Satara
aus der AZ von heute
DTA greift den Rundfunk an
Venaani beschuldigt die NBC der einseitigen Berichterstattung
von Mark Springer
Windhoek - Der Generalsekretär der DTA, McHenry Venaani, hat der staatlichen Rundfunkgesellschaft NBC vorgeworfen, seine Partei in der Berichterstattung zu benachteiligen. Diese Unterstellung ist in einem Brief enthalten, den Venaani an den Generalintendant der NBC, Gerry Munyama, verfasst hat und den er gestern während einer Pressekonferenz im Wortlaut vortrug.
In dem Schreiben erinnert Venaani zunächst daran, dass die NBC zur
Neutralität und Objektivität verpflichtet sei. Diesem Grundsatz wird der staatliche Rundfunk nach Einschätzung von Venaani jedoch nicht gerecht, weil er in seiner Berichterstattung die Swapo bevorzuge und Oppositionsparteien wie die DTA übergehe. So sei die NBC wiederholt Kundgebungen und Pressekonferenzen seiner Partei trotz frühzeitiger Benachrichtigung ferngeblieben. Auf Nachfrage hätten die Verantwortlichen der NBC ,,immer wieder" erklärt, es sei keine Kamera, kein Redakteur oder kein Auto vorhanden und eine Thematisierung von Veranstaltungen der DTA deshalb unmöglich gewesen. Diese Begründung überzeugt Venaani jedoch angesichts der Tatsache nicht, dass die NBC ,,jeder einzelnen Veranstaltung der Swapo" beiwohne und sich dabei auch nicht vor einer langen Anfahrt zu Kundgebungen in abgelegenen Gegenden scheue.
Die vermeintlich selektive Berichterstattung irritiert Venaani vor allem deshalb, weil im September Wahlen anstehen und die Stimmberechtigten sich vorher ,,ihre eigene Meinung bilden sollen, ohne durch die tendenziöse Berichterstattung der NBC beeinflusst zu werden".
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Muss uns das überraschen ?
Satara
Satara
aus der AZ Windhoek vom 25.02.2005
Zeitungs-Boykott gefordert
Jugendliga der SWAPO macht gegen ,,weiße Presseorgane" mobil
von Marc Springer
Windhoek - Der Parteisekretär der SWAPO-Jugendliga, Paulus Kapia, hat zum Boykott von drei namibischen Zeitungen aufgerufen, die nach seiner Einschätzung ,,Propagandainstrumente" sind.
,,Diese Zeitungen sind Feinde des Friedens, der Sicherheit und der Stabilität in Namibia", sagte Kapia gestern bei einer Presskonferenz und bezog sich dabei auf die Zeitungen The Namibian, Die Republikein und Windhoek Oberserver. Die drei Zeitungen haben seinen Zorn durch die Veröffentlichung von Leserbriefen erweckt, deren Autoren sich kritisch über Präsident Sam Nujoma und die regierende SWAPO geäußert haben.
,,Die Grenzen der Pressefreiheit sind von diesen tendenziösen und respektlosen Zeitungen überschritten worden, die sich im Besitz arroganter Weißer befinden", erklärte Kapia und ergänzte: ,,Ironischer Weise beziehen diese Zeitungen ihre Profite von der schwarzen Mehrheit des Landes, deren gewählte politische Führer sie mit ihrer unseriösen Berichterstattung beleidigen."
Vor diesem Hintergrund würde jeder Käufer einer dieser Zeitungen deren ,,Hetzkampagne" gegen Präsident Nujoma, die SWAPO und die schwarze Bevölkerungsmehrheit direkt unterstützen. ,,Die Weißen in Amerika, England und Holland kaufen keine schwarzen Zeitungen, warum also sollten wir weiße Zeitungen kaufen", wollte Kapia in diesem Zusammenhang rhetorisch wissen.
Seine Analyse der drei Presseorgane brachte ihn zu der Schlussfolgerung, dass sich diese in den Dienst neokolonialer Interessengruppen gestellt und sich gegen afrikanische Führer gewendet hätten. Diese Vermutung drängt sich Kapia unter anderem deshalb auf, weil die Zeitungen die ,,britische Kampagne" gegen den simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe unterstützen würden.
