Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Südafrika Forum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Meerbie

Profi

  • »Meerbie« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 95

Dabei seit: 3. April 2015

Danksagungen: 201

  • Nachricht senden

1

Mittwoch, 4. Dezember 2019, 15:07

REISEBERICHT - 2019 - September - Cape Town - Springbok - Kimberley - St. Francis Bay - Cape Town - 4400 km



Meine Frau und ich planten ab Mitte Juli 2019 sehr spontan unseren (wir vermuten anhand der gesammelten "Porzellantiere") neunten Aufenthalt im südlichen Afrika. Das Forum half uns beträchtlich bei der Planung der Route. (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) Wir waren zu zweit unterwegs, haben aber die ersten und letzten 3-4 Tage mit Freunden (a family of 4) verbracht, die zur gleichen Zeit in SA waren, allerdings als Ersttäter die Garden Route abgefahren haben.

Ein wenig möchte ich dem hilfreichen Forum auch zurückgeben und versuche die Route, ein paar Bilder und ein paar Zeilen dazu zu liefern. Das geht ganz bestimmt nicht auf einmal, nicht ausführlich und wird sich also etwas hinziehen. Ich bin ja schon froh, dass ich das entsprechende Fotobuch nach nun gut 2 Monaten schon fertig habe und es endlich in Druck geben konnte. Daraus mache ich vielleicht auch ein paar Screenshots, denn es wären einfach zu viele Bilder zum Hochladen. Auch wenn ich im Fotobuch ca. 400 Stück untergebracht habe - was schon nur ein Auszug von allen ist - das ist hier im Forum in einem Reisebericht nicht mal im Ansatz möglich, da das Handling dafür zu zeitaufwändig ist.

Hier zunächst mal die Reiseroute:

Tag 1 - (Ankunft) Cape Town
Tag 2 - Cape Town
Tag 3 - Cape Town
Tag 4 - Cape Town - Cedarberge - Clanwilliam
Tag 5 - Clanwilliam - Namaqualand NP - Springbok
Tag 6 - Springbok - Goegab Nature Reserve - Springbok
Tag 7 - Srpingbok - Augrabies Falls NP
Tag 8 - Augrabies Falls NP - Kakamas
Tag 9 - Kakamas - Douglas
Tag 10 - Douglas - Mokala NP
Tag 11 - Mokala NP
Tag 12 - Mokala NP - Graaff Reinet
Tag 13 - Graaff-Reinet - St. Francis Bay
Tag 14 - St. Francis Bay
Tag 15 - St. Francis Bay - Plettenberg Bay
Tag 16 - Plettenberg Bay
Tag 17 - Plettenberg Bay - Oudtshoorn
Tag 18 - Oudtshoorn - Villiersdorp
Tag 19 - Villiersdorp - Franschhoek
Tag 20 - Franschhoek
Tag 21 - Franschhoek - Cape Town (Abflug)

Auf der folgenden Karte stellen die Dreiecke die Unterkünfte dar - verdammt, Mokala NP habe ich vergessen zu markieren.

Insgesamt waren das 4400 km mit allem Hin&Her. Eine Menge Holz und grenzwertig für 3 Wochen. Wir hatten einen Toyota Fortuner und ich rate zu so einem großen Auto, weil man doch viel Zeit im Auto verbringt und auch einiges an Pisten zu fahren ist. Unsere Freunde hatten zu viert einen Nissan X-Trail der war mit den 4 (alles Erwachsene) und dem Gepäck vollgestopft bis zum Platzen und auch die kleineren Reifen sind auf Pisten ein Nachteil ggü. dem größeren Wagen. Er ist insgesamt doch deutlich kleiner und niedriger als der Fortuner. Im Fortuner konnten wir in Cape Town (ohne Gepäck) auch zu sechst fahren, was dann nochmal ein Vorteil im dichten Verkehr war. Der Spritverbrauch lag übrigens bei 8.3 Liter Diesel/100 km.



Die ersten Tage haben wir mit unseren Freunden verbracht. Die müssen natürlich in Cape Town das Standardtouristenzeug machen, soweit das teils nasse Wetter es zulässt: Wein, Käseplatte, Waterfront, Kap der Guten Hoffnung, Pinguine, Biscuit Mill, Neighbourgoods Market, Woodstock Brewery, Signal Hill ... was man da halt so treibt. Und immer Horror-Verkehr, immer keine Zeit und dann dieses ständige Essen und Trinken ... :wine: :beer: Gewohnt haben wir draußen in Sunset Beach. Ich fand das erst doof, aber so schlecht war das gar nicht. Wir hatten ein Haus - unsere erste AirBnB-Erfahrung - das hatte den Vorteil, dass wir nur 3 Häuser neben unseren Freunden wohnten. Das Ding war riesig, mit Pool und Fischteich, hatte den Vorteil eines Grills im Wintergarten, den wir dann auch genutzt haben, ansonsten halt typisch ar***kalt und man darf halt nicht in jede Ecke allzu pingelig schauen. AirBnB ist halt nicht wie ein Hotel - sollte es zumindest nicht sein. Uns hat es gut gefallen und der Preis war auch äußerst fair - bis auf die Kälte, aber das weiß man, wenn man Ende August nach Cape Town fährt.

Was macht man bei miesem Wetter am Nordhoek Beach? ... Kunst :whistling:


... andere satteln die Pferde ...


... am Kap oben ... im Regen ...


... am Kap unten ... im Wind ...


... unvermeidlich: Pinguine in Simons Town - Touri-Abzocke: Für 160 ZAR drängelt man sich gemeinsam mit 2% der chinesischen Bevölkerung über Stege und versucht einen Stehplatz für ein Foto zu bekommen - nie wieder. Tja, was waren das früher noch für Zeiten, als man hier einfach so ...


... und der erste Abend am Strand war einfach nur düster, windig und saukalt. Schade, ich hatte mir bessere Bilder versprochen


... Neighbourgoods Market in der Biscuit Mill am Samstag. Viel los, aber hier gibt es auch tolles Food&Drink - lohnt sich - hippes Publikum, parken teuer und stressig, aber sehr unterhaltsam - besser ein Uber nehmen. Die Gelegenheit nutzen und gleich eine Reservierung in der nahen Woodstock Brewery für den Abend machen (ca. 200 m).


... ebenso unvermeidlich: Waterfront. Ehrlich gesagt, ... brauche ich nicht, aber es ist halt ein Muss für Newbies - schrill, bunt, laut.



... tolle Sicht vom Signal Hill- gegenüber in Sunset Beach haben wir gewohnt


... und die fliegen natürlich auch vom Berg oben ab ...


... und noch ein paar Bilder aus unserem Häuschen: "Mosaic Sunset Retreat" in Sunset Beach


Und das waren schon die ersten 3 Tage in Kapstadt. Wir waren froh, dass wir nun diesem Trubel entkommen sollten. Cape Town ist verkehrstechnisch auch schon ohne Touristen eine Katastrophe und im Grunde muss man jede Fahrt strategisch planen, damit man nicht zu viel Zeit verliert. Ein guter Beifahrer*in ist Gold wert. Meine Beifahrerin ist in dieser Hinsicht ein Totalausfall und ich hatte nur meine "Uschi" auf dem Samrtphone. Und die hat uns in Cape Town unglaublich veräppelt. Sie hat selbstständig unterwegs die Routen geändert, ohne dass man das merkte und wirklich jede Ecke mitgenommen. Wir sind durch Nebenstraßen gefahren - unfassbar.

Es haben sich bereits 20 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

OmaUrsula (5. Dezember 2019, 23:41), SilkeMa (5. Dezember 2019, 20:11), Gina R. (5. Dezember 2019, 12:07), Wicki4 (5. Dezember 2019, 10:57), toetske (4. Dezember 2019, 23:20), SarahSofia (4. Dezember 2019, 19:26), Karin2019 (4. Dezember 2019, 17:33), lottinchen (4. Dezember 2019, 17:23), Bueri (4. Dezember 2019, 17:19), Beate2 (4. Dezember 2019, 16:45), Tutu (4. Dezember 2019, 16:32), Armando (4. Dezember 2019, 16:20), HCS45 (4. Dezember 2019, 15:54), Bär (4. Dezember 2019, 15:44), parabuthus (4. Dezember 2019, 15:41), Krabbe (4. Dezember 2019, 15:35), corsa1968 (4. Dezember 2019, 15:24), maddy (4. Dezember 2019, 15:23), OHV_44 (4. Dezember 2019, 15:22), DurbanDirk (4. Dezember 2019, 15:11)

OHV_44

Winelands

Beiträge: 3 044

Danksagungen: 6718

  • Nachricht senden

2

Mittwoch, 4. Dezember 2019, 15:23

Sehr schöner Anfang mit ziemlich tollen Bildern. :thumbup:
Gruß Micha

Es haben sich bereits 4 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (4. Dezember 2019, 23:20), HCS45 (4. Dezember 2019, 15:54), parabuthus (4. Dezember 2019, 15:41), Meerbie (4. Dezember 2019, 15:25)

parabuthus

Erleuchteter

Beiträge: 1 583

Dabei seit: 14. Oktober 2014

Danksagungen: 8278

  • Nachricht senden

3

Mittwoch, 4. Dezember 2019, 15:41

Sehr schöner Anfang mit ziemlich tollen Bildern. :thumbup:

Das ist arg untertrieben. Das schaut mir schon fast professionell aus :thumbup: :danke:

LG

Christian

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (4. Dezember 2019, 23:20), Bueri (4. Dezember 2019, 17:20), Krabbe (4. Dezember 2019, 16:01)

Meerbie

Profi

  • »Meerbie« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 95

Dabei seit: 3. April 2015

Danksagungen: 201

  • Nachricht senden

4

Mittwoch, 4. Dezember 2019, 16:11

Tag 4 - Cape Town - Cedarberge - Clanwilliam

Endlich raus aus Cape Town, es ist Kaiserwetter an einem Sonntagmorgen und auf der N7 Baustelle an Baustelle - allerdings leer. Vorsicht vor Radarfallen! Gegen Mittag kommen wir in den Cedarbergen an und wollen zum Maltese Cross wandern. Dafür braucht es ein Permit, das wir uns vorher von Cape Nature besorgt hatten, was mühsam genug war, weil dort beim E-Mail Verkehr niemand weiter denkt, als bis zur nächsten Schreibtischecke - Himmel ... das darf man keinem zeigen, was sich da zusammengeschrieben wird. Am Ende stellt sich raus, es ist das falsche Permit, denn es gibt zwei Zugänge zum Maltese Cross und der kurze, von dem aus wir wandern wollen, startet von einem privaten Grundstück aus. Tja, so stand das irgendwie nirgendwo. Dieses Missverständnis erklärt uns die nette Dame im Dwarsrivier Farm Shop bei den Cedarberg Cellars in den Cedar Bergen. Aber typisch Südafrika, sie erlaubt uns den Zugang ohne erneute Zahlung, denn sie fände es unmöglich, uns nun erneut zahlen zu lassen. Mach so was mal in Deutschland ...

... auf in die Berge, endlich Einsamkeit und keine anderen Touristen - na ja, so gut wie keine ...


... und endlich Piste - so muss das sein ...


... hier die Zufahrt zum Parkplatz des Maltese Cross. One Permit kann man das Schloss an einer Schranke am kleinen Observatorium nicht öffnen - also nicht auf dumme Ideen kommen.


... und dann wandern wir los ... ich mag all die komischen Blümchen hier ...



... dann sind wir endlich am Maltese Cross. Es ist ganz schön frisch hier oben und die ungewohnte Höhe und Trockenheit lassen meine Holde ganz schön aus dem letzten Loch pfeifen. Tja, immer nur Wein und Käseplatte ... das rächt sich. Nach ca. 3 1/2 Stunden sind wir zurück am Auto und sie ist selten so froh gewesen, wieder zurück zu sein. Die Wanderung ist jetzt auch nicht so sehr der Burner, aber in der Kürze der Zeit schon okay. Aber ich gebe zu, das ist aufgrund der vielen runden Steine über die man eiert nicht schön zu gehen. Wir waren vor ca. 10 Jahren schon mal hier, deswegen wollte ich es nochmal machen.

Leider keine Wolken am Himmel, insofern fehlt ein wenig das Spekatel auf Fotos am Himmel. Als normaler Tourist ist man ohnehin zum Fotografieren immer zur falschen Zeit unterwegs - nämlich tagsüber. Man kann nicht alles haben.


... dann noch dieser äußerst scheue Geselle hier ...


und schon war der Tag fast um. Rückfahrt durch die Berge bis nach Clanwilliam und dort Übernachtung im Saint du Barrys. Abendessen in Reinholds Restaurant - war okay. Am schönsten war das Bier in der untergehenden Sonne auf der Bank vor dem Zimmer, während der verrückte Papagei an der Reception vor sich hin brabbelte.

Es haben sich bereits 14 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

OmaUrsula (5. Dezember 2019, 23:43), SilkeMa (5. Dezember 2019, 20:12), Gina R. (5. Dezember 2019, 12:10), Wicki4 (5. Dezember 2019, 11:00), DurbanDirk (5. Dezember 2019, 09:30), toetske (4. Dezember 2019, 23:23), SarahSofia (4. Dezember 2019, 19:28), HCS45 (4. Dezember 2019, 17:53), lottinchen (4. Dezember 2019, 17:25), Bueri (4. Dezember 2019, 17:20), Beate2 (4. Dezember 2019, 16:48), corsa1968 (4. Dezember 2019, 16:40), Tutu (4. Dezember 2019, 16:35), Armando (4. Dezember 2019, 16:24)

Meerbie

Profi

  • »Meerbie« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 95

Dabei seit: 3. April 2015

Danksagungen: 201

  • Nachricht senden

5

Mittwoch, 4. Dezember 2019, 16:16

Sehr schöner Anfang mit ziemlich tollen Bildern. :thumbup:

Das ist arg untertrieben. Das schaut mir schon fast professionell aus :thumbup: :danke:
[...]


Herzchen Smileys gibts hier nicht, sonst hättest du jetzt eines ... ach doch ... guck mal ... :love:

Ne, ist nicht "fast professionell" - ist nur "Knipser". Na gut, einen gewissen Anspruch an mich habe ich natürlich schon, aber vom "Können" bin ich sowohl beim Fotografieren als auch in der Bearbeitung, ein gutes Stück entfernt.

Meerbie

Profi

  • »Meerbie« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 95

Dabei seit: 3. April 2015

Danksagungen: 201

  • Nachricht senden

6

Mittwoch, 4. Dezember 2019, 20:12

Tag 5 - 02.09.2019 - Clanwilliam - Namaqualand NP - Springbok

Geplant ist heute die Fahrt in den Namaqualand NP. Ein langes Stück Strecke ab Clanwilliam und man sollte spätestens um die Mittagszeit vor Ort sein, wenn man sehen will, wie sich die Blümchen zur Sonne recken und strecken. Als Tagesbesucher kannst du dort nicht viel machen. Du läufst einen Wanderweg durch die Blumen und so wirst du auch die anderen Touristen los, die zwar auch in geringer Zahl hier sind, aber eben selten viel weiter als 5 Minuten laufen. Es ist aber auch heiß heute. Und dann kann man noch mit dem Auto einen kleinen Loop fahren und ein Bierchen trinken. Will man mehr, benötigt man ein 4x4 und fährt dann eine lange Tagestour (ist glaube ich oneway) bis zur Küste durch den Park und muss dann ja auch wieder irgendwohin zurück. Das haut nur so richtig hin, wenn man am Vormittag nicht weit anfahren muss. Nichts für uns dieses Mal.

Nachmittags wartet der nächste Termin. Wir müssen bis spätestens 18 Uhr am Naries Namaqua Retreat sein, damit wir noch den Sundowner mitbekommen. Das ist einige Kilometer westlich von Springbok. Wir zahlen inkl. DBB 200€ für ein Zimmer im Haupthaus. Das Dinner ist gut, aber nicht überragend oder ausgefallen und einen Zuschlag für die Blumensaison muss man ja auch noch rechnen. Trotzdem ist das zu viel bezahlt. Das Zimmer rechtfertigt so einen hohen Preis eigentlich auch nicht. Aber Alternativen gibt es kaum. Leider sind auch die Gäste nicht so ... kommunikativ, was aber auch an der Bahnhofshallenstimmung im Speiseraum liegt.

Heute Abend dann der noch ein Termin: Die Milchstraße wartet nicht, also muss ich am Abend noch mit dem Auto durch die Schwärze der Nacht juckeln um mir einen Platz zum Fotografieren zu suchen. Meine Frau will natürlich nicht mit - Schlangen ... Bären ... Monster ...

Man sieht, es ist wie immer in diesen Südafrika-Urlauben: Terminstress ohne Ende :rolleyes:



Ne wat schön ... so viele Blömkes ....










Dann zum Sundowner ...


Eine Menge Gegend hier ...


Nach dem Abendessen gegen 22:40 Uhr - der Witz: Ich bin da "am Hintern der Welt", kann aber über WhatsApp mit meiner Frau im Namakwa Retreat problemlos kommunizieren. Mach das mal in Deutschland hinter dem nächsten Berg ...
Man sieht Millionen Sterne, es ist wirklich unglaublich dunkel und es gibt so gut wie keine Lichtverschmutzung. Mir ist es sogar fast zu dunkel. Da kann man sich leicht verfahren, auch wenn es eigentlich nicht weit ist. An Schlangen denken wir besser nicht.

Man sieht übrigens Jupiter, Saturn, die Vega und diverse Nebel ... Ich mache nur Einzelbilder, keine Stackings - dafür fehlt mir hier der Nerv. Was die Kamera aber alleine schon bei einem Einzelbild in 13 Sekunden für Licht fängt - doll!


Der nächste Morgen ...





Es haben sich bereits 15 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Muggel (Gestern, 19:43), OmaUrsula (5. Dezember 2019, 23:44), SilkeMa (5. Dezember 2019, 20:13), Wicki4 (5. Dezember 2019, 11:02), HCS45 (5. Dezember 2019, 10:53), Beate2 (5. Dezember 2019, 10:49), DurbanDirk (5. Dezember 2019, 09:33), Gecko10 (5. Dezember 2019, 08:13), maddy (5. Dezember 2019, 07:36), toetske (4. Dezember 2019, 23:26), nn1177 (4. Dezember 2019, 21:54), Bueri (4. Dezember 2019, 21:38), corsa1968 (4. Dezember 2019, 21:32), Dolphin2017 (4. Dezember 2019, 21:19), SarahSofia (4. Dezember 2019, 20:49)

toetske

oorbietjie

Beiträge: 3 602

Danksagungen: 5463

  • Nachricht senden

7

Mittwoch, 4. Dezember 2019, 23:30

:danke: für den bisher kurzweiligen Bericht und nicht zu vergessen die tollen Bilder - was für ein super Himmelsbild!
Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung!

Übrigens,
Dafür braucht es ein Permit, das wir uns vorher von Cape Nature besorgt hatten

wo habt ihr denn das Permit für Maltese Cross geholt?

VG. Toetske
one life, LIVE IT !

Meerbie

Profi

  • »Meerbie« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 95

Dabei seit: 3. April 2015

Danksagungen: 201

  • Nachricht senden

8

Mittwoch, 4. Dezember 2019, 23:55

:danke: für den bisher kurzweiligen Bericht und nicht zu vergessen die tollen Bilder - was für ein super Himmelsbild!
Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung!

Übrigens,
Dafür braucht es ein Permit, das wir uns vorher von Cape Nature besorgt hatten

wo habt ihr denn das Permit für Maltese Cross geholt?

Danke für die Blümchen :saflag:

Da wir nichts von zwei Zugängen zum Maltese Cross wussten und nur auf die Infos von (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) gestoßen waren und ich dort schon einen Account aus früherer Zeit hatte ... ich glaube, ich brauchte da mal was für die Baviaanskloof ... hatte ich da eines besorgt. Man kann es - nach meiner Erinnerung - auch vor Ort (Algeria Forest Station) besorgen, aber dann geht man das Risiko ein, für den Tag keines mehr zu bekommen, weil der Zugang wohl mengenmäßig limitiert ist und die Station auch nicht ständig geöffnet hat. Ich denke, es gibt aber auch Büros von CapeNature ... irgendwo in CapeTown z. B. Was wir nicht wussten, dieses CapeNature Permit berechtigt zu einer Wanderung von sonstwo, die dann weit über 20 Kilometer lang ist.

Der andere Zugang ist, wie oben beschrieben hier zu bekommen: (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) - aber auch die haben nicht immer geöffnet. Ob das auch online geht ... keine Ahnung. Der Zugang zum Wanderparkplatz führt dann über eine Piste, die am nahen Observatorium hinter einer Schranke mit Zahlenschloss beginnt. Mit normalem PKW bei Trockenheit gerade so machbar, aber ganz, ganz langsam. Diese Wanderung - die machen wohl die meisten - ist nur ca. 7 km (von Auto zu Auto) lang, ca. 3 bis 3 1/2 Stunden.

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Beate2 (5. Dezember 2019, 10:50), toetske (5. Dezember 2019, 00:09)

toetske

oorbietjie

Beiträge: 3 602

Danksagungen: 5463

  • Nachricht senden

9

Donnerstag, 5. Dezember 2019, 00:14

es gibt aber auch Büros von CapeNature ... irgendwo in CapeTown

Da waren wir im Januar - den Ort muss man erstmal finden; ist auch mit Navi schwierig :saflag:

Bei Cedarberg Wines waren wir vor ein paar Jahren zur Probe.

VG. Toetske
one life, LIVE IT !

Meerbie

Profi

  • »Meerbie« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 95

Dabei seit: 3. April 2015

Danksagungen: 201

  • Nachricht senden

10

Donnerstag, 5. Dezember 2019, 00:42

Tag 6 - 03.09.2019 - Springbok - Goegab Nature Reserve - Springbok

Am Morgen fahren wir auf dem Gelände der Guest Farm herum und können von einem Aussichtspunkt in ca. 60 km Entfernung am Horizont das Meer noch einmal ahnen. Danach geht es ca. 40 km zurück Richtung Osten, nach Springbok. Nahe am Ort liegt das Goegap Nature Reserve, eigentlich bekannt für seine fantastische Wüstenblüte. Davon ist aber heute leider nichts zu sehen. Wir fahren trotzdem durch das schöne Reserve und finden hier größere Vorkommen von Köcherbäumen. Nur 350 km sind es von hier nach Keetmanshoop in Namibia, wo wir vor vielen Jahren unseren ersten Köcherbaumwald gesehen hatten. Wir stoßen aber auch auf die ersten Tiere in diesem Urlaub. Nicht spektakulär, aber trotzdem schön: Springbok und Gemsbok fühlen sich hier offenbar ziemlich wohl, sind aber auch wahnsinnig scheu.

Unsere Unterkunft liegt dann nur ca. 15 km entfernt. Die "Sperrgebiet Lodge" besteht aus wenigen, gut gepflegten Hütten im Nirgendwo und die sind so rustikal, wie ihre Eigentümerin. Die hat das Herz am rechten Fleck - herrlich. Wir sitzen entspannt herum, genießen den Blick, die Ruhe, die Hunde, Kaffee und Kuchen. Eigentlich ist das unser erster wirklicher Ruhetag mit wenig Fahrerei. Und wie das so ist: Prompt kracht es. Also nicht am Auto, sondern zwischen "ihr und mir" X( ... kommt ja immer irgendwann im Urlaub. Aber das war schon am Morgen und die Wogen sind längst wieder geglättet. :whistling:

Was heute noch ansteht: Heute Nacht ist die letzte sinnvolle Gelegenheit die Milchstraße zu fotografieren, bevor der Mond für den Rest des Urlaubs zunehmen und immer länger am Nachthimmel stehen wird. Die gestrigen Versuche haben gezeigt, dass dieses Unterfangen wirklich nicht so leicht ist. Für mich ist das auch neu, der erste Versuch auf Mallorca im Frühjahr war von eher mäßigem Erfolg "gekrönt" - viel zu hell dort. Hier ist es zwar wahnsinnig dunkel, aber man sieht eben auch nicht, was man tut. Von den Schlangen, die es hier zahlreich gibt, mal gar nicht zu reden. Meine Frau hat auch ihren Spaß, sie hat das endlich mit dem "Kreuz des Südens" verstanden. Wenn man es weiß, springt es einem ins Gesicht. Allerdings bringen keine 10 Pferde die Dame dazu, mich "im Feld" zu begleiten. Die anderen Gäste wurden freundlicherweise von der Besitzerin gebeten, in der Nacht die Außenlichter zu löschen. Die kennen das hier schon mit den Leuten, die in der Nacht die Sterne fotografieren.

Blick Richtung Südatlantik vom Gelände des Naries Namaqua Retreat ...


Blümchen aus dem Sukkulenten Garten des Goegap-Nature Reserves ... zählen Kakteen zu "Blümchen"? Egal.




Fahrt durch das Reserve ...






Und dann geht die Sonne unter ...


... und die Sterne fangen an zu rotieren ... na ja schon klar, es ist die Erde, die sich dreht - hier zum Zeitvertreib auf den sog. Celestial South Pole gehalten - denn ich wartete eigentlich nur, dass endlich der Mond untergeht.


... aber es ist hier so dunkel, dass sogar das Mondlicht die Aufnahme nicht zerstört. In unseren Breiten dürfte das unmöglich sein. Man erkennt hier übrigens kurz über dem Horizont das Kreuz des Südens und seine beiden Pointer Alpha- und Beta Centauri. Dazwischen ein bekannter Dunkelnebel mit dem schönen Namen "Kohlensack". Besonders gut sichtbar links im Bild die beiden Magellanschen Wolken. Man stelle sich vor, in beiden Wolken zusammen verbergen sich ca. ... festhalten ... 20 Milliarden Sterne. Entfernung 170.000-200.000 Lichtjahre. Irre - oder?


Und weil es so einen Spaß macht, versuche ich mich auch mal an dem üblichen Taschenlampenbild ... Und da sage noch einer, ich wäre ja auf keinem einzigen Bild zu sehen.

Es haben sich bereits 18 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Muggel (Gestern, 19:46), Marchese (Gestern, 15:34), OmaUrsula (5. Dezember 2019, 23:44), toetske (5. Dezember 2019, 23:00), parabuthus (5. Dezember 2019, 21:29), SilkeMa (5. Dezember 2019, 20:14), michaelkoeln (5. Dezember 2019, 13:53), Wicki4 (5. Dezember 2019, 11:06), HCS45 (5. Dezember 2019, 11:01), Beate2 (5. Dezember 2019, 10:54), Bär (5. Dezember 2019, 10:08), Bueri (5. Dezember 2019, 10:03), Armando (5. Dezember 2019, 10:02), DurbanDirk (5. Dezember 2019, 09:33), lottinchen (5. Dezember 2019, 08:20), Gecko10 (5. Dezember 2019, 08:18), maddy (5. Dezember 2019, 07:44), SarahSofia (5. Dezember 2019, 06:59)

lottinchen

Meister

Beiträge: 108

Dabei seit: 20. September 2017

Danksagungen: 728

  • Nachricht senden

11

Donnerstag, 5. Dezember 2019, 08:21

Danke für den interessanten Bericht. Da liest man wirklich gerne mit!
Eine tolle Mischung aus Infos und persönlichem Erlebnis.
Ich bin gespannt wie es weitergeht!

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Meerbie (5. Dezember 2019, 08:33)

Meerbie

Profi

  • »Meerbie« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 95

Dabei seit: 3. April 2015

Danksagungen: 201

  • Nachricht senden

12

Donnerstag, 5. Dezember 2019, 09:54

Tag 7 - 04.09.2019 - Srpingbok - Augrabies Falls NP

Unweit der südlichen Grenze von Namibia fahren wir heute von Springbok über Pofadder zum Augrabies Falls National Park. Den Nachmittag wollen wir noch für ein bisschen "Tingeltangel" entlang einiger Aussichtspunkte im Park nutzen. Übernachten werden wir dann im Park selber.

Ist das hier eine trockene Gegend und vor allem ... Gegend. Je weiter nach Osten man fährt, desto weniger gibt es hier zu sehen. Wenn man ehrlich ist, ist da irgendwann gar nichts mehr und man denkt: "Das darf man auch keinem sagen, wo wir Urlaub machen." Mich erinnert das an Namibia 2007, wo mich der Reiserführer an einen Punkt im Nichts führte und die Attraktion für Touristen irgendeine Flechte auf ein paar Kieseln war (wer weiß, wie die überhaupt den Weg dorthin gefunden haben), ebenso wie irgendwelche alten Wagenspuren im Sand (komm, erzähl mir nichts, die habt ihr doch dahin ... ). Rundum ansonsten: nichts. Kein Berg, kein Tal, kein Haus, nicht mal ein Zaun, kein Baum, kein Strauch und eigentlich auch kein Stein - doch ... Stromleitungen, die drängeln sich auf der ganzen Welt noch in jedes Bild. Jedenfalls möchte man hier nicht mit dem Auto verrecken.

Namibia 2007 - Ort: Irgendwo. Nein, lass mich überlegen: Nirgendwo


Aber zurück nach Südafrika. Erst wenn man nach ca. 300 km auf den Oranjerivier stößt, gibt es wieder Leben. Hier findet man sogar Landwirtschaft und - man traut kaum seinen Augen - Weinbau. Ich steuere direkt das The Rose Cafe in Kakamas an, erstmal Kuchen essen. Wow - mit viel Liebe gemacht und serviert. Meine Frau hat einen vorzüglichen Gemüsepie. Unbedingte Empfehlung das Cafe. Und dann geht es Richtung Park ... aber halt. Weitere Empfehlung: Wichtigster Laden bei der Zufahrt zum Park, falls man sich nicht im Spar in Kakamas versorgt hat ... kurz hinter einer Rosinenfabrik auf der linken Seite kommt ein "Drankwinkel", der hat die schönen Literpullen Bier für Preise ... jedenfalls war der Abend gerettet.

Inzwischen war es verdammt heiß hier oben geworden - 30°C ... nach dem Sommer brauche ich das echt nicht mehr, zum Glück ist die Hitze so trocken, dass das kein Vergleich mit unserem inzwischen unerträglichen Tropendeutschland ist. Wobei: Die Nacht im Camp war ganz schön warm und die Frage, ob man die Klimaanlage an- oder ausschaltet, ist so wie die nach Pest oder Cholera. Ich habe ohnehin keine Wahl, denn die Laune der Dame des Hauses steigt und fällt mit dem Brummen der Klimaanlage und mit dem Feuer will ich nicht spielen - ein wenig leiden ist angesagt für mich. Unsere Freunde, 650km Luftlinie weiter südlich hatten heute zwischen 7°C und 18°C ... traumhaft. Allerdings soll es da in den nächsten Tagen an der Küste 36°C werden und bei uns hier oben wiederum angenehm warm am Tag und kühl in der Nacht. So mag ich das.

Also einchecken - und da ist der einzige Wermutstropfen des Tages, denn die überaus - ich wiederhole überaus - attraktive Rezeptionistin - meine Güte, dass die noch keiner entdeckt hat - ist ebenso abweisend, wie sie eine Schönheit ist. Ich bin ja in einem Alter, wo ich es mir ab und zu mal leiste, Wahrheiten ungeschminkt auszusprechen und den Leuten ihre Unverschämtheiten, mit denen sie meinen durchzukommen, zurück ins Gesicht schlage. Aber meine Frau hält mich zurück. Ich habe mich fast entschuldigt, dass ich überhaupt lebe und mit meiner Wenigkeit ihre Aura beschmutzt habe. So - genug der Bissigkeit - wozu den Tag versauen lassen?

Die Klamotten in die Hütte gebracht und erstmal zum Wasserfall laufen. Tja, wie man sieht, ist Trockenzeit. Es gibt ja unfassbare Bilder der Wasserfälle, da kommt das Wasser hier wirklich aus allen Ecken und über jede Kante - aber "schä ists trotzdem" ...


Man muss halt auf Details schauen ...


Und dann laufen uns doch tatsächlich Giraffen über den Weg. Ich hatte in diesem Urlaub gar keine Safari vor. Das entwickelt sich ja richtig gut.




Trockenheit




Aber trotzdem irgendwie schön - ich liebe die Wüste und ihre kleinen Höhepunkte - man wird demütig und bescheiden.






Was wir an diesem späten Nachmittag noch an Wild finden: Sprinbok, Gemsbok, Giraffen, Kudu, Dassies und Paviane - zwar nicht in Massen und wahnsinnig scheu, aber dafür auch komplett unerwartet.

Am Abend essen wir noch im Park-Restaurant ... ich meine, ich hatte ein ganz brauchbares Kudu-Gulasch ... und später gibt es noch eine schöne große Pulle Bier. Und dann: Leiden unter dem vollen Bauch und der Wärme. Morgen wartet ein schönes Hotelzimmer. Was freue ich mich.

Es haben sich bereits 14 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Muggel (Gestern, 20:15), Marchese (Gestern, 15:34), OmaUrsula (5. Dezember 2019, 23:46), toetske (5. Dezember 2019, 23:05), parabuthus (5. Dezember 2019, 21:30), SilkeMa (5. Dezember 2019, 20:14), SarahSofia (5. Dezember 2019, 13:53), HCS45 (5. Dezember 2019, 11:16), Wicki4 (5. Dezember 2019, 11:10), Beate2 (5. Dezember 2019, 10:58), maddy (5. Dezember 2019, 10:13), Bär (5. Dezember 2019, 10:09), Armando (5. Dezember 2019, 10:06), Bueri (5. Dezember 2019, 10:05)

HCS45

HCS45

Beiträge: 57

Dabei seit: 19. Dezember 2018

Danksagungen: 97

  • Nachricht senden

13

Donnerstag, 5. Dezember 2019, 12:08

nee, wat schön.... vielen Dank für die wunderschönen sensationellen Bilder. Mein Mann hing direkt mit der Lupe über "deinen" Sternenhimmel. Auch wir haben 'schöne' Erinnerungen an das Kreuz des Südens.
Als wir 1990 das 1. Mal in SA waren wollte ich wissen, wie es denn genau aussieht. Da antworte neben uns eine Dame, so wie mein Anhänger an meiner Kette, ein Kreuz mit 5 Balken, an jedem Ende ein 1/2 - 3/4 Karäter Diamant. Davon träume ich heute noch... besser, du erzähst es nicht deiner Frau ;)
Danke auch für den wunderbaren Bericht :danke: ich freue mich auf die Fortsetzung.
LG

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (5. Dezember 2019, 23:05), Meerbie (5. Dezember 2019, 12:40)

Meerbie

Profi

  • »Meerbie« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 95

Dabei seit: 3. April 2015

Danksagungen: 201

  • Nachricht senden

14

Donnerstag, 5. Dezember 2019, 13:54

Tag 8 - 06.09.2019 - Augrabies Falls NP - Kakamas

Die senile Bettflucht und die Wärme treiben mich aus dem Bett und ich klettere mit Badelatschen auf den großen Felsen oberhalb der Wasserfälle herum. Ich dachte, ich mache es mal wie die Amis ... wer "Angel's Landing" kennt, ja ... dort oben saßen sie in Badelatschen ... vielleicht suche ich mal das Bild ... und kann das keinem empfehlen. Rauf geht immer auf diesen großen Steinen, Probleme gibt es, wenn man runter oder rüber muss :huh: :whistling: Der Sonnenaufgang ist ganz nett, aber wegen der Richtung schwierig in Verbindung mit Wasser zu fotografieren - deswegen die Kraxelei. Herrje, unglaublich viele Dassies gibt es hier, fast wie Ratten wieseln die hier herum, dabei sind es ja Verwandte der Elefanten und Seekühe.

Ansonsten: Heute wird erneut ein ruhiger Tag. Wir wollen noch ein paar Aussichtspunkte im Park abklappern, die wir gestern nicht geschafft hatten - man muss ja auch hier zu einer bestimmten Zeit wieder im Camp sein und kann nicht zu spät kommen - um dann den Hartmann's Loop durch die Wildnis westlich des Camps zu fahren. Eine tolle Runde über ca. 90km, die sich unterwegs abkürzen lässt. Man kann sie auch ohne 4x4 fahren. Die eigentlichen 4x4 Strecken gehen, soweit ich mich erinnere, vom Loop ab und führen dann Richtung Fluss runter. Wir treffen "die üblichen Verdächtigen", was die Tiere angeht. Erstaunlich ist, wie scheu die Tiere im Park sind. Sie wollen sich partout nicht fotografieren lassen und eigentlich sieht man sie vor allem von hinten. Wir genießen die ca. 90 km Fahrt durch wilde Landschaft und sind dabei so gut wie alleine. Zurück im Camp laufen wir ca. eine Stunde auf dem Dassie Trail zum Arrow Point - absolut lohnenswert. Am Ende wartet auch noch ein Wasserfall, der für mich bis gerade namenlos war. Nun sehe ich, er heißt Tweelingsvalle - ich denke mal: Zwilllingsfälle. Mehr als diese eine Stunde geht aber echt nicht, denn es ist zum einen verdommelich heiß, aber vor allem fressen einen die Fliegen glatt auf - und stechen tun sie auch noch.

Später verlassen wir den Park Richtung Kakamas. Ich hatte noch eine Weinprobe bei "Di Mas van Kakamas" auf dem Zettel. Als wir kamen, war da doch tatsächlich schon eine Gruppe von Holländern und Belgiern und als ich zweimal "Wine Tasting" erbat, hieß es: Wir haben keinen roten Wein mehr ... WHAAAAAAAAT? ... Das habe ich auch noch nie erlebt. Okay, dann bitte einfach eine Flasche Sauvignon Blanc und eine Käseplatte. Pustekuchen - Käseplatte gab es auch nicht, nur Chips aus der Tüte. Nicht unser Tag. Na ja, wir unterhielten uns dann lustig mit einem belgischen Rentnerpärchen, die ganz begeistert waren, dass wir in Deutschland in einem Dorf wohnen, wo es einen Weinhändler gibt, der ausschließlich südafrikanische Weine führt. Dann noch etwas angetüdelt schnell in den Spar - Kuchen kaufen und ab zur Unterkunft, dem nahen Vergelegen Guest House (mit Restaurant). Und als wir auf der Terrasse in der abendlichen Sonne sitzen, geht neben uns die Tür auf und wer wohnt genau neben uns? Das belgische Rentnerpärchen - kleine Welt.

Exkurs - ich konnte es nicht lassen: Hier ... 2008 ... ganz schön ausgesetzter Aufstieg zu Angels Landing im Zion NP in Utah, USA. Das Paar rechts mit Badelatschen ...


Ein HDR am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen - vor allem darüber, wie ich hier wieder wegkomme. Zum Glück schläft meine Frau noch und sieht das Drama nicht.


Eindeutig die besseren Kletterer ...


Wer sagt, mit MFT kann man nicht freistellen?


Tiefe Einblicke ...


Immer auf der Flucht ...


Zumindest mal trauen die keinem Auto über den Weg ...




Arrow Point - hier kann man auch gut runterfallen ... Man muss sich jetzt meine Frau im Hintergrund vorstellen: "Geh da nicht so nah ran ..." Auf die Spitze links darf man leider nicht, sonst hätte ich es getan. Ist aber wohl besser so, von wegen Badelatschentourismus.


Und zum Abschluss dann die Twinfalls, Tweelingvalle, Zwillingsfälle mit ND-Filter bei 10 Sekunden - und ich sage nur, mit dem ND-Filter herumfummeln, während einen die Fliegen fressen, stechen und in Nase, Ohren und Augen krabbeln wollen und man dabei noch am Abgrund steht, ist eine blöde Sache.

Es haben sich bereits 12 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Wicki4 (Gestern, 12:20), OmaUrsula (5. Dezember 2019, 23:49), toetske (5. Dezember 2019, 23:19), SilkeMa (5. Dezember 2019, 20:15), Bueri (5. Dezember 2019, 16:16), Beate2 (5. Dezember 2019, 15:57), HCS45 (5. Dezember 2019, 15:22), corsa1968 (5. Dezember 2019, 14:38), michaelkoeln (5. Dezember 2019, 14:21), maddy (5. Dezember 2019, 14:03), SarahSofia (5. Dezember 2019, 13:57), Bär (5. Dezember 2019, 13:57)

Meerbie

Profi

  • »Meerbie« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 95

Dabei seit: 3. April 2015

Danksagungen: 201

  • Nachricht senden

15

Donnerstag, 5. Dezember 2019, 18:41

Tag 9 - 07.09.2019 - Kakamas - Douglas
Der heutige Tag wird ein entspannter Fahrtag. Dem Lauf des Orange Rivers gegen den Strom folgend legen wir insgesamt etwa 420 km zurück und werden im verschlafenen Douglas übernachten. Es ist der letzte Ort mit brauchbarer Infrastruktur, 80 km vor dem südlichen Tor des Mokala Nationalparks, in dem wir dann die zwei folgenden Nächte verbringen wollen.

Unterwegs gibt es heute wenig zu sehen. Zunächst schreckt uns eine Art Ufo in der Wüste auf, dessen Auftauchen am Horizont einem äußerst bizarr und fremdartig vorkommt und dann folgt die Kalahari Mall in Upington - eine Mall mit fast amerikanischen Ausmaßen. Nach Hunderten Kilometern wenig spannender Steinwüste wechselt dann die Landschaft irgendwann. Der Sand wird rot, das Gras wird golden, das hat eindeutig was von Kalahari und Namibia und ist ist nach der Trostlosigkeit der Strecke eine wahre Erholung. Am Ende des Tages landen wir in Douglas - wieder mal als einzige Gäste - im relativ großen Villiera Guest House.

Man bekommt regelrecht einen Schreck, wenn dieses "Ding" am Horiziont, in etwas trostloser Umgebung auftaucht. Gleißendes Licht - in weiter Ferne scheint ein Ufo gelandet zu sein - jedenfalls ist das nicht von dieser Welt.

Ich wollte näher ran, aber man muss dann schon durch eine Werkseinfahrt, na ja ... mit der Security will ich jetzt keinen Ärger haben. "Weltraumtechnologie" ... da könnte man empfindlich sein. Wir sind hier ca. 6km Luftlinie entfernt.


Der Werksverkehr fährt vorbei, ohne dass ich bedroht werde. Also ruhig mal offen mit dem kleinen Zoom ran an der Speck. Das menschliche Auge sieht nur eine Art Sonne, also keine Strukturen. Die Kamera kann das natürlich besser auflösen. Und so erkennt man, worum es geht. Was wir sehen, ist Khi Solar One. Das erste grundlastfähige, solarthermische Kraftwerk mit Strahlungsbündelung (CSP, concentrated solar power) Südafrikas und Afrikas. Der zentrale Turm, ist von ca. 4000 Heliostaten (Spiegel) umgeben, die man auf dem Bild im Flimmern der Hitze auch ganz gut sehen kann. Er hat eine Höhe von 205 Metern und produziert ca. 50MW Strom. Ein irres Teil. Übrigens: Vögel, die da durchfliegen, dürften wohl sehr schnell zerbrutzelt werden.



Und weil man als Rheinländer alles in der Größeneinheit "Kölner Dom" misst ... so gewaltig ist dieses Ding im Vergleich:


Und dann fangen irgendwann der rote Sand und das goldene Gras an - und das war es auch schon für heute.

Es haben sich bereits 13 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Wicki4 (Gestern, 12:21), maddy (Gestern, 09:53), michaelkoeln (Gestern, 09:47), HCS45 (Gestern, 09:24), lottinchen (Gestern, 08:14), Bär (5. Dezember 2019, 23:46), toetske (5. Dezember 2019, 23:21), Dolphin2017 (5. Dezember 2019, 21:43), Bueri (5. Dezember 2019, 20:22), SilkeMa (5. Dezember 2019, 20:15), SarahSofia (5. Dezember 2019, 19:29), Armando (5. Dezember 2019, 19:06), M@rie (5. Dezember 2019, 18:49)

SilkeMa

Reisende

Beiträge: 2 980

Danksagungen: 5272

  • Nachricht senden

16

Donnerstag, 5. Dezember 2019, 20:24

Ne, ist nicht "fast professionell" - ist nur "Knipser"....

Hallo Meerbie,
super Bilder :danke:! Für den Sternenhimmel hast Du hier das Olympus 8 1,8 genutzt ? Ich überlege ja auch noch, was ich hierfür kaufen soll :) ;). Nun ja, mit ND-Filtern hantieren, das nenne ich definitiv fotografieren :thumbup:. Beim Fotografieren lernt man nie aus .....
Danke für Deinen Reisebericht :danke: !
LG,
Silke

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Meerbie (Gestern, 08:26)

toetske

oorbietjie

Beiträge: 3 602

Danksagungen: 5463

  • Nachricht senden

17

Donnerstag, 5. Dezember 2019, 23:37

Hallo Meerbie,

Kuchen kaufen und ab zur Unterkunft, dem nahen Vergelegen Guest House (mit Restaurant)

Habt ihr denn im Vergelegen nicht im Restaurant gegessen? Viel bessere gibt es in der Gegend nämlich nicht...

während einen die Fliegen fressen, stechen und in Nase, Ohren und Augen krabbeln wollen

Das ist wahrscheinlich zeitgebunden... Als wir im September 2005 (!) in Augrabies waren, haben wir genau dasselbe erlebt. (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!)
Seitdem nehmen wir das Netz jedes Jahr mit nach Südafrika, haben es aber nie wieder gebraucht - auch nicht bei zwei weiteren Besuchen an Augrabies - vielleicht weil wir jetzt immer zwischen Dezember und März reisen?

Wieder mal :danke: die tollen Impressionen!

VG. Toetske
one life, LIVE IT !

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Meerbie (Gestern, 09:02), SilkeMa (5. Dezember 2019, 23:57), Bär (5. Dezember 2019, 23:50)

Meerbie

Profi

  • »Meerbie« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 95

Dabei seit: 3. April 2015

Danksagungen: 201

  • Nachricht senden

18

Gestern, 09:02

Ne, ist nicht "fast professionell" - ist nur "Knipser"....

Hallo Meerbie,
super Bilder :danke:! Für den Sternenhimmel hast Du hier das Olympus 8 1,8 genutzt ? Ich überlege ja auch noch, was ich hierfür kaufen soll :) ;). Nun ja, mit ND-Filtern hantieren, das nenne ich definitiv fotografieren :thumbup:. Beim Fotografieren lernt man nie aus .....
[...]


Du liegst richtig mit dem Oly Fisheye 8mm/f1.8. Ich bin so ein wenig im Zwiespalt, ob der Kauf die richtige Entscheidung war. Für die Milchstraße - tolle Sache. 180° Bildwinkel sind schon gewaltig und 1.8 ist natürlich äußerst hilfreich. In Räumen ist es auch ganz witzig. Landschaften kann man so fotografieren, dass der Fisheye-Effekt fast verschwindet, aber dann hat man eben auch den Horizont immer in der Mitte und das passt eher selten. Dann fängt man wider an zu schnibbeln und dann stellt sich die Frage: Wieso denn dann erst der Bildwinkel? Außerdem hat man sich häufiger mal selber mit auf dem Bild, wenn man nicht aufpasst, entweder als Schatten, oder die Füße, oder das Geländer vor dir ... Defishen finde ich recht mühsam und ich sehe auch selten Sinn darin. Die Bilder sehen dann in den Ecken bescheiden aus und gerade z. B. bei den Milchstraßenbildern werden natürlich die Punkte wieder zu Strichen - genau das, was man ja eigentlich vermeiden möchte. Sagen wir: Der Anwendungsbereich ist schmal, man sieht sich am "witzigen" Effekt schnell satt, soweit es Alltagsbilder betrifft - es ist eher ein "Luxusobjektiv" für wenige Gelegenheiten und zum Experimentieren. Als Weitwinkelersatz ist es echt nur äußerst bedingt tauglich.

Die Fummelei mit ND-Filtern, ja ... immer wieder eine interessante Sache, aber eigentlich ganz easy, wenn man die Arbeitsabläufe verinnerlicht hat - und genau das ist immer so ein wenig ein Problem, weil ich es dafür zu selten mache. Also immer Zettelchen mit den Notizen raus ... wenn dann da nicht noch die Blindheit und Fummelei mit der Brille wäre ... gruselig, zumindest wenn die Sonne so richtig scheint.

Und apropos "Man lernt nie aus". Das stimmt so was von. Bei meinen ersten Milchstraßenbildern Anfang des Jahres auf Mallorca musste ich lernen, dass man in der Nacht im Schein einer roten Stirnlampe, seine Notizzettel mit den einzelnen Arbeitsschritten NICHT lesen kann, wenn man die wichtigen Sachen extra in roter Schrift ausgedruckt hat. Mein dummes Gesicht hättest du sehen müssen.
In SA habe ich auch gelernt, dass die Milchstraße in der völligen Dunkelheit auf dem Monitor heller erscheint, als sie es hinterher auf dem RAW ist. Insofern waren die 13 Sekunden zwar theoretisch richtig, aber ich denke, für ein Einzelbild (also ohne Stacking) hätten ein paar Sekunden mehr doch noch geholfen, auch wenn die Sterne dann nicht mehr so punktförmig gewesen wären. Letzten Endes muss ich die RAWs doch ganz schön pushen. Und natürlich hätte ich auch mehr mit dem Vordergrund experimentieren können. Beim ersten Versuch war da echt nichts vor mir, nur flaches Buschwerk. Und so war es auch stockdunkel vor mir. Beim zweiten Versuch gab es Köcherbäume, aber auch Seitenlicht von Springbok. Ich wollte aber da in der Nacht nicht zwischen den Schlangen so herumlaufen, insofern hatte ich mir einen Platz ausgesucht und blieb da. Da würde ich natürlich dann beim nächsten mal anfangen, mit einer schwachen Lampe zu experimentieren, nur die Gelegenheit gab es nicht - der Mond. Es ist also ein langer Lernprozess. Und hier, rund um Düsseldorf, kann man das mit der Milchstraße echt knicken. Da muss man schon in die Eifel, damit es halbwegs vernünftig wird. Aber du weißt ja, wie das ist mit den Wolken, dem Mond ... schon die theoretischen Möglichkeiten sind ja äußerst begrenzt und praktisch kann dann noch so viel dazwischenkommen.

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Bueri (Gestern, 10:45), SilkeMa (Gestern, 09:15)

Meerbie

Profi

  • »Meerbie« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 95

Dabei seit: 3. April 2015

Danksagungen: 201

  • Nachricht senden

19

Gestern, 09:09

Hallo Meerbie,

Kuchen kaufen und ab zur Unterkunft, dem nahen Vergelegen Guest House (mit Restaurant)

Habt ihr denn im Vergelegen nicht im Restaurant gegessen? Viel bessere gibt es in der Gegend nämlich nicht...

[...]


Richtig geraten. Klar haben wir da gegessen - außer den Kuchen - aber ganz ehrlich, ich kann mich nicht mehr erinnern, was es war, aber man sitzt dort ganz schön, das weiß ich noch. Kuchen ist immer so eine Sache. Ich brauche immer meine Zeit, bis ich einsehe, dass das im Supermarkt nicht so der Hit ist, aber es ist süß, klebt und ist groß und kostet quasi nichts ... Ich bin so leicht zufriedenzustellen. Und ich erinnere mich noch, die haben in einer Blitzaktion unsere Wäsche gewaschen. Das war ein sehr nettes Team dort.

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (Heute, 00:52), SilkeMa (Gestern, 09:17)

Meerbie

Profi

  • »Meerbie« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 95

Dabei seit: 3. April 2015

Danksagungen: 201

  • Nachricht senden

20

Gestern, 12:14

Tag 10 - 07.09.2019 - Douglas - Mokala NP
Es sind nur ca. 80 km von Douglas zum Mokala Nationalpark, aber die kosten meine Frau wieder eine Menge Nerven. Denn kaum verlässt man Douglas, beginnt die Piste. Nach 35 km biegt man dann von der Regionalstraße auf weitere 45 km schlechterer Piste ab. Infrastruktur gibt es hier auch nicht für Geld, Einsamkeit erhält man dafür völlig kostenlos. Und das ist auch eines der Probleme dieses jüngsten Nationalparks. Die Touristen haben keine Lust auf den staubigen und teils riskanten Flug über Schotter, Wellblech und Schlaglöcher. Der nördliche Zugang ist zwar mit nur 15 km weit kürzer, als der von uns gewählte von Süden, aber hier braucht es wirklich dicke Reifen und grenzwertige Flugtechnik, wenn man schmerzfrei durchkommen möchte. Die Piste ist hier wirklich schlecht gepflegt. Mit einem PKW ... ätzend - aber mit 15 km zumindest überschaubar in der Länge.

Unser Vorteil: der Park ist angenehm menschenfrei, unterwegs trifft man eigentlich niemanden. Am Abend stehen hier nur wenige Autos - vor allem keine Mietwagen ausländischer Touristen. Und weil die Südafrikaner sich - bei den Preisen - selbstverständlich gerne selber versorgen, kann man damit kein Geld verdienen und so wurde jetzt auch das zweite Restaurant im Park geschlossen. Allerdings findet im Restaurant heute ein kleine Privatfeier statt - das sind aber auch kaum 10 Personen. Die Musik ist grauenhaft, eine Mischung aus wirklich schlechter Countrymusik (Country Doodle ...) und Heintje ... ja ... Heintje ... ich bin einigermaßen fassungslos. Wir selber versorgen uns aus dem, was wir noch in Douglas gekauft haben und dem, was der kleine Shop im Park hergibt - und das ist nicht viel. Aber man überlebt. Es gibt sogar Tiefkühlfleisch und Wurst zum Grillen - war mir aber zu aufwändig. Dummerweise verwechsele ich dann beim Kauf das "Kidney" im "Kidney Pie" mit Kidney-Bohnen. Beim Essen denke ich dann: "Oh Mann, gib mir Bier, das schmeckt ja seltsam und was sind das für zähe Brocken darin?" Bis mir irgendwann aufgeht, was "Kidneys" wirklich sind. Da hatte ich bis zum nächsten Morgen was von, irgendwie lebten die Dinger noch.

Was ein Ärger ist: Es war einige Wochen vor Ankunft gar nicht so leicht, im Mokala überhaupt noch eine Unterkunft zu bekommen. Es war ja Wochenende und da war alles ausgebucht. Wir hatten das vorletzte Chalet bekommen. Aber in Wirklichkeit war es es wie auch so oft in den USA auf den Campingplätzen der Nationalparks, die so oft so wahnsinnig früh komplett ausgebucht sind (und wir zelten dort!): Alles ausgebucht, die Leute bezahlen, aber sie kommen dann nicht. Und man selber steht da und muss sonstwohin fahre und unter Umständen Horrorpreise zahlen.

Wirklich positiv am Mokala - abgesehen von der Landschaftlichen Schönheit und den Tieren - sind die Mitarbeiter. Wir sind noch nie in einem Nationalpark auf so positive und freundliche Mitarbeiter getroffen. Selbst der junge Mann bei der Ausfahrt am nordwestlichen Ausgang war so kompetent und freundlich, der hat uns praktisch den Mokala und ganz Südafrika als Reiseland dermaßen gut verkauft, damit wir wiederkommen, der sollte lieber als Repräsentant seines Landes irgendwo im Tourismusministerium tätig sein. Auch der Zustand der Unterkünfte ist vergleichsweise gepflegt, aber so einen Schnickschnack wie große dreieckige Badewannen können die sich wirklich sparen - das hatten wir eine Nacht später im Llilidale Restcamp. Dann lieber eine Dusche - in Zukunft ohnehin, wegen Wasserknappheit. Aber wer legt sich mit einer Flasche MCC und seiner Holden in diese Wannen? Ich meine, sooooo sauber ist das ja nun doch alles nicht.


Wir kommen an im Mokala - wunderschön das goldene Gras. Aber auch typisch: Die Tiere zeigen einem den Rücken. Auch hier sind sie scheu ohne Ende, was ich eigentlich nicht verstehe. Das Fotografieren erweist sich hier echt nicht als einfach. Wenn man bremst und die Kamera hebt, muss man eigentlich sofort drücken. Tut man das nicht, wenden sich die Tiere in 9 von 10 Fällen ab und gehen weg. Da ich fahren und fotografieren muss - ein gar nicht so leichtes Spiel.






Da strahlt sogar die Dame des Hauses: Freundliche Menschen hier, leer und dann auch noch Tiere ...
Und wo ich die Kühlbox sehe, danke noch für den Tip mit den kleinen Wasserflaschen zum Einfrieren als Kühlakkus. Das wir darauf noch nicht früher gekommen sind. Manchmal im Leben hat man Bretter vor dem Kopf.

Übrigens: Kühlbox im Union Mart in Kapstadt - wenn ich recht erinnere - über 50 Euro. Zur Hölle, wer kauft so was? Wir haben im Supermarkt 6 Euro bezahlt. Ja, die eine No Name, die andere Coleman. In den Supermärkten in Kapstadt ist uns übrigens nicht eine einzige untergekommen, was Zufall sein kann. Außerhalb war es dann kein Problem.


Das haben wir auch vor ein paar Tagen noch gemacht :whistling: Aber die beiden werden sich wohl nicht wieder vertragen.


Roter Sand, goldenes Gras, blauer Himmel, weiße Wölkchen und ein wildes Tier - viel schöner kann die Welt nicht sein.


Ich mag die kleinen Flitzer. Vor allem, wenn sie mal stehenbleiben.


Vor Sonnenuntergang wieder zurück im Camp sagt mir meine App PhotoPills, dass die Sonne genau hinter diesem Windrad versinken wird. Also Stativ raus, zwei Stühle mitgenommen, die Flasche Sauvignon Blanc und zwei Gläser eingepackt und dann haben wir fast eine Stunde da vor dem Elektrozaun gesessen und uns das Schauspiel angesehen. Wobei es nicht so einfach war, das Rad auch noch drehend und im richtigen Winkel auf den Speicher zu bekommen, meist stand es genau seitlich zu uns, da kriegt man dann die Drehung nicht drauf - oder es dreht sich zu uns und die Drehung stoppte.





Es haben sich bereits 14 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (Heute, 00:59), Muggel (Gestern, 21:44), Bär (Gestern, 20:31), Dikdik (Gestern, 18:14), HCS45 (Gestern, 16:41), Marchese (Gestern, 15:36), SarahSofia (Gestern, 15:24), Beate2 (Gestern, 15:17), Gecko10 (Gestern, 15:12), SilkeMa (Gestern, 13:55), lottinchen (Gestern, 13:13), OmaUrsula (Gestern, 13:07), Wicki4 (Gestern, 12:27), Bueri (Gestern, 12:20)

Zurzeit ist neben Ihnen 1 Benutzer in diesem Thema unterwegs:

1 Besucher