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Dicobo

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Mittwoch, 26. Februar 2020, 15:23

Haushalt 2020 mit Zündschnur

Der Finanzminister hat heute den Haushaltsplan für dieses Jahr verkündet.Neben Steuererhöhungen für Tabak,Wein,Bier und Benzin sollen die Löhne für die Staatsbedienstetennicht erhöht werden,obwohl es ein Agreement zwischen der Gewerkschaft und der Regierung gibt (beide gehören ja zur ANC),die Löhne jährlich um 7% zu erhöhen.

Die Gewerkschaft hat umgehend angekündigt,das öffentliche Leben in Südafrika zum Kollaps zu führen,wenn es keine Lohnerhöhungen gibt.

Auf der anderen Seite gibt es kaum Einsparmöglichkeiten für die Regierung. Es benötigt mindestens 5% Wachstum,um die Kiste einigermassen am Lufen zu halten. Letztes Jahr waren es gerade einmal 0.3%.

Jetzt schwebt das Damoklesschwert von Moodys über dem Land. Es sieht so aus,dass es noch im ersten Halbjahr zur Herabstufung auf Ramschniveau kommt. Dnn gehen die Zinsen in die Höhe und
die paar investoren,die es vielleicht noch gibt, werden sich auch abwenden.

Ich frage mich nur, wie das Land aus diesem Schlamassel herausfinden kann.

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kOa_Master

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Donnerstag, 27. Februar 2020, 17:06

Auf der anderen Seite gibt es kaum Einsparmöglichkeiten für die Regierung.


"kaum Einsparmöglichkeiten" - politisch schwierig vielleicht, ja. Tatsache ist aber, dass die Regierung gewaltige Einsparmöglichkeiten bei den ganzen Staatsbetrieben hat. Oder hätte... Public Services sind immer noch ein riesiger Posten der Staatsausgaben.
Dazu kommen nicht gerade kleine Probleme im Bezug auf das Steuersystem, die grundsätzliche Eintreibung von Geldern und die Gesundheitsversorgung...
I never knew of a morning in Africa when I woke up that I was not happy. - Ernest Hemingway

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Marc

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Sonntag, 1. März 2020, 12:12

Ist es nicht schön, wie sich völlig korrupte Regierungen und kOa Masters Signatur "I never knew of a morning in Africa when I woke up that I was not happy. - Ernest Hemingway" total konträr gegenüber stehen?

Eigentlich völlig unlogisch, aber mir geht es genauso, wie Hemingway. "TIA - This Is Africa" 8o :blush: :whistling:

Die Erwartungshaltungen an den Staat Süd Afrika sind wahrscheinlich unrealistisch hoch. Das Land ist grundsätzlich ja reich, aber das weckt auch Begehrlichkeiten und die dort gelebte Ethik/Moral entspricht halt nicht der unseren. Die Frage ist, ob wir das Recht haben, den Afrikanern unsere Regierungskultur als heilbringend aufzuzwingen, im Prinzip ist das ja auch Kolonialismus. Wahrscheinlich müssen wir einfach tolerieren, das der stärkere Häuptling gewinnt, bis er abgesetzt wird. :blush:
Schöne Inselgrüße Marc

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mahatari

Schwalbe

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4

Sonntag, 1. März 2020, 14:52

Dabei sind die richtigen Häuptlinge noch gar nicht an der Macht. Die schwarze südafrikanische Gesellschaft ist nach wie vor eine Stammesgesellschaft, auch wenn das in den Ballungszentren, z.B. durch die vielen Migranten, übertüncht wird. Für die einzelnen Ethnien hat das Wort der Stammesführer, ob er nun Chief, Häuptling oder König heißt, immer noch mehr Gewicht, als das irgemdeines Präsidenten in Pretoria. Und spätestens wenn die Regierung ihre Armee nicht mehr bezahlen kann, schlägt die große Stunde der Stammesführer. Denke ich jedenfalls, kann mich natürlich auch irren.
""Wenn Du immer alle Regeln befolgst, verpasst Du den ganzen Spass! (Katharine Hepburn)""

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kOa_Master

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Sonntag, 1. März 2020, 18:03

Ist es nicht schön, wie sich völlig korrupte Regierungen und kOa Masters Signatur "I never knew of a morning in Africa when I woke up that I was not happy. - Ernest Hemingway" total konträr gegenüber stehen?
Eigentlich völlig unlogisch, aber mir geht es genauso, wie Hemingway. "TIA - This Is Africa" 8o :blush: :whistling:
Die Erwartungshaltungen an den Staat Süd Afrika sind wahrscheinlich unrealistisch hoch. Das Land ist grundsätzlich ja reich, aber das weckt auch Begehrlichkeiten und die dort gelebte Ethik/Moral entspricht halt nicht der unseren. Die Frage ist, ob wir das Recht haben, den Afrikanern unsere Regierungskultur als heilbringend aufzuzwingen, im Prinzip ist das ja auch Kolonialismus. Wahrscheinlich müssen wir einfach tolerieren, das der stärkere Häuptling gewinnt, bis er abgesetzt wird. :blush:

Es ist doch schön, dass man sich nicht immer nur im angeblich so perfekten Land so wohl fühlt? Es kommt halt immer auf die Perspektive und die Relationen an und man (oder ich?) würde das vielleicht anders sehen, würde ich ausschliesslich dort leben und auch keine "Europa-Alternative" haben.
Und relativ gesehen könnte es Südafrika ja noch viel schlimmer gehen, sieht man sich die über 50 anderen Staaten an... von daher ist das aus meiner Sicht nicht ganz so konträr.

