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tom1978

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21

Donnerstag, 25. Mai 2017, 13:02

Satara Rest Camp (bedeutet zwar etwas weitere Fahrstrecke von Croc Bridge bis Satara, aber innerhalb eines Tages wohl zu bewerkstelligen)
ist es.


zwischendurch kann man sich ja auch die füße vertreten und/oder einen Kaffee trinken (zB lower sabie oder tshokwane)

tom

homemaster

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22

Dienstag, 6. Juni 2017, 15:29

Ich muss mich nun noch einmal in Sachen Sicherheit beim Reisen auf eigene Faust bei unserer Rundreise zu sprechen kommen und benötige hier euren Rat.

Wir hatten ursprünglich (bevor wir uns näher mit Südafrika als Reiseziel beschäftigt haben) wie viele andere auch das Bild im Kopf, dass Südafrika in Teilen nicht ganz ungefährlich ist und dass man insbesondere in den Städten nicht nachts unterwegs sein sollte, bestimmte Gebiete komplett meiden sollte, generell nicht nachts fahren sollte usw. Letztlich haben wir - auch durch die positiven Berichte von Freunden und Bekannten - entschieden, dass wir das Land durchaus auf eigene Faust bereisen können, wenn wir die o.g. Grundregeln beherzigen. Man kennt es ja schließlich auch aus anderen Städten, dass bestimmte Stadtteile gemieden werden sollten usw. Südafrika machte aufgrund der Beschreibungen für uns den Eindruck, dass es hier halt ein wenig mehr Einschränkungen gibt.

Daraufhin haben wir entschieden, dass wir einige Tage in Kapstadt verbringen, dann mit dem Mietwagen entlang der Garden Route bis Port Elizabeth fahren und anschließend Richtung Nordosten fliegen, um von Johannesburg aus zum Kruger NP zu fahren.

Nachdem die Flüge und die ersten Unterkünfte gebucht sind, hören und lesen wir nun vermehrt, dass die Kriminialität scheinbar doch einen größeren Stellenwert einnimmt als bisher angenommen. Hier im Forum liest man vom Überfall am Airport Johannesburg sowie im Viertel Bo Kaap, eine Freundin erzählt, dass bei dem Aufenthalt in Kapstadt diverse Männer insbesondere blonde Frauen einfach auf der Straße begrapscht haben, es wird uns geraten den Aufstieg auf den Tafelberg keinesfalls ohne Guide zu machen usw. Das sind nur einige Beispiele, die uns gerade ziemlich verunsichern, wie es um die Sicherheit bei Individualreisenden bestellt ist.

in Kapstadt kann man sicherlich einiges mit Hop On Hop Off Bussen, Taxifahrten und organisierten Tagestouren anschauen, um so möglichst wenig zu Fuß unterwegs zu sein. Bei der Anreise zum Kruger NP steht als Alternative zum Flug nach JNB der Flug direkt nach Nelspruit eine Option dar. So kann man sicherlich den kritischen Momenten ganz gut entgehen. Wir fragen uns halt nur, wie viel Sorgen wir uns durch diese Berichterstattung eigentlich machen sollten. Andererseits liest man immer wieder, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, das Opfer einer Straftat zu werden. Fakt ist andererseits: den einen oder anderen Touri erwischt es halt doch!

Insbesondere die Fahrt von Kapstadt entlang der Garden Route bis Port Elizabeth können wir gerade überhaupt nicht einschätzen, da man meist nur von den großen Städten liest. Kann man ohne weiteres z.B. im Tsitsikamma NP wandern gehen und eine Spiegelreflexkamera mit sich führen oder muss ich hier auch damit rechnen, ausgeraubt zu werden? Kann man entlang der Strecke an Rastplätzen oder Aussichtspunkten an der Küste gefahrlos anhalten und den Ausblick genießen bzw. eine Pause machen oder muss man auch hier davon ausgehen, dass man immer ein potentielles Opfer darstellt? Wie stellt sich die Sicherheitslage in kleineren Orten / Städten wie Hermanus, Outshoorn oder Port Elizabeth dar?

