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Wgo

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Montag, 22. November 2021, 11:41

Thonningii – Ohange Lodge

18. OKTOBER 2021

Zum ersten Mal auf dieser Reise schlafen wir „lange“. Es ist tatsächlich schon 8 Uhr, als wir aufstehen und zum leckeren Frühstück ins Hauptgebäude der Lodge gehen. Danach bleiben wir vor dem Gebäude sitzen und schauen zu, wie viele verschiedene Vogelarten sich an einer kleinen Tränke laben. Namaspechte, Kardinalspechte, Buntastrilde, drei verschiedene Taubenarten, Tokos und einige andere Arten mehr lassen sich blicken.


Buntastrild


Namaspecht

Gegen 11 Uhr machen wir uns auf den Weg in die nahe gelegene Ortschaft Otavi und kaufen in einem Supermarkt Verpflegung – vor allem Getränke – für die nächsten Tage im Etosha Nationalpark ein. Danach wird die Versorgung zunehmend schwieriger werden. Also sollten wir heute und morgen alles Notwendige „an Bord“ nehmen.

Nach dem Einkauf fahren wir zur Thonningii Wynekelder, einem der sechs (!) Weingüter Namibias. Wir wissen recht gut, was uns erwarten wird, denn auch 2020 waren wir schon dort und haben die Thonningii Weine probiert. Etwas überrascht waren wir, als Leylani uns erzählt, dass Gilmar, ihr Bruder, nicht mehr winemaker auf Thonningii ist, sondern dass sie das nun selbst macht, weil ihr Bruder sich jetzt ausschließlich um sein eigenes Weingut kümmert und sie somit mit Thonningii auf sich alleine gestellt ist. Und sie macht es gut! Sehr gut sogar, denn ihre Weine schmecken uns ausgezeichnet. Die Vesperplatte, die sie uns nach der Probe zum Lunch aufträgt, ist der absolute Hammer. So gut haben wir in Namibia bisher noch nicht gegessen. Alles war von höchster Qualität, raffiniert zubereitet und äußerst schmackhaft. Nach 3 Stunden Weinprobe, Lunch und sehr guten Gesprächen verlassen wir das Weingut mehr als satt und mit den allerbesten Eindrücken. Schön, wieder hier gewesen zu sein und die Entwicklung mitzubekommen, die das aufstrebende Weingut nimmt.


Rebzeilen des Weinguts Thonningii






Namibischer Sekt!!!





Nun fahren wir wieder 20 Minuten, um zurück zu unserer Lodge zu kommen und dort erst einmal einen Kaffee zu trinken. Den obligatorischen Kuchen lassen wir heute weg. Während des Kaffeetrinkens auf der Veranda der Lodge beobachten wir eine Elenantilope, die dabei ist, ihr Revier zu markieren. Die fünf Hunde der Lodge leisten uns Gesellschaft, sind aber sehr unaufdringlich und bestens erzogen.


Elen

Gemeinsam mit einem Guide und einer illustreren Gruppe von Vertretern einer nahegelegenen Kupfer-Miene und Investoren aus USA und Canada, die auch in Ohange logieren, begeben wir uns auf den Sundowner Walk, eine kleine Wanderung, die auf einem Aussichtsberg ganz in der Nähe der Lodge endet, von wo aus man ein unbeschreiblich schönes 360-Grad-Panorama genießt. Der Sonnenuntergang an diesem magischen Ort ist etwas ganz Besonderes. Den werden wir so schnell nicht vergessen! Zurück in der Lodge erwartet uns bereits das Dinner unter dem Sternenzelt. Unter freiem Himmel wurden Tische und Stühle ums Lagerfeuer aufgebaut. Es gibt auch heute ein leckeres Abendessen mit drei Gängen. Dazu eine Flasche Porcupine Ridge Merlot von Boekenhoutskloof. Ein perfekter Ausklang dieses schönen Tages.










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Wgo

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Freitag, 26. November 2021, 11:30

Etosha Nationalpark I

19. OKTOBER 2021

Heute fahren wir in den Etosha Nationalpark, eines der größten Schutzgebiete Afrikas und einer der Touristenmagnete und Highlights Namibias. Etosha ist etwas größer als das Bundesland Hessen und ist die Heimat großer Herden von Zebras, Gnus, Giraffen, Elefanten und verschieder Antilopenarten. Darüber hinaus gibt es hier tausende Löwen, Geparden, Leoparden und anderen Großkatzen. Ganz zu schweigen von allen anderen Tierarten, die hier zahl- und artenreich anzutreffen sind.

Wir hatten geplant über das Anderson Gate im Süden in den Park zu fahren, da es vor Kurzem im Ostteil – wie schon letztes Jahr – sehr große Brände gegeben hatte. Kurz vor dem Abflug las ich in der AZ, dass 25% des Etosha NP verbrannt seien. Für das Ökosystem ist das normal bzw. sogar erforderlich, aber es macht wenig Freude stundenlang durch verbrannte Savanne zu fahren. Den Plan, den Ostteil des Parks auszulassen, haben wir nach einigen Gesprächen mit Urlaubern, die gerade aus der Etosha kamen, verworfen. Es sei durchaus attraktiv und lohnend die Tour durch das Parkgate im Osten zu beginnen.

Für uns heißt das nun, dass wir um ca. 8 Uhr von der Ohange Lodge abreisen, einen kurzen Einkauf in Tsumeb einschieben und gegen 10:30 Uhr den Etosha NP erreichen. Bis zu unserem Camp im Park sind jetzt noch 135 Kilometer zurückzulegen. Wie viel schöner das ist, als „außen herum“ zum Südtor zu fahren, werden wir in den nächsten Stunden erfahren.

Keine Minute im Park, läuft uns schon ein Elefant über die (hier noch asphaltierte) Fahrbahn. Das ist mal ein Auftakt! Und es vergeht keine Stunde und wir sichten die lang ersehnten Großkatzen. Unter dem Schatten eines Baums liegen zwei Geparden. Wenig spektakulär, aber immerhin eine Geparden-Sichtung! Und es geht toll weiter: große Herden von Zebras, Gnus, Springböcken säumen die pad.




Sekretär - ganz nah





Und unsere Wunsch-Sichtung-Nummer-1 „Löwen“ wird wahr. In der Nähe von Springbokfontein sichten wir ein Pärchen Löwen, ein Männchen und eine Löwin ebenfalls unter einem Baum ruhend, wobei hohes Gras die Sicht beeinträchtigt. Aber immerhin: eine Löwen-Sichtung!. 2020 kam uns keine einzige Großkatze vor die Linse und heute sind es in den ersten Etosha-Stunden schon vier. So kann es weitergehen.





