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parabuthus

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Dienstag, 31. August 2021, 15:14

Nicht ganz :) . Wir haben Tatonka. Die sind aber wohl nahezu baugleich. Mit den Taschen sind wir sehr zufrieden. Die haben wir 2005 für unsere Reise nach Botswana gekauft, seither haben sie 12 weitere Einsätze in Afrika (und woanders) gehabt und sind trotz z.T. großer Strapazen noch gut in Schuss. Durch ihre Flexibilität kann man sie gut verstauen. Die verstaubaren Rucksackriemen sind auch sehr praktisch.

Wir haben uns allerdings einmal vertan und noch eine rote Tatonka Tasche in Übergröße gekauft. Davon würde ich abraten. Die Tasche ist Sperrgepäck und muß immer gesondert eingecheckt werden. Außerdem ist sie gefüllt kaum noch zu tragen, sei es auf dem Rücken oder am Handgriff.

Die anderen würde ich jederzeit wieder kaufen.

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Budenknipserin (31. August 2021, 16:41)

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Dienstag, 31. August 2021, 21:32

Arusha Nationalpark - Der Walk

Als wir am Tag zuvor den Park verließen, fragte ich beim diensthabenden Ranger am Momela Gate mal diskret an, ob wir mit unserer Gruppe vielleicht einen kurzen Walk unternehmen könnten.

Die Anfrage war ein wenig heikel, da bei solchen Walks Kinder unter 12 Jahren nicht zugelassen sind. Wahrheitsgemäß antwortete ich, daß Amelie erst 10 Jahre und 8 Monate alt ist, aber sehr Afika erfahren ist und Anweisungen Folge leisten kann. Der Ranger musterte Amelie und stimmte schließlich zu. Wir verabredeten uns lose für den nächsten Morgen um 9.00 Uhr.

Amelie war natürlich total aufgeregt, während meine Erwartungen nicht so hoch waren, da die von mit bisher erlebten Walks im Krüger im Hinblick auf Tierannäherungen eher unspektakulär waren und den Fokus eher auf Spuren und Pflanzenlag. Im Grunde war es eine tolle Möglichkeit, in der Wildnis zu wandern.

Als wir um 9.00 Uhr am Gate erschienen, standen wir vor einem völlig unerwartetem Problem. Da Erika unser Permit für den Park bestellt und nach außen hin auch bezahlt hat, konnten wir als Nutzer selbst keine Aktivitäten buchen. Tanapa lässt keine sogenannten "mixed bookings" zu. Ich versuchte vergebens, Erika zu erreichen. Nun war guter Rat teuer. Zum Glück ist Oz, der Chefranger, ein Kumpel von Paul und hat dessen Nummer in seinem Handy gespeichert. So konnten wir über Shaw den Walk buchen und ein paar Tage später bei Erika bezahlen. Eine ungewöhnliche Prozedur, die wohl aber verhindern soll, daß solche Leistungen an Tanapa "vorbei" gewährt werden.

Wie dem auch sei, es konnte endlich los gehen. Gideon, so heißt der Ranger, wirkt auf den ersten Blick ein wenig grimmig, ist aber ein total netter Kerl, der gerne lacht. Gern nahm er sich Amelie an, die mit ihren sporadischen, für die 4. Klasse jedoch m.E. schon erstaunlichen Englisch-Kenntnissen aufgeregt und ohne zu zögern auf den Ranger einredete. Wir vereinbarten je nach Stimmung und Kraft lose einen Spaziergang von etwa 2-3 Stunden Länge.

Gideon fing ganz gemächlich an, indem er einen vorbereiteten Pfad mit uns abschritt, auf dem unterschiedliche Tierschädel lagen, die wir erkennen sollten. Nach dieser Einführung überquerten wir die Brücke...



... und folgten dem kleinen Fluss bis zu einer Ebene.



Ein wenig ungläubig und - zugegebenermaßen - etwas unbehaglich zumute registrierten wir, wie Gideon uns immer näher an einen einzelnen männlichen Büffel heranführte. Nun ja, die Jungs haben ja nicht gerade den besten Ruf...



Gideon blieb jedoch ganz cool und nahm Amelie an seine Seite, um noch näher ranzugehen.



Ehe wir uns versahen, standen wir zwischen einer Büffelherde vor uns und dem einzelnen Büffel, der uns starr fixierte, hinter uns. Wir waren alle ziemlich aufgeregt. So spannend hatte ich mir die Aktion auf gar keinen Fall vorgestellt.



Auch an andere Tiere führte uns Gideon nahe heran, u.a. Paviane und Warzenschweine.



Aus ein wenig größerer Distanz sahen wir Wasserböcke und Giraffen.

Wir haben etwa eine Stunde gebraucht, um die Ebene zu überqueren und standen an einer mir vage bekannt vorkommenden Stelle am Fuße des Mount Merus. Dann stellte Gideon gelassen die aus nur einem Wort bestehende Frage "Up?" und ehe Britta das sich gerade zusammenbrauende Unheil überhaupt begreifen konnte, brüllte Amelie "Yes, sure!" Und schon waren wir wieder dort, beim selben Anstieg wie 2006 nur 15 Jahre älter und ganz sicher nicht leichter an Gewicht als seinerzeit. Gideon, mit Gummistiefeln an den Füßen, ging ganz "Polepole" voran. Wie bekannt uns das alles vorkam...



Ein erster Blick zurück...



.. und weiter ging es aufwärts...



Von einem netten Spaziergang konnte nun nicht mehr die Rede sein. Unermüdlich zogen Giedeon und Amelie das Tempo an. Gideon merkte recht schnell, daß beim Klettern gewiß nicht das 10-jährige Mädchen der Schwachpunkt in unserer Gruppe war.



Die durchwanderte Natur ist natürlich einmalig schön und ab und an gab es neben Spuren und Hinterlassenschaften sogar noch Tiere zu sehen.



Nach gut 2 Stunden Aufstieg waren wir etwa auf 2.200 m Höhe, gar nicht mal so weit mehr von der Miriakamba Hut entfernt, jener ersten Übernachtungsstation auf dem Weg zum Gipfel. Meine völlig entkräftete Frau streikte nun endgültig und trotz der erbitterten Proteste der ehrgeizigen Tochter brachen wir an dieser Stelle den Aufstieg ab.



Auf Gideons Vorschlag hin beschlossen wir stattdessen, beim Abstieg noch bei den Tululusia Falls vorbeizuschauen. Gideon tröstete Amelie: "Next time we will climb to the top together". Ich habe nicht den geringsten Zweifel daran...

Der Abstieg ging schnell und schon nach kurzer Zeit gelangten wir zu den Falls.



Am Ende ging die Wanderung tatsächlich 4 1/2 Stunden und bescherte uns trotz teilweiser durchlebter Traumata einen echten Sahnetag im Arusha Nationalpark.



Als wir wieder am Momela Gate eintrafen wurde es richtig lustig. Oz fragte uns, ob Gideon uns auch gut geführt habe. Denn wenn er so kläglich wie beim letzten Mal versagt habe, müssen sie ihn diesmal leider einsperren :rolleyes: . Das konnten wir natürlich nicht zulassen :thumbup: Hier am Momela Gate arbeitet echt ein tolle Truppe mit den es viel Spaß macht, Zeit zu verbringen. Besonders Gideon ist nicht nur Amelie sehr an Herz gewachsen.

Zum Schluß konnten wir uns also doch noch - zumindest ein wenig - dem Meru stellen.



Verabschiedet wurden wir aus dem Arusha NP von frechen Blue Monkeys, die versucht haben Vern über das offene Dach zu entern. Gideon schritt beherzt ein und konnte Schlimmeres verhindern. Amelie hat die Blues seither mit besonderem Argwohn betrachtet...




