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parabuthus

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41

Donnerstag, 22. Januar 2015, 10:33

Oh, diesen Faden habe ich jetzt erst entdeckt.

Dann möchte ich auch ein paar Tips beisteuern.

Historisch Interessierten möchte ich unbedingt die Bücher von Thomas Pakenham nahelegen.

"Der kauernde Löwe" beschäftigt sich mit der heißen Phase der Kolonialisierung Afrikas. In Südafrika setzt die Handlung etwa um Majuba ein. Spannend wie ein Roman geschrieben. Eines meiner Lieblingsbücher.

Ausschließlich mit dem Burenkrieg beschäftigt sich das leider nur auf englisch vorliegende Buch "The Boer War". Unter Einbeziehung von Originalquellen beschreibt Pakenham in epischer Breite den Boer War von der Ankunft Milners in Südafrika bis zur endgültigen Befriedung aus Sicht beider Parteien. Dieses Buch ist nicht nur eine glänzende Vorbereitung, wenn man die Battlefields in Kwazulu oder die historischen Stätten im Nordkap besucht, sondern erneut mitreißend geschrieben. Auch werden Nationalhelden der Buren, wie Krüger, Botha, Smuts und andere beschrieben. Grandios!

Beides sind allerdings ziemlich dicke Schinken, die sich aber lohnen.

Einen historisch etwas weiteren Rahmen hat der "Field Guide to the Battlefield of South Africa" von Nicky von der Heyde. Hierin sind auch die Schlachten zwischen den Buren und den Ureinwohnern geschildert. Allerdings nicht im Zusammenhang, sondern strikt nach Schauplätzen getrennt. Vor Ort sicher ganz nett, wenn auch bei weitem nicht so gut wie Pakenham.

Für Besucher des West- und Nordkaps kann ich zur Vorbereitung oder während der Reise zum Vergleichen von Adam John Cruise "In the pursuit of solitude" (nur englisch) empfehlen. Der Autor beschreibt nicht nur die wunderschönen Landschaften und Nationalparks in diesen Provinzen sondern setzt sich auch kritisch mit den Entwicklungen auseinander. Regt zum Nachdenken an, auch wenn der Autor manchmal etwas überkritisch und miesepetrig daherkommt.

Für Besucher des Kruger NP habe ich noch ein paar Tips - leider alle nur auf englisch:

Der beste Guide ist m.M.n. von Cameron Ewert-Smith aus der Getaway Reihe. Die Reiseführer dieser Reihe sind ohnehin alle zu empfehlen und spielen in meinen Reiseplanungen eine zentrale Rolle.

Viel Wissenswertes - sowohl zur Conservation, Historisches mit Fototips und Routenvorschläge gibt es in David Paynters "Kruger: Portrait of a National Park" .
Die Ökozonen und ökologischen Zusammenhänge des Parks werden eindrucksvoll geschildert im Buch "The Kruger National Park: Wonders of an African Eden"

Schwerere Kost sind hingegen die Erinnerungen von Stevenson-Hamilton und Harry Wolhuter, wobei "Memories of a Game Ranger" sich leichter liest als "South African Eden".

Als Naturguide kann ich auch "Game Ranger in your Backpack" empfehlen. Mit vielen Fotos werden die wichtigsten Tiere (inklusive Vögel, Reptilien und Insekten) und Pflanzen des Lowveldes und die ökologischen Zusammenhänge beschrieben. Gibt einen sehr guten Überblick. Leider etwas unförmig und recht schwer.

"Der lange Weg zur Freiheit" ist natürlich ein sehr wichtiges Buch.

Von den Romanen kannte ich bisher nur die Krimis von Deon Meyer, aber da habe ich ja jetzt genug Anregungen gefunden :thumbup: :danke:

LG

Christian

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42

Donnerstag, 22. Januar 2015, 11:17

Leider etwas unförmig und recht schwer.

Stimmt. Hoffentlich macht mal jemand einen "Game Ranger in your Smartphone" daraus...
'





*** Wenn du nicht mehr weißt, wohin du gehen sollst, halte inne und schau zurück, woher du gekommen bist. (Sprichwort aus Afrika) ***

freshy

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43

Donnerstag, 22. Januar 2015, 11:19

Hallo zusammen,
ist zwar kein literarisches highlight ,aber ich fand das Buch The elephant whisperer recht unterhaltsam Gibt es , glaub ich,auch auf deutsch .
Handelt von den Elefanten in Thula Thula.
Gruss
Peter.

