Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Südafrika Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

vegaslars

Anfänger

  • »vegaslars« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1

Dabei seit: 19. Mai 2019

Danksagungen: 1

  • Nachricht senden

1

Sonntag, 19. Mai 2019, 10:56

Kriminalität in Kapstadt

Immer wieder bin ich gern nach Kapstadt gereist, oft auch allein. Das tolle Wetter im Winter, die super günstigen Preise in Restaurants, inzwischen sehr gute öffentliche Verkehrsmittel und elegante, bezahlbare Hotels waren die Gründe dafür. Natürlich auch die tolle Landschaft und die freundliche, offene Art der meisten Einwohner. Über die Sicherheit habe ich mir selbstverständlich auch Gedanken gemacht. Oft liest man, dass die Angst übertrieben ist, wenn man bestimmten Regeln folgt, die es ohnehin überall auf der Welt im Urlaub einzuhalten gilt. Tatsächlich fühlte ich mich nach ca. 10 Reisen nach Kapstadt und Umgebung weitgehend sicher, während ich gleichzeitig auch wachsam war. Manche Ratschläge hielt ich für befremdlich: "Bloß nicht mehr nach 17 Uhr auf die Straße!" Einmal kam mir jemand in Bahnhofsnähe entgegen und sagte: "Gehen Sie nicht weiter, Sie könnten erschossen werden!"
Vor einem Jahr, mein bislang letzter Urlaub da, war es dann soweit. Ich stand am frühen Abend auf dem Bürgersteig in der Nähe einer viel befahrenen Kreuzung zur Waterfront mit höchster Herzfrequenz und sah an mir herunter. Da war überall Blut. Einige Obdachlose in meiner Nähe hatten den Überfall ungerührt und ohne einzuschreiten beobachtet, als wäre es ein Film im Fernsehen gewesen. Autos, die es zweifellos gesehen haben, hatten nicht angehalten. Was war also passiert? Jemand hatte von hinten versucht, mir meine kleine Umhängetasche zu entreißen. Normalerweise trage ich alles in der Hosentasche, aber seitdem ich Lesebrillenträger bin, passte es nicht mehr rein. Ich (groß und sportlich) war wütend, dass mir so etwas passiert und kämpfte um die Tasche (jaja, alles falsch gemacht, aber Zeit zum Nachdenken gab es nicht). Inzwischen kamen etwa 5 weitere Typen von der anderen Straßenseite meinem Angreifer zur Hilfe, der scheinbar nicht mit meiner Gegenwehr gerechnet hatte. Einer fuchtelte mit einer Art selbst gebasteltem Messer herum. Sie standen um mich herum wie in einem schlechten Zombie-Film. Auf die Straße zu laufen war keine gute Idee, denn die Autos fuhren relativ schnell. Am Ende riss der Gurt meiner Tasche, sie rannten damit weg. Ich stand also da und bemerkte das Blut. Ich lief ins Hotel. An der Rezeption stellte man mir einen Verbandskasten hin und verständigte die Polizei. Ich wollte im Foyer auf sie warten. Sie kamen so 11 Stunden später, sehr müde, sehr gelangweilt, und nahmen alles auf. Sie schickten mich auch zum Arzt, der die Wunden an zwei Stellen nähen musste. Wo war denn die angebliche Videoüberwachung in der Innenstadt? Das Verfahren wurde eingestellt. Alltag in Kapstadt. Ich vermisse das Quay4-Restaurant in der Waterfront, den Tafelberg, das tolle Café in Simonstown und die Pinguine, aber ich weiß nicht. Ich möchte da einfach nicht mehr hin.

Mediator

Meister

Beiträge: 372

Dabei seit: 19. Dezember 2016

Danksagungen: 433

  • Nachricht senden

2

Sonntag, 19. Mai 2019, 14:42

Im vergangenen September wurden wir in der Nähe von Kapstadt mit vorgehaltener Schusswaffe ausgeraubt. Die Polizei hat sich sehr nett und fürsorglich verhalten, aber uns gleich gesagt, dass die Aussicht die Täter zu erwischen sehr gering wäre. Meine Begleiterin möchte nun auch nicht mehr nach Südafrika. da es am Anfang der Reise war, hatte sie danach in einigen Orten Angst, wir haben aber den Urlaub weitgehend wie geplant fortgesetzt.