Angesichts der langen Distanz, die wir heute im Park zurücklegen müssen, bleiben wir weitestgehend auf der „Hauptstraße“ und fahren mit bis zu Tempo 50 km/h in den Bereichen, in denen wir keine Tiere vermuten. Immer wieder sichten wir die „üblichen Verdächtigen“ (Zebras, Springböcke, Gnus und Giraffen). Die Elefanten hier in Etosha sind nicht nur riesig, sondern auch so hellgrau, dass sie fast weiß wirken. Sie bewerfen sich zum Schutz vor der Sonne mit dem hellen kalkhaltigen Staub und so entstehen die "weißen Riesen". Wenn sie ruhig dastehen, wirken sie fast wie Marmor-Statuen.













Als wir in Okaukuejo ankommen, buchen wir einen nightdrive, der um 19 Uhr beginnt. Es bleibt ausreichend Zeit ans Wasserloch des Camps zu gehen und danach einen Salat zuzubereiten und Boerewors zu braten.


In Okaukuejo eingetroffen

Beim night drive leuchtet der Fahrer des Safari-Jeeps mit Rotlicht die Umgebung aus und findet auf der 2-stündigen Fahrt das eine oder andere Tier. Wir als „erfahrene“ Pirschfahrer können uns nicht für jedes Gnu und jeden einzelnen Springbock begeistern, aber als der guide uns am Wasserloch Gemsbokvlakte Löwen zeigt, die an einem Rhino-Kadaver fressen, sind wir begeistert. Und die wichtigste Information erhalten wir auch: er meint, die Löwen werden auch morgen früh noch an Ort und Stelle sein. Also ist unser morgiger Plan klar.

Am Wasserloch Nebrownii werden wir Zeuge eines grausamen Schauspiels. Ein Nashornbulle versucht ein junges Nashorn zu töten, weil er davon ausgeht, dass er nicht der Erzeuger dieses Nachwuchses ist, sondern ein anderer Bulle. Das ist – laut unserem guide – eine typische Verhaltensweise von Nashörnern. Es ist erschreckend anzuschauen, wie der Bulle das Kalb jagt, versucht es mit seinem Horn umzuwerfen und alles daransetzt, das Jungtier zu töten. Die flehentlichen Schreie des Kalbs rufen die Nashornmutter auf den Plan, aber man sieht, dass sie keine Chance hat, das Kalb gegen den mordlustigen Bullen zu verteidigen. Der tobende Nashornbulle kommt unserem Safarifahrzeug immer näher, so dass der guide sich nicht traut, länger am Ort dieses grausamen Schauspiels zu bleiben. Die Gefahr, dass wir vom rasenden Bullen gerammt werden, scheint ihm zu groß. (Vielleicht will er aber auch nur zeitig zurück ins Camp).

Wieder zurück im Restcamp trinken wir nach dem Schreck noch einen Absacker und fallen bald in tiefen Schlaf.

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Freitag, 26. November 2021, 11:33

Was trinkt Deine Frau denn da - Clausthaler? ?(
'


*** Wenn du nicht mehr weißt, wohin du gehen sollst, halte inne und schau zurück, woher du gekommen bist. (Sprichwort aus Afrika) ***

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Wgo (26. November 2021, 11:35)

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Freitag, 26. November 2021, 11:42

Ich fürchte, das hast du richtig erkannt. :D
Es war tatsächlich ein Clausthaler Grapefruit alkoholfrei.
Halten wir ihr zugute, dass es früher Nachmittag war und große Hitze herrschte.

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Freitag, 26. November 2021, 12:31

Soll doch jeder trinken was ihm schmeckt. :wine: :beer: :wine: Meine Frage bezog sich eher auf: Habt ihr das mitgebracht oder gibts das in Namibia?
'


*** Wenn du nicht mehr weißt, wohin du gehen sollst, halte inne und schau zurück, woher du gekommen bist. (Sprichwort aus Afrika) ***

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toetske (1. Dezember 2021, 01:41)

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Freitag, 26. November 2021, 12:42

Etosha II - Frühstück mit Löwen

20. OKTOBER 2021

Unser Wecker klingelt um 5:50 Uhr. Der Himmel ist stark bewölkt. Es ist 21 Grad warm. Das Gate des Restcamps öffnet heute um 6:20 Uhr mit Sonnenaufgang und wir wollen keine Minute versäumen, denn am frühen Morgen gibt es die besten Sichtungen.

Und so ist es auch: wie gestern vom guide der Nachtsafari angeraten, fahren wir zum Wasserloch Gemsbokvlakte, wo wir gestern Nacht die Löwen gesehen hatten. Und heute sehen wir sie in aller Pracht und bei Tageslicht. Zwei Männchen, zwei Muttertiere, vier Junge! Es ist herrlich anzusehen, wie sich die Löwen rund um den Nashornkadaver bewegen. Ein Männchen liegt stoisch da und bewacht den wertvollen Nahrungsmittelvorrat. Er wäre bereit, ihn gegen die verschiedensten „Mitesser“ zu verteidigen, die sich hier mittlerweile eingefunden haben: eine braune Hyäne, mehrere Tüpfelhyänen, zahllose Schakale und einige Geier sind schon auf den Plan gerufen. Aber bis auf Weiteres sind die Löwen am Zug und keines der anderen Tiere wagt sich zu nahe an das tote Nashorn heran. Wir verbringen eine Stunde an dieser Stelle, verzehren nebenbei unser gestern Abend gerichtetes, karges Frühstück, sind aber überglücklich über diese hervorragende, beeindruckende Sichtung.














Um die Leser nicht mit langweiligen Aufzählungen der weiteren Sichtungen zu langweilen, fassen wir einfach kurz zusammen: in der Zeit bis 13 Uhr – denn so lange blieben wir heute draußen – sehen wir Herden von Zebras und Antilopen, ganz in der Art, wie es für die Etosha typisch ist. Wir freuen uns über interessante Vögel, darunter auch einige Erstsichtungen.











Zurück im Camp tauchen wir in einen der drei recht schönen Pools ein und lesen im Schatten eines Sonnenschirms in unseren Büchern und regeln aus der Ferne einige Dinge in der Heimat. Bei knapp unter 30 Grad lässt es sich heute gut aushalten. Gegen 16 Uhr brechen wir zu einem kurzen Trip in den Parkteil nördlich von Okaukuejo auf. Kurz zusammengefasst: Wenig Tiere – viel Landschaft. Vor allem der Blick über die große Salzpfanne beim abendlichen Licht fasziniert uns sehr. Es ziehen Gewitterwolken auf, was die Landschaftseindrücke noch intensiver werden lässt.








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Freitag, 26. November 2021, 12:50

Etosha II - Frühstück mit Löwen

Hallo Bär,

>>> Habt ihr das mitgebracht oder gibts das in Namibia?

