Namibia - Hereros .....vor 100 Jahren

Satara
Hallo,

wer kennt diese Ausstellung schon: vom 7. März bis 3. Oktober 2004

NAMIBIA-DEUTSCHLAND.....eine geteilte Geschichte traurig traurig traurig
Zitat: 2004 jährt sich zum 100. mal der Krieg des Deutschen Reiches gegen die Herero und Nama im damaligen Deutsch-Südwest-Afrika. Dieses Datum nimmt die Ausstellung zum Anlass, die namibisch-deutschen Beziehungen in Vergangenheit und Gegenwart zu beleuchten. Zitat Ende

Wer hat diese Ausstellung schon gesehen und kann mir ein paar Eindrücke schildern ??? (Ich möchte auch noch hingehen)

Ort:
Rautenstrauch-Joest-Museum für Völkerkunde
Ubierring 45
50678 Köln

Di - Fr - 10.00 - 16.00 Uhr
Sa + So - 11.00 - 18.00 Uhr

Viele Grüsse
Satara
Satara
Windhoek. Der deutsche Botschafter in Namibia hat die Volksgruppe der Herero aufgefordert, ihre Milliardenklage gegen Deutschland fallen zu lassen. Die vor drei Jahren vor einem US-Gericht eingereichte Klage auf Entschädigungszahlungen in Höhe von vier Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) führe zu nichts, sagte Wolfgang Massing am Mittwochabend in Windhuk. Es müssten andere Wege gefunden werden, um mit den «Wunden der Vergangenheit» umzugehen. Die deutsche Seite werde sich aber nicht bewegen, solange das Verfahren in den USA noch laufe.

Vor hundert Jahren waren beim deutschen Kolonialfeldzug gegen die Herero etwa drei Viertel der Volksgruppe, zwischen 45 000 und 60 000 Menschen, getötet worden.
Quelle. FNP 6.8.04

Deutschland unterstützt Namibia wohl seit vielen Jahren finanziell und mit Manpower und lehnt daher eine separate Zahlung an eine bestimmte Volksgruppe ab. Es sei Sache des namibischen Staates die Herero entsprechend zu "entschädigen".

Satara
Wolf
Hallo Satara,

wurde diese Klage nicht bereits zurückgenommen?
Und von der namibischen Regierung wurde sie meines Wissens eh nicht unterstützt.

Wolf
Satara
Deutschland unterstützt seit langem in besonderem Maße den namibischen Staat. Eben auch wegen der besonderen Beziehung und Bindungen aus der Kolonialzeit. Damit wird Deutschland schon seiner historischen Verantwortung gerecht. Es ist aber anscheinend nirgendwo explizit festgehalten, wofür die Unterstützung verwendet werden muss. Nach Meinung Deutschlands ist es Sache des namibischen Staates die Gelder entsprechend zuzuordnen. Eine separate Unterstützung für nur eine Volksgruppe ist nicht vorgesehen. Deshalb entschuldigt sich Deutschland auch nicht offiziell, weil man daraus juristisch den Aufhänger machen würde, Schadensersatz zu fordern und damit der anstehenden Klage noch Vorschub leisten würde.
Die Hereros müssten m.E. sich darum kümmern, dass sie - entsprechend - ihren Anteil aus den Zahlungen, die D an Namibia macht, bekommen.

Es ist klar, dass die jetzt lebenden Generationen keine Schuld haben; trotzdem - so wie man Vermögen erben kann, kann man auch Schulden erben bzw. Forderungen.

Satara

Zitat:
Original von Satara
Windhoek. Der deutsche Botschafter in Namibia hat die Volksgruppe der Herero aufgefordert, ihre Milliardenklage gegen Deutschland fallen zu lassen. Die vor drei Jahren vor einem US-Gericht eingereichte Klage auf Entschädigungszahlungen in Höhe von vier Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) führe zu nichts, sagte Wolfgang Massing am Mittwochabend in Windhuk. Es müssten andere Wege gefunden werden, um mit den «Wunden der Vergangenheit» umzugehen. Die deutsche Seite werde sich aber nicht bewegen, solange das Verfahren in den USA noch laufe.
Quelle. FNP 6.8.04

Deutschland unterstützt Namibia wohl seit vielen Jahren finanziell und mit Manpower und lehnt daher eine separate Zahlung an eine bestimmte Volksgruppe ab. Es sei Sache des namibischen Staates die Herero entsprechend zu "entschädigen".

Satara


Zitat:
Original von Wolf
Herero-Vertreter wirft Deutschen vor Wieczorek-Zeul-Besuch Rassismus vor

Eine heikle diplomatische Mission steht Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul bevor. Die SPD-Politikerin fliegt in dieser Woche nach Namibia, um als erstes deutsches Regierungsmitglied an einer Gedenkfeier für die 60000 Opfer des Herero-Aufstands im Jahr 1904 teilzunehmen. Die Stimmung in der früheren deutschen Kolonie ist aufgeladen: Herero-Vertreter werfen Berlin vor, das Massaker deutscher Truppen an ihren Vorfahren nicht angemessen anzuerkennen, und verlangen neben Entschädigungszahlungen eine offizielle Entschuldigung. Die Deutschen zeigten sich als „Meister des Rassismus“, es fehle der „Respekt gegenüber schwarzen Menschen“, erklärte Arnold Tjihuiko, der Vorsitzende des Herero-Komitees für die Gedenkfeiern gegenüber dem SPIEGEL. „Wir wollen, dass die Deutschen sagen: Es tut uns Leid.“ In Wieczorek-Zeuls Ministerium wird noch über eine angemessene Geste bei einem Treffen mit Herero-Vertretern nachgedacht.
(der Spiegel online, 33/2004)

Ich weiß dieses Thema gehört nicht direkt hierher, aber ich finde so langsam reichts.
Wofür müssen wir eigentlich noch alles die Verantwortung übernehmen?
Natürlich ist es grausam was dort geschehen ist, natürlich verurteile ich das, aber was können bittteschön unsere Generationen dafür.
Muß mein fünfjähriger Sohn in Zukunft vor jedem Schwarzen Namibier auf die Knie fallen und um Vergebung bitten?

