Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen im "Suedafrika-Forum.org"! Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden. Wichtiger Hinweis zur Verwendung von Cookies: Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ErlebnisErde

Siegerländer

  • »ErlebnisErde« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 63

Dabei seit: 16. August 2019

Danksagungen: 390

  • Nachricht senden

1

Donnerstag, 18. November 2021, 18:17

Reisebericht: Abseits der ausgetretenen Pfade von JOB nach CPT

Nachdem wir – wie schon vor unserer ersten Südafrika-Reise im März 2020 – hier im Forum viele hilfreiche Tipps erhalten haben :thumbsup:, möchten wir uns erneut mit einem Reisebericht revanchieren. Außerdem hoffen wir, so dem ein oder anderen Mitlesenden die Entscheidung zu erleichtern, in Zeiten von Corona nach Südafrika zu reisen. Denn erstens braucht das Land dringend die Einnahmen aus dem Tourismus, zweitens sind die Inzidenzen dort sehr niedrig und die Corona-Maßnahmen gut und drittens waren Ein- und Ausreisemodalitäten wirklich kein Problem.

Die einzige Hürde ist (neben dem auszufüllenden Ein- und Ausreiseformular) der bei Abflug maximal 72 Stunden alte PCR-Test, den man „bestehen“ muss. Hierfür mussten wir extra von Siegen nach Frankfurt fahren, weil die Test-Infrastruktur in unserer ländlichen Region bereits soweit zurückgefahren war, dass PCR-Tests nicht mehr für Reisezwecke angeboten wurden. Egal, eine solche Reise ist die Mühe wert! Auch die Wetterkapriolen konnten uns nicht stoppen! In der Nacht vor dem Hinflug setzten Sturm und Starkregen ein, die den Bahnverkehr teilweise zum Erliegen brachten. Die A5 war zeitweise gesperrt und am Vormittag wurden in mehreren Städten einzelne Flüge gestrichen. Unserer war zum Glück nicht betroffen, sodass wir nach einem langen Arbeitstag pünktlich um 22 Uhr abheben konnten.

An dieser Stelle vielleicht ganz kurz zur Orientierung unsere Route in Stichpunkten. Wir wollten diesmal nach Möglichkeit zumindest im ersten Teil der Reise den Touristenströmen aus dem Weg gehen – was auch sehr gut funktioniert hat: Wir trafen bis Oudtshoorn (zumindest wissentlich) nur ein deutsches und ein schottisches Paar. Der Rest waren Einheimische!

21.10. Hinreise nach Johannesburg
22.10. Heidelberg
23.10. Drakensberge (Royal Natal Nationalpark)
24.10. Drakensberge (Golden Gate Highlands National Park)
25.10. Fahrt nach Bloemfontein
26.10. Tiger Canyon
27.10. Tiger Canyon & Mountain Zebra Nationalpark
28.10. Mountain Zebra Nationalpark
29.10. Mountain Zebra Nationalpark
30.10. Valley of Desolation & Brenton-on-Sea
31.10. Brenton-on-Sea
01.11. Brenton-on-Sea & Oudtshoorn
02.11. Oudtshoorn & Gondwana Game Reserve
03.11. Gondwana Game Reserve
04.11. Gondwana Game Reserve & Fahrt nach Paternoster
05.11. Paternoster
06.11. Rückflug ab Kapstadt

Flug und Einreise gestalteten sich reibungslos: Wir landeten um 8.30 Uhr in Johannesburg und waren bereits um 10 Uhr auf der Autobahn (N3) in Richtung Süden unterwegs. Kontrolliert wurden neben dem PCR-Test lediglich die Einreiseformulare. Eine gesonderte Auflistung der Übernachtungsorte oder die Bescheinigung über eine bestehende Auslandskrankenversicherung mussten wir nicht vorzeigen. Zudem sei an dieser Stelle angemerkt, dass sich alle vorherigen Bedenken, die Orientierung rund um den Airport "O.R. Tambo" falle besonders schwer, zerstreuten. Wir erwähnen das nur, weil wir im Vorfeld mehrfach gelesen hatten, dass dies so sei... Auch der Linksverkehr bereitete uns keine Schwierigkeiten – abgesehen von der gelegentlichen Verwechselung von Blinker und Scheibenwischer. ;)

So kamen wir gegen 11 Uhr recht entspannt in Heidelberg an. Eigentlich viel zu früh für den Check-in, doch die netten Damen der Heidelberg Kloof Lodge hatten unsere Villa bereits präpariert und ließen uns freundlicherweise bereits hinein. Wir erhielten sogar die Wohneinheit mit direktem Blick aufs Wasserloch, was zum Ankommen einfach perfekt war. Bei 28 Grad genossen wir die Sonne, ließen uns von Mungos und Vögeln begrüßen und kamen ein wenig zur Ruhe.