Uns ist natürlich klar, dass man nicht alle Eventualitäten vorhersehen kann und es keine verbindlichen Aussagen zur Sicherheit an einzelnen Orten geben kann, aber eine Einschätzung zu den ländlichen Gebieten wäre schon Gold wert.

Herzlichen Dank
Oliver

Kitty191

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23

Dienstag, 6. Juni 2017, 16:37

Hallo Oliver,
ich würde jetzt mal behaupten, dass Ihr im Tsitsi unbesorgt mit Spiegelreflexkamera um den Hals wandern könnt, ohne überfallen zu werden. :whistling:
In den Orten entlang der Küste haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Guesthousebetreiber gut Auskünfte über die Sicherheitslage machen können.
Am Dolphin Lookoutpoint bei Wilderness wird immer wieder mal darauf aufmerksam gemacht, dass sich dubiose Gestalten dort aufhalten. Wenn andere Touristen dort sind, sollte es kein Problem sein auszusteigen. Immer aber gilt: nichts sichtbar im Auto liegen lassen und den Wagen immer abschließen. Auch wenn man sich nur ein paar Meter entfernt.

LG
Kitty
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Gisel

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24

Dienstag, 6. Juni 2017, 17:28

Hallo,
An der Gartenroute haben wir uns eigentlich nie unsicher gefühlt.
Das kann ich auch so bestätigen, dass die Guesthousebesitzer auch diesbezüglich gute Ratschläge geben können.
In Agulhas war sogar nichts eingezäunt und tagsüber blieben die Türen offen.
Die Townships haben wir verucht zu umfahren, und nichts sichtbar im PKW liegen lassen war auch unser 1. Gebot.
In Kapstadt sind wir abens mit dem Taxi unterwegs gewesen. Hatten eine Telefonnr. Von seriösen Taxibetreibern von unserem Vermieter.
Tagsüber waren wir auch teilweise zu Fuss unterwegs. Unsere Kameras hatten wir eigentlich meistens umhängen.
Man muß halt genauer hinschauen wo man läuft und eventuell auch mal die Richtung ändern.
Grüsse von Gisela

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gatasa (6. Juni 2017, 23:45)

Bär

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25

Dienstag, 6. Juni 2017, 18:57

Du hast recht, es gibt keine verbindlichen Aussagen zur Sicherheit an einzelnen Orten. Ich würde mich überall so verhalten wie am übelsten crimespot. Selbstsicher, aber nicht auffallend. Umsichtig, aber nicht verunsichert. Ich denke, man muss Sicherheit heutzutage in sein ganzes Handeln einbauen, sodass es selbstverständlich ist und nicht auffällt. Wenn Du erst am Ziel anfängst, die Wertgegenstände im Auto zu verstecken, ist es schon zu spät. Die Überlegung, was wo am besten untergebracht ist, muss viel früher erfolgen. Am besten schon zuhause. Wenn mir mein Laptop zu wertvoll ist und ich den auf der Reise nicht sichern kann, dann vielleicht ein preiswertes Zweitgerät für den Urlaub kaufen? Gleiches gilt für Smartphone etc.

In den Nationalparks habe ich persönlich ein besseres Gefühl als außerhalb, weil zumeist ein Zaun außen herum ist, was für Verbrecher eher unangenehm sein sollte (sprich: es gibt für geplante Verbrechen einfachere Situationen). Aber das ist die rationale Herangehensweise - auch in den Drakensbergen wurden Wanderer überfallen.

