Aids-Therapie in Afrika erfolgreich

Heinz
Anlässlich der 16. Internationalen Aids-Konferenz in Toronto ( www.aids2006.org ) hörte ich im Radio einen Bericht, demzufolge in Südafrika täglich 900 Menschen durch die Immunschwäche-Krankheit Aids sterben. Es sind also ca. 330.000 Menschen pro Jahr oder fast 0,8 % der Gesamtbevölkerung. Wegen einer HIV Infektion muss also jeder 120ste Einwohner Südafrikas jedes Jahr sein Leben lassen.
Ich mag nicht daran denken, wie diese Zahl aussieht, wenn man die Toten wegen anderer Krankheiten, der Unfälle und Morde hinzu zählt.
Ganz sicher wird diese weit unter 100 liegen.
Man könnte auch sagen, das innerhalb eines 70 jährigen Menschenlebens 7 von 10 Menschen in Südafrika eines unnatürlichen Todes sterben. Davon mindestens 5 durch eine von HIV ausgelösten Krankheit.
Eine erschreckende Zahl, die schon eine extreme Gleichgültigkeit im Gesundheitswesen des Landes vermuten lassen muss.
Von den tragischen Problemen in den Familien und deren Strukturen einmal abgesehen, stellt es dieses Land übrigens vor immense wirtschaftliche Probleme, weil zur Zeit eine ganze, mehr oder weniger gut ausgebildete Generation hinweg gefegt wird. Fabriken wie die von Mercedes, VW, Toyota und BMW trifft das hart, weil ständig neue Fachkräfte ausgebildet werden müssen, die wiederum nach kurzer Zeit sterben.
Kinder wachsen ohne Väter auf und der in Südafrika übliche Familienverbund kann sie nicht mehr auffangen, weil er nicht mehr funktionieren kann.
Kinder landen auf der Straße und wenn sie Glück haben, in einem einigermaßen erträglichen Heim. Auch wenn diese Heime oft das bessere Zuhause darstellen, so fehlen im Erwachsenwerden viele Bausteine. Auch die schulische Leistungsfähigkeit lässt sehr zu wünschen übrig, weil viele Kinder kontinuierlichen Wechseln ausgesetzt sind.

Unter all diesen Aspekten sind die Informationen, die man zur Zeit durch die Presse erfährt interessant und lehrreich.
Wären sie es auch für manche Politiker Südafrikas, könnte das Blatt vielleicht gewendet werden. Viele werden sagen, dass die Medizin Chemie Industrie davon nur profitieren würde aber zu dem gleich folgenden Artikel noch eine Information:
Vor vier Jahren hat ein HIV-Patient in der 3. Welt für eine Behandlung mit Generika-Präparaten noch 400 Dollar im Jahr aufbringen müssen und heute sind es 140 Dollar, also knapp 1000 ZAR pro Jahr. Eine vergleichsweise kleine Summe, die eine Volkswirtschaft leicht aufbringen kann, zumal jeder Arbeitgeber naturgemäß ein vitales wirtschaftliches Interesse an den Erhalt der Arbeitskraft seiner Beschäftigten hat. Die Logik ergibt sich aus dem oben erwähnten.
Jetzt müssen nur noch einige Leute im Government ihre Lethargie aufgeben, Rahmenbedingungen schaffen und es könnte rucken im Land. Es wäre eine weitere Vorbildfunktion für Südafrika.
Ich bin mir sehr bewusst, dass dieses Thema die Möglichkeiten eines Internet Forums sprengt.
Gruß, Heinz

Artikel in der Netzeitung vom 14.08.2006
www.netzeitung.de/wissenschaft/432460.html

Die Medikamentherapie gegen Aids galt bislang in Afrika als schwer durchführbar. Doch trotz des Ärztemangels könnten die Mittel Tausende Menschen retten.

Therapie-Programme gegen die Immunschwächekrankheit Aids könnten in Afrikas Städten ähnlich erfolgreich sein wie etwa in Mitteleuropa. Eine Studie in Sambia belegt, dass es lediglich an finanziellen Mitteln und Unterstützung durch die Regierungen fehlt.
Sind diese Faktoren gegeben, können Tausende Menschen erfolgreich behandelt werden, berichteten Mediziner auf der gestrigen Eröffnung einer internationalen Aids-Konferenz in Toronto. Der Ärztemangel in vielen Staaten südlich der Sahara könnte durch die Einbindung des medizinischen Personals ausgeglichen werden.

Die Forscher um Jeffrey Stringer vom Centre for Infectious Disease Research in der sambischen Hauptstadt Lusaka haben Daten eines Therapieprogramms ausgewertet. Zwischen April 2004 und November 2005 wurden dort an 16 Zentren HIV-Infizierte kostenlos mit antiretroviralen Mitteln behandelt.

Etwa jeder sechste Bürger Sambias ist HIV-positiv, in der städtischen Region um Lusaka sogar jeder fünfte. Im Jahr 2003 starben 90.000 Sambier an Aids. Die antiretrovirale Medikamenten-Therapie konnten sich bislang nur wenige Infizierte leisten.