Nebenbei bemerkt: Deutschland ist der größte Entwicklungshilfegeber Namibias!

Natürlich, es war die widerwärtigste, schlimmste, unverzeihlichste Sache die je einem (oder mehreren) kranken Gehirnen entsprungen ist.
Aber - Ich war's nicht, meine Eltern waren es auch nicht, gut vielleicht waren meine Großeltern dabei, zumindest haben sie sich durch nichtstun mitschuldig gemacht ...
aber die sind schon lange tot.

Ich will hier nichts rechtfertigen und trauere um die Opfer aber wie lange soll hier

Nein, das Thema hat hier nicht verloren. Schluß jetzt!


Zitat:
Original von Potroast
Wir tun das für Israel auch - ein weiterer Kniefall? - Was solls.

(und sag jetzt nicht das wäre was anderes)

Gruss P.
Da find ich auch das es jetzt reicht.
Wolf
Vermögen und Schulden, ja!

Aber Schuld ...

NEIN! Teufel

Gruß

Wolf
Satara
Zitat:
Original von Wolf
Vermögen und Schulden, ja!

Aber Schuld ...

NEIN! Teufel

Gruß

Wolf


Geld für Herero abgelehnt

Ministerin Wieczorek-Zeul erteilt Forderung aus Kolonialkrieg eine Absage
Deutschland bleibt bei seiner Haltung und wird keine Entschädigung für die Herero zahlen. Das machte Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul gestern deutlich. Zum Auftakt ihres Namibia-Besuchs hob sie aber die besondere Verantwortung der Bundesrepublik hervor und lobte die bilateralen Beziehungen.

Windhoek - Im Vorfeld ihres morgigen Besuchs bei den Gedenkfeiern des Herero-Kriegs am Waterberg stellte die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gestern in Windhoek klar, dass ihre Teilnahme ,,ein Zeichen für die moralische Verantwortung der Bundesrepublik" gegenüber Namibia und dem Volk der Herero sei. ,,Wir bekennen uns zu unserer kolonialen Schuld. Die Deutschen müssen sich diesem dunklen Kapitel der Vergangenheit bewusster stellen, denn das Erinnern ist wichtig, um eine Versöhnung möglich zu machen", so die SPD-Politikerin. Auf Nachfrage bekräftigte sie den Standpunkt der Bundesregierung und erteilte etwaigen Entschädigungsforderungen aus dem Herero-Lager eine Absage. ,,Es wird keine Zahlungen an eine bestimmte Gruppe geben."

Vielmehr fühle sich Deutschland in seiner Verantwortung ,,gegenüber allen Bürgern" des Landes verpflichtet, sagte Wieczorek-Zeul und kündigte eine ,,verstärkte Unterstützung" an. So wolle man vor allem die Ansiedlung auf kommunalem Land durch Infrastruktur-Projekte verstärkt fördern, so die Ministerin. Bei ihrem Treffen mit Präsident Sam Nujoma hoben beide Partner die guten bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Namibia hervor. Nujoma nannte die Europäische Union als Vorbild für die friedliche Koexistenz verschiedener Staaten, während die SPD-Politikerin sich lobend darüber äußerte, ,,wie Namibia seine Entwicklung und Reformen vorangebracht hat".

Vor dem Präsidenten-Besuch hatte Wieczorek-Zeul den Minister für Ländereien, Hifikepunye Pohamba, getroffen und mit ihm auch über die Landreform gesprochen. Der Minister habe ihr versichert, dass sich die Regierung bei der Enteignung an Recht und Gesetz halten werde, so Wieczorek-Zeul abschließend. Heute trifft sie Außenminister Hausiku, bevor sie zum Waterberg reist.
Satara
Zitat:
Original von Satara
Geld für Herero abgelehnt

Ministerin Wieczorek-Zeul erteilt Forderung aus Kolonialkrieg eine Absage
Deutschland bleibt bei seiner Haltung und wird keine Entschädigung für die Herero zahlen. Das machte Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul gestern deutlich. Zum Auftakt ihres Namibia-Besuchs hob sie aber die besondere Verantwortung der Bundesrepublik hervor und lobte die bilateralen Beziehungen.

Windhoek - Im Vorfeld ihres morgigen Besuchs bei den Gedenkfeiern des Herero-Kriegs am Waterberg stellte die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gestern in Windhoek klar, dass ihre Teilnahme ,,ein Zeichen für die moralische Verantwortung der Bundesrepublik" gegenüber Namibia und dem Volk der Herero sei. ,,Wir bekennen uns zu unserer kolonialen Schuld. Die Deutschen müssen sich diesem dunklen Kapitel der Vergangenheit bewusster stellen, denn das Erinnern ist wichtig, um eine Versöhnung möglich zu machen", so die SPD-Politikerin. Auf Nachfrage bekräftigte sie den Standpunkt der Bundesregierung und erteilte etwaigen Entschädigungsforderungen aus dem Herero-Lager eine Absage. ,,Es wird keine Zahlungen an eine bestimmte Gruppe geben."