Fazit Arusha Nationalpark:

Ein richtig toller Einstieg in unsere Runde. Auch ohne den Walk wußte der Park zu gefallen. Auf kleiner Fläche gibt es mit dem Meru,der Little Serengeti, dem Ngurdoto Krater und den Momela Seen, für die kaum noch Zeit blieb, viele sehr unterschiedliche Schauwerte. Dazu haben wir erstaunlich viele Tiere gesehen, deutlich mehr als in 2006. Da fällt es kaum ins Gewicht, daß der kleine Arusha natürlich nicht über die ganz große Artenvielfalt verfügt wie die größeren Parks im Norden. Der Walk hat uns natürlich ein aufregendes Erlebnis beschert und den Aufenthalt im Park nochmals deutlich aufgewertet. Von der tollen Staff ganz zu schweigen. Unter dem Eindruck dieser Erfahrung hätte ich im nachhinein vielleicht versuchen sollen, mehr solche Walks einzubauen. Aber man kann nie wissen, ob daß mit Amelies Alter auch an anderer Stelle, in den vermeintlich gefährlicheren Parks, funktioniert hätte.

Unsere nächste Station führt uns gen Osten, in einen Park über den meines Wissens nach in diesem Forum bisher noch nicht berichtet wurde...

An dieser Stelle noch: wenn es Fragen gibt oder Anmerkungen aus eigenen Erlebnissen, würde ich mich sehr freuen, darüber zu lesen. Ich habe selbst feststellen können, wie unterschiedlich ich das Land, die Parks und ja, auch die Menschen bei zwei 15 Jahre auseinanander liegenden Besuchen - noch dazu zu unterschiedlichen Jahreszeiten - empfunden habe. Es würde mich daher kaum überraschen, wenn andere Reisenden es wiederum ganz anders erlebt haben. Solche Vergleiche finde ich daher immer wieder spannend.

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Mittwoch, 1. September 2021, 08:57

Mkomazi National Park

Den Mkomazi habe ich recht spät ins Programm aufgenommen, erst als feststand, daß meine Idee mit der Meru Besteigung keine Gegenliebe fand. Unabhängig davon hat der Park mich neugierig gemacht. Er ist einer der neuesten Nationalparks Tansanias und befindet sich definitiv noch in der Aufbauphase. Bislang finden jährlich unter 1000 Touristen den Weg in den Park, was sicherlich auch damit zusammenhängt, daß er geographisch ein wenig abseits des "Northern Circuit" liegt und somit nicht im klassischen Programm der vielen Safari Veranstalter liegt, die alle mehr oder weniger das gleiche Pensum abspulen. Mkomazi ist insofern ein kleines El Dorado der Individualtouristen. Auch die Unterkünfte sind im Prinzip auf solche Besucher zugeschnitten. Die Buchung habe ich ohne Erikas Unterstützung selbst übernommen durch Email-Anfrage. Schon bald entwickelte sich ein sehr angenehmer Kontakt zu Neema, die wohl die rechte Hand des Parkchefs zu sein scheint. Mit Neema sprach ich im Vorfeld die Unterkünfte, Aktivitäten und Verpflegung ab. Gezahlt haben wir diesen Park allerdings auch wieder über Shaw.

Der Mkomazi ist ein Teil des kenianischen Tsavo Ökosystems und verfügt weitgehend über ähnliche Landschaften Tiere. Eingeramt ist der Mkokomazi links von den Pare Mountains und rechts von den Usambara Mountains. Der Tsavo-Ost war seinerseits auf unserer Hochzeitsreise 2004 der erste Nationalpark, den wir je besucht hatten und in dem wir unsere ersten Begegnungen mit Löwen und Elefanten hatten. Hier ist seinerzeit unsere Liebe zu Afrika erweckt worden. Grund genug, hier in der Nähe mal vorbei zu schauen...

Die Anreise verlief überaus beschwerlich, was allerdings zu einem Großteil einer planerischen Fehlentscheidung unsererseits geschuldet war. Der bei weitem zeitsparendste Weg hätte durch den Arusha Park Park zur großen West-Ost Teerstraße Arusha-Tanga geführt. Wir haben uns aus Knauserigkeit gegen diesen Weg entschieden, da wir für etwa eine Stunde Transfer durch den Park wohl die vollen Nationalparkgebühren hätten bezahlen müssen. Das kam uns zu dem Zeitpunkt zu teuer vor. Stattdessen quälten wir uns unter der Anleitung von Maps.Me 3 Stunden über Wege durch Maisfelder, die auf keiner Karte verzeichnet sind. Es war ganz sicher eine interessante Geschichte, mal wirklich abseits der ausgetretenen Touristenpfade das Tansanische Hinterland kennen zu lernen, aber in diesen 3 Stunden schafften wir gerade einmal 60 km Wegstrecke, was dann irgendwann schon ein wenig unbefriedigend war. Zum Abschied lockte bereits der Kilimandjaro (ist auf dem Bild nicht unbedingt gut zu erkennen), an dem wir auch vorbeifahren würden. Tatsächlich aber sahen wir lediglich ein Modell des Kilis an einem Kreisel in Moshi :) .



Als wir nach drei Stunden endlich die Teerstraße erreicht haben, waren wir heilfroh. Bloß ging es auch auf dieser Straße zunöchst nur schleppend voran. In Tansania gibt es im Wesentlichen 2 Straßenschilder, nämlich "50" und "50 Ende", was dann 80 heißt. Leider sind im gesamten Großraum Moshi die 50er Zonen deutlich länger. Durch den Verkehr und die vielen Bumper sind meistens nicht mal 50 möglich.

So zog sich die Fahrt bis hinter Moshi ganz schön dahin. Die Bilder glichen sich.



Aufpassen mußte man auch, da insbesondere für die tansanischen Reisebusse die Verkehrsregeln außer Kraft gesetzt scheinen. Was da für Überholmanöver riskiert werden, ist schlicht unfassbar. Paul meinte, in so ein Ding würde er sich niemals freiwillig setzen. Diese Busse sollen wohl auch nicht selten in schwere Unfälle involviert sein, was diese Art des Reisens sehr gefährlich macht. Da die Busse in knappen Fällen auch auf keinen Fall zurückstecken, muß man selbst auf der Hut sein. Davon abgesehen fahren wohl wegen der vielen Polizeikontrollen die meisten Fahrzeuge halbwegs nach Vorschrift.

Hinter Moshi wurde es dann besser. Wir konnten mit Vern längere Zeit zwischen 70 und 80 km/h fahren, was die Stimmung an Bord spürbar anhob. Insgesamt aber brauchten wir für die knapp 190 km bis Same, der Stadt am Rand des Mkomazi Parks, fast 7 Stunden. Dementsprechend erschöpft waren wir bei der Ankunft.

Die begann gleich mit einer sehr merkwürdigen Überraschung...

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Mittwoch, 1. September 2021, 10:40

Mit dem Walk im Arusha NP habt ihr euch ja quasi im Nullkommanix für das Gorilla-Tracking qualifiziert. :thumbup:

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parabuthus (1. September 2021, 11:16)

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Mittwoch, 1. September 2021, 20:19

Mkomazi National Park

Gegen 15.00 Uhr passieren wir das Gate zum Nationalpark.



Der Weg führt zunächst direkt in den Bereich, in dem die Bandas und das Restaurant liegen.



Wir werden von einer netten jungen Dame begrüßt und mit den Örtlichkeiten vertraut gemacht.

Links im Bild sind Lagerräume und Küche, auf der rechten Seite das Restaurant, ein möbeliertes Zelt.



Abends ist alles beleuchtet, was für eine tolle Stimmung sorgt. Auch wird abends von einem Ranger immer ein Feuer in der Feuerstelle in Gang gebracht.



Auf der anderen Seite des Parkplatzes liegen die Bandas. Ich meine, es waren insgesamt 4.



Die Bandas sind kleine Hütten mit je zwei Einheiten. Wir haben in der linken Einheit gewohnt, Carsten hat die rechte Einheit belegt.

