Sudan

Satara
Nachem in den SA Foren nicht nur Touristisches besprochen werden soll, möchte ich die Aufmmerksamkeit auch mal auf den Sudan lenken.
Es ist unglaublich, was hier abgeht und die sudanesische Regierung macht jetz mobil, weil sie fürchtet, die UNO will tatsächlich eingreifen.

Gewalt und Gräueltaten sind an der Tagesordnung

Mehr als eine Million Sudanesen sind auf der Flucht (Foto: Reuters)
Das erste Zeichen ist das ohrenbetäubende Dröhnen eines Flugzeugs. Kurze Zeit später regnen Bomben vom Himmel und explodieren zwischen den strohbedeckten Hütten. Schreiend verlassen die Menschen ihre Behausung. Doch es gibt keine Hoffnung zu entkommen. Bewaffnete Milizen stürmen in die Dörfer - zu Pferde oder auf Kamelen - und töten alle waffenfähigen jungen Männer. Es wird gebrandschatzt und Frauen werden vergewaltigt - meistens vor den Augen ihrer Familie. Im Westen des Sudan herrschen Gewalt und Anarchie. Mittlerweile sind eine Million Menschen auf der Flucht.


HRW: Regierung steckt hinter Verbrechen
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) wirft der sudanesischen Regierung vor, hinter diesen ethnisch motivierten Verbrechen zu stecken. "Die Milizen werden nicht mehr nur von der sudanesischen Regierung unterstützt, sondern sie operieren gemeinsam." Ihre massiven Verbrechen bleiben ungestraft", sagt HRW-Direktor Kenneth Roth. In den vergangenen Monaten seien arabische Janjaweed-Milizen gemeinsam mit der sudanesischen Armee gegen die schwarzafrikanische Bevölkerung vorgegangen. Dabei sei es zu mehreren Massakern gekommen.


Armee an Massaker beteiligt
Die HRW beschuldigt die sudanesische Armee auch, an einem Massaker mit 136 Toten beteiligt gewesen zu sein. Die Opfer seien auf Armee-Lastwagen in ein Tal transportiert und dort mit Genickschüssen getötet worden. Das hätten mehrwöchige Recherchen in der Bürgerkriegsregion Darfur im Westsudan ergeben.


Eine Million Menschen vertrieben
Im Westen Sudans schlägt die sudanesische Regierung seit gut einem Jahr mit Hilfe berittener Milizen auf brutale Weise einen Aufstand lokaler Rebellen nieder. Diese wollen sich ihren Anteil am Reichtum des Landes erstreiten. Dabei kamen bislang etwa 10.000 Menschen ums Leben, mindestens eine Million sind auf der Flucht.


Schockierende Zeugenberichte
Eine Delegation der UN-Menschenrechtskommission hat Anfang April im Tschad schockierende Zeugenberichte gesammelt. Dort halten sich mehr als 100.000 Flüchtlinge aus der Darfur-Region im Westen Sudans auf. "Es herrscht ein Klima der Angst", sagte Ben Parker, Sprecher des UN-Koordinators für den Sudan. Außerdem ist die abgelegene Gegend derzeit kaum für Hilfsorganisationen zugänglich.


In der Falle sitzen
Viele Flüchtlinge hätten das Gefühl, in der Falle zu sitzen. Ein alter Mann zieht mit dem Finger einen Kreis in den Sand. "Das sind wir in unserem Flüchtlingslager", sagt er. Dann zieht er einen zweiten Kreis um den ersten: "Und das sind die Milizen. Sie sind überall um uns herum."


Streit um Ölquellen
Gut 20 Jahre lang hat sich der Sudan-Konflikt zwischen der islamistischen Regierung im Norden und der nicht-muslimischen Bevölkerung auf den ölreichen Süden des Landes konzentriert. Gerade als sich beiden Seiten einander annäherten, brach Anfang vergangenen Jahres im Westen des Landes ein neuer Konflikt auf. Der Zeitpunkt war nicht zufällig: Der Süden schien sich endlich seinen Anteil an den Öleinnahmen zu sichern - und der von bitterer Armut geplagte Westen sah eine Chance, ebenfalls vom Reichtum des Landes zu profitieren.


UN prangern ethnische Säuberungen an
Die Regierung reagierte heftig. Monatelang von der Öffentlichkeit unbeachtet führte sie mit Hilfe verbündeter Milizen einen grausamen Krieg gegen die Zivilbevölkerung. Die Vereinten Nationen sprachen bereits von "ethnischen Säuberungen". UN-Generalsekretär Kofi Annan erwog gar einen internationalen Militäreinsatz, um die Gewalt zu stoppen.


Religiöse Unterschiede
Der Konflikt hat auch eine ethnische Komponente: Die Angreifer sind Araber, die Opfer Schwarzafrikaner. Die Religion spielt nur im Süden eine Rolle, der vor allem von Christen und Anhängern traditioneller Religionen bewohnt wird. Die Bevölkerung im Westen ist muslimisch.

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