Vielmehr fühle sich Deutschland in seiner Verantwortung ,,gegenüber allen Bürgern" des Landes verpflichtet, sagte Wieczorek-Zeul und kündigte eine ,,verstärkte Unterstützung" an. So wolle man vor allem die Ansiedlung auf kommunalem Land durch Infrastruktur-Projekte verstärkt fördern, so die Ministerin. Bei ihrem Treffen mit Präsident Sam Nujoma hoben beide Partner die guten bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Namibia hervor. Nujoma nannte die Europäische Union als Vorbild für die friedliche Koexistenz verschiedener Staaten, während die SPD-Politikerin sich lobend darüber äußerte, ,,wie Namibia seine Entwicklung und Reformen vorangebracht hat".

Vor dem Präsidenten-Besuch hatte Wieczorek-Zeul den Minister für Ländereien, Hifikepunye Pohamba, getroffen und mit ihm auch über die Landreform gesprochen. Der Minister habe ihr versichert, dass sich die Regierung bei der Enteignung an Recht und Gesetz halten werde, so Wieczorek-Zeul abschließend. Heute trifft sie Außenminister Hausiku, bevor sie zum Waterberg reist.


Riruako unversöhnlich
Herero-Häuptling wiederholt Forderung nach Entschädigung - AZ vom 23.8.04 - von Marc Springer

Der Oberhäuptling der Herero, Kuaima Riruako, hält an seiner Forderung nach einer Entschädigung für die Verbrechen fest, die während der deutschen Kolonialherrschaft in Namibia begangen wurden und für die sich die Bundesregierung inzwischen entschuldigt hat.

Windhoek - Diese Entschuldigung, die von der deutschen Ministerin für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit Heidemarie Wieczorek-Zeul während der Gedenkfeiern in Ohamakari angeboten wurde, verleiht Riruako neuen Auftrieb. ,,Es wäre naiv zu glauben, dass eine verbale Äusserung zu einem Abschluss in dieser Angelegenheit führen oder uns von unserer Forderung abbringen wird", sagte er am Donnerstag während einer Pressekonferenz in Windhoek.

Vielmehr müsse dem Schuldbekenntnis eine Form der ,,wirtschaftlichen und materiellen" Wiedergutmachung und ,,Fortschritt in Richtung Versöhnung" folgen. Schließlich habe Deutschland wirtschaftlich von seiner ,,fehlgeleiteten Expansionspolitik" und der ,,Beinahe-Ausrottung" der Herero profitiert und sei seither zu einer der acht führenden Wirtschaftsmächte der Welt aufgestiegen. Deshalb sei es ,,gerecht und angemessen", dass der Entschuldigung Deutschlands auch eine Wiedergutmachung folge.

In seiner als ,,offizielle Reaktion der Herero auf die Entschuldigung der Bundesrepublik" angekündigten Pressekonferenz begrüßte Riruako, dass ,,die Bundesregierung endlich die Verantwortung für dieses dunkle Kapitel übernommen hat". Damit sei der erste Schritt getan, dem sich nun ,,eine ernsthafte und realistische Geste der Wiedergutmachung direkt an die Herero" anschließen müsse.

Mit Hinweis auf die angebliche Weigerung Deutschlands, in direkten Dialog mit den Herero zu treten, erinnerte Riruako an das laufende Entschädigungsverfahren in Amerika, über das die Herero Reparationszahlungen der deutschen Regierung einklagen wollen. Dabei erwartet Riruako nach eigener Aussage, dass sich angesichts des Schuldbekenntnisses von Wieczorek-Zeul ,,international übliche Praxis durchsetzen wird, wie dies bei den Juden der Fall war".

Satara
verwirrt
Satara
Ehemalige Ministerin unterstützt Forderung nach Entschädigung für die Herero von Mark Springer

Die ehemalige Vizeministerin für Justizvollzug und Resozialisierung, Michaela Hübschle, hat die Forderung nach einer Wiedergutmachung für Verbrechen unterstützt, die während der deutschen Kolonialzeit an den Herero begangen wurden.

Windhoek - ,,Es ist ein berechtigtes Argument, dass die Nachfahren von Menschen die einem Völkermord entgangen sind, Anspruch auf Reparationen haben", sagte Hübschle am Samstag während der Feier anlässlich des Herero-Tages in Okahandja. Nach ihrer Einschätzung stellt die vor kurzem angebotene Entschuldigung der deutschen Ministerin für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, Heidemarie Wieczorek-Zeul, die ,,goldene Gelegenheit" dar, einen ,,offenen und konstruktiven Dialog" mit der deutschen Regierung aufzunehmen.

Dabei müsse die namibische Seite mit Projekten und Ausbildungsprogrammen an die Bundesregierung herantreten, von denen vor allem jene Gemeinschaften profitieren würden, die Leidtragende des begangenen Unrechts waren. In diesem Zusammenhang regte Hübschle an, die deutsche Regierung könne finanziell zu der Umverteilung von Grund und Boden an jene Einwohner beitragen, die ihr Land während der kolonialen Fremdherrschaft verloren haben.

Diese Umverteilung müsse von einem ,,unabhängigen und autonomen Komitee" geleitet werden, dessen Integrität über jedem Zweifel erhaben sei. ,,Ungeachtet der moralischen Verantwortung Deutschlands wäre es nicht gerecht, finanzielle Unterstützung für eine Landreform mit zweifelhaften Zielsetzungen und fragwürdigen Verfahrensweisen zu verlangen", betonte sie.