Mit der Unterstützung der sambischen Regierung und finanzieller Hilfe der US-Regierung konnten im Untersuchungszeitraum mehr als 16.000 Patienten behandelt werden, berichtete Stringer. Nach neunzig Tagen sank die Sterblichkeit unter den Patienten auf ein Niveau wie es auch in entwickelten Ländern erreicht wird. Das Immunsystem der Patienten konnte ebenso gut stabilisiert werden, berichten die Mediziner in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Journal of the American Medical Association».
«Zu Beginn des Programms war ungewiss, ob die komplexe und langfristige HIV-Therapie mit so wenigen Ärzten und geringer Ausstattung verabreicht werden kann», schreiben die Autoren. Der Erfolg des Lusaka-Programms stimme sie jedoch optimistisch. Dennoch müsse die Verhinderung von Neuinfektionen Schwerpunkt der Aids-Bekämpfung bleiben. In Sambia werden jährlich etwa 100.000 Erwachsene und Kinder infiziert.
Heinz
Nachdem ich Berichte gelesen habe, nach denen für die Fußballweltmeisterschaft 2010 sogar Gesetze geändert werden, verstehe ich natürlich, dass man sich um etwas wirklich wichtiges zu kümmern hat und für solche Peanuts wie HIV nicht auch noch Zeit und Geld aufwenden will. Dafür muss man in diesem Fall Verständnis haben.
Na, und was sind schon die weiteren AIDS Toten gegen die Aufmerksamkeit der ganzen Fußballwelt.
Was machen denn schon die weiteren 1.300.000 AIDS Toten in den 4 Jahren bis zur Weltmeisterschaft aus?
Vielleicht bleibt ja noch ein wenig Geld übrig, wenn die Fußballer weg sind.
Mal sehen ob man das dann an der einen oder anderen Stelle verwenden kann, um - was benutz Mr.Zuma ? - Seife zu kaufen.
Oder Knoblauch, wie andere meinen.

Wie hoch war doch gleich das Salär des neuen Nationaltrainers Carlos Alberto Parreira? Das kann man sogleich in AIDS Tote umrechnen (zur Erinnerung: 980 Rand/Jahr retten einen HIV Infizierten)

Freuen wir uns also gemeinsam auf eine der SCHÖNSTEN Fußball-Weltmeisterschaften aller Zeiten.

Heinz
Tom
Hallo,

habe leider vergessen wo ich es in den letzten Tagen gelesen habe, aber es soll demnaechst die Moeglichkeit geben, nur noch eine Tablette am Tag nehmen zu muessen. Diese setzt dann zeitlich verzoegert alle noetigen Wirkstoffe im Koerper frei, die fuer die Unterdrueckung des HIV Viruses notwendig sind. Gerade fuer Afrika sehe ich darin eine grosse Chance auch ohne medizinisches Personal einem weiten Personenkreis zu helfen.

Habe immer noch Hoffnung, dass auch die SA Regierung irgendwann versteht, wie man HIV posetiven Menschen wirklich helfen muss.

Gruss

Tom
Heinz
Zitat:
Original von Tom
Hallo, habe leider vergessen wo ich es in den letzten Tagen gelesen habe, aber es soll demnaechst die Moeglichkeit geben, nur noch eine Tablette am Tag nehmen zu muessen. Diese setzt dann zeitlich verzoegert alle noetigen Wirkstoffe im Koerper frei, die fuer die Unterdrueckung des HIV Viruses notwendig sind.

Nicht demnächt, sondern seit letztem Monat wird Produziert, Tom. In Thailand ist das Mittel bereits seit 2002 unter dem Namen GPO-Vir zugelassen.
Darum geht es, es ist eine Tablette, in die nun die 3 Wirkstoffe gepresst werden, die den Ausbruch der Krankheiten verhindern sollen. Die Pille muss allerdings nicht nur einmal am Tag genommen werden, sondern 2 mal. Entwickelt wurde das Verfahren von der thailändischen Pharmazeutin Krisana Kraisintu, die heute in der Fabrik Pharmakina im kongolesischen Bukavu arbeitet. Dort wird diese Pille unter dem Namen "Afri-Vir" für Afrika herstellt.
Das Medikament ist von der Weltgesundheitsorganisation als Aids-Therapie der ersten Wahl gelistet.

Zitat:
Gerade fuer Afrika sehe ich darin eine grosse Chance auch ohne medizinisches Personal einem weiten Personenkreis zu helfen.
Habe immer noch Hoffnung, dass auch die SA Regierung irgendwann versteht, wie man HIV posetiven Menschen wirklich helfen muss.
Gruss Tom

Vor allem müssen sie verstehen warum man ihnen helfen muss. Natürlich entsteht dann gleich ein neues Problem.
Dein Wort in Gottes Ohr, Tom, vielleicht klappt es irgendwann nach der Weltmeisterschaft?
Man stelle sich vor, mindestens 1,3 Millionen Menschen werden bis dahin allein in Südafrika noch durch AIDS - Krankheiten sterben müssen.
....und danach?

Gruß, Heinz
Heinz
Noch etwas zum Thema, heute bei GMX..net

Wenn man da das Verhalten Südafrikas liest, sinkt die Hoffnung gleich wieder.
www.gmx.net/de/themen/gesundheit/medizin...76421mOraL.html

Seht euch die Grafik an:


Mit scharfer Kritik an den G-8-Staaten ist im kanadischen Toronto die 16. Internationale Aids-Konferenz zu Ende gegangen.
Die G8 hätten ihre vor einem Jahr auf dem Gipfel im schottischen Gleneagles gemachten Versprechen nicht eingehalten und die Länder des Südens "verraten", sagte der UN-Beauftragte für Aids in Afrika, Stephen Lewis, unter dem Beifall tausender Delegierter. Lewis kritisierte auch die Haltung der südafrikanischen Regierung gegenüber der Krankheit.