Am Mittag steuerten wir die nahegelegene Mall an, deckten uns mit Einkäufen für die ersten Tage ein und aßen einen kleinen Happen im „Sausalitos Spur“. Diese Fast-Food-Kette können wir durchaus weiterempfehlen, wenn es mal schnell gehen soll! Nicht nur, dass das Essen gut ist, auch der Preis und besonders die Freundlichkeit der Mitarbeiter stimmte in den Filialen, in denen wir waren. In Heidelberg stellte „unsere“ Kellnerin uns nach ein wenig Smalltalk eine Kollegin vor, die für sechs Wochen zwecks Schüleraustausch in Deutschland gelebt hatte. Eine nette Begegnung und ein schöner Start in den Urlaub! Anschließend erholten wir uns ein wenig vom Flug, um fit für den Trip in die Drakensberge zu sein. Davon dann in den nächsten Einträgen mehr. Dann startet der eigentliche Reisebericht- falls ihr nicht von der überlangen Einleitung verschreckt seid... ;)

Als kleiner Appetitanreger hier eine vorab eine Collage aus vier Fotos! Weitere Bilder und Zeilen folgen demnächst...


Es haben sich bereits 17 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

Wicki4 (28. November 2021, 14:04), jirka (23. November 2021, 18:10), Tutu (22. November 2021, 21:50), Cassandra (20. November 2021, 09:51), toetske (20. November 2021, 02:17), SilkeMa (19. November 2021, 14:35), michaelkoeln (19. November 2021, 14:05), Blinki (19. November 2021, 12:39), Sella (19. November 2021, 09:29), maddy (19. November 2021, 06:30), Bär (18. November 2021, 21:48), kathaH (18. November 2021, 20:17), Bueri (18. November 2021, 19:34), Lucy_2015 (18. November 2021, 19:30), Armando (18. November 2021, 18:44), Dolphin2017 (18. November 2021, 18:42), HCS45 (18. November 2021, 18:33)

Sella

Sonne

Beiträge: 385

Danksagungen: 2095

  • Nachricht senden

2

Freitag, 19. November 2021, 09:28

Hallöchen.

Bin gern dabei und fahre mit. Selbst kann ich es kaum erwarten dem Schmuddelwetter zu entkommen. Aber wir fliegen erst nächstes Jahr…Hoffentlich!!!
Eine erste Frage hab ich bereits. Der Tiger oben links im Bild ist ja eher im asiatischen Raum beheimatet. Ist dir der darein gerutscht ?( ?


Liebe Grüße

Sella


Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

ErlebnisErde (20. November 2021, 09:09)

LIRPA 1

Gaukler

Beiträge: 3 582

Dabei seit: 31. März 2010

Danksagungen: 11665

  • Nachricht senden

3

Freitag, 19. November 2021, 10:44

Hi Sella,

ne, der Tiger ist dort wohl eher nicht rein gerutscht, sondern war quasi fester geplanter Bestandteil der Reise. (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) ist der Planungsthread dazu. Den RB hätte man auch daran anhängen können, dann sieht man auch die Entwicklung.

@ Boris: :danke: Danke :danke: , dass Du Dein Versprechen einhälst und wieder einen RB erstellst. Ich bin sehr gespannt auf Deine Einschätzung über den Canyon und danke im voraus! :thumbup:

LG Lilly

Es haben sich bereits 2 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

ErlebnisErde (20. November 2021, 09:09), toetske (20. November 2021, 02:18)

ErlebnisErde

Siegerländer

  • »ErlebnisErde« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 63

Dabei seit: 16. August 2019

Danksagungen: 390

  • Nachricht senden

4

Samstag, 20. November 2021, 09:08

Hallo zusammen,

freut mich, dass ihr dabei seid. :) Stimmt natürlich, vielleicht wäre es geschickter gewesen, gleich den Planungsthread weiterzuführen…

Genau, der Tiger Canyon war Bestandteil unserer Reise. Ich werde dazu später ausführlich berichten. Nur soviel schon vorab: Wir waren im Vorfeld skeptisch, wurden aber sehr positiv überrascht!

@Sella: Dann drücke ich die Daumen, dass es nächstes Jahr funktioniert! :thumbup:

Weiter geht’s wahrscheinlich ab Montag! Wir sind gerade übers Wochenende im Schwarzwald - ganz ohne Laptop… ;)

Es haben sich bereits 3 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (20. November 2021, 22:19), Sella (20. November 2021, 13:54), SilkeMa (20. November 2021, 09:17)

toetske

oorbietjie

Beiträge: 4 355

Danksagungen: 7719

  • Nachricht senden

5

Samstag, 20. November 2021, 22:32

Hallo Boris,

Urlaub machen wenn man erst gerade einen RB angefangen hat... unfassbar und eher ziemlich ungünstig für unsere Geduld und (meine) Neugier 8) :D :whistling: :saflag:
Mit anderen Worten: geniesst den laptoplosen Schwarzwald!
Ein paar Ziele auf eurer Reise interessieren mich besonders - weil wir dort noch nie waren - nächste Woche reise ich gerne mit euch weiter 8o

VG. Toetske
one life, LIVE IT !

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

ErlebnisErde (21. November 2021, 16:55)

ErlebnisErde

Siegerländer

  • »ErlebnisErde« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 63

Dabei seit: 16. August 2019

Danksagungen: 390

  • Nachricht senden

6

Sonntag, 21. November 2021, 16:55

Hi Toetske,

freut mich sehr, dass du zusteigst. Ich versuche, detailliert zu berichten. Wenn ich etwas vergesse oder noch Fragen zu einzelnen Zielen sind - immer raus damit! :)

Wir sind gerade aus dem Schwarzwald zurückgekehrt und ich hab morgen noch frei. Es geht also in Kürze los!