Auf die Idee, Clausthaler nach Namibia mitzunehmen wären wir nicht gekommen. ;)
Das haben wir dort im Supermarkt entdeckt. Darüber waren wir nicht mal besonders überrascht,
weil es dort ja viele deutsche Produkte zu kaufen gibt.

Schmeckt gar nicht mal schlecht ...

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Dienstag, 30. November 2021, 09:29

Reisebericht fortführen?

Ich habe darüber nachgedacht, unseren RB (erst mal) nicht weiterzuschreiben.
Wenn ich lese, wie es den Reisenden geht, die gerade in SA sind/waren, ihre
Reise abbrechen mussten, wenn ich lese, wie Reisepläne und Träume platzen, dann
kann ich mir gut vorstellen, dass gerade niemand so richtig Lust verspürt,
einen aktuellen RB zu lesen.


Ich habe in mich gehört und mich gefragt, ob es sich falsch
anfühlt, mit Freude und Begeisterung über unsere schöne Zeit in Namibia zu
berichten, während andere bemüht sind, die Reiseabbrecher zu unterstützen und während
wiederum andere Flüge canceln und Stornos schreiben.


Ich habe größtes Mitgefühl mit allen, die von der aktuellen Pandemielage
hart getroffen wurden – natürlich nicht nur, was das Reisen betrifft. Und ich bin
überglücklich, dass wir auch dieses Jahr reisen konnten, und dass die Mutante
nicht 3, 4 Wochen früher auftrat, denn sonst wären WIR diejenigen gewesen, die um
einen Rückflug hätten bangen müssen und in Quarantäne gegangen wären.


Nach einigem Nachdenken komme ich aber zu dem Entschluss,
jetzt einfach trotz allem, unseren RB fortzuführen. Vielleicht gibt es doch einige,
die auch in diesen schwierigen Zeiten Freude daran haben, ihn JETZT zu lesen. Ansonsten
bleibt der Bericht dem Forum ja erhalten und wird zu einem späteren Zeitpunkt interessant,
wenn uns Corona nicht mehr unsere Pläne durchkreuzt und Reisen zum „Glücksspiel“
macht. Ich hoffe, dieser Zeitpunkt lässt nicht allzu lange auf sich warten.


Es scheint ja auch Südafrikafans zu geben, die noch nie im Nachbarland
Namibia waren und sich auf dem Wege dazu inspirieren lassen, diesem tollen Land
einmal einen Besuch abzustatten …

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maddy

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29

Dienstag, 30. November 2021, 09:49

Nach einigem Nachdenken komme ich aber zu dem Entschluss,
jetzt einfach trotz allem, unseren RB fortzuführen. Vielleicht gibt es doch einige,
die auch in diesen schwierigen Zeiten Freude daran haben, ihn JETZT zu lesen.


Eine gute Entscheidung, vielen Dank!

Gruss aus Sodwana
Maddy

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toetske

oorbietjie

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Mittwoch, 1. Dezember 2021, 02:00

Hallo Wolfgang,

trotz allem, unseren RB fortzuführen

Das ist genau die richtige Entscheidung 8o

Es scheint ja auch Südafrikafans zu geben, die noch nie im Nachbarland Namibia waren und sich auf dem Wege dazu inspirieren lassen, diesem tollen Land einmal einen Besuch abzustatten ?

Für mich ein zusätzlicher Grund, Dich zu bitten, JETZT weiter zu schreiben.
Deine Schilderungen und Bilder wecken in mir noch mehr Träume um irgendwann mal Namibia zu entdecken.

Ausserdem ist es eine sehr willkommen Ablenkung von Covid-Beiträgen und Omikron-Bedenken :danke:

LG. Toetske
one life, LIVE IT !

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Mittwoch, 1. Dezember 2021, 12:28

Etosha III - Löwe zum Frühstück

Danke Toetske und Maddy für eure ermutigenden Worte!
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21. OKTOBER 2021

Ja, ihr habt euch nicht verlesen: heute gab es wieder Löwen zum Frühstück. Wir konnten es auch kaum fassen!

Um 6:20 Uhr heißt es aufstehen, kurzes Hygieneprogramm, Campingtisch und Stühle einräumen und los geht’s Richtung Olifantsrus, dem Camp im Westen der Etosha. Frühstücksbrote und Getränke haben wir bereits am Vorabend gerichtet. Im zarten Morgenlicht erspähen wir bald zwei Giraffen und vereinzelte Antilopen. Doch bis zum ersten Wasserloch und somit zum Frühstück liegt eine Strecke von ca. 60 km auf Schotterpiste vor uns.

Das Wasserloch mit dem komplizierten Namen „Ozonjuitji m’Bari“ (heißt „Bei den beiden Bienen“) haben wir von 2020 in sehr guter Erinnerung: damals tummelten sich hier am späteren Vormittag ca. 30 Elefanten, unzählige Gnus, Springböcke, Zebras, ein paar Giraffen und Strauße. Schön, dass wir auf dem Weg hierher schon Giraffen sehen. Als wir aber gegen acht Uhr dort eintreffen, herrscht gerade gähnende Leere, abgesehen von einer Handvoll Oryx, Zebras und Gnus.



Egal: wir sind auf Warten eingestellt und packen unser Frühstück aus. Währenddessen scannt Wolfgang mit dem Fernglas die Umgebung und bei seiner Bemerkung: „Löwe im Anmarsch“ denke ich, er will mich veräppeln. Aber weit gefehlt: aus der Ferne nähert sich ein stattliches Löwenmännchen. Wir beobachten ihn, wie er sich sehr selbst bewusst der Wasserstelle nähert (sämtliche potentiellen Beutetiere haben natürlich inzwischen das Weite gesucht) und ausgiebig – vielleicht 10 Minuten lang – säuft. (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!)

20 Meter von unserem Wagen entfernt läuft er vorbei, bleibt kurz für sein obligatorisches Löwengebrüll stehen und setzt dann seinen Weg Richtung Osten fort. WOW! Tief beeindruckt von diesem Erlebnis setzen wir unser Frühstück fort und resümieren die letzten 20 Minuten.







Bis ein Wagen neben uns hält und der Fahrer uns darauf hinweist, dass 500 Meter entfernt eine Gruppe von Löwinnen mit halbwüchsigen Jungen zu beobachten sei. An denen müssen wir 30 Minuten zuvor glatt vorbei gefahren sein. Wir haben Glück und entdecken noch drei Weibchen und ein Junges im Gebüsch liegen und eine Löwin, wie sie sich gerade mit weiteren Jungtieren in ein Durchlassrohr unter der Straße zurückzieht. Der Blickwinkel ist denkbar ungünstig, doch wir können beobachten, wie ein Jungtier gesäugt wird, während die drei Löwinnen relaxt unter dem schattigen Busch dösen. Als keine weiteren Aktivitäten seitens der Löwen zu erwarten sind, machen wir kehrt. Doch kurz darauf kommt uns das Löwenmännchen entgegen. Also wenden wir wieder, um zu sehen, wie die weibliche Löwengang auf das Männchen reagiert. Doch der König der Löwen schlägt eine andere Richtung ein.