Der DTA-Präsident Katuutire Kaura wies in seiner Stellungnahme vor den rund 1500 angereisten Besuchern darauf hin, dass der Krieg zwischen der deutschen Kolonialmacht und den Herero ,,nicht durch eine Beleidigung oder Provokationen des kaiserlichen Deutschland, sondern durch deutsche Habgier ausgelöst wurde". Folglich hätten die Herero ,,nicht für einen Teil von Deutschland, sondern für einen Teil von Namibia gekämpft" und würden dies weiterhin tun, ,,bis unsere Forderungen erfüllt sind".

Die Entschuldigung von Wieczorek-Zeul sei dabei bedeutungslos, solange sie nicht von ,,einem Wiederaufbau der Herero-Nation und der Restaurierung ihres Geburtsrechts" begleitet werde.

Satara
unglücklich verwirrt unglücklich verwirrt unglücklich

P.S. Wo fängt man an ....wo hört man auf ???
Ich finde es richtig und in Ordnung wenn Deutschland seiner besonderen Beziehung und Verantwortung zu Namibia dadurch gerecht zu werden versucht das Land in ausserordentlichem Masse beim wirtschaftlichen Aufbau, Aufbau von Infrastruktur und mit Manpower zu unterstützen.
Für weitergehende Forderungen seitens der Herero sehe ich keine Veranlassung - dass ist m.E. Sache des namibischen Staates. Hier bin ich mit der Bundesregierung mal - ausnahmsweise - einer Meinung.
Wolf
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Der DTA-Präsident Katuutire Kaura wies in seiner Stellungnahme vor den rund 1500 angereisten Besuchern darauf hin, dass der Krieg zwischen der deutschen Kolonialmacht und den Herero ,,nicht durch eine Beleidigung oder Provokationen des kaiserlichen Deutschland, sondern durch deutsche Habgier ausgelöst wurde". Folglich hätten die Herero ,,nicht für einen Teil von Deutschland, sondern für einen Teil von Namibia gekämpft" und würden dies weiterhin tun, ,,bis unsere Forderungen erfüllt sind".

Die Entschuldigung von Wieczorek-Zeul sei dabei bedeutungslos, solange sie nicht von ,,einem Wiederaufbau der Herero-Nation und der Restaurierung ihres Geburtsrechts" begleitet werde.

Satara
unglücklich verwirrt unglücklich verwirrt unglücklich

P.S. Wo fängt man an ....wo hört man auf ???
Ich finde es richtig und in Ordnung wenn Deutschland seiner besonderen Beziehung und Verantwortung zu Namibia dadurch gerecht zu werden versucht das Land in ausserordentlichem Masse beim wirtschaftlichen Aufbau, Aufbau von Infrastruktur und mit Manpower zu unterstützen.
Für weitergehende Forderungen seitens der Herero sehe ich keine Veranlassung - dass ist m.E. Sache des namibischen Staates. Hier bin ich mit der Bundesregierung mal - ausnahmsweise - einer Meinung.[/quote]




Vielleicht könnte man mit den sicher üppigen Ruhestandsgeldern der Ex-Ministerin anfangen und bei ein paar Peanuts des Deutsche Bank Vorstandes aufhören.

Es ist wie immer am einfachsten das Geld der Anderen zu verteilen!

Wolf
Satara
aus AZ Windhoek vom 2.9.2004 von Eberhard Hofmann

Windhoek - Teilnehmer und ,,andere sozialbewusste Menschen" haben nach Ablauf der Historiker-Konferenz vom 17. bis 21. August an der Universität von Namibia, Unam, eine Resolution verfasst: ,,Wir erklären uns der rigorosen und verantwortlichen Erforschung der Kolonialgeschichte verpflichtet." Die AZ hatte über den Verlauf der internationalen Konferenz berichtet, die unter dem Titel ,,decontaminating the past" angeboten wurde.

Nicht alle Teilnehmer haben die Konferenz von Anfang bis Ende durchgesessen. Die Resolution wurde jedoch von den am Schluss der Tagung anwesenden Teilnehmern verabschiedet und zirkuliert derzeit, dass sich auch andere Interessierte durch Unterschrift dazu bekennen können.

,,Insbesondere", so heißt es nach der Einführung, ,,erklären wir unsere Verpflichtung, kolonialen Verbrechen nachzugehen, die während Kolonialperiode des ehemaligen Deutsch-Südwestafrika gegenüber den Menschen des heutigen Namibia verübt wurden." Die Unterzeichneten erklären sich darin einig, dass es eindeutige Beweise gebe, dass die deutsche Regierung in der Periode kolonialer Besetzung Völkermord verübt habe. Ferner begrüßen sie die Entschuldigung der Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul während des Gedenkens auf Hamakari wegen ,,kolonialen Genozids" . ,,Wir befürworten nachdrücklich einen strukturierten und gegenseitig verantwortlichen Dialog zwischen den Nachkommen der beiden Seiten des Konflikts."
Satara
------oder wie muss man diese "Sprachregelung" von Riruako gegen D verstehen ??? oder ist Diplomatie nicht die die Stärke von Afrikaneren. Beispiele von Leuten die sich "im Ton vergriffen" haben, gibt es ja nun zu Genüge auf dem Kontinent. verwirrt

Aus der AZ Windhoek - vom 22.11.2004

Riruako wirft ,,zweite Runde von Genozid" vor
Der Herero-Chef sorgt auf der Bremer Konferenz für Aufruhr
von Edgar Hälbich aus Bremen

Nach drei turbulenten Tagen ist gestern in Bremen das akademischen Symposium zur Findung von Lösungsansätzen bei der Versöhnung zwischen Deutschland und den Herero zu Ende gegangen. Am Freitag hatte Oberhäuptling Kuaima Riruako erneut deutsche Reparationen für das Volk der Herero gefordert und damit für einen handfesten Eklat gesorgt.

