Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Südafrika Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

U310343

Erleuchteter

  • »U310343« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 122

Dabei seit: 14. August 2015

Danksagungen: 3897

  • Nachricht senden

1

Freitag, 9. August 2019, 08:03

Nachdenkliches in eigener Sache

hallo liebe Foriker

Heute hatte ich etwas Zeit und habe hier im Forum zu Beiträgen geantwortet und ein letzter Beitrag/Antwort hat mich zum Nachdenken gebracht.

Hier das Zitat:

Zitat

Wir mögen es halt (zum Glück) beide etwas "stressiger" und haben noch so viele Ziele vor uns, dass wir versuchen so gut es geht die "Hauptattraktionen abzuhaken" :)
Jeder reist halt mit einem anderen Anspruch....


Parallel bekam ich gestern morgen eine mail einer Bekannten, die für Januar Aida/Südafrka gebucht haben. Alle Ausflüge seien ausgebucht und ich möchte doch eine private Reiseführung für Kapstadt organisieren.
Aufenthalt ca. 10 Stunden.

Auf meine Frage was denn das Ziel sein solle bekam ich die Antwort,
Kap, table Mountain, Pinguine und ein schönes Weingut wären schön.

Ergänzend dazu gibt es auf Facebook bei Tagesschau einen kurzen Filmbericht aus Amsterdam die jegliche Werbung für ihre Stadt eingestellt haben und unter 19 Mill. Touristen pro Jahr leiden.

Die sollen jetzt ins Umland gezogen werden, was die Hüter der dortigen Weltkulturerbe nicht glücklich macht.

Jetzt sollte man natürlich nicht mit Fingern auf andere zeigen sondern vielleicht bei einem selbst anfangen.
Diverse Flugreisen und Städtetouren stehen auf unserem jährlichen Programm. Aber kann das so weitergehen?
Von Klimaschutz spreche ich garnicht.


Es geht mir um den Schutz der Menschen und des kulturellen Erbes. Ich kann verstehen und finde es richtig das drakonische Strafen in Rom ausgesprochen werden für die die an Ecken pinkeln und keine Lust oder Zeit haben sich ein WC zu suchen.

Zurück auf das Forum oder die Beiträge.

Müssen wir hier auch die unterstützen die das Land durchhetzen, ihr Ego befriedigen und deren positiver Beitrag für Land und Menschen eher fragwürdig ist.

Natürlich muss das jeder für sich entscheiden. Ich glaube, meine Frau und ich müssen obwohl wir wahrscheinlich mehr Ressourcen in der Zukunft haben, unsere Reiselust deutlich zurückfahren.
Ich glaube nicht das wir so weitermachen können.

Und jetzt Feuer frei, fallt ruhig über mich her.

herzliche Grüsse
Wilfried

Es haben sich bereits 18 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Proteafan (14. August 2019, 06:16), Piepsi (12. August 2019, 16:45), Hochwälderin (11. August 2019, 10:19), toetske (10. August 2019, 00:08), sunny_r (9. August 2019, 22:31), Tutu (9. August 2019, 17:08), Cosmopolitan (9. August 2019, 16:59), SarahSofia (9. August 2019, 15:03), Pfadfinderin (9. August 2019, 13:07), Blinki (9. August 2019, 12:33), HCS45 (9. August 2019, 11:53), leser (9. August 2019, 11:51), rhein-mainer (9. August 2019, 11:34), Tanzmaus (9. August 2019, 11:05), feuernelke (9. August 2019, 10:35), Gisel (9. August 2019, 09:50), Beate2 (9. August 2019, 09:26), Kitty191 (9. August 2019, 09:08)

Kitty191

Schnürsenkel

Beiträge: 2 602

Danksagungen: 11055

  • Nachricht senden

2

Freitag, 9. August 2019, 08:52

Hallo Wilfried,
ein weites Feld... ein schwieriges Thema. Einiges sehe ich ähnlich wie du.
Die Quintessenz kann eigentlich nur sein: ein jeder sollte sein eigenes Reiseverhalten kritisch überdenken, achtsam sein und nichts weiter als seine Fußspuren hinterlassen. Und ich rede jetzt mal nicht vom CO2 Fußabdruck.... ;(
Wahrscheinlich ein hehrer Anspruch. Dieser Prozess muss aber bei jedem selbst anfangen. Ein moralisch erhobener Zeigefinger bringt in der Regel nichts. Gut ist in jedem Fall mal dieser Denkanstoß.
Aber was bleibt? Urlaub auf dem Balkon - umringt von naturkonformen Bienen freundlichen Pflanzen oder maximal eine Radtour nach Brandenburg?
Urlaub ist für viele eben nur 1x im Jahr. Fernreisen womöglich noch seltener. Da liegt es für die meisten Reisenden nahe, eben genau das zu tun, was Taranga so trefflich formuliert hat:[... und haben noch so viele Ziele vor uns, dass wir versuchen so gut es geht die "Hauptattraktionen abzuhaken" ]


Im Nachbarforum gab es kürzlich eine Diskussion um den Besuch von Himba Dörfern. Der TE äußerte neben vielen anderen Begehrlichkeiten, eben den Wunsch „schnell“ noch ein Himba Dorf zu besuchen. In langer Reihe mit verschiedenen anderen „Sehenswürdigkeiten“ Was suggeriert dieser Wunsch? Für ihn ist der Besuch eines Himba Dorfes eben auch nur eine Sehenswürdigkeit. An anderer Stelle wird sich aber darüber beklagt, dass eben genau diese Himbas ihre Identität verlieren. ?(
So ist das mit der Selbstreflexion. Wasch mich aber mach mich nicht nass....