Der Kampf gegen Aids sei durch die Haltung der G8 in Gefahr, sagte Lewis. "Niemand verlangt mehr als das Versprochene." Die sieben wichtigsten Industriestaaten und Russland hatten im Juli vergangenen Jahres unter anderem zugesagt, allen afrikanischen Aids-Kranken bis 2010 Zugang zu Aids-Medikamenten zu verschaffen und den internationalen Fonds für Aids, Malaria und Tuberkolose aufzufüllen. Doch laut Lewis fehlen dem Fonds noch 500 Millionen Dollar für dieses Jahr und mehr als eine Milliarde Dollar für kommendes Jahr.

Insgesamt seien im vergangenen Jahr beachtliche 8,3 Milliarden Dollar für Aids-Programme ausgegeben worden, sagte Lewis. "Aber wir brauchen noch 15 Milliarden in diesem Jahr, 18 Milliarden im nächsten Jahr und 22 Milliarden für 2008." Regierungen, die ihre Präventions- und Behandlungsprogramme ausbauen wollten, würden von den hohen Fehlbeträgen "abgeschreckt".

Der UN-Beauftragte sagte, Südafrika sei unter den afrikanischen Ländern, die er in fünf Jahren besucht habe, das einzige Land, das "noch immer begriffstutzig, zögernd und nachlässig" mit der Behandlung von Aids umgehe. "Zwischen sechs- und achthundert Menschen sterben in Südafrika täglich an Aids", mahnte er.

Lewis kritisierte auch die Festnahme von 44 Aids-Aktivisten am Freitag in Kapstadt, die gegen die umstrittene Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang demonstriert hatten. Die Ministerin hatte unter anderem den Einsatz von Knoblauch, Olivenöl und Roter Beete als "alternatives Aids-Mittel" gepriesen. Ein Sprecher des südafrikanischen Gesundheitsminsteriums wies Lewis' Kritik an seiner Regierung als "inakzeptabel" zurück.


Derzeit leben 40 Millionen Menschen weltweit mit dem HI-Virus, 95 Prozent von ihnen in armen Ländern. In Toronto hatten sich sechs Tage lang 21.000 Wissenschaftler, Mediziner, Gesundheitsexperten und Aktivisten mit Möglichkeiten im Kampf gegen Aids befasst.
apollux
Zitat:
Original von Heinz

Lewis kritisierte auch die Festnahme von 44 Aids-Aktivisten am Freitag in Kapstadt, die gegen die umstrittene Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang demonstriert hatten. Die Ministerin hatte unter anderem den Einsatz von Knoblauch, Olivenöl und Roter Beete als "alternatives Aids-Mittel" gepriesen. Ein Sprecher des südafrikanischen Gesundheitsminsteriums wies Lewis' Kritik an seiner Regierung als "inakzeptabel" zurück.[/B]

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was hat die Tshabalala-Msimang eigentlich gemacht bevor sie Gesundheitsministerin wurde???
AnnAmalia
Zum Thema GPO-Vir. Das ist zwar gut und schön, wenn es da auch ankommen würde wo's hinsollte. Tut's aber oft nicht. Außerdem ist es z.B. für Kinder völlig ungeeignet, wegen anderem Gewicht, körperliche Entwicklung etc. Aber in die Medikamentenforschung an Kindern wird generell zu wenig Geld gesteckt. Leider. Ich habe ein Jahr in Kapstadt mit HIV-positiven Kindern gearbeitet, die das Privileg hatten, alle in Behandlung zu sein (so weit nötig).
dr_know
Hallo APOLLUX,

Frau Dr. Mantombazana Tshabalala-Msimang hat lt. gov.za

die folgenden akademischen qualifikationen:



BA degree, University of Fort Hare (1959 - 1961).
First Leningrad Medical Institute, Union of Soviet Socialist Republic (USSR) (1962 - 1969).
Diploma in Obsterics and Gynaecology, University of Dar Es Salaam Medical School, Tanzania (1972).
Masters degree in Public Health, University of Antwerp, Belgium (1980).
Health Care Systems Planning, Financing and Management (16 week course), University of Sussex, United Kingdom, UK (1990).
Improving the Management of Primary Health Care Services (three weeks Medex course), University of Hawaii (1991).
Public Administration (6-weeks course ), Civil Service College, Sunningdale, UK (1992)


Wuerde in die kategorie 'gebildet' fallen.

Warum sie allerdings fest daran glaubt, dass man das HIV virus mit knoblauch bekaempfen kann, ist mir und vielen anderen ein raetsel.

Wahrscheinlich geht es in die richtung, dass wieder einmal maechtige bleichgesichter bei der bekaempfung der katastrophe den ton angeben.

Ausserdem sterben de facto die menschen nicht am VIRUS, sondern daran, dass ihr koerper die sog. opportunistischen krankheiten nicht abwehren kann. Und bekanntlich ist z.b. TB in den Cape Flats weitverbreitet.