Darin lese ich zur Zeit auf deutsch. Ich habe es als E-Book auf meinen kindle geladen. Sehr beeindruckend! Literarisch nicht unbedingt ein High Light, aber offensichtlich mit Herzblut geschrieben. Da wir nach KZN wollen, erhöht es mein Reisefieber.

LG freshy

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Mojamira

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44

Samstag, 24. Januar 2015, 11:47

Hello

Ich habe soeben "Kap der Lügen" von Michèle Rowe ausgelesen. Ein spannender Krimi! Kann ich jedem empfehlen der auch die Bücher von Deon Meyer mag.

lg
Mojamira

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Anne

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45

Samstag, 24. Januar 2015, 13:39

Danke für den Hinweis.

Ich verweise auf die Krimis von Andrew Brown:
"Schlaf ein, mein Kind"
"Trost"
"Würde"

Es lohnt sich.

Grüße aus dem Wald
Anne
Nach Kapstadt ist vor Kapstadt - vielleicht

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Mojamira

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46

Samstag, 24. Januar 2015, 14:51

Danke Anne, habe die gleich bestellt!

Versinkt ihr schon im Schnee im Wald?

lg

Mojamira :saflag:

Anne

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47

Samstag, 24. Januar 2015, 16:23

Hi Mojamira,

kaum Schnee im Wald aber kühl.

Wenn Dich südafrikanische Autoren und ihre Bücher interessieren, schau doch mal hier:

(Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!)

oder melde Dich per PN.

Herzliche Grüße
Anne
Nach Kapstadt ist vor Kapstadt - vielleicht

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parabuthus

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48

Dienstag, 27. Januar 2015, 22:19

Also das Buch von Kobie Kruger ist wirklich sehr spannend und lehrreich.

Man erfährt eine Menge über den KNP, etwa über die Aufteilung in 22 Einheiten, die Wohneinheiten der Ranger, die Strategie bei Buschfeuer und und und. Sehr coole und harte Menschen, die Kruger Family..

LG

Christian :saflag:

Cosmopolitan

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Donnerstag, 26. Februar 2015, 10:37


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ClaudiaC. (26. Februar 2015, 16:40)

parabuthus

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50

Donnerstag, 26. Februar 2015, 15:27

Habe gerade Bryce Courtenays "Im Glanz der Sonne" (The Power Of One) ausgelesen. Was für ein fantastischer Roman! Gehört jetzt zu meinen All-Time Favoriten.

Die Geschichte beginnt unmittelbar vor Beginn des 2. Weltkriegs. Der Protagonist, ein zu Beginn des Romans 6-jähriger englisch-stämmiger Südafrikaner muß sich in einem von Buren geprägten, ihm feindselig gesonnenem Internat durchsetzen. Das Buch verfolgt die nächsten 12 Jahre seines Lebens, wie er die Liebe zum Boxen lernt und wie er in der Gemengelage der beginnenden Apartheid zum Idol der Schwarzen aufsteigt...

Das Buch ist nicht nur spannend und stilvoll geschrieben, sondern trägt auch sehr zum Verständnis der südafrikanischen Bevölkerung in all seinen Facetten bei.

Gibt es wohl nur noch antiquarisch.

Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand einen Literaturtip hätte, der einen vergleichbaren (politischen) Hintergrund hat - gern auch im Lowveld spielt. Muß nicht, kann aber auch ein Krimi sein.

LG

Christian

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parabuthus

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Montag, 2. März 2015, 23:11

So, ich hätte noch einen.

"50 People who stuffed up South Africa" von Alexander Parker mit Cartoons von Zapiro ist eine Auflistung von 50 Persönlichkeiten, die den Verlauf der südafrikanischen Geschichte besonders negativ beeinflussten oder dem Land in sonstiger Weise geschadet haben.

Der Autor beschreibt in pointierter Weise, wie das südafrikanische Volk immer wieder durch unfähige, korrupte, gefährliche, verbohrte oder einfach nur dumme Personen der Zeitgeschichte geprüft wird.

Dabei geht es sowohl um in- und ausländische Politiker wie auch Sportler, Künstler oder Buisiness Men. Beispiele: Mbeki, Zuma, Botha, Vorster, Milner, Kitchener, Blatter, Kerzner, Shaka... um nur einige Bekannte zu nennen.

Einige Namen sagen einem zunächst nichts, manchmal gibt es aber einen Aha-Effekt. Alles sehr spannend und witzig geschrieben. Natürlich