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Wgo

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Donnerstag, 31. Dezember 2020, 13:00

26.11.2020 Wüstenelefanten im Ugab-Tal

Ein neuer Tag bricht an in Namibia. Wir sind ausgeschlafen, wenngleich keiner von uns beiden wirklich gut durchgeschlafen hat. Sind wir schon so sehr an das Schlafen im Bushcamper gewöhnt? In der Nacht wird es auch hier am Brandberg recht kühl, aber schon zum Frühstück um 7:30 Uhr herrschen angenehme 22 Grad. Auch heute Morgen haben wir die große Terrasse ganz für uns allein, denn (leider) sind wir wieder die einzigen Frühstücksgäste.
Um acht Uhr wollen wir uns mit Calvin treffen und mit ihm die Suche nach den Wüstenelefanten starten. Heute kommt er mit einem moderneren Toyota Safari-Geländewagen, nicht mit der alten „Merzedes-Lady“ von gestern. Daher kommen wir heute viel schneller im Trockenflusstal des Ugab voran. Schon nach vielleicht einer
Viertelstunde freuen wir uns riesig über die erste Sichtung. Nein – keine Elefanten, sondern Giraffen. Die Giraffen, die hier heimisch sind, unterscheiden sich von anderen Giraffen durch eine hellere Färbung, schlankeren Körperbau und geringere Größe. Wüstengiraffen eben!





Heute im Morgenlicht sieht die Landschaft verändert aus, obwohl wir eine ganz ähnliche Strecke wie gestern Abend fahren. Es herrschen andere Farben vor und wir sehen die Umgebung vielleicht auch mit etwas anderen Augen. Spannend wird es, als Calvin zum ersten Mal auf frischen Elefanten-Dung stößt und auch sehr frische Fußspuren zu erkennen sind, die eindeutig von einem Elefanten stammen. Dem will er dann aber doch nicht nachgehen, da es sich nur um einen Einzelgänger handelt.



Calvin sucht nach einer größeren Gruppe Elefanten und hat eine Vorstellung davon, wo sie sich aufhalten könnte. Dazu fahren wir immer weiter ins Ugab-Tal hinein. Wieder sehen wir größere Mengen von frischen „Hinterlassenschaften“ von Elefanten. Die schiere Menge an frischem Kot lässt darauf deuten, dass wir von einer Herde nicht mehr weit entfernt sein können. Und da! Andrea entdeckt einen Dickhäuter im dichten Gebüsch. Calvin bestätigt die Sichtung und dirigiert den Toyota in die entsprechende Richtung. Als wir näherkommen, sehen wir weitere Wüstenelefanten, die vom reichlich vorhandenen Grünzeug der Bäume fressen. Wir sind auf eine Gruppe von zwei Bullen, mehreren Muttertieren und Jungen getroffen. Insgesamt handelt es sich um 12 Tiere. Die Wüstenelefanten leben hier unter sehr schwierigen Bedingungen: wenig Wasser, wenig Futter, große Hitze, manchmal sogar Sandstürme. Das hat bei den Tieren zu einer Anpassung an den Lebensraum geführt, nämlich einer geringeren Größe, kleineren Stoßzähnen und zu deutlich größeren Füßen, damit sie im Sand besser gehen können.




Wir freuen uns riesig über diesen Anblick und wissen, dass es nicht selbstverständlich ist, diese speziellen Elefanten überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Calvin fährt immer wieder neue Positionen an, damit wir die verstreuten Gruppenmitglieder aus verschiedenen Winkeln gut sehen können. Zeitweise nähern wir uns ihnen bis auf wenige Meter. Obwohl es wilde Tiere sind, kennen sie die Safari-Fahrzeuge und die sanftmütigen Riesen haben kein Problem mit den Menschen.

Nach etwa einer Stunde machen wir uns auf die Rückfahrt. Calvin wählt eine andere Route als auf dem Hinweg und wir können viele neue Landschaftseindrücke genießen. Und welch ein Sichtungsglück: wir stoßen auf eine weitere Gruppe von sechs Elefantenbullen! Der größte von Ihnen hat nach Wasser gegraben und fördert mit seinem Rüssel das kühle Nass aus dem Sand hervor. Er spritzt es in sein Maul, manchmal pustet er eine Wasserfontäne über seinen Rücken oder er spritzt seine Artgenossen an. Trinken dürfen die anderen aus „seinem“ Wasserloch aber erst, wenn er fertig ist. Das erleben wir nicht mehr mit, denn dem Alten wird es zu bunt. Seine „Kollegen“ sind ihm zu sehr auf die Pelle gerückt, was ihm überhaupt nicht gefällt. Er trötet so laut, dass wir – genau wie die anderen Elefantenbullen – erschrecken. Er spreizt die Ohren weit ab und startet einen Scheinangriff auf seine Artgenossen. Calvin reagiert sofort, startet den Wagen und bringt uns aus der Gefahrenzone, denn wir wollen nicht in die Schusslinie dieser Auseinandersetzung geraten. Der Posaunenstoß des alten Bullen ist für uns dann auch gleichzeitig das Signal, endgültig den Rückweg anzutreten.







Der Rest des Tages ist schnell beschrieben: Baden im Pool (wieder keine anderen Gäste), ein Drink von der Bar, Relaxen pur, Bilder sichten, Text schreiben, Dinner und dann unters Moskitonetz zu hoffentlich erholsamem Nachtschlaf und Träumen von Wüstenelefanten. Was für ein toller, erlebnisreicher Tag am Brandberg! Morgen geht die Reise weiter und wir freuen uns schon heute auf weitere faszinierende Eindrücke und Erlebnisse. Möge vor allem die „Sichtungsfee“ uns treu bleiben. Heute war sie es zu 100%.




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Wgo

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Donnerstag, 31. Dezember 2020, 13:57

27.11.2020 Vom Brandberg nach Palmwag

Wir wachen mal wieder vor der Zeit auf, denn um 6:45 Uhr scheint die Sonne bereits hell durch die Insektengitter. Also richten wir unsere Siebenachen, packen alles in den Camper und fahren am Haupthaus zum Frühstück vor.

Gegen halb neun machen wir uns auf den Weg ins 230 km entfernte Palmwag. Zu Beginn fahren wir in einem großen Bogen vom Ugab-Flusstal weg und dann wieder darauf zu, bis wir bemerken, dass wir den ausgetrockneten Fluss genau an der Stelle durchqueren werden, an dem wir gestern die erste Elefantengruppe entdeckt hatten. Natürlich halten wir die Augen auf, aber weit und breit ist keiner der gutmütigen Dickhäuter zu erspähen. An der „Furt“ liegt der kleine Ort Anixab. Calvin hatte ihn uns tags zuvor gezeigt und stolz berichtet, dass dort seine kleine Tochter zur Schule geht. Obwohl dieser Ort nur ca. 15-20 km von der White Lady Lodge und von Calvins Heimatdorf entfernt liegt, wohnt seine Tochter während der Schulzeit im Internat in Anixab, wie auch alle anderen Kinder aus dem weiten Umkreis. Ein Schulbussystem wäre hier nicht denkbar.