Es muss ihr doch aufgefallen sein, dass auch kinder vorzeitig sterben, obwohl sie nicht hunger litten!

Immerhin gibt es in RSA die Treatment Action Kampagne, die ganz schoen auf die pauke haut bzw. das gesundheitsministerium oeffentlich blosstellt und vor die gerichte zerrt.

Es ist bewegung in die sache gekommen!
Heinz
Zitat:
Original von AnnAmalia
Zum Thema GPO-Vir. Das ist zwar gut und schön, wenn es da auch ankommen würde wo's hinsollte. Tut's aber oft nicht.[/quote)
Es gibt ja leider noch kein Medikament, das überall und immer hilft. Im übrigen handelt es sich bei dieser Behandlung um eine Minimalisierung, die die Menschen in der Dritten Welt zunächst einmal ÜBERHAUPT in die Lage versetzt sich diese Medikation u.U. leisten zu können. Du siehst, es ist alles eine Sache des Blickwinkels.
[quote]Außerdem ist es z.B. für Kinder völlig ungeeignet, wegen anderem Gewicht, körperliche Entwicklung etc. Aber in die Medikamentenforschung an Kindern wird generell zu wenig Geld gesteckt. Leider.

Ja, leider.
Aber auch das ist kein GPO-Vir oder Afri-Vir spezifisches Problem.
Da es grundsätzlich kaum neu entwickelte Medikamente für Kinder gibt, ist es bisher Aufgabe der Ärzte richtige Dosen festzulegen. Dummerweise verhält sich der Körper von Kindern oft nicht wie der von Erwachsenen und so kommt es immer wieder zu bösen, unerwarteten Nebenwirkungen.
Natürlich sollten bei der Entwicklung von Medikamenten, zumindest in der Phase 2-3, Kinder einbezogen werden. Allerdings muss jeder wissen, dass es dann bis zur Vermarktung von Medikamenten noch länger als zur Zeit dauert und die Kosten noch weiter steigen.
Dinge sind oft nicht so einfach wie sie zu sein scheinen.

Dennoch muss wohl endlich mehr getan werden in SA, um dieser "Seuche" zumindest ansatzweise Herr zu werden.

Mrs. Tshabalala-Msimang würde sich die Hände reiben und "Siehste, hab ich doch recht und werde weiterhin wenig tun" sagen, wenn sie dein Posting lesen könnte, AnnAmalia.
Falls sie lesen kann:


Gruß, Heinz
apollux
Zitat:
Original von dr_know
die folgenden akademischen qualifikationen:

BA degree, University of Fort Hare (1959 - 1961).
First Leningrad Medical Institute, Union of Soviet Socialist Republic (USSR) (1962 - 1969).
Diploma in Obsterics and Gynaecology, University of Dar Es Salaam Medical School, Tanzania (1972).
Masters degree in Public Health, University of Antwerp, Belgium (1980).
Health Care Systems Planning, Financing and Management (16 week course), University of Sussex, United Kingdom, UK (1990).
Improving the Management of Primary Health Care Services (three weeks Medex course), University of Hawaii (1991).
Public Administration (6-weeks course ), Civil Service College, Sunningdale, UK (1992)


Wuerde in die kategorie 'gebildet' fallen.

Warum sie allerdings fest daran glaubt, dass man das HIV virus mit knoblauch bekaempfen kann, ist mir und vielen anderen ein raetsel.



wow, um so erstaunlicher, ihre rezepte verwirrt
apollux
Zitat:
Original von Heinz

Falls sie lesen kann:



das sollte sie, wie wir oben gelesen haben.

irgendwie komme ich da nicht ganz mit was die u n s damit beweisen will?
Heinz
Man hört hier immer wieder die Einleitung:
"Our notoriously incompetent minister of health, Dr. Manto Tshabalala-Msimang"
weshalb man sich des Eindruckes nicht erwehren kann, es läge nah', etwas könnte dran sein.

Zitat:
Original von dr_know
Hallo APOLLUX, Frau Dr. Mantombazana Tshabalala-Msimang hat lt. gov.za die folgenden akademischen qualifikationen:
BA degree, University of Fort Hare (1959 - 1961).
First Leningrad Medical Institute, Union of Soviet Socialist Republic (USSR) (1962 - 1969).
Diploma in Obsterics and Gynaecology, University of Dar Es Salaam Medical School, Tanzania (1972).
Masters degree in Public Health, University of Antwerp, Belgium (1980).
Health Care Systems Planning, Financing and Management (16 week course), University of Sussex, United Kingdom, UK (1990).
Improving the Management of Primary Health Care Services (three weeks Medex course), University of Hawaii (1991).
Public Administration (6-weeks course ), Civil Service College, Sunningdale, UK (1992)
Wuerde in die kategorie 'gebildet' fallen.