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (21. November 2021, 23:33)

ErlebnisErde

Siegerländer

  • »ErlebnisErde« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 63

Dabei seit: 16. August 2019

Danksagungen: 390

  • Nachricht senden

7

Montag, 22. November 2021, 09:54

Dann wollen wir mal los...


Mit Blick auf die durchwachsene Wettervorhersage machten wir uns nach einem sehr leckeren Frühstück zeitig auf den dreieinhalbstündigen Weg von Heidelberg in die Drakensberge. Erstes Ziel war der Royal Natal Nationalpark, wo wir gegen Mittag ankamen. Der Weg führte zunächst für zwei Stunden über die sehr gut ausgebaute N3 in Richtung Durban. Kurz nach Harrismith ging es auf die R74, die sich ebenfalls in exzellentem Zustand befand. Schön war die Fahrt entlang des riesigen Sterkfontein Dam mit seinem türkisblauen Wasser und über den Oliviershook Pass mit fantastischen Aussichten. Dort oben besteht am Little Switzerland Ressort übrigens die letzte Möglichkeit zum Tanken. Die Restdauer bis zu unserem Ziel, dem Visitor Center des Royal Natal Nationalparks, betrug von hier rund 30 Minuten. Zumeist führte der Weg durch kleine Siedlungen, in denen viele Menschen und Tiere auf der Straße unterwegs waren, sodass wir recht langsam fuhren. Auch eine erste Baboon-Familie trafen wir bei der Abfahrt der Passstraße. Am Ziel angekommen, gingen wir das Risiko ein, unsere Koffer im Auto zu lassen (natürlich gut versteckt unter der Heckklappe) und eine erste Wanderung zu unternehmen. Denn zum Einchecken war es zu früh und wir wollten den einzigen sonnig gemeldeten Tag nicht verschenken.


Der Eintrittspreis war mit rund 8 € für zwei Personen sehr moderat. Wir entschieden uns zum Start für einen kurzen Trail namens „Cascades and the McKinley's Pool“. Weil dieser aber bis zu den Pools größtenteils asphaltiert war und hier zudem viele Menschen – darunter laute südafrikanische Großfamilien – unterwegs waren, erweiterten wir unsere Tour um 8 km und viele Höhenmeter und nahmen den Loop hinauf zu den „Tiger Falls“ mit. Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig. Nicht nur, dass wir auf der gesamten Strecke lediglich zwei Mädels aus den USA sowie ein Trio aus Einheimischen trafen – es war auch wunderbar sonnig und warm. Die Folge waren unzählige Bilder und ein erster Sonnenbrand. Dazu kam meinerseits eine fiese Blase an der Ferse, denn die nagelneuen Wanderschuhe kamen hier erstmals zum Einsatz. Memo an mich: Das nächste Mal also besser wieder vorher ein wenig einlaufen und Wandersocken anziehen... ;)












Am späten Nachmittag kehrten wir dem Park den Rücken und fuhren zu unserer zweiten Unterkunft, dem „Berghouse & Cottages“. Die Farm liegt etwa 20 Minuten vom Nationalpark entfernt und erhebt sich über den Ort Langkloof. Sie ist nur über eine 3 km lange, teilweise steile, aber auch ohne Allrad-Fahrzeug recht einfach zu meisternde Schotterpiste erreichbar und bietet eine fantastische Panoramasicht auf die Gipfel der Drakensberge. Irgendwie erinnerte uns der Anblick an das Auenland aus „Der Herr der Ringe“.






Die Cottages sind grundsätzlich auf Selbstversorgung ausgelegt. Ausnahme ist das im Preis inbegriffene Frühstück. Es ist sehr reichhaltig und schmackhaft und wird auf der eigenen Veranda serviert. Hier befindet sich auch ein großer Steingrill. Das erste Bündel Feuerholz ist im Preis inbegriffen, alles Weitere muss nachträglich bezahlt werden. In der Hütte gibt es einen ausreichend großen Kühlschrank mit Gefrierfach, eine Kochgelegenheit, einen großen Kamin, ein bequemes Doppelbett, ein großes Bad mit Dusche und Wanne sowie eine gemütliche Couch. Also alles was man braucht! Auf dem Gelände befinden sich mehrere exponierte Sitzgelegenheiten und ein schöner Rock-Pool, den wir allerdings nicht nutzten. Was wir jedoch nutzten, war das zubuchbare Abendessen. Denn Restaurants sind in der Gegend Mangelware und wir hatten kein Grillfleisch dabei, da es uns zu heikel war, die Lebensmittel einen ganzen Tag lang im heißen Auto zu lagern. Es war die richtige Entscheidung, wie sich herausstellte. Denn serviert wurden liebevoll angerichtete lokale Köstlichkeiten als Drei-Gang-Menü. Weil es auf der Veranda bald recht kalt war, flohen wir nach dem Essen schnell ins warme Bett.


