Namibia und die Arbeitsmoral

Satara
Was gibt es da zu forschen .............??? Augen rollen Augen rollen Augen rollen
das ist doch ganz einfach .......
"Wie der Herr, soos Gescherr !" großes Grinsen
meint Satara

Pohamba fordert Arbeitgeber und Angestellte zur Ursachenforschung über die schlechte Produktivität auf.auf

Windhoek – Präsident Hifikepunye Pohamba hat sich über die mangelhafte Produktivität in Namibia beklagt und Arbeitgeber sowie Gewerkschaften zur gemeinsamen Ursachenforschung aufgerufen.

„Als ich noch Minister (für Ländereien und Neusiedlung) war, ist mir aufgefallen, dass viele Mitarbeiter schon kurz nach Dienstbeginn das Jackett über den Stuhl gehängt und das Büro verlassen haben“, sagte er gestern zu Eröffnung einer vom Gewerkschaftsverband NUNW organisierten Konferenz zum Thema Produktivität. Angesichts dieses Pflichtversäumnisses sei er „öfter mit dem Privatwagen in die Stadt gefahren“ und habe dort die besagten Kollegen, die oft stundenlang unentschuldigt gefehlt hätten, „mit Einkaufstüten umherlaufen“ sehen.

Eine ähnlich negative Arbeitseinstellung hat Pohamba nach eigenen Angaben auch bei den Angestellten auf seiner Farm erlebt, die er schon kurz nach Übernahme des Grund und Bodens kaum noch hätte bezahlen können, weil „die Farm unproduktiv war“. Deshalb habe er über eine Entlassung seiner Farmarbeiter nachgedacht, dieses Vorhaben aber nie umgesetzt, weil „ich kurz darauf Staatspräsident geworden bin“.

An der mangelhaften Produktivität sind Pohamba zufolge nicht nur Angestellte, sondern auch deren Arbeitgeber Schuld, weil sie ihre Arbeiter „oft nicht konsultieren, sondern ihnen nur Befehle erteilen“. Demnach forderte er Unternehmer auf, ihre Personal als „Partner und nicht als Feind“ zu begreifen und sich gemeinsam mit den Gewerkschaften über Maßnahmen zu beraten, wie die Produktivität im Lande gesteigert werden könne.

aus der AZ Windhoek vom 9.10.2007
Von Marc Springer
Boerewors
Ich moechte es mal so ausdruecken. Die Erkennung dieses Problems und dieses oeffentlich zu machen vom Praesidenten ist doch schon einmal ein grosser Schritt vorraus an dem sich andere afrikanische Staaten ein Beispiel dran nehmen sollten!
Satara
Zitat:
Original von Satara
Was gibt es da zu forschen .............??? Augen rollen Augen rollen Augen rollen
das ist doch ganz einfach .......
"Wie der Herr, soos Gescherr !" großes Grinsen
meint Satara

Pohamba fordert Arbeitgeber und Angestellte zur Ursachenforschung über die schlechte Produktivität auf.auf

aus der AZ Windhoek vom 9.10.2007
Von Marc Springer


Jetzt meldet sich auch der Arbeitgeberverband:

NEF beklagt mangelnde Produktivität
Arbeitgeberverband empfiehlt Maßnahmen zur Motivierung namibischer Angestellter
Der Generalsekretär des Namibischen Arbeitgeberverbands (NEF), hat sich über die mangelnde Produktivität im Lande beklagt und Maßnahmen zur Motivierung von Angestellten vorgeschlagen.
Windhoek - Wie Tim Parkhouese in seinem Beitrag zu einer Konferenz über Produktivität in Namibia am Dienstag zu bedenken gab, lasse die Arbeitseinstellung hierzulande häufig zu wünschen übrig. Dies werde unter anderem daran deutlich, dass sich viele Arbeitnehmer zu Beginn der Woche darüber beklagten, „dass es erst Montag und das Wochenende noch weit entfernt ist“, anstatt sich „darüber zu freuen, dass sie überhaupt einen Arbeitsplatz haben“.

Dieselben Erwerbstätigen würden am Freitag häufig bereits vormittags das Büro verlassen und sich ins Wochenende verabschieden. Wie weit verbreitet diese Praxis sei, werde unter anderem an der Vielzahl Fahrzeuge deutlich, die am Freitag direkt nach der Mittagspause auf den Fernstraßen des Landes in alle Himmelsrichtungen unterwegs seien. Aufgrund dieser Form des vorgezogenen Feierabends seien am Freitagmittag in vielen Büros keine Mitarbeiter mehr erreichbar, weil diese vorzeitig Dienstschluss gemacht hätten.

Diese indiskutable Arbeitsmoral drückt sich Parkhouse zufolge auch darin aus, dass viele Gehaltsempfänger nach Dienstbeginn zunächst „Kaffee trinken, Zeitung lesen, private Telefongespräche führen und sich ausführlich mit den Kollegen unterhalten“, bevor sie sich mit starker Verspätung der Arbeit widmen würden. Derlei Angestellten würden abends jedoch um fünf Uhr bereits vor dem Ausgang „Schlange stehen“ und das Büro verlassen, sobald Dienstschluss sei.

Angesichts dieser Mentalität ist nach Einschätzung von Parkhouse ein Umdenken notwendig. Anstatt Dienst nach Vorschrift zu machen, müssten namibische Arbeitnehmer verstärkt in die Pflicht genommen und zu erhöhter Einsatzbereitschaft animiert werden. Eine Möglichkeit dieses Ziel zu erreichen besteht nach Darstellung des NEF-Generalsekretärs darin, dass Arbeitgeber ihre Beschäftigten durch entsprechende Anreize motivieren und einzelne Angestellte belohnen, die sich besonders hervortun.

Diese Anerkennung könne in Form einer finanziellen Anerkennung, eines Diploms oder anderer Auszeichnungen erfolgen. Eine solche Form des Ansporns sei wichtig, weil sie der Belegschaft verdeutliche, dass sich beruflicher Einsatz lohnt und sich das Personal durch gesteigerte Produktivität für eine Gehaltserhöhung empfehlen und damit selbst belohnen könnten.

vonMarc Springer aus der AZ Windhoek
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Es gibt auch noch nen anderen Spruch:

"Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken"

VG
Satara
Lothar
Guten Morgen Satara,

schön das die das gemerkt haben. Aber hier im Westen ist das noch viel schlimmer, ich könnte Bände schreiben...

Gruß, Lothar
Boerewors
Zitat:
Original von Lothar
Guten Morgen Satara,

schön das die das gemerkt haben. Aber hier im Westen ist das noch viel schlimmer, ich könnte Bände schreiben...

Gruß, Lothar

Ich moechte dieses nur unterstreichen, was ich noch von deutschen Behoerden, Aemter und Versicherungsunternehmen kenne, war dieses gar nicht mal so anders, bloss irgendwann wurden Stellen abgebaut und alle schauten sich verdutzt an und fragten sich, warum ich.
Der Mensch muss unter Druck sein um Leistung bringen zu koennen, sonst waere die DDR und die UdSSR auch nicht kaputt gegangen...