Gemäß der Regel, man möge einen "Doktor" nur nach eingehender Prüfung einstellen, könnte es nicht sein, dass sie in Ermangelung sinnvoller Beschäftigungsmöglichkeiten für sie, (die sie ausfüllen könnte) immer weiter "durchgereicht" wurde?
Von einer Bildungsstätte zur anderen, weil Familie und Umfeld es so wollten. (vorsichtig ausgedrückt)
Extrem geholfen hat es wohl nicht.
In Deutschland gibt es ja mittlerweile auch die paradoxe Entwicklung, dass gute Ingenieure schon vor dem Diplom weg-engagiert werden und die schlechten, mangels Stellenangebot halt noch ihren Doktor dranhängen und erst danach flugs in die Arbeitslosigkeit entlassen werden.
Wie ist das mit dir, Dr.Know, hast Du 'nen Job? Augenzwinkern
In südafrika ist man halt Frau, schwarz, "behindert" und schon hat man den Job.
Das klingt sogar für mich zu hart, aber es scheint nicht von der Hand zu weisen zu sein, wie man sieht.
Schade nur, dass andere so sehr darunter leiden müssen.

Zitat:
Warum sie allerdings fest daran glaubt, dass man das HIV virus mit knoblauch bekaempfen kann, ist mir und vielen anderen ein raetsel.

Wahrscheinlich geht es in die richtung, dass wieder einmal maechtige bleichgesichter bei der bekaempfung der katastrophe den ton angeben.

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Da wird etwas dran sein.

Zitat:
Ausserdem sterben de facto die menschen nicht am VIRUS, sondern daran, dass ihr koerper die sog. opportunistischen krankheiten nicht abwehren kann. Und bekanntlich ist z.b. TB in den Cape Flats weitverbreitet.

Auch so ein Ding. Da werden diese Toten einfach der TB zugeordnet, die Welt nickt dazu und ist ganz verwundert, weil TB doch als besiegt galt. Es muss noch mehr "Durchgereichte" geben, auch anderswo.
Jeder weiß doch, dass man nicht "an", sondern "durch" AIDS stirbt.
Zitat:
Es muss ihr doch aufgefallen sein, dass auch kinder vorzeitig sterben, obwohl sie nicht hunger litten!

Ist doch klar, die aßen nie Rote Beete mit Knofi und Olivenöl. unglücklich

Zitat:
Immerhin gibt es in RSA die Treatment Action Kampagne, die ganz schoen auf die pauke haut bzw. das gesundheitsministerium oeffentlich blosstellt und vor die gerichte zerrt.
Es ist bewegung in die sache gekommen!

Damit aber nicht zu viel Bewegung in die Sache kommt, verhaftet man einfach mal 44 Protestler und begibt sich damit exakt auf die Ebene der verhassten ehemaligen Regierung.
Schade, dass keiner der Politiker in SA auch nur annähernd das Niveau von Nelson Mandela erreicht.
.....und da fällt mir gleich mit grausen mein "Heimatland" ein.

Lasst uns wieder etwas nettes schreiben. Dieses Thema gibt solches ja nicht her.
gruß, Heinz
Jens
Hey Freunde,

ich hab da eine ganz andere Erklaerung fuer das Verhalten der ANC Regierung und von Manto ...

Zuerst hab ich mir die Frage gestellt: warum tut sie all das ?
Ich bin davon ueberzeugt, dass sie eine hochintelligente Frau ist (ich mein, wer von uns hat schon Medizin in Russland auf russisch studieren koennen ?) - dann hat sie eine grosse Familie, ist also bestimmt nicht gefuehllos. Also warum ????

OK, die ARVs und schwarze Mentalitaet.

Ich glaub dies koennte eine Begruendung sein:

Wenn der Schwarze aufgrund von HIV related Pneumonia kaum noch laufen kann, sich dann ins Krankenhaus schleppt. Dort wird er kontrolliert auf ARVs gesetzt. Meint, die Schwestern geben ihm diese Tabletten, die ein extrem strenges Einnahmeregime verlangen. Manche Tabletten muss man auf nuechternen Magen nehmen, andere nicht, dann alles in bestimmten Zeitabstaenden etc ...

Der Schwarze ist nach ca 4 Wochen wieder fit, fast wie neu. Er denkt dass er geheilt ist, er verlaesst das Krankenhaus. Was macht er als naechstes ? Er setzt die ARVs ab und lebt sein altes Leben weiter. Er erkennt nicht, dass er die ARVs fuer den Rest seines Lebens nehmen muss, eben wie Insulin zum beispiel. Wenn er sich jetzt wieder sexuell betaetigt, verbreitet er ARV resistente Staemme, gegen welche die vorhandenen Medikamente nicht helfen. Wir haben dieses Phaenomen in Brasilien.

Die eingesetzte Behandlung wirkt also wie ein Bumerang, ein toedlicher.
Und das hat man erkannt.

Loesungsmoeglichkeiten:
Man muss sich auf die Mentalitaet der schwarzen Bevoelkerung einstellen. Schwarze haben andere Wertvorstellungen als wir, ihnen sind andere Sachen wichtig als uns. Die Ahnen und damit traditionelle Heiler spielen eine grosse Rolle. Die Gegenwart und die Vergangenheit sind wichtiger als Zukunftsplanung. Ich sage nicht, dass dies schlechtere oder bessere als unsere Vorstellungen sind, eben nur andere.

