Südafrika lockt mit Qualität

AreYourReady?
Pünktlich zur Jubiläumsfeier hofft DaimlerChrysler Südafrika auf frohe Kunde: den Zuschlag für den Bau der neuen C-Klasse. Wenn die Konzerntochter im November ihr 50-Jähriges Bestehen in Afrikas größter Industrienation feiert, dürfte die Entscheidung bereits feststehen. Als Glanzstück des Unternehmens gilt das Werk in East London, wo schon Vorstandschef Jürgen Schrempp seine Begeisterung für Südafrika entdeckte. Die Anlage hat sich seit 2000 als qualitativ hochwertiger Produktionsstandort für die Rechtslenkerversion der bisherigen C-Klasse profiliert.

Insgesamt 4000 Mitarbeiter bauten vergangenes Jahr in East London 49.900 Fahrzeuge - 43.042 davon gehörten zum intern "W203" genannten C-Klasse-Typ. Gerade mal ein Drittel davon blieb im Lande. Der Rest ging in den Export - vor allem nach England und Japan. Die Wurzeln des Werks reichen bis ins Jahr 1948, als kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit der Produktion von Jaguar-, Packard- oder Renault-Modellen ein zaghafter Anfang gemacht wurde. Auch General Motors hat in der Hafenstadt ein Werk, das mit Investitionen in Höhe von 1,5 Milliarden Rand (rund 200 Millionen Euro) ausgebaut werden soll.

DaimlerChrysler hatte 1999 einen ähnlichen Betrag zur Vorbereitung der C-Klasse-Produktion angesetzt, der unter anderem auch die Ausbildung von 300 Südafrikanern in Deutschland vorsah. Die Kapazitätsgrenze des Werks in East London wird auf etwa 70.000 Einh iten pro Jahr geschätzt, doch der Leiter von DaimlerChrysler Südafrika könnte sich auch deutlich mehr vorstellen. "Wir zielen auf einen Zuschlag für 80.000 bis 90.000 Einheiten - das würde dem Werk in Südafrika den nötigen Auftrieb geben, um bei den Kosten weltweit wettbewerbsfähig zu werden", sagte Christoph Köpke schon im vergangenen Jahr.

Bisher wird die Masse der Komponenten importiert - bei einem Volumen von mehr als 80 000 Fahrzeugen könnten jedoch wertmäßig bis zu 45 Prozent örtlich hergestellt werden. Die geringeren Kosten könnten die Nachteile durch die längeren Transportwege zu den wichtigsten Märkten ausgleichen. Fraglich ist, ob DaimlerChrysler anders als bisher bei einem Zuschlag künftig auch Linkslenker am Kap bauen würde. Sie hätten als südafrikanische Produkte unter dem AGOA-Förderprogramm der Amerikaner einen abgabefreien Zugang zum US-Markt - eine Möglichkeit, die BMW mit seiner 3-er Serie bereits nutzt.

Ungemach droht jedoch von Seiten der Gewerkschaft, wo die Konzerndrohung einer Job-Verlagerung aus Deutschland Stirnrunzeln verursacht. Unvergessen ist dort, dass DaimlerChrysler 2001 auch in Südafrika angesichts eines mehrwöchigen Streiks mit einer möglichen Verlagerung der Arbeitsplätze geliebäugelt hatte. Und am Kap stehen die Zeichen wieder auf Sturm. Die NUMSA-Gewerkschaft forderte gerade 8,5 Prozent Lohnerhöhung, die Automobilbranche bietet 6,5 Prozent. Die 21.000 Mitglieder der Metallarbeiter-Gewerkschaft verdienen nach Medienberichten monatlich im Schnitt 3658 Rand - umgerechnet 480 Euro.


Newswire
Rossi
okay, vom Medium her vielleicht nicht ganz so zuverlässig...

Zitat:
Mehr schuften oder Jobs nach Afrika - Autobosse drohen Arbeitern

Die Drohung von Mercedes-Chef Jürgen Hubbert, die neue C-Klasse in Bremen oder Südafrika produzieren zu lassen, ruft Politiker und Gewerkschaften auf den Plan!

Der Mercedes-Chef hat die Belegschaft im Stammwerk Sindelfingen knallhart vor die Wahl gestellt:

Entweder Samstagsarbeit und 500 Millionen Euro weniger Kosten pro Jahr - oder bis zu 6000 Arbeitsplätze bei Mercedes werden ausgelagert - wahrscheinlich ins Daimler-Werk Südafrika!

SPD-Fraktionsvize Michael Müller sprach von einem „unglaublichen Verfall“ der Unternehmenskultur in Deutschland.

SPD-Wirtschaftsexperte Rainer Wend warnte die Daimler-Bosse davor, mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Südafrika „Absatzchancen in Deutschland“ zu verspielen. Morgen wollen mehrere Tausend Daimler-Beschäftigte in Sindelfingen und vor anderen Werken protestieren.

Der IG-Metall-Bezirksleiter von Baden-Württemberg, Jörg Hofmann, warf der Konzernspitze eine „Verrohung der Sitten“ vor: „Das ist Kapitalismus pur!“

Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Thea Dückert, mahnte: „Die Arbeitgeber müssen aufpassen, dass sie die Bereitschaft der Arbeitnehmer nicht überreizen.“

SPD-Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner: „Mit Drohungen und Arbeitsplatz-Angst setzt man keine positive Energie frei.“

Scharfe Kritik kommt auch von der CDU.

Der Chef des Arbeitnehmerflügels, Hermann-Josef Arentz, empört: „Eine nackte Unverschämtheit! Eine Unternehmenspolitik nach dem Motto: Wasser predigen, aber selber Wein vom Feinsten trinken! Das ist unmoralisch und zum Scheitern verurteilt.“

Dagegen äußerte FDP-Vize Rainer Brüderle Verständnis für die Überlegungen von Mercedes-Chef Hubbert: „Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands hängt auch von mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten ab. Mit den alten Rezepten der Arbeitszeitverkürzung aus den 70er- und 80er-Jahren wird Deutschland die Zukunft nicht gewinnen.“


www.bild.de

des einen Freud', des anderen Leid...

Rossi