In seiner Rede hatte Riruako die Relevanz einer akademischen Konferenz zur Förderung der Versöhnungsbemühungen zwischen Deutschland und den Herero in Abrede gestellt. ,,Die primären Verhandlungspartner in der Reparationsfrage sind die deutsche Regierung und die Herero", sagte Riruako im Beisein von Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Bremens Bürgermeister Henning Scherf und fügte hinzu: ,,Deutsche Wiedergutmachungsleistungen an uns sollten nicht mit allgemeiner Entwicklungshilfe für Namibia verwechselt werden." Entweder, so der Häuptling, ,,hört Ihr auf die Stimme der Opfer oder Ihr ignoriert sie zu Eurem eigenen Schaden".

Insbesondere zwei Sätze des Oberhäuptlings empörten die deutsche Entwicklungsministerin und Bremens Bürgermeister sichtlich: ,,Hört endlich auf, uns durch Eure Vertreter hier oder in Namibia zu beleidigen, indem ihr die Spaltung zwischen den Herero ermutigt. Jegliche Fortsetzung solch bösartiger Praktiken werden von allen Herero als eine zweite Runde von Genozid gegen unser Volk erachtet. Dagegen werden wir uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln wehren", warnte Riruako. Wieczorek-Zeuls Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. ,,Diese Äußerungen von Chef Riruako erschweren den Versöhnungsprozess", so die Ministerin. Sie könne nicht akzeptieren, dass Riruako in diesem Zusammenhang den Ausdruck ,,zweiter Genozid" verwendet habe.

Zuvor hatte Wieczorek-Zeul im Gespräch mit der AZ erneut betont, die deutsche Regierung werde ihre Entwicklungszusammenarbeit für Namibier aller Volksgruppen fortsetzen, vor allem auf den Gebieten der Landreform, der Wirtschaft und der Bekämpfung der Immunschwäche HIV. ,,Wir wollen eine längerfristige Verpflichtung eingehen und dabei die Menschen aller Volksgruppen einbeziehen", sagte die Entwicklungsministerin, um dann in aller Deutlichkeit hinzuzfügen: ,,Unterstützung nur für einzelne Bevölkerungsteile wird es von der deutschen Regierung nicht geben."

Nach Riruakos verbalem Lapsus herrschte im Bremer Rathaus eine sichtlich gespannte Atmosphäre. Bürgermeister Henning Scherf, den die Bundesregierung gern als Versöhnungs-Vermittler ins Boot geholt hätte, räumte zunächst unumwunden ein, er wisse nicht, ob er in Anbetracht der Häuptlingsrede diese Rolle wahrnehmen könne. Auch andere Konferenzteilnehmer zeigten sich sichtlich erschüttert. Bremens Senatsrat Gunter Hilliges versuchte zwar, die Situation zu retten, indem er Riruakos diplomatischen Schnitzer auf sprachliche Interpretationsschwierigkeiten zurückführte, doch wirklich erfolgreich war er dabei nicht.

Die Delegation der Herero brachte mit ihren internen Verhandlungen am Samstag das Vormittagsprogramm ins Schleudern. Gegen Mittag schließlich trat Dr. Zedekia Ngavirue, Namibias ehemaliger Botschafter in der EU und den Benelux-Staaten, vor die Konferenz. ,,Wir sind mit der Erwartung nach Bremen gekommen, dass die akademischen Präsentationen zur Erweiterung des Verständnisses der kolonialen Geschichte und ihrer schwerwiegenden Konsequenzen beitragen würden", sagte Ngavirue, der sich kurzfristig zum Sprecher der Herero-Fraktion aufgeschwungen hatte, um die Situation zu retten. Ferner hätten die Herero erwartet, dass die Konferenz einen Beitrag zu einem bedeutsamen Dialog zwischen Deutschland und den Herero und damit zu einer für beide Seiten akzeptablen Lösung führen könnte. ,,Wir sind überzeugt, dass die Initiative des Organisationskomitees dieser Konferenz eine formale Verständigung zwischen den Strukturen in Deutschland und in Namibia nach sich zieht."

In einer kurzen Rede versuchte Riruako anschließend, die Scharte wieder auszuwetzen. In seiner als Dankbarkeitsbekundung getarnten Entschuldigung würdigte der Hereochef die Leistungen von Wieczorek-Zeul und Scherf. Letzteren forderte er ausdrücklich dazu auf, seine Arbeit als Führungsgestalt des Versöhnungsprozesses fortzusetzen, der in Bremen begonnen habe.

Satara
verwirrt
Rossi
Wenn mich meine Geschichtskenntnisse nicht ganz täuschen, ging es bei dem "Aufstand der Herreros", wie das ganze schönfärberisch genannt wird, keineswegs um einen Freiheitskampf gegen die deutschen Unterdrücker sondern war das Motiv der Herreros vielmehr, sich von den personell schwachen deutschen Besatzern Waffen und Geld für einen Krieg gegen die Namas zu "organisieren". Dabei wurden zunächst mal hunderte von wehrlosen Frauen und Kindern niedergemetzelt.
Nach denen fragt heute anscheinend keiner mehr. Das Verursacherprinzip zählt hier anscheinend auch nicht.