Der folgende Sonntagmorgen begrüßte uns mit Regen, Nebel und Temperaturen von nur 4 Grad. Das sorgte für eine Planänderung: Wir cancelten schweren Herzens den „Tugela Gorge“-Hike und zogen den Ausflug in den benachbarten „Golden Gate Highlands Nationalpark“ vor. Das Gate liegt ca. 45 Minuten entfernt von den „Berghouse & Cottages“. Unsere spontane Entscheidung erwies sich als goldrichtig. Nach der Überquerung des Oliviershook-Passes änderte sich das Wetter schlagartig: Regen und Nebel waren wie weggeblasen und die Sonne lugte gelegentlich durch die Wolken. Genauso wie das Wetter änderte sich auch die Landschaft. Fühlten wir uns gestern noch an unseren Roadtrip durch die schottischen Highlands erinnert, dachten wir nun verstärkt an die Tour durch den Südwesten der USA: Die Farben rot und gelb sowie bizarre Felsformationen dominierten das Bild. Wieder einmal wurde uns klar, dass der Slogan "Die Welt in einem Land" durchaus seine Berechtigung hat...






Das Häuschen am Nationalpark-Eingang war unbesetzt, sodass wir erstmal nichts bezahlten und den Oribi-Loop sowie den Blesbok-Loop abfuhren. Beide sind landschaftlich reizvoll und boten uns die Möglichkeit, ein paar erste Antilopen und Gnus in der Ferne sowie Paviane aus der Nähe zu sichten.










Auf dem höchsten Punkt des Oribi-Loops gibt es eine Geier-Warte. Dort lagen einige tote Antilopen als Köder, die die mächtigen Aasfresser anlocken sollten. Wir hatten hier kein Glück und sahen die Geier selbst durch unser 600 mm Objektiv nur als kleine Punkte in fernen Felsen. Dafür trafen wir im „Bird Hide“ ein älteres Ehepaar aus Deutschland – die übrigens bis Oudtshoorn glücklicherweise die einzigen Europäer bleiben sollten. Dieses Paar jedoch war sehr nett. Wir unterhielten uns eine Weile, wobei sich herausstellte, dass die Dame genauso wie wir aus dem Siegerland stammte! Nach dem unverhofften Treffen mit meinem ehemaligen Nachbarn am Kap der Guten Hoffnung im Vorjahr der zweite verrückte Zufall in Südafrika.


Das nächste Ziel war das Visitor Center im Herzen des Parks. Hier zahlten wir verspätet den Eintritt in Höhe von rund 9 €. Die meisten Wanderrouten sind hier deutlich kürzer als im Royal Natal NP. Wir entschieden uns für den „Echo Ravine“-Trail. Ziel ist eine kleine Schlucht in den Bergen. Hierfür sind einige Höhenmeter zu bewältigen, was mit schönen Blicken ins Tal einhergeht. Da der Weg allerdings nicht sehr weit war, hängten wir noch den „Boskloof Trail“ dran. Insgesamt kamen wir so auf 5 km. Übrigens war es inzwischen richtig warm geworden und wir kamen trotz der geringen Distanz bei 20 Grad und blauem Himmel ein wenig ins Schwitzen. Zurück am Visitor Center gönnten wir uns eine kalte Cola, tankten voll und machten uns auf den Rückweg zu unserem Cottage, wo wir ein Lagerfeuer anzündeten und den Tag gemütlich ausklingen ließen.








Fazit zu den Nationalparks: Wenn man uns fragen würde, welcher uns besser gefallen hat, würden wir mit einem klaren "Kommt drauf an" antworten. Hat man nur wenig Zeit auf der Durchreise von Johannesburg in Richtung Karoo, würden wir diese im Golden Gate Highlands Park verbringen. Die Wanderstrecken sind kurz, die Landschaft ist beeindruckend. Dafür ist alles recht kompakt um das Visitor Center herum ausgerichtet und touristisch gut erschlossen. Bedeutet: Hier war auf kleinerer Fläche deutlich mehr los als im Royal Natal NP. Dieser wiederum bot mehr Wildnis-Gefühl und längere Wanderrouten ohne großen Verkehr. Zumindest, wenn man die Umgebung des Campingplatzes hinter sich gelassen hatte. Allerdings ist er auch etwas abseits der Route gelegen und erfordert aus unserer Sicht mindestens zwei Tage Zeit. Das ist aber natürlich absolut Geschmackssache und eine rein persönliche Meinung! 8)

Auch der Montag begrüßte uns mit durchdringender Kälte. Diesmal war es sogar so kalt, dass wir das Frühstück drinnen einnahmen, schnell packten und verschwinden wollten. Obwohl wir das „Berghouse & Cottages“ absolut weiterempfehlen würden, wohlgemerkt. Während wir zusammenpackten, erhielten wir noch unverhofften tierischen Besuch: Ein Zwergpony erschien auf der Terrasse und blieb minutenlang hier. Hätten wir nicht die Balkontür geschlossen, wäre es auch hineingegangen...