Durch ihren ,,abscheulichen" Missbrauch der Pressefreiheit würden die ,,redaktionellen Marionetten" der drei Zeitungen die ,,friedliche Koexistenz der Rassen" in Namibia gefährden. Um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, dürften die ,,weißen Zeitungen" nicht mehr mit ,,Samthandschuhen" angefasst werden. Dies werde auch in anderen Ländern wie beispielsweise Amerika praktiziert, wo die Veröffentlichung verleumderischer Leserbriefe ,,als Kapitalverbrechen mit dem Tod bedroht" sei.
P.S. Sind das Vorboten, die möglicherweise auf eine längerfristige Strategie der Untergrabung der Demokratie hinweisen bzw. Abbau von Meinungsfreiheit ???
Satara
philippth
Nun ich glaube ich kann mich selbst als Namibiaexperte bezeichnen, wobei überall noch der Name Südwestafrika verbreitet ist, zurecht auch.
Jedenfalls kann ich zu diesem Theman nur sagen, daß in Namibia schlimmer noch als in Südafrika eine Scheindemokratie installiert wurde. Die SWAPO gehört dabei zu den schlimmsten Verbrechern. Von Demokratie, Gleichbehandlung und vor allem Rechtsstaatlichkeit hält man dort wenig. Andere Kulturgüter, wie z.B. der Deutschen werden schonungslos niedergemacht. Namibia hat noc heinen langen Weg vor sich. Wer nach einem intensiven Studium des Landes und dessen Vergangenheit immer noch behauptet, heute sei es besser dort als früher, der scheint mehr als nur realitätsfern zu sein.
Ich hoffe in Südafrika kommt es nicht so weit. Der einzige mir im Moment möglich erscheinende Weg ist, eine starke Weiße Partei. Hierzu müssen DA, VF und die Mitglieder der NNP (ich hoffe das niemand zum ANC geht) zusammenarbeiten. Denn sonst ist bald nichts mehr übrig von der Kultur der Buren, von der afrikaansen Sprache oder von britischem Leben, oder deutschen Gemeinden.
borisk
Hallo Leute,
gestehe war noch nie in Afrika, dadurch weder in Südafrika noch Namibia.
Trotzdem ist Südafrika mein Traumland. Warum? Einfach ein Gefühl.
Egal, jetzt zum Thema und zwar Namibia.
Dort ist politisch, weiss ich aus der Presse und von Bekannten, eine sehr miese und angespannte Stimmung. Das Menschenrechte,Gesetze usw. nicht eingehalten werden bzw. für die Regierung ausgelegt werden ist bekannt.
Aber einen auf Südwestafrika zu machen und eine starke weiße Partei zu fordern, wobei in D ein NPD-Verbot diskutiert wird, ist doch starker Tobak.
Der Vorautor sollte bedenken das die "Herrenrasse" sich leider nie wie ein Herr benommen hat, sondern wie ein Arschl...
Brauche jetzt keine Diskussion, die Ungerechtigkeiten die jetzt geschehen, sind verabscheuungswürdig und ungerecht, aber das ist kein Grund die angebliche Überlegenheit der weißen Rasse ins Gespräch zu bringen.
philippth
Tut mir leid, aber wenn ich deinen Eintrag lese, fällt mir nur auf, daß du in deiner Entwicklung entweder noch nicht sehr weit bist, oder einfach politische Zusammenhänge nicht verstehst. Leute wie du machen so eine Diskussion kaputt. Du beziehst dich auf die NPD und vergleichst diese mit der Forderung nach einer starken weißen Partei. Das ist ebenso absurd wie dumm. Wenn du dich einmal mit der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Lage in Südafrika und Namibia auseinandersetzen würdest, würdest du schnell merken wie der Hase läuft. Doch da du anscheinend in einer mulit-kulti Traumwelt lebst ist dir da schwer beizukommen. Von Herrenrasse o.ä. war außerdem nie die Rede, ich weiß nicht was das jetzt soll.
Ach und noch was zu Südwestafrika. Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber es gibt Menschen die etwas von Traditionen und althergebrachtem halten, und dieses auch pflegen. Aber nach deiner Argumentation sind das ja alles nur Herrenmenschen die einen NPD-Staat errrichten wollen.