Ebenfalls nachdenkliche Grüße
Kitty


Falls Du glaubst, dass Du zu klein bist um irgendwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Zimmer ist
Dalai Lama

Es haben sich bereits 12 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Piepsi (12. August 2019, 16:46), Hochwälderin (11. August 2019, 10:19), toetske (10. August 2019, 00:09), sunny_r (9. August 2019, 22:32), Tutu (9. August 2019, 17:09), SarahSofia (9. August 2019, 15:04), Blinki (9. August 2019, 12:34), Tanzmaus (9. August 2019, 11:06), feuernelke (9. August 2019, 10:35), Gisel (9. August 2019, 09:51), Beate2 (9. August 2019, 09:27), U310343 (9. August 2019, 08:58)

parabuthus

Erleuchteter

Beiträge: 1 512

Dabei seit: 14. Oktober 2014

Danksagungen: 7323

  • Nachricht senden

3

Freitag, 9. August 2019, 10:28

Hi,

hierzu habe ich auch eine Meinung. Letztlich sehe ich trotz der CO2 Problematik den jährlichen Afrika Urlaub auch als Beitrag zum Artenschutz. Das hört sich zwar zunächst ein wenig großspurig an, macht aber m.E. Sinn, wenn man es im Kontext sieht. Wenn die Nationalparks keine Touristen haben und damit verbunden keine Einnahmen generieren können, dürften sie für viele afrikanische Bürger nicht darstellbar sein. Ich kann mir z.B. nicht vorstellen, daß der hohe Aufwand in Südarfika zur Rettung der Rhinos durchgehalten werden könnte, wenn von außen - sprich von Übersee keine Einnahmen mehr kämen. Wie man an der Preisgestaltung der Wildcards, aber auch in anderen afrikanischen Nationalparks sehen kann, bringen die Fernreisenden den Löwenanteil der Einnahmen ein. Die Südafrikaner mögen zwar selbst auch noch ein Faktor sein, aber wie viele Tansanier waren denn wohl schon als Gast in der Serengeti oder im Ngorongorokrater. Gerade in Entwicklungsländern wie Tansania gibt es immer wieder Pläne, wie Autobahntrassen durch Nationalparks oder den Bau von Wasserkraftwerken mit z.T. fatalen Auswirkungen für Tier- und Pflanzenwelt. Das einzige, was sie davon abhält, sind die hohen Einnahmen im Tourismus Sektor. Insofern mache ich mir kein schlechtes Gewissen bei diesen Reisen.

Was ich auf jeden Fall teile sind die Bedenken gegen den Massenansturm auf bestimmte Reiseziele.

Auf der einen Seite will man es niemanden verdenken, der vielleicht einmal im Leben nach Südafrika reist, daß er natürlich nach Kapstadt und in den Krüger will, meistens kombiniert mit ein wenig Winelands, ein wenig Gardenroute und Panoramaroute und ggf. einem Abstecher nach St. Lucia.

Für uns als mittlerweile Dauerbesucher kommt das eher nicht in Betracht. Ein nicht unerheblicher Teil meiner Reisegestaltung besteht in der Regel darin, dem in Deutschland allgegenwärtigen Massentrubel so weit wie möglich zu entkommen, entlegene Gegenden anzusteuern und dann endlich mal runter zu kommen und seinen eigenen Rhythmus zu finden.

Selbstverständlich sind bei einigen Reisen auch einige der genannten Highlights dabei - die letzten beiden Jahre nicht ;) - aber selbst wenn ich dann doch gerne in den Krüger fahre, möchte ich dann auch ein paar Stationen dabei haben, die allgemein nicht so bekannt sind und dementsprechend auch weniger besucht werden. Man kann definitiv außergewöhnlich schöne Urlaube in Südafrika verbringen, ohne eines der sogenannten A-Ziele im Programm zu haben.

Es haben sich bereits 14 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Piepsi (12. August 2019, 16:47), Hochwälderin (11. August 2019, 10:20), toetske (10. August 2019, 00:11), sunny_r (9. August 2019, 22:33), Gisel (9. August 2019, 21:08), Tutu (9. August 2019, 17:12), Cosmopolitan (9. August 2019, 17:06), Marchese (9. August 2019, 15:50), Blinki (9. August 2019, 12:35), U310343 (9. August 2019, 11:42), Beate2 (9. August 2019, 11:09), Tanzmaus (9. August 2019, 11:08), Kitty191 (9. August 2019, 10:53), DurbanDirk (9. August 2019, 10:50)

Beiträge: 1 566

Dabei seit: 10. September 2009

Danksagungen: 1469

  • Nachricht senden

4

Freitag, 9. August 2019, 10:30

Aufenthalt ca. 10 Stunden.

Auf meine Frage was denn das Ziel sein solle bekam ich die Antwort,
Kap, table Mountain, Pinguine und ein schönes Weingut wären schön.


Der Ansatz ist ja prinzipiell gut, aber die Entfernungen werden immer unterschätzt.

Aber passt doch, wenn ich mal dieses Beispiel aufgreife: 8:00 hoch zum Berg, also Frühstück um 6:00 (wenn man in BoKaap zB wohnt). Dauert 1.5 h bis zum Auto zurück (9h30).
Fahrt via Camps Bay (nicht anhalten) nach Boulders 1.5h (also 11:00). 11:30 weiter ans Kap, ankommen 12:00. Mittag essen?

13:00 Abfahrt nach Cape Point Vineyards in Noordhoek, Ankunft 13:30.
15:30 Via Chapman's Peak zurück,16:00 Kaffee in Hout Bay oder Camps Bay, dann Signal Hill zum Sunset (18:00 oder 20:00, ja nach Monat).
Abendessen VnA.

Da ist sogar noch Luft drin...


Was die ganze CO2 Lüge angeht habe ich "plus" auf dem Konto, weil ich nie ein neues Auto hab bauen lassen, sondern immer nur Modelle gefahren bin, die ihre Lebenszeit überschritten hatten. Automobilhersteller hassen solche Kunden... Die haben auch die Lügen verbreitet ;-)
TIA - This is Africa!

Es haben sich bereits 5 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (10. August 2019, 00:12), sunny_r (9. August 2019, 22:34), Tutu (9. August 2019, 17:13), Blinki (9. August 2019, 12:36), Beate2 (9. August 2019, 11:12)

DurbanDirk

Durban - my roots

Beiträge: 445

Dabei seit: 12. August 2014

Danksagungen: 1087

  • Nachricht senden

5

Freitag, 9. August 2019, 10:49

Aufenthalt ca. 10 Stunden.