Ich habe leider keine guten Bilder von innen, aber die Einrichtung und Ausstattung war so ziemlich das Merkwürdigste, was mir je untergekommen ist. In den Bandas gibt es neben dem Bad auch eine kleine Küche, die jedoch lediglich aus Unterschränken und einer Spüle besteht. Es gibt weder einen Kühlschrank noch gibt es Geschirr oder Gläser, so daß sich der Nutzen der Küche doch sehr in Grenzen hält. Die Inneneinrichtung ist insgesamt ziemlich spartanisch. Neben den Betten gibt es lediglich einen Mülleimer und einen Kleiderschrank.

Auf der anderen Seite wiederum hat jede Einheit einen eigenen Fernseher, ein eigenes W-LAN und obendrein sogar eine Klimaanlage und Hotelpuschen :D .

Bei den Außenmöbeln wurde auch eher Wert auf das Design gelegt denn auf Funktionalität. Allerdings gab es pro Einheit je einen saubequemen Campingstuhl. Irgendwie hatte man den Eindruck, daß jemand, der seinen Urlaub vorwiegend in 5***** Hotels verbringt damit beauftragt wurde, eine Wohneinheit für Selbstfahrer zu entwickeln. Das Ergebnis ist jedenfalls witzig und irgendwie kurios.

Doch damit nicht genug. Abschließend klärte uns die junge Dame noch beiläufig darüber auf, daß im Camp ein alter Büffel wohnt. "Er ist entspannt, wenn ihr es auch seid," meinte sie nur.

Ääääh, wie jetzt... ein Büffel, noch dazu ein alter, womöglich nur noch Matsch in der Birne - ja sicher sind wir entspannt. So richtig abgenommen haben wir ihr die Geschichte nicht.

Und doch... kaum daß wir uns nach Sonnenuntergang vor unsere Hütte gesetzt haben und das erste Serengeti geöffnet haben, war er plötzlich da. Er stand kaum 3 m hinter Carstens Stuhl und musterte uns regungslos einige Minuten lang. Ungläubig und ebenfalls wie erstarrt saßen wir da.



Als wir unsere Tischlampe löschten, sammelte er sich und zog ganz gemächlich weiter.



Da wir nun offiziell einen "Hausbüffel" hatten, befanden wir, daß er einen Namen braucht. Wir entschieden uns für William, da der alte, in Ehren ergraute Knabe irgendwie ein würdiges, fast aristrokratisches Auftreten hatte. William wurde zu einem gewohnten Anblick, besonders morgens und nach Einbruch der Dunkelheit fand er sich regelmäßig vor unserer Banda ein.



In das linke gemauerte Loch, vermutlich eine Vogeltränke, hat die Staff regelmäßig Wasser gefüllt, damit William auch was zu trinken hatte.

Nachdem er uns in der ersten Nacht ausgiebig beschnuppert hatte, hat er sich ganz offensichtlich an uns gewöhnt und von unserem Kommen und Gehen kaum noch eine Notiz genommen. Für uns war es natürlich ein aufregendes Gefühl, wenn William abends erst mal eine Runde um unsere Banda gedreht hat, um nach dem Rechten zu sehen. Das war so ziemlich das Verrückteste, was wir je in einem Camp in Afrika erlebt haben. Wir hoffen, daß William noch ein paar schöne Jahre als Hüter des Banda Camps genießen kann...

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Montag, 6. September 2021, 09:00

Mkomazi Game Drives

Etwa 5 Autominuten vom Banda Camp entfernt liegt das eigentliche Hauptquartier vom Mkomazi.



Hier treffen wir Neema, mit der ich mich im Vorfeld ausgetauscht habe. Wir erhalten unsere Permits und einige Hinweise, wo es die besten Chancen für gute Beobachtungen gibt. Die Karte aus der Broschüre ist leider ziemlich klein und nur sehr eingeschränkt brauchbar. Bessere Orientierunghilfen bieten die hier logischerweise noch ganz neuen Wegesteine. Dazu natürlich Maps.Me. Nun kann es los gehen, das Zange Gate öffnet sich...



Nach etwa 3-4 km Fahrt kommt, man zu einer Abzweigung, die zum Campingplatz führt. Campen könnte hier auch recht spannend sein, kann ich mir vorstellen. Wir sind bei unserem Besuch die einzigen Touristen. Es gibt allerdings noch eine nette Gruppe von Tourismusvertretern aus Zanzibar, die für ihre Kundschaft mögliche Fly-In Safari-Destinationen ausleuchten.

Wir erfreuen uns zunächst an der wirklich schönen Landschaft zwischen den beiden Bergketten...



... denn viele Tierbegegnungen gibt es erstmal nicht.



Die ersten 20 Minuten haben wir tatsächlich gerade einmal ein Frankolin und einen Hornbill gesehen.



Je näher wir jedoch dem Didima Damm kamen, desto besser wurde es. Allerdings reagieren die Tiere auf Verns unbeholfene, lautstarke Annäherungsversuche mit größter Zurückhaltung und stets darum bemüht, den Sicherheitsabstand wieder herzustellen.





Dann aber haben wir am Damm Elefanten erspäht...



Von der Erhöhung, auf der wir stehen, sieht der Wegverlauf so aus, daß man eine Annäherung riskieren könnte... Tatsächlich aber wird der Weg auf der anderen Uferseite nicht nur extrem schwierig zu befahren, sondern auch in seinem Verlauf sehr unübersichtlich. Ehe wir uns versahen, steckten wir schon mitten drin im Schlamassel. Vor uns, hinter uns und zur rechten Seite standen etwa 30 recht nervöse Elefanten, teilweise mit sehr jungen Nachwuchs und wir kamen kaum voran...





Jetzt hieß es die Nerven bewahren. Mit der richtigen Dosierung aus Vortasten und Abwarten konnten wir uns aus dieser ungünstigen Situation rausmanövrieren. Eingedenk unserer negativen Elefantenerfahrungen vom letzten Urlaub, vor allem im Ithala, war das vielleicht nicht der ganz optimale Start, um neues Vertrauen zu fassen. Wir waren schon recht aufgeregt, vor allem Amelie. Unsere Beziehung zu Elefanten sollte sich im Verlauf der Reise aber stets bessern...

Der Didima Damm ist so etwas wie das Zentrum der Game Drive Schleifen im Norden des Parks. Oberhalb des Damms gibt es eine sehr nette Picknick Site von der aus man das Treiben am Damm ausgezeichnet beobachten kann.



Hier gibt es eigentlich zu jeder Tageszeit etwas zu sehen. Wenn es nicht gerade die Elefanten sind, finden sich hier auch Giraffen, Büffel, Zebras, Warzenschweine und Elands ein. Der Damm ist etwa 1 1/2 Stunden vom Gate entfernt, so daß es sich lohnt, zweimal am Tag einen Ausflug dorthin zu unternehmen.





Jenseits des Dammes muß man sich ein wenig mehr anstrengen, kann aber durchaus auch schöne Entdeckungen machen...



Auch Impalas, Elefanten, Wasserböcke und Büffel kann man im Dickicht erspähen, wir haben auch Lesser Kudu und sogar ein Oryx gesehen (mit nur einem Horn). Allerdings ist es gar nicht so einfach, hier gute Fotos hinzubekommen, da die Tiere leider nicht zum Posieren neigen und eher ins Unterholz ausweichen...

Giraffen hingegen sind eine sichere Bank. Man sieht sie selten allein, meistens in großen Gruppen, oft auch mit Nachwuchs.



Insgesamt haben uns die Gamedrives im Mkomazi viel Spaß gemacht. Wir haben es genossen, die Tierwelt und die schöne Landschaft ganz für uns allein zu haben. Der Park ist riesengroß und nur kleine Teile sind vom Wegenetz erfasst, so daß es vermutlich schwieriger als in den berühmteren Parks im Norden ist, die auch hier vorhandenen Raubkatzen zu finden. Gleichwohl gibt es immer was zu sehen, wenn man einmal die "Bannmeile" rund um das Park-Hauptquartier ausklammert.