Rossi
Jetzt weiss ich wenigstens wieder, warum ich mich an solchen Diskussionen prinzipiell nie beteilige:
Weil's immer wieder in der gleichen links - rechts, schwarz - weiss - Ecke landet und am Ende doch nix dabei rauskommt.
Rossi
borisk
Wie in allen Foren sollten persönliche Angriffe bzw die Einschätzung der persönlichen Entwicklung eines Forenteilnehmers aussen vor bleiben, da sich meistens die Urheber auf diesen Weg selbst diskreditieren, wie hier geschehen.
Wieso eine starke weiße Partei? Tut es nicht auch eine Partei, die sich an den Menschenrechten bzw. an den meisten Grundgesetzen in demokratischen Staaten hält und twar unabhängig von der Hautfarbe. Ich träume nicht von MultiKulti, sondern halte es mit liberte, egalite, fraternite auf einem gesunden Level. Das bedeutet Anpassung und eine gewisse Akzeptanz. Zu den Traditionen: wie weit zurück? Soweit wie es einem persönlich passt oder weiter zurück? Dann gebe es aber in "Südwest" keine weißen Traditionen.
Solltest du meinen ersten Beitrag noch einmal lesen, wirst du sehen das es mir auf Recht, Gesetz und Gerechtigkeit ankommt.
Und jetzt wünsche ich dir noch einen schönen Tag.
Satara
Mit meinen Beiträgen, die ich teilweise aus der Tagespresse entnehme, möchte ich auf aktuelle Entwicklungen hinweisen.
Ich bin nicht der Meinung, dass durch solche Rückschläge in der Etablierung eines demokratischen Gemeinwesens gleich "alles den Bach runter" gehen muss.
Namibia wie Südafrika sind noch sehr junge Staaten, was die Demokratie betrifft. Vieles kann noch nicht perfekt sein - allerdings was ist perfekt ???
Mit einer modernen Verfassung und moderner Verwaltungsstruktur ist es aber immer noch nicht getan. Eine moderne Zivilgesellschaft muss vor allem in den Köpfen und Herzen etabliert sein, bevor ein Staat nach modernem Massstab funktionieren kann.
Ich denke aber Namibia und Südafrika sind auf dem richtigen Weg. Natürlich gibt es Rückschläge und auch noch Fehlentwicklungen. Aber gegen diese Fehlentwicklungen, wie zum Beispiel der Einschränkung der Pressefreiheit, muss man eben Begegnen. Da ist z. B. eine politische Opposition dafür da. Daher muss weiterhin alles so weit wie möglich öffentlich diskutiert werden, um die Menschen für die Situation zu sensibilisieren.
Dies lösen zu wollen, durch rassistische Vorschläge aus Zeiten der Apartheid ist weltfremd. Vorrangig sind Bildung und weiterer Aufbau der Wirtschaft und Infrastruktur.
Noch identifizieren sich die meisten Menschen über ihre ethnische bzw. kulturelle Herkunft.Trotzdem wird es noch Jahre dauern bis die Menschen auch in den Köpfen und den Herzen nur noch Südafrikaner bzw. Namibier geworden sind.
An diesem Ziel sollten alle, denen es möglich ist, mitarbeiten.
borisk
So sehe ich es auch. Es ist wichtig auf Mißstände aller Art frühzetig hinzuweisen & Lösungen vorzuschlagen/vorzuleben. Leider sind die Menschen & dadurch die Länder nicht perfekt.
philippth
Das ist selbstverständlich richtig was ihr sagt, aber mit allem kann ich nicht einverstanden sein.
Zunächst mal folgendes: Es ist in keinster Weise ein Rückfall in Apartheidszeiten wenn die Forderung nach einer großen weißen Partei als starke Opposition genannt wird. Es ist die Forderung nach mehr Freiheit und Selbstbestimmung, und nicht nach Rassissmus o.ä.
Des weiteren ist es immer gefährlich zu sagen, daß man sich nur noch als Südafrikaner oder Namibianer fühlen soll. Gerade in diesen Ländern ist die praktisch unmöglich, denn es sind gerade die kulturellen Vielfalten die dort so reizvoll sind. Zudem ist es schlichtweg undenkbar, daß die Buren oder die Zulu ihre historischen Kulurgüter aufgeben, um Teil eines gleichen Einheitsstaates zu werden.