Auf meine Frage was denn das Ziel sein solle bekam ich die Antwort,
Kap, table Mountain, Pinguine und ein schönes Weingut wären schön.


Der Ansatz ist ja prinzipiell gut, aber die Entfernungen werden immer unterschätzt.

Aber passt doch, wenn ich mal dieses Beispiel aufgreife: 8:00 hoch zum Berg, also Frühstück um 6:00 (wenn man in BoKaap zB wohnt). Dauert 1.5 h bis zum Auto zurück (9h30).
Fahrt via Camps Bay (nicht anhalten) nach Boulders 1.5h (also 11:00). 11:30 weiter ans Kap, ankommen 12:00. Mittag essen?

13:00 Abfahrt nach Cape Point Vineyards in Noordhoek, Ankunft 13:30.
15:30 Via Chapman's Peak zurück,16:00 Kaffee in Hout Bay oder Camps Bay, dann Signal Hill zum Sunset (18:00 oder 20:00, ja nach Monat).
Abendessen VnA.

Da ist sogar noch Luft drin...
Ob der Kopf dann noch die ganzen Eindrücke verarbeiten kann? :help:
LG

Dirk

Es haben sich bereits 5 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (10. August 2019, 00:13), sunny_r (9. August 2019, 22:34), Tutu (9. August 2019, 17:13), Beate2 (9. August 2019, 11:12), Tanzmaus (9. August 2019, 11:09)

feuernelke

Erleuchteter

Beiträge: 625

Dabei seit: 16. Februar 2014

Danksagungen: 928

  • Nachricht senden

6

Freitag, 9. August 2019, 10:52

" das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar" schreibt der Autor eines Kinderbuchklassikers.
Man kann mit allen Sinnen reisen oder sinnlos durch die Gegend hetzen.
Wo man hinhetzt, ist letztlich egal.
Ein Tourist sieht nur das Ziel- der Reisende den Weg ( James Mitchener).

Es haben sich bereits 15 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Hochwälderin (11. August 2019, 10:20), toetske (10. August 2019, 00:13), OmaUrsula (9. August 2019, 23:12), sunny_r (9. August 2019, 22:34), Tutu (9. August 2019, 17:14), Moni68 (9. August 2019, 16:04), Pfadfinderin (9. August 2019, 13:06), Blinki (9. August 2019, 12:36), HCS45 (9. August 2019, 12:00), Anne (9. August 2019, 11:52), Jutta2006 (9. August 2019, 11:37), Beate2 (9. August 2019, 11:12), Tanzmaus (9. August 2019, 11:10), U310343 (9. August 2019, 11:07), Simba83 (9. August 2019, 11:00)

U310343

Erleuchteter

  • »U310343« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 122

Dabei seit: 14. August 2015

Danksagungen: 3897

  • Nachricht senden

7

Freitag, 9. August 2019, 11:14

Aufenthalt ca. 10 Stunden.

Auf meine Frage was denn das Ziel sein solle bekam ich die Antwort,
Kap, table Mountain, Pinguine und ein schönes Weingut wären schön.


Der Ansatz ist ja prinzipiell gut, aber die Entfernungen werden immer unterschätzt.

Aber passt doch, wenn ich mal dieses Beispiel aufgreife: 8:00 hoch zum Berg, also Frühstück um 6:00 (wenn man in BoKaap zB wohnt). Dauert 1.5 h bis zum Auto zurück (9h30).
Fahrt via Camps Bay (nicht anhalten) nach Boulders 1.5h (also 11:00). 11:30 weiter ans Kap, ankommen 12:00. Mittag essen?

13:00 Abfahrt nach Cape Point Vineyards in Noordhoek, Ankunft 13:30.
15:30 Via Chapman's Peak zurück,16:00 Kaffee in Hout Bay oder Camps Bay, dann Signal Hill zum Sunset (18:00 oder 20:00, ja nach Monat).
Abendessen VnA.

Da ist sogar noch Luft drin...

Das glaubst Du, oder hast Du das ausprobiert?

Zunächst haben sie keinen Leihwagen. Taxi zum Table Mountain kein Problem, aber dann weiter ?

Tickets vorher bestellen !?
Was ist wenn die Bahn nicht fährt. Soll ja schon mal vorkommen.

Völlig irre finde ich so was !

Ja, ich stimme Dir zu.
Bei meinem letzten Aufenthalt gab es schon sehr früh morgens Reisebusse mit asiatischen Gästen am Kap Schild.
Die müssen um 06.00 aufgestanden sein.

Also unmöglich ist nichts.

Aber ich werde mich daran nicht durch Unterstützung/Vorschläge beteiligen.

Es haben sich bereits 8 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (10. August 2019, 00:14), sunny_r (9. August 2019, 22:34), Tutu (9. August 2019, 17:14), leser (9. August 2019, 13:45), Pfadfinderin (9. August 2019, 13:06), Blinki (9. August 2019, 12:37), Beate2 (9. August 2019, 11:28), Kitty191 (9. August 2019, 11:21)

Beate2

Erleuchteter

Beiträge: 2 552

Dabei seit: 8. Februar 2013

Danksagungen: 7232

  • Nachricht senden

8

Freitag, 9. August 2019, 11:34

Das Zitat von James Mitchener finde ich sehr passend.
Reisen an sich ist ja nichts Schlimmes. Es ist begrüßenswert. Schon meine Oma sagte „Reisen bildet“. Zu ihrer Zeit waren Reisen etwas Besonderes. Heute ist Reisen für viele eine Selbstverständlichkeit. Wer heute nicht verreist, mit dem stimmt was nicht. Das meinen zumindest etliche Zeitgenossen. Wenn Kinder sich untereinander bereits schräg angucken, weil sie in den Ferien nur 100km weiter an den Strand fahren - dann stimmt was nicht.

Unbestritten ist der Tourismus ein Wirtschaftsfaktor, Arbeitgeber, und damit in vielen Regionen wichtig. Leider steht der monetäre Gewinn für viele Anbieter & Konsumenten uneinhholbar an erster Stelle.

