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Kawa

PE - Eastern Cape

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Sonntag, 6. Januar 2019, 07:37

Zitat von »Kitty191«3x hinten rechts. 1x geflickt, 2 Totalausfälle


Nun wird das Ausmaß sichtbar! :(


Okay, damit habt ihr mich im Reifenschrotten-Ranking überholt...


Mich mit zwei Platten ebenfalls! Eventuell könnte man einen thread aufmachen der da lautet " Wer hat die meißten..." ;)


So, nachdem nun das Reifendeath-Valley durchschritten ist, geht es (hoffentlich) wieder bergauf. Ich bin immer noch angeschnallt.


Dem schliesse ich mich an!
Grüße Olaf

2005 / 09 / 11 / 12 / 13 / 15 / 16 / 17 / 19 zur Zeit in KZN

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Kitty191

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Sonntag, 6. Januar 2019, 09:10

Sperrgebiet Lodge Springbok - a little piece of Paradise

28.11.18

Gegen 10:00 hat der Lademeister unseren Kram im Auto. Der Chef des Noordoewer Guesthouse überreicht mir die von ihm eingefrorene Cooler Box. Das Ding ist wirklich schockgefrostet. Ich kann es kaum anfassen ohne Frostbeulen zu bekommen.
4 Kilometer sind es bis zur Grenze. Die Ausreise aus Namibia geht zügig. Die beiden Jungs vor uns können keinen Gate-Zettel vorweisen, den gab es am letzten Stop Schild. Wohl nicht angehalten meine Herren? Oh je, da hat einer die Reihenfolge nicht eingehalten und schon bricht unter den Grenzbeamten ein großes Palaver aus. Der worldbestwhatever und ich tauschen einen augenrollenden Blick. Schlussendlich erbarmt sich einer der Offiziellen und bastelt einen Gate-Zettel. Easy eben...
Bei uns geht es schneller, der Chef hat am Stop Schild gehalten. Wir werden ausgestempelt und der Officer gleicht unser Fahrzeug ab. Mit einem Stirnrunzeln im Gesicht fragt er ungläubig ob wir in einem Corsa unterwegs wäre. Ich verneine, ebenfalls mit einem Stirnrunzeln. Aber in seinem Computer steht das so.... wir gleichen das Nummernschild ab und finden den Fehler. Ein Zahlendreher!
Mit dem Ford Ranger scheint er zufrieden zu sein. Wir dürfen einsteigen und die 2 Kilometer zum südafrikanischen Grenzposten weiter fahren. Da bekommen wir soeben mit, dass man sich über den provisorischen Gate-Zettel der beiden Stop Schild Ignoranten mokiert.
Auch das geht bei uns schneller. Ein Hoch auf den ominösen Zauberzettel. Die Border Police will wissen ob wir Fleisch, frisches Gemüse oder Handfeuerwaffen mitführen. Genau in dieser Reihenfolge. Die Feuerwaffen verneine ich entrüstet und hoffe so von Fleisch und Gemüse ablenken zu können. Leider nein. Wir sollen das Auto öffnen. Nun ist mein Lademeister ja nicht irgendein Lademeister, nein, vielmehr ist er ein Meister seines Faches. Da hinten im Sandkasten Canopy ja nur mein Koffer sein Dasein fristen muss und alles andere auf der Rückbank verstaut ist, gut eingepackt in Jacken und Geschirrhandtücher (damit nichts klappert und die Innenverkleidung nicht zerschrammt wird) finden die beiden Spürnasen unsere Cooler Box nicht. Zwiebeln und Kartoffeln gelten wohl nicht als frisches Gemüse. Die beiden sind aber trotz ihrer Akribie ganz lustig. Zum Schluss der Hausdurchsuchung bin ich versucht den beiden unseren kaputten Reifen zu schenken.
Bis Springbok haben wir nur 130 Kilometer vor uns. Das geht schnell. Die N7 ist schnurgerade und leer. In Steinkopf halten wir um zu tanken. Ein staubiges Nest, dessen kultureller Mittelpunkt die Tankstelle zu sein scheint. Schon um kurz vor 12:00 fahren wir in Springbok ein. Unsere Mission besteht darin, einen Reifenhändler zu finden, der Dunlop Grand Treck 255/70R16 im Sortiment hat. Drei Reifenhändler nennt Springbok sein eigen aber keiner hat den passenden Reifen. Somit wird ein weiteres unerquickliches Gespräch mit Europcar fällig (gut das es bei MTN 160 Rand Airtime im Bundle gab). Schließlich, nach längerem Hin und Her, darf auch ein anderer Reifen montiert werden. Wir sollen zu TrenTyre fahren, da wüsste man Bescheid. Da waren wir zuerst. Also wenden wir und kurven quer durch Springbok zurück zu TrenTyre. Wie mir aufgetragen suche ich George und trage mein Anliegen vor. Der weiß wie zu erwarten war, von nichts. Aber diesmal hab ich Euch am Haken Jungs, ich hab eure Nummer. George, sehr hilfsbereit, ruft an und macht den Deal klar. Während George mit Europcar verhandelt und mit Upington telefoniert, erhalte ich noch einen Anruf von Europcar. Diesmal was ganz neues. Mr. Europcar erklärt mir sehr gemütlich, dass unser Chuck Norris zum Service muss ..... ich erkläre dem Mitarbeiter, dass das jetzt wirklich nicht mein Problem wäre und wir das Auto eh in 10 Tagen zurückgeben werden und im übrigen müsse Chuck Norris niemals zum Service - ist schlecht für’s Image. Nein, ist die Antwort, der Service dulde keinen Aufschub. Mr. Sonniges Gemüt lässt sich von mir beschreiben wo wir wohnen und bestätigt, heute Abend um 21:00 kommt der Ersatzwagen aus Kapstadt. Verstehe einer die Afrikaner. Aber gut, uns ist es egal. Sollen sie doch 1400 Kilometer irgendwelche Autos durchs Land karren, für etwas was offenbar so unaufschiebbar ist, dass es keine 10 Tage Zeit hat. Nach 3 Stunden Reifenwechsel Challange machen wir uns auf zur Sperrgebiet Lodge, ein heißer Tip von Renate (Bandy) Tausend Dank liebe Renate, eine unserer schönsten Unterkünfte in diesem Urlaub :love: . Die Lodge liegt etwa 6 Kilometer außerhalb von Springbok, mitten im Namaqua Land. Die Anfahrt ist etwas holperig, unterstreicht dadurch aber die Abgeschiedenheit.











Belohnt werden wir mit grandiose Landschaft, endloser Weite, unglaublicher Ruhe und super netten Besitzern, die so herzlich und unkompliziert sind, als würden wir uns schon ewig kennen.