Überhaupt erstaunt uns die große Diskrepanz zwischen den Lebensumständen der Angestellten der White Lady Lodge und ihrem Arbeitsumfeld. Calvin erscheint uns als ein moderner, gut gebildeter junger Mann, wohnt aber in einem Dorf, dessen Häuser wir als Bretterhütten bezeichnen würden, allerdings mit Satelitenschüssel auf dem Wellblechdach. Die Unterkünfte in der Lodge müssen ihm fast schon wie Paläste vorkommen. Doch das sehen wir eventuell komplizierter als es ist, denn Calvin - so sagte er gestern - würde um nichts in der Welt von seinem Zuhause fort wollen.





Die Landschaft gibt anschließend „nicht viel her“: eine Zeit lang fahren wir durch eine Art Baumsavanne, dann wechselt die Landschaft wieder in karges Geröll. Nach ca. zwei Stunden machen wir einen Zwischenstopp in Twyfelfontein. Dies ist keine Ortschaft, sondern ein Platz, an dem man über 2500 Bilder auf über 200 Felsplatten (Felsmalereien und Steingravuren) bestaunen kann, die zwischen 2000 und 6000 Jahre alt sind. Seit 2007 ist Twyfelfontein UNESCO-Weltkulturerbe. Unser Guide Thekla erklärt uns, dass die Gravuren entweder zu „Unterrichtszwecken“ dienten, als auch dazu, Nomaden über den ortsüblichen Tierbestand zu informieren. Wir sind beeindruckt ob der teilweise künstlerisch sehr anspruchsvollen Abbildungen, aber auch von der qualitativ hochwertigen Stätte an sich.






Die sog. "Löwenplatte"

Ein kurzer Abstecher noch zu den Orgelfelsen ganz in der Nähe und weiter geht es unserem eigentlichen Ziel entgegen. Die Landschaft verändert sich zunehmend zum Positiven, denn wir fahren durch hügeliges/bergiges Gelände, gesäumt von spitzen und abgeplatteten Tafelbergen.





Kurz bevor wir Palmwag erreichen, glauben wir, unseren Augen nicht zu trauen: am Fahrbahnrand stehen zwei Wüstengiraffen und knabbern gelassen an den Bäumen. Und wieder einmal eine „Sichtung“ außerhalb eines Schutzgebietes. Klasse! (Das angrenzende Naturschutzgebiet ist nicht eingezäunt.) Als wir kurz darauf auch Elefantenspuren am Straßenrand entdecken, sind wir ganz aus dem Häuschen. Doch nicht immer führt eine Spur auch zum erwarteten Ziel: die Elis sind wohl irgendwo links in die Wildnis abgebogen.







Auf Grund der technischen Probleme mit dem Kühlschrank haben wir zwei Tage zuvor in Swakopmund keinen Fleischvorrat zum Grillen eingekauft. Kein Problem, denken wir, auf der Strecke müssten sich noch Gelegenheiten zum Einkauf bieten. Aber weit gefehlt, denn die Läden, die uns das Navi an der Strecke anzeigt, haben außer Dosenwürstchen und Nudeln nichts weiter zu bieten. Wir sind hier in „the middle of nowhere“.


General Dealer und Liquor Shop in Bergsig. Hier gab es kein Fleisch und auch kein Wasser zu kaufen.

Folglich buchen wir, in der Palmwag-Lodge angekommen, für den Abend ein Essen im Restaurant und für den darauffolgenden Morgen gleich noch ein Frühstück, denn um sieben Uhr werden wir eine Ganztages-Safaritour ins Schutzgebiet unternehmen.

Nach einer kurzen Führung des Managers durch die sehr ansprechende Anlage richten wir uns auf unserem Stellplatz schnell ein, denn der Pool lockt! Anschließend duschen und Abendessen im halboffenen Restaurant incl. Sonnenuntergang. Dazu weihnachtliche Deko! Bizarr, aber vor allem wunderschön.

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Donnerstag, 31. Dezember 2020, 17:59

Danke Euch für den tollen Bericht und die fantastischen Bilder! Mit Namibia hatte ich bisher noch nicht geliebäugelt, aber die traumhaften Bilder von Euch haben jetzt doch einen gewissen Wunsch geweckt. Wüstenlandschaften finde ich sowieso toll, obwohl ich bisher noch nie in einer so großen Wüste war. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.... :danke: :thumbsup:

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Freitag, 1. Januar 2021, 21:48

Frohes neues Jahr an dieser Stelle!

Unglaubliche Bilder, viele Erinnerungen kommen hoch. Ich kann aber nur beipflichten: persönlich vor Ort wirken Soussosvlei u.a. noch viel mehr.

Andrea und Wolfgang hatten m.E. aber auch viel Glück, wenn ich an die Braune Hyäne oder die Wüstenelefanten denke. Wow! :thumbup:
Wie so oft ist aber in Namibia die Landschaft der Star. Das habt ihr toll eingefangen.

Freue mich auf die Fortsetzung.

LG

Christian

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Sonntag, 3. Januar 2021, 16:17

Hallo Pfandfinderin,
Danke Euch für den tollen Bericht und die fantastischen Bilder! Mit Namibia hatte ich bisher noch nicht geliebäugelt, aber die traumhaften Bilder von Euch haben jetzt doch einen gewissen Wunsch geweckt. Wüstenlandschaften finde ich sowieso toll, obwohl ich bisher noch nie in einer so großen Wüste war. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.... :danke: :thumbsup:

Schön, dass du auch virtuell unsere Reise verfolgst. Es freut uns sehr, dass dir unser RB offensichtlich gefällt.
LG Wolfgang

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Sonntag, 3. Januar 2021, 16:19

Hallo Christian,
Frohes neues Jahr an dieser Stelle!

...

Freue mich auf die Fortsetzung.



dir und allen anderen Südafrika-Forikern ebenfalls ein gutes Neues Jahr.
Fortsetzung folgt in Kürze - versprochen!

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SilkeMa (4. Januar 2021, 21:22)

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Sonntag, 3. Januar 2021, 16:27

Auch ich wünsche euch ein gutes neues Jahr! Bin immer noch sehr gerne mit dabei und geniesse es, bei diesem grauen Winterwetter wenigstens virtuell nach Namibia flüchten zu können.

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Wgo (3. Januar 2021, 16:44)

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Sonntag, 3. Januar 2021, 18:29

28.11.2020 Landschaftsrundfahrt oder Tiersichtungen?

Im Serengeti-Park in Niedersachsen, dem größten Safaripark Deutschlands, bewegen sich Tiere aus 16 verschiedenen Weltregionen auf 1,2 km². Die Palmwag Concession, in die wir heute eine ganztägige Safari gebucht haben, hingegen beheimatet ausschließlich Tiere, die hier heimisch sind und dies auf einer Fläche von sage und schreibe etwas über 5000 km². Daher begrüßen uns unsere beiden Guides, Ronny und Garbzeeh, mit den Worten: „Wir machen heute eine scenic tour (also eine landschaftlich schöne Tour) und wenn wir sehr viel Glück haben, dann sehen wir auch Wildtiere.“ Damit ist die Erwartungshaltung für Tiersichtungen schon einmal geklärt!