Wir setzen unsere Fahrt Richtung Westen fort, doch die nächsten Wasserlöcher sind nicht sehr „ergiebig“ in puncto Tiersichtungen. Doch dann sehen wir schon von der Straße aus eine Elefantengruppe mit Jungtieren, umringt von einer riesigen Herde Zebras am „Teespoed“- Wasserloch. Hier verbringen wir lange Zeit und beobachten, wie die überlegenen Elefanten das wenige Wasser gegen die Zebras verteidigen und die Zebras untereinander um die Wasserstelle konkurrieren. Als sich schließlich fast alle Elefanten vom Wasserloch entfernt haben und die Zebras ihrem Ziel endlich nahe sind rückt eine weitere Elefantengruppe an und das „Spiel“ mit ungleicher Rollenverteilung geht von vorne los. Bei aller Begeisterung für die Dickhäuter tun uns die Zebras wirklich leid!









Auf dem Weg zur nächsten Wasserstelle fahren wir an einigen Zebras vorbei, die offensichtlich aus „Frust“ über die Elefanten den Weg von 10 km in Kauf nehmen, um dort endlich an Wasser zu kommen. Wir kommen gerade rechtzeitig am Wasserloch an, um ein Spitzmaulnashorn bei seiner vorsichtigen Annäherung ans kühle Nass beobachten zu können. Kaum zu glauben, dass diese Kolosse so zurückhaltend sein können.





Gegen 14 Uhr kommen wir bereits im Camp „Olifantsrus“ an und beschließen, es für heute gut sein zu lassen. Denn zum einen sind die Temperaturen bereits wieder knackig (37 Grad), zum anderen haben wir genug vom Autofahren auf holprigen Schotterpisten. Wir bekommen unseren Stellplatz zugewiesen. Wie vergangenes Jahr die Nummer eins, nur dieses Mal ohne (sichtbare) Skorpione. Trotzdem ziehen wir unsere Stiefel an, denn auf sandigem Untergrund und bei Wind (der bläst gerade stark) ist Vorsicht geboten. Das Wasserloch am Camp ist leider in diesem Jahr für keine spektakuläre Sichtung gut. Lediglich ein paar Namaqua-Flughühner tummeln sich dort.
Wir lassen den letzten Abend in Etosha mit einem leckeren Rindersteak mit gegrilltem Kürbis und Tomatensalat, kombiniert mit einer Rotweinblend von Beyerskloof ausklingen.

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Mittwoch, 1. Dezember 2021, 13:08

Hallo Wolfgang,

ich bin total begeistert. Was für schöne Bilder! Vielen herzlichen Dank dafür.

Ich glaube, wir müssen wieder zurück...

liebe Grüße
Helga

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Wgo (1. Dezember 2021, 14:14)

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Mittwoch, 1. Dezember 2021, 14:21

Liebe Helga,

ganz herzlichen Dank!
Was für schöne Bilder!
--> das richte ich Andrea aus. Die Fotos hat allesamt sie gemacht. Sie wird sich über dein Lob sehr freuen.


Ich glaube, wir müssen wieder zurück...

--> du glaubst nicht, wie gut ich dich verstehen kann :thumbup: . Alleine schon wenn ich gerade aus dem Fenster schaue, geht es mir ganz genauso ...
Liebe Grüße
Wolfgang

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Donnerstag, 2. Dezember 2021, 12:35

Fahrt an den Kunene

22. OKTOBER 2021

Wir verlassen heute den Etosha NP und setzen unsere große Runde fort, indem wir an den Kunene fahren, den Grenzfluss zu Angola im Nordwesten Namibias. Wie immer, wenn es darum geht, möglichst viele Tiere zu sehen, ist frühes Aufstehen angesagt. Kein Problem, wir werden kurz nach 6 Uhr wach, noch bevor der Wecker klingelt und sind bereits kurz nach halb Sieben auf der Pad, da wir unser Frühstück schon am Vorabend gerichtet hatten und alles- soweit möglich - startklar gemacht hatten. Wir haben heute wieder einmal ein größeres Stück Straße vor uns und sind nicht ganz sicher, wie gut ein Teilstück davon befahrbar sein wird. Aber erst einmal führt uns der Weg zum Galton Gate im äußersten Westen des Etosha Nationalparks. Gleich beim Restcamp Olifantsrus sichten wir einen Fleckenuhu, der sich nach seiner nächtlichen Jagd noch nicht zur Tagesruhe zurückgezogen hat.


Fleckenuhu

Auf der etwa 70 Kilometer langen Strecke durch den Park werden natürlich alle Wasserlöcher angefahren, aber sie bieten uns leider keine Highlights mehr. Außer ein paar wenigen Antilopen, Gnus und Straußen lässt sich heute Morgen niemand blicken.


Kuhantilopen


Steinböckchen


Rotringtoko

Schön, dass wir kurz vor dem Ausgang dann aber noch eine Herde von Hartmann Bergzebras erspähen. Sie sind eine seltenere Zebra-Art und unterscheiden sich von ihren Verwandten, den Steppenzebras, in einigen Merkmalen.



Am Parkausgang unterziehen wir uns außer den üblichen Formalitäten auch noch der Veterinärkontrolle, die zur Eindämmung von Tierseuchen an den so genannten "vet fences" durchführt wird und bekommen prompt unsere Milchtüte abgenommen, denn die darf man nicht über den vet fence mitnehmen. (Tage später an einer anderen Stelle des Zauns ist aber genau das dann ausdrücklich erlaubt.)


Galton Gate mit vet fence

Jetzt geht es auf einer schnurgeraden Straße nach Norden in Richtung Ruacana. Die Landschaft ist zunächst hügelig, dann flacher, doch überall fast gleich karg. An einer der ganz wenigen Tankstellen machen wir unseren 160-Liter-Tank nochmal voll, denn in den nächsten Tagen werden wir keine Tanke mehr erreichen. Auch ein paar Einkäufe in einem sehr kärglich bestückten Laden müssen getätigt werden, damit wir uns in den kommenden Tagen das eine oder andere Mal selbst verpflegen können. Die Versorgungslage in der Region Kaokoveld, in der wir uns jetzt befinden, ist äußerst begrenzt. Gerne hätte ich auch den Vorrat an Bargeld aufgetankt, aber die einzigen beiden Geldautomaten in der ganzen Region waren leer!