Unterhaltung bieten zwei freundliche Hunde und eine verrückte Schildkröte. Fast so schön wie im Richtersveld - glaube ich zumindest, bekanntlicher weise fehlt mir der direkte Vergleich.
Wir packen unser Zeug aus und entmüllen das Auto. Gibt ja schließlich was neues. Pflichtbewusst voll Getankt haben wir selbstverständlich auch.
Das Gelände der Sperrgebiet Lodge ist einmalig. Namaqua at its best. Ohne Blumen versteht sich. Unsere Hütte ist toll. Rustikal aus Holz, mit Strohdach. Alles drin, was das Selbstversorger Herz höher schlagen lässt, picobello in Schuss und mir Highspeed Internet. Das hat sich Mareleze nach eigenen Aussagen vor 4 Wochen selber zu Weihnachten geschenkt. Nun ist sie vor Freude ganz aus dem Häuschen und teilt es gerne mit ihren Gästen. Zur Abkühlung geht es erstmal in den eiskalten Pool. Pote einer der Hunde und ab heute unser treuer Begleiter folgt auf dem Fuße.





Auch ihm ist warm und er freut sich darüber, mit dem Gartenschlauch nass gespritzt zu werden. Lucky die verrückte Schildkröte hört auf ihren Namen möchte am allgemeinen Badevergnügen auch teilhaben, kommt aber die Stufen nicht hoch. So umkreist sie aufgeregt und erstaunlich flink mehrmals den Pool.








Ich fühle mich innerhalb kürzester Zeit hier so wohl, das ich 1. nie mehr weg will und 2. den Richtersveld fast vergessen habe.
Später ziehe ich los, um mit dem Fotoapparat die tollen Eindrücke rund um mich rum einzufangen. Wie meist ein eher hoffnungsloses Unterfangen, da man persönliche Stimmungen schlecht Fotografieren kann.




















Ich habe einen besonders schönen Köcherbaum im Visier, da spricht mich plötzlich eine nette weibliche Stimme von rechts an. So lernen wir Carine kennen. Wir hatten ihre Ankunft schon von unserer Terrasse aus beobachtet. Carine ist mit ihrem Hund unterwegs. Die beiden Damen reisen in einem tiefergelegten Mercedes Coupe, der hinten etwas durchhängt. Genau der richtige Wagen für Namibische Straßen, geht es mir durch den Kopf. Wie wir später von Carine erfahren, hängt der Wagen etwas, wegen der nicht unerheblichen Mengen an Namibischen Fleisch welches sie im Kofferraum hat. Soviel zu den Kontrollen an der Grenze.... Sie ist mit einem Deutsch-Namibier verheiratet und spricht daher ganz ausgezeichnet unsere Sprache. Das erleichtert die Unterhaltung für den worldbestwhatever erheblich. Wir quatschen uns fest und erfahren, dass sie auf dem Weg nach Saldanha ist. Dort besitzen sie ein Ferienhaus, direkt am Wasser. In Windhoek ist es jetzt sowieso viel zu heiß, weiß Carine zu berichten.
Nach dem Abendbrot sitzen wir zusammen und trinken gemeinsam die Weinvorräte aus. Carine hat ihre kleine Französische Bulldogge am Start, die großen Respekt vor Lucky the crazy turtel hat. Carine ist Zoologin und weiß einige interessante Dinge zu den allgegenwärtigen barking Gekos zu berichten. Beispielsweise bellen die verschiedenen Arten unterschiedlich. Rund um die Sperrgebiet Lodge wohnen anscheinend zwei verschiedene Arten. Zwischenzeitlich rennen wir mit Carine?s iPad umher und lassen uns von SkyGuide die Sternbilder zeigen, die aus der unglaublichen Fülle der Sterne am nächtlichen Himmel jedenfalls für uns nicht ersichtlich sind. Zum Abschluss des überaus unterhaltsamen Abends haben wir eine Einladung nach Saldana im Sack. Von Paternoster aus ein Katzensprung. Wir versprechen uns zu melden. Eine weitere Handy Nummer wandert in den Speicher.







Tageskilometer: 150 km
Wetter: sonnig, windig 28C
Falls Du glaubst, dass Du zu klein bist um irgendwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Zimmer ist
Dalai Lama

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bibi2406

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Mittwoch, 9. Januar 2019, 15:16

Liebe Kitty,

Ich habe gerade wieder einiges an Lesestoff aufgeholt und während des Lesens habe ich mich innerlich schweren Herzens immer mehr von diesem Fleckchen Erde verabschiedet. Ich bewundere Eure Ausdauer mit " hinten rechts", klar Euch blieb ja nichts anderes übrig, aber ich hätte geflucht wie ein tibetanischer Kameltreiber.....
Nie könnte ich nach deinem Bericht mehr unvoreingenommen solche Straßen fahren :whistling: . Und da hatten wir Bedenken, wegen der Strecke zum Mapungubwe :D ,
das war ja ein Witz im Vergleich zu Euren Straßen.
Ich hoffe ab jetzt zickt " hinten rechts" nicht mehr und ihr könnt mal auf " Entspannungsmodus" schalten, seid ja schließlich im Urlaub


LG
Barbara

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Bär

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Mittwoch, 9. Januar 2019, 16:55

Barbara, dass die Straßen in Namibia anders sind als in Südafrika sollte einem schon beim Blick mit Google Earth klar werden. Sooo schlecht sind sie aber auch wieder nicht, dass man deshalb von einem Besuch absehen müsste. Kitty hatte wohl extremes Pech. Wir sind die meisten der von ihnen genutzten Straßen ebenfalls gefahren, zu einem anderen Zeitpunkt, klar, aber wir waren sogar mit einem normalen Sedan unterwegs, der noch kleinere Reifen mit vermutlich weniger Profil hatte. Und man muss natürlich auch sagen, dass ihre Reifen mehrfach mit "Aufklebern" geflickt wurden. Wer das schon mit Fahrradreifen selbst gemacht hat weiß, dass dies einen neuen Schlauch nicht ganz ersetzt, weil an den Klebekanten potenziell wieder Luft abgehen kann. Bei Kitty scheint es so gewesen zu sein, dass die Luft sehr langsam entwichen ist. Shit happens. Ärgerlich, wirklich ärgerlich, aber mE verschmerzbar. Man sollte sich einfach nochmal vergegenwärtigen, dass es überall auf der Welt zu Situationen kommen kann, wo es nicht weitergehen kann. Überschwemmungen in Botswana oder vielleicht bald wieder im Kruger, Steinabgang am Chapmans Peak Drive, Wupperthal derzeit wegen Feuer nicht befahrbar. Und selbst in den Alpen sitzen gerade wieder einige hundert Leute wegen Lawinen fest. Kitty ist wieder zurück in Berline, also ist nichts wirklich Schlimmes passiert. Sie mussten umplanen, was wohl gut geklappt hat, sie mussten Träume oder zumindest Vorstellungen über den Haufen werfen, aber hey: der Richtersveld ist immer noch da und es würde mich nicht wundern, wenn sie es nochmal in Angriff nehmen würden... :whistling: Warum auch nicht? South Africa is not for sissies. :D
.
*** Wer nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen. (aus Afrika) ***

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Mittwoch, 9. Januar 2019, 17:25

Lieber Bär,

du hast natürlich in allen Punkten Recht und mir ist schon klar, dass die Straßen in Namibia meist als Schotterstraßen unterschiedlichster Art daherkommen. Aber da ich leider keine Reisebegleitung habe, die sich vorher so intensiv mit dem Thema 4x4 beschäftigt und die Planung gänzlich an mir hängen bleibt, muss der KTP wohl noch ein bisschen warten. Namibia dagegen steht noch immer auf der Liste.