Es gibt in SA den Skills Development Fund, wo Arbeitgeber jeden Monat einen bestimmten Betrag einzahlen. Aus diesem Fund sollten Sozialarbeiter finanziert werden, die in den Townships und laendlichen Gebieten die Verteilung der Medikamente ueberwachen. Welche also taeglich den Betroffenen die Medikamente zuteilen, dies eventuell mit einem finanziellen Anreiz, so dass die Betroffenenen jeden Morgen zum Sozialarbeiter kommen und sich meinetwegen R10 plus ARVs abholen. Es gibt mittlerweile ARVs, die man nur 2 mal am Tag nehmen muss, es waere also schon moeglich.

Und es gibt jede Menge Arbeitslose, die als Sozialarbeiter ausgebildet werden koennten.
Jens
CJ, versteh mich nicht falsch, ich hab lediglich nach einer Erklaerung gesucht fuer ihr Verhalten. Weil, es macht alles keinen Sinn was sie sagt und tut.

Und dass es in Brasilien ARV resistente Staemme gibt (auch in den US treten diese inzwischen auf) ist doch wohl unbestritten. Hinzu kommt noch, dass die Pharmaindustrie gezwungen wird, ihre Patente frei zu geben - sie verlieren also jegliches Interesse an weiterer Forschung im HIV Bereich, weil sie da langfristig kein Geld verdienen koennen.

Sehend zudem, dass ARV in SA nur ein Viertel von dem kosten, was sie in Westeuropa kosten.

Glaub mir, ich weiss ebenfalls nicht warum Manto sich so verhaelt - ich versuche nur eine Erklaerung zu finden.
Rossi
Zitat:
Original von Jens
CJ, versteh mich nicht falsch, ich hab lediglich nach einer Erklaerung gesucht fuer ihr Verhalten. Weil, es macht alles keinen Sinn was sie sagt und tut.


Die einzige Erklärung die ich habe, ist eiskalte Berechnung. Sie weiss genau, dass ein Großteil der HIV-Infizierten nicht in der Lage ist, die ARVs zu bezahlen, selbst wenn sie nur 5 Rand am Tag kosten würden.
Wer muss also schon aus moralischen und ethischen Gründen dafür aufkommen? Augenzwinkern
Da ist es doch wesentlich billiger, Knoblauch und rote Beete als Wundermittel zu propagieren, die kann sich jeder selbst hinter der Hütte anpflanzen.

Zitat:
Und dass es in Brasilien ARV resistente Staemme gibt (auch in den US treten diese inzwischen auf) ist doch wohl unbestritten. Hinzu kommt noch, dass die Pharmaindustrie gezwungen wird, ihre Patente frei zu geben - sie verlieren also jegliches Interesse an weiterer Forschung im HIV Bereich, weil sie da langfristig kein Geld verdienen koennen.


Es steckt nach wie vor jede Menge Kohle in der AIDS-Forschung. Leider aber sieht es so aus, dass dieses Problem nicht dadurch in den Griff zu kriegen ist, in dem man Milliarden in die Forschung steckt.
N.B. sterben nach wie vor wesentlich mehr Menschen weltweit und auch in Afrika an Malaria als an den Folgen einer HIV-Infektion, trotzdem wird jährlich in etwa 200-mal so viel Geld für die AIDS-Forschung ausgegeben.

GPO-Vir: die WHO hat jüngst zum widerholten Mal die Vorzulassung des in Asien produzierten GPO-Vir verweigert, und zwar aus gutem Grund.

Rossi
Heinz
Zitat:
Original von Rossi
GPO-Vir: die WHO hat jüngst zum widerholten Mal die Vorzulassung des in Asien produzierten GPO-Vir verweigert, und zwar aus gutem Grund.
Rossi


Hallo, Rossi, ich kenne und schätze dich als gewissenhaften Poster.
Jetzt bin ich allerdings überaus unzufrieden, weil Du diesen Satz unkommentiert als Abschluss deines Beitrages stehen lässt.
Was bedeutet "aus gutem Grund"?
Hast Du Informationen, die uns/mir entgangen sind? Dann heraus damit oder lasse solche Sätze einfach weg.
Ich bin immer gespannt auf Dinge die mein Wissen erweitern, also bitte ich dich um Erklärungen.

Damit Du nicht zu viel schreiben musst, mach ich mal die Vorarbeit und poste meinen Wissensstand in der Angelegenheit.

Die WHO empfielt ausdrücklich die Verwendung von GPO-Vir.
Das sollte an allererster Stelle festgehalten werden.
Diese Empfehlung gilt allerdings nur lokal in den Herstellerländern und dort hat die WHO sowieso keine Verfügungsgewalt. In Thailand und den Umliegenden Ländern ist sowohl das Medikament als auch die Fertigungsmethode von den dort zuständigen Organisationen und Behörden freigegeben.
Für den Vertrieb in Länder mit Alternativen und funktionierendem Gesundheitswesen (USA, Europa), also den Weltmarkt, gelten andere Kritererien. Will sagen, dass nicht das Medikament als solches in Frage gestellt wird, sondern bestimmte Anforderungen an den Herstellungsprozess unerfüllt bleiben. Diese Anforderungen kann die veraltete, staatliche Fabrik in Thailand nicht leisten. Die Fabrik hat allerdings eh nur eine Kapazität von 300.000 Tabletten/Tag (also für 150.000 Patienten). Beliefert werden nur Patienten in Thailand und Anliegerstaaten wie Indonesien und Kambodscha.
Würde die WHO diesem Werk, um das es bei all dem Geschreibsel geht, die geforderten Anforderungen erfüllen, hätte es somit lediglich zur Folge, dass die Medikamente einen Preisauftrieb erfahren und die inländischen Patienten schlechter versorgt würden. Also, worüber diskutieren wir?