Allerdings hat es hier auch unser erstes Zusammentreffen mit der Tsetse Fliege gegeben. Auch wenn die Tsetsefliege zu einem Großteil dafür verantwortlich ist, daß es überhaupt noch Nationalparks in Afrika gibt, fällt es sehr schwer, Dankbarkeit hierfür zu empfinden, wenn das Mistviech erst einmal den Weg ins Auto gefunden hat. Die Bisse sind absolut unangenehm und schmerzhaft, am ehesten vergleichbar mit einer Pferdebremse. Sie gehen durch Klamotten bis hin zum Pullover glatt durch. Es gibt keinen Schutz. Die Folgen, namentlich durch Ausschlag, sind individuell recht unterschiedlich. Sprays unterschiedlicher Marken haben allenfalls einen überschaubaren Effekt auf die Fliege. Dazu sind sie unfassbar robust. Man muß wirklich mehrfach drauf schlagen, um der Fliege den Garaus zu machen. Einzig eine elektrische Fliegenklatsche konnte die Sache bescheunigen. Sie ist allerdings so unförmig, daß man sie (zu) selten in Position bringen kann. Glücklicherweise gibt es sie in Mkomazi nur sehr sporadisch und in der Nacht gibt sie Ruhe.

Wir aber haben noch einen aufregenden Tag im Park vor uns, denn die eigentiche Highlights haben wir noch gar nicht gesehen. Das sollte sich ändern...

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Montag, 6. September 2021, 09:50

Auch wenn die Tsetsefliege zu einem Großteil dafür verantwortlich ist, daß es überhaupt noch Nationalparks in Afrika gibt,
Warum das ?

parabuthus

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Montag, 6. September 2021, 10:11

Die Tsetsefliege hat verhindert, daß sich Menschen in den Gebieten, in denen sie auftritt, dauerhaft ansiedeln. Das kann man gut verstehen, wenn man mal Naherfahrungen mit diesem Biest gehabt hat. Dazu kommt natürlich noch die Übertragung der Schlafkrankheit.

Da dieses Land für Menschen mehr oder weniger "unbrauchbar" war, tat man sich leichter damit, diese Zonen als Naturschutzgebiete oder Nationalparks auszuweisen.

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parabuthus

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Montag, 6. September 2021, 17:41

Mkomazi - Rhino Schutzzone

Ein weiterer für mich ganz entscheidender Grund, Mkomazi aufzusuchen, war der Umstand, daß es in Tansania einer der wenigen Orte - wenn nicht sogar der einzige Ort - ist, an dem man mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit Spitzmausnashörner beobachten kann. Einen Besuch in der Rhino-Schutzzone muß man vorher buchen. Man darf, wie es heißt, eine Stunde bei den Rhinos verbringen. Um die Mission Rhino nicht zu gefährden, fragte ich vorher bei Neema an, für welche Zeit wir den Rhino Besuch panen sollen. Neema meinte, der späte Nachmittag sei optimal. Am Abend zuvor fragten wir noch Emanuel, den Camp-Chef, wie wahrscheinlich es denn sei, daß wir tatsächlich auch ein Rhino zu Gesicht bekommen. Emanuel (auch ein Kumpel von Paul) meinte lapidar: "It is safe... even the wild dogs!" Wie jetzt, Wildhunde gibt es auch???! ?( Und wir werden sie ganz sicher sehen? Das hat natürlich die Erwartungen an unsere Exkursion fast ins Unermessliche gesteigert.

Zunächst gab es aber die üblichen Irrungen und Wirrungen. Wir haben es so verstanden, daß wir uns am Zange Gate einfinden sollen und dort abgeholt werden, um zum Schutzgebiet gebracht zu werden. Tatsächlich aber meinte Neema wohl, daß wir selbst zum Schutzgebiet fahren sollen und dann dort erwartet werden.

Das artete dann erst einmal wieder in Stress aus, da es kurz vor 15.00 Uhr war, wir bis zur Schutzzone 40 km zu fahren hatten - und natürlich die selbe Strecke wieder zurück mußten und um 18.30 Uhr Gate Schluß war. Dementsprechend haben wir Vern ein wenig die Sporen gegeben und sind dann zu dem Ort gefahren, den uns die diensthabende Rangerin genannt hat. Kurz nach 16.00 Uhr trafen wir dort ein.



Zunächst waren es erst einmal Baum-Dassies, die unsere Aufmerksamkeit einfingen.



Dann aber wurden wir von unserem Führer abgeholt.



Dieser fuhr uns zu einer - fast schon militärischen - Sperrzone, die garantiert kein Unbefugter betreten kann, so daß ich ausnahmsweise keine Probleme damit habe, die nun folgenden Bilder zu posten.

Nach Passieren der umfangreichen Einlasskontrollen, brauste unser Fahrer durch die Schutzzone, so daß wir uns schon fragten, wie er denn auf diese Weise ein Rhino finden will. Nach einigen Minuten jedoch endete die wilde Fahrt an einer Art Hide, von dem aus man vom Boden aus ein Wasserloch beobachten kann, an dem besonders nachmittags eben Rhinos eintreffen...



Und da waren sie dann. Rhinos! Erst fünf, dann sogar sieben zur gleichen Zeit!

Wir schlichen in den Bunker-artigen Hide und waren gleich mitten drin im Geschehen.

Die Stimmung war angespannt, geradezu gereizt.



Dem Platzhirsch war es offenbar nicht recht, daß andere Rhinos gleichzeitig zur Tränke wollten. Da gab es immer wieder Scheinangriffe, wildes Schnauben und Quieken. Gelegentlich bekamen auch die sich vordrängelnden Warzenschweine eine verpult...



Durch die Nähe und die absolute Ruhe war es gut möglich, die Interaktion und Kommunikation der Tiere untereinander zu verfolgen.



Die Ranger können die Geräusche übrigens ganz hervorragend nachmachen, so daß die Tiere z.T. auch reagieren. Überhaupt ist es in jeder Sekunde greifbar, wieviel Liebe und Zuneigung die Ranger den Tieren entgegenbringen. Die Tiere kommen teilweise bis auf 1-2 m an den Hide heran.



Der Star ist natürlich das kleine Rhino, welches immer dicht bei Mami bleibt und dann sogar anfängt zu säugen. :love:





Wir haben fast eine Stunde lang gefilmt, fotografiert oder einfach nur geschaut. Es war der Wahnsinn. Man merkt schon, daß die Tiere eigentlich eher Einzelgänger sind, dementsprechend reserviert waren sie untereinander, was immer wieder neue spannende Situationen heraufbeschworen hat.

Die Tiere scheinen doch um einiges komplexer zu sein, als man annehmen könnte. Tansania setzt derzeit sehr viel Ressourcen ein, um das Rhino zu retten und den Bestand wieder deutlich aufzustocken. Der Besuch bei den Rhinos hier im Mkomazi ist erst seit diesem Jahr möglich. Der Park wirbt mittlerweile offensiv mit den Tieren um Besucher. Die Rhinos sind der absolute Stolz der gesamten Mannschaft und von TANAPA. Das Projekt soll sehr erfolgreich sein. Es ist eine Schande, daß solche Sichtungen zur Zeit fast nur noch unter solchen Hochsicherheitsbedingungen möglich sind. Gleichwohl war es ein sehr emotionales faszinierendes Zusammentreffen mit meinen Lieblingstieren. Die Stunde verlief wie im Flug und wir bedauerten sehr, die Rhinos verlassen zu müssen. Auf dem Rückweg haben wir noch eine sehr rührende, wenn auch traurige Situation gesehen. Ein kleines Rhino folgte einem Ranger wie seiner Mutter...



Als wir den Sicherheitstrakt verlassen haben und wieder auf dem Parkplatz waren, fragte unser Führer, ob wir denn nun die Wildhunde sehen wollen. Natürlich!!