Bis zum Ruacana-Staudamm (20 km nach Ruacana), zu dem wir einen kurzen Abstecher machen, ist die Straße asphaltiert, dann beginnt die die D3700, eine 4×4 Piste, die in der Trockenzeit, in der wir uns ja gerade befinden, recht gut befahrbar sein soll. Vor wenigen Jahren war das noch eine anspruchsvolle Strecke für 4×4-Profis, heute ist sie aber ? bis auf einen ganz kurzen Abschnitt, problemlos befahrbar. Es macht richtig Spaß, durch die spröde Landschaft zu fahren, die zuweilen aber auch fantastische Ausblicke auf die "Oase" des Kunene gibt. In einem schmalen Streifen neben dem Fluss ist nämlich alles grün. Es wachsen Palmen und die Bäume in Flussnähe sind belaubt. Welch ein Kontrast aber dazu die umliegende Landschaft bildet. Alles ist grau oder braun, die Bäume sind (noch) kahl und es sieht fast aus wie nach einem Waldbrand. Eine unbelebte Landschaft, die abweisender kaum sein könnte. Hier und da passieren wir ein Dorf der Himba. Wir können uns kaum vorstellen, wie man hier leben kann. Selbst die sonst überall anzutreffenden Ziegen am Straßenrand gibt es hier nicht.


Kunene


Ruakanastaudamm








manchmal trostlos, wie nach einem Buschbrand


problemlos befahrbare Piste - wenn auch manchmal steil


Idylle am Kunene

Wie schön, als wir gegen 14 Uhr auf unserem Campingplatz an der Kunene River Lodge ankommen. Ein paradiesischer Garten direkt am Flussufer des Kunene bietet 13 Plätze, von denen wir uns den schönsten aussuchen und uns dort installieren. Die Managerin rät uns, dass wir uns gut umschauen sollen, wenn wir uns auf dem Gelände bewegen. Vor kurzem wurde ein Python dort gesehen, der aber ungefährlich ist. Im Fluss sollen wir auf keinen Fall baden, denn da gibt es Krokodile. Also Augen auf, beim Weg zur Toilette. Als wir uns die Zeltplätze anschauen, läuft uns kein Kroko, sondern ein harmloser ein Waran ( > 1 Meter) über den Weg.




Mevesglanzstar


Waran

Wir freuen uns schon auf den morgigen "bird walk" am Morgen und die "boat cruise" am Abend, aber jetzt und heute heißt es erst einmal Relaxen am Pool, den wir ganz für uns alleine haben und danach ein Abendessen am Campingplatz. Im Potije koche ich ein Rinderfilet-Gulasch. Dazu gibt es auf dem offenen Mopane-Feuer geröstetes Toastbrot. Die Flasche Tinta Barocca vom Weingut Thonningii mundet herrlich dazu. Es ist auch jetzt um 9 Uhr abends noch recht warm, aber die Tiefsttemperaturen der Nacht sind mit 13 Grad doch eher "frostig" angekündigt. Bald werden wir uns in den Camper zur Nachtruhe in den dicken Schlafsack begeben.


willkommene Abkühlung

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Wgo

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Donnerstag, 2. Dezember 2021, 22:01

Vogelbeobachtung am Kunene

23. OKTOBER 2021

Für birder gibt es an dieser Stelle eine Besonderheit: hier ist der einzige Ort in Namibia, an dem man den cinderella waxbill (Cinderellaastrild) sichten kann. Die Lodge bietet daher ein morgendliches bird watching an, also eine Wanderung, bei der man die Vogelwelt der Region erkundet und sich auf Jagd nach dem cinderella waxbill begibt. So auch wir. Nach einer gut durchschlafenen Nacht frühstücken wir gemütlich auf unserer campsite und freuen uns über die angenehme Temperatur (Anfang 20 Grad) und über den Besuch verschiedener Vogelarten an unserem Stellplatz.


Unsre camping site

Um 9 Uhr fährt uns Ndumbi, unser „Vogel-Führer“ mit einem alten Landcruiser wenige Kilometer in einem Trockenflusstal bergaufwärts. Er parkt den Wagen unter einem Schattenbaum und unser „walk“ beginnt. Wir wandern weiter bergauf im Trockenflusstal, steigen eine steile Schotterhalde hinauf, rutschen mehr oder weniger auf der anderen Seite des Bergrückens den Hang wieder hinunter und sind mehr als überrascht, plötzlich in einer Oase zu stehen. Es war für uns absolut nicht zu erwarten, dass in der unheimlich kargen, trockenen Landschaft, wie wir sie gestern bei der Anfahrt zur Lodge von der Straße aus gesehen hatten, solch ein verstecktes Juwel zu entdecken ist. Hier in den Bergen gibt es eine Quelle, deren Wasser in einer Art Bachlauf ins Tal fließt. Es ist nicht viel Wasser, aber was es ausmacht, ist enorm: es erzeugt ein großartiges Grün entlang des Bächleins, es wachsen Gräser und Binsen und das kristallklare Quellwasser zaubert Tümpel und kleine Teiche herbei. Die Bäume, die den Bachlauf säumen, tragen Laub. Rings herum, um diese Oase, sind fast alle Bäume kahl, am Boden nackter Fels oder Geröll, allenfalls ein paar verdorrte Grashalme. Der Kontrast könnte nicht größer sein. Hätten wir auf dieser Wanderung keinen einzigen Vogel erspäht, selbst dann wären wir voll auf unsere Kosten gekommen.



Bird Walk






Aber wir haben etliche für uns „neue“ Vögel gesichtet: die Carprußmeise, eine Graurückendommel (was macht die hier in den Bergen? Die gehört doch eher runter an den Fluss Kunene), ein Rüppelpapagei, ein Weißscheitelwürger, eine Bergammer, ein Erdschnäpper und fast ganz am Ende der Tour sogar den Cindarella Waxbill! Womöglich gab es sogar weitere Erstsichtungen. Das wird sich zuhause bei der Auswertung der Fotos herausstellen.


Rüppelpapagei - leider nur in schlecher Bildqualität (besserers Bild kommt in Camp Aussicht)


Weißscheitelwürger


Erdschnäpper


Carprußmeise


weibl.- Rosenamaranth (leider nur dieser einzige schwache Schnappschuss :( )


Cinderella-Astrild

Ndumbi erzählt, dass er seit 16 Jahren für die Kunene River Lodge arbeitet und dass der frühere Besitzer ihn immer auf seine Vogelexkursionen mitgenommen hat und ihm das umfangreiche Wissen über die Vogelwelt am Kunene vermittelt hat. Seit vier Jahren macht er nun selbst die Führungen. Er macht sie sehr gut und scheint darüber auch etwas stolz zu sein. Als wir während der Wanderung zwei jungen Himba begegnen, die Ziegen hüten, ist ihnen anzumerken, wie verwundert sie darüber sind, dass diese komischen Weißen hier nach Vögeln in den Bäumen Ausschau halten.