Nichtsdestotrotz behaupte ich schon, dass wir vielleicht nicht unbedingt unsere Werte und Staatskultur aufzwingend müssen, aber wenn ein gleicher Lebensstandard, eine gleiche Sozialstruktur und dasselbe Rechtsverständnis erwünscht sind wie wir sie bei uns kennen, dann folgern daraus schon gewisse Anforderungen. Ist das nicht der "Fluch" der Globalisierung?
I never knew of a morning in Africa when I woke up that I was not happy. - Ernest Hemingway

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Marc

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Montag, 2. März 2020, 08:46


Es ist doch schön, dass man sich nicht immer nur im angeblich so perfekten Land so wohl fühlt? Es kommt halt immer auf die Perspektive und die Relationen an und man (oder ich?) würde das vielleicht anders sehen, würde ich ausschliesslich dort leben und auch keine "Europa-Alternative" haben.


Indirekt steckt da ja ein bisschen kritik drin... :D :beer:

Macht aber nichts, mein Weltbild begründet sich auch auf nicht nur auf das "angeblich so perfekte Land", da ich tatsächlich viele Jahre auch im Ausland (nicht erste Welt) leben durfte. Ich betrachte besonders die Rechtssicherheit in Deutschland nach wie vor als sehr erstrebenswert, dafür gibt es viele andere Dinge in diesem Land, die nicht oder nicht mehr wirklich perfekt sind. :blush:


Nichtsdestotrotz behaupte ich schon, dass wir vielleicht nicht unbedingt unsere Werte und Staatskultur aufzwingend müssen, aber wenn ein gleicher Lebensstandard, eine gleiche Sozialstruktur und dasselbe Rechtsverständnis erwünscht sind wie wir sie bei uns kennen, dann folgern daraus schon gewisse Anforderungen. Ist das nicht der "Fluch" der Globalisierung?


Natürlich ist das für uns wünschenswert, dennoch sieht das in Afrika regelmäßig anders aus. Dies zu ändern ist auch ein gewisser Anspruch von Missionierung, bitte nicht falsch verstehen, auch ich fände das für Afrika erstrebenswert, dennoch muss man sich an die eigene Nase fassen und dann feststellen, dass auch dies eine Art von Kolonialisierung ist.
Schöne Inselgrüße Marc

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Dicobo

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Montag, 2. März 2020, 13:47

Es gibt zwei wichtige Punkte,warum es finanziell schlecht steht:

1. Es leben zuviele Menschen in SA,besonders am Kap. Eine Verdopplung der Einwohnerzahl innerhalb von 20 Jahren in so einem armen Land kann nicht verkraftet werden.

2. Es gibt zuviele Einwanderer aus den Nachbarstaaten, legal oder illegal. Warum muss Südafrika für die Probleme in Simbabwe oder Malawi aufkommen, indem Millionen von Menschen aus diesen
beiden Ländern ins Land kommen. Natürlich stimmt es,dass besonders Simbabwer fleissig und intelligent sind. Aber der Grossteil ihres Verdienstes bleibt nicht im Land,sondern geht an die
Familien in der Heimat. Und sie nehmen einfach vielen schwarzen Südafrikanern die Jobs weg,und wenn es Parkwächter sind.

Das hat nichts mit AFD Gedankengut zu tun. Südafrika ist ein hoch verschuldetes, relativ armes Land und kann dafür einfach nicht auskommen. In Deutschland gibt es eine Flüchtlingsrücklage in Höhe
von etwa 30 Mrd. Euro. In Südafrika gibt es null Rücklagen. Das Land muss im Interesse ihrer Bürger restriktiver werden,anders wird es sich für die Einwohher niemals zum Positiven ändern.

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Bär

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Dienstag, 3. März 2020, 13:36

Zu Punkt 2: siehe Mahataris Beitrag von Sonntag. Viele Südafrikaner verstehen sich in erster Linie als Stammeszugehörige (wie hierzulande Bayern, Rheinländer, Badener). Und da die kolonialen Landesgrenzen die Stämme geteilt haben, gibt es eine größere Solidarität mit den "Nachbarn". Ndebele leben bspw. sowohl in Südafrika als auch in Zimbabwe.
.
*** Wenn du nicht mehr weißt, wohin du gehen sollst, halte inne und schau zurück, woher du gekommen bist. (Sprichwort aus Afrika) ***

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