In den folgenden Stunden erhielten wir einen guten Eindruck von der Weite Südafrikas. Fünf Stunden dauerte die Fahrt von Langkloof nach Bloemfontein. Den ersten Abschnitt bis zum „Golden Gate Highlands Nationalpark“ kannten wir bereits. Kurz hielten wir am „Bird Hide“ - in der Hoffnung, einen Blick auf die Geier zu erhaschen. Doch wir hatten erneut kein Glück. Schon beim Aussteigen aus dem Auto kam uns das deutsche Paar vom Vortag entgegen und berichtete uns, dass sich in den letzten zwei Stunden rein gar nichts getan hätte. Also schenkten wir uns in Anbetracht der vor uns liegenden Fahrt einen eigenen Versuch und zogen weiter. In Clarens, einer schön anzuschauenden Kleinstadt mit viel USA-Feeling, aßen wir zu Mittag. Während wir noch im „The Post House“ unsere Wraps verzehrten, begann es zu grollen und Minuten später fing es an, sintflutartig zu regnen. Also brachen wir schnell auf. Die nächsten Stunden führten uns meist schnurgeradeaus durch eine flache, karge, eintönige und verregnete Landschaft, die aber kurioserweise dennoch ihren Reiz hatte.


Kurz vor Bloemfontein änderte sich schließlich das Wetter. Es wurde sonnig und angenehm warm, sodass wir noch eine Weile am Pool im Innenhof unseres Hotels saßen. Dies war die „Stone Hill Villa“ in dem sehr sauberen, sicheren Vorort Langenhovenpark. Direkt um die Ecke ist eine kleine Mall, in der wir uns am Folgetag mit Vorräten eindeckten und frühstückten. Unser Zimmer hatte das vielleicht hochwertigste Bad der gesamten Reise – obwohl noch einige sehr luxuriöse Unterkünfte folgen sollten. Für einen Zwischenstopp also eine klare Empfehlung – besonders, wenn man den günstigen Preis bedenkt. Abends sortierten und bearbeiteten wir Fotos und gingen recht früh schlafen, da wir für die kommenden Safari-Tage gut ausgeruht sein wollten. Am nächsten Morgen wurden wir von der Sonne geweckt und es war 23 Grad warm, sodass die lange Hose im Koffer bleiben konnte. Gegen 11 Uhr brachen wir dann auf in Richtung Philippolis – und zu einem der größten Highlights der gesamten Reise: dem Tiger Canyon. Dazu nach diesem kleinen Warm-up mehr im nächsten Beitrag...

Es haben sich bereits 14 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (1. Dezember 2021, 01:03), Cassandra (29. November 2021, 13:54), Wicki4 (28. November 2021, 14:12), jirka (23. November 2021, 18:17), Tutu (22. November 2021, 21:59), Armando (22. November 2021, 20:34), Lucy_2015 (22. November 2021, 18:41), Bär (22. November 2021, 17:53), kathaH (22. November 2021, 14:36), michaelkoeln (22. November 2021, 12:29), Sella (22. November 2021, 12:16), Bueri (22. November 2021, 10:34), corsa1968 (22. November 2021, 10:26), maddy (22. November 2021, 10:14)

Beiträge: 110

Dabei seit: 25. November 2006

Danksagungen: 192

  • Nachricht senden

8

Montag, 22. November 2021, 10:36

In den Bergen um Clarens kann man überigens auch fantastisch wandern, die Trails sind sehr abwechslungsreich und die Aussicht auf den Golden Gate NP sehr schön. Und hat es dort sogar besser gefallen als im Park selber. Auf einem Hike hatten wir eine große Schlange, die direkt zwischen meinem Mann und mir vom Baum gefallen ist und sich dann schnellstens verkrümelt hat und auch einen Schakal konnten wir beobachten. 8o Wir haben das quasi als Ausweichrevier genommen, da auch bei uns das Wetter nicht so dolle war, wir konnten die Regenwolken im NP gegenüber sehen, während es in Clarens trocken blieb.

Es haben sich bereits 4 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (1. Dezember 2021, 01:04), Tutu (22. November 2021, 21:59), Armando (22. November 2021, 20:36), ErlebnisErde (22. November 2021, 11:29)

ErlebnisErde

Siegerländer

  • »ErlebnisErde« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 63

Dabei seit: 16. August 2019

Danksagungen: 390

  • Nachricht senden

9

Dienstag, 23. November 2021, 10:35

Da die Fahrzeit von Bloemfontein nach Philippolis nur rund zwei Stunden betrug, mussten wir noch etwas Zeit totschlagen. Wunderbar, dass unser Weg ab Trompsburg über eine schmale, schnurgeradeaus führende und kaum befahrene Landstraße (die R717) führte. Hier hielten wir im Niemandsland an und machten ein paar ganz coole Roadtrip-Fotos. Dabei sahen wir auch den einzigen Pumba unserer Reise. Hätten wir das gewusst, hätten wir mit Sicherheit die Kamera gezückt. So können wir nicht mit einem Beweisfoto dienen. Nach unseren letzten Afrika-Erfahrungen waren wir aber noch stark davon ausgegangen, dass wir wieder endlos viele Warzenschweine zu Gesicht bekommen würden. Tja, so kann man sich täuschen... Aber das Sichtungsglück sollte uns dafür in vielfältiger anderer Weise hold sein!