Kurz nach 12 Uhr sind wir zurück im Camp. Hier beobachten wir, wie ein Nacktwangendrossling (Erstsichtung!) mit seinem Spiegelbild im Außenspiegel unseres Bushcampers kämpft. Einige freche Mevesglanzstare picken aus unserer Pfanne Reste vom Rührei unseres Frühstücks. (Alles andere Geschirr ist zu dem Zeitpunkt übrigens schon gespült :thumbup: )


Maronenweber


Nacktwangendrossling




Mevesglanzstar an der Pfanne


Akaziendrossel


heute nicht nur Vogelsichtungen!


Baumhörnchen

Im Schatten des riesigen Baums, unter dem unser Camper steht, ist es gut auszuhalten trotz der etwa 35 Grad im Schatten. Ich schreibe gerade diesen Teil des heutigen Berichts und Andrea versucht den Specht, den wir ständig in der Nähe klopfen hören, auf den Speicherchip ihrer Kamera zu bannen. Zwei Stunden am Pool – exklusiv für uns, denn wir sind derzeit die einzigen Gäste der Lodge – sorgen für weitere Entspannung. Dann ein kleiner Spaziergang durch und um das Gelände der Kunene River Lodge, bevor wir mit Ndumbi, der jetzt unser „Kapitän“ ist, eine Bootsfahrt auf dem Kunene unternehmen. Wir sehen den einen oder anderen Vogel. Meist sind es aber „alte Bekannte“, Nicht so beim Madagaskarspint, den sehen wir heute zum ersten Mal. Allerdings ist er so scheu, dass er sich fast nicht fotografieren lässt. Der eigentliche Star dieser boat cruise ist aber die Landschaft. Im Hintergrund erheben sich hohe Berge, davor einige Vorberge, dann der breite Kunene, gesäumt von unterschiedlichsten Bäumen und Palmen. Einigermaßen exotisch, wenngleich wir auch immer wieder Vergleiche zu den heimischen Rheinauen herstellen.


Boatcruise




Goliathreiher

So eine Bootsfahrt ist immer wieder großartig. Egal ob auf dem Kavango, dem Kwando oder dem Kunene. Wir genießen diese Touren sehr und freuen uns jedes Mal neu auf den Sonnenuntergang über dem Fluss. Ndumbi hat heute alles gegeben. Er ist ins eigentlich viel zu flache Wasser gefahren, um uns noch weitere Vogelsichtungen zu ermöglichen. Danach ist er mit Maximalgeschwindigkeit stromabwärts gefahren, um uns rechtzeitig zum Sonnenuntergang an die dafür geeignetste Stelle zu bringen.


unser Campingplatz vom Wasser aus





Nach der Bootsfahrt werden wir schon vom Restaurant erwartet, denn wir haben für heute Abend ein Dinner gebucht. Es gibt Schweinebraten (schmeckt hier anders als in Deutschland), Rotkohl, Karotten und Kartoffelbrei. Zuvor einen Salat, danach eine Meringuetarte mit Eis. Lecker! Zum Essen haben wir einen Pinotage von Spier ausgewählt und sind angenehm überrascht, dass wir endlich mal einen gekühlten Rotwein serviert bekommen. Denn die weit verbreitete Pauschalaussage „Rotwein kühlt man nicht“ kann bei Raumtemperaturen von 30 Grad nicht gelten (weder in Afrika noch bei uns zu Hause :wine: ). Schon um 20 Uhr sind wir zurück am Camper, sitzen bei immer noch recht hohen Temperaturen vor unseren Laptops und schreiben den heutigen Blogbeitrag und selektieren die Bilder des Tages. Uns umgibt absolute Dunkelheit und die Geräusche einer subtropischen Nacht in Afrika. Einfach traumhaft.


PS: Für Hinweise auf evtl. falsch identifizierte Vögel bin ich sehr dankbar ...

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maddy

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Freitag, 3. Dezember 2021, 07:55

Hallo Wolfgang,

Herzlichen Dank :danke: fuer's weiterschreiben! Tolle Bilder!
Ihr habt ja glueck gehabt mit dem Cinderella Waxbill, den haben wir dort nicht gefunden. Auch den Madagascar Bee-eater haben wir noch nie gesehen.

Nur eine kleine Korrektur:
Ich weiss zwar nicht was ein Erdschnaepper ist, aber derjenige, den du so benannt hast ist ein White-tailed Shrike - Drosselwuerger.
Freue mich auf die Fortsetzung!

Gruss aus Sodwana
Maddy

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toetske (4. Dezember 2021, 00:16), Wgo (3. Dezember 2021, 09:08)

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37

Freitag, 3. Dezember 2021, 09:29

Hallo Maddy,

vielen Dank für die Blumen. Freut mich riesig!

Ja, dass wir den Cinderella gesehen haben, war "der Hammer". Wir hatten fast schon aufgegeben, als wir ganz am Ende unseres walks
noch einen zu sehen bekamen. Der war leider sehr schwer zu fotogafieren, aber zu dem einen passablen Foto hat es dann doch noch gereicht.

Die Madagascar Bee-eater waren nur im Gegenlicht der recht tief stehenden Sonne zu sehen. Ich hätte sie für Weißstirnspinte gehalten,
aber unser "vogelkundiger Begleiter" bestand darauf, dass es Madagascar Bee-eater sind. Er ist der Profi, darum glaube ich ihm.
Auch wenn ich mir die Fotos anschaue - auch nach Bearbeitung - kann ich es auch nicht sicher sagen ...

Das mit dem Namen "Erdschnäpper" ist so eine Sache. Ich meine definitiv auch den White-tailed Shrike damit. Ich habe den deutschen
Namen aus der App "Roberts Bird Guide 2" übernommen. Vor einem Monat hatte die App ein Update und hat bei vielen Namen ein Update
gemacht. Mir ist u.a. auch aufgefallen, dass einige Tokos jetzt auch anders heißen als vorher. Der Südliche Gelbschnabeltoko (Tockus leucomelas)
wird jetzt z.B. als Rotringtoko bezeichnet. usw. Das mit den geänderten Namen bei Roberts hat mich verwirrt, daher habe ich auf avibase.bsc-eoc.org nachgeschaut,
wie es da ist. Wenn ich dort nach dem Drosselwürger suche, komme ich auf der Seite des Erdschnäppers raus.