Insofern sehe ich die verbalen Ausfälle durchaus positiv, den je weniger sich Menschen wie Riuako im Griff haben, um so geringer ist die Chance dass sie irgendwelche Entschädigungszahlungen - denn es geht da mal wieder nur um die Kohle - bekommen.

Rossi
Satara
Ich sehe diese ganze Sache auch sehr zwiespältig. Doch wenn man hier zuviel hinterfragt - angeblich stützen sich die Historiker nur auf einseitige englische Militärberichte, die alles in einem "bestimmten Licht" erscheinen lassen - dann wird man gleich wieder in eine "bestimmte" Ecke gestellt. Dass die Herero selber erst mal die Nama vertreiben wollten, habe ich auch mal gelesen - doch wenn man hier genauer recherchiert, wird einem unterstellt, man wolle ein Unrecht gegen ein anderes aufrechnen. Das will ich natürlich nicht.
Satara

Zitat:
Original von Rossi
Wenn mich meine Geschichtskenntnisse nicht ganz täuschen, ging es bei dem "Aufstand der Herreros", wie das ganze schönfärberisch genannt wird, keineswegs um einen Freiheitskampf gegen die deutschen Unterdrücker sondern war das Motiv der Herreros vielmehr, sich von den personell schwachen deutschen Besatzern Waffen und Geld für einen Krieg gegen die Namas zu "organisieren". Dabei wurden zunächst mal hunderte von wehrlosen Frauen und Kindern niedergemetzelt.
Nach denen fragt heute anscheinend keiner mehr. Das Verursacherprinzip zählt hier anscheinend auch nicht.

Insofern sehe ich die verbalen Ausfälle durchaus positiv, den je weniger sich Menschen wie Riuako im Griff haben, um so geringer ist die Chance dass sie irgendwelche Entschädigungszahlungen - denn es geht da mal wieder nur um die Kohle - bekommen.

Rossi
Satara
Neue Reparations-Forderung

Damara-Rat will Entschädigung für Opfer der deutschen Kolonialzeit

von Mark Springer aus der AZ Windhoek vom 27.1.2005


Windhoek - Die CoD-Abgeordnete Rosa Namises will sich als Vorsitzende des neu gegründeten Damara Cultural Heritage Forum (DCHF) künftig für Reparationen an die Nachfahren sämtlicher Volksgruppen einsetzen, die unter der deutschen Fremdherrschaft in Namibia gelitten haben.

Wie Namises gestern auf Anfrage mitteilte, werde das DCHF nicht nur die Interessen der Damara vertreten, sondern eine Entschädigung aller Opfer der deutschen Kolonialherrschaft in Namibia anstreben. Demnach solle auch die hiesige Regierung an dieser ,,nationalen Initiative" beteiligt werden.

Die Kampagne geht auf ein Treffen am vergangenen Wochenende bei Okombahe zurück, an dem rund 200 Vertreter der Damara-Gemeinschaft und deren traditionellen Führern (darunter auch König Justus Garoeb) teilgenommen haben. Bei den Beratungen wurde beschlossen, Gespräche mit der deutschen Regierung über eine Wiedergutmachung für den Mord an etwa 17000 Damara zu erörtern, die zwischen 1894 und 1909 umgebracht worden seien.

Namises zufolge solle sich diese Kampagne jedoch nicht auf die Damara beschränken, sondern alle Einwohner Namibias einbinden, die gegenüber der deutschen Regierung einen Anspruch hätten. Dazu zählten auch die Herero, die ihrerseits eine Reparationsklage gegen die Bundesregierung verfolgen. ,,Wir werden unabhängig von den Herero unser Anliegen vorantreiben und nicht darauf warten, bis deren Verfahren entschieden ist", sagte Namises. Als nächsten Schritt wollten die Beteiligten nun ,,Unterlagen und mündliche Überlieferungen" aus der Kolonialzeit sammeln und sich so für die geplante Auseinandersetzung mit der Bundesregierung rüsten.

Bevor dies nicht geschehen und deshalb auch kein Überblick über das Ausmaß des von deutschen Kolonialtruppen begangenen Unrechts möglich sei, kann Namises nach eigenen Angaben die Höhe der Entschädigungsforderung nicht beziffern.

Satara
böse
Satara
,,Weiße Geister": Keine Gutenachtgeschichte von Afrika

von Irmgard Schreiber
(AZ Windhoek v. 14.4.2005)

Auf der Suche nach den ,,weißen
Geistern" in seiner Familiengeschichte:
der Herero- und Deutschstämmige Israel
Kaunatjike. Der Dokumentarfilm ,,Weiße
Geister" wird heute um 18 Uhr im
Goethe-Zentrum Windhoek gezeig
Namibia und seine deutsche Kolonialgeschichte waren das Thema in den bundesdeutschen Medien, als im vergangenen Jahr des Hererokrieges von 1904 gedacht wurde. Zwei deutsche Dokumentarfilmproduktionen aus dieser an Diskussionsforen, Ausstellungen und Publikationen zum Thema 1904 reichen Zeit werden nun beim Wild Cinema Film Festival gezeigt. Heute Abend: ,,Weiße Geister", ein Film von Martin Baer.

Als Martin Baer klein war, hat ihm seine Großmutter oft von ihren Abenteuern in Afrika erzählt. Sie soll einmal eine gefährliche Python erschossen haben. Sie schenkte Martin einen Stofftiger, und er glaubte, damit ,,die zwei gefährlichsten Tiere Afrikas" kennen gelernt zu haben. Großmutters Erzählungen von Afrika waren für ihn Gutenachtgeschichten.