Ich halte Nichts von Verboten für Flugreisen, Kreuzfahrten etc. Aber viele haben ihre Verantwortung mit Zunahme der schier unbegrenzten Möglichkeiten immer mehr aus dem Blick verloren.

Ich sehe auch dringenden Handlungsbedarf bei zB Anbietern iBa auf Umweltverträglichkeit (Kreuzfahrtschiffe, die im Hafen liegend stundenlang stinkenden Sprit verfeuern) und Dumpingpreisen (für 20Euro von D nach Malle).

Und bei vielen Touristen steht „Ich will alles im Supersonderangebot“ im Vordergrund. Muss man wirklich mit dem MTB auf jeden Berg, jedes Tier anfassen, rücksichtslos über Absperrungen steigen um von überall selfies zu posten? Mit dem physischen dort gewesen sein kommt der Kopf oft dann nicht mehr mit. Aber man kann mitreden, vielen ist nur das wichtig. Nur wenn man bei der selfie Aufnahme abstürzt hat man ein Problem - oder auch nicht mehr.

Bei der Anfrage von Wilfrieds Bekannter für den 10 Stunden Aufenthalt fehlt eigentlich nur noch die Safari, möglichst im Krüger.

Ich wünsche mir Offenheit & Respekt der Reisenden für andere Kulturen, deren Menschen, die unbekannten Empfindlichkeiten der anderen Natur. Dann kann Reisen für alle ein Gewinn sein.

Eine Regulierung der Menschenmengen an vielen Orten kann ich absolut nachvollziehen. Bei Bildern aus Venedig mit den großen Kreuzfahrtschiffen wird mir übel, da möchte ich weder als Land- noch als Schiffstourist für Null-Komma-Null-Euro-Kosten unterwegs sein.

Auch hier am Kap sind wir froh, wenn die Hauptferienzeit im Januar vorbei ist. Aber hier ist es im Gegensatz zu anderen Orten immer noch relativ entspannt.

Ich hoffe, dass wir hier im Forum zumindest Einigen den „weniger ist mehr Modus“ schmackhaft machen können. Die Hoffnung stirbt zuletzt...

Es haben sich bereits 13 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Piepsi (12. August 2019, 16:49), petersa (12. August 2019, 15:05), Hochwälderin (11. August 2019, 10:20), Tanzmaus (10. August 2019, 14:40), toetske (10. August 2019, 00:17), OmaUrsula (9. August 2019, 23:14), Tutu (9. August 2019, 17:16), Anne (9. August 2019, 12:44), Blinki (9. August 2019, 12:38), Bufi (9. August 2019, 11:55), Kitty191 (9. August 2019, 11:54), U310343 (9. August 2019, 11:43), DurbanDirk (9. August 2019, 11:42)

Anne

Just Nuisance

Beiträge: 1 018

Dabei seit: 24. Juni 2004

Danksagungen: 946

  • Nachricht senden

9

Freitag, 9. August 2019, 12:16

Diese Hetzerei mit einer Reisebürotour durch Südafrika kann ich auch nicht verstehen. Ich gehöre eher zu denen, die, wenn sie einmal eher zufällig an einem schönen Ort waren (Kapstadt), immer wieder dort hin wollen. Man will doch nicht nur ein paar wenige Eindrücke mitnehmen. Nach der 3. Reise wüßte ich nicht mehr wo ich überall war. Namen kann ich mir sowieso nicht gut merken.

Auch zwischen den Reisen muß ich mich mit dem Urlaubsort beschäftigen. Die Zeit muß ja vergehen bis zur nächsten Reise. Ich will Näheres erfahren. So reise ich dieses Jahr zum 12. Mal innerhalb von 20 Jahren nach Kapstadt. Eine Woche KZN und mehrfach 1-4 Tage an der Gardenroute waren die einzigen "Ausreißer". Nicht mal die Wohngegend wechsle ich in Kapstadt, immer Claremont, Newlands oder Rondebosch. Wie schön, wenn mich das Personal in meinem Lieblingscafé schon beim Eintritt mit "Hallo, seit wann bist Du wieder hier?" begrüßt - und das auch noch nach 2 Jahren. Die Jahre als ich jedes Jahr nach Kapstadt "mußte" sind vorbei aber länger als 3 Jahre sollte der Abstand auch nicht sein.

Aber das ist alles Geschmacksache.

Das übliche Programm zu den Touri-Hotspots habe ich am Anfang 3x hintereinander über die Sprachenschule absolviert aber danach war ich überwiegend an Plätzen, die zumindest kein Reisebüro-Touri je zu sehen bekommt und inzwischen bin ich in Kapstadts Innenstadt oder an der Waterfront nur noch, wenn ich dort konkret etwas zu erledigen habe.

Wem's gefällt: Treffen wir uns doch mal am letzten Sonntag im Oktober und November auf dem Kirstenbosch-Markt. Den verpasse ich nicht.

Herzliche Grüße aus dem Wald, den ich am Montag erst mal für einige Wochen auf Schienen verlasse. Hohe Berge und die Familie stehen auf dem Programm.
Anne :saflag:
Nach Kapstadt ist vor Kapstadt

Es haben sich bereits 9 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Piepsi (12. August 2019, 16:50), Tanzmaus (10. August 2019, 14:44), toetske (10. August 2019, 00:44), sunny_r (9. August 2019, 22:36), HCS45 (9. August 2019, 20:41), Tutu (9. August 2019, 17:16), Beate2 (9. August 2019, 14:11), Blinki (9. August 2019, 12:39), U310343 (9. August 2019, 12:25)

HCS45

HCS45

Beiträge: 48

Dabei seit: 19. Dezember 2018

Danksagungen: 88

  • Nachricht senden

10

Freitag, 9. August 2019, 12:33

Es nutzt auch nichts, wenn man über andere Leute den Kopf schüttelt oder das Verhalten anderer missbilligt. Es ändert sich nichts daran, es wird wahrscheinlich immer noch schlimmer.