Natürlich gibt es Schlimmeres, das ist auch richtig, und es ist ja auch zum Glück nichts passiert, aber Geduld gehört eben leider nicht zu meinen Stärken :whistling:
Einigen wir uns darauf, daß Kitty extrem viel Pech hatte und das Beste daraus gemacht hat


LG
Barbara

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Mittwoch, 9. Januar 2019, 20:14

Zitat

Lucky the crazy turtel

Nicht wirklich ein Einzefall. Unsere Wasserschildkröte :love: verhält sich ähnlich. Die klettert einem bis zur Schulter hoch und chillt dann.

Ich drücke Euch nachträglich die Daumen, dass nach dem Rücktaufen zu John Wayne die Fahrt ohne weitere Pannen fortgeführt werden kann.
Apropos, den Hype über Chuck Norris konnte ich sowieso nie nachvolliehen. Wohl zu recht :D

LG Rainer

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SilkeMa (13. Januar 2019, 13:16), Kitty191 (9. Januar 2019, 20:59)

Kitty191

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Mittwoch, 9. Januar 2019, 21:15

Geogap Nature Reserve

29.11.18

Die Nacht war kühl, ein ganz ungewohntes Gefühl aber nicht schlecht. Um 6:00 schlage ich die Augen auf, dank seniler Bettflucht kein Problem. Draußen lacht die Sonne, der Siebenschläfer schnarcht friedlich neben mir.
Derart harmonisiert stehe ich auf und setzte den Wasserkessel auf die Flamme. Während ich darauf warte, dass das Kaffeewasser kocht, trete ich raus auf die Terrasse und stolpere auch heute wieder über den Hund. Der schaut mich verschlafen an. Ich entschuldige mich, trinke meinen Kaffee im Stehen und genieße Stille und Landschaft. Ich schlendere samt Tasse rüber zu Carine. Die hat Besuch von Lucky der Schildkröte. Carine schneidet einen Apfel auf, der reißenden Absatz findet. Die kleine Bulldogge steht in der Hütte und traut sich nicht raus.
Um 8:00 packt Carine zusammen und macht sich auf den Weg nach Saldanha. Der Kofferraum steht offen und wir können uns mit eigenen Augen davon überzeugen, dass sie tatsächlich fast ein halbes namibisches Rind spazieren fährt. Das Fleisch, was in Südafrika im Handel ist, könnte man nicht essen, erklärt sie uns auf. Zuviel Hormone. Bier, Brot und Fleisch, das könnte Namibia einfach besser. Wir lassen das mal so stehen, denn wir finden im Vergleich zu Deutschland das Fleisch in Südafrika schon ziemlich gut.
Carine fährt ab, wir winken Ihr nach, freuen uns über die nette Bekanntschaft und ich verspreche ein weiteres Mal hoch unheilig mich zu melden.
Ich bringe das Frühstück auf den Tisch. Die Schildkröte bekommt eine geschnittene Gurke, der Hund einen Toast mit Käse. Für uns gibt es die Reste. Tieraugen machen nicht echt mürbe.
Um 9:30 brechen wir auf ins Goegap NR. Das liegt nur 10 Kilometer von unserer Wohnstätte entfernt. Wie rollen am Weltflughafen Springbok vorbei an ein geschlossenes Tor. Es tut sich nichts. Während wir schon darüber nachgrübeln ob vielleicht außerhalb der Blumenblüte geschlossen ist, schluft sie Torwächterin aus ihrem Kabuff und beäugt uns misstrauisch durch die Gitterstäbe. Nach gründlicher Prüfung öffnet sie zögerlich den Einlass. Wir tragen unser Anliegen vor und sie stellt uns leicht wiederwillig unser Permit aus. 60 Rand für uns beide werden fällig und die eindringliche Ermahnung bis spätestens 16:00 wieder am Gate zu sein. Wir schwören Stein und Bein, dass wir das schaffen werden. Nach mehrmaligem Nachfragen rückt sie sogar die Kopie der Wanderkarte heraus. Der Grüne Weg ist der Kürzere, sei aber etwas steil. Der Gelbe ist flacher, dafür 2 Kilometer länger. Steil ist ein Wort, dass kurz in mir aufflackernde Wanderambitionen sofort im Keim ersticken. Wir entscheiden uns für 2 Kilometer mehr, dafür moderate Steigung. Ich erinnere mich kurz an Christinas (Parabuthus) Reisebericht und bin gespannt, was uns erwartet.
Wir laufen kurz durch den kleinen Botanischen Garten und finden schnell die Wegweiser zu den Hiking Trails.























Schon nach 20 Minuten bin ich am Ende meiner Kräfte. Wenn das hier eine moderate Steigung sein soll, will ich gar nicht wissen, was die Dame unter Steil versteht. Mühsam schleppe ich mich voran. Am liebsten hätte ich jetzt schon unsere gesamten Wasservorräte getrunken, was vom Chef aber rigoros unterbunden wird. Erinnerungen ans Robberg NR 2016 werden wach.
Es herrscht eine Gluthitze, ich erinnere mich dunkel, das Christian den Weg als schön und sehr abwechslungsreich herschrieb. Gleichzeitig aber auch erwähnte, dass sie bei 23 C gelaufen sind und er sich über 35C nicht den Kopf zerbrechen wollte. Wir haben 33C und ich beschließe spontan, mir über 35C ebenfalls nicht den Kopf zu zerbrechen. Trotz guter Sun Protection merke ich, wie die Sonne mir Löcher in die Haut brennt und meine Lippen sind fast gar. Es geht bergauf und nimmt kein Ende. Es ist heiß und ich habe nach wie vor das Gefühl zu verdursten. Heißt Goegap (gesprochen Gochap) in der Sprache der Khoi/San doch Wasserloch. Welch Hohn in dieser Halbwüsten artigen Landschaft. Die Bergziege geht munteren Schrittes voran. Ich hingegen Kämpfe um’s nackte Überleben. Von Genuss bin zumindest ich, an dieser Stelle Lichtjahre entfernt. Mehrmals denke ich über Sitzstreik nach. Irgendwann erreichen wir den Viewpoint. Nach über einer Stunde haben wir lächerliche 2 Kilometer geschafft. Wenn ich mit meinem Wasserhaushalt nicht so knausern müsste, würden mir jetzt tatsächlich die Tränen der Verzweiflung in die Augen treten.

