Ok. Dann war klar, warum wir die Wilddogs definitiv sehen werden. Sie hielten sich zum Zeitpunkt unseres Besuchs in einer Boma auf. Die Ranger warten noch auf Halsbänder, mit denen die wilden Hunde getrackt werden können. Erst dann sollen sie in den Park gelassen werden. Laut Emanuel soll dies noch im September stattfinden.

Um uns etwas zu bieten, hat man extra mit der Fütterung auf uns gewartet. Der Betreuer der Hunde traute sich tatsächlich mit einem Eimer Fleischbrocken in die Boma und warf sie den Hunden zu. Diese sprangen z.T. erstaunlich hoch, um diese zu packen.





Dann gab es eine Situation, die wir alle als sehr unheimlich empfanden und die uns die Tiere in einem anderen Licht erscheinen lassen.

In einem abgetrennten Bereich wurden zwei Tröge mit einer Hackfleisch-Reis Mischung gefüllt. Dann wurde das Tor geöffnet. Die Hunde stürzten teilweise übereinander her auf das Fleisch, steigerten sich wie in einen Fressrausch rein.



In wirklich wenigen Sekunden war der komplette Trog leergefressen. Nicht nur mir kamen bei dem Anblick sofort die Raptoren aus Jurassic Park vor Augen als wir diese Raserei beobachten.



Wie so oft ist diese Dynamik, diese Raserei, dieses Wüten kaum auf ein Foto zu bannen.

Ich muß gestehen, daß ich die Tiere von nun an mit anderen Augen betrachte. Wildhunde sind faszinierende, ästhetische Tiere, aber sie tragen ihren Namen völlig zurecht und von allen Säugetieren Afrikas möchte ich diesen Tieren unter gar keinen Umständen unvorbereitet oder zufällig außerhalb eines Autos begegnen. Mir läuft es nach wie vor eiskalt den Rücken runter, wenn ich an diese Fressmaschinen in Aktion denke.

Gleichwohl waren wir natürlich dankbar für diesen seltenen Einblick. Wenn die Tiere erst einmal im Park sind, dürfte es ungleich schwerer sein, ihnen zu begegnen. Ich bin nicht sicher, ob TANAPA dann eine Art Wildhunde Tracking anbietet, oder die Halsbänder lediglich zur Forschung und Überwachung nutzt. Ich vermute einmal Letzteres.

Da die Zeit schon weit fortgeschritten war, mußten wir uns mächtig sputen, um vor Gate Schluß am Zang Gate anzukommen.



Wir haben es nicht ganz geschafft... Aber es war niemand böse, da man zum einen damit gerechnet hat, daß wir die Zeit reißen werden und zum anderen hat sich hoher Besuch angekündigt.

Die ganze Staff, von der Köchin bis hoch zu Emanuel war in Aufruhr, da die Granden von TANAPA eingetroffen sind mit ganz viel Lametta auf den Schultern - Damen und Herren übrigens. Offensichtlich wollte man sich ein Bild verschaffen vom Stand der Dinge hier im Park. Da wurde militärisch gegrüßt und ordnungsgemäß Meldung gemacht.

Dank William, der es sich zur allgemeinen Erheiterung nicht nehmen ließ, auch die hohen Generäle zu begrüßen, war die Anspannung schnell verschwunden und alle waren gut drauf. Besonders Emanuel wirkte sehr erleichtet.

Auch für uns war es ein sehr intensiver Tag voller Höhepunkte.

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Dienstag, 7. September 2021, 08:31

Fazit Mkomazi

Ich befürchte (hoffe), daß Mkomazi trotz der Rhinos und der Wilddogs weiter tief im Schatten der westlichen Parks des Northern Circuit stehen wird. Für eine 08/15 Runde ist der Park schlicht zu ungünstig gelegen. Da passt er nicht in den engen Zeitplan. Zudem spricht die von uns so wahrgenommene allgemeine Katzenbesessenheit bei den Game Drives gegen Mkomazi. Diese sind hier zwar vorhanden, aber ungleich schwerer zu finden. Ich wünsche dem Park sehr, daß er sich zu einem festen Ziel auf den Routenplänen der Individualtouristen mausert.

Verdient wäre das allemal. Wir empfanden den Park und seine Möglichkeiten als sehr abwechslungsreich. Letztlich haben wir in den 2 1/2 Tagen auch nur einen kleinen Einblick gewährt bekommen und sind vielleicht 25-30 % des vorhandenen Wegenetz abgefahren. Trotzdem haben unseren Besuch von A-Z sehr genossen und würden gerne wiederkommen. Hoffentlich zieht dann immer noch William seine Runden...





Zwischenspiel

Eigentlich wollten wir von hier aus direkt in den Tarangire fahren. Die Idee hat uns Erika zum Glück ausgeredet. Das wäre wirklich kaum zu schaffen gewesen oder nur mit ganz viel Stress. So sind wir am Vormittag noch eine Runde an den Didima Damm gefahren und anschließend ganz entspannt zurück zur Twiga Lodge getrullert. Unterwegs habe ich bei einem Grillimbiss das erste Mal Ziege (Mbuzi) probiert. Kann ich durchaus empfehlen. Dürfte bei den Einheimischen nach Huhn (Kuku) die am meisten konsumierte Fleischsorte sein.
In der Twiga Lodge konnten wir unsere Aktivitäten nachbezahlen sowie die Gebühren für den PCR Test. Außerdem gelang es dem Service Team, bei Vern das unangenhme Dauerpiepen abzustellen und auch das Quietschen der Bremsen etwas abzumildern. Davon abgesehen ist es ja auch ganz nett hier :) .

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Donnerstag, 9. September 2021, 12:08

Tarangire Nationalpark

Diesen Park haben wir auf unserer Reise 2006 sehr stiefmütterlich behandelt. Unser Guide hat uns damals statt wie vereinbart im Park außerhalb im wirklich sehr schlichten und anspruchslosen Zion´s Camp untergebracht und im Park sind wir auch nur ein paar kleine Schleifen gefahren, da für den Tarangire nur wenig Zeit eingeplant war. Trotzdem haben wir seinerzeit das große Potenzial dieses Parks erkannt und wollten bei dieser Tour mit 3 Übernachtungen einen Schwerpunkt setzen. Wir haben uns über booking.com im Baobab Camp eingemietet, einem Zeltcamp südlich des Tarangire River. Die Bezeichnung Baobab Camp findet man auf keiner Karte. Offiziell heißt der Standort des Camps nämlich Kanga Campsite. Diese Bezeichnung ist auch den Guides und Rangern im Park ein Begriff, falls man das Camp nicht findet. Ist aber gar nicht so schwer.

Wir kamen von der Twiga Lodge erst relativ spät weg, da noch an Vern gewerkelt wurde. Anschließend ging es auch erst einmal recht behäbig weiter, da wir uns einmal quer durch Arusha kämpfen mußten. Das hört sich jetzt schlimmer an, da es in der Tat auch nicht uninteressant war, was man da zu sehen bekam. Das Verkehrschaos hält sich auch in Grenzen. Großstadt halt. Es gibt hier tatsächlich ab und an mal eine Ampel und gern auch mal einen Kreisel. Hinter dem Stadtkern fährt man am Inlandsflughafen vorbei und wenn man den passiert hat, sind die meisten weiteren Fahrzeuge, die in unsere Richtung fahren, fast nur noch Busse, LKW oder eben andere Safarifahrzeuge. Auf der Fahrt zum Mkomazi haben wir Safarifahrzeuge allenfalls sporadisch gesehen.