Mein Mann und ich waren von jeher Gegener von organisierten Ausflügen, meist hat man für die interessantesten Sehenswürdigkeiten nicht genug Zeit, Fotos aus Busfenstern werden in der Regel auch nicht gut... und in einer Herde hinter der Leitperson herzurennen ist für uns ein Gräuel. Jegliche Information, die man unterwegs erhält, kann man sich vor der Reise aus dem Internet, Reiseführer etc. aussuchen.

Und da wir beide gerne anders reisen und uns Zeit lassen, suchen wir Reisezeiten (als Rentner) außerhalb der Ferien, gerne auch Zeiten, in denen das Wetter keine große Rolle spielt. Gerne besuchen wir Ziele abseits der Hauptrouten und so kommt es, daß wir möglichst keinen Menschenmassen begegnen, sehr gerne Smalltalk mit den Einheimischen halten und bleiben, wo es uns gefällt.
Wir müssen nichts abhaken, sehen, was wir uns bietet und was wir nicht gesehen haben, vermissen wir nicht.
Als wir nach ca. 30 Jahren erneut nach Nassau/Bahamas kamen, zählte ich 12 Kreuzfahrtschiffe im Hafen, In Sint Maarten war es nicht viel anders. Und wie sieht es in Venedig aus?

Am Klimaschutz muss zwingend gearbeitet werden, das ist inzwischen deutlich klar geworden, nur was muss passieren, was ist besonders effektiv? Ich denke, wir hier als SA-Reisende machen uns schon längst viele Gedanken darüber.
VG
Helga

Es haben sich bereits 7 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Hochwälderin (11. August 2019, 10:21), Tanzmaus (10. August 2019, 14:46), toetske (10. August 2019, 00:45), Tutu (9. August 2019, 17:17), Marchese (9. August 2019, 15:53), Beate2 (9. August 2019, 14:12), Anne (9. August 2019, 12:44)

U310343

Erleuchteter

  • »U310343« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 1 122

Dabei seit: 14. August 2015

Danksagungen: 3897

  • Nachricht senden

11

Freitag, 9. August 2019, 12:53

Hallo Helga
Ich glaube so einfach können wir uns das nicht machen. Ich bin noch kein Rentner, aber meine Freunde meinen mit etwas Humor das wir doch schon genug gereist sind.
Reisen kann nicht das Privileg von Menschen sein die über mehr Geld verfügen als der Durchschnitt. Ich war immer der Meinung ich müsse meinen Kindern die Welt zeigen, auch um sie zu offenen Menschen ohne Vorurteilen zu erziehen.

Vielleicht gilt dies heute noch mehr als früher.

Aber geht das noch?
Die Straßen sind voll, Sylt haben wir als Ferienziel jetzt auch gestrichen, rappelvoll und wir haben für eine Strecke vom Ruhrgebiet 11,5 Stunden gebraucht.

Zu Amsterdam habe ich geschrieben, mein geliebtes Venedig habe ich schon gestrichen.

Mailand war ich vor kurzem zum ersten Mal. Ich würde mal sagen 20 Jahre zu spät.

Eine unsere ersten Fernreisen ging 1992 nach Hongkong. Warum können heute chinesische/asiatische Gäste nicht nach Europa kommen???

Schön wenn wir uns bewusster verhalten, tun das die zukünftigen Reisewilligen auch ???

herzliche Grüsse
Wilfried

Es haben sich bereits 11 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Piepsi (12. August 2019, 16:51), petersa (12. August 2019, 15:06), Tanzmaus (10. August 2019, 14:47), Panguitch (10. August 2019, 08:27), toetske (10. August 2019, 00:47), sunny_r (9. August 2019, 22:37), Gisel (9. August 2019, 21:14), Tutu (9. August 2019, 17:18), HCS45 (9. August 2019, 16:36), Beate2 (9. August 2019, 14:14), Kitty191 (9. August 2019, 13:01)

Marchese

Dr. Iveyn

Beiträge: 1 758

Dabei seit: 10. Januar 2012

Danksagungen: 3654

  • Nachricht senden

12

Freitag, 9. August 2019, 15:30

Interessante Diskussion.

Ich möchte noch einen kritischen Gedanken dazu äussern. Meine eigenen Erfahrung hat gezeigt, dass ein tieferes Eintauchen in eine fremde Kultur eigentlich nur möglich ist, wenn man eine Zeit lang, d.h- mindestens einige Wochen oder Monate an einem bestimmten Ort lebt und den Alltag mit den Menschen dort teilt, am besten auch im Rahmen des Berufslebens. Ob man sich nun als Tourist oder als Reisenden bezeichnet, wird man während Urlaubsreisen tendenziell nur einen oberflächlichen Blick aus der Aussenperspektive auf eine fremde Kultur erhalten - auch weil man aus der Perspektive der Einheimischen letztlich als Tourist wahrgenommen und entsprechend behandelt wird. Daran ist nichts Schlechtes, aber ich stimme Helga insofern zu, als Andersdenkende und -Reisende nicht unbedingt für ihre Vorlieben verurteilt werden sollten (Es gibt natürlich Ausnahmen, wie Sextouristmus etc.). Natürlich gibt es einen graduellen Unterschied zwischen einer organisierten Rundreise und einer etwas gemütlicheren individuell organisierten Mietwagenreise und natürlich gibt es Formen von Tourismus, die wirklich offensichtlich mehr Nachteile als Vorteile haben. Doch auch individuelles Reisen ist längst zum Massenphänomen geworden und hinterlässt vielerorts - primär wohl wegen der grossen Anzahl an Reisenden - ebenso unschöne Spuren wie andere Formen des Reisens (Man denke an ausufernden Massen an Rucksacktouristen in Südostasien oder die Auswirkungen von Airbnb auf die Wohnungspreise in Venedig oder Rom). Die grosse Masse der Individualreisenden - und ich schliesse mich davon nicht aus - sind aus meiner Sicht eigentlich Touristen wie andere auch. Man möchte im Urlaub primär Erholung und Unterhaltung und die Bewohner des Gastlandes möchten dieses Bedürfnis der Gäste in Geld verwandeln. Das bringt mehr oder weniger Vor- und Nachteile mit sich. That's it.