Und er hat Recht: die Landschaft ist traumhaft. Rund um uns befinden sich Tafelberge, dazwischen bewegen wir uns in einem sehr bergigen Gelände mit vielen kleinen Tälern und Canyons. Kommt man über eine Kuppe, hat man wieder völlig neue Eindrücke. Das Farbspektakel der Morgensonne ist faszinierend. Es dominieren Rot- und Brauntöne mit Einsprengseln von Mintgrün und kräftigem Grün von Bäumen und Büschen, aber auch Pastelltöne unterschiedlichster Art. Ich könnte weiter in Landschaftsbeschreibungen schwelgen, so abwechslungsreich ist die Szenerie. Von Tieren ist weit und breit nichts zu sehen. Das kann aber nicht daran liegen, dass es bereits zu heiß ist, denn der Himmel ist stark bewölkt (heute Nacht hat es sogar „10 Tropfen“ geregnet), was für angenehme Temperaturen sorgt.



Aber auch die Pflanzenwelt ist interessant. Wir sehen erstmals die in der Namib endemische Wüstenpflanze „Welwitschia mirabilis“, die nur zwei Blätter hat, die aufgefasert am Boden liegen. Eine merkwürdige Pflanze, aber immerhin die Wappenpflanze Namibias. Sie kann übrigens bis zu 2000 Jahre alt werden! Wie alt wohl "unser" blühendes Exemplar ist?





Wir freuen uns, als wir dann doch nach einer halben Stunde eine Trappenart (Rüppeltrappe) sehen, die wir noch nicht kennen . Es schließen sich aber weiterhin keine Sichtungen an. Schließlich entdecken unsere Guides zumindest Elefantenspuren, denen sie folgen. Dies jedoch ohne Erfolg. Es sind schon zwei Stunden vergangen, als wir einen „Hotspot“ ansteuern, ein Wasserloch, an dem immer wieder Tiere zu beobachten sind. Und welch ein Timing! Gerade als wir dort eintreffen, sehen wir eine Elefantenkuh mit einem Jungtier, wie sie sich der Wasserstelle nähern. Wir stehen leicht erhöht auf der anderen Seite des Trockenflusstals und können die Elis von dieser Position aus perfekt beobachten. Als sie am Wasserloch angekommen sind, studieren wir, wie sie sich mit Wasser versorgen und sogar, wie die Mutter das Junge säugt. Ein herrliches Erlebnis! Doch irgendwann setzen wir unsere Pirschfahrt fort. Die „üblichen Verdächtigen“, Springböcke und Oryx laufen uns auch immer mal wieder vor die Linse. Eine Oryxfamilie sogar mit zwei Jungtieren. Das sieht man nicht alle Tage, da die Oryx ihre Jungtiere gut versteckt halten . Die "Sichtungsfee" meint es heute wieder einmal wirklich gut mit uns!










Oryx mit Jungtieren

Um halb Elf machen wir eine Pause, um ein zweites Frühstück einzunehmen. Wir nehmen erst jetzt wahr, dass wir schon 3 1/2 Stunden unterwegs sind. Die Zeit verging wie im Flug. Es ist toll, wie wir uns mit den beiden Guides unterhalten. Sie studieren beide noch in Windhoek, erscheinen uns aber schon sehr, sehr kompetent und sie machen ihren Job richtig gut. Kilometer für Kilometer „arbeiten“ wir uns im Reservat voran, immer in der Hoffnung, weitere Tiere zu entdecken. Es dauert nicht lange, da taucht eine Giraffe vor uns auf, später eine Vierergruppe von Giraffen. Die Kombination von wechselnden Landschaftseindrücken und gelegentlichen Sichtungen ist einzigartig.









Plötzlich empfangen wir einen Funkspruch von einem Lodgemitarbeiter, der auf der Straße einen Löwen gesehen hat. Wir drehen um, erhöhen das Tempo und begeben uns so schnell wie möglich an die besagte Stelle. Zur „Verstärkung“ kommt William, der Mitarbeiter, der den Funkspruch abgesetzt hatte, an den Sichtungsort. Die öffentliche Straße, die am Konzessionsgebiet vorbeiführt, wird von einem Trockenflusstal gequert und genau dort haben es sich drei Löwenweibchen unter einem schattenspendenden Baum bequem gemacht. William zeigt sie uns und vom Safarifahrzeug können wir sie tatsächlich gut erkennen. Wir verändern nach einigen Minuten unseren Standort, um die Tiere aus einer anderen Perspektive zu sehen. William geht zurück an sein Fahrzeug, da springen die Löwen auf. Es sind nicht nur die drei Weibchen, sondern auch noch ein Männchen und ein weiteres Löwenweibchen, wie wir nun erkennen. Kurz wird es hektisch, denn die Löwen stellen für William, der sich noch außerhalb seines Fahrzeugs befindet, eine ernsthafte Bedrohung dar. Gewarnt von unseren Guides sprintet er die wenigen Meter zu seinem Auto und begibt sich in Sicherheit. Die Löwen drehen ab und setzen sich wieder unter einen Baum.





Nach diesem Erlebnis kehren wir zur vorherigen Route zurück, machen eine Mittagspause mit einem Imbiss und Kaltgetränken an einem wunderbaren Picknick-Spot. Danach schlagen wir langsam, aber sicher nach mittlerweile 7 ½ Stunden Safari den Rückweg zur Lodge ein. Ronny meint, es sei seht selten, dass man Paviane antrifft und dass wir riesiges Glück haben, dass wir nun auch noch drei Paviane zu Gesicht bekommen. Aber die „Sichtungsfee“ setzt noch eins obendrauf! Als wir über eine Kuppe fahren, steht plötzlich eine Gruppe von neun Wüstenelefanten am Wegesrand bzw. trottet durchs lockere Buschland, während die Tiere immer wieder Grünes von den Büschen reißen und sich mit dem Rüssel ins Maul stecken. Aus der angekündigten Landschafts-Tour ist nun doch eine ausgesprochen erfolgreiche Sichtungs-Tour geworden. Beide Guides versichern uns, dass das, was wir heute erlebt haben, sehr selten vorkommt.





Mit kräftig durchgerüttelten Knochen kommen wir nach 8 ½ Stunden an die Lodge zurück. Wir sind völlig "platt" von der Flut an Eindrücken: Wüstenlöwen, Wüstenelefanten, die uznsäglich schöne Landschaft, die super-netten Guides, ... Den Sprung in den Pool haben wir jetzt wirklich nötig. Dass am Pool eine Palme steht, in der etliche Cabanisweber ihre Nester gebaut haben, bzw. gerade bauen, rundet den an Sichtungen reichen Tag aufs Beste ab. Eine letzte „Sichtung“ für heute steht uns allerdings noch bevor: ein Beef-Steak auf dem Grill!


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Wgo

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Sonntag, 3. Januar 2021, 19:02

29.11.2020 Erster Advent – in Etosha…

…so sollte eigentlich unsere Überschrift des Tages lauten. Richtiger aber wäre „Erster Advent mit Reifenplatzer“.