Gleichwohl hatten wir noch Glück, da am Tag unserer Ankunft im Tarangire lediglich eine Handvoll weiterer Fahrzeuge gleichzeitig ankam. Am Tag unserer Abreise war hier die Hölle los. Der ganze Parkplatz war voller Fahreuge und Menschen. So konnten wir uns ein wenig das vor dem Gate neugebaute Areal anschauen, mit neuen Sanitäreinrichtungen und Souveniershop. Hier habe ich mein einziges Mitbringsel gekauft, ein T-Shirt, mein bevorzugtes Souvenier aus Afrika. Amelie hat sich einen Armreif gekauft und kleine Swahili Sprachhilfen, weil ihr die Sprache gefällt und sie Swahili mit ihren Freundinnen als eine Art "Geheimsprache" verwenden will :rolleyes:

Endlich im Park treffen wir gleich auf eine große Anzahl Gnus, die wir bisher noch gar nicht gesehen haben.



Allgemein sehen wir hier sehr viele Tiere, ob Federvieh (rechts müßte ein Pelikan sein?)...



Rüppels Geier(?)



Ground Hornbills (da bin ich mir mal sicher :D )



und Papa Strauß



...Tiere von nah





(überaus entspannte elefanten hier)

... oder von fern im Tarangire Flußbett





Dann gab es ein wenig Hektik im Auto, denn der Weg zur Kanga Campsite führt laut Karte (und auch nach Erikas Angaben) einfach nur senkrecht entlang der westlichen Parkgrenze. Hierzu müssen wir allerdings den Tarangire River überqueren.

Und so kam es direkt vor den Balkonen der Tarangire River Lodge gleich zweimal zu dem peinlichen Schauspiel als wir versuchten mit Vern das sandige Flussbett zu durchqueren, dann selbst den zum Glück eher wie ein Bach daherfließenden Tarangire zu durchwaten, um dann auf der anderen Flußseite keinen Anschluß zu finden und ratlos wendeten und wieder zurück auf die andere Seite fuhren. Zum Glück ist Vern für extrem sandiges Gelände und auch das Durchwaten kleinerer Wasserläufe wie gemacht, so daß uns wenigstens erspart blieb, bei unserer Irrfahrt auch noch stecken zu bleiben oder gar abzusaufen. Später haben wir erfahren, daß in der ausgiebigen Regenzeit an dieser Stelle die Brücke weggebrochen ist und die Stelle damit unpassierbar war. Wir (, also vorwiegend ich :blush: ) bestanden jedoch auf "wenn das so auf der Karte steht, muß das gehen!" Irgendwann siegte dann die Einsicht, daß es hier nicht weiter geht und wir auf die Mainroad fahren müssen, um zur Brücke über den Tarangire zu gelangen.

Auf eben jener Mainroad bekamen wir einen ersten Eindruck von jener Wellblechpiste, die fortan für den Rest der Reise dominieren wird. Wer schon Erfahrungen mit Wellblech gemacht hat, etwa in der Nxai Pan in Botswana oder auch auf einigen Pisten in Namibia und Südafrika, weiß, daß dieser Art von Unterbau erhebliche Auswirkungen auf das Fahrgefühl hat. Das Fahrzeug wird ordentlich durchgerüttelt, so daß sich mitunter auch Teile lösen können (dazu später mehr). Für den Fahrer besteht die Herausforderung, die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten, es vor allem auf der Straße zu halten. Für alle Insassen sinkt der Fahrkomfort durch die Rüttelei spürbar ab. Durch den Lärm, vorwiegend das Klappern von Vern, kann man sich im Grunde nur noch brüllend verständigen. Leider ist auf ganz vielen strategisch wichtigen Strecken hier im Tarangire, vor allem aber in der Ngorongoro Conservation Area und der Serengeti eben dieses Wellblech sehr ausgeprägt, so daß man sich mit diesen Umständen arrangieren muß, so schwer das auch fällt. Diese Unannehmlichkeiten haben uns jedoch immer wieder dazu verführt, kaum benutzte Nebenstrecken zu wählen, was sich nicht selten als Glücksfall entpuppt hat...

Verbannt auf die Mainroad gab es den Nebeneffekt, daß wir zu einigen Abstaubern kamen im Hinblick auf Katzensichtungen, wenn auch mit wechselnden Sichtverhältnissen und meist recht viel Gesellschaft...

Die ersten Löwen mit Welpen...



... die zweiten hätten wir wohl allein nicht gesehen...



... diese Lady hingegen schon, lag sie doch direkt neben unserem Auto :thumbup:



Gleich drei Löwensichtungen bei der Anreise! 2006 haben wir hier nicht eine einzige Katze gesehen. Da auch die anderen Tiere in großer Anzahl vorhanden waren, stand zumindest fest, daß wir vom Timing her beim Tarangire genau richtig lagen.

Das letzte Foto entstand schon bei Einbruch der Dämmerung, zum Glück ziemlich in der Nähe unseres Camps, zu dem es nun hingehen soll...

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Donnerstag, 9. September 2021, 12:58

Hallo Christian,
Ach wie schoen - ich moechte auch gern mal nach Tanzania! Vielen Dank :danke: fuer's Berichten!

Zitat

Allgemein sehen wir hier sehr viele Tiere, ob Federvieh (rechts müßte ein Pelikan sein?)...


Das ist ein Yellow-billed Stork. Er sitzt auf seinen Haxen, deshalb sieht es so aus als ob er kurze Beine haette... 8o

Aufgrund des sehr starken Schnabels, dem schwarzen Ruecken und den Weissen "Hosen" tippe ich auf einen Lappet-faced Vulture.

Freue mich auf die Fortsetzung!
Liebe Gruesse
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Donnerstag, 9. September 2021, 13:01

Toll, gleich Löwen! :thumbup:

Ins Baobab Camp wollten wir eigentlich auch, aber Erika hatte uns davon abgeraten, da man den Fluss dafür queren muss und wenn einem das nicht gelingt, erstatten die nix. Allerdings war es bei unserem Besuch viel grüner und der Flusspegel war viel höher.

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Donnerstag, 9. September 2021, 14:50

Ach wie schoen - ich moechte auch gern mal nach Tanzania!

Das würde sich für euch beide schon allein wegen der vielen Vögel lohnen, die in SA nicht vorkommen.


Das ist ein Yellow-billed Stork. Er sitzt auf seinen Haxen, deshalb sieht es so aus als ob er kurze Beine haette... 8o

Aufgrund des sehr starken Schnabels, dem schwarzen Ruecken und den Weissen "Hosen" tippe ich auf einen Lappet-faced Vulture.

Auf den Stork hätte man kommen können. Der Lappet-Faced war Tip Favorit Nr.2. Knapp vorbei... aber ein paar gefiederte Freunde kommen noch und die bisherigen waren in deinem Garten bisher noch nicht vorgekommen ;) . :danke: für die Bestimmung.

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Montag, 13. September 2021, 08:27

Tarangire - Baobab Tented Camp

Ich kann es zumindest soweit vorwegnehmen - was Atmospähre und Flair angeht, war das Baobab Camp das schönste Camp in unserem Urlaub. Wir können es unbedingt weiter empfehlen.

Wenn man die von der Nord-Süd-Trasse die Abzweigung zum Kanga Camp genommen hat, fährt man noch etwa 2 km durch recht abwechslungreiche Landschaft, Wir mußten ein wenig aufs Tempo drücken, da bereits die Dämmerung einbrach. Wir wurden von Eric erwartet und begrüßt, der hier vor Ort wohl den Hut aufhat. Das Finanzielle regelten wir, indem ich per Telefon im Office der Company die Kreditkartenzahlung freigab. Hat gut funktioniert.

Das Camp selbst besteht aus 2 längeren Zeltreihen und einem größeren Gemeinschaftszelt an zentraler Stelle, in dem sich Restaurant und Bar befinden. Die Zelte wirken ein wenig wie an der Perlenkette aufgezogen...



... was ich jetzt nicht so schlimm fand, da wir tagsüber eh gefahren sind und man abends in der Dunkelheit kaum etwas von seinen Nachbarn mitbekam.

Wir hatten ein Familienzelt.



Das Zelt hatte eine für unsere Konstellation ideale Aufteilung. Links und rechts außen waren je ein Bad mit Toilette und Dusche. Jeweils daran angrenzend war der Schlafbereich.