Wenn Du ein ungutes Gefühl hast, mach lieber Urlaub in Berlin. 8)
.
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Kitty191

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26

Dienstag, 6. Juni 2017, 19:37

Wenn Du ein ungutes Gefühl hast, mach lieber Urlaub in Berlin.
Abgesehen von den vielen No-Go-Area's und den absolut kriminellen Gegenden, die schönste Stadt der Welt. :love:
#berlin
#weilwirdichlieben
# :thumbsup:
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tom1978

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Dienstag, 6. Juni 2017, 20:58

HI.

ich wess gar nicht genau, was ich sagen soll. ob wir naiv waren und Glück hatten? alles übertrieben ist oder wir einfach viel automatisch bzw dank infos richtig gemacht haben.

vorneweg: wir haben uns eigentlich nur zweimal unwohl gefühlt (von dem gewöhnungsbedürftigem Gefühl jeden Abend hinter mauern in b+b zu schlafen mal abgesehen). als unser navi einen kreativen weg nach Umkuze vorgegeben hat und abends um 22 uhr auf der Rückfahrt von bloubergstrand nach Greenpoint durch eine fast menschenleere Stadt.

ich hab' mich aber zb in Fés, in Australien oder zuhause in der Altstadt auch schon mal nicht so doll gefühlt ...

In den Nationalparks (zB im Tsitsi) haben wir uns sehr sicher gefühlt. Auch in St. Lucia und deKelders. Auto abstellen, auch mal mit vollgepackten Kofferraum und abgedeckter zweiter Tasche auf der Rückbank haben wir gemacht. Fast immer war dann zumindest ein „Parkplatzwächter” da und/oder andere Touristen. an der Gardenroute zB: im Hafen von Plett, im Natures Valley, Map of Africa, an Aussichtspunkten, Tenikwa, Knsyna Waterfront und Innenstadt Oudtshoorn. Wir haben auch alleine am Strand gelegen und kurze Wanderungen gemacht. Kamera in der Hosentasche, Handy und ein Täschchen mit ein bisschen Geld hatten wir immer dabei.

In BoKaap hatten wir zB ein paar tolle Momente, weil Sabrina von einigen chinesischen Touristinnen zum Fotoshooting „gezwungen” wurde. Absolut keine Hemmungen Fremde anzufassen diese Damen ... Später hab ich noch mit einer der Bewohnerinnen über den ganzen Touriwahnsinn gesprochen. Sie war aber relaxt und fands nicht schlimm...
Dementsprechend war ich auch von dem Überfall geschockt. Wir hatten dort überhaupt kein ungutes Gefühl.

Auf Grund unserer Erfahrungen und trotz der Berichte. Wir fahren wieder. Und nach Marokko und Australien würde ich es auch wieder ...

Tom

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gatasa (6. Juni 2017, 23:30)

gatasa

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28

Dienstag, 6. Juni 2017, 23:44

Auch wir sind abends in Oudtshoorn, Swellendam oder Kapstadt-Seapoint und an der Waterfront spazieren gegangen, ohne auch nur einmal belästigt zu werden. Das gleiche gilt aber auch in San Fransico, Las Vegas und sogar in Tijuana. Und nur dort (Tijuana) würde ich heute nicht mehr hinfahren.
Wo ich aber immer meine Probleme mit habe sind außen am Gebäude angebrachte Geldautomaten. Hier achte ich immer darauf, dass wir zu zweit oder mehreren sind.
Alle anderen Vorsichtmaßnahmen wurden schon genannt.
Es werden in manchen Städten/Gemeinden Trainings für souveränes und sicheres Verhalten (Gewaltprävention) angeboten. Vielleicht ist das eine Möglichkeit, mit seinen Ängsten umgehen zu lernen.

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Kitty191 (7. Juni 2017, 07:26)

Beleza

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29

Mittwoch, 7. Juni 2017, 09:14

Hallo,

natürlich kann was passieren. Natürlich kann ich gerade der Pechvogel sein, der beim Aufstieg auf den Tafelberg überfallen wird. Ich kann aber auch zu den 5.000 gehören, die am selben Tag hochgewandert sind und denen nichts passiert ist. Natürlich kann ich beim anhalten auf dem Rastplatz zu dem Pechvogel gehören der überfallen wird. Ich kann aber auch...