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:41)

Marc

Erleuchteter

Beiträge: 1 262

Dabei seit: 25. Oktober 2005

Danksagungen: 1007

  • Nachricht senden

3

Sonntag, 19. Mai 2019, 15:18

Das tut mir in beiden Fällen sehr leid. Es zeigt halt auch, dass man trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und trotz viel Erfahrung auch mal zur falschen Zeit am falschen Ort sein kann. :S

Damit es einen Mehrwert für die Mitleser hat, wäre es sehr schön, wenn Ihr den Ort und die Tageszeit des Überfalls möglichst genau nennen/nachtragen könnt. Vegaslars (herzlich willkommen erst mal), Du hast geschrieben, dass Du zu Fuss unterwegs warst; Mediator, Ihr wart auch zu Fuss unterwegs oder war das am/im Auto auf einem Parkplatz/Ampel? Auch das empfinde ich als sehr wichtiges Detail für die anderen User.
Schöne Inselgrüße Marc

Es haben sich bereits 8 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:41), asango (20. Mai 2019, 23:07), SarahSofia (19. Mai 2019, 19:49), Dicobo (19. Mai 2019, 18:44), SilkeMa (19. Mai 2019, 17:21), Bär (19. Mai 2019, 17:12), Beate2 (19. Mai 2019, 16:09), toetske (19. Mai 2019, 15:36)

Mediator

Meister

Beiträge: 372

Dabei seit: 19. Dezember 2016

Danksagungen: 433

  • Nachricht senden

4

Sonntag, 19. Mai 2019, 15:48

den Ort und die Tageszeit

Mit dem Auto, an einem Parkplatz/Aussichtspunkt in der Nähe von Mitchells Plain .
Die Polizei sagte uns, dass hier schon mehrfach Überfälle stattgefunden hätten (jedoch meist mit Messer, sehr selten mit Schusswaffe) und man bei der Stadt beantragt hätte eine Schranke zu installieren, damit man von der Hauptstraße nicht mehr zu dem Aussichtspunkt fahren könne. Die Stadt hat aber nur das Schild :"Aussichtspunkt" abmontiert. Tipp der Polizei: Wenn keine Schild "Aussichtspunkt" steht, besser nicht anhalten. Hinter dem Hügel wäre ein Slum (Worte des Polizisten), wohin die Idioten (=Räuber) schnell fliehen und untertauchen könnten.

Ich habe noch einmal geschaut, es war nicht September sondern Dienstag der 23.Oktober 2018 gegen 9:40 Uhr (morgens). Es waren 3 Täter, davon einer mit Pistole, ein "aktiver Räuber" und einer etwa 5 m im Hintergrund. In der Nähe war eine Familie (Schwarze) die offensichtlich nicht an den Geschehnissen interessiert waren.

Wie gesagt, war die Betreuung durch die Polizei von Mitchells Plain vorbildlich!

Ich bin da sicherlich etwas anders gestrickt und würde wieder nach SA fahren, Kapstadt war nie mein Lieblingsort, aber ich mag z.B. auch Brüssel und Paris nicht, dafür mag ich aber Antwerpen, London oder Warschau. Ich weiß dass ich irgendwann sterben werde und wenn ein Räuber mich nun erschießt hoffe ich nur, dass es schnell geht.

Es haben sich bereits 7 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:41), Hochwälderin (8. Juni 2019, 15:27), toetske (19. Mai 2019, 21:41), Marc (19. Mai 2019, 21:40), SilkeMa (19. Mai 2019, 17:21), Bär (19. Mai 2019, 17:12), Beate2 (19. Mai 2019, 16:09)

Beate2

Erleuchteter

Beiträge: 2 468

Dabei seit: 8. Februar 2013

Danksagungen: 6814

  • Nachricht senden

5

Sonntag, 19. Mai 2019, 16:17

zur falschen Zeit am falschen Ort - das kannst du überall sein. Auch, wenn du schon einige Jahre in der Gegend lebst.