Baer hatte seine Großmutter nie gefragt, wo in Afrika sie eine Farm verwaltet hatte. Erst als er mit seinen Recherchen für ,,Weiße Geister" beginnt und mit seinem Protagonisten, dem in Berlin wohnhaften Herero Israel Kaunatjike, nach Namibia reist, entdeckt er, dass dort auch ein Teil seiner eigenen Familiengeschichte begonnen hat. Plötzlich ist Afrika für den Berliner Regisseur keine Gutenachtgeschichte mehr.

,,Weiße Geister" blickt zurück auf das Geschehen von 1904 in dem Versuch, die Auswirkungen eines Menschenrechtsvergehens von vor 100 Jahren für das Leben heute zu ergründen. ,,Wie haben die Herero ihre Erinnerungen an die Katastrophe und ihre Niederlage am Leben erhalten und weitergegeben? Und wie sind die Deutschen mit ihrer Geschichte umgegangen, die erst als ein Sieg gefeiert und inzwischen als Verbrechen verdammt wurde?", fragt Martin Baer.

Der Berliner Regisseur geht das Thema mit einer ganz persönlichen Geschichte an: der von Israel Kaunatjike. Der war als junger Mann 1964 mit Hilfe der Swanu ins Exil gegangen. Nach 30 Jahren in Deutschland betrachtet sich Kaunatjike heute ,,eigentlich als Berliner". Doch die Frage nach seiner Identität beschäftigt ihn trotzdem. Ist er Namibier, Deutscher oder Herero? Israel Kaunatjike ist hellhäutig. Beide seiner Großmütter hatten einen deutschen Schutztruppler zum Vater. Und gemeinsam mit Martin Baer und dessen Filmteam geht Kaunatjike in ,,Weiße Geister" auf die Suche nach seiner deutschen Familie in Namibia.

Baer filmt den Hererotag in Okahandja. Kaunatjike spricht mit Historikern und Hererochiefs, beide verbringen Stunden im namibischen Nationalarchiv, wälzen Akten und betrachten Bilder vom Krieg von 1904 und seinen Folgen. Sie sprechen mit Deutschen und Herero, mit versöhnlich gesinnten Menschen und solchen, die lieber nicht an die Vergangenheit erinnert werden möchten. Jackson Kaujeua besingt Namibia, Michaela Jäger berichtet im deutschen Hörfunk der NBC vom Hererotag, Joachim Kranz erzählt von der Farmerei seiner Vorfahren: die sind verwandt mit Martin Baer. Und ein Herero meint irgendwann kopfschüttelnd: ,,Weiße? Weiße sind schwer zu begreifen."

Zwischen drin eingeblendet: die Odyssee von Israel, der nach seinen Verwandten sucht, und Baer, der ein Stück seiner eigenen Familienhistorie in Namibia entdeckt.

Baer hat eine interessante Kollektion von historischen Zeugnissen zusammengesammelt, darunter auch propagandistische Kinderbücher und deutsche Schlager aus der Kolonialzeit. Doch sein Umgang mit der Vergangenheit in ,,Weiße Geister" bleibt ganz bewusst subjektiv gefärbt. So subjektiv, dass Kaunatjikes undifferenzierte Kommentare manchmal nerven. Baer macht das wieder wett mit einem ganz sachten Humor, der besonders am Anfang und Ende dieses Films durchscheint.
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Dieser Beitrag "Weisse Geister" lief für einige Tage vor Kurzem im deutschem Fernsehen.
Satara
Für populistische Anträge waren Gysi und Co schon immer gut .... Augen rollen

Deutsche zur Debatte genötigt
Gysi und Lafontaine drängen mit Hüseyin Aydin auf Wiedergutmachung
Windhoek/Berlin (hf) - Die Linke, oppositionelle Partei im deutschen Bundestag, hat am Dienstag bei ihrer jüngsten Fraktionssitzung einstimmig einen Antrag verabschiedet, ,,der die offizielle Anerkennung und Wiedergutmachung der Kolonialverbrechen im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika" fordert, wie das Büro der Fraktion der Linken gestern aus Berlin mitteilte. Hüseyin Aydin hat in seiner Eigenschaft als Parlamentarier der Linken im vergangenen August Namibia bereist und kam beim Hererovolkstag in Okahandja zu Wort. Aydin hatte versprochen, über seine Partei die Diskussion und die Forderung nach Reparationen für Verluste und Schäden des Kolonialkrieges von 1904 bis 1907 in den Deutschen Bundestag zu tragen.
Nach der Fraktionssitzung erklärte Aydin: ,,Die Linke hat einen historischen Beschluss gefällt. Zum ersten Mal stellt eine Fraktion im Bundestag die Aufarbeitung des Völkermordes an den Herero und Nama auf die politische Tagesordnung." Laut Auskunft des Parteibüros wird der Antrag noch in diesem Jahr im Bundestag behandelt. Neben Aydin haben den Antrag noch 14 andere Abgeordnete der Linken unterzeichnet, darunter Dr. Gregor Gysi und der ehemalige SPD-Politiker Oskar Lafontaine.
Die Linke wirft der heutigen und vorigen Bundesregierungen vor, dass sie sich weigerten, ,,historische Realität" anzuerkennen. ,,Die Bundesregierung bleibt taub", so Aydin. Das namibische Parlament fordere seit letztem Jahr den Dialog über die Kolonialvergangenheit. Die Linke fordere ebenfalls einen Dialog ,,ohne Vorbedingungen über Versöhnung und Wiedergutmachung mit der namibischen Regierung und Nachfahren Geschädigter von 1904 - 1907. Die seit dem Besuch der deutschen Ministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul im August 2004 angelaufenen Bemühungen um einen solchen Dialog lässt Aydin unerwähnt.