Die Thailändische Regierung baut jetzt ein neues Werk nach den Vorgaben der WHO und alles wird gut. Die Kapazität der neuen Fabrik wird 500.000 Tabletten/Tag betragen und einen voraussichtlichen Umsatz von 4 Milliarden Baht bei einem Gewinn von 900.000 Baht/Jahr generieren. Die Kosten für die neue Fertigungsstätte sind mit 940 Millionen Baht kalkuliert.
Eine interessante Perpektive für ein Non Profit Unternehmen.

Die zu erwartende Produktionsmenge reicht aber bei weitem noch nicht, die eigenen und die der umliegenden Länder zu befriedigen. Also ist, wenn all diese Informationen stimmen, dein "Leitsatz" eh für die Katz.
Den Thailändern geht es wohl nur um: "Wenn wir könnten, dürften wir" und darum, die Profitablität ihrer Fabriken abzusichern.

Der global, in der Dritten Welt, eingeschlagene Weg ist jedoch ein anderer.
Bewegt sich die Industrie in der Ersten Welt nicht, werden unter oben beschriebenem Recht, in interessierten Ländern GPO Fabriken entstehen und die Medikamente Lokal vertrieben. Dazu benötigt man keine Zulassung der Fertigungsart und die WHO gibt dem Medikament ja eh seinen ausdrücklichen Segen.
Alles ganz einfach und logisch. Dieses vollzieht sich gerade in einigen Ländern und parallel laufen Machbarkeitsstudien - wie die in Sambia - mit durchschlagendem Erfolg.

Leider spielen einige unfähige, korrupte und/oder lethargisch desinteressierte, verbrecherische Regierungen noch nicht mit.
Das ist der eigentliche Skandal.

Krisana Kraisintu sollte allerdings gleich zu mehreren Kategorien des Nobelpreises gelistet werden und selbstverständlich auch einen bekommen.

Übrigens hat die "hinterweltlerische" thailändische Pharmazeutin Krisana Kraisintu als Einzelkämpferin mehr erreicht, als alle AIDS Forschungslabore der Welt in den letzten Jahren zusammen. Diese Erkenntnis hat mich übrigens dazu bewogen, alle Aktien aus diesem Bereich umgehend abzustoßen, denn schlimmer kann man sich nicht mehr blamieren. In die GPO Fertigung würde ich ohne mit der Wimper zu zucken investieren. Mir gefällt es allerdings, dass man in diesem Falle, durch die Non Profit Ausrichtung, Investoren ausschließt.
Charakter hat mir schon immer imponiert und gefallen.

So, Rossi, wenn Du zusätzliche, bereichernde Informationen hast würde ich mich freuen.

Gruß, Heinz
Rossi
Mit bahnbechenden Informationen kann ich leider nicht dienen, seit Jahren läuft hier das gleiche alte Spielchen ab.
Medikamente "gegen AIDS" werden auf den Markt gebracht und als Wunderheilmittel gepriesen, Regierungen benutzen das, um sich aus der Verantwortung zu stehlen und der wiss. Forschung wird Unfähigkeit vorgeworfen.
Es ist für mich ein frustrierendes Thema, ich mag mich deswegen auch nicht mehr an solchen Diskussionen beteiligen, vielleicht ist deswegen meine Antwort auch etwas kurz ausgefallen.
Es bewegt sich einfach gar nichts.

Erstmal ganz grundsätzlich: GPO-Vir ist kein Medikament "gegen AIDS", wie es immer wieder in der Presse kolportiert wird, sondern es hilft nur, die Symptome zu unterdrücken. Infizierte, die GPO-Vir nehmen, können trotzdem noch andere Menschen anstecken. Auch das wird gerne vergessen.

Zitat:
Original von Heinz
Übrigens hat die "hinterweltlerische" thailändische Pharmazeutin Krisana Kraisintu als Einzelkämpferin mehr erreicht, als alle AIDS Forschungslabore der Welt in den letzten Jahren zusammen.


Was Frau Kraisintu getan hat, war, dass sie drei bereits etablierte Wirkstoffe in eine Tablette gepresst hat. Fachlich gesehen war das weder eine Neuerung noch ein großer Genialitätsblitz, das kann jeder Apotheker, das wurde auch vorher schon gemacht und auch publiziert.
Sie war die erste, die daraus ein vermarktbares Produkt hergestellt hat. Warum ausgerechnet diese Frau, liegt auf der Hand. In Thailand unterliegen die drei Wirkstoffe nicht dem Patentrecht, sie ist dazu eine der wenigen AIDS-Aktivistinnen, die nicht nur die Klappe aufreissen kann und gegen irgendetwas protestieren kann, das sie selbst nicht begreift, sondern eine solide, pharmazeutische Grundausbildung hat. Aus ihrer Sicht war die Herstellung von GPO-Vir vermutlich nur logische Konsequenz.
In Deutschland, den USA oder auch in Südafrika wäre das schon aus diesen patentrechtlichen Gründen nicht gegangen.