Dieses Spiel kann man ewig und mit allen Situationen weiterbetreiben. Wie viele andere schon richtig gesagt haben, ist gesunder Menschenverstand, eine gewisse Grundvorsicht und vor allem ein sicheres Auftreten wichtig. Gelegenheit macht Diebe, das trifft überall und auf alle Situationen zu. Stehe ich am Geldautomat und trödle herum, gucke ins Nichts oder lasse mir von irgendjemandem, der mich zufällig anspricht, helfen, dann bin ich ein leichteres Opfer, als wenn ich am Geldautomat zielsicher Geld abhebe und mein Partner derweil die Umgebung scannt.

Mir sind auch schon mal zwei Gestalten auf der Long Street gefolgt, aber nachdem ich beiden zu Verstehen gab, dass die sie entdeckt habe und weiß was Sache ist, sind sie gegangen. Andererseits fahre ich auch gerne mal an einem Aussichstpunkt vorbei wenn weit und breit keine Menschenseele zu sehen ist und ich das Gelände aber nicht sicher überblicken kann.

Hört auf euer Bauchgefühl und seid aufmerksam.

Ich würde trotzdem immer wieder in Kapstadt so viele eigene Touren wie möglich machen, vll nicht gerade ins Township, aber sonst schon. Auch spaziere ich viel zu Fuß in Kapstadt herum, natürlich nicht nachts und nicht gerade in den unbelebtesten Ecken.

Keiner kann euch sagen, dass es zum Beispiel in Oudtshoorn 100% sicher ist. Sollte euch nämlich dann was passieren wäre es umso tragischer. Und je sicherer man sich fühlt, desto eher wird man unaufmerksam. Ihr sollt auf der anderen Seite natürlich auch nicht gespannt wie ein Bogen durch die Gegend laufen, aber einfach gesund aufmerksam sein.

Oft lässt sich sagen, je touristenärmer die Gegend desto unwahrscheinlicher sind Überfälle (ausgenommen Townships).

Aber wichtig ist: Genießt euren Urlaub und lasst euch nicht so sehr verunsichern. Die Chance das was passiert, ist sehr gering und mit gesunder Vorsicht kann man sie noch weiter minimieren.

Viele Grüße
Beleza
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chimurenga

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30

Mittwoch, 7. Juni 2017, 17:53

Oft lässt sich sagen, je touristenärmer die Gegend desto unwahrscheinlicher sind Überfälle (ausgenommen Townships).

Hi, das lässt sich aber meiner Meinung nach auch über die Townships sagen.

Ich wollte mich eigentlich hier raushalten, weil schon vieles geschrieben wurde, dem ich nach zahlreichen Afrikareisen (und einige davon in Südafrika) nur zustimmen kann: Achtet auf Euer Bauchgefühl, holt Euch die Ratschläge der Einheimischen und wägt beides gegeneinander ab, da Ratschläge auch z.T. sehr kontrovers gegeben werden können. Und Augen auf - gerade in städtischen Gebieten - wo keine anderen Leute in der Nähe sind. Lasst Smartphone und Laptop zu Hause - Ihr seid ja in Urlaub und nicht auf Geschäftsreise. Mit der Kamera hatte ich nie ein Problem und alles andere ist leicht ersetzbar.

Ähnlich wie Tom, hinterfrage ich mich manchmal auch, ob ich nicht zu naiv bin. Wir zelten viel, nehmen Anhalter*innen mit (wenn uns nicht unwohl dabei ist - da hätte ich eine lustige Anekdote, wenn´s interessiert), fahren auch nachts in den Städten, stoppen an roten Ampeln, haben die Fenster geöffnet bei warmem Wetter und fahren mit vollgepacktem Auto lieber in die Shebeen im Dorf gegenüber den Bourke´s Luck Potholes um uns zu erfrischen statt dort teuer zu konsumieren. Oft wird sowas von den Einheimischen zwar erstaunt, aber mit netten Unterhaltungen belohnt (Und wir wurden nicht selten zu einem weiteren Drink eingeladen).