Nach den Viewpoint allerdings wird es tatsächlich angenehmer zu gehen. Wir befinden uns auf einer Art Hochplateau und der Weg geht jetzt fast eben dahin. Zusätzlich weht hier oben ein frischer Wind und die Sonne ist dankenswerter Weise hinter ein paar Wolken verschwunden. Ich trabe Gottergeben dem Chef hinterher. Der hat die Wasserflaschen im Rucksack und ist somit mein Gochap = Wasserloch.








Erst als der gelbe Weg wieder auf den Grünen Weg trifft wird es wieder hakeliger. Wir klettern über einige große Felsen, besteigen fragwürdige Leitern und zwängen uns durch Felslöcher. Die letzten Kilometer zum Parkplatz ziehen sich. Paviane sitzen stumm und reglos in den Felsen, beobachten uns und erinnern mich an die Indianer in den alten Western Filmen, die darauf warten, dass die Cowboys verdursten. Die Sonne brennt erbarmungslos und ich denke nur noch laufen und atmen. Nach 3,5h sehen wir unser Auto wieder, ein tiefes Glücksgefühl durchströmt mich. Im Auto liegen weitere 1,5 l des kostbaren Nass. Ich bin so gierig, dass sich mein Magen anfühlt, wie ein übervolles Goldfisch Glas. Bei jedem Schritt den ich nun zum Auto mache, schwappt es verdächtig in meinen Innereien. Trotzdem ist meine Welt wieder in Ordnung, nachdem ich im klimatisierten Wagen sitze. Chuck zeigt uns, zu was eine echte Holzfäller Karre fähig ist und pustet soviel kalte Luft aus der AC, dass es sich fast nach Herbstspaziergang an der Nordsee anfühlt. Die 13 Kilometer lange Touristen Route ist jetzt nur noch die Kür. Über sandig, kurvige Strecke fahren wir einen schönen Loop. Zu sehen bekommen wir Springböcke und Bergzebras und natürlich großartige Landschaft.










Nur das gehuckel ist für meinen Wasserbauch nicht zuträglich. Ein paar Mal habe ich ernsthafte Bedenken ob das volle Goldfisch Glas nicht doch gleich überschwappt. Um 15:15 werden wir bei der übellaunigen Torwächterin vorstellig. Raus lässt sie uns um einiges schneller als rein. Wir bekommen zum Abschied sogar ein sparsames Lächeln geschenkt. Es geht zurück an der großen Abraumhalde der ehemaligen Kupfer Mine vorbei und am Flughafen. Ruck Zuck sind wir zurück in unserer Oase des Friedens und der Glückseligkeit.
Der Wandervogel zwingt mich in den eiskalten Pool und erklärt mit ernster Miene: Sportler nehmen nach großer körperlicher Anstrengung auch ein Eisbad. Ist gut gegen Muskelkater. Na dann...
Den Abend beschließen wir mit einem schönen Braai. Die Schildkröte schläft irgendwo in unserer Hütte zwischen Kühlschrank und Herd, der Hund bekommt mein halbes Lammsteak und legt sich voller Dankbarkeit und Zuneigung direkt vor unsere Tür. Der grandiose Sternenhimmel umhüllt uns wie eine Patchwork Decke von Swarovski. So fühlt sich Glück an.

Tageskilometer: 51
Wetter: heiter bis wolkig 33C


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Kitty191

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Mittwoch, 9. Januar 2019, 21:32

Guten Abend,
@Barbara:
schön, dass du weiterhin dabei bist. Wegen unserer Reifenprobleme würde ich diese Region als Urlaubsziel keinesfalls abschreiben. Der KTP ist problemlos ohne jegliche 4x4 Kenntnisse fahrbar. Und wenn man nicht explizit ein 4x4 Camp anfahren möchte auch gänzlich ohne 4x4 befahrbar.
Wenn man sich in die raue Einöde begibt, muss man darauf gefasst sein, dass nicht alles glatt läuft. Die Straßen im Northern Cape sind übrigens zu einem großen Teil auch Gravel und nicht unbedingt besser als in Namibia.
den ersten Plattfuß haben wir uns ja auch in Augrabies in SA geholt.
Also Barbara nur Mut und immer munter voran. :thumbup: Und zu deiner Beruhigung, auch wir haben geflucht. Unflätig - zum Teil auch wie ein tibetischer Yak Treiber. (Kamele gibt es in Tibet nämlich nicht :D )


@Bär:
Der Reifen wurde tatsächlich nur 1x geflickt. Das war in Upington. Der Folgeschaden im FRC war eine komplett andere Stelle. Wir haben nachgesehen, da wir auch erst vermutet haben, das es den Patch geschreddert hat. Und natürlich hast du recht. Der Richtersveld nagt am wordbestwhatever. So ist am Ende die grobe Enttäuschung im Nachgang zu einem großen Glück geworden. Denn ich konnte dem Chef für 2020 eine weitere Reise schmackhaft machen. :thumbsup:


@ Rainer:
auch ich war 44 Jahre Besitzerin einer Wasserschildkröte. Die hat bis zum Schluss garstig nach einem geschnappt. Erstaunlich bei Lucky war der Umstand, dass sein Alter auf ca. 40-50 Jahre geschätzt wird und er plötzlich aus der Wildnis auftauchte. Offensichtlich ist er gekommen um zu bleiben. Ohne jegliche Scheu oder Aggressionspotential hält er sich gerne in der Gegenwart von Menschen auf- sucht sie regelrecht.


Liebe Grüße
Kitty

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Mittwoch, 9. Januar 2019, 21:47

Oje! Vermutlich kann ich mich glücklich schätzen, daß zum Zeitpunkt eures Aufstiegs viele 1.000 km zwischen uns lagen. ;)

Wir sind eigentlich überhaupt keine Bergziegen, aber ich denke, daß in der Tat die 35°C wie ein Mühlstein um den Hals wirken. Und ehrlich gesagt dachten wir am Viewpoint nach gerade 2 km auch, daß wir vor Sonnenuntergang nicht fertig werden und unsere Tagesplanung pulverisiert wäre.

Wie du ja schreibst geht es danach zum Glück deutlich geschmeidiger weiter.

Habt ihr auf der Wanderung eigentlich Tiere gesehen?

Die Schildkröte in eurer Unterkunft ist ja sowas von süß :love:

LG

Christian

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Bär

Vollkommen Ahnungsloser

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150

Mittwoch, 9. Januar 2019, 22:14

er Richtersveld nagt am wordbestwhatever. So ist am Ende die grobe Enttäuschung im Nachgang zu einem großes Glück geworden. Denn ich konnte dem Chef für 2020 eine weitere Reise schmackhaft machen. :thumbsup:

Klingt prima. :thumbsup:

Ohne jegliche Scheu oder Aggressionspotential hält er sich gerne in der Gegenwart von Menschen auf- sucht sie regelrecht.