Da liegt auch der erste Grund, warum die WHO die internationale Zulassung versagt hat. In Thailand hat zwar keiner der Potentaten jemals auch nur einen Finger für Frau Kraisintu gerührt, als sie aber mit ihrem Produkt kam, haben alle die Dollarzeichen in den Augen gehabt. Man wollte möglichst schnell eine große Fabrik hinstellen, die Massenproduktion beginnen und damit weltweit richtig Asche machen. Die Patente der eigentlichen Herstellerfirmen hat dabei keinen interessiert. Damit, dass man ein Produkt in einem Land herstellt, in dem es nicht unter Patentschutz steht, kann man nicht die Patentvorschriften anderer Länder unterlaufen indem man es dort hin exportiert und eben dort nicht selbst herstellt.
Folge: ein njet der WHO.

Moralisch gesehen kann man durchaus die Pharmakonzerne, die ihre Hand auf den Patenten halten, heftigst dafür kritisieren. Nur ist das eine andere Baustelle.

Weiter wurde das GPO-Vir auf den Markt geworfen, ohne großartig die Nebenwirkungen zu untersuchen. Bekanntlich hat jedes Medikament, das eine Hauptwirkung hat, auch Nebenwirkungen. Und siehe da, mittlerweile gibt es eine Reihe von Studien, die erhebliche Nebenwirkungen nachgewiesen haben (Bsp.: Subsal et al. 2006: Neurological complications in AIDS patients receiving HAART: a 2-year retrospective study, European Journal of Neurology, 13(3)), teilweise so erheblich, dass der Patient nur zwischen Teufel und Belzebub wählen kann.
In der WHO wird zwar vermutet, dass das auch auf die schlechte, heisst unsaubere Fertigung in der alten Fabrik in Thailand zurückzuführen ist, bewiesen ist das allerdings nicht.
Folge: njet der WHO

Im Endeffekt ist der einzige Vorteil von GPO-Vir der Preis, das Präparat ist konkurrenzlos günstig. Aber es ist keineswegs einzigartig, was die Wirkung angeht, gibt es bessere Medikamente (z.B. Combivir + Sustiva). HAART (highly active anti-retroviral therapy) nennen sich diese Medikamente übrigens, zu denen auch GPO-Vir gehört. Da gibt es eine ganze Reihe.

Hier stehen die Pharmakonzere in der Kritik, die über den Preis den Menschen den Zugang zu (besseren) Alternativprodukten verwehrt.

Was die Empfehlung der WHO angeht, wie man einerseits die internationale Vorzulassung verwehren kann und andererseits das Produkt empfehlen kann, erschliesst sich mir nicht. Ich kann da nur spekulieren, dass da mal wieder die eine Hand nicht weiss, was die andere macht.

Die WHO steckt da auch in der Klemme, denn ausser GPO-Vir hat sie sonst nicht viel zu bieten/zu empfehlen, da sämtliche Empfehlungen hinsichtlich des Lebensstils der Menschen in den am meisten betroffenen Ländern eh grundsätzlich auf taube Ohren stossen.

Genau da aber liegt der große Verdienst der Krisana Kraisintu. Sie betreibt Aufklärungsarbeit mit einem Engagement, das sonst kaum zu finden ist. Auch einer Krisana Kraisintu ist klar, dass man diese Seuche mit den derzeitigen Mitteln immernoch am besten eindämmt, indem man die Menschen aufklärt und soweit wie möglich Neuansteckungen vermeidet. Genau so hat man übrigens auch in Europa die Pest in den Griff gekriegt, nicht durch die Entdeckung des Pesterregers (keine Ratten mehr im Haus, immer schön gewaschen -> keine Flöhe mehr -> keine Pest mehr).
Wie kaum eine andere Pandemie ist die Ausbreitung des HI-Viruses vom (Sexual-)Verhalten des Menschen abhängig. Verhalten kann man beeinflussen. Für diese Arbeit, da gebe ich dir recht, verdient sie auch den Nobelpreis.
Auf der anderen Seite macht sich aber jemand, der den Verzehr von Knoblauch gegen AIDS empfiehlt, in meinen Augen schon fast der vorsätzlichen Körperverletzung schuldig.

Rossi
sunshine-sa
Mein bester Freund starb an Aids. Ein sehr, sehr intelligenter Bursche. Aufgeklärt. Absolut. Der falsche Partner - zur falschen Zeit am falschen Ort.

Kann passieren.

Aufklärung ist sicherlich die Vorbeugung / Behandlung der ersten Wahl.

Ich habe lange Jahre in der pharmazeutischren Industrie gearbeitet, HIV-Medikamente und Forschungs-Fortschritte beobachtet. Konsequent, meines Freundes wegen. Schliesslich war er *nur* positiv.

Es gibt immer noch kein Mittel. Nur Hoffnugnen. Von denen lebt man nicht. Niemand lebt von der Hoffnung. Viele werden noch sterben. Gibt es ein Mittel, werden es Viele nicht bekommen. Selbst in D nicht. Da fraßen schon zur Zeit meines damals nur *HIV-positiven* Freundes die Kosten die verfügbaren finanziellen Möglichkeiten auf.

Mein Freund löste bis er starb drei Mittel in Apfelsaft auf, das war die beste Empfehlung vor einigen Jahren. Die Säure des Apfelsafts war das Geheimnis. Bis er starb.

Lg sunshine-sa