Quelle: AZ Windhoek vom 8.3.2007

Zitat:
Original von Satara
Windhoek. Der deutsche Botschafter in Namibia hat die Volksgruppe der Herero aufgefordert, ihre Milliardenklage gegen Deutschland fallen zu lassen. Die vor drei Jahren vor einem US-Gericht eingereichte Klage auf Entschädigungszahlungen in Höhe von vier Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) führe zu nichts, sagte Wolfgang Massing am Mittwochabend in Windhuk. Es müssten andere Wege gefunden werden, um mit den «Wunden der Vergangenheit» umzugehen. Die deutsche Seite werde sich aber nicht bewegen, solange das Verfahren in den USA noch laufe.

Vor hundert Jahren waren beim deutschen Kolonialfeldzug gegen die Herero etwa drei Viertel der Volksgruppe, zwischen 45 000 und 60 000 Menschen, getötet worden.
Quelle. FNP 6.8.04

Deutschland unterstützt Namibia wohl seit vielen Jahren finanziell und mit Manpower und lehnt daher eine separate Zahlung an eine bestimmte Volksgruppe ab. Es sei Sache des namibischen Staates die Herero entsprechend zu "entschädigen".

Satara
matthiasschwalbe
Ok Satara,
solln sie jetzt oder nicht ?
Und deine Meinung ?


LG
Matthias
Satara
Zitat:
Original von matthiasschwalbe
Ok Satara,
solln sie jetzt oder nicht ?
Und deine Meinung ?


LG
Matthias


Meine Meinung geht doch aus meinem Beitrag klar hervor - denke ich ?!

Ich teile die Meinung der Bundesregierung !!!

Namibia wird bereits seit Jahren weit über Durchschnitt von Deutschland unterstützt. Daher darf es auch keine Sonderregelungen für ethnische Gruppen geben.

Wenn die Hereros der Meinung sind, dass ihnen mehr zustünde als dem Rest der Bevoelkerung Namibias; dann muessen sie das bei der namibischen Regierung einfordern und nicht bei der deutschen !!!
Dann muessten sie dafuer kaempfen, dass ihnen die namibische Regierung einen groesseren Anteil der deutschen Entwicklungshilfe zukommen laesst.

Und ausserdem bin ich sowieso dafuer, dass man GAR KEIN Geld blind ueberweist, sondern immer nur zweckgebunden und mit den entprechenden Nachweisen und Kontrollen ueber die Verwendung !!!

VG
S.
cool cool cool
joubertpark
Ich würde mich nicht wundern, wenn die Nachkommen der Opfer der Kreuzzüge , (ca. 1100 a.d.) Forderung und Entschädigungen an D. in Kürze stellen. B.
derteufel
Grundsätzlich bin ich der Meinung, daß die Bundesrepublik Deutschland durchaus Geld in die Weiterentwicklung anderer Staaten investieren soll.
Allerdings bin ich grundsätzlich gegen Erpressung, auch gegen Moralische.
Und genau das scheint mir hier der Fall.
Erst ein Volksstamm, dann ein anderer ..... für mich riecht das nach Abzocke.
Nun sind sie weichgeklopft, alle Mann ran und abgreifen was geht.

Davon abgesehen ist es in meinen Augen sehr fragwürdig, ob der heutige
deutsche Staat mit dem Deutschen Reich der Kaiserzeit identisch ist.
Ich denke NEIN!
Daher bin ich persönlich nicht bereit die Verantwortung für Kriegsverbrechen
die vor 200 Jahren durch ein anderes Gemeinwesen verursacht wurden zu übernehmen. Auch wenn dieses Gemeinwesen sich räumlich mit dem heutigen Deutschland zu grossen Teilen deckt.

Sicher war es weder richtig, noch fair, noch ethisch vertretbar einen anderen Kontinent zu überfallen um "einen Platz an der Sonne" für das Deutsche Reich zu ergattern. Aber genauso falsch ist die Annahme, daß Deutschland seinen Reichtum auf imperialistischen Umtrieben begründet hat.
Selbst wenn man das einmal hypothetisch Annehmen will, so wäre doch spätestens seit Ende des 2.Weltkriegs die Basis auf der die Forderungen gegründet ist zerstört.
Denn da lag Deutschland finanziell und wirtschaftlich am Boden. Der hier vorausgesetzte "Vorteil durch Ausbeutung der Afrikaner" wäre also gar nicht mehr existent.
Die Mittel zum Wiederaufbau kamen dann definitv nicht aus der Ausbeutung
afrikanischer Minderheiten.

In soweit ist ein Anspruch aus meiner Sicht nicht nur zweifelhaft, sondern bei etwas komplexerer Betrachtung geradezu lächerlich.

Um Missverständnissen vorzubeugen:
Ich bin weiterhin der Ansicht, daß Deutschland als wirklich reiches Land eine
Verpflichtung zur Hilfe hat. Aber keinesfalls als einforderbare Schuld gegenüber den oben im Thread genannten Gruppen.
Sondern als soziale Verantwortung.

Was die Begünstigten dann letzten Endes mit der angebotenen Hilfe tun, kann aber nicht durch das Geberland kontolliert werden, schliesslich kann man nicht auf dem Gebiet eines anderen Staats dessen Handlungweise kontrollieren. Das käme dann ja auch wieder einer kolonialen Geisteshaltung gleich :-)

My 2 Cents ...