Heute Morgen lief alles wie geplant: gemütliches Frühstück mit Rührei und Boerewors am Campingplatz, alles zusammenräumen und los geht’s. Gegen 9 Uhr rollen wir aus der „Palmwag Lodge and Campsite“ und fahren Richtung Nordosten über den Grootbergpass Richtung Etosha-Nationalpark. Zwischenziel zum Einkaufen und Geld abheben ist Karmanjab, ein kleines Nest südwestlich von Etosha, mit Tankstelle, Geldautomat und zwei Läden. Erwartete Fahrzeit bis dort hin knapp zwei Stunden. Wir passieren den Pass, erfreuen uns über adventliche Gesänge aus dem Radio (Oh Tannenbaum in afrikanischen Rhythmen und Text), da platzt der linke Hinterreifen. Zum Glück sind wir auf Gravelroads nie schneller als mit 80 km unterwegs, so dass der Wagen nicht ausbricht. Mitten im Nirgendwo den Reifen wechseln – toll!



Wir lassen gerade das Ersatzrad runter, als ein anderer Bushcamper neben uns hält. Zwei Frauen erkundigen sich, ob sie helfen können. Wir erkennen sie wieder, weil sie die letzte Nacht auch in Palmwag auf der Campsite übernachtet haben. Wolfgang wiegelt zunächst ab, aber die toughen Mädels erwähnen, dass sie mit „sowas“ massig Erfahrung haben und schon stehen sie auch parat und packen mit an. Während des Radwechsels erzählen sie uns, dass sie für eine Schutzorganisation für die Giraffen Namibias arbeiten, somit ständig „on the Road“ sind und daher schon unzählige Male Räder wechseln mussten. Eine der Frauen stammt aus Namibia, die andere aus Neuseeland. Sofort haben wir neben dem Reifenwechsel ein zweites Gesprächsthema. Wir erfahren später, dass Reifenschäden in Namibia völlig normal sind und sehr oft vorkommen, da der Großteil der Straßen Schotterpiste ist. Nach ca. 30 Minuten können wir unsere Fahrt fortsetzen, bedanken uns herzlich bei unseren Helferinnen und fahren mit max. 65 km/h weiter nach Karmanjab. Dort erhoffen wir uns Hilfe bzgl. eines neuen Ersatzrades. Während der Fahrt telefoniert Wolfgang mit Jan, unserem Autovermieter und erklärt ihm die Lage. Kein Problem, meint Jan. In Karmanjab gibt es nur eine Tankstelle, dort werden auch Reifen gewechselt. Prima denken wir.

Als wir den Ort erreichen, sehen wir sogleich eine Tankstelle. Diese ist von allerlei Menschen belagert, die mir afrikanischen Krimskrams aufdrängen wollen und Wolfgang eine merkwürdige „Werkstatt“. Jan ist grade telefonisch nicht zu erreichen. Also kaufen wir schnell das Nötigste ein, heben Geld ab und entscheiden uns, die Fahrt ohne neues Ersatzrad fortzusetzen.
10 Minuten später, auf dem Weg zum Etosha-NP gelingt Wolfgang endlich ein Telefongespräch mit Jan. Fazit: wir waren an der falschen Tankstelle (ach, es gibt doch angeblich nur eine!), wir sollen umdrehen und bei „Jumbo“ den Reifen wechseln lassen.
Was folgt, bedient alle denkbaren Klischees: Eingang zur Werkstatt wenig vertrauenserweckend, Jumbo ist ein äußerst übergewichtiger Weißer, der aus der hintersten Ecke seines Lagers den passenden Reifen hervor kramt. Der Monteur, ein Schwarzer, wird herbeizitiert (es ist ja Sonntag), scheint aber nicht wirklich Herr der Lage. Die Werkstatt selbst … die Bilder sprechen für sich. ABER: auch wenn wir dort insgesamt zwei Stunden verbringen, uns wurde geholfen! Wir bekommen nicht nur den geplatzen Reifen ersetzt, sondern sogar noch ein neues Ersatzrad, da sich unseres bei genauem Hinsehen als vollkommen marode erweist.





Zwischenzeitlich trifft ein weiteres deutsches Paar ein, deren Reifen seltsame Ausbuchtungen aufweist. Die beiden kommen von Etosha und fahren nach Palmwag. Natürlich geben wir uns gegenseitig Tipps, bevor wir uns verabschieden.

Der Rest ist schnell erzählt: Nach gut einer Stunde erreichen wir das westliche Gate des Etosha Nationalparks. Anmeldeformaltäten werden erledigt und los geht es. Unterwegs zu unserem Camp „Olifantsrus“ bekommen wir leider nicht viel zu sehen: 7 Zebras, 3 Giraffen, zwei Gnus, ein Strauß und diverse Vögel. Macht nix, gestern hatten wir dafür umso mehr Glück.












Gelbschnabeltoko


Weißflügeltrappe


Schmiedekiebitz

Gegen 17:45 Uhr erreichen wir das Camp, checken ein, beziehen unsere Campsite und gehen zum Wasserloch. Leider ist dort nichts los. Wolfgang zieht nach 15 Minuten weiter, um das Abendessen zuzubereiten, ich sitze im Ausguck und warte, unterhalte mich derweil mit einer netten Schwäbin, die bereits zig-mal in Namibia war und auf einmal sehen wir ein Spitzmaulnashorn, das sich dem Wasserloch nähert. Einfach imposant!



Die Sonne geht unter, der Wind frischt extrem auf. Höchste Zeit, zu unserer Campsite zurückzugehen. Dort angekommen ist das Essen fast fertig. Den Tisch noch adventlich decken und schon lassen wir uns T-Bone-Steaks mit Chackalacka-Gemüse im Kerzenschein schmecken.

Eigentlich hätten wir heute auf dem Adventsmarkt zuhause in Steinmauern mit unsrerem Verein Langos zubereitet und Glühwein ausgeschenkt. Ehrlich, wir vermissen das grade überhaupt nicht!#


abendlicher Besucher - riesengroß !!! (und nicht nur der eine, sondern gleich mehrere dieser Spezies)


romantisches Advents-Dinner ...

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Marc

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Sonntag, 3. Januar 2021, 19:17

Um die Wüstenlöwen beneide ich Euch sehr. Ich war in der Region schon viele tausend Kilometer mit Guide und auf eigene Faust unterwegs, bisher ist es bei Löwenspuren geblieben. Insofern, ja das ist sehr selten! Ich gönne es Euch aber natürlich trotzdem!!! :D

Das mit den kaputten Reifen passiert tatsächlich regelmäßig. Kleine Löcher flicke ich inzwischen ohne das Rad ab zu nehmen selbst - entsprechende Kits gibt es an jeder Tankstelle in Namibia. Wenn ich off-road gehe, habe ich immer zwei Ersatzräder dabei, der Wechsel dauert selten länger als 10 Minuten. So einen Schaden, wie bei Dir oder auf meinem Bild kenne ich eigentlich nur, wenn ich im weichen Sand einen Platten hatte ohne es zu merken und dann von Sand auf Grevel wechsel, da reichen dann schon 50m für einen völlig zerfetzten Reifen... :whistling:



Beispiel-Video zum Reifenflicken, in Namibia sind es sehr oft Akazien-Dornen und keine Schrauben/Nägel. :D

Schöne Inselgrüße Marc

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Sonntag, 3. Januar 2021, 19:56

30.11.2020 Etosha – Okaukuejo

Die morgendliche Frische eignet sich bestens für Tierbeobachtungen, daher achten wir darauf, mit dem Frühstück nicht mehr Zeit zu verbringen als notwendig. Zeitig verlassen wir das Camp und fahren die Wasserlöcher zwischen Olifantsrus und Okaukuejo an. Gleich beim ersten werden wir fündig: Kuhantilopen mit vier kleinen Kälbern stehen am Wasserloch, ein Schakal checkt ab, ob er eine Chance hat, eines der Jungen zu attackieren. Er ist sich wohl im Klaren darüber, dass er eigentlich keine Chance hat, wenn die Muttertiere die Jungen abschirmen. Zwei männliche Elenantilopen teilen sich das Wasser mit den Kuhantilopen und mehreren Oryx. Das nenne ich mal einen gelungenen Auftakt!









