Flüchtlingsproblem in Botswana

Satara
Obwohl jeder weiss, dass es auch in Südafrika hundertausende Flüchtlinge aus anderen Regionen Afrikas gibt, scheint es trotzdem kein Thema zu sein. Nur da Botswana selber relativ wenige Einwohner hat, fällt es umso mehr auf wenn aus der Grenzregion zu Zimbabwe eine grosse Zahl von Flüchtlingen kommt.

Zunehmende Grenzspannungen in Botswana

Parlamentarier: ,,Wir können uns die stille Diplomatie mit Simbabwe nicht mehr leisten!"

AZ Windhoek vom 10.2.2005, von Stefan Grüllenbeck

Windhoek - ,,Die Lage ist explosiv. Es müssen jetzt drastische Schritte unternommen werden, sonst steuert unser Land direkt in ein Desaster." Das sagte Parlamentsmitglied Paul Rantao aus Botswana am 8. Februar in einem Interview mit der Zeitung ,,Mmegi/The Reporter" zu den weiter eskalierenden Grenzspannungen mit Simbabwe. Rantao forderte, es solle endlich Schluss sein mit der ,,stillen Diplomatie" des südlichen Afrika im Umgang mit dem Mugabe-Regime, da die Probleme mit dem Nachbarland nicht mehr zu kontrollieren seien: ,,Die ´stille´ Diplomatie führt zu ernsthaften Spannungen in der Zivilgesellschaft Botswanas, die Menschen hier bekommen noch eine Kriegspsychose (?) Ich sage Ihnen, dieses Land schliddert womöglich in einen Bürgerkrieg, wenn nichts unternommen wird. Jeden Tag gibt es hierzulande gewalttätige Auseinandersetzungen mit illegalen Einwanderern aus Simbabwe. Das muss doch den Menschen etwas sagen! Da läuft etwas völlig verkehrt, aber das scheint niemanden zu interessieren", so Rantao.

Der Parlamentarier bezeichnete die Aktionen der botswanischen Grenzbeamten im Kampf gegen die illegalen Einwanderer aus Simbabwe als völlig unnütze Maßnahme, die lediglich Steuergelder verschwende. ,,Was unsere Polizisten und Grenzsoldaten da machen ist doch nichts als ein Ping Pong Spiel. Heute deportieren sie die Simbabwer und morgen sind sie bereits wieder da. Wir sollten damit aufhören und uns klar werden, dass das nichts bringt. Wir müssen uns um eine andere Lösung dieses Problems bemühen, als das Geld unserer Bürger zu verschwenden."

Rantao forderte die Staaten der SADC auf, zusammen nach einer Lösung der Krise in Simbabwe zu suchen. Insbesondere rief er Südafrikas Präsident Thabo Mbeki zum Handeln auf, da Südafrika genauso unter den Flüchtlingen aus Simbabwe leide wie Botswana.

Im Jahr 2004 wurden Regierungsangaben zufolge mehr als 30000 illegale Einwanderer zurück nach Simbabwe deportiert. Die Gesamtzahl der Simbabwer in dem 1,7 Millionen Einwohner zählenden Botswana wird auf mehrere hunderttausend geschätzt. Ob zufällig oder nicht: am Tag des Interviews hielt sich Botswanas Präsident Festus Mogae zusammen mit Außenminister Mompati Merafhe zu Gesprächen in Simbabwe auf. Einer Presseerklärung ist zu entnehmen, der Besuch endete mit Versicherungen beider Seiten, die ,,langjährige Freundschaft und Solidarität der Nachbarländer weiter zu konsolidieren".

Wann werden sich die anderen Staaten des südlichen Afrika genötigt fühlen hier mal was zu unternehmen, oder gibt es etwa eine "klammheimliche" Sympathie mit Mugabe ?

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