Was erwartest Du auch anderes, wenn Du ihn mit Gurken fütterst? Vollpension, Wasser, Schatten, Dach überm Kopf, Spielkameraden, die man anschieben kann (oder es zumindest versucht). Läuft doch :D

Raus lässt sie uns um einiges schneller als rein. Wir bekommen zum Abschied sogar ein sparsames Lächeln geschenkt.

Ich frage mich bei sowas immer, was die wohl insgeheim denken. Vermutlich "Immer diese verrückten Europäer. Bei 30 Grad bewege ich mich doch nicht unnötig - und schon gar nicht freiwillig" :rolleyes:
.
*** Wer nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen. (aus Afrika) ***

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M@rie

Buschbaby

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151

Mittwoch, 9. Januar 2019, 22:21

Denn ich konnte dem Chef für 2020 eine weitere Reise schmackhaft machen. :thumbsup:
lG M@rie

"Schildkröten können dir mehr über den Weg erzählen als Hasen." - chin. Chengyu

,,,^..^,,, Kruger 2019 - in "trockenen Tüchern" ,,,^..^,,,

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bandi (9. Januar 2019, 22:50), Kitty191 (9. Januar 2019, 22:30), sunny_r (9. Januar 2019, 22:28)

bandi

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152

Mittwoch, 9. Januar 2019, 23:16

Hallo Kerstin,

Wie schön, dass euch meine Empfehlung, die Sperrgebiet Lodge anzusteuern, so gut gefallen hat :thumbsup: . Wir hatten sie als Domizil gewählt, weil sie so schön urig in dieser tollen Landschaft liegt und weil wir unbedingt ins Geogap NR wollten. Leider war es aus völlig unerfindlichen Gründen genau an diesem Wochenende geschlossen. Shirt happens :thumbdown:
Und wie froh war ich, als ich die Hunde auf den Fotos sah :) . Uns ist nämlich folgendes passiert. Wie hatten am letzten Abend gegrillt und die schon gegrillten Hähnchenbollen für den nächsten Tag in eine Tupperschüssel gepackt. Wolfgang hatte sie über Nacht aus Versehen ins Eisfach statt in den Kühlschrank gelegt und so stellte ich sie tiefgefroren mit Deckel draußen auf den Tisch zum Auftauen. Vor unserer Abreise suchte ich die Tupperschüssel - und fand sie leer ca. 10m vom Eingang entfernt. Da hatten die Hunde, die nie am Tisch bettelten o.ä. doch glatt die Dose vom Tisch geklaut, irgendwie den Deckel geöffnet und die tiefgefrorenen Hähnchenkeulen genüsslich verspeist - MIT Knochen :help: . Aber die beiden hopsen ja immer noch vergnügt umher oder liegen treu und brav vor der Hütte. :thumbup: . Ja, in diese Lodge würden wir jederzeit wieder fahren. :thumbup: . Sooo persönlich und liebevoll angelegt und diese himmlische Ruhe und dann der tolle Sternenhimmel :love: .
Ich hoffe, dass es euch in Paternoster in 'unserem' Haus aber auch gut gefallen hat , obwohl es ja etwas ganz anderes war. Und dass du, KITTY , im Katzenellenbogen wohnst, ist echt witzig :D Auf beide Quartiere werden wir dieses Mal aber verzichten müssen, denn vom KTP aus geht's in die Gegenrichtung Richtung Mokala und Mountain Zebra :thumbup: .

Lieben Gruß
Renate , die die Tage zählt bis :saflag:
Es scheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist.
Nelson Madela

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SilkeMa (13. Januar 2019, 13:21), Kitty191 (9. Januar 2019, 23:24)

Kitty191

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Mittwoch, 9. Januar 2019, 23:37

Hallo liebe Renate,
mach dir keine Sorgen, beide Hunde sind wohlauf, trotz gefrorener Hähnchenschenkel. Ich glaube, die beiden haben schon größere Hürden genommen.
Pote hat innerhalb von ein paar Minuten den riesigen Knochen aus unserem 1 Kilo T- Bone Steak verspeist, als wäre es nichts. Wir hatten aber vorher gefragt, ob wir ihm den Knochen geben dürfen. Auch bei uns hat er am Tisch nie gebettelt. Lustig war, das er, wenn er sich unbeobachtet gefühlt hat, hingebenungsvoll die Sonnenblumenkerne der Vögel aufgeschleckt hat. ;)
Der kleinere Hund, dessen Namen ich nicht weiß, hat sich an unserer Hütte nie sehen lassen. Ich glaube, der hatte ordentlich Respekt vor Pote. Pote wiederum möchte Lucky nicht leiden..... Da ist es bei den Tieren offenbar auch nicht anders als bei den Menschen...
Während unserer Zeit, ist ein neues Familienmitglied hinzu gekommen. Ein zuckersüßer 12 Wochen alter Jack Russel Terrier. Wir haben in Aufgrund seiner Zeichnung gemeinschaftlich Peanut getauft. Leider habe ich ihn nicht fotografiert. Es gib aber auf der Facebook Seite der Sperrgebiet Lodge Bilder von ihm.
Diese Unterkunft steht in 2 Jahren ganz oben auf unserer Übernachtungsliste. Ein Ort zum Verlieben. :love:
Ja, dass die Kitty im Katzenellenbogen wohnt, war schon lustig. Eine sehr schöne Unterkunft, obwohl wir uns mit der Zivilisation echt etwas schwer getan haben.
Wann geht es denn bei euch los?


Liebe Grüße
Kerstin
Falls Du glaubst, dass Du zu klein bist um irgendwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Zimmer ist
Dalai Lama

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bandi (9. Januar 2019, 23:43)

bandi

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154

Mittwoch, 9. Januar 2019, 23:51

Liebe Kerstin,
das sprengt deinen tollen Reisebericht zu sehr. Wäre schade drum. Schreib dir morgen über Whatsapp.