Gegen 13.30 Uhr kamen wir in Philippolis an und schrieben wie vereinbart eine WhatsApp-Nachricht an die Managerin des Tiger Canyon, damit uns jemand am Gate abholen würde. Denn nach Verlassen des Orts gibt es keinerlei Handyempfang mehr – was ja auch schön ist. Schließlich will man ja die Zivilisation verlassen, wenn man auf Game Drives geht. Danach stand uns noch eine 27 km lange Fahrt über Schotterpisten bis zu besagtem Gate bevor. Obwohl der größte Teil der Strecke in einem ordentlichen Zustand war, waren wir froh, einen SUV mit etwas mehr Bodenfreiheit gemietet zu haben. Danke für den „Ford Eco Sport“-Tipp an die Foriker! ;)

So kamen wir pünktlich um 14 Uhr am Treffpunkt an. Hier erwartete uns Leon bereits. Er sollte unser privater Guide für die beiden Game Drives sein. Ein absoluter Glücksfall, wie sich herausstellte. Denn er war extrem erfahren, hatte 29 Jahre lang u.a. im Mala Mala Game Reserve und im Sabie Sands gearbeitet. Dem Tiger-Projekt hatte er anfangs – wie viele andere Guides auch – sehr skeptisch gegenübergestanden, sich aber nach einigen persönlichen Gesprächen davon überzeugen lassen, es sich mit eigenen Augen anzuschauen und der Idee eine Chance zu geben. So war er aus dem Ruhestand zurückgekehrt, um für ein paar Wochen im Tiger Canyon auszuhelfen. Unser Glück! Denn er war nicht nur fachlich extrem gut, sondern auch menschlich ein absoluter Volltreffer: ruhig, aber humorvoll, immer mit Erklärungen zur Stelle, aber nicht permanent quatschend. Genau so, wie es unserem Naturell entspricht. Dementsprechend erlebten wir zwei perfekte Game Drives, die mit tollen Sichtungen abgerundet wurden.

Doch bevor wir auf unsere Erlebnisse zu sprechen kommen, vielleicht noch ein paar Worte zum Artenschutzprojekt, das hier vorangetrieben wird. Denn in Deutschland weiß offenbar kaum jemand davon und selbst wenn man googelt, sind die Berichte extrem spärlich, veraltet und teilweise auch vom Informationsgehalt her falsch. Managerin Kirsty nahm sich nach dem Abendessen Zeit, uns die Entwicklung des Projekts und die Idee dahinter zu erläutern.

Der Kopf hinter dem Tiger Canyon ist John Varty, ein Dokumentarfilmer, Autor und Aktivist aus Südafrika. Besonders liegen ihm von jeher Raubkatzen am Herzen. Deshalb wollte er es nicht hinnehmen, dass das Überleben der Tiger derart gefährdet ist. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es noch 10.000 frei lebende Tiger, jetzt sind es noch weniger als 4.000. Zum Vergleich: Es gibt noch 7.000 Geparden und 18.000 Nashörner. Die Lage ist also mehr als heikel. So entschied er sich, den Großkatzen eine Überlebensperspektive außerhalb von Asien zu geben. Nachdem die Vorbereitungen (Genehmigungsverfahren, Landkäufe, Umzäunung etc.) abgeschlossen waren, wurde im Jahr 2000 die erste Tigerin in der Karoo nahe Philippolis in die Freiheit entlassen. Sie stammte aus einem kanadischen Zoo. Um den finanziellen Part zu stemmen, gründete Varty einen Trust und kooperierte mit chinesischen Partnern. In den nächsten Jahren gingen die Ansichten über den weiteren Verlauf des Projekts allerdings deutlich auseinander und es kam zu endlosen Gerichtsprozessen. Im Wesentlichen ging es dabei um die Frage „Artenschutz vs. Business“. Gut, dass sich Varty letztlich durchsetzte und sich von seinen fragwürdigen Geschäftspartnern distanzierte. Diese halten übrigens laut Kirsty weiterhin in der Nähe Tiger in eher weniger als mehr geeigneten Gehegen, während sie im Tiger Canyon frei umherstreifen dürfen.

Damit sind wir schon beim für uns wichtigsten Punkt. Denn wir waren durchaus skeptisch, ob wir dorthin möchten oder nicht. Ob das Projekt unterstützenswert ist, weil der Conservation-Gedanke im Vordergrund steht oder nicht. Dies teilten wir Kirsty auch mit, die wissend lächelte. Offenbar ergeht es den meisten Gästen und auch Guides so. Wer aber einmal dort war, konnte sich vom Wert des Projekts überzeugen. Den Tigern steht ein Areal von mehr als 9.000 Hektar zur Verfügung, welches durch Zukäufe stetig erweitert werden soll. Es gibt drei durch Tore abgetrennte Zonen, in denen jeweils mehrere Tiere leben. Hintergrund ist, dass einige wenige Tiere zugefüttert werden müssen und von den anderen getötet würden.

