlich und Währungsmässig sieht's sehr gut aus (die Minen die jetzt nach einem weicheren Rand schreien hätten halt in fetten Zeit sparen sollen!), und die gesellschaft kommt auch so langsam voran. Es ist halt ein Jahrhundertprojekt, das darf man nie vergessen, und wir sind gerade mal 10% vorangekommen.
Demokratie ist, meiner Meinung nach, natürlich für alle Völker geeignet: aber halt alles zu seiner Zeit. Heute eine 100%ige Demokratie für China zu verlangen würde in einer Katastrophe enden. Hier in SA sieht's etwas besser aus, aber leider auch noch nicht so, dass alle gleiche Chancen haben, ob nun finanziell, gescellschaftlich, beruflich, usw. Wenn wir dort angekommen sind, dann wird es ein wahre multikulturelle Gesellschaft sein, die in der Lage ist, politische Entscheidungen demokratisch und nicht hautfarbenmässig zu fällen.
Aber ich bin mir Dir: es hängt von Mbeki und seinen Nachfolgern ab, Mandelas Spirit der Rekonstruktion von SA weiterzuführen. So weit so gut, aber.
Ach ja: mit Gewittern meinte ich das Highveld Sommerwetter: vormittags Sonne pur, und nachmittags einen kleinen gewitterschauer, danach schön abgekühlt für die Nacht. Joburg hat das beste Wetter in SA: vor allem der Winter mit seinen monatenlangen Sonnenperioden schlägt Kapstadt...
Wolf
Hey Darkbloom,
bin mal gespannt ...
Die erste Antwort auf unsere Fragen werden wir bekommen wenn Mbeki die Verfassung ändern läßt und eine dritte, vierte, fünfte Amtszeit (Lebenszeit) dranhängt.
Den starken Rand kann man so oder so betrachten,
harter Rand = weniger Touris, aber auch weniger Exporte
weicher Rand = mehr Touris, mehr Exporte = mehr Arbeitsplätze???
Gehe natürlich nur von mir aus, aber zur Zeit wäre mir ein etwas schwächerer Rand lieber ...
Gruß
Wolf
PS. von Joburg ist's halt so weit ans Meer ...
Darkbloom
Hey Wolf,
das Problem des harten randes ist, dass ineffiziente Produktionsstrukturen hier in SA es schwer finden, konstengünstige Waren zu produzieren. Das ist jetzt vielleicht hart, fürht aber in Zukunft dazu, effizientere Methoden zu entwickeln um preismássig mit dem rest der Welt mitzuhalten. SA sollte, meiner meinung nach, nicht versuchen, über Billigprodukte Anteilspunkte am Weltmarkt zu bekommen, sondern über preiswerte Qualitätsprodukte, das gilt für die Agrarwirtschaft ebenso wie für den Maschinenbau. Guter nebeneffekt ist, dass effizientere Methoden bessergeschultes Personal benötigen: ehemalige Abeiter werden zu Fachangestellten, mit der richtigen Ausbildung natürlich, und verdienen mehr. Mehr Verdienst erlaubt es ihnen, ihre kinder an Schulen und universitäten zu senden, etc.
Ein schwacher Rand funktioniert kurzfristig natürlich gut, macht aber unwirtschaftliche Industrien fett und träge und rägt nicht zur allgemeinen verbesserung der Situation in SA bei. Einer leidet halt immer, und die Regierung tut gut daran, in diesem Falle nicht populistisch zu regieren und den Rand herunterzureden. Tito Mboweni ist halt auch eine starke Persönlichkeit die Konflikte mit dem ANC nicht scheut - gut also für den rand, den Staat und die Bürger. nicht so gut für Touristen, aber es ist hier immer noch sehr billig im Vergleich zu anderen Destinationen, oder?
Wolf
Tja, es ist wohl beides richtig.
Ich sehe das mit den Augen des Produzenten, der versuchen muß seine Ware auf dem Weltmarkt zu platzieren.
Ein starker Euro macht die Produkte teuer, allerdings verbilligt sich der Einkauf von Rohstoffen.
Ich bin deiner Meinung, SA sollte nicht versuchen auf eine Billigschiene zu springen, es hat gegen Länder wie China sowieso keine Chance.
Effizientere Methoden / Rationaliesierung bedeutet aber auch weniger Arbeitsplätze ...
Alles hat eben Vor- und Nachteile, ich für meinen Teil weiß zur Zeit nicht ob ich wirklich den geplanten Weg gehen soll und eine (sehr kleine) Produktion aufmachen sollte.
Nur vom SA-Markt könnten wir wahrscheinlich nicht existieren und eine starker Rand die Produkte teuer machen.
Na egal, anderes Thema.
Wolf