Satara
Die Angst der Weißen in Namibia
Von Susanne Sporrer - aus der FNP vom 18.08.2004
Windhuk. Der Streit um Acker- und Weideland gewinnt an Schärfe. Von der Gefahr eines «zweiten Simbabwe» ist die Rede, seit die Regierung im Mai 15 Farmern, unter ihnen sieben deutschen oder deutschstämmigen, in Briefen mit Enteignung drohte, falls sie ihre Ländereien nicht freiwillig verkaufen.
Unter den überwiegend weißen Großbauern macht sich Unsicherheit breit. «Ich möchte wissen, ob dieses Land für mich und meine vier Kinder noch eine Zukunft bietet», sagt Wilhelm Diekmann, der im Norden des Landes in der Nähe des Waterberges mit Hilfe von 20 Farmarbeiterfamilien Rinder züchtet. «Diese Ungewissheit ist tödlich», sagt auch der Farmer Jürgen Hassenpflug. Ihm macht das Beispiel im benachbarten Simbabwe Angst. Dort ließ Staatschef Robert Mugabe in den vergangenen Jahren fast alle weißen Farmer entschädigungslos enteignen. Gewalttätige Anhänger des autoritären Machthabers besetzten die Höfe, die Äcker verfielen, der wirtschaftliche Niedergang begann. Heute hungern Millionen Simbabwer.
Die Landreform werde nach Recht und Gesetz vollzogen, versicherte Sam Nujomas Regierung Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) erneut bei deren Besuch in Namibia. Auch ist die Ausgangslage in der früheren Kolonie Deutsch-Südwestafrika eine völlig andere. Simbabwe war einst die Kornkammer Afrikas. Das Land der großen Farmen in Namibia hingegen eignet sich aufgrund der extremen Trockenheit nur für extensive Viehwirtschaft, nicht aber, um mit Ackerbau zehntausende arme Landlose zu ernähren.
Von der grundsätzlichen Notwendigkeit einer Landreform zur Bekämpfung der Armut sind dennoch selbst die weißen Farmer überzeugt. Den 6000 kommerziellen Großfarmen stehen 270 000 Kleinbauern, Landarbeiter und Landlose gegenüber. Die Hälfte der Menschen lebt in Armut.
Schon seit 1991 versucht die Regierung mit einer Landreform dagegen anzukämpfen. «Willige Käufer und willige Verkäufer» zusammenzubringen lautet der Grundsatz des Landreformgesetzes. Nur etwa 130 Farmen gelangten auf diese Weise in Hände von Schwarzen. Vielfach waren es aber nicht die Armen, die davon profitierten, sondern Funktionäre der Regierungspartei SWAPO.
Der Druck auf die namibische Regierung, endlich zu handeln, wächst, zumal die SWAPO im November wieder gewählt werden will. Neuer Präsident wird aller Voraussicht nach Landminister Hifikepunye Pohamba, der mit populistischem Gepolter gegen die weißen Farmer auf Stimmenfang geht. «Die Existenzangst der Weißen bringt bereits neuen Rassismus hoch», beobachtet Bischof Reinhard Keding.
Bei einigen deutschstämmigen Farmern bewirkt die angespannte Situation hingegen das Gegenteil. Farmer von Hase etwa hilft neu angesiedelten schwarzen Bauern in seiner Nachbarschaft mit Lehrgängen, den neuen Grund und Boden auch erfolgreich zu bewirtschaften. Weiße Farmer hätten von der jahrzehntelangen Apartheid profitiert. Nun sei es an ihnen, zu «konkreter Versöhnung» beizutragen.
Satara
P.S. Artikel gekürzt !!!
Von Susanne Sporrer - aus der FNP vom 18.08.2004
Windhuk. Der Streit um Acker- und Weideland gewinnt an Schärfe. Von der Gefahr eines «zweiten Simbabwe» ist die Rede, seit die Regierung im Mai 15 Farmern, unter ihnen sieben deutschen oder deutschstämmigen, in Briefen mit Enteignung drohte, falls sie ihre Ländereien nicht freiwillig verkaufen.
Unter den überwiegend weißen Großbauern macht sich Unsicherheit breit. «Ich möchte wissen, ob dieses Land für mich und meine vier Kinder noch eine Zukunft bietet», sagt Wilhelm Diekmann, der im Norden des Landes in der Nähe des Waterberges mit Hilfe von 20 Farmarbeiterfamilien Rinder züchtet. «Diese Ungewissheit ist tödlich», sagt auch der Farmer Jürgen Hassenpflug. Ihm macht das Beispiel im benachbarten Simbabwe Angst. Dort ließ Staatschef Robert Mugabe in den vergangenen Jahren fast alle weißen Farmer entschädigungslos enteignen. Gewalttätige Anhänger des autoritären Machthabers besetzten die Höfe, die Äcker verfielen, der wirtschaftliche Niedergang begann. Heute hungern Millionen Simbabwer.
Die Landreform werde nach Recht und Gesetz vollzogen, versicherte Sam Nujomas Regierung Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) erneut bei deren Besuch in Namibia. Auch ist die Ausgangslage in der früheren Kolonie Deutsch-Südwestafrika eine völlig andere. Simbabwe war einst die Kornkammer Afrikas. Das Land der großen Farmen in Namibia hingegen eignet sich aufgrund der extremen Trockenheit nur für extensive Viehwirtschaft, nicht aber, um mit Ackerbau zehntausende arme Landlose zu ernähren.
Von der grundsätzlichen Notwendigkeit einer Landreform zur Bekämpfung der Armut sind dennoch selbst die weißen Farmer überzeugt. Den 6000 kommerziellen Großfarmen stehen 270 000 Kleinbauern, Landarbeiter und Landlose gegenüber. Die Hälfte der Menschen lebt in Armut.
Schon seit 1991 versucht die Regierung mit einer Landreform dagegen anzukämpfen. «Willige Käufer und willige Verkäufer» zusammenzubringen lautet der Grundsatz des Landreformgesetzes. Nur etwa 130 Farmen gelangten auf diese Weise in Hände von Schwarzen. Vielfach waren es aber nicht die Armen, die davon profitierten, sondern Funktionäre der Regierungspartei SWAPO.
Der Druck auf die namibische Regierung, endlich zu handeln, wächst, zumal die SWAPO im November wieder gewählt werden will. Neuer Präsident wird aller Voraussicht nach Landminister Hifikepunye Pohamba, der mit populistischem Gepolter gegen die weißen Farmer auf Stimmenfang geht. «Die Existenzangst der Weißen bringt bereits neuen Rassismus hoch», beobachtet Bischof Reinhard Keding.
Bei einigen deutschstämmigen Farmern bewirkt die angespannte Situation hingegen das Gegenteil. Farmer von Hase etwa hilft neu angesiedelten schwarzen Bauern in seiner Nachbarschaft mit Lehrgängen, den neuen Grund und Boden auch erfolgreich zu bewirtschaften. Weiße Farmer hätten von der jahrzehntelangen Apartheid profitiert. Nun sei es an ihnen, zu «konkreter Versöhnung» beizutragen.
Satara
P.S. Artikel gekürzt !!!