Bisher bin ich (sieht man von diebischen Affen ab), 2x Opfer geworden: Das einemal war vermutlich ein Backpacker und das andere Mal musste ich mit ganzem Gepäck (großer und kleiner Rucksack) in Gambia vom Fährterminal über den engen Markt zum Busbahnhof und obwohl ich meine Hände eigentlich die ganze Zeit in den Hosentaschen hatte (da hab ich immer Kleingeld für das nötigste) hat es jemand geschafft mir dort umgerechnet 5 Euro und ein Feuerzeug zu entwenden - da sage ich: Hut Ab - das hat er sich verdient.

Was mich aber ärgert, sind die Generalisierungen, die immer wieder zu den Townships und ehem. Homelands gemacht werden. Um nicht mißverstanden zu werden: Ich will weder die Probleme dort kleinreden (Perspektivlosigkeit, Alkohol, ...) noch irgendwen persönlich angreifen. Aber mich würde von Beleza und Gisel interessieren, welche unangenehmen Erfahrungen ihr wo gemacht habt (im übrigen stimme ich Euren anderen Aussagen/Tipps vollkommen zu).

Das wird den Menschen dort nicht gerecht (was sich ja auch gut aus dem Erfahrungsbericht von Beate im Bo Kaap herauslesen lässt).

Generell lassen sich auch die Townships in ländlich und urban unterscheiden:

1.) In eher ländlichen und kleinen habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sich dort frei bewegen kann, schon allein aufgrund der Tatsache, dass es stärkere sozial-familiäre Netzwerke gibt. Ich habe Townships und Dörfer kennengelernt, in denen Menschen, die vor xenophoben Ausschreitungen in den städtischen Townships Zuflucht und Solidarität gefunden haben. Beispiel: Wir waren in der Transkei (vor der ja immer noch gewarnt wird) in einer Shebeen essen und trinken. Nachdem wir schon fast 1 Stunde wieder unterwegs waren, bekamen wir eine SMS unserer Mietwagenfirma, wir hätten dort unseren Rucksack vergessen. Wir also schnell zurück und unseren Tagesrucksack geholt. Auf die Frage, woher die Leute wussten, wie sie uns über die Mietwagenfirma kontaktieren können, entschuldigten sie sich vielmals, dass sie unseren Rucksack durchsuchen mussten und haben dort die Kontaktdaten der Firma gefunden. In dem Rucksack waren auch noch knapp 300 Euro Bargeld!!! Sowas kann natürlich auch schiefgehen, aber es zeigt auch eben noch eine andere Seite.

2.) Großstädtische Townships sind schon allein wegen ihrer z.T. Anonymität und sozialstrukturellen Diversität anders (wie Großstädte eben so sind). Aber der überwiegende Teil der Leute lebt hier, feiert, hat Alltagsprobleme, arbeitet, ... Und die Townships haben ihre unterschiedlichen Infrastrukturen: Shopping Malls, gepflegte Häuser, Nachbarschaftsinitiativen für die Bepflanzung der Gehsteige und Müllbeseitigung, Hütten, z.T. noch ohne Strom und Wasseranschluss, Müllberge, ... Aber auch hier gilt: es gibt Viertel, in die gehöre ich nicht, es gibt Viertel, die sollte man nur mit Einheimischen besuchen und es gibt Viertel, da kann man sich selbst nachts frei bewegen. In den Townships wird auch gelebt und gearbeitet. Bspw. fahre ich auch immer nach Soweto/Kayelitsha/Katutura, um dort den Mietwagen vor Rückgabe an den Flughäfen in JHB/CPT/WDH waschen zu lassen. Erfahrungsreiche Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auch einige.

Mein Fazit: Auch für Townships und ehem. Homelands würde ich die Sicherheitstipps, die hier im Thread gegeben wurden, genauso geben.