Auf dem Weg zum nächsten Wasserloch entdecken wir einen Steppenfalken auf einem Baumwipfel.



Und eine weitere Sichtung macht uns wirklich „happy“. Ein Honigdachs überquert die Pad und verschwindet langsam aber sicher im Gebüsch. Aber wir können ihn noch einige Zeit beobachten. Toll wenn man bedenkt, dass der Honigdachs dämmerungs- oder nachtaktiv ist und man ihn bei Tag selten zu sehen bekommt. Es hat sich also gelohnt, früh aufzustehen und aufzubrechen.



Das nächste Wasserloch heißt Ozonjuitjs M'Bari und erweist sich als Volltreffer! Bereits auf den letzten Metern vor dem Wasser sehen wir Zebras und Elefanten, die sich auf dem Weg zum kühlen Nass befinden. Dort eingetroffen, sind wir mehr als erstaunt und hellauf begeistert, welches Schauspiel sich hier darbietet. Gleichzeitig befinden sich mehrere Tierarten in teilweise sehr großer Anzahl am Wasserloch. Es ist ein stetiges Kommen und Gehen und ich zähle zu einem Zeitpunkt: über 100 Springböcke, 30 Zebras, 25 Elefanten in mehreren Gruppen, 20 Oryx, 7 Gnus, 5 Giraffen und ein Straußenpaar mit einem Dutzend Küken. Unglaublich und unbeschreiblich schön. Fast schon paradiesisch, wie die vielen Tiere auf engstem Raum beieinanderstehen und (meist) gut miteinander auskommen.










Ich glaube, das könnte eines meiner Lieblingsbilder dieses Urlaubs werden ...

Die Elefanten demonstrieren zwischendurch ihre besondere Position, nicht den anderen Tieren gegenüber, sondern den Menschen in den „rollenden Konservendosen“: 4 große weibliche Tiere schreiten auf die 5 Autos zu und bauen sich im Abstand von etwa 30 Metern zu uns in einer Reihe auf. Die Ohren weit abgespreizt demonstrieren sie ihre Stärke.. Will heißen: kommt unseren Jungtieren bloß nicht zu nahe! Von unseren Guides in Palmwag und Brandberg wissen wir zum Glück, dass aufgestellte Ohren nur eine Warnung sind. Wenn die Dickhäuter aber die Ohren anlegen und tröten, wird’s richtig ernst. Dann heißt es DURCHSTARTEN! Wir verhalten uns also ganz ruhig in unserem Auto und nach fünf Minuten ziehen sich die Elefantenkühe wieder gemächlich zurück mit einem abschließenden Schnauber in unsere Richtung.



Mit zunehmenden Temperaturen – das Thermometer steigt auf 35 Grad an – nehmen die Sichtungen erwartungsgemäß kontinuierlich ab. Immer wieder sehen wir dennoch größere Gruppen von Zebras und Springböcken, die Schatten unter Bäumen suchen.

Auch hier sind es nicht nur die Tiere, sondern auch die Landschaft beeindruckt uns. Riesige, unendlich erscheinende Grassavanne wechselt sich mit Busch- und Baumsavanne ab. Aber der Anblick der großen Salzpfanne toppt alles. Blendend weiß breitet sich eine 130 mal 70 Kilometer große Salzfläche vor uns aus. Apropos Größe: der gesamte Etosha Nationalpark ist laut Wikipeida in etwa so groß wie das Bundesland Hessen und damit das zweitgrößte Naturschutzgebiet Afrikas!


Springböcke suchen Schatten


Zebras vor der großen Salzpfanne

In Okaukuejo beziehen wir um ca. 15 Uhr unsere Campsite, fläzen uns an den Pool, dessen Erfrischung wir bitter nötig haben, machen uns „ausgehfein“ und dinieren im Restaurant. Jetzt sitzen wir am beleuchteten Wasserloch des Restcamps und lauern auf weitere Sichtungen. Fünf Nashörner kamen bereits zum Saufen vorbei und Vögel, die wir noch nicht bestimmen konnten, machen im Lichtkegel der Scheinwerfer gewagte Flugmanöver (Nachtrag: Nachtschwalben). Die Vögel am Wasserloch geraten in helle Aufruhr, als ein junger Schakal aufkreuzt. Mal sehen, ob vielleicht die herbeigesehnten Löwen, von denen es hier sehr viele geben soll, noch auftauchen … Zumindest hören wir schon ihr mächtiges Gebrüll scheinbar ganz in der Nähe.

Nachtrag: zuletzt waren dann sogar 9 Nashörner gleichzeitig am Wasserloch.

Nachtrag 2: die Löwen haben die ganze Nacht bis zum Sonnenaufgang gebrüllt. Wir sind mehrmals davon wach geworden.






Rotwangen (?) - Nachtschwalbe

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Sonntag, 3. Januar 2021, 20:09

Um die Wüstenlöwen beneide ich Euch sehr. Ich war in der Region schon viele tausend Kilometer mit Guide und auf eigene Faust unterwegs, bisher ist es bei Löwenspuren geblieben. Insofern, ja das ist sehr selten! Ich gönne es Euch aber natürlich trotzdem!!! :D

Das mit den kaputten Reifen passiert tatsächlich regelmäßig. Kleine Löcher flicke ich inzwischen ohne das Rad ab zu nehmen selbst - entsprechende Kits gibt es an jeder Tankstelle in Namibia. Wenn ich off-road gehe, habe ich immer zwei Ersatzräder dabei, der Wechsel dauert selten länger als 10 Minuten. So einen Schaden, wie bei Dir oder auf meinem Bild kenne ich eigentlich nur, wenn ich im weichen Sand einen Platten hatte ohne es zu merken und dann von Sand auf Grevel wechsel, da reichen dann schon 50m für einen völlig zerfetzten Reifen... :whistling:

Hallo Marc,

die Lektion, immer mit zwei Ersatzreifen loszufahren, haben wir auch gelernt. Wir hatten riesiges Glück, dass wir mit dem defekten Ersatzrad überhaupt bis Kamanjab gekommen sind. Das war nämlich der Zustand des Ersatzreifens:

Wegen der etwas hastigen Übergabe hatten wir das Ersatzrad nicht geprüft. Das passiert mir aber auch kein zweites Mal :rolleyes:

Außerdem ist man mit einem zweiten Ersatzrad viel flexibler, da man nicht auf eine SOFORTIGE Lösung angwiesen ist und mit seinem Vermieter einen geeigneten Ort ausmachen kann, um in den nächsten Tagen Ersatz zu organisieren. Hätten wir in Kamanjab bei "Jumbo" keinen passenden Reifen bekommen, wären wir da erst mal festgesessen, denn mit dem defekten Ersatzrad wären wir nicht weit gekommen ... (siehe oben).

