Söldnerprozess: Südafrikaner berichten von Folter

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Johannesburg. AP/BaZ. Nach ihrem Freispruch in einem Verfahren wegen eines mutmasslichen Putschversuchs haben zwei Südafrikaner von Folter und grausamen Haftbedingungen in Zimbabwe berichtet. Die beiden gehören zu einer Gruppe, der die Planung eines Putsches in Äquatorial-Guinea vorgeworfen wird. In diesem Zusammenhang war am Mittwoch auch der in Südafrika lebende Sohn der ehemaligen britischen Premierministerin Maggie Thatcher, Mark Thatcher, unter Hausarrest gestellt worden.
Thatcher, der südafrikanische Ölhändler Eli Calil und Simon Mann, früheres Mitglied einer britischen Sondereinheit, waren nach Ansicht der Regierung von Äquatorial-Guinea die Drahtzieher der Verschwörung. Mann war im März zusammen mit 66 weiteren Männern in Zimbabwe verhaftet worden, nach Behördenangaben kurz vor ihrem Abflug nach Äquatorial-Guinea. Ein zimbabwisches Gericht sprach sie am Freitag aber von der Beteiligung an einer Verschwörung frei, wegen Verletzung von Einwanderungsbestimmungen werden die meisten aber weiterhin festgehalten. Mann wurde wegen eines verbotenen Waffenkaufs verurteilt, ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft. 19 weitere Verdächtige stehen in Äquatorial-Guinea selbst vor Gericht.

Haftbefehl beantragt

Entlassen wurden bislang nur Harry Carlse und Lourens Horn aus Südafrika, die bei ihrer Heimkehr aus Simbabwe am Samstag von Folterungen berichteten. Sie seien im Gefängnis ausgezogen und geschlagen worden. Zudem habe man ihnen Elektroschocks angedroht. Mehrere andere Häftlinge hätten sich in dem Gefängnis Malaria oder rheumatische Entzündungen zugezogen.

Auch Angehörige der in Äquatorial-Guinea angeklagten Ausländer sowie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatten den Behörden bei Prozessbeginn Folter vorgeworfen. Der Hauptangeklagte dort hatte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft weitgehend bestätigt. Ein beschuldigter Deutscher war noch vor Beginn des Prozesses im Gefängnis gestorben.

Die Regierung von Äquatorial-Guinea erklärte am Samstag, sie habe bei Interpol internationalen Haftbefehl gegen Thatcher, Mann und Calil beantragt. Aussagen einer Regierungsanwältin vom Freitag, wonach Äquatorial-Guinea die südafrikanischen Behörden um eine Auslieferung Thatchers ersuchte, wies Vizeministerpräsident Ricardo Mangue Obama Nfube jedoch zurück.

Baseler Zeitung

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Thatcher wollte aus Südafrika flüchten
Sohn Margaret Thatchers hatte seinen Besitz großteils bereits verkauft - In der Haft bestohlen

Kapstadt - Mark Thatcher (51), Sohn der britischen Ex- Premierministerin Margaret Thatcher, hatte vor seiner Festnahme am Mittwoch in Kapstadt bereits die Flucht in die USA vorbereitet. die südafrikanischen Behörden bestätigten am Donnerstag, dass er für seine Familie Flüge hatte reservieren lassen, seine vier Luxusautos verkauft und sein geräumiges Anwesen für 22 Millionen Rand (rund 2,8 Millionen Euro) zum Verkauf angeboten hatte. Die Kinder waren bereits an US-Schulen angemeldet.

Pass abgegeben

Thatcher, der der Finanzierung eines gescheiterten Putschversuchs verdächtig wird, steht gegen Zahlung einer Kaution unter Hausarrest und musste seinen Pass abgeben.

Ungemach widerfuhr ihm vor seinem Haftprüfungstermin: In der voll besetzten Haftzelle seien ihm Jacket, Handy und Schuhe gestohlen worden, berichtete die Zeitung "The Citizen" am Donnerstag. (APA/dpa)