Satara
Aus FNP vom 25.06.2007
http://www.rhein-main.net/sixcms/list.ph...icle&id=3809292
Die Zukunft entscheidet sich in Südafrika
Oberursel. „Afrika ist in weiten Teilen krank, sehr krank!“, fasste der Wehrheimer Martin Dietz seine Erfahrungen aus 40 Berufsjahren zusammen. Und Dietz muss es eigentlich wissen, denn so lange stand er als Landwirt im Dienste der Entwicklungshilfe und später der Notfallhilfe in afrikanischen Staaten. Dietz war einer von drei Referenten, die bei der Diskussionsrunde der Liberalen Senioren in Oberursel ihre ganz persönlichen Eindrücke über den „Schwarzen Kontinent“ schilderten. Außer Dietz waren dies noch der Steinbacher Stadtverordnetenvorsteher Dr. Jochen Schwalbe und der Kronberger Dr. Erbel.
Martin Dietz berichtete von verschiedenen Stufen der Entwicklungshilfe, die er in seiner Tätigkeit als Landwirt in sehr vielen Ländern Afrikas erlebt habe. In den 60er und 70er Jahren seien Handwerker und Krankenschwestern noch mit dem Moped zu ihren Einsätzen gefahren. Heute seien es Ingenieure und Ärzte, die im Range Rover unterwegs sind. Aber Erfolge ihrer Arbeit seien nur von kurzer Dauer. Sie würden von Übervölkerung in vielen Landstrichen auf einem erschöpften Boden und dem daraus folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen ums Überleben zunichte gemacht. Bei einer Bevölkerungsdichte von 300 bis 400 Menschen pro Quadratkilometer in Ruanda sei es kein Wunder, dass die Menschen im Kampf um die spärlichen Ressourcen aufeinander einschlagen, erklärte Dietz.
Hinzu kämen dann machtbesessene, korrupte Regime wie in Zimbabwe, Kongo oder Nigeria, führte Dr. Erbel aus, der als Bauingenieur in Zimbabwe tätig war. Erbel war 1998 in ein blühendes Land gekommen, das aber immer mehr ins Chaos stürzte. Heute herrschen dort 80 Prozent Arbeitslosigkeit und 2000 Prozent Inflation.
Der dritte Afrikaexperte aus dem Hochtaunuskreis, Dr. Jochen Schwalbe, war viele Jahre in seiner Urlaubszeit in Kenia tätig, um medizinische Hilfe zu leisten. Er wies darauf hin, dass diese Diktatoren durch ein brutales Militär und Polizei geschützt würden. UN-Mandate müssten daher „robuste“ Mandate sein, sonst würden sie wirkungslos verpuffen. Im Übrigen kämen ausländische Gelder meist nie dort an, wo sie hin sollten.
Alle drei Referenten, die sich vorher noch nie getroffen hatten, sahen nur wenig Hoffnung für den Kontinent. Die Zukunft des Erdteils liege in Südafrika, waren sie sich einig. Dort warten die Menschen, dass die Regierung ihre Versprechen einlöst: kostenlose Elektrizität, sauberes Wasser, medizinische Versorgung und ausreichenden bezahlbaren Wohnraum. Würde dieses Land in Aufruhr versinken, würde der gesamte Kontinent in einer Art Dominoeffekt folgen. (tz)
VG
S.
http://www.rhein-main.net/sixcms/list.ph...icle&id=3809292
Die Zukunft entscheidet sich in Südafrika
Oberursel. „Afrika ist in weiten Teilen krank, sehr krank!“, fasste der Wehrheimer Martin Dietz seine Erfahrungen aus 40 Berufsjahren zusammen. Und Dietz muss es eigentlich wissen, denn so lange stand er als Landwirt im Dienste der Entwicklungshilfe und später der Notfallhilfe in afrikanischen Staaten. Dietz war einer von drei Referenten, die bei der Diskussionsrunde der Liberalen Senioren in Oberursel ihre ganz persönlichen Eindrücke über den „Schwarzen Kontinent“ schilderten. Außer Dietz waren dies noch der Steinbacher Stadtverordnetenvorsteher Dr. Jochen Schwalbe und der Kronberger Dr. Erbel.
Martin Dietz berichtete von verschiedenen Stufen der Entwicklungshilfe, die er in seiner Tätigkeit als Landwirt in sehr vielen Ländern Afrikas erlebt habe. In den 60er und 70er Jahren seien Handwerker und Krankenschwestern noch mit dem Moped zu ihren Einsätzen gefahren. Heute seien es Ingenieure und Ärzte, die im Range Rover unterwegs sind. Aber Erfolge ihrer Arbeit seien nur von kurzer Dauer. Sie würden von Übervölkerung in vielen Landstrichen auf einem erschöpften Boden und dem daraus folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen ums Überleben zunichte gemacht. Bei einer Bevölkerungsdichte von 300 bis 400 Menschen pro Quadratkilometer in Ruanda sei es kein Wunder, dass die Menschen im Kampf um die spärlichen Ressourcen aufeinander einschlagen, erklärte Dietz.
Hinzu kämen dann machtbesessene, korrupte Regime wie in Zimbabwe, Kongo oder Nigeria, führte Dr. Erbel aus, der als Bauingenieur in Zimbabwe tätig war. Erbel war 1998 in ein blühendes Land gekommen, das aber immer mehr ins Chaos stürzte. Heute herrschen dort 80 Prozent Arbeitslosigkeit und 2000 Prozent Inflation.
Der dritte Afrikaexperte aus dem Hochtaunuskreis, Dr. Jochen Schwalbe, war viele Jahre in seiner Urlaubszeit in Kenia tätig, um medizinische Hilfe zu leisten. Er wies darauf hin, dass diese Diktatoren durch ein brutales Militär und Polizei geschützt würden. UN-Mandate müssten daher „robuste“ Mandate sein, sonst würden sie wirkungslos verpuffen. Im Übrigen kämen ausländische Gelder meist nie dort an, wo sie hin sollten.
Alle drei Referenten, die sich vorher noch nie getroffen hatten, sahen nur wenig Hoffnung für den Kontinent. Die Zukunft des Erdteils liege in Südafrika, waren sie sich einig. Dort warten die Menschen, dass die Regierung ihre Versprechen einlöst: kostenlose Elektrizität, sauberes Wasser, medizinische Versorgung und ausreichenden bezahlbaren Wohnraum. Würde dieses Land in Aufruhr versinken, würde der gesamte Kontinent in einer Art Dominoeffekt folgen. (tz)
VG
S.