Und ja: dass wir die Wüstenlöwen in Palmwag sehen durften, darüber waren wir auch überglücklich.

Und danke für den Tipp mit dem Repartur-Kit.

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Montag, 4. Januar 2021, 10:13

01.12.2020 Etosha - Halali

Halali, diesen ungewöhnlichen Namen trägt unser heutiges Ziel im Etosha Nationalpark. Wir wollen die kühleren Morgenstunden optimal nutzen. Daher stehen wir bereits um 5:45 Uhr auf und verzichten aufs Frühstück. Stattdessen packen wir alles Notwendige ein, damit wir an einem Wasserloch beim Warten auf Tiere oder deren Beobachtung frühstücken können. So verlassen wir bereits um 6:40 Uhr das Camp.



Wir fahren von Wasserloch zu Wasserloch in Richtung Halali, sind aber auch auf den Abschnitten zwischen den Wasserlöchern aufmerksam. Unser frühes Aufstehen und Losfahren wird mit zahlreichen Sichtungen belohnt. Mögen einige Bilder für sich sprechen:


Morgendliches Wasserloch - noch ohne Tiere




Schattensuchende Küken


Paradieskranich


Die Salzpfanne ist HIER nicht strahlend weiß (so wie gestern)









Um ca. 14:00 Uhr treffen wir in Halali ein. Es ist weit über 30 Grad heiß. Das Camp hat den Charme einer Bundeswehrkaserne in den 80er Jahren. Unser Stellplatz zwischen vier Bäumchen ist aber ganz OK. Da der Campingplatz nur zu etwa 10% belegt ist, lässt es sich hier gut aushalten. Bei Vollbelegung hätten wir hier wohl wenig Spaß.

Am Nachmittag haben wir keine Lust mehr auf eine weitere Pirschfahrt. Wir verrichten ein paar Haushaltstätigkeiten wie Wäsche waschen, Camper aufräumen und Abendessen vorbereiten, gammeln ein wenig herum und nutzen das Schwimmbad. (Pool kann man das nicht nennen.) Das Schwimmbecken ist nicht besonders schön, jedoch groß und einwenig erfrischend, was wir bei annähernd 40 Grad gut gebrauchen können.

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Montag, 4. Januar 2021, 11:19

02.12.2020 Nächstes Mal gehen wir in den Zoo ...

Ein neuer Tag in Etosha bricht an und wir verfolgen die gleiche Taktik wie gestern: früh raus ohne Frühstück, Wasserlöcher ansteuern, Frühstück am Wasserloch, auch zwischen den Wasserlöchern aufmerksam den Blick in den Busch und die Landschaft richten.

Erstes Wasserloch: Fehlanzeige, keine Tiere zu sehen. Aber ein Landschaftsidyll. Zweites Wasserloch: wieder Fehlanzeige. Schnell sind Andrea und ich uns einig, dass wir das nächste Mal in den Zoo gehen, wenn wir Tiere sehen wollen ;), was natürlich nicht ernst gemeint ist. In dem über 20.000 km² großen Nationalpark muss man für Sichtungen eben Geduld und auch etwas Glück haben. Zudem gab es in den vergangenen Tagen lokale Gewitterschauer, so dass viele Tiere gerade nicht unbedingt auf die Wasserlöcher angewiesen sind.



Auf der Weiterfahrt kommen uns nun einige Tiere vor die Linse (und natürlich auch vors Auge). Zunächst sehen wir Helmperlhühner und auch unsere ständigen Begleiter, die Springböcke, lassen uns nicht im Stich. Jetzt machen wir zum ersten Mal auch die den Springböcken ähnlichen, aber etwas größeren Impalas aus. Auch Zebras und Streifengnus stehen immer wieder einmal in der Savanne, teilweise in größeren Herden. Welch schöner Anblick!







Anschließend fahren wir zum Lookout auf die Salzpfanne, dem „Herzstück“ von Etosha, die 21% der Fläche des Nationalparks einnimmt. Sie ist topfeben und einfach leer. „Leerer Platz“ ist übrigens auch die Übersetzung des Namens „Etosha“. Nur ist die Fläche, die sich vor uns ausbreitet, soweit das Auge reicht, heute nicht strahlend weiß, wie noch vorgestern, sondern in einem Zartgrün gefärbt. Das enttäuscht uns ein wenig. Nichtsdestotrotz ergeben sich auf der anschließenden Fahrt entlang des Randes der Salzpfanne landschaftlich außergewöhnlich schöne Impresionen.



Die Grassavanne in diesem Abschnitt des Nationalparks ist sehr ausgedehnt. Oft reichen die Grasflächen – das Gras ist allerdings nicht grün, sondern gelb – bis an den Horizont. Hier freuen wir uns über den Anblick großer Herden von Zebras, Springböcken und Gnus. Es sind vermutlich mehr als 1000 Springböcke, die wir heute bisher gesehen haben und mindestens 300 Zebras und 200 Gnus! Immer wieder sehen wir auch andere Tiere. Unter anderem: Zebramangusten, eine Agame auf einem Strauch, ein Sekretär, ein brütender Rennvogel auf dem Ei sitzend, während das Männchen ein Ablenkungsmanöver startet, um uns vom Gelege fernzuhalten.








Doppelband-Rennvogel

Endlich kommen wir an ein Wasserloch, zu dem Tiere zum Saufen gekommen sind. Herrlich zu beobachten, wie sich Giraffen und Zebras das kühle Nass teilen. Hier entdecken wir auch Greifvögel von beachtlicher Größe. Ich denke, das sind Savannenadler (tawny eagle), bin mir aber nicht sicher.







Nicht weit von hier erblicken wir einige Kudus im Buschwerk. Sie äsen und lassen sich dabei von uns überhaupt nicht stören. So können wir diese großen Antilopen aus nächster Nähe genau studieren.



Wie schön doch das nächste Wasserloch aussieht. Fast schon ein landschaftliches Idyll. Mit einigen Tieren wäre es sicher noch viel schöner. Aber immerhin kommen dann noch ein paar Gnus vorbei.



Dem Restcamp Namutoni statten wir nur einen kurzen „Boxenstopp“ ab. Wir wollen die verbleibende Zeit für weitere Tiersichtungen nutzen. Da es schon über 30 Grad heiß ist, sinken die Chancen zunehmend.



Um so mehr freut es uns, am nächsten Wasserloch einige Marabus und mindesten 25 Geier zu sehen. Ob hier ein Kadaver in der Nähe ist?