Und nochmal Sorry: Ich bin vielleicht bei diesem Thema etwas emotional, denke halt nur, dass ein selbstbewusstes, aber offenes Auftreten den Menschen, die dort leben, gerechter wird. Und nicht zuletzt bekommt man ein Lächeln und tolle Gastfreundlichkeit zurück. Deshalb nochmal: Gerne könnt Ihr kritisch auf meinen Beitrag reagieren, aber bitte, bitte: nicht persönlich angegriffen fühlen.

Und da schließe ich mich total an:



Zitat

Aber wichtig ist: Genießt euren Urlaub und lasst euch nicht so sehr verunsichern. Die Chance das was passiert, ist sehr gering und mit gesunder Vorsicht kann man sie noch weiter minimieren.




Südafrika ist so ein tolles Land mit so tollen Menschen - und auch mit Kontrasten und Problemen.

LG, Erik

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Bär

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Mittwoch, 7. Juni 2017, 20:57

nehmen Anhalter*innen mit (wenn uns nicht unwohl dabei ist - da hätte ich eine lustige Anekdote, wenn´s interessiert

Ja mach mal, bevor es hier nur noch um Kriminalität geht... :rolleyes:
.
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chimurenga

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Mittwoch, 7. Juni 2017, 23:27

nehmen Anhalter*innen mit (wenn uns nicht unwohl dabei ist - da hätte ich eine lustige Anekdote, wenn´s interessiert

Ja mach mal, bevor es hier nur noch um Kriminalität geht... :rolleyes:

Ich weiß jetzt leider nicht in welche Richtung Ironie der Smiley geht, aber eigentlich geht's in der Anekdote ja auch um Kriminalität :) . Und für Oliver: Hoffe das ist in Deinem Thread OK. Es zeigt dann auch noch ne Seite von Sicherheitsgefühl, die wir manchmal vergessen ;)

Wir starten mit unserem gemieteten Opel Corsa von Phuthaditjhaba (Witsieshoek - nähe des golden gate highland parks) und unser nächstes Ziel war Soweto. Das war 2010 oder 2011. Wir wollten gern erstmal ein wenig über Land fahren. Dort ist die Minibus-Versorgung oft nicht mehr so gut und deshalb stehen oft Leute am Straßenrand. Wir halten an als wir so ca. 10-15 Leute sehen, die vergeblich auf einen Bus warten, geben unsere Fahrtroute bekannt und dass wenn wir gut zusammenrücken wir 2 Plätze frei hätten. Unser Corsa war natürlich voll bepackt (Zelte usw.) und so hatten wir auch kleinere Rucksäcke auf den hinteren Sitzen. Nun läuft das Ganze immer sehr diszipliniert ab: Wer am längsten wartet, entscheidet, ob die Route auf seinem/ihrem Weg liegt, dann kommt der/die Nächste usw. Übrigens wollen die Leute dann natürlich dafür bezahlen, was wir dankend ablehnen.

Jedenfalls freut sich der Erste, dass wir bis nach Soweto möchten (was ja schon ne ganze Strecke ist) und meint wir könnten ihn dort gut am Busbahnhof absetzen. Im Nachhinein war das Super für uns, hatten wir doch ein menschliches Navi mit an Bord. Die Nächste (eine ziemlich alte Frau) lehnte dankend ab und wir waren ganz froh - hatte sie doch 2 Maissäcke dabei. Wär bestimmt lustig geworden, ich weiß nur nicht, ob das der Corsa ausgehalten hätte. Als Nächstes war dann eine ca. Mitte/Ende 30 Jahre alte Frau an der Reihe (ich bin aber im Schätzen echt mies).