PS: Ich reise auch am liebsten individuell und hasse grössere Reisegruppen mit fest organisiertem Programm. Ebenso abstossend finde ich grosse Hotelburgen. Allerdings meide ich derartiges - wenn ich wirklich ehrlich bin - nicht wegen ethischer Bedenken, sondern aus primär egoistischen Motiven, nämlich um meinen persönlichen Vorlieben gerecht zu werden und einen möglichst eindrücklichen und schönen Urlaub zu verbringen.

Es haben sich bereits 10 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Hochwälderin (11. August 2019, 10:22), Anne (10. August 2019, 14:56), Tanzmaus (10. August 2019, 14:49), toetske (10. August 2019, 00:52), sunny_r (9. August 2019, 22:37), Gisel (9. August 2019, 21:15), Tutu (9. August 2019, 17:20), HCS45 (9. August 2019, 16:43), Beate2 (9. August 2019, 16:17), U310343 (9. August 2019, 15:44)

Dieter

Spontanentscheider

Beiträge: 352

Dabei seit: 18. März 2008

Danksagungen: 1517

  • Nachricht senden

13

Freitag, 9. August 2019, 15:36

Ich würde mal sagen 20 Jahre zu spät.


Man ist (fast) überall 20 Jahre zu spät!
Vor SA waren Mexiko/Mittelamerika und Süd-Ostasien meine bevorzugten Reiseziele. Wenn mir heute andere von Reisen in diesen Regionen berichten, könnte ich ebenfalls sagen: "Ihr seid 20 Jahr zu spät!" ... Ich tus aber nicht!

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf unsere nächste 6-wöchige Reise nach SA --- leider erst aim Februar 2021! :saflag:


Beste Grüße
Dieter

Es haben sich bereits 4 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (10. August 2019, 00:53), sunny_r (9. August 2019, 22:38), Tutu (9. August 2019, 17:21), HCS45 (9. August 2019, 16:44)

Bär

Vollkommen Ahnungsloser

Beiträge: 10 868

Dabei seit: 10. März 2008

Danksagungen: 16997

  • Nachricht senden

14

Freitag, 9. August 2019, 15:55

Müssen wir hier auch die unterstützen die das Land durchhetzen, ihr Ego befriedigen und deren positiver Beitrag für Land und Menschen eher fragwürdig ist.

Das kann doch jeder für sich entscheiden. Ich persönlich halte mich da inzwischen meistens raus, aber viele andere Foriker weisen die "Abhaker" stetig darauf hin, dass dies dem Land nicht gerecht wird. Und meistens endet dann auch die Reiseberatung. Dem Planenden bleibt natürlich immer noch die Möglichkeit, die Suchfunktion zu nutzen, aber auch da wird er zumeist eher auf Aussagen von angemessen gemächlich Reisenden treffen. Ob die Planenden das dann umsetzen wissen wir nicht. Aber schon manches Mal wurden aus überambitionierten Reiseplänen dann noch ganz vernünftige Reisen. Insofern leistet die Community schon einen positiven Beitrag. Mehr können wir glaube ich kaum tun, als authentisch zu berichten, dass ein durchs Land hetzen wenig bringt.
.
*** Wer nicht klettern kann, sollte sein Geld nicht einem Affen anvertrauen. (aus Afrika) ***

Es haben sich bereits 9 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

petersa (12. August 2019, 15:09), Tanzmaus (10. August 2019, 14:50), toetske (10. August 2019, 00:54), sunny_r (9. August 2019, 22:39), Tutu (9. August 2019, 17:21), U310343 (9. August 2019, 17:07), M@rie (9. August 2019, 16:34), Beate2 (9. August 2019, 16:18), gregorcgn (9. August 2019, 16:04)

Dieter

Spontanentscheider

Beiträge: 352

Dabei seit: 18. März 2008

Danksagungen: 1517

  • Nachricht senden

15

Freitag, 9. August 2019, 16:18

Meine 1. SA-Reise (2001) war auch so ein "Gehetze". JHB>Kapstadt>PE>Bloemfontain>Durban>St.Lucia>KNP>JHB in 3 Wochen = 6500km.
Ich/Wir haben diese Reise dennoch genossen und fanden es auch nicht stessig, auch jetzt im Nachhinein!
Natürlich hast Du Recht, dass man dem Land nicht gerecht wird.

Bei dieser Durchfahrt habe ich gemerkt, wie interssant SA ist und beginne mittlerweile die 6. Reise zu planen. Schwerpunkt wird wahrscheinlich wieder der NO MIT sCHWERPUNKT kRÜGER SEIN.

Von daher würde ich die "Hetzer" nicht gar so "beurteilen". Es kommt darauf an, was man daraus macht.

Beste Grüße
Dieter

Es haben sich bereits 5 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Thorsten D. (17. August 2019, 18:27), Hochwälderin (11. August 2019, 10:23), Tanzmaus (10. August 2019, 14:51), toetske (10. August 2019, 00:55), Tutu (9. August 2019, 17:22)

Moni68

Fortgeschrittener

Beiträge: 34

Dabei seit: 12. März 2017

Danksagungen: 96

  • Nachricht senden

16

Freitag, 9. August 2019, 17:04

Auch wir machen uns in letzter Zeit Gedanken über unser Reiseverhalten, hauptsächlich zum Thema muss es denn ein Flug sein. Wobei wir noch nie Vielreisende waren, max. eine längere Reise im Jahr und evtl. mal zusätzlich ein paar Tage.
Dieses Jahr im Oktober werden wir mal ausprobieren mit der Bahn nach Florenz zu fahren anstatt zu fliegen, ist zwar etwas aufwendiger aber mal sehen. Unser Beitrag zum Klimaschutz. :)

Nur leider finde ich machen sich hier die "falschen" Leute Gedanken, denn wer sich schon mal darüber Gedanken macht ist sicherlich kein Reisender der im Schnelldurchgang die Hauptattraktionen abhaken muss, damit er zu zuhause mit "ich war in..." punkten kann oder ich war auf einer Kreuzfahrt sagen kann.