Nachdem wir im April 2017 mittags um 12.00 im Bo-Kaap mit vorgehaltenem Messer überfallen wurden schleicht sich auch heute noch in manchen Situationen ein komisches Gefühl ein. Wir gucken genauer, wer um uns rum ist, sich ggf nähert und sind deutlich aufmerksamer. Das Herz schlägt dann schon schneller. Aber es war kein Grund, das Land zu verlassen.

Es haben sich bereits 7 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:41), Hochwälderin (8. Juni 2019, 15:27), asango (20. Mai 2019, 23:08), bandi (20. Mai 2019, 12:26), toetske (19. Mai 2019, 21:41), SilkeMa (19. Mai 2019, 17:21), Bär (19. Mai 2019, 17:13)

mahatari

Schwalbe

Beiträge: 647

Dabei seit: 19. November 2009

Danksagungen: 535

  • Nachricht senden

6

Sonntag, 19. Mai 2019, 16:31

@Mediator: Nach Deiner Ortsbeschreibung nehme ich an, dass Ihr auf dem Baden-Powell-Drive unterwegs ward. Wir fahren dort auch öfters, vermeiden es jedoch, dort anzuhalten. Einzige Ausnahme ist, wenn gerade an der Küste ein "Fischzug" stattfindet. Dann tummeln sich dort hunderte Leute am Strand und das Risiko überfallen zu werden ist gering.
@vegaslars: Ich verstehe Deine Reaktion und würde wahrscheinlich ebenso handeln. Obwohl meine Frau und ich seit nunmehr 10 Jahren ca. 6 Monate des Jahres in Kapstadt verbringen, ist uns ähnliches noch nicht passiert. Aber man hört natürlich bald wöchentlich aus den lokalen Medien und von Bekannten von solchartigen Vorfällen. Für mich am erschreckensten ist die unvorstellbare Brutalität, mit der oft solche Überfälle durchgeführt werden. So etwas kann ich auch nicht mit Armut, schlimmer Kindheit, Alkohol und Drogen entschuldigen. Und die hier so oft erwähnte Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der einheimischen Bevölkerung endet dort, wo es anfängt eventuell brenzlig zu werden. Ich habe jedenfalls noch nie gehört, das ein schwarzer Mensch einem in Schwierigkeiten steckenden weissem Menschen zu Hilfe gekommen wäre. Ich denke, Südafrika befindet sich auf einem schlimmen Weg und der point of no return ist längst überschritten.
""Wenn Du immer alle Regeln befolgst, verpasst Du den ganzen Spass! (Katharine Hepburn)""

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:41)

Bär

Vollkommen Ahnungsloser

Beiträge: 10 802

Dabei seit: 10. März 2008

Danksagungen: 16781

  • Nachricht senden

7

Sonntag, 19. Mai 2019, 17:17

Ich habe jedenfalls noch nie gehört, das ein schwarzer Mensch einem in Schwierigkeiten steckenden weissem Menschen zu Hilfe gekommen wäre.

Ich denke, das hat weniger mit der Hautfarbe zu tun als mit der von Dir beschriebenen Brutalität der Verbrecher.

Nun, das muss mal wohl so konstatieren: für einige sind Touristen einfach Geldbeutel mit Beinen.
.
*** Wer nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen. (aus Afrika) ***

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:41), Hochwälderin (8. Juni 2019, 15:28), SilkeMa (19. Mai 2019, 17:20)