Doch bei den meisten Tigern – es ist die dritte bis vierte in Freiheit geborene Generation – sind wilde Verhaltensweisen zurückgekehrt. Sie jagen selbst, sie verteidigen ihre Reviere usw. Von Generation zu Generation gewinnen die tierischen Instinkte die Oberhand über die in Gefangenschaft erlernten Muster der Vorfahren. Hierüber freuen sich die Verantwortlichen ganz besonders. Denn es war ungewiss, ob sich dies würde erreichen lassen. Für das letztendliche Ziel ist es allerdings unabdingbar. Denn langfristig soll mit den afrikanischen Tigern der Genpool in Asien aufgefrischt werden, wenn er zu eng geworden ist, um so das Überleben der Art sicherzustellen. Erfreulich in diesem Zusammenhang: Die Tiger werden nicht nur wilder, sie haben sich auch vermehrt. Es leben bis zu 26 Exemplare in dem Areal. Übrigens ist es die einzige wachsende wilde Tiger-Population weltweit.

Durch Corona steht allerdings die Finanzierung ein wenig auf der Kippe. Insofern ist es extrem wichtig, dass sich herumspricht, was hier geleistet wird, damit genug zahlende Gäste kommen. Denn sie finanzieren das Projekt ganz wesentlich mit. Auch zahlungskräftige Partner sind natürlich willkommen. Damit aber genug der Werbung! Es war mir nur wichtig, den Hintergrund zu erläutern und klar zu machen, dass es kein großer Streichelzoo oder ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen ist. Gewinn macht Varty sicherlich mit der Londolozi-Lodge genug... Es geht nach unseren Erkenntnissen wirklich darum, den Tigern eine Perspektive zu geben. Das meinen wir, allen Angestellten abgespürt zu haben. Insofern können wir nur empfehlen, sich vor Ort ein eigenes Bild von dem Projekt zu machen.

Jetzt aber wirklich zurück zum Erlebnisbericht! Bei unserer Ankunft erhielten wir ein Begrüßungsgetränk und wurden aufs Zimmer gebracht. Wobei Zimmer untertrieben ist. Luxus-Suite mit Wahnsinnsausblick in den gewaltigen Canyon trifft es eher! Da es nur drei Stück gibt, herrscht hier immer eine herrliche Ruhe. Wir waren mit einem schottischen Paar, das 1973 nach Südafrika ausgewandert war, allein vor Ort. Sie waren extrem nett und wir führten viele tolle Gespräche. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, gab es ein spätes Mittagessen (Salat und Hähnchen) und eine schnelle Dusche. Dann ging es auch schon auf den ersten Game Drive. Das Schöne: Da wir Guide und Fahrzeug für uns hatten, durften wir Wünsche äußern, wonach er Ausschau halten sollten. Die Schotten waren bereits einen Tag länger dort und wollten sich nun aufs Birding konzentrieren. Wir hingegen wollten – was auch sonst – zuerst Tiger sehen.



Um 16.30 Uhr ging es los. Zunächst fuhren wir eine gute Stunde herum, ohne ein Kätzchen zu erblicken. Das beruhigte uns, unterstrich es doch einmal mehr, dass es sich hierbei nicht um einen zu groß geratenen Zoo handelt. Dafür sahen wir aber mehrere Antilopenarten, erhielten tolle Erklärungen zu teils seltenen Vogelarten vom Birding-Enthusiasten Leon und genossen die wunderschöne Natur um uns herum. Ein Game Drive ist halt nie ein Abhaken einer Tierliste, sondern jedesmal wieder ein spannendes und erfüllendes Erlebnis, wenn man sich darauf einlässt, es so zu nehmen, wie es kommt! Das taten wir – und wurden dafür belohnt. Denn urplötzlich rief Sara neben mir: „Stop! There is one!“ Leon bremste ruckartig, setzte zurück – und tatsächlich: Da lag direkt neben dem Weg ein gewaltiger männlicher Tiger unter einem Busch. Man hätte ihn – regungslos wie er war – auch für einen großen Termitenhügel halten können. Es war ein echtes Prachtexemplar, das uns da aus dem tiefen Gras argwöhnisch beobachtete. Nachdem wir eine Weile hier gestanden hatten, hob er auf einmal den Kopf, begann zu schnüffeln und versuchte, am Fahrzeug vorbeizuschauen. Was war da los? Wir schauten nach rechts – und erblickten einen zweiten großen männlichen Tiger! Leon setzte das Auto erneut zurück und ermöglichte so eine Interaktion. Eine solche Begegnung zweier ausgewachsener Tiger-Männchen hatte er auch noch nie gesehen. Deshalb war er sehr interessiert und wir genossen die Situation längere Zeit. Das ist auch etwas, das wir im Tiger Canyon sehr genossen haben: Man verweilt länger als wir es anderswo erlebt haben bei einer Sichtung, bekommt ausreichend Zeit, zu genießen und zu fotografieren. Auch kommen keine anderen Fahrzeuge um die Ecke. Ein riesiger Vorteil aus unserer Sicht!





Irgendwann rissen wir uns aber doch los, drehten noch eine Runde durch den Park, klapperten Wasserlöcher ab und gönnten uns an exponierter Stelle einen Sundowner-Drink sowie einige Knabbereien. Gegen 19.30 Uhr waren wir zurück in der Lodge, ließen uns mit einem sehr leckeren Abendessen verwöhnen, führten ausführliche Gespräche mit Managerin Kirsty (siehe oben) und den beiden Schotten und nahmen ein, zwei Getränke aus der Bar. Um 22.30 Uhr verabschiedeten wir uns schließlich und fielen hundemüde ins Bett – wissend, dass wir uns für 5.15 Uhr schon wieder mit Leon verabredet hatten.