Satara
| Zitat: |
Original von philippth
Das ist selbstverständlich richtig was ihr sagt, aber mit allem kann ich nicht einverstanden sein.
Zunächst mal folgendes: Es ist in keinster Weise ein Rückfall in Apartheidszeiten wenn die Forderung nach einer großen weißen Partei als starke Opposition genannt wird. Es ist die Forderung nach mehr Freiheit und Selbstbestimmung, und nicht nach Rassissmus o.ä.
Des weiteren ist es immer gefährlich zu sagen, daß man sich nur noch als Südafrikaner oder Namibianer fühlen soll. Gerade in diesen Ländern ist die praktisch unmöglich, denn es sind gerade die kulturellen Vielfalten die dort so reizvoll sind. Zudem ist es schlichtweg undenkbar, daß die Buren oder die Zulu ihre historischen Kulurgüter aufgeben, um Teil eines gleichen Einheitsstaates zu werden. |
Hallo Philipp,
unter der Kategorie "Politik und Wirtschaft" gibt es den Thread "Demokratie am Kap?".
Da habe ich bereits zu dem Thema "one man one vote" und über die Identifikation der ethnisch-kulturellen Zugehörigkeit Stellung genommen mit 2 Postings vom 22. und 23. August 2004. Das wollte ich jetzt nicht hier alles reinkopieren; war auch in einem anderen Zusammenhang. Kannst Du ja mal lesen, wenn's Dich interessiert.
Steng genommen müsste in Namibia für alle Gruppen ausser den Ovambos eine Minderheitenschutzregelung nach westlichem Vorbild gelten: doch die Einführung von Quoten, würde automatisch wieder bedeuten, Menschen nach ethnisch-kultureller Zugehörigkeit zu definieren - und das ist selbstverständlich auf keinen Fall gewollt.
Satara
Appell an Medien
Ndaitwah verlangt mehr Pflichtbewusstsein
von Marc Springer
(AZ Windhoek v. 14.04.2005)
Windhoek - Die Ministerin für Rundfunk und Information, Netumbo Ndaitwah, hat hiesige Medienvertreter zu mehr Geschlossenheit und Verantwortungsbewusstsein aufgerufen.
Wie Ndaitwah gestern bei der Bekanntgabe der jüngsten Kabinettsbeschlüsse mitteilte, fühle sie sich der verfassungsrechtlich verankerten Pressefreiheit verpflichtet und habe keine Absicht in ihrem neuen Amt die Medien einzuschränken. Diese hätten ein wichtige Rolle als ,,Wachhund" zu erfüllen und ,,Handlungen (zu) exponieren, die das soziale Gefüge unseres Landes aufweichen könnten".
Gleichzeitig forderte sie die Medien zu mehr Pflichtgefühl auf. ,,Ich habe mit Besorgnis festgestellt, dass Rechenschaftsbewusstsein keine besondere Priorität unter den Medienschaffenden genießt", sagte Ndaitwah. Diese Schlussfolgerung leitet sie unter anderem daraus ab, dass es bisher keinen Medienrat gebe, der mögliche Verfehlungen der Presse ahnde.
Deshalb sei es notwendig, dass sich die Medienvertreter auf einen verbindlichen Ethik-Kodex verständigten und sich einem solchem Regelwerk verpflichteten. Dadurch könne ein ,,destruktiver und subjektiver" Journalismus vermieden werden, wie er ,,von Zeit zu Zeit" in Namibia auftrete.
Ferner sei es erforderlich, dass sich die Medien im Interesse des ganzen Berufsstandes um mehr Geschlossenheit bemühten, anstatt miteinander zu rivalisieren und gemeinsame Veranstaltungen wie den internationalen Tag der Pressefreiheit zu boykottieren.
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Na ja, hoffentlich ist das alles wirklich so gemeint, wie es hier steht....
...und wenn tatsächlich der internationale Pressetag boykottiert wurde, wäre es interessant zu wissen, warum dem so war. Weiss das vielleicht jemand hier aus dem Forum ???