Marabu und Kapgeier

Kurz bevor wir Etosha über das Lindquist-Gate verlassen stoßen wir auf eine große Herde Giraffen. Auch wenn wir auch heute wieder keine Großkatzen zu Gesicht bekamen, sind wir mit den Sichtungen dieses Tages sehr zufrieden.

Nun fahren wir noch zu unserer nächsten Unterkunft, der Ohange Lodge. Das Anwesen, eine Gamefarm, ist herrlich. Karla, die Eigentümerin und Justus, ihr Mann, sind perfekte Gastgeber. Zur Teatime gibt es Kuchen, abends sitzen wir mit der Familie am Tisch zum Dinner. Wir unterhalten uns angeregt – auf Deutsch, was die Sache etwas vereinfacht. So erfahren wir viele interessante Dinge über Land und Leute. Während des Essens kommen alle möglichen Arten von Antilopen ans heimische Wasserloch. Tiersichtungen der anderen Art, denn die meisten Antilopen dieser Farm wurden zugekauft.


Das darf nicht fehlen :-)


Haupthaus der Ohange Namibia Lodge


Ein Savanna Dry auf der Terrasse ...


Es ist angerichtet zum Braai

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parabuthus

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Montag, 4. Januar 2021, 12:10

Tolle Bilder von den Nashörnern! :love:

Wenn es nicht zu viel Mühe macht, würde ich mich über 1-2 Sätze zu Olifantsrus sehr freuen. Im Gegensatz zu den anderen etablierten Campsites kenne ich dieses noch nicht. Wie waren eure Eindrücke? Lohnt es aus eurer Sicht überhaupt, den Westetoscha mitzunehmen?

LG

Christian

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Wgo (4. Januar 2021, 19:50)

Wgo

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Montag, 4. Januar 2021, 20:12

Hallo Christian,
Tolle Bilder von den Nashörnern! :love:

Danke! Uns gefallen sie auch :D !
Wenn es nicht zu viel Mühe macht, würde ich mich über 1-2 Sätze zu Olifantsrus sehr freuen. Im Gegensatz zu den anderen etablierten Campsites kenne ich dieses noch nicht. Wie waren eure Eindrücke? Lohnt es aus eurer Sicht überhaupt, den Westetoscha mitzunehmen?

Olifantsrus war - rein vom Campen her gesehen - unser liebster Platz im Etosha NP. Also schöner als Okaukuejo und als Halali. Andere Campsites kennen wir ja (noch) nicht.
Der Platz ist vergleichsweise großzügig angelegt, so dass uns die Abstände zwischen den einzelnen Campern/Zelten ausgereicht haben, wenngleich ein paar Büsche zwischen den einzelnen Stellplätzen nett wären - gibt es aber nicht. Dieses Bild vermittelt einen Eindruck davon:



Wasser- und Stromanschlüsse (glaube ich) an jedem zweiten Platz. War aber kein Problem beim gegenüberliegenden mit anzuzapfen.
Ablution sauber und in Ordnung.

Der Hide am Wasserloch ist klasse! Vor allem, wenn Tiere da sind :rolleyes: Gute Sicht von der erhöhten Position. Ist mal 'ne andere Perspektive.

Ob man in den westlichen Parkteil fahren muss? Schwierige Frage: Ich sag' mal: wir hätten nicht viel vermisst, wenn wir das nicht gesehen hätten. Wenn wir wieder mal Etosha besuchen, werden wir vermutlich nicht weiter westlich fahren als bis zum "Ozonjuitjs M'Bari".

Die Strecke vom Galton Gate nach Olifantsrus über Jakkalswater ist landschaftlich ganz nett. Tiere haben wir dort wenig gesehen. Die Strecke und die sechs Wasserlöcher östlich von Olifantsrus waren OK, aber weitaus weniger interessant als das, was dann weiter östlich folagte. Klar, das kann zu einem anderen Zeitpunkt auch ganz anders ausschauen. So ist der Parkteil südöstlich von Halali (Rhino-/Elandsdrive) vermutlich auch viel schönder, wenn es dort nicht vorher gebrannt hat. :cursing:

Hoffe, ich konnte dir ein wenig weiter helfen ...

LG Wolfgang

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parabuthus

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Montag, 4. Januar 2021, 20:16

Auf jeden Fall! :danke:

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Dienstag, 5. Januar 2021, 16:03

03.12.2020 Wasser ist Leben! Das andere Namibia am Kavango

Zusammen mit Karla sitzen wir am Frühstückstisch und wir genießen nicht nur den guten Kaffee und das üppige Frühstücksbuffet. Wir sind die einzigen Gäste der Lodge, daher kann sich Karla exklusiv um uns kümmern und sich mit uns unterhalten. Rund um die Lodge fliegen viele Arten von Vögeln herum und ich versuche, den einen oder anderen zu bestimmen. Besonders auffällig sind die Graulärmvögel und die Paradiesschnäpper.





Nun heißt es Abschied nehmen von dieser gastfreundlichen und wundervollen Lodge, um nach Norden, an die Grenze zu Angola an den Kavango-Fluss zu fahren. Das ist eine Etappe von ca. vier Stunden Fahrtzeit, was uns aber nicht davon abhält, nach einer halben Stunde die Fahrt zu unterbrechen, um eines der wenigen Weingüter Namibias zu besuchen. Sowohl die Tatsache, dass wir am Farmgate vorbeifahren und den Betrieb zunächst gar nicht finden, als auch der abenteuerliche Zufahrtsweg zeigen, dass es sich um einen sehr kleinen Winzer handelt, der nicht oft besucht wird. Umso mehr freut sich Lailani, die Schwester des Winemakers Gilmar, dass wir ihre Weine verkosten wollen. Von außen unscheinbar und nicht besonders einladend zeigt sich das Gebäude innen geschmackvoll afrikanisch eingerichtet. Lailani präsentiert nicht nur engagiert ihre Weine, sondern berichtet davon, was es bedeutet Pionier in Sachen Wein in diesem Land zu sein. Schließlich kommen wir von Wein auf andere Themen, wie z.B., dass sie als Feministin in der – wie sie meint – von Chauvinisten geprägten namibischen Gesellschaft nicht heiraten wird. Nicht nur die Weinprobe und die leckere „kleine“ Vesperplatte sorgen dafür, dass wir uns auf dem Weingut Thonningii anderthalb Stunden aufhalten.


Thonningii Wynkelder


Fachsimpeln mit Lailani

etzt heißt es aber weiter! Sonst kommen wir viel zu spät an der Hakusembe Lodge an. Eine schnurgerade Straße führt drei Stunden lang nach Nordosten, Richtung Rundu. Ab dem Vet-Fence beginnt das „richtige“ Afrika – „Schwarzafrika“ hatte es Karla heute Morgen genannt. Und in der Tat: mit dem Passsieren des Seuchenschutzzaun säumen Dörfer die Straße, die völlig anders anmuten als die im Süden. Hier leben die Menschen in strohgedeckten Hütten, immer mehrere davon in einem kleinen umzäunten Gelände. Mehrere dieser Einfriedungen ergeben eine community. An einem Brunnen mit Handpumpe holen die Einwohner Wasser mit Kanistern und tragen diese in ihre Behausungen. Am Straßenrand werden Früchte, Brennholz und Töpferwaren angeboten. Kinder spielen vor ihren Hütten, unter Bäumen sitzen Gruppen von Erwachsenen im Schatten. Für uns ist all dies ein gänzlich ungewohnter Anblick.