Als der Wecker um 4.30 Uhr klingelte, war die Müdigkeit schnell wie weggeblasen. Wir standen auf, wurden von Leon bereits mit frischem Kaffee empfangen und gingen auf den Balkon der Lodge – wo sich ein magischer Moment ereignete: Die ersten Sonnenstrahlen krochen über den Rand des Canyons und in der Ferne hörten wir einen Tiger brüllen. Wahnsinn, Gänsehaut pur! Nun waren wir doppelt motiviert, endlich zum Game Drive aufzubrechen. Doch der Morgen begann schleppend! Die Landschaft war ein Traum, aber offensichtlich war noch kein Tier aufgestanden. Nicht einmal Springböcke oder Blessböcke ließen sich blicken. Dies änderte sich erst gegen 7 Uhr, als wir erst einen Hasen und dann auch Zebras und diverse Antilopen sowie ein paar Blaukraniche beim morgendlichen Tanz sahen.




Dann aber ging es plötzlich Schlag auf Schlag! Wie aus dem Nichts entdeckten wir im hohen Gras eine Tigerin, die gerade Beute verspeiste. Wir können nicht mit Sicherheit sagen, was es war, tippen aber auf einen Mungo. Also eher ein Frühstückshappen für den Tiger-Magen. Weil das Gras sehr hoch war, sahen wir nicht viel und beschlossen weiterzufahren.



Nach vielleicht 500m hielten wir wieder an: Unten am Wasserloch befand sich ein weiterer Tiger, der sich allerdings schnell ins Unterholz verdrückte. Gleichzeitig traf ein Funkspruch eines anderen Guides ein: Sie war allein unterwegs, um nach dem Rechten zu sehen und soeben auf eine ganze Tiger-Familie gestoßen. Das Szenario, das uns an der beschriebenen Stelle erwartete, war wie aus einer Tierdoku: Tiger-Mutti und zwei einjährige Cubs sonnten sich im Morgenlicht auf einer felsigen Anhöhe – und auch Daddy war vor Ort. Wir knipsten gefühlt eine ganze Speicherkarte voll und konnten gar nicht genug bekommen.









Nach einer Weile schlug Leon dann vor, dass wir die verbliebene Zeit nutzen könnten, noch einen Geparden aufzustöbern. Dies war allerdings – trotz der Mithilfe zweier weiterer Guides – gar nicht so einfach. Denn es gibt hier lediglich drei Exemplare, nachdem zwei weitere kürzlich Giftschlangen zum Opfer gefallen waren. Sie leben übrigens in einem eigenen, sehr großen Areal, damit sie nicht von den Tigern umgebracht werden. Wie auch immer – gerade, als wir aufgrund des bevorstehenden Check-outs auf dem Rückweg zur Lodge waren, erwachte das Funkgerät zum Leben: Einer der Guides hatte doch tatsächlich noch einen Geparden gefunden – und dann auch noch mit soeben erlegter Beute. Leon zögerte nicht lange, klärte über Funk, dass wir das Auschecken ein wenig nach hinten verschieben konnten, und gab Gas. Kurz darauf kamen wir an der fraglichen Stelle an und durften sogar aussteigen. Bis auf 10 m gingen wir an die extrem ausgepowerte, heftig atmende Raubkatze heran, die stolz mit dem erlegten Blessbok für unsere Kameras posierte. Dieses Erlebnis war das Sahnehäubchen auf die Zeit im Tiger Canyon (und erübrigte beinahe das für den nächsten Tag gebuchte Cheetah Tracking im Mountain Zebra Nationalpark). Mit Worten ist es kaum zu beschreiben. Schweren Herzens mussten wir allerdings bald darauf zurück zur Lodge. Mit einem herzhaften, warmen Frühstück im Bauch verabschiedeten wir uns vom Team des Tiger Canyons. Leon fuhr uns noch zum Tor und wir mussten ein wenig schlucken, als es sich hinter uns schloss. Gern wären wir für mehr als eine Nacht geblieben!











Es haben sich bereits 18 registrierte Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

toetske (1. Dezember 2021, 01:10), Sella (30. November 2021, 20:10), wstefan (30. November 2021, 19:49), Cassandra (29. November 2021, 13:55), Wicki4 (28. November 2021, 14:22), bibi2406 (24. November 2021, 15:21), Tutu (23. November 2021, 21:53), Dolphin2017 (23. November 2021, 20:41), Bueri (23. November 2021, 19:17), Lucy_2015 (23. November 2021, 18:52), jirka (23. November 2021, 18:24), Delphinbeobachter (23. November 2021, 18:20), Helli (23. November 2021, 17:21), Bär (23. November 2021, 16:11), kathaH (23. November 2021, 14:50), Armando (23. November 2021, 14:13), maddy (23. November 2021, 13:10), michaelkoeln (23. November 2021, 10:46)