Zentral und somit die beiden Bereiche trennend war eine Art Wohnzimmer.



Es ist tatsächlich größer als es auf den Fotos wirkt. Es gibt auch ausreichend Stauraum für viele Taschen, so daß nichts im Weg steht.

Wir wurden dazu angehalten, nach Einbruch der Dunkelheit mit einer Taschenlampe zu wedeln, wenn wir zum Restaurant abgeholt werden. Diese Regel wurde zumindest für uns relativ schnell aufgehoben, da wir eigentlich andauernd etwas vergessen hatten :rolleyes: und öfter hin und her mußten.

Das Gemeinschaftszelt war recht rustikal eingerichtet, aber völlig ausreichend.



Tatsächlich haben wir es bei drei Übernachtungen ein einziges Mal geschafft, vor Einbruch der Dämmerung im Camp einzutreffen und ein wenig im Gemeinschaftszelt zu spielen. Man achte auf die Elefanten im Hintergrund...

Bier wurde zu einem mehr als fairen Preis von etwa 2,50 € verkauft. Am ersten Abend waren zum Dinner noch 5 Tische besetzt, was den Vorteil hatte, daß es Buffet gab. An den anderen beiden Abenden waren erst noch zwei Tische besetzt, dann waren wir sogar ganz allein. Das Essen wurde nun direkt auf dem Teller angerichtet aus dem Küchenzelt gebracht. Das gefiel uns nicht ganz so gut, da es doch teilweise ein ziemlicher Mischmasch auf dem Teller war. Insgesamt war das Essen aber gut, insbesondere gab es recht originelle Lunchpakete mit viel Pasta. Zum Frühstück wurde für die deutschen Gäste Nutella gereicht, wir waren jedoch bereit, mit den ein wenig neidischen französischen Gästen brüderlich zu teilen ;)

Mit dem sehr jungen Personal, alle deutlich unter 30, haben wir auch viel Spaß gehabt. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Preislich war das Camp zumindest für die Lage im Park eher in der Kategorie Schnapper. Ohne NP Gebühren haben wir als Gruppe für 3 Nächte etwa 1.700 US$ gezahlt.



Nachts war einiges los im Camp. Leider ist es nicht so einfach, gute Bilder hin zu bekommen, aber es kamen regelmäßig Elefanten, Hyänen und Genet dicht an die Zelte ran. Einmal war ein kleine Elfant ziemlich nah.



Wir hatten schon ein wenig Sorge, ob das Mami so gefallen würde. Die trat aber zum Glück nicht auf den Plan und der Kleine dampfte wieder ab...

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Montag, 13. September 2021, 09:54

Lieber Christian,

Mit etwas Verspätung steige ich sehr gerne bei Euch mit ein und begleite Euch durch Tansania.
Wir sind vorgestern aus Namibia zurückgekommen und ich bin noch ganz im Afrika Modus, plane in Gedanken schon das nächste Ziel, da kommt Euer Bericht natürlich wie gerufen.
Klasse, dass Ihr den Mut hattet diese Reise durchzuziehen, weiss ich doch um deine Bedenken wegen Selberfahrens in Tansania.

Tolle Erlebnisse hattet ihr ja schon bis jetzt, mal sehen was da noch so kommt :D

LG
Barbara

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Montag, 13. September 2021, 20:39

Hallo Barbara,

ja, mir fällt es auch immer sehr schwer, mich von Afrika mental zu lösen. Ich hoffe, ihr hattet trotz des spontanen Wechsels der Location eine tolle Reise und lasst uns demnächst virtuell teilhaben.

Klasse, dass Ihr den Mut hattet diese Reise durchzuziehen, weiss ich doch um deine Bedenken wegen Selberfahrens in Tansania.


Diese Bedenken haben sich glücklicherweise weitgehend zerstreut. Das führt dazu, daß Namibia bei uns wenigstens ein Jahr nach hinten rutscht, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht wieder einmal komplett ändern sollten.

Mit den Planungen ist das ja derzeit so eine Sache, aber nächstes Jahr werden wir voraussichtlich eine Tour durch mehrere Länder im südlichen Afrika machen. Im Moment gibt es da aber noch viele ungelöste Probleme. 2023 hoffe ich auf eine Rückkehr nach Tansania - als Selbstfahrer natürlich und mit ein wenig mehr Wagemut. Die Planungen laufen bereits...

Bis dahin schwelge ich weiter in Erinnerungen...

LG

Christian

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toetske (13. September 2021, 21:17)

parabuthus

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Montag, 13. September 2021, 21:48

Tarangire Game Drives

Durch unseren günstigen Startpunkt sind wir besonders morgens noch ziemlich allein auf der Piste. Das gab die Gelegenheit für einen Fahrertausch. Vern und ich wurden ziemlich schnell Freunde, so daß ich mich in der Folge täglich abwechselte mit meiner Frau.

Neben vielen Säugetieren findet man im Tarangire auch viele sehr attraktive Vögel. Jetzt bin ich ganz sicher auf Hilfe angewiesen, aber ich versuche es mal.

Tawny Eagle?



Long Crested Eagle ?



Hier ist gut was los. White Backed Vulture? Marabou und Yellow Billed Stork.



Sekretär



Ground Hornbill -diesmal ohne ground



Zur Auflockerung 2 Wasserböcke und ein kreuzendes Zebra





Man könnte meinen, es ist die Mara Durchquerung. Dabei ist es nur ein schnödes Wasserloch.



Kleine Tiere...



... und ihre Jäger. Nicht besonders schön zu sehen, aber gefreut haben wir uns dennoch.



Vertreter der Big 5 hinterlassen ihre Visitenkarte...





Elefanten sieht man eigentlich ständig.



Zurück zu den Vögeln. Red billed Hornbill?



Mama Strauß



Eine besondere Attraktion ist der hohle Baobab.



Glücklicherweise klettert hier ständig wer rein, so daß es unwahrscheinlich ist, böse Überraschungen zu erleben...



Um den Gedanken weiter zu führen - Reptilien haben sich äußerst rar gemacht. Bis auf ein Krokodil, eine Minischlange und ein paar kleine Eidechsen Fehlanzeige. Schlangen sind ja immer so eine Sache, aber wir hätten gerne ein paar afrikanische Pendants von Luna und Clarissa, unseren griechischen Landschildkröten, gesehen... Keine Ahnung, ob das an der Jahreszeit lag.

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parabuthus

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Dienstag, 14. September 2021, 17:24

Tarangire Game Drives II

Der Park verfügt über zwei Picknick Sites, die jeweils auf einer Anhöhe liegen und damit schöne Aussichten auf das Tarangire Flußbett ermöglichen, während man die Lunchboxen futtert.







Picknicksites geben natürlich auch immer eine gute Gelegenheit für schöne Bird Motive



Selten haben wir so viele (nahe) Begegnungen mit Sekretären gehabt wie hier, teilweise mit bis zu vier Vögeln gleichzeitig.



Nicht ganz so oft findet man im Tarangire Elands.



Der Tarangire war deutlich trockener als etwa der Arusha NP. Dementsprechend fanden sich viele Tiere an den Wasserlöchern ein. Erstaunlich, wie viele unterschiedliche Arten gleichzeitig.



Ich habe noch nirgendwo gesehen, daß Zebras und Gnus am Wasserloch bis zum Hals eintauchen, um zu baden.



Da wollen natürlich die Chefbader nicht nachstehen...



Das Impala auf dem Hügel hat uns gut gefallen...



... genau wie diese schöne Versammlung am Tarangire.



Den Höhepunkt aber gab es am letzten Tag. Ein Fahrer hielt uns an und beschrieb, wo wir Löwen im Baum finden können. Tatsächlich waren sie auch noch da.



Dadurch, daß die drei Löwen vermutlich über Stunden auf dem Baum verweilten, hielt sich der Andrang anderer Fahrzeuge in Grenzen.