vegaslars

Anfänger

  • »vegaslars« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1

Dabei seit: 19. Mai 2019

Danksagungen: 1

  • Nachricht senden

8

Sonntag, 19. Mai 2019, 17:40

Nach dem Überfall, der sich am ersten Tag meiner Reise ereignete, trug ich Verbände an Oberarm und Hand. Wenn ich darauf angesprochen wurde, erzählte ich gern von dem Vorfall und bekam sehr netten Zuspruch von vielen Einheimischen, aber auch Feedback von anderen Touristen. Dadurch erfuhr ich, dass die Vorortzüge, mit denen ich gern etwa zum baden nach Muizenberg fuhr, ebenfalls nicht besonders sicher sind. Wenn man sieht, wie sehr sich weiße, gutsituierte Kapstädter mit Gittern an den Fenstern und anderen Sicherheitsmaßnahmen schützen, ist es doch offensichtlich, dass es hier nicht nur um: "zur falschen Zeit am falschen Ort" geht. Ich flog nach Hause und verdrängte das Ereignis. Schließlich war ich in einem exotischen Urlaubsland, in dem man mit so etwas rechnen musste. Zwei Monate später wurde ich in Berlin von zwei Afghanen überfallen. Diesmal hatte ich das Messer direkt am Hals. Ich machte alles richtig, redete beruhigend auf die Angreifer ein und entschuldigte mich, nichts Wertvolles dabei zu haben. Man ließ mich gehen. Dieser zweite Überfall setzte mir deutlich mehr zu; die Idee, dass das eigene Leben von den Launen eines anderen abhängig ist. Ich befragte die Polizei, wie man sich da richtig verhält und bekam die Antwort, es gibt da keine Standard-Regeln. Ich fühle mich ziemlich unwohl, wenn Leute hinter mir gehen, ohne sich zu unterhalten. Dann lasse ich sie meistens vorbei. Das hat jetzt nichts mehr mit Südafrika zu tun. Ich habe aber entschieden, mir nicht von Kriminellen vorschreiben zu lassen, wo ich wann hingehen darf oder nicht. Der Ort ist nicht entscheidend, denn meidet man den einen, passiert es möglicherweise ebenso woanders. Aber zuhause bleiben will man ja auch nicht. Dafür sind die allermeisten Reiseerlebnisse eben viel zu schön.

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:41)

mahatari

Schwalbe

Beiträge: 647

Dabei seit: 19. November 2009

Danksagungen: 535

  • Nachricht senden

9

Sonntag, 19. Mai 2019, 18:10

Da muss ich Dir widersprechen,Bär. Es hat natürlich etwas mit der Hautfarbe zu tun. Die gegenseitigen Ressentiments sind sowohl auf schwarzer, wie auch auf weisser Seite riesengroß. In den Townships wehrt man sich ja inzwischen schon gegen die ausufernde Kriminalität, innerhalb der schwarzen Gesellschaft. Auch auf weisser Seite passiert da immer mehr. Aber bitte schön nur innerhalb seiner Ethnie. Leider ist das so. Und diese Gewalt auf die Geldbeutel der Touristen zu reduzieren, geht auch am Ziel vorbei und verniedlicht die Sache. Die Gewalt gehört mitlerweile zur Lebenswirklichkeit in Südafrika, die Touristenszene spielt da eher eine untergeordnete Rolle.
""Wenn Du immer alle Regeln befolgst, verpasst Du den ganzen Spass! (Katharine Hepburn)""

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:42)

Beiträge: 1 543

Dabei seit: 10. September 2009

Danksagungen: 1404

  • Nachricht senden

10

Montag, 20. Mai 2019, 07:53

Züge, Baden Powell, M12

Die Sache mit der Anteilnahme nach Hautfarbe ist tricky. Gestern waren Freunde bei der Trauerfeier des Surfers der high-jacked, in den Kofferraum gesperrt und dann mit Auto verbrannt wurde.
Memorial Service war bei der Cray Fish factory. Halb Ocean View war dort weil es deren Gegend betraf. Viele kannten den Surfer persönlich.

(Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!)

Am Baden Powell Drive anzuhalten ist schon nachlässig. Sorry.

Der Eingangs beschriebene Überfall hört sich nach Fussweg von CTICC zur VnA an. Immer wieder bedenklich dort zu laufen obwohl es ein Haupt-Fussweg ist. Und genug Security hat.
Wenn mir sowas passieren würde käme ich nie mehr.

Den Zug zu benutzen auch sehr nachlässig. Sorry.