Schlaf gut!
Es scheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist.
Nelson Madela

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Kitty191 (10. Januar 2019, 13:23)

Kitty191

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Sonntag, 13. Januar 2019, 10:16

Fauler Tag im Sperrgebiet

30.11.18

Punkt 6:00 werde ich wach. Draußen scheint die Sonne. Vorsichtig bahne ich mir den Weg zum Wasserkessel. Der Siebenschläfer schlummert friedlich oder tut jedenfalls so. Ein guter Taktiker schlägt erst die Augen auf, wenn der Kaffee fertig ist.
Das Kaffeewasser kocht und ich gieße die heilbringende braune Brühe auf. Der Siebenschläfer schnarcht weiterhin. Wohl doch keine Taktik, sondern einfach nur müde. Ich öffne die Terrassentür und falle fast über Pote, den Hund. Unser neuer bester Freund, hat auch diese Nacht uns und unseren Schlaf bewacht. Ich schleiche also wieder rein und schmiere ihm ein Käsebrot. Nun liegt er auf meinen Füßen und ich kann mich gar nicht mehr rühren.
Die Sonne scheint mir ins Gesicht und schon um 6:30 ist mir zu warm. In der Hütte tut sich was. Der Mann beginnt seinen Tag nun ebenfalls. Sogar den Tee auf seinem Nachtisch hat er gefunden. Samt Tasse kommt er angeschlurft und sinkt in den anderen Stuhl. Missmutig blinzelt er in die Sonne und murmelt: hell.
Kann ein Tag idyllischer beginnen?
Unser dritter Tag in Springbok's Sperrgebiet. Die meisten von euch fassen sich jetzt wahrscheinlich an den Kopf und fragen sich verwundert, was wir um Himmelswillen 3 Tage in Springbok wollen. Tja, das ist schwer zu erklären. Wir fühlen uns einfach so unglaublich wohl und gut aufgehoben hier, dass wir beide nicht den Wunsch haben weiterzureisen. Gestern habe ich sogar unsere eigentlich gebuchte Unterkunft in Springbok storniert und hier einen weiteren Tag gebucht. Wenn schon zur Zeit nichts nach Plan läuft, dann bitte auch so, wie wir es wollen.









Heute haben wir nicht viel vor. Eigentlich müssen wir nur einkaufen, Geld besorgen und tanken. Vorbereitungen für unsere morgige Abreise. Ich möchte gar nicht drüber nachdenken. In meine trüben Gedanken hinein, höre ich ein ganz eigenes Geräusch. Ich schaue mich um und sehe Lucky the crazy Turtel strammen Schrittes auf uns zu kommen. Pote gibt zu meinen Füßen ein leises aber deutlich missfallendes Knurren von sich.





Ich nötige den Chef ins Haus und trage ihm auf, von der Gurke ein paar Stücke abzuschneiden. Er knurrt auch, tut aber wie ihm geheißen.





Für die Vögel bringt er auch gleich noch Wasser und ein paar Krümel mit.
Ja, bis man seine Arche Noah so mit Frühstück versorgt hat, braucht es schon ein Weilchen.





Gegen 9:00 frühstücken wir endlich selber und machen uns gegen 10:00 in Richtung Springbok auf. Als wir in die Stadt einfahren, sehen wir lange Schlangen vor den Geldautomaten. Schlagartig wird uns klar, heute ist Freitag und Monatsende. Was manchen sicherlich gleich wieder zum Umdrehen veranlasst hätte, lässt unser Hauptstadtherz höher schlagen. Endlich mal ein Battle, dem wir uns gewachsen fühlen. Nicht dieses ungleiche Duell, spitze Steine auf staubigen Gravel Roads gegen unschuldige Reifen. Menschenmassen, die alle das Selbe wollen, die sind wir gewöhnt. Damit können wir umgehen.
Unser erstes Ziel ist der Spar. Gekonnt schnappt sich der Chef den letzten Parkplatz, eine Millisekunde vor einer leicht unentschlossen wirkenden gestressten Dame. Läuft...
Wir entern den Supermarkt. Die Einkaufsliste in der Hand stürme ich voran und verteile Aufträge.





Das 1,8 Kilo Texas Steak als kleiner Mittagssnack bleibt schweren Herzens liegen.
In 30 Minuten haben wir alles im Wagen und manch Hürde, meist in Form von beladenen Einkaufswagen samt schwatzender Eigentümer gekonnt umschifft. Die Herausforderung war mäßig schwierig. Ein normaler Einkaufstag in der Hauptstadt. Wir schmeißen alles ins Auto und ein kurzer Blick Richtung Kreuzung reicht aus und mein fleischgewordener Stauumfahrungsassistent schlägt eine andere Richtung ein. Schon kurz darauf erspäht der Checker eine Tankstelle mit freier Zapfsäule. Das ist unsere. Full please.
Währenddessen sehe ich, dass am ATM der FNB Bank so gut wie nichts los ist. Ich gehe rüber und sondiere die Lage. Wahrscheinlich ist der Automat leer oder defekt. Weit gefehlt. Anstandslos spuckt er 5000 Rand aus. Der Rest der afrikanischen Bevölkerung hat offenbar ein Konto bei der Capital Bank. Soll mir recht sein. Nach nur 1,5 Stunden ist unser Ausflug nach Springbok beendet. Auf dem Gesicht des Chefs macht sich fast ein bisschen Enttäuschung breit. Schatz, sagt er, dass war keine richtige Herausforderung. Zumal wir uns in dieser Zeit auch noch die 2 Sehenswürdigkeiten des Ortes angesehen haben und noch einen Schuhladen besuchten. Und nein, nicht ich wollte irgendwas. Der Chef braucht neue Trekking Sandalen, denn seine sind hinüber.
Schon um 12:15 sind wir zurück an unserem Lieblingsort.





Wir verstauen die Einkäufe im Kühlschrank und nehmen kurz darauf ein erfrischendes Bad im Pool.
Den restlichen Tag verschlunzen wir und schmeißen Abends ein letztes Mal vor grandioser Kulisse den Grill an.


















Ein Teil unseres Gepäcks verladen wir auch schon. Dann ist es morgen früh weniger. Mein Koffer bekommt wieder seine olle Plastiksack Verpackung und fliegt ins noch staubfeine Canopy.
Derweil grillt ein 1 Kilo T-Bone Steak auf dem Feuer vor sich hin.
Das Fleisch wird brüderlich geteilt. Der Hund bekommt den Knochen und wir das Fleisch. Alle sind zufrieden und kauen genüßlich am zugeteilten Stück.
Der Sternenhimmel über uns ist einmal mehr fantastisch.


Tageskilometer: 20
Wetter: sonnig 33C
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Dalai Lama

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Kitty191

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Sonntag, 13. Januar 2019, 15:28

In die Ceder Berge

01.12.18

Wieder sind wir höchst freiwillig um 6:00 auf den Beinen. Ganz erstaunlich, was alles möglich ist, wenn man nicht zur Arbeit muss. Ein letztes Mal trinken wir unseren Kaffee auf der Terrasse, genießen den Ausblick, füttern den Hund mit einem Käsebrot, die Schildkröte mit Gurke und die Vögel bekommen frisches Wasser.
Das Herz ist mir schwer, denn ich hasse Abschiede. In der Sperrgebiet Lodge habe ich mich so wohl gefühlt, so aufgehoben. Irgendwie hat eben alles gepasst. Der Chef sieht mich mahnend an und merkt an, dass der Urlaub eben weiter gehe.
Um 9:00 sind wir mit den Verabschiedungen soweit durch (Hunde, Schildkröte, nette Gastgeber) dass wir tatsächlich aufbrechenden können.