Als ich dieses Jahr die ganzen Kreuzfahrtschiffe in Lissabon liegen sah, kam mir nur der Gedanke, dass ist Massen"tier"haltung für Menschen, kleine Kabinen und Dauermästen. ;)

Wir beiden reisen gerne und warum wir reisen ist, weil wir uns für andere Landschaften, andere Kulturen und alte Bauwerke interessieren. Ich sehe das schon so, dass Reisen auch bildet und ich denke wenn man schon mal über den Tellerrand (sprich Deutschland) geschaut hat wird man auch offener und toleranter für andere Menschen mit ihren Lebensweisen.

Was mir total gegen den Strich geht sind die sogenannten Partyreisen, zum Saufen irgendwo hinfliegen. Das könnte man meinetwegen so teuer machen, dass es sich nicht mehr lohnt für einen Rausch ein Flugticket zu bezahlen.

Bei allen anderen Reisen kann man sicher darüber streiten ob Reisen sinnvoll oder nicht sinnvoll ist.

Wir werden weiterhin reisen, allerdings immer selbst gebucht und ohne Hektik. Gebuchte Reisen sind mir zu hektisch und zu überladen, da kann ich mich nicht auf das Gesehene einlassen.
Und möglichst in Gegenden an denen noch kein Massentourismus (Bettenburgen usw.) angekommen ist.
Haben dieses Jahr unseren Urlaub in Alentejo in Portugal auf einer Farm verbracht und haben in der einen Woche nur eine handvoll Touristen gesehen, das war für uns Entspannung pur.
Nächstes Jahr lockt wieder der Krüger-NP für fast volle 3 Wochen und ohne schlechtes Gewissen. Ich freue mich heute schon auf die Natur, die Landschaft und die Tiere. Und die Entspannung beim Beobachten.
Viele Grüße
Moni

Es haben sich bereits 13 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Proteafan (14. August 2019, 06:21), Piepsi (12. August 2019, 16:54), petersa (12. August 2019, 15:10), Hochwälderin (11. August 2019, 10:23), Tanzmaus (10. August 2019, 14:53), toetske (10. August 2019, 00:57), OmaUrsula (9. August 2019, 23:20), sunny_r (9. August 2019, 22:40), Kitty191 (9. August 2019, 22:07), Beate2 (9. August 2019, 17:51), M@rie (9. August 2019, 17:51), Tutu (9. August 2019, 17:23), U310343 (9. August 2019, 17:06)

Marchese

Dr. Iveyn

Beiträge: 1 758

Dabei seit: 10. Januar 2012

Danksagungen: 3654

  • Nachricht senden

17

Freitag, 9. August 2019, 17:52

Nur leider finde ich machen sich hier die "falschen" Leute Gedanken, denn wer sich schon mal darüber Gedanken macht ist sicherlich kein Reisender der im Schnelldurchgang die Hauptattraktionen abhaken muss, damit er zu zuhause mit "ich war in..." punkten kann oder ich war auf einer Kreuzfahrt sagen kann.


Es gibt hier durchaus Leute im Forum, die regelmässig auf Kreuzfahrt gehen. Eine Kreuzfahr ist ja nicht per definitionem etwas schlechtes. Wie bei den Individualreisenden hängt alles vom Ausmass ab, auch wenn bei Kreuzfahrten sicher schneller ein Ausmass erreicht wird, das nicht mehr erträglich ist.

Ich sehe das schon so, dass Reisen auch bildet und ich denke wenn man schon mal über den Tellerrand (sprich Deutschland) geschaut hat wird man auch offener und toleranter für andere Menschen mit ihren Lebensweisen.


Soweit ich weiss, gibt es Forschung zu dieser Frage, die im Wesentlichen ergeben hat, dass offene Menschen durch das Reisen noch offener werden und engstirnige Menschen ihre Vorurteile bestätigt sehen und sich tendenziell noch mehr verschliessen. Find gerade die Quelle nicht mehr.

Was mir total gegen den Strich geht sind die sogenannten Partyreisen, zum Saufen irgendwo hinfliegen. Das könnte man meinetwegen so teuer machen, dass es sich nicht mehr lohnt für einen Rausch ein Flugticket zu bezahlen


Ich kann die Abneigung verstehen und teile sie auf emotionaler Ebene. Aber sollte in einer liberalen Gesellschaft nicht jeder selber entscheiden können, ob er seinen Urlaub mit Saufen verbringen will oder nicht? Ich denke, dass auch hier alles eine Frage des Ausmasses ist. Und wo beginnt genau der "Partyurlaub", der nicht mehr wünschenswert ist? Sind bereits Menschen eingeschlossen, die an ein Festival reisen? Was ist mit den jungen Backpackern in Vang Vieng, die dort "Tubing" praktizieren oder den vielen Touristen an de "Full Moon Party" auf koh panghan? Sind das alles saufende Partytouristen? Was ist noch akzeptabel und was nicht?

PS: ich gehe regelmässig auf "Sauftour" in Weinregionen und auch gegen ein paar Tage ordentliches "Trinken" durch die Münchner Biergärten bereitet mir regelmässig grossen Spass. Bin ich jetzt Sauftourist? :beer: :wine:

Es haben sich bereits 5 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Hochwälderin (11. August 2019, 10:23), SilkeMa (10. August 2019, 11:17), toetske (10. August 2019, 00:58), sunny_r (9. August 2019, 22:40), Tutu (9. August 2019, 18:59)

M@rie

Buschbaby

Beiträge: 6 037

Danksagungen: 11908

  • Nachricht senden

18

Freitag, 9. August 2019, 18:03

Ich kann die Abneigung verstehen und teile sie auf emotionaler Ebene. Aber sollte in einer liberalen Gesellschaft nicht jeder selber entscheiden können, ob er seinen Urlaub mit Saufen verbringen will oder nicht?
ich denke nicht, dass Moni den "typischen Ballermann-1 Woche all inclusive-Party-Urlauber" meint, sondern eher die Wochenend-Clubbing-Flieger, die Samstagmorgen mal eben irgendwo hinjetten, die Nacht auf Malle, Ibiza wherever durchfeiern und Sonntagabend wieder zurück oder aber die "4h-Intensiv-Skifahr-Flieger", die für einen kurzen Skiausflug mal eben bspw nach MUC fliegen und eben die Flugpreise von 9,99EU bis 19,99EU ausnutzen - das sind meiner persönlichen Meinung nach inakzeptable Flugpreise - diese Billigflugpreise innerhalb DLands/Europas sollten m.E. abgeschafft werden.