Und wenn ich schon dabei bin: Von Airport weg, oder aus der Stadt kommend dem Navi zu folgen und NICHT die N2 zu nutzen um nach Stellenbosch zu fahren, auch sehr nachlässig. Da kommt man direkt an Bishop Lavis, Blue Downs und Belhar vorbei. Die N2 ist da schon besser überwacht.

Die viel beschriebenen "Vorsichtsmassnahmen" hier im Forum tragen keine Früchte: "Keine Kamera, Schmuck, Telefon sichtbar tragen". Die Täter hauen dir eins über in der Hoffnung auf R10 oder billiges Mobile.
Die Hemmschwelle ist so niedrig. In Autos wird eingebrochen wenn eine Jacke oder Pulli zu sehen ist.

Auch wenn mir in 18 Jahren hier nur einmal (fast) was passiert ist, kann es jeden Tag anders sein. Wir gehen zB nicht mal mehr in Gruppen am Tafelberg (backside) wandern, was ich vor 10 Jahren alleine gemacht hatte.
Und ich fahre die oben genannten Routen. Aber ein Mietwagen mit zwei angestrengt aussehenden Touristen sticht raus wie ein bunter Hund. Mein alter Polo nicht.
TIA - This is Africa!

Es haben sich bereits 12 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:43), Hochwälderin (8. Juni 2019, 15:28), toetske (20. Mai 2019, 22:55), Dicobo (20. Mai 2019, 16:57), M@rie (20. Mai 2019, 15:11), Marc (20. Mai 2019, 14:49), Gisel (20. Mai 2019, 14:32), SilkeMa (20. Mai 2019, 13:45), bandi (20. Mai 2019, 12:30), Bär (20. Mai 2019, 12:02), Gecko10 (20. Mai 2019, 09:07), OHV_44 (20. Mai 2019, 08:00)

Marchese

Dr. Iveyn

Beiträge: 1 731

Dabei seit: 10. Januar 2012

Danksagungen: 3565

  • Nachricht senden

11

Montag, 20. Mai 2019, 09:05

Fehlende Hilfe in erster Linie auf Ressentiments zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen zurückzuführen, halte ich für verfehlt. Mir persönlich sind einige Fälle bekannt, wo Schwarzen, die innerhalb eines Townships Opfer von Gewaltkriminalität wurden, niemand zu Hilfe gekommen ist. Solche Fälle fehlender Zivilcourage sind auch in unseren Breitengraden absolute Normalität. Natürlich, gegenseitige Antipathien sind evtl. gegenseitiger Hilfe nicht förderlich, aber die Hauptursache ist das kaum, denke ich.

Es haben sich bereits 6 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:44), Hochwälderin (8. Juni 2019, 15:28), toetske (20. Mai 2019, 22:56), M@rie (20. Mai 2019, 15:09), SilkeMa (20. Mai 2019, 13:46), Bär (20. Mai 2019, 12:02)

Marc

Erleuchteter

Beiträge: 1 262

Dabei seit: 25. Oktober 2005

Danksagungen: 1007

  • Nachricht senden

12

Montag, 20. Mai 2019, 14:57

Fehlende Hilfe in erster Linie auf Ressentiments zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen zurückzuführen, halte ich für verfehlt. Mir persönlich sind einige Fälle bekannt, wo Schwarzen, die innerhalb eines Townships Opfer von Gewaltkriminalität wurden, niemand zu Hilfe gekommen ist. Solche Fälle fehlender Zivilcourage sind auch in unseren Breitengraden absolute Normalität. Natürlich, gegenseitige Antipathien sind evtl. gegenseitiger Hilfe nicht förderlich, aber die Hauptursache ist das kaum, denke ich.