Vor uns liegen gut 350 km auf der N7. Diese Gestalten sich unspektakulär. Es herrscht wenig Verkehr und die Straße ist gut in Schuss. Unterhalten werden wir durch Musik vom Handy, die wir lauthals mitsingen. Ziemlich genau bei Clanwilliam zweigt die Straße nach links ab. Die letzten 75 Kilometer geht es über mehr oder weniger rüttelnde Gravel Road, vorbei an Algeria immer tiefer hinein in die Ceder Berg Wilderness Region. Vor uns fahren zwei große LKW's. Ich bin etwas irritiert, denn die hätte ich hier nicht erwartet. Sehr langsam quälen sie sich über den ersten Pass.





Wir hängen hinten dran, eingehüllt in die obligate Staubwolke, ohne Chance überholen zu können. So ist das Fahrvergnügen und die Aussicht auf den ersten 16 Kilometern bis Algeria stark eingeschränkt. Rund um die Cape Nature Unterkunft wird die Straße gepflastert und die Laster bringen das Baumaterial. Hier endlich ergibt sich auch eine Möglichkeit die stinkenden, staubigen Krachmacher zu überholen. Wir passieren die langgezogene Baustelle. Nachdem diese hinter uns liegt, wird es richtig schön. Ich beäuge zwar etwas zwiespältig die vielen spitzen Steine auf der Piste, kann mich aber schlussendlich doch an der fantastischen Landschaft erfreuen.





Fast nach jeder Kurve eröffnen sich neue Ausblicke in wundervolle Täler, auf markant geformte Bergzüge oder saftige blühende Wiesen. Kleine Bäche lassen die Landschaft üppig grün und saftig erstrahlen. Gemütlich rüttelt uns die Holzfäller Karre auf einer der schönsten Straßen ins Herz der Ceder Berge. Wir passieren Sandrifft und die Abzweigung nach Wupperthal. Wir fahren langsam mit offenen Fenstern. Gegenverkehr gibt es keinen mehr. Gierig saugen wir Gerüche und Geräusche auf.





Kurz vor unserem Ziel muss Chuck noch einen ordentlichen Pass erklimmen. Dann eröffnet sich die Sicht auf ein breites Hochtal, in das die Mount Ceder Lodge eingebettet ist. Üppige, weitläufige Oliven Haine dominieren nun das Blickfeld. Wir passieren die breite Brücke über den Grootrivier und biegen gegen 15:00 zum Haupthaus der Lodge ein.





Liebevoll ist die Anlage angelegt. Verschwenderisch blühen ausladende Rosen Hecken. Vor dem Haus grasen die Pferde auf weitläufigen Koppeln. Von der Terrasse des Restaurants schaut man auf einen See. Wir werden freundlich empfangen und erhalten den Schlüssel zum Kliphuis überreicht.














Am Schlüsselbund hängen noch verschiedene Transponder, mit denen es uns möglich ist die unterschiedlichen Farmtore zu öffnen. Laut Lageplan müssen wir zu unserem Häuschen knapp 2 Kilometer zurück fahren. Gleich hinter den Oliven Hainen zweigt eine schmale Schotterpiste ab, die sich kurvig bergauf schlängelt. Vorbei geht es zum Hinweisschild zu den Buschmann Zeichnungen, bis wir endlich unser Domizil erreichen. Das Haus steht auf einem Hügel mit Blick ins Tal.








Wir schauen auf sehr viele Oliven Bäume, von Zedern leider keine Spur. Es gibt auch noch ein zweites Häuschen hier oben (Melkbos) das ist aber in den 3 Nächten unbewohnt.





So ist unsere Lage wieder einsam und ein wenig exponiert. Das Haus ist geräumig, die Aussicht super und der Grill versetzt den Herrn Landes Branddirektor spontan in Begeisterung. Strom gibt es lediglich über eine Solaranlage, deren Konverter leider ununterbrochen ein hohes nerviges Summen von sich gibt. Wie nervig dieser Ton ist, erfahre ich aber erst in der absoluten Stille der Nacht, wenn ich schlaflos im Bett liege und mich zum wiederholten Mal frage ob ich nun auch zu den Armen leidgeprüften Menschen gehöre, die einen ausgeprägten Tinnitus haben. Wir zerren unser Zeug aus dem Auto und installieren uns. Der Bademeister drängelt und möchte so schnell wie möglich zur ausgewiesenen Badestelle am Fluss. Also setzen wir uns wieder ins Auto und fahren zurück Richtung Rezeption, dort gibt es übrigens auch WiFi. Das Rolltor gegenüber können wir mit einem unserer vielen Transponder öffnen. Ein kurzer Weg führt uns zum Hinweis Badestelle. Dort biegen wir ein. Wir finden einen wundervollen Platz vor, mit grünem saftigen Gras (soviel grün überfordert fast unser arides Auge) Schatten spendenden alten Weiden und einen ziemlich breiten Fluss. Überdies liegen 3 Paddelboote am Ufer, die für schmales Geld gemietet werden können. Der Bademeister fackelt nicht lange und schon steht er bis zu den Hüften im Grootrivier. Fische glitschen ihm durch die Beine und nagen an seiner Haut. Vielleicht nicht jedermanns Sache. Die beiden südafrikanischen Teens, sind zwar weitaus weniger zimperlich, als es darum geht, ins kühle Nass zu steigen, quietschen aber wie die verrückten als die Fische um ihre Beine schwimmen. Ich sitze im Schatten der schönen alten Weide - irgendwie gibt es hier anscheinend keine Zedern - und sehe mir das Schauspiel interessiert aus der Ferne an.




















Ich denke kurz über Horse Riding nach und ernte einen gequälten Blick. Zurück am Häuschen entfacht der Brandmeister ein zünftiges Feuerchen und wir beschließen den Abend mit einer ansehnlichen Menge Grillgut und Pinotage von Robertson Winery. Eindringlich wurden wir vor den Affen gewarnt. Gesehen haben wir die drei Tage keinen einzigen. Die Schatten werden länger und wir sitzen auf unserer Terrasse und genießen Ausblick und Stille.











Der große Eukalyptus Baum vor unserem Haus ist der Schlafbaum einer mittelgroßen Perlhuhn Familie. Mit lautem Geschnatter kündigen sie ihr Kommen an, fliegen in den Baum, suchen einen bequemen Ast und nach kurzer Zeit herrscht wieder Ruhe.

Tageskilometer: 432
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Sonntag, 13. Januar 2019, 17:06

Hi Kitty,

vor einigen Jahren gab es dort in den Cederbergen ein sehr weitläufiges Feuer, gerade um Algeria herum. Na ja im Laufe der Jahre waren es mehrere. Vielleicht hat das die Zedern dahin gerafft? Irgendwann gab es sie sicher mal...