Passiert das öfter, dass Vogelarten neue Namen bekommen? Ich meine damit nicht die Fälle wie, dass man zum African Openbill nicht mehr Mohrenklaffschnabel,
sondern Glanzklaffschnabel sagen soll.

Ich würde dir gerne auch noch ein paar Bilder schicken, bei denen ich es nicht geschafft habe, die Vögel zu identifizieren ...

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toetske (4. Dezember 2021, 00:17)

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38

Freitag, 3. Dezember 2021, 10:04

Hallo Wolfgang,

Die Madagascar Bee-eater waren nur im Gegenlicht der recht tief stehenden Sonne zu sehen. Ich hätte sie für Weißstirnspinte gehalten,
aber unser "vogelkundiger Begleiter" bestand darauf, dass es Madagascar Bee-eater sind. Er ist der Profi, darum glaube ich ihm.
Auch wenn ich mir die Fotos anschaue - auch nach Bearbeitung - kann ich es auch nicht sicher sagen ...


Weisstirnspint kann es nicht gewesen sein, der kommt dort nicht vor. Aber ich wuerde diese Fotos auch gerne sehen. :)



Das mit dem Namen "Erdschnäpper" ist so eine Sache. Ich meine definitiv auch den White-tailed Shrike damit. Ich habe den deutschen
Namen aus der App "Roberts Bird Guide 2" übernommen. Vor einem Monat hatte die App ein Update und hat bei vielen Namen ein Update
gemacht. Mir ist u.a. auch aufgefallen, dass einige Tokos jetzt auch anders heißen als vorher. Der Südliche Gelbschnabeltoko (Tockus leucomelas)
wird jetzt z.B. als Rotringtoko bezeichnet. usw. Das mit den geänderten Namen bei Roberts hat mich verwirrt, daher habe ich auf avibase.bsc-eoc.org nachgeschaut,
wie es da ist. Wenn ich dort nach dem Drosselwürger suche, komme ich auf der Seite des Erdschnäppers raus.


Eigenartig. Wir habenden Roberts Bird Guide VII auf dem iPad, aber da gab's keine updates. Von Deutschen Namen schon gar nicht.
Der Madagaskar Bienenfresser heisst immer noch so, obwohl vor ein paar Jahren (5?) der Englische Name geaendert wurde, der heisst nun Olive Bee-eater.
Jaa, dein Rotringtoko ist mir auch aufgefallen! Hab ich noch nie gehoert! Macht doch auch keinen Sinn! Hat sich da jemand einen schlechten Scherz erlaubt?


Passiert das öfter, dass Vogelarten neue Namen bekommen? Ich meine damit nicht die Fälle wie, dass man zum African Openbill nicht mehr Mohrenklaffschnabel,
sondern Glanzklaffschnabel sagen soll.


Wie schon erwaehnt, vor etwa 5 oder 6 Jahren wurden die Englischen Namen vieler Voegel dem "International Standard" angepasst, aber die Deutschen Namen sollten sich dadurch ja nicht aendern (ausser den Politisch inkorrekten!) Da wurde grad kuerzlich der Name der Hottentot Teal"" auf "Blue-billed Teal" geaendert...


Zitat

Ich würde dir gerne auch noch ein paar Bilder schicken, bei denen ich es nicht geschafft habe, die Vögel zu identifizieren ...


Ja, nur los! Ich schick dir mal meine email per PN.

Liebe Gruesse
Maddy

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toetske (4. Dezember 2021, 00:18)

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Samstag, 4. Dezember 2021, 17:31

Zu den Epupa Wasserfällen

24. OKTOBER 2021

„Es rauscht im Wald der Wasserfall; wenn’s nicht mehr rauscht, ist’s Wasser all“. Ganz wasserlos sind die Fälle nicht und so rauscht es dann doch ganz schön laut, während ich in dem Chalet der Epupa Falls Lodge sitze und den Bericht des heutigen Tages schreibe. Aber nun schön der Reihe nach …

Heute Morgen wecken uns die Sonnenstrahlen etwas später als an den vergangenen Tagen und wir lassen es gemütlich angehen mit dem Frühstück und damit, den Camper fahrbereit zu machen. Wir nutzen die kühlere Morgenstunde auch noch dazu, ein wenig in der Anlage herumzuspazieren und die Ruhe in der Natur am Kunene zu genießen.

Genau um 10 Uhr brechen wir zur heutigen Etappe auf. Es sind ziemlich genau 100 Kilometer bis zu den Wasserfällen. Die „Straße“ ist eine 4×4-Strecke, die zwar vor wenigen Jahre ausgebaut wurde und mit dem Grader mehr oder weniger regelmäßig geebnet wird, die dennoch nur in der Trockenzeit passierbar ist. Vor dem Ausbau der Strecke musste man 8 bis 10 Stunden für die 100 km einplanen, heute rechnen wir mit 3 ½ Stunden Fahrtzeit. Es geht gleich „lustig“ los! Die ersten paar hundert Meter bestehen aus Felsen, die mit dem Grader nicht eingeebnet werden können. Für einen 4×4-Spezialisten sicher nichts Besonders, für mich aber schon herausfordernd. Bald wird die Piste einfacher befahrbar, bis wir sehen, dass in einem der unzähligen Trockenflusstäler Wasser steht. Das bedeutet eine kleine Wasserdurchfahrt mit sandigem Untergrund. Bitte hier nicht steckenbleiben!!! Der 2,6-Liter-6 Zylinder-Diesel-Motor des Toyota Hilux zieht uns kräftig ohne Durchdrehen der Räder durchs Wasser und an der gegenüberliegenden Seite durch den recht tiefen Sand aus dem Bachbett wieder heraus.


strategisch gut aufgestellt, direkt nach einer Wasserdruchfahrt - mam beachte das Stück Fleisch am "Spazierstock"

Es ist sicher kein Zufall, dass genau an dieser Passage eine Himbafamilie steht. Kinder spielen im Wasser, eine Frau bittet uns, ihr etwas Geld und/oder zu essen zu geben. Ein Mann gesellt sich hinzu, mit einem Stück Fleisch in der Hand, was schon sehr merkwürdig anmutet. Der Bitte nach Lebensmitteln kommen wir gerne nach, die Bitte nach Bier für den Vater schlagen wir aus. Auf den kommenden Streckenabschnitten, als immer wieder – vor allem Kinder – an die Straße gelaufen kommen, wenn sie das Fahrzeug hören, geben wir nach und nach Teile unserer Lebensmittelvorräte ab und die Kinder freuen sich sichtlich über Orangen, eine Monkey Orange, Fruchtsaft, etc. Dabei fragen wir uns ernsthaft, wie man es hier im Kaokoveld überhaupt schaffen kann zu überleben.