Wenn man ganz ehrlich ist, ist die Abwägung der eigenen Zivilcourage enorm wichtig für das eigene Überleben. Wenn ich sehe, dass 6 Personen ein einzelnes Opfer überfallen und ich mit meiner Frau alleine unterwegs wäre, würde auch ich nicht eingreifen, sondern erst nachträglich dem Opfer zur Seite stehen, nachdem die Täter das Weite gesucht haben. Und ich denke dann noch einer anderen ethnischen Gruppe anzugehören, verschlimmert einfach nur die Situation, ich möchte das nicht pauschalisieren, aber in den meisten Fällen werden Zeugen der eigenen ethnischen Gruppe früher helfen, als einer anderen. Das mag verwerflich sein, ist aber dennoch die Realität. :S
Schöne Inselgrüße Marc

Es haben sich bereits 8 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:45), Hochwälderin (8. Juni 2019, 15:28), toetske (20. Mai 2019, 22:56), SilkeMa (20. Mai 2019, 21:19), mrm007 (20. Mai 2019, 21:13), SarahSofia (20. Mai 2019, 19:56), bandi (20. Mai 2019, 19:34), Marchese (20. Mai 2019, 15:36)

Marchese

Dr. Iveyn

Beiträge: 1 731

Dabei seit: 10. Januar 2012

Danksagungen: 3565

  • Nachricht senden

13

Dienstag, 21. Mai 2019, 08:42

Das sehe ich ähnlich. Ich würde sogar behaupten, dass die Abwägung meist nicht auf rationaler Ebene stattfindet, sondern der Schock über das Gesehene derart gross ist, dass man wie gelähmt da steht und nicht eingreift. Man kann das auch in anderen Fällen beobachten, in denen gar keine Gefahr für die potentiellen Helfer besteht, z.B. wenn jemand einen Herzinfarkt erleidet. Meist stehen Beobachter - mit der Situation völlig überfordert - dabei und tun rein gar nichts. Mit entsprechenden Ausbildungen (Polizei, Bevölkerungsschutz, Feuerwehr, Notfallarzt) kann man das richtige Verhalten in solchen Ausnahmesituationen allerdings antrainieren. Dass die Hilfsbereitschaft im Allgemeinen gegenüber „anderen“ kleiner ist als gegenüber „gleichen“ und „den nächsten“ halte ich für normal und natürlich. Man hilft eher der Ehefrau als dem Nachbarn und eher dem Nachbarn als jemandem völlig unbekanntem. In Südafrika ist die Gesellschaft immer noch nach Hautfarben und den entsprechenden Kulturen segregiert, da spielen diese wahrscheinlich erklärbaren psychologischen Phänomene, auch wegen der Ressentiments, sicher noch stärker.

Es haben sich bereits 4 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:45), Hochwälderin (8. Juni 2019, 15:29), Beat H. Schweizer (5. Juni 2019, 18:53), toetske (21. Mai 2019, 22:39)

Beat H. Schweizer

Rentner mit Traeumen

Beiträge: 530

Dabei seit: 24. Juni 2004

Danksagungen: 1508

  • Nachricht senden

14

Mittwoch, 5. Juni 2019, 18:56

Dazu anzumerken ist, dass Suedafrikaner, egal welcher Hautfarbe - elende Gaffer sind. zB: Unfall oder "nur eine Begebenheit" auf der Autobahn. Da kommt der Verkehr gar in der Gegenrichtung zum erliegen - eben weil man gaffen muss!
Man koennte das noch staerker beschreiben, aber sie sind halt so.
Cheers
Battli
Gartenbahner, Modellbauer, Vielreisender. Alles in der HP www.trainmaster48.net nachzulesen.

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:46), Hochwälderin (8. Juni 2019, 15:29), Beate2 (5. Juni 2019, 22:33)

toetske

oorbietjie

Beiträge: 3 418

Danksagungen: 5140

  • Nachricht senden

15

Mittwoch, 5. Juni 2019, 21:03

Gaffer

Auf flämisch nennen wir das "ramptoerisme" - frei übersetzt "Katastrophentourismus".
Gibt es allerdings wohl überall auf dieser Welt. Und noch mehr seitdem man mit Handy gute Bilder und Videos machen kann :thumbdown:

VG. Toetske












OT: :danke: Battli
das wort Gaffer kannte ich noch nicht
one life, LIVE IT !

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Floh2808 (9. Juni 2019, 21:46), Beat H. Schweizer (6. Juni 2019, 14:51), Beate2 (5. Juni 2019, 22:33)

Zurzeit ist neben Ihnen 1 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

1 Besucher