Schnell vergeht die Zeit, bis wir bei Hakusembe Lodge & Camping eintreffen. Gerade rechtzeitig, um noch eine Sundowner-Boatcruise zu unternehmen. Bernhard schippert uns mit seinem Motorboot den Kavango entlang, zeigt uns kleine Krokodile, die sich am Ufer sonnen, und eine Vielzahl von Vögeln, darunter der Giant Kingfisher! Als die Sonne über dem Kavango untergeht, sorgen die letzten Sonnenstrahlen für eine farbenprächtige, romantische Stimmung. Hierzu passt das Glas „Champagner“ besonders gut, das uns Bernhard anbietet!


Abwasch in Angola


Weißbrustkormoran


Riesenfischer


Zwergspint





Es ist unglaublich, wie sehr Wasser alles verändert: rundherum ist alles grün! Welch ein Kontrast zu den letzten 20 Tagen, die wir in Gegenden verbrachten, in denen Wasserknappheit das Land dominiert und eine lebensfeindlich Umgebung schafft. Der Kavango ist neben dem Oranje im Süden der einzige dauernd fließende Fluss in Namibia. Alle anderen „Flüsse“ in Namibia fließen nur alle paar Jahre und dann auch nur für wenige Tage. Ein Blick von der Terrasse der Lodge über den Fluss hinweg und es ist klar: hier sind wir in einem völlig anderen Namibia als zuvor, nämlich im tropischen, grünen Namibia.


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Dienstag, 5. Januar 2021, 17:14

04.12.2020 Hakusembe – Ngepi (Divundu)

Während des Frühstücks genießen wir die Aussicht auf den ruhig dahinfließenden Okavango, oder Kavango, wie der Fluss hier heißt, und richten dann unsere Siebensachen für die Weiterfahrt. Diese macht so früh aber keinen Sinn, da es entlang der 230 km Strecke nach Divundu nichts anzusehen gibt. Also richten wir uns noch gemütlich auf der Terrasse des Restaurants ein und genießen erfrischende Getränke, während wir unseren Reiseblog auf den neuesten Stand bringen.


Reiseblogger bei der "Arbeit" :D

Die drei Stunden Fahrt geradeaus auf der B 8 Richtung Osten vergehen wieder einmal wie im Flug. Die Eindrücke rechts und links der Straße sind die gleichen wie am Vortag: immer wieder „kraal-artige“ Siedlungen, Kühe, Esel und Ziegen auf und neben der Straße. Man muss jederzeit bremsbereit sein.




Hier haben wir mal die B8 verlassen und sind zum Kavango runter gefahren

Die Stadt Divundu selbst lassen wir „links liegen“ und biegen auf die Straße ab, die zum Ngepi Camp führt. Kurz darauf meinen wir, unser Ziel erreicht zu haben, aber es warten noch 4 „sehr wellige“ Kilometer Piste auf uns, die der Besitzer mit aufmunternden Sprüchen beschildert hat. Die Campsite selbst lebt von seinem lässigen Hippie-Charme, hat ihre besten Jahre aber leider hinter sich. Wir beziehen den Stellplatz 4 und wundern uns nicht über die dazugehörige Toilette und Dusche, denn wir sind „vorgewarnt“: lediglich mit Bastmatten sind die Sanitärbereiche für Blicke von außen geschützt. Auf verschlungenen Pfaden gelangt man zur Kloschüssel bzw. zur Dusche, anstelle einer Tür legt man einen Stock am Eingang quer. Das genügt…wirklich!




Sanitärblock

Wir richten uns gemütlich auf unserem Stellplatz ein und als wir so auf dem Rasenstück mit Baumbestand sitzen drängt sich mir der Vergleich auf: eigentlich wie zuhause am Goldkanal in Steinmauern. Nach genauerer Betrachtung fallen dann doch ein paar Unterschiede auf: Lianen und jede Menge verschiedene Vögel in den Bäumen, vor allem aber Flusspferde, Krokodile und Otter im Wasser. Das fehlt daheim definitiv! Die Krokodile sind zum Glück nicht zu sehen, aber eine Hippo-Mama mit Jungtier auf einer Sandbank macht mächtig Eindruck. Um uns herum zwitschert es verschiedenartig und mir gelingen ein paar tolle Schnappschüsse von den unterschiedlichen Vögeln (Graulärmvogel, Specht, Paradiesschnäpper und weitere noch nicht identifizierte Vögel).


Fast wie zuhause ...




Ist das ein Hartlaubdrossling? Hat da jemand Ahnung von euch?


Sumpfwürger


Goldschwanzspecht

Gegen 17 Uhr starten wir erneut zu einer Bootsfahrt auf dem Okavango. Unser Guide Gilbert scheint zunächst nicht so motiviert wie Bernhard am Vortag, doch wir bekommen einiges geboten: wir fahren langsam an eine im Fluss treibende Flusspferdgruppe heran.







Wir entdecken Krokodile, drei verschiedene Eisvogelarten, Reiher, Moorenklaffschnabel (Storch) und viele andere Vögel.


Sporngänse + Glanzenten + Nilgänse


Graufischer


Senegalliest


Silberreiher


Kormoran


Klaffschnabel


Elipsen-Wasserbock

Nebenher zieht uns die einmalige Landschaft in ihren Bann. Die teils dramatischen Wolken tuen ihr übriges dazu. Wir sehen Blitze in der Ferne und sind besorgt, dass es nachts regnen wird. Somit würde morgen die kleine Safaritour, die wir in der Nähe vorgesehen haben, problematisch werden. Doch Gilbert beruhigt uns, weil der Regen immer von der anderen Seite käme.





Nach dem Sundowner auf dem Fluss begeben wir uns zu unserem Stellplatz und sind angenehm überrascht, weil unsere Nachbarin, eine ältere Dame, bereits ein Feuer für uns entfacht hat. Als wir uns nachmittags über die verschiedenen Vogelsichtungen unterhielten, hatten wir kurz erwähnt, dass wir abends noch grillen wollen. Durch ihre „Fürsorge“ konnten wir eine Stunde früher zu Abend essen.

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Wgo

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Dienstag, 5. Januar 2021, 17:27

Vogel identifizieren

Hallo miteinander,

ich habe ziemlich sorgfältig den "Roberts" konsulitiert und auch die AVIBASE (Weltvogeldatenbank) für die Caprivi-Region durchforstet, konnte diesen "komischen Vogel" :) aber nicht identifizieren.
Gesichtet am 4.12. am Okavango in der Nähe von Divundu.

Ich habe vor allem nach einer Vogelart mit dieser speziellen Zeichnung (schwarzer Strich von Auge über Kehle zu Auge) gesucht und gar nichts Passendes gefunden.
Ist vielleicht jemand unter euch, der mit dazu was sagen kann?




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