Und dann ging es los: Riesen Palaver, das wir natürlich nicht verstanden. Die Leute redeten auf die Frau ein, diese redete anscheinend dagegen. Nach 10 Min. wurde sie von den restlich Wartendenden in unser Auto gesetzt. Wir hatten keine Ahnung was vor sich ging. Nach unseren fragenden Blicken wurde uns aber von einer anderen Frau versichert: "It´s OK. You can drive". OKaaay. Wir fuhren also los und da die Frau überhaupt nicht gesprächig war (und zugleich sehr nervös erschien) erklärte uns der mitreisende Mann, wo sie hinwolle und wo wir sie am besten absetzen könnten. Nach knapp 2 Stunden legten wir eine Pause an einem Shop ein und luden die Beiden zu einer Coke ein. Als es dann weiter ging wurde die Frau immer gelöster und auch gesprächiger. Nach einer weiteren Stunde hatten wir ihr Ziel erreicht, setzten sie ab und fuhren weiter.

Jetzt bat ich den Mann uns doch mal zu erklären, was da eigentlich los war (Palaver und ins Auto drängen). Er meinte, dass die Frau anfangs lieber weiter warten wollte, statt bei uns einzusteigen. Da halten Weiße an, noch dazu europäische Touristen, das könne nicht mit rechten Dingen zugehen. Sie hatte totalen Schiss, dass wir sie und den anderen Anhalter unterwegs ausrauben wollen :)

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Bär

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Mittwoch, 7. Juni 2017, 23:35

Sie hatte totalen Schiss, dass wir sie und den anderen Anhalter unterwegs ausrauben wollen :)

Ich hatte eigentlich auf einen Themenwechsel gehofft, aber nun geht's ja doch wieder um Kriminalität. :D
Aber wie man sieht, Vorurteile gibt es überall.

Danke für die amüsante Geschichte. :danke:
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chimurenga

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Donnerstag, 8. Juni 2017, 00:10

Ich hatte eigentlich auf einen Themenwechsel gehofft, aber nun geht's ja doch wieder um Kriminalität. :D

OK. Dann halt noch eine 2. kleine Anekdote für Bär - ganz ohne Kriminalität:


2012 quartierten wir uns in Eshowe im George Hotel ein (Sehr empfehlenswert, weil sehr engagiert in der Community). Unglücklicherweise gehört zum Hotel eine eigene Mikro-Brauerei. Und noch unglücklicher war, dass wir an einem Mittwoch ankamen (2012). Da gibt es für jedes getrunkene Bier ein Freibier. In der Bar trifft sich alles und jede*r - egal welcher Hautfarbe, Religion, oder was weiß ich. Um kurz vor 23h wurden wir gefragt, ob wir noch mit ins Township auf ne Party wollen - WIR: Gerne. Um 4 Uhr beschlossen wir dann, das es jetzt mal reicht. Unser Auto wurde kurzerhand in ein typisch afrikanisches Sammeltaxi umgewandelt: 8 Leute in einem Polo (Ich habe auf der Party nur noch Cola getrunken). Nachdem wir die Leute kreuz und quer im Township abgesetzt haben, sind wir zurück ins Hotel (mitsamt einem der Söhne des Betreibers).

Am nächsten Morgen mussten wir erstmal zurück ins Township, da ich beim Ausparken wohl eine Radschutzhülle verloren hatten. Und der Ochsenmagen in der Marktbude war auch nicht grade magenfreundlich.

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Beleza

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Donnerstag, 8. Juni 2017, 08:57

Hallo Erik,

ich stimme dir völlig zu. Jedoch ist meine Erfahrung, dass gerade Afrikaneulinge noch nicht so gut einschätzen können, welches Viertel sicherer und welches Viertel eher unsicherer ist. Daher rate ich immer generell von alleinigen Townshipbesuchen ab.

In Phuthaditjhaba habe ich auch schon die lustigsten Sachen erlebt. Auch fahren wir mit offenem Fenster, halten an Ampeln, usw. usf.

Die einzigen unangenehmen Situationen hatte ich direkt in Kapstadt. Einmal zwei offensichtliche Diebe, einmal betrunkene Nigerianer und einmal ein sehr kryptischer junger Mann. Da war ich aber immer alleine unterwegs.

Ich freue mich schon unbändig auf unseren nächste Urlaub Mitte Juli und bin sehr gespannt, da es in für uns neue Gebiete geht.

Viele Grüße
Beleza
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