LG Beate

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Montag, 14. Januar 2019, 09:54

Ich habe gelesen, daß der Bestand an Zedern wohl schon längere Zeit schwindend ist und auch die Zukunft des noch vorhandenen kleinen Bestandes überaus kritisch ist. Man bemüht sich zwar, aber der Zug könnte auch schon abgefahren sein...

Aber auch so nach den Eindrücken aus Kittys Bericht ein Ziel, das noch ganz weit oben auf der Liste steht...

LG

Christian

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Mount Ceder Lodge

02.12.18

Es ist Sonntag, die Sonne lacht vom wolkenlos blauen Himmel und wir nutzen die frühe Stunde um ohne Hitzschlag zu den Rock Paintings zu kommen. Nun waren wir schon verschiedene Male in Südafrika aber zu einem ihrer größten Kulturschätze, eben den Felsmalereien der Khoi/San hat es noch nie gereicht. Kulturbanausen eben....
Jetzt hatten wir diese Schätze fast direkt vor der Tür, damit auch keine Ausrede mehr, nu' aber. Schon vor dem Frühstück scharrt der Wandervogel mit den Hufen. Direkt hinter unserem Häuschen geht es los.

















Nur knapp einen Kilometer folgen wir dem Sandweg. Dann erreichen wir ein umgefallenes Schild, dass wir wieder aufrichten und schon ist Pfadfinder Geschick gefragt.





Der Kulturbeauftragte schlägt sich gut gelaunt in die Büsche. Ich bleibe erst einmal zögernd auf dem Weg stehen. Längere Zeit höre und sehe ich nichts vom Mann. Nach 10 Minuten rufe ich zaghaft in die morgendliche Stille -fast eine Sünde in den jungfräulichen Morgen zu krakeelen. Spontan sehe ich einen Arm dicht am Felsen in die Höhe schnellen. Hast du was gefunden? Frage ich. Ja hier ist allerhand Zeugs an den Felsen gekritzelt. Sieht das aus wie Felszeichnungen längst vergangener Zeit? Wiederum meine Frage. Keine Ahnung bekomme ich zur Antwort. Komm her und sieh es dir selber an. Also kraxle ich durch's Gestrüpp hinterher.
Wir finden einige Tier und Menschendarstellungen und natürlich die üblichen Statement's wie "Ute was here" Warum glauben die Leute immer Kunst muss nochmal nachsigniert werden?

















Auf dem Rückweg öffnet sich der Blick in's Hochtal und auf den Komplex der Mount Ceder Lodge.

















Nach einer Stunde sind wir zurück im trauten Heim. Das Frühstück kommt auf den Tisch und wir besprechen die weitere Tagesplanung. Soviel Planung bedarf es eigentlich nicht. Der Chef will nach Wupperthal, ich nicht. Große Wanderungen wir z.B. Wolfsberg Arch oder Maltese Cross fallen aus. Viel zu anstrengend und viel zu heiß. Schwimmen im Fluss ist eine gute Alternative und vielleicht noch 1-2 Stunden Paddeln. Damit sind wir beide froh.
Nach dem Frühstück sitzen wir noch ein ganzes Weilchen auf unserer Terrasse und genießen den Blick ins Tal.





Auf der Strecke Clanwilliam nach Ceres, quer durch die unasphaltierte Wilderness Area, normal ungefähr so befahren, wie der Feldweg hinter dem Haus meines Heimatdörfchens, ist die Hölle los. Wir sehen in 2 Stunden mehr Motorrad Fahrer als im ganzen hinter uns liegenden Urlaub. Der Verkehrszähler behauptet ohne den Blick von der Straße zu wenden: hier ist mehr los als auf?m Ku?Damm.
Wir packen unser Zeug zusammen und freuen uns auf einen herrlichen Nachmittag am Fluss. Hat es uns dort doch gestern so ausgesprochen gut gefallen. Landschaftlich ein echtes Highlight und so ruhig und beschaulich war es dort. Wir setzten Chuck Norris in Bewegung und fahren die knapp 2 Kilometer runter zum Haupthaus. Dort öffnen wir mit unserem Transponder das automatische Rolltor und biegen erwartungsfroh ab zur Badestelle. Doch was sehen unsere entsetzten, vor Unglauben und Empörung geweiteten Augen? Etwa 10 -15 Geschwister von Chuck Norris parken auf dem makellos gepflegten Rasen. Dazu tummeln sich circa 30-40 Menschen um zwei brennende riesen Grills. Little Joe schleppt soeben ein halbes Rind und rund 100 Hähnchenschenkel herbei. Im Wasser tummeln sich unzählige Kinder mit Schwimmreifen und lautem Geschrei. Soviel zu unserem relaxten Nachmittag am Fluss. Vor lauter Enttäuschung stampfe ich mit dem Fuß auf und eine Träne der nackten Empörung kullert mir über die Wange.
Na gut, dann gehen wir eben nur Paddeln. Kurz vor der Rezeption kommt uns ein weißer SUV entgegen, aus dessen rechten und linken Fenster jeweils das Ruderblatt einer Kajak Stange schaut. Wie zum Hohn sieht es aus, als winken uns die beiden Ruderblätter zu und rufen: "seht her, wir waren die Letzten. Kein Boot mehr frei".
Tja, läuft.... zwar rückwärts und bergab...aber läuft.
Wie war das noch? Die Sonne strahlt, der Himmel ist blau. Ein Sonntag wie aus dem Bilderbuch. Leider stellt sich bald heraus, dass diese Badestelle die einzige ist. Man kann zwar an noch 2 anderen Stellen bis direkt an den Fluss aber leider nur mit halsbrecherischen Gymnastikübungen ins Wasser. Mir reicht es. Wir fahren zurück zu unserem Häuschen, ich setzte mich auf die Terrasse und schmolle. Der Chef zählt weiter vorbeifahrende Motorräder. Und geht auf Rettungsmission für farbenfrohe Heuschrecken.





Na ja, trösten wir uns. Morgen ist ja auch noch ein Tag und da ist Montag. Alle müssen hoffentlich wieder arbeiten und wir sind immer noch da.
Abend schmeißt der Oberbrandmeister wieder den Grill an und wir genießen Lamm unter dem Sternenzelt.





Familie Perlhuhn bricht durch's Gestrüpp, mustert uns misstrauisch und entert ihren Schlafbaum.








Die Nacht wird wie gewohnt unruhig, da das stetige Sirren der Solaranlage mich zumindest auch heute wieder schier in den Wahnsinn treibt.


Tageskilometer: 30
Wetter: sonnig 31C
Falls Du glaubst, dass Du zu klein bist um irgendwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Zimmer ist
Dalai Lama

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Beate2

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160

Gestern, 11:28

...wehe, wenn sie los gelassen... :rolleyes: :wacko: X( Rücksichtnahme geht anders - das üben wir noch :whistling:

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Kitty191 (Gestern, 11:47)

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