Eine Kreuzfahr ist ja nicht per definitionem etwas schlechtes.
*hm* bei dem ganzen giftigen Schweröl, dass bei einer Kreuzfahrt und u.a. auch im Hafen zur Stromgewinnung so verbrannt wird?
lG M@rie

"Schildkröten können dir mehr über den Weg erzählen als Hasen." - chin. Chengyu

,,,^..^,,, erst einmal kein Kruger in Planung *schnüff* ,,,^..^,,,

Es haben sich bereits 7 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Hochwälderin (11. August 2019, 10:24), Tanzmaus (10. August 2019, 14:55), toetske (10. August 2019, 00:59), sunny_r (9. August 2019, 22:41), Kitty191 (9. August 2019, 22:10), Beate2 (9. August 2019, 19:09), Tutu (9. August 2019, 18:59)

Tutu

Kein Anfänger mehr aber noch lange kein Profi

Beiträge: 148

Dabei seit: 13. Oktober 2016

Danksagungen: 623

  • Nachricht senden

19

Freitag, 9. August 2019, 18:57

Hallo zusammen,


Ja abhaken oder entspannt reisen ist natürlich die Frage. Habe gerade nochmals meinen ersten Beitrag hier gelesen und da wird der ein oder andere hier auch gedacht haben wir hecheln durch. Ich muss jetzt drüber lächeln, wenn ich sehe, was wir alles vor hatten. Habe dann hier vom Bär schon den Hinweis erhalten dass man alles machen kann aber nichts muss, weil alles auch noch nächstes mal da ist. War schonmal ein Denkanstoß. Unsere ersten Gastgeber haben uns dann Gott sei Dank auch erfolgreich eingebremst, so ist der Urlaub ein ganz entspannter geworden.
Es ist aber auch schwierig. Du meldest dich hier an, liest die ganzen tollen Reiseberichte, siehst die vielen geilen Bilder und fängst an zu planen. Das will ich auch sehen, das auch machen. Keine Ahnung von den örtlichen Gegebenheiten, Google Maps gläubig was Fahrzeiten angeht und schon überfüllst du den Plan.

Nach knapp drei Jahren hier, denke ich das viele sich auf die Tipps zur Entschleunigung einlassen, manche halt nicht. Denen ist dann wohl auch nicht mehr zu helfen. Es hat ja auch jeder eine andere Art der Wahrnehmung. Wer abhaken will soll es machen. Mir tun die eigentlich leid.

Zu den anderen Sachen. Ich habe letztes Jahr schon vor Fridays for Future Zeiten zu meiner Frau gesagt, dass ich 7 Flüge in 3 Wochen schon heftig finde. Das wird nächstes Jahr ja wieder so sein und ein wenig schlechtes Gewissen hab ich schon. Wir versuchen das auszugleichen indem wir schon seit Jahren möglichst keine Plastiktüten mehr benutzen, das Wasser für zu Hause in Glasflaschen kaufen und seit Jahren den Verzehr von Fleisch reduzieren. In Südafrika schaffe ich das aber ehrlicherweise nicht mit dem Fleisch, da ist die Verlockung doch zu groß. Seit Jahren versuche ich auch auf Lebensmittel in denen Palmöl verarbeitet wird zu verzichten, unter anderem auf meine heiß geliebte Schokocreme zum Frühstück. Ich weiß natürlich dass ich die Welt damit nicht rette wenn ich morgens kein Nutella esse, aber wenn niemand anfängt.

Die paar Versuche kann man jetzt belächeln, ich finds besser als nichts. Aber auf den Urlaub will ich nicht verzichten.

Es haben sich bereits 5 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (10. August 2019, 01:02), sunny_r (9. August 2019, 22:41), Cosmopolitan (9. August 2019, 19:27), Beate2 (9. August 2019, 19:11), SarahSofia (9. August 2019, 19:00)

SarahSofia

Reisende

Beiträge: 591

Dabei seit: 25. Juli 2016

Danksagungen: 1310

  • Nachricht senden

20

Freitag, 9. August 2019, 20:47

Hallo Wilfried,
ein genauso interessantes wie schwieriges Thema !

Meiner Meinung nach hängt ganz Vieles mit Angebot und Nachfrage zusammen. Also solange es Airlines gibt, die Flüge für 19,99€ anbieten, wird es Leute geben, die das nutzen. Solange Urlauber es mitmachen, sich auch für einen Langstreckenflug in einen Ultra-Billig-Flieger Marke "Sardinenbüchse" zu setzen, werden die Airlines versuchen, ihre Sitzabstände zu "optimieren". Solange es für Mietwagen unbeschränkt freie Kilometer gibt, werden auch gerne mal in 2 Wochen 6000 km abgerissen . . . (könnte jetzt beliebig fortgesetzt werden !)

Könnte man das Reisen "gesetzlich" regulieren ? Vielleicht ja. Aber eigentlich ist doch nur ein bisschen vom viel zitierten gesunden Menschenverstand nötig - und die Bereitschaft, die eigenen Wünsche vielleicht noch mal kurz zu überdenken, bevor man eine Entscheidung trifft.

Bei uns gibt es ein altes Sprichwort : Zuviel und zu wing ist ein Ding ( frei übersetzt aus dem Erzgebirgischen - man soll´s nicht übertreiben, aber auch nicht auf alles verzichten ;) ), ich kenne das von meinem Großvater. Sage ich mir immer selbst auch immer mal wieder . . .
Genauso nachdenkliche Grüße zurück und allen ein schönes Wochenende

SarahSofia

Es haben sich bereits 4 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Hochwälderin (11. August 2019, 10:24), toetske (10. August 2019, 01:03), Tutu (10. August 2019, 00:21), sunny_r (9. August 2019, 22:42)