In der Folge überrascht die Pad immer wieder mit sehr steilen Anstiegen und Abfahrten. Sie verläuft manchmal direkt am Fluss, manchmal aber auch hoch oberhalb des Flusses, mit tollen Aussichtspunkten. Der Kontrast zwischen dem oft palmenbestandenen Kunene und der umliegenden kargen Berglandschaft bietet immer wieder großartige Bilder. Vielleicht muss man ein gewisses Faible für die Wüste haben (wir haben es), um diese Umgebung schön zu finden, interessant ist sie aber allemal. ((Nach diesem Tagesbericht ein kurzer Exkurs zum Thema "Faszination Wüste" - warum uns Wüste so sehr fasziniert ...))


Himba - dankbar für ein paar geschenkte Nahrungsmittel








ganz selten sehen wir auch ein anderes Auto


bestens präparierte Piste

Um kurz nach 13 Uhr beziehen wir unser schickes Chalet Nr. 4, das direkt am Flussufer gelegen ist und vielleicht 25 Meter von der Absturzkante des Wasserfalls entfernt ist. Welch ein Ausblick und schön, mal wieder ein Zimmer mit Bad zu haben, richtige Betten und Breakfast + Dinner. Nicht dass wir das Camping verschmähen, aber zwischendurch ist es dann auch schön, sich in einer Lodge verwöhnen zu lassen.


Epupa Falls Lodge


Chalet Nr. 4





Auf den letzten 1000 Kilometern unserer Fahrt gab es nur zwei Geldautomaten. Beide leer. Daher sind wir nur noch mit wenig Bargeld ausgestattet, was es schwierig gestaltet, an den hier angebotenen Aktivitäten teilzunehmen. Irgendwie bekommen wir es aber gedeichselt, dass wir auf eine boat cruise gehen können, die sich dann aber als Raftingtour herausstellt. Wir zögern kurz: wollen wir das wirklich? Unsere Bekleidung taugt einigermaßen dafür, also egal, dann wird es eben sportlicher! Da der Wasserstand des Kunene niedrig ist, kann es nicht allzu wild werden mit den Stromschnellen. Wir machen mit dem Shuttlejeep nochmal einen kurzen Stopp an unserem Chalet, damit Andrea die neu erworbene Go Pro Kamera holen kann. Vielleicht gelingen ihr ja ein paar schöne Action-Videos. Dann geht es mit dem Geländewagen die Straße, auf der wir gut eine Stunde zuvor gefahren sind, flussaufwärts zur Einsetzstelle am Kunene. Wir paddeln – jeder von uns in einem Boot mit je einem Guide – etwa 10 Kilometer den Fluss hinunter. Wir sehen Krokodile (teils sehr nahe) und ein paar Vögel und haben an den fünf Stromschnellen viel Spaß. Einmal legen wir für eine kleine Rast mit Kaltgetränken kurz in Angola an. Mit dem Gegenwind, den wir die ganze Zeit haben, ist die 2 1/2-stündige Paddeltour unterm Strich doch einigermaßen anstrengend. Sehr gut – nach so vielen unsportlichen Tagen.


Gleich gehts los


„Rafting“ - Bilder von den Stromschnellen gibt es keine :(



Bis zum Dinner machen wir ein Mittagsschläfchen und relaxen im Chalet. Es gibt heute einen kleinen Salat, Beefsteak mit Karotten und Folienkartoffeln, danach ein Eis mit Obstsalat. Nicht schlecht, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Versorgung mit frischen Lebensmitteln in dieser sehr abgelegenen Gegend hier oben alles andere als einfach ist.

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Wgo

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Samstag, 4. Dezember 2021, 17:35

Exkurs zum Thema "Faszination Wüste"

Wenn du aus der Wüste zurückkommst,
bist du reicher,
aber auch einsamer,
denn die Zahl derer,
die dich verstehen können,
ist weniger geworden“.


Zitat Bruno Baumann, Wüstengänger


Als wir von unseren Reisen zurückkamen, die uns 2019 und 2020 in verschiedene Wüstengebiete Südafrikas und Namibia führten, wurden wir gelegentlich verständnislos gefragt „Wieso fliegt ihr 10.000 Kilometer, um dann Sand, Schotter und Steine zu sehen. Das muss doch furchtbar langweilig und öde sein!“ Offensichtlich sehen wir das anders, denn sonst ließe es sich nicht erklären, dass wir heuer schon wieder die Einfachheit, Klarheit und Stille der Wüste suchen und daher in den Norden Namibias reisen werden.

Wer an Wüste denkt, sieht vor dem geistigen Auge sicher erst einmal Sand, Dünen und flirrende Hitze. Doch Wüste kann viel mehr sein: Stein, Geröll, blendend weißes Salz oder skurrile Felsformationen und Trockenflusstäler. Wer an Wüste denkt, denkt vermutlich an eine tote Landschaft. Aber es sind die wenigen Pflanzen und Tiere, die sich an die lebensfeindliche Umwelt anpassen konnten, die es gelernt haben, in der Wüste zu überleben, die uns mit ihrer Überlebenskunst beeindrucken.

Wüste, das hat etwas Abweisendes, Karges, Schroffes aber dennoch unglaublich Faszinierendes an sich. Es ist tatsächlich schwer zu vermitteln, was diese Faszination ausmacht, dass man sich an Orte begibt, die so lebensfeindlich sind, dass dort fast „kein Baum und kein Strauch wächst“. An Orte mit einer Anmutung einer eher außerirdischen Welt, einer Todeszone aus Formen, Farben und Licht.

Für uns liegt die Faszination sicher ein Stück weit darin, dass die Wüsten-Landschaft so pur ist. Pure unglaubliche Weite und Leere. Nichts was ablenkt; keinerlei Spuren menschlichen Wirkens, so weit das Auge reicht. Keine Stromleitung, keine Straße, kein Haus – nur Landschaft.

Und dann diese atemberaubende Stille. Kein Lärm, keine Stimmen, kein Ton, kaum ein Geräusch, außer dem Wind. Aber selbst den hört man fast nicht, da es nichts gibt, woran er sich bricht.

Und wenn es auch schwerfällt, diese fantastischen Wüsten-Landschaften mit bloßen Worten zu beschreiben, kommen wir zumindest ins Schwärmen von wundervollen Aquarellfarben: Violett, Rosa, Orange, Gelb und Blau. Und wir können uns unendlich begeistern für die fast schon magische Stimmung vor und während des Sonnenuntergangs, wenn die Farben und Formen immer intensiver werden. Ganz zu schweigen vom anschließenden Sternenhimmel, der ungestört ist von Licht- und Luftverschmutzung.

Wer bei Wüste also nur an Sand denkt, lässt den größten Teil aus.

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