So hatten wir Lust, ein wenig länger zu bleiben...



... auch wenn nicht wirklich viel passierte.



Nicht die legendären Baumlöwen vom Lake Manyara, aber im Tarangire nehmen wir sie auch gerne mit. Schon ein Gänsehautmoment :love: .


Fazit Tarangire:

Wir waren vom Tarangire begeistert. Unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen. Das mag vor allem daran gelegen haben, daß wir nach Ansicht der Guides und Camp-Angelstellten den optimalen Zeitpunkt für den Besuch erwischt haben. Die Migration, die hier ja auch stattfindet (wenn auch in kleinerer Form), hatte ihren Höhepunkt erreicht.
Der Park war proppevoll mit allen möglichen Tieren. Wir mußten nie lange fahren, um irgend etwas Spannendes zu sehen. Elefanten gibt es hier ohnehin immer in großer Zahl, die sind eine sichere Bank. Katzensichtungen haben wir hier gar nicht einkalkuliert und wurden insofern angenehm überrascht, auch wenn wir fairerweise einräumen müssen, diesbezüglich sehr von anderen "Findern" profitiert zu haben. Klar gibt es bei solchen Sichtungen auch mal eine größere Ansammlung von Fahrzeugen. Es war aus unserer Sicht aber noch vertretbar.
Unabhängig von unseren guten Tiersichtungen genossen wir natürlich auch die landschaftliche Schönheit mit den vielen Baobabs und dem Tarangire Flußbett, wodurch man häufig einen Perspektivwechsel hatte.
Obwohl wir schon einiges an Strecke südlich des Tarangire abgefahren sind, haben wir an drei Tagen kaum 1/3 des Parks gesehen. Auch wenn es zu Beginn dieses Problem mit der zerstörten Brücke gab, stimmen im Tarangire Park die tatsächlichen Gegebenheiten ziemlich genau mit den gängigen Landkarten überein, so daß die Navigation und Orientierung recht einfach war. Leider änderte sich das in den folgenden Parks.

Mit dem Baobab Tented Camp haben wir einen echten Glücksgriff gehabt. Hier hat schon verdammt viel gepasst. Ich bin ja nicht so ein Freund von Wiederholungen, kann mir aber nur schwer vorstellen, daß bei einem erneuten Besuch ein anderes Camp das Baobab Tented Camp ausstechen kann, besonders wenn das Preis-/Leistungsverhältnis herangezogen wird.

Einziger negativer Aspekt war einmal mehr die Tsetsefliege, mit der wir in diesem Urlaub hier am stärksten zu tun hatten. Damit kann (muß) man aber leben.

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Dienstag, 21. September 2021, 08:38

Africa Glamping Manyara Safari Lodge

Wir verlassen den Tarangire Park und kommen auf der Rückfahrt noch einmal am Zions Camp vorbei, wo wir 2006 übernachtet haben. Was für ein Kontrast zum Baobab Tented Camp!



Heute geht es zum Lake Manyara. Die Fahrt bis Mto Wa Mbu (Fluss der Mücken) dauert nur 1 1/2 Stunden, so daß wir beizeiten im nächsten Camp, der Africa Glamping Manyara Safari Lodge sind.

Die Anfahrt ist wieder ein wenig tricky, was wir wieder als positives Omen sehen. Wir fahren durch Wohngebiete am Rand von Mto Wa Mbu und stehen plötzlich und unerwartet am Gate der Lodge. Zunächst gab es ein paar Probleme, unsere Buchung zuzuordnen. Diesmal sind wir allerdings sehr entspannt, da es in der Umgebung eine sehr große Auswahl an Alternativen gegeben hätte. Letztlich geht aber alles gut. Das Camp ist ziemlich groß und kann eine Menge Gäste aufnehmen. Das könnte in der Hauptsaison ein Problem werden und zu Lasten der Atmosphäre und der Ruhe gehen. Zum Glück sind während unseres Besuches nicht allzu viele Gäste hier. Das ist insofern erfreulich, weil uns das Camp nämlich insgesamt sehr gut gefällt. Man könnte Räder ausleihen, es gibt einen Fitness Bereich und - endlich - auch einmal einen guten Pool.

Alles ist sehr nett angelegt.



Der Pool ist diesmal sehr einladend...



... da können wir gar nicht widerstehen. Nach 3 Tagen Nationalpark tut so eine Erfrischung gut.



Durch Nadines Bericht haben wir ja bereits eine Ahnung bekommen, daß der Pegel des Lake Manyara sehr hoch gestiegen ist. Vor Ort wirkt das ungleich dramatischer. Durch einen der sehr freundlichen Staff-Mitglieder erfahren wir, daß das Camp durch die Starkregen vor 2 Jahren regelrecht abgesoffen ist. Noch immer stehen Teile des Camps unter Wasser. Dies hier ist das Restaurant, in dem Frühstück und Dinner serviert wird...



Mit notdürftig errichteten Wällen und Mauern wird versucht, das Wasser fern zu halten, was leider nicht immer klappt...



Das Bild ist aus dem Restaurant heraus gemacht worden. Während die Ladys noch trockenen Fußes die Toilette errichen können, gibt´s für die Gents nasse Füsse. :whistling:

Einige Gebäude sind noch immer vollständig von Wasser umschlossen. Trotz allem ist das Camp (wieder) voll einsatzbereit. Es gibt leckeres Buffet Essen, die Köche sind engagiert und mit Freude dabei. Der Service ist sehr gut.

Nach dem Dinner gibt es die Möglichkeit, an die kleine Bar weiter zu ziehen oder unter dem Schutz von Massai Kriegern am Lagerfeuer zu sitzen. Hier haben wir sehr nette Gäste aus Mexiko kennen gelernt. Kommt auch nicht so oft vor...

Richtig gut gefallen haben uns die Unterkünfte. Es sind Safari Zelte, die auf einem festen Fundament stehen mit gemauertem Sanitär Bereich. Eine perfekte Mischung aus Komfort und Safari Feeling - Glamping eben.





Was leider nicht auf den Bildern zu sehen ist, ist der Ausblick. Der geht über einen kleinen Zaun direkt in den Park auf eine Grasebene, auf der ständig große Mengen von Gnus und Zebras grasten, so daß man vor dem Zelt sitzend Tiere beobachten konnte.

Aber nicht nur hinter dem Zaun gab es Tiere zu bestaunen...



Nachts patrollieren die Massai und schauen, daß alles in Ordnung ist.


Fazit Africa Glamping Manyara Safari Lodge

Zunächst einmal: Das Konzept Glamping gefällt uns als Abwechslung zu den teilweise spartanischen Anlagen in den Nationalparks durchaus mal. Besonders Amelie hat sich hier sehr wohl gefühlt, was kein Wunder ist, da es für sie hier sehr viel Abwechslung gab vom manchmal etwas eintönigen Safarialltag. Das Camp ist darüber hinaus ein gutes Beispiel, daß es auch gute Unterkünfte am Parkrand geben kann. Das hat natürlich gerade in Tansania auch ganz erhebliche finanzielle Konsequenzen, da keine Nationalparkgebühren für das Camp anfallen und auch der Grundpreis deutlich unter dem liegt, was im Park abgefragt wird. Das schont das Budget. Da man den Park vom Camp ja auch sieht, muß man nicht zu viele Abstriche machen.
Nachteilig könnte sich aber die Größe des Camps auswirken. Wir haben festgestellt, daß wir hier als Selbstfahrer eher untypisch waren und das Camp häufig von größeren Gruppen angefahren wird. Da das Camp aber sehr weitläufig ist, lässt es sich schwer abschätzen, wie sich das auswirken könnte.
2006 waren wir in Mto Wa Mbu in der bekannten Twiga Lodge, die bei den gleichen Nachteilen bei weitem nicht über die Vorteile dieses Camps verfügt, so daß ich die African Glamping Manyara Safari Lodge für die deutlich bessere Wahl halte.

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