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Wgo

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21

Sonntag, 20. Dezember 2020, 17:57

Hallo Kitty,
... existiert Heidi, die supernette Gondwana.Managerin des Roadhouse noch?

--> Wir haben dort leider keine Heidi kennengelernt. Leider war dort auch niemand von den Angestellten besonders freundlich. Aber OK.
Kann natürlich daran liegen, dass das Ausbleiben der Gäste - wir waren dort fast alleine (!) - zur gefrückten Stimmung beitrug.

Wäre uns sicher aufgefallen, wenn wir dort mit jemanden "Supernetten" getroffen hätten.
Schade, dass euer Bushcamper-Abenteuer auf Halde liegt ...
LG Wolfgang

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Kitty191 (20. Dezember 2020, 19:20)

Kitty191

Schnürsenkel

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22

Sonntag, 20. Dezember 2020, 19:23

Hallo Wolfgang,
ja, es ist schade. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. In Anbetracht der allgemeinen Situation ist ein verschobener oder ausgefallener Urlaub eher eine Bagatelle.
Falls Du glaubst, dass Du zu klein bist um irgendwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn eine Mücke im Zimmer ist
Dalai Lama

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Wgo (21. Dezember 2020, 08:54), toetske (20. Dezember 2020, 23:32)

toetske

oorbietjie

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23

Sonntag, 20. Dezember 2020, 23:32

:danke: Wolfgang und Andrea!
Freue mich auf eure weiteren Erlebnisse und tollen Bilder!

Wir sind an Mesosauros vorbeigefahren - wenn wir dàs gewusst hätten... Allerdings hatten wir nur ein paar Tage vorher entschieden, vom Kalahari Tented Camp nicht über Upington zurück nach Südafrika zu fahren, sondern die Chance zu nutzen, wenigstens ein paar km in Namibia zu fahren - zum ersten Mal 8o

VG. Toetske



Übrigens: der Thread-Titel passt nicht mehr - es ist ja jetzt deutlich dass Dein RB erwünscht ist :whistling:
one life, LIVE IT !

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Wgo

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Dienstag, 22. Dezember 2020, 08:48

Haöllo Toetske
Übrigens: der Thread-Titel passt nicht mehr - es ist ja jetzt deutlich dass Dein RB erwünscht ist :whistling:

--> das stimmt :), und das freut mich sehr.
Aber den Titel kann ich - glaube ich - nicht ändern ...

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toetske (22. Dezember 2020, 22:13)

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25

Dienstag, 22. Dezember 2020, 09:28

17.11.2020 Guß aus Aus

Den heutigen Tagesbericht zu schreiben erfordert mehr Konzentration als bisher, denn die Webervögel, unter deren großem Nest wir mal wieder campieren, und deren unterhaltsames Clanleben lenken mich schon ziemlich ab.



Heute Morgen brechen wir nach einem leckeren, reichhaltigen Frühstück im Canyon Roadhouse gegen 8:30 Uhr auf. Unser heutiges Ziel ist die kleine Stadt Aus, die Luftlinie ca. 200km in Nordwestlicher Richtung von uns liegt. Wir haben uns für die kürzere und komfortablere Strecke auf der C12 entschieden, die uns 1 ¼ Stunden zunächst zurück Richtung Keetmanshoop führt, anstatt die längere Strecke über den Ort Aussenkehr im Süden zu nehmen.



Kurz bevor wir nach links auf die B4 abbiegen, machen wir einen Stopp bei der Kristall Destillerie, die sich der ca. 6 km langen „Dattelpalmen- und Weinreben-Oase“ am Löwenfluss anschließt. Die Inhaber, ein Namibisches Ehepaar deutscher Abstammung, heißen uns in lupenreinem Deutsch willkommen. Den exzellenten Gin dieser Brennerei kennt Wolfgang bereits (geniales Geburtstagsgeschenk unserer Jungs), nun lernen wir noch weitere wunderbare Destillate kennen. Besser gesagt: Wolfgang probiert das meiste, ich „opfere“ mich fürs Fahren. Nebenher führen wir mit der Eigentümerin eine angeregte Unterhaltung, vor allem über die Auswirkungen von Corona auf deren Firma.





Nach gut einer Stunde fahren wir mit drei Flaschen leckeren Getränks weiter nach Aus. Auf der landschaftlich wirklich öden Strecke (graue Berge, graues Geröll, graue Ebenen) haben wir eigentlich zwei kurze Stopps geplant: in Seeheim und in Gobas. Ersteres entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine Ansammlung von lediglich 4 bis 5 Häusern, letzteres als nicht mehr existent. Also halten wir, nachdem die Landschaft 50 Km vor Aus immer farbenfroher wird, lediglich an zwei Rastplätzen, die aber mit gigantischen Aussichten punkten können.



Wir erreichen unser Ziel gegen 14:00 Uhr. Kurzer Stopp zum Tanken und ein paar Kleinigkeiten einkaufen (in einem Lädchen, in dem es von den Wattestäbchen bis hin zu Autoreifen scheinbar alles gibt). Dann gönnen wir uns noch einen Cidre bzw. Kaffee und als ich in der Kuchentheke eine „Black Forest“-Torte entdecke, muss diese natürlich probiert werden. Die Bedienung strahlt vor Stolz, dass sie uns eine Spezialität unserer Heimat servieren darf. Die Torte war wirklich lecker, wenn sie mit dem Geschmack einer SchwaKiTo auch nicht viel gemein hatte (das Kirschwasser fehlte ;) ).





Circa einen Kilometer hinter Aus liegt die „Klein Vista Desert Horse Campsite“, ein Areal mit unterschiedlichen Unterkunftsformen, darunter auch 10 Campingplätzen. Wir bekommen die Nummer 6 zugeteilt, eine malerische Parzelle mit einem blühenden Kameldornbaum inklusive eingangs erwähntem Webervogelnest.



Nachdem wir uns auf unserem Plätzchen eingerichtet haben, verbringen wir die nächsten zwei Stunden mit Relaxen bzw. „Studium“ des Sozialverhaltens der Siedelwebervögel. Diese Vögel ähneln im Aussehen irgendwie unseren Spatzen, sind aber wahre Baumeister und ganz schön clever. Kurz nach unserer Ankunft pfeift ein Vögelchen ganz aufgeregt und fliegt immer vom Windschutzzaun zum Boden und zurück. Bei genauerem Hinsehen entdecke ich an dieser Stelle eine Schale am Boden und drüber einen Wasserhahn. Will mir der Vogel wirklich mitteilen, dass ich Wasser hineinlassen soll? Nachdem ich die Schale zur Hälfte gefüllt habe, dauert es keine Minute und eine ganze Vogelschar labt sich an dem kühlen Nass. Sogar eine Streifenmaus lässt sich das nicht entgehen.



Während ich diese Zeilen tippe, ist ein ständiges „Kommen und Gehen“ am Vogelnest im Gange, incl. Fütterung der Jungtiere und Nestbauarbeiten. Einfach herrlich, diese Vögel zu beobachten.

Gegen 18:00 Uhr, rechtzeitig vor Sonnenuntergang, brechen wir zu einer kurzen Wanderung zum „Desert Horse Viewpoint“ auf. Die gelblichen Felsen um uns herum beginnen bereits, langsam eine rötlichere Farbe anzunehmen. Wir genießen den Aufstieg und die sich darbietenden Ausblicke, bis wir nach einer knappen halben Stunde den Aussichtspunkt erreicht haben. Richtung Westen breitet sich 600 Meter unter uns eine weite, mit malerischen Felsen durchzogene Ebene aus. Wolfgang hat als geniale Begleitung des Sonnenuntergangs einen Gin-Tonic als Sundowner mitgenommen.






Übrigens hat der Aussichtspunkt seinen Namen einer riesigen Abbildung eines Pferdes auf der Ebene zu verdanken. Diese wurde von 2016 bis 2019 mit Steinen zu Ehren der Wüstenpferde ausgelegt.


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Wgo

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Dienstag, 22. Dezember 2020, 15:02

18.11.2020 Kohlmannskuppe und Lüderitz

Heute ist mal wieder die Landschaft der Star! Nachdem wir um 6:00 Uhr von Vogelgezwitscher geweckt wurden, machen wir ein schnelles Frühstück, erledigen den Abwasch und rüsten den Camper zur Abfahrt. Um 8:00 Uhr verlassen wir den Campingplatz in Richtung Lüderitz.

Bei Garub - das liegt ca. 20 km westlich von Aus - soll man die Wüsten-Wildpferde beobachten können. Es ist nicht 100% klar, woher die Pferde stammen, aber mir gefällt die Version am besten, dass es Nachkommen entlaufener Pferde der deutschen Schutztruppe sind. Als wir den Beobachtungsunterstand erreichen, sehen wir eine große weite Sandfläche, aber keine Pferde. Also fahren wir weiter in Richtung Lüderitz und werden es mit den Pferden noch mal auf der Rückfahrt versuchen.


Keine Wildpferde - "nur" Oryx.

Wir fahren auf einer meist kerzengeraden, bestens ausgebauten asphaltierten Straße durch eine bizarre Landschaft. Links von der Straße erstreckt sich das riesige Naturschutzgebiet "Sperrgebiet" (wegen des noch heute dort betriebenen Diamantenabbaus ist der Zutritt verboten), auf der rechten Namib Naukluft Nationalpark.


eine der wenigen Kurven





Wir befinden uns auf einer topfebenen Fläche, in der Strohgelb als Farbe dominiert, durchsetzt mit ockerfarbigen und orangen Flecken. Aus dieser Ebene heraus ragen in einiger Entfernung Bergketten in pastellfarbenem Blau, Violett und Rosa. Fast mutet es an, als würden Bergspitzen gelben Nebel durchdringen. Sieht es auf dem Mars nicht auch so aus, oder an irgendeinem anderen außerirdischen Ort?



Bei diesen Eindrücken geht die einstündige Fahrt zur Kolmannskuppe schnell vorüber. Kolmannskuppe ist eine Geisterstadt, die entstand, als hier vor gut 100 Jahren Diamanten gefunden wurden. Schnell wuchs mitten in der Wüste eine kleine Stadt heran, die zur damaligen Zeit als die "reichste Stadt der Welt" bezeichnet wurde.



Heute zeugen davon noch die Häuser der leitenden Angestellten, Einrichtungen wie eine doppelte Scherenkegelbahn, eine Eisfabrik und ein großes Krankenhaus. Allerdings sind die Häuser, die schon vor mehr als einem halben Jahrhundert verlassen wurden, heute teilweise verfallen und vom Wüstensand zurückerobert worden. Das liefert außergewöhnliche Eindrücke und natürlich auch Fotomotive. Wir finden, Kolmannskuppe ist ein spannender "lost place". Wer sich mehr für die Geschichte des Ortes und für die Diamanten interessiert, findet hier (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) .

















Zwei Stunden vergehen wie im Flug. Der Wind hat zwischenzeitlich an Kraft derartig zugelegt, dass es uns den Sand ständig ins Gesicht bläst. Höchste Zeit, diesen Ort zu verlassen. Auf den wenigen Kilometern nach Lüderitz sehen wir Straßenarbeiter bei ihrem täglichen Kampf, die Straße sandfrei zu halten.





In der Küstenstadt Lüderitz angekommen, gönnen wir uns einen kleine Mittagspause (Radler, Fish & Chips) und planen nebenbei unsere Stadtbesichtigung. Leider entpuppt sich die Stadt in unseren Augen als nicht besonders sehenswert. Immerhin vermittelt sie aber einen guten Eindruck davon, wie es hier vor gut hundert Jahren ausgesehen haben mag. Denn viele der Kolonialbauten sind noch sehr gut erhalten. Befremdlich ist für uns, dass wir hier im tiefen Süden Afrikas auf Straßennamen wie Bismarkstraße, Nachtigallstraße oder Bremerstraße stoßen. Zum eigentümlichen Ortsnamen "Lüderitz" ist anzumerken, dass dieser sich auf einen Bremer Kaufmann zurückführen lässt, der 1883 diesen Ort gründete.





Der Wind hat mittlerweile nach unserem Empfinden „Orkanstärke“ erreicht und wir können uns am Aussichtspunkt von Shark-Island kaum noch auf den Beinen halten. Das Meer wird durch den Wind stark aufgepeitscht, der Felsenstrand ist alles andere als einladend, wobei eine Wassertemperatur von vielleicht 13 Grad ohnehin nicht zum Baden einlädt.



Gegen 15:30 Uhr machen wir uns auf den Rückweg. Auf dem Rückweg entdecken wir bei Garub schon von der Straße aus drfei Wüstenpferde, zwei erwachsene und ein Fohlen. Was haben wir doch für ein Glück! Die Tiere kommen gerade von der Wasserstelle und wir können sie aus nächster Nähe beobachten!







Zurück im Camp legen wir uns beim Haupthaus an den Pool, lassen uns von der Sonne wärmen und essen zu Abend. Danach heißt es rasch zum Zeltplatz fahren, den Camper für die Nacht richten, Duschen und bei einer leckeren Flasche Tokara Sauvignon Blanc den Tag ausklingen lassen und unseren Bericht schreiben (heute absolutes Teamwork).

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Mittwoch, 23. Dezember 2020, 12:08

19.11.2020 Fahrt in die Namib

Wir stehen wieder früh auf, ca. 6:00 Uhr, denn es rüttelt und schüttelt an unserem Bushcamper. In der Nacht hat der Wind derart an Stärke zugenommen, dass Wolfgang befürchtete, der Wagen könne umfallen. Ich hingegen werde davon erst gegen Morgen aus dem Schlaf gerissen. Zum Glück flaut der Wind nun aber ab und wir können in Ruhe unser Frühstück genießen. Nutznießer sind die Bergstare, die sich auf unserem Windschutz niedergelassen haben und nur mit ihrer Anwesenheit um Futter betteln. Natürlich fallen ein paar Trauben für sie ab.



Um 8:00 Uhr rollen wir von unserem wunderbaren Campingplatz und fahren zur Lodge. Gestern Abend haben wir einige „Gerätschaften“ (Handys, Laptop, Kameraakkus) in der Rezeption zum Laden abgegeben, denn am Campingplatz selbst gibt es außer für die Beleuchtung des Sanitärblocks keinen Strom und schon gar kein Internet. Was die Logistik bzgl. unseres Online-Tagebuchs anbelangt, ist dieser Urlaub folglich eine Herausforderung.
Während wir die Texte der letzten drei Tage hochladen und fast alle zugehörigen Bilder, machen wir es uns bei einer Tasse Kaffee in der Lobby gemütlich.

Gegen 10:00 Uhr verlassen wir Aus auf der C 13 Richtung Helmeringhausen. Vor uns liegen ca. vier Stunden Autofahrt, ausschließlich auf Schotterpisten, zum Namib Rand Familiy Hideout. Ja, es geht nun also in die Namib, diese für ihre riesigen roten Sanddünen bekannte Wüste. Schon von Beginn unserer Fahrt an zieht uns wieder die einmalige Landschaft in ihren Bann: zunächst die in Pastelltönen aus dem gelblichen Untergrund herausragenden Berge, später am Horizont erkennbares Orange der Namib. Wir passieren den „Ort“ Tirool und biegen westlich auf die D707 ab, eine der schönsten Straßen Namibias, da sie sich am Rande der Namib auf der einen Seite und an den Tirasbergen auf der anderen Seite entlangschlängelt. Über Geschmack lässt sich bekanntlich vortrefflich streiten und so würde es uns nicht wundern, wenn der ein oder andere unserer Blogleser unsere Begeisterung für diese Wüste nicht teilen kann. Doch wir staunen in einem fort über die sich ständig ändernde Landschaft und deren Farbgebung.













Nach 111 km auf der D 707 stoßen wir auf die C 27 und biegen bei Betta Richtung Sesriem ab. 40 km weiter in nordwestliche Richtung und wir stehen vor dem Tor zum Namib Rand Natur Reservat.

Wir rollen nun mit 40 km/h direkt auf die roten Dünen zu, die hier noch längst nicht die Höhe der berühmten Dünen bei Sesriem haben, aber allein durch ihre Farbe ein Hingucker sind. Nach weiteren 20 Kilometern haben wir gegen 15:00 Uhr unser Ziel erreicht, die Campsite „Jupiter“. Einer von leidglich drei weit auseinanderliegenden Stellplätzen in dieser Dünenlandschaft, mit jeweils eigenem Sanitär- und Küchenblock.

Unser Empfangskomitee: eine Oryxantilope, die Schatten unter einem der zahlreichen Kameldornbäume gesucht hat. Keine 10 Minuten später fährt Andrew mit seinem Safari-Jeep vor. Er wird an den nächsten beiden Tagen unser Guide hier auf dem Gelände sein. Nach kurzer Fiebermessung, Einweisung und Warnung, bei Wanderungen auf im Sand eingegrabene Schlangen zu achten und unbedingt Stiefel zu tragen, verabreden wir uns auf 5:45 Uhr am nächsten Morgen zu einer gut 2-stündigen Safari-Rundfahrt.



Den Rest des Tages verbringen wir auf unserer Aussichtsterrasse, genießen einen Cocktail (Basis Ginlikör der Destillery Kristall), zum Abendessen (Wurst vom Grill mit Kürbis und Nudeln) einen Protea Merlot und lassen die intensiven Farben der Namib auf uns wirken. So lässt sich’s aushalten.






Fühlt sich fast so an, als wäre man ganz alleine auf der Welt ...

Eigentlich wäre noch ausreichend Zeit für neue Aufnahmen der Milchstraße, worauf ich mich schon bei der Planung unseres Urlaubs gefreut habe. Gerade hier wäre der perfekte Ort dafür, denn dunkler geht’s kaum. Doch leider passt das Timing der Milchstraße dieses Mal gar nicht, denn abends ist sie nicht zu sehen. Wir hoffen, gegen Morgen mehr Glück zu haben und stellen uns, weil wir ja eh früh raus müssen, den Wecker gleich nochmal auf eine halbe Stunde früher.

Die Barking Geckos „singen bzw. bellen“ uns gegen 22:00 Uhr in den Schlaf.

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Mittwoch, 23. Dezember 2020, 12:24

20.11.2020 Luxusgut Langeweile

Schon um 5:15 Uhr stehen wir auf, da Andrew, unser Guide, uns um 5:45 Uhr zum Morningdrive abholt. Früheres Aufstehen zum Sternegucken/-fotografieren hatte keinen Sinn, da der Himmel teilweise bewölkt war.

Pünktlich um 5:45 Uhr startet zeitgleich mit dem Sonnenaufgang unsere morgendliche Pirschfahrt, die uns in die Dünen der Namib führen soll. Zunächst genießen wir eine unbeschreiblich schöne Landschaft im Licht des Sonnenaufgangs. Die wenigen Wolken sorgen für eine dramatische Szenerie. Sogar unser Guide greift zum Fotoapparat – so selten sind Wolken in der Namib.





Zwar sehen wir auf der zweistündigen Tour kaum Tiere, dennoch kommen wir aufgrund der Landschaft voll auf unsere Kosten. Einige Oryx geben in den Dünen ein großartiges Bild ab. Die „üblichen Verdächtigen“, die Springböcke, zeigen sich auch, sowie ein paar Vögel, darüber hinaus die Kadaver eines Zebras und einer Oryxantilope. Andrew gibt sich viel Mühe, uns eine lehrreiche Tour anzubieten und erklärt uns alle möglichen Spuren im Sand und die Exkremente der verschiedensten Tiere. So auch die Hinterlassenschaften von Hyänen. Apropos Hyänen: Andrew war sichtlich besorgt, als wir morgens in nächster Nähe unseres Camps eine Hyäne hörten. Offensichtlich hat die sich in der Nacht an unserem Platz herumgetrieben.










Rotnackenfalke




Nach dem Morningdrive setzt uns Andrew wieder an der Jupiter Campsite ab. Das Frühstück ist schnell zubereitet und verzehtr. Und was machen wir nun? Eine individuelle Fahrt durch den Park wäre theoretisch möglich, erscheint uns aber zu riskant, da wir eine Düne überqueren müssten und ich wenig Lust habe, mit dem Ford Ranger im tiefen Sand steckenzubleiben. Gegen einen Spaziergang spricht die Hitze von 36 Grad im Schatten – nur dass es hier keinen Schatten gibt und auch die Tatsache, dass hier überall Schlangen im Sand eingegraben sein können, die uns bei einer Annäherung beißen könnten. Andrew hatte hierzu ernste Bedenken geäußert. Also unternehmen wir gar nichts. Und seit Urzeiten empfinden wir mal wieder das Gefühl von Langeweile. Nichts zu tun haben und keine Ablenkung durch nichts: wann haben wir das zuletzt erlebt? Einfach den Blick in die Ferne schweifen lassen, die Stille genießen und ein Buch lesen, zwischendurch schauen, ob sich etwas am Wasserloch tut: auch so kann man einen Tag verbringen. Schließlich empfinden wir die Langeweile als echtes „Luxusgut“!

Plötzlich gibt die Solaranlage Pieptöne ab. Irgendwann hören diese wieder auf und wir haben keinen Strom mehr. Telefonempfang gibt es hier in der Wildnis ohnehon nicht, aber ein Funkgerät. Dessen Bedienung stellt sich als „trickreich“ heraus. Nach zahlreichen Versuchen geben wir aber einen erfolgreichen Funkspruch ab und Andrew erscheint mit seinem Jeep und kümmert sich um das Problem. Wir hätten unseren Camper mit seinem „Mörder-Kühl-Gefrierschrank“ nicht anschließen dürfen. Damit haben wir die Anlage lahmgelegt. Na ja! ;)

Unser Bushcamper macht uns nun auch noch Probleme. Die Schienen, auf denen man den Kühlschrank aus dem Wagen herauszieht, haben den Geist aufgegeben. Nur mit schierer Gewalt bekommt man das Ding herausgezogen und beim Wieder-rein-schieben muss man befürchten, dass man den Kasten nicht mehr rein bekommt. Das wäre fatal, denn dann könnten wir nicht weiterfahren. Mal sehen, wie wir das Problem in den nächsten Tagen gelöst bekommen. Wir waren ohnehin schon in Kontakt mit dem Vermieter, weil der Wagen ein paar kleinere Probleme machte. Im Moment hoffen wir, dass wir in Swakopmund in drei Tagen, ein Ersatzfahrzeug bekommen.

Abendessen gibt es natürlich trotz teildefektem Kühlschrank: zwei leckere Rindersteaks mit Gemüsenudeln, dazu einen Leopards Leap (Merlot).

Der Sonnenuntergang sollte uns noch einen kleinen Höhepunkt zum Ausklang dieses Tages bringen. Mit zwei Cocktails ausgerüstet besteigen wir die Düne, die sich direkt hinter unserem Camp erhebt. Nach wenigen Schritten haben wir eine unvergleichliche Aussicht über die mit Akazien und Kameldornbäumen bestandene Ebene bis hin zu den Bergen am Horizont. Ein 360-Grad-Panorama erster Güte. Als die Sonne hinter einem der Berge verschwindet, taucht sie die Landschaft in ein traumhaftes Licht und verleiht den wenigen aufgezogenen Wolken ein sattes Orangerot.








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toetske

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Donnerstag, 24. Dezember 2020, 00:53

Nochmals :danke: Wolfgang und Andrea für diesen tollen Bericht und vor allem auch den einmaligen Bildern!

einen Protea Merlot

Protea Wein haben wir erst kennengelernt, als uns voriges Jahr Freunde aus Südafrika besuchten und zwei Flaschen mitbrachten. Wenn man die Aufkleber entfernt, sind die Flaschen echt schön um immer wieder mit Wasser zu füllen :saflag:

VG. Toetske
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Wgo (24. Dezember 2020, 07:21)

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Donnerstag, 24. Dezember 2020, 07:30

Hallo Toetske,
danke für das Lob für unseren RB.

Wenn man die Aufkleber entfernt, sind die Flaschen echt schön um immer wieder mit Wasser zu füllen :saflag:

Ja genau! Das Upcycling der Flaschen ist genial. Wir haben diesen Sommer ein paar Flaschen mehr davon getrunken, weil wir die Flaschen in die Tischdeko für die Hochzeit unseres Sohns eingebaut haben :D . Ein super Anlass, diesen guten Wein zu trinken. Kennengelernt hatten wir den 2019 in einem Restaurant i (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) .

Seither haben wir vor allem den Rosé immer mal wieder im Keller ...
VG Wolfgang

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toetske (28. Dezember 2020, 21:57)

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31

Samstag, 26. Dezember 2020, 16:11

Ich bin auch noch hinterhergefahren. Vielen Dank für‘s Berichten von euren tollen Reise mit den tollen Fotos!

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Wgo (27. Dezember 2020, 17:32)

parabuthus

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Montag, 28. Dezember 2020, 15:36

Hallo,

ich bin immer noch ein wenig baff über die Jupiter Campsite. Ich dachte immer, Namib Rand sei ausschließlich mit Wolvedans zu exklusiven Preisen machbar. Haben die was miteinander zu tun?

LG

Christian

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Wgo (28. Dezember 2020, 16:00)

Meleah

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Montag, 28. Dezember 2020, 15:58

Hallo Wolfgang und Andrea,

ich habe mich auch noch "drangehängt" .... ich habe Gänsehaut - so viele Orte wiedererkannt und großartige Erinnerungen habt ihr wachgerufen. Danke dafür, für Euren schönen Bericht und die schönen Fotos. Fernweh!!!

Einen guten Jahreswechsel für Euch!

LG, Mel
„Enten legen ihre Eier in Stille. Hühner gackern dabei wie verrückt. Was ist die Folge? Alle Welt ißt Hühnereier.“
Henry Ford

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Montag, 28. Dezember 2020, 16:03

Hallo Mel,
hallo (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!)
schön, dass ihr auch mit dabei seid!

Jetzt, wo die Feiertage rum sind, geht es auch gleich weiter ...

Wgo

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Montag, 28. Dezember 2020, 16:25

Hallo Christian,
ich bin immer noch ein wenig baff über die Jupiter Campsite. Ich dachte immer, Namib Rand sei ausschließlich mit Wolvedans zu exklusiven Preisen machbar. Haben die was miteinander zu tun?


Das NamibRand Nature Reserve wurde von Albi Brückner 1984 ins Leben gerufen. Heute ist meines Wissens Stephan Brückner der Managing Direktor von Wolvedans und Mandy Brückner kümmert sich um das Family Hideout. Im Reservat gibt es neben diesen beiden Concessions noch die Kwessie Dunes Lodge, die Tok-Tokkie Trails, die Wanderungen veranstalten, Namib Sky Adventures (Ballonflüge) und das NaDEET Centre, ein gemeinütziges Umwelt-Bildungs-Zentrum. In wie weit diese alle verflochten sind, kann ich nicht sagen. Im Web treten sie aber alle unabhängig von einander auf.

Wir waren sooo "happy", dass es das Familiy Hideout mit seinen günstigen aber fantastischen Campsites gibt. Den Luxus der Wolwedans Collection hätten wir uns nicht geleistet. Toll, dass man das Reservat auch mit weniger dickem Geldbeutel erleben kann.

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Montag, 28. Dezember 2020, 17:09

21.11.2020 Noch mehr Dünen - Von Nambib Rand nach Sesriem

Erneut heißt es heute früh aufstehen! Das ist kein Problem, denn wir gehen ja auch „mit den Hühnern“ ins Bett. Immer mehr orientiert sich unser Tagesrhythmus an den Auf- und den Untergang der Sonne.
Andrew holt uns um 5:45 Uhr zu einem „educational morning walk“ ab. Also einem lehrreichen Spaziergang durch die Dünen. Hart formuliert, haben wir uns hauptsächlich mit Fußabdrücken und Tierkot beschäftigt. In der Wüste findet das Leben nämlich weitestgehend in der Nacht statt. Am Morgen danach sieht man dann, was die Tiere hinterlassen haben. Im Sand kann man lesen wie in einem Buch. Andrew erklärt uns die Spuren von afrikanischen Maulwürfen, die Fußabdrücke der "dancing white lady", einer in der namibischen Wüste endemischen Spinnenart, bis zu den Fußabdrücken eines Stinktiers.


Hier hat die white lady getanzt.


Und hier hat ein Mull gegraben ...


Manche Tiere zeigen sich auch am Tag.


Andrew beim Erklären.

Der Walk ist viel interessanter, als es sich vielleicht anhört. Und man darf dabei auch nicht vergessen, in welch herrlicher Landschaft dies alles stattfindet. Nach 2 ¼ Stunden endet diser lehrreiche „walk“ durch die Dünen.



Nach dem Frühstück und Zusammenpacken setzen wir unsere Tour fort, indem wir nach Norden fahren, zu unserem nächsten Ziel: Sesriem. Die Etappe ist kürzer als die vorherigen und nach 1 ½ Stunden durch eine wieder mal herrliche Wüsten-Landschaft checken wir auf unseren Campingplatz ein. Eigentlich müsste an diesem Hotspot die Hölle los sein. Volle Campingplätze und dicht gedrängte Touris sind hier der Normalfall. Aber wie auch schon an den anderen Orten, die wir besuchten, herrscht gähnende Leere. Es fühlt sich so an, als hätten wir Namibia für uns alleine. Selbst an touristischen Hochburgen treffen wir kaum auf andere Reisende. Das ist natürlich einerseits sehr schön, andererseits aber für die Namibier sehr traurig. Wir bekommen immer wieder mit, welche Auswirkungen die stockende Tourismusindustrie für die Leute hier hat. Sei es die Chefin der Kellerei und Brennerei, die mit Tränen in den Augen berichtet, wie der namibische Lockdown sie an den Rand der Existenz führt, sei es das Zimmermädchen, dem die Trinkgelder der Gäste fehlen. Man spürt, wie sehr die Menschen unter den ausbleibenden Einnahmen leiden. Für uns hat es nur den Nachteil, dass in einigen Läden die Regale nur spärlich gefüllt sind, oder dass der Rundflug, den wir hier in Sesriem gerne gemacht hätten, nicht angeboten wird, weil einfach viel zu wenig Gäste da sind.

Nach dem Check-in begeben wir uns an den Pool, den wir fast für uns alleine haben. Wäre der Campingplatz voll belegt, statt nur vier Plätze, dann wäre hier sicher ein unangenehmes Gedränge. So aber freuen wir uns über die dringend notwendige Erfrischung, denn bei 36 Grad kommen wir ganz schön ins Schwitzen.



Am späten Nachmittag setzen wir uns nochmal für 4 Kilometer kurz ins Auto und fahren zum Fuß der Elim Düne. Der Aufstieg ist sehr anstrengend, aber die Mühen werden durch eine unglaublich schöne Aussicht belohnt. Von hier oben sehen wir auf die umliegenden Dünen und auf die weite Ebene des Tsauchab-Tals. Leider fehlen mir wieder einmal die schriftstellerischen Fähigkeiten, diese Eindrücke in Worte zu fassen. Aber glaubt mir: dies sind unvergessliche Bilder und von den hier gewonnenen Eindrücken werden wir noch lange zehren.










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Montag, 28. Dezember 2020, 17:33

22.11.2020 Sossusvlei

Das Tor zur Straße zum Sossusvlei wird um 5:45 Uhr geöffnet. Normalerweise stehen jetzt zig Autos vor dem Tor und liefern sich ein ?Wettrennen? um die ?Erstbesteigung? der berühmten Düne 45, dem Big Daddy oder der Düne am Dead Vlei. Als wir um 5:30 Uhr starten, sind es ca. 5 Autos, die sich auf die 60 Kilometer lange, asphaltierte Straße in die Dünen begeben, um eines der absoluten Namibia Landschafts-Highlights zu erleben. Die Sonne geht langsam über der Dünenkette auf und taucht die Umgebung in ein spektakuläres Licht. Das Rot des Sandes kommt nach und nach zur Geltung und aus dem Morgengrauen entwickelt sich ein strahlend blauer, wolkenloser Himmel.

Es dauert etwa 1 Stunde, bis wir den Parkplatz am Ende der geteerten Straße erreichen, danach geht es in tiefem Sand weiter. Wir wagen uns mit unserem Gefährt auf diese Tiefsandstrecke, bis uns ein Jeep nach wenigen 100 Metern entgegenkommt und der Fahrer uns fragt, ob wir allen Ernstes mit diesem schweren ?Geschoss? hier durchfahren wollen. Es wäre doch schade, wenn man so früh aufsteht und dann den ganzen Morgen darauf verwendet, den Wagen auszugraben. Überzeugt! Wir nehmen das Shuttle für die letzten Kilometer zum Dead Vlei.

Man muss das vermutlich einmal gemacht haben, um zu beurteilen, wie anstrengend es ist, eine riesige, steile Düne hinaufzugehen. Vor allem, wenn es sich um die höchsten Dünen der Welt handelt. Den Big Daddy mit weit über 300 Metern Höhe nehmen wir nicht in Angriff. Das erscheint uns dann doch zu hart, nach den gestrigen Erfahrung bei der Besteigung der Elim-Düne. Aber wir kämpfen uns langsam aber sicher die Düne hinauf, von der man in das Dead Vlei hinab schauen kann. Das Dead Vlei ist eine helle Lehmpfanne, die der Tsauchab Fluss hier hinterlassen hat, umgeben von orangefarbenen Dünen. Im Vlei stehen Baumleichen, die über 600 Jahre alt sind. Aufgrund der klimatischen Bedingungen, die hier herrschen, verfault das Holz der abgestorbenen Bäume nicht und es gibt auch keine Käfer oder Termiten, die das Holz zersetzen. Als wir den höchsten Punkt der Düne erreichen (Aufstieg 240 m), machen wir eine kurzen Stopp, genießen die Aussicht und sausen die steile Flanke der Düne hinunter ins Dead Vlei. Hier mangelt es nicht an Fotomotiven. Seht selbst!








in "jungfräulichem" Sand!!!


Blick von der Düne ins Dead Vlei


Abfahrt







Das Shuttle bringt uns anschließend zurück zu unserem Wagen. Vorher machen wir noch einen kurzen Foto-Stopp am Soussosvlei. Den Rückweg durch das Tal unterbrechen wir für zwei kurze Foto-Shootings an der Düne 45 und an einer weiteren malerischen orangefarbenen Düne, die wir aus der Nähe betrachten wollen. An der Düne 45 verblüffen uns drei Vögel, zwei Raben und ein Rotschwingenstar, die im Team unseren Wagen „besetzt“ haben, während wir von der atemberaubenden Landschaft abgelenkt waren. In ihrem Verhalten erinnern die drei mich an die frechen Keas in Neuseeland. Diese haben viel Spaß daran, z.B. Gummidichtungen aus den Autos zu knabbern. Diese Vögel hier versuchen aber wohl eher Nahrung aufzutreiben. Also bekommen sie etwas von unserem Nussvorrat, aber noch wichtiger: Wasser!


Düne 45


Schildrabe und Glanzstar


Sesriem Canyon


Ausgang des Sesriem Canyons

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Wgo

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Dienstag, 29. Dezember 2020, 17:23

23.11.2020 Frühstück mit Hyäne und wüste Wüste

Als wir heute Morgen aus unserer „Raumkapsel“ steigen (es kommt einem wirklich so vor: Aluminium-Luke öffnen, Leiter ausfahren und dann auf sandigem Boden stehen), staunen wir nicht schlecht, als in 50 Meter Entfernung eine braune Hyäne an unserem Stellplatz vorbeischleicht. Sie scheint harmlos, ist laut Aussagen des Personals auf der Suche nach Wasser, wird aber letztlich doch von ihnen verscheucht, denn ganz ungefährlich ist sie wohl doch nicht. Gut, somit können wir beruhigt frühstücken.



Gestern Abend hat sich eine Frau, die auf dem Campingplatz u.a. die Sanitärräume reinigt, angeboten gegen kleine Bezahlung unsere Wäsche zu waschen. Das haben wir gerne angenommen und sind jetzt happy, als sie uns das große Paket frisch gewaschener Klamotten zurückbringt. Wir unterhalten uns noch eine Weile mit ihr: Themen sind mal wieder die üblen Auswirkungen von Corona, aber auch Familie, unsere „vertauschten“ Jahreszeiten, Temperaturen und vieles mehr. Eine interessante Unterhaltung für uns alle!

Schnell packen wir dann unsere Siebensachen zusammen und startklar sind wir und unser Camper für die nächste Etappe. Es wird heute fast 5 Stunden dauern, bis wir in Swakopmund sind. Swakopmund haben wir mehr oder weniger spontan in die Routenplanung aufgenommen, weil unser Fahrzeug einige Probleme macht. Es läuft darauf hinaus, dass wir in Swakop eine Werkstatt aufsuchen werden, die die Macken beseitigen soll.

Die Landschaft zwischen Sesriem und Solitaire ist sehr vielseitig. Entlang der C19 begleiten Dünen am Horizont unseren Weg. Und wieder haben wir Sichtungsglück: kaum zu glauben, aber wahr, am Fahrbahnrand steht ein Hartmann-Berg-Zebras und das sogar außerhalb des Nationalparks. Es überquert in einiger Entfernung von uns die Piste, bleibt teils interessiert, teils misstrauisch stehen und galoppiert dann doch schleunigst davon.



Bald überqueren wir problemlos auf gut befahrbarer Pad das Naukluft-Gebirge. Als wir in Solitaire eintreffen wird uns sofort klar, dass das keine Ortschaft ist, sondern nur eine Ansammlung von ein paar Häusern – ein Versorgungsposten in der Wüste. Hier nehmen wir unser zweites Frühstück ein: Cappuccino und ein Stück Apfelkuchen. Ein „Muss“ laut Reiseführer. Lecker!


auf dem Weg ...


Solitaire


Bäckerei, Café und Store

Anschließend säumt die Sand-Namib unseren Weg bis zum Gaub Pass. Wir passieren dabei den südlichen Wendekreis (Tropic of Capricorn) und machen einen kurzen Fotostop. Hier beginnen, geografisch betrachtet, die Tropen. Davon ist aber nicht zu spüren ;) .
Der Pass ist gut ausgebaut und locker befahrbar. Kurz darauf schließt sich der nächste Pass an, der Kuiseb Pass. Danach führt die Straße hinunter in den Kuiseb Canyon. Insgesamt sind das 40 sehr kurvenreiche Kilometer. Eine ganz neue Erfahrung für uns in Namibia, ging es doch bisher meist schnur-geradeaus.Bis hier hin ist das eine sehr abwechslungsreiche und landschaftlich attraktive Strecke. Anschließend führt die Straße jedoch durch die unendlich erscheinende Ebene der Zentral-Namib. Hier endet unsere Begeisterung für Wüstenlandschaften, denn dieser Abschnitt, der sich bis Walvis Bay zieht, ist nicht nur öde und langweilig, sondern einfach eine wüste Wüste.









Walvis Bay lassen wir links liegen und fahren weitere 30 Minuten auf einer bestens ausgebauten 4-spurigen Straße nach Swakopmund. Dort treffen wir gegen 14:00 Uhr beim „Crazy Gecko“ ein und Jacques, der Boss der Werkstatt, zeigt sich zuversichtlich, dass er die Probleme mit unserem Wagen morgen in den Griff bekommen wird, während wir einen Ausflug per Boot unternehmen, um Delfine zu beobachten. Diese Tour gilt es noch zu organisieren. Dafür hatte uns Andrew, unser Guide im Namib Rand, die Telefonnummer von Nick gegeben. Tatsächlich zeigt dieser sich bereit, die Tour und unsere Abholung an der Werkstatt zu organisieren. Nach einigen Telefonaten und WhatsApps steht die Tour.

Bei einem Stadtbummel durch Swakopmund sind wir uns schnell einig: das ist eine richtig schöne Stadt. Die deutschen Straßennamen und Schriftzüge an den Hotels, Läden, Schulen, etc. kennen wir ja schon von Lüderitz. Hier gefällt es uns aber viiiieeel besser! Swakopmund macht einen freundlichen, heiteren Eindruck auf uns und wir genießen, wieder in der Zivilisation zurück zu sein. Wir mieten uns im Hotel "A La Mer2 ein, beziehen ein modernes großes Zimmer mit einem breiten Bett. Das wird eine Freude sein hier zu schlafen, nach sechs Übernachtungen auf der äußerst dünnen Matratze im Bushcamper.


Blick von der Pier auf die Stadt


Hohenzollernhaus


Evangelisch-Lutherische Kirche




Gleich hinter der Stadt beginnen die Dünen



Zum Abendessen geht es ins „Kücki Pub“. Wir essen Muscheln (w), Knoblauchbrot (a), Oryx-Steak (a) und Surf-and-Turf (w) und trinken dazu den uns bestens bekannten Diemersfontein Pinotage Rosé. Im Hotelzimmer laden wir alle „stromfressenden Geräte“, stellen die Berichte und Bilder der letzten zwei Tage auf unsere Webseite und ich schreibe diesen aktuellen Bericht. Wir sind gespannt, ob das mit der Bootstour morgen tatschlich alles klappt und ob Jacques alle Probleme an unserem Camper beheben kann.

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Dienstag, 29. Dezember 2020, 18:00

24.11.2020 Crazy Gecko, Bootsfahrt und Spitzkoppe

Gleich nach dem Frühstück im Hotel "A La Mer" wird es spannend. Wird uns tatsächlich jemand zur Bootsfahrt abholen? Ja, ein Fahrer des Veranstalters wartet bereits auf uns, als wir Punkt 8:00 Uhr unser Auto bei der Werkstatt mit dem witzigen Namen „Crazy Gecko“ abgeben. (Den Namen werden wir wohl nie vergessen.) Jacques, der Inhaber der Werkstatt, ist weiterhin zuversichtlich, dass wir nach unserem Ausflug zu den Delfinen zu unserem nächsten Etappenziel aufbrechen können werden. Der Shuttlebus, der uns nach Walvis Bay bringt, sammelt noch an einigen Hotels weitere Fahrgäste ein, bis der Kleinbus brechend voll ist. Alle tragen Maske, aber dennoch ist es ein komisches Gefühl wieder in engem Kontakt mit Menschen zu sein, nachdem wir in den letzten Tagen quasi für uns alleine waren. Beim Boarding auf einen kleinen Katamaran meckern einige Leute, dass das Boot viel zu klein sei. Also holt der Eigentümer ein größeres Exemplar herbei und wir begeben uns zusammen mit weiteren knapp 20 Leuten an Bord.



Kurz nach der Hafenausfahrt kommt ein Pelikan zum Boot geflogen und nimmt völlig selbstverständlich an dem Bootstrip teil. Offensichtlich ist es ein guter Bekannter und ist mit seiner Rolle hier an Bord bestens vertraut. Kaum vergehen 5 Minuten, springt eine Ohrenrobbe auf den Katamaran. Auch sie tut das nicht zum ersten Mal. Kein Wunder, denn sie wird vom Skipper mit Fischen gefüttert. Vermutlich ist das eine glückliche Robbe, denn sie bekommt täglich ihr Futter gebracht …







Wir fahren mit dem Boot die Walvis Bay ab, in der Hoffnung, Delfine, wenn nicht sogar Wale zu sehen, denn es ist gerade Wal-Saison. Allerdings bleibt es bei unserem Ausflug bei der Sichtung des Pelikans, tausender Robben, ein paar Seevögeln. Schließlich hatten wir dann doch noch für ein paar wenige Sekunden das Glück, Delfine zu sehen.


Robbenkolonie




Rosaflamingos


... und dann doch noch ein paar Delfine.

Trotz der "Delfin-Flaute" war das eine schöne Tour, nicht nur wegen der Sichtungen, sondern auch, weil wir uns sehr gut mit einem Schweizer Paar unterhielten, weil der Snack, der zur Mittagszeit serviert wurde, richtig gut war – vor allem die Austern und der Sekt – und weil der Bootseigner seinen Job verdammt gut gemacht hat. Der ist in der vierten Generation in Namibia, aber seinem Slang ist eindeutig anzuhören, dass seine Vorfahren aus Hamburg stammten.



Zurück in Swakopmund wurde es spannend. War die Reparatur erfolgreich und können wir gleich durchstarten? NEIN! Jacques sagt, dass er die Schienen, die er zur Reparatur braucht, nicht bekommen kann. Corona-bedingt hat der Hersteller der Camper-Aufbauten sein Lager leerlaufen lassen. Er könnte die Ersatzteile aber morgen bekommen. Einen ganzen Tag verlieren, das darf doch nicht sein. Da kommt Jacques mit einem „Plan B“ aus der Reserve. „Wir könnten die Rückbank ausbauen und den Kühlschrank/Gefrierer dorthin versetzen. Die Rückbank schicken wir dann irgendwann nach Windhoek“, meint Jacques. Uns gefällt der Plan, denn das würde nur 1 Stunde dauern. OK, sagt auch der Autovermieter am Telefon und es kann weitergehen. Wir werden von der Chefin in die Stadtmitte zum Einkaufen gebracht, denn wir müssen unser Vorräte wieder aufstocken. Nach einer Stunde „Einkaufsbummel“ im SPAR holt sie uns wieder ab und siehe da: unser Bushcamper ist wieder einsatzbereit. Nun mit der riesigen Kühl-/Gefrierbox hinter den Sitzen anstelle der Rückbank. Nun kann man sich während der Fahrt sogar ein Kaltgetränk von hinten holen :beer:



Weniger als zwei Stunden dauert es, bis wir an der Spitzkoppe eintreffen. Aber schon Kilometer vorher sieht man das „Matterhorn Namibias“ aufragen. Etwa 700 Meter liegt die Spitze dieses markanten Berges über der weiten umgebenden Ebene. In der Abendsonne – es ist mittlerweile ca. 17:30 Uhr – ist das ein spektakulärer Anblick. Die letzten Kilometer legen wir auf einer holprigen Pad zurück und erreichen endlich das Community-Camp. Nach der Registrierung heißt es: „sucht euch einen freien Platz“. Und das war’s. Also suchen wir einen freien Platz. Die einzelnen Campsites liegen weit verstreut im Gelände. Wir sehen keine anderen Camper und haben also freie Platzwahl. An der Stelle, die den allerbesten Sonnenuntergang verspricht, bauen wir auf, zünden ein Feuer an und bereiten das Abendessen zu. Das ist die vollkommene Namibia-Camper-Romantik: an einem so wahnsinnig schönen Ort, ganz alleine zu sein und in der freien Natur die Nacht zu verbringen: HERRLICH!




Traum-Campingplatz!!!


Sonnenuntergang von der Campsite aus,


Sternenhimmel über dem Campingplatz unter der Spitzkoppe

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Donnerstag, 31. Dezember 2020, 12:37

25.11.2020 Von der Spitzkoppe an den Brandberg

Wie der Sonnenuntergang am Abend zuvor, so ist auch der Sonnenaufgang heute Morgen ein Erlebnis inmitten dieser malerischen, rötlichen Felsen. Wir genießen jeden Moment, sogar das Geschirrspülen am Camper und rüsten uns dennoch, zeitig den einmaligen Platz zu verlassen, da wir die Gegend um die Spitzkoppe herum noch erkunden wollen.



Wir fahren kurz nach acht Uhr Richtung Bogenfelsen, eine Art natürliche „Brücke“ aus Fels und somit etwas ganz Besonderes. Auf dem Weg dorthin machen wir einen kurzen Stopp am Rockpool, einem großen Becken im Stein, das leider nur äußerst selten mit Wasser gefüllt ist. Auf dem Rückweg zum Auto staunen wir nicht schlecht über ein Hornbill-Pärchen (Toko, vielen bekannt als „Zazu“ in „König der Löwen“), das auf unserer Motorhaube herumhüpft und kräftig gegen die Windschutzscheibe klopft. Beim Näherkommen fliegen die beiden allerdings in den nächsten Baum und tun so, als ob sie kein Wässerchen trüben könnten.






leerer Rockpool

Wir legen die kurze Strecke zum Felsenbogen zu Fuß zurück, obwohl die Temperatur schon mächtig ansteigt. Am Felsenbogen angelangt, stellt sich aber nicht nur dieser außergewöhnliche Fels als Attraktion heraus, denn in nächster Umgebung entdecken wir zauberhafte Blüten an dornenbewachsenen Büschen (Farbkätzchensträucher) sowie farbenprächtige namibische Felsagamen (Agama planiceps). Das männliche Reptil hat eine so eigentümliche orange-dunkelblaue Farbgebung , dass es uns eher an ein schlecht gestaltetes Plastikspielzeug erinnert, als an ein lebendiges Tier.






männl. Felsagame


weibl. Felsagame



Vollkommen begeistert kommen wir wieder am Wagen an und fahren in Richtung Durchlass zwischen der Spitzkoppe und den Pontok-Bergen, weil wir auch den nördlichen Parkteil besichtigen wollen. Zum Glück treffen wir kurz zuvor einen einheimischen Guide (Volksstamm Damara), ein junger Mann, der sich anbietet, uns in der nächsten Stunde die bis zu 4000 Jahre alten Felsmalereien zu zeigen. Er erklärt uns nicht nur die Malereien, sondern vermittelt uns viel Hintergrundwissen inklusive der „Klick“-Sprache. Für uns absolut schleierhaft, wie man vier verschiedene Klicklaute verzögerungsfrei in den Redefluss einbauen kann. Netterweise dürfen wir sogar ein Video von seinem Sprachkurs aufnehmen.




lins: Schamane / rechts: Schlange





Um die Mittagszeit verlassen wir dieses beeindruckende Gelände, und fahren nach Nordwesten zu unserem nächsten Ziel, dem Brandberg. Zwei Stunden werden wir für die Fahrt benötigen, die zunächst auf einer sehr holprigen Pad nach Uis führt. Dieser überschaubare Bergbauort (Zinn und Tantal-Abbau) hat leider keinerlei Charme. Außerdem leidet er wohl auch unter dem Corona-Einfluss, denn der kleine Supermarkt ist vollständig geschlossen. Zum Glück können wir uns an der Tankstelle mit Trinkwasser und Brennholz bevorraten. Lebensmittel benötigen wir für die nächsten zwei Tage nicht, denn auf der „White Lady Lodge“ haben wir ein Chalet mit Frühstück und Abendessen gebucht. Schon aus weiter Entfernung konnten wir den Brandberg am Horizont ausmachten, ein gewaltiges Bergmassiv von fast runder Form (30 Kilometer Durchmesser), das seine Umgebung im Durchschnitt um fast 2.000 m überragt. Sein höchster Gipfel ist mit 2580 m der Königstein, der zugleich auch der höchste Berg Namibias ist. Um 14:30 Uhr treffen wir in der Brandberg White Lady Lodge ein, beziehen unser Chalet und legen uns kurz darauf an den wunderschönen Pool in der gepflegten Gartenanlage. Hier lässt es sich aushalten, zumal wir wieder einmal fast die einzigen Gäste auf dem weitläufigen Gelände sind.



Auf 17 Uhr sind wir mit Calvin zum Sundowner-Scenic-Drive verabredet. In einem uralten, offenen Merzedes-Safaribus holpern wir durch das ausgetrocknete Flusstal des Ugab. Nebenbei erläutert uns Calvin einiges über die Geologie und die Vegetation der Region. Doch es bedarf keiner großartigen Erläuterungen: der Star ist wieder einmal die Landschaft. Zum Sundowner steuert Calvin eine Erhöhung an, packt ein paar kühle Getränke ein und wir kraxeln gemeinsam auf eine kleine Felsengruppe. Von hier bewundern wir, wie die Sonne hinter dem Brandberg untergeht. Dieser Stopp bietet eine prima Gelegenheit, sich mit Calvin etwas ausführlicher zu unterhalten.






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HCS45 (14. Januar 2021, 21:18), jirka (6. Januar 2021, 15:12), Sonnenmensch (5. Januar 2021, 19:04), Budenknipserin (4. Januar 2021, 09:34), Enilorac (3. Januar 2021, 16:20), gatasa (3. Januar 2021, 11:16), Tutu (2. Januar 2021, 22:51), Piepsi (2. Januar 2021, 08:39), parabuthus (1. Januar 2021, 21:35), Marc (1. Januar 2021, 16:41), toetske (1. Januar 2021, 16:10), Bär (1. Januar 2021, 01:04), Pfadfinderin (31. Dezember 2020, 17:51), bibi2406 (31. Dezember 2020, 15:40), urolly (31. Dezember 2020, 15:13), sunny_r (31. Dezember 2020, 13:38), maddy (31. Dezember 2020, 13:14), travel-next (31. Dezember 2020, 13:13)