Besorgnis in Südafrika über den starken Rand

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Bergbau und Landwirtschaft unter Druck

jpk. Kapstadt, 22. Juli

Der südafrikanische Finanzminister, Trevor Manuel, hat sich am Mittwochabend besorgt über die negativen Auswirkungen der weiter erstarkenden südafrikanischen Währung geäussert. Der südafrikanischen Wirtschaft drohe wegen des starken Rand der Verlust von weiteren Arbeitsplätzen vor allem im Bergbau-Sektor, erklärte Trevor Manuel vor Journalisten in Pretoria. Es war das erste Mal, dass sich ein Mitglied der südafrikanischen Regierung kritisch zum anhaltenden Wertgewinn der einheimischen Währung äusserte. Der Gouverneur der Zentralbank, Tito Mboweni, hatte die starken Kursgewinne des Rand gegenüber dem amerikanischen Dollar und den meisten anderen westlichen Währungen noch in der vergangenen Woche mit der Bemerkung abgetan, der Kurs des Rand habe nun ein beachtliches Niveau erreicht.

Negative Auswirkungen
Manuels Bemerkungen bewirkten ein Absinken des Rand-Kurses von Rd. 5.88 auf Rd. 6.11 je Dollar, am Donnerstag legte der Rand aber bereits wieder leicht zu. Manuels Äusserungen wurden von Analytikern als Zeichen dafür aufgefasst, dass die Regierung in Pretoria weitere grössere Avancen der einheimischen Währung nicht zulassen will. Allerdings scheinen derzeit weder Manuel noch Mboweni konkrete Massnahmen ins Auge zu fassen, um eine entsprechende Entwicklung zu verhindern. Manuel erklärte am Mittwoch lediglich, die südafrikanische Regierung sei sich der negativen Auswirkungen auf den Bergbau und andere Sektoren der südafrikanischen Exportwirtschaft bewusst. Er könne eine kurzfristige Lösung des Problems aber nicht versprechen.

Stilllegung von Förderkapazitäten
Die anhaltenden Kursgewinne des Rand vor allem gegenüber dem Dollar - allein seit Beginn dieses Jahres 13% - haben in den letzten Monaten fast alle südafrikanischen Goldförderer zur temporären Stilllegung von Schächten und zur Entlassung von Mitarbeitern gezwungen. Nach Schätzung der südafrikanischen Chamber of Mines arbeiten inzwischen fast die Hälfte aller Goldminen mit Verlusten. Der Rand-Goldpreis pro Kilo ist wegen der Kursgewinne stetig zurückgegangen und liegt nun unter 85 000 Rand. Neben dem Bergbau haben allerdings auch die Landwirtschaft, die verarbeitende Industrie und der Tourismus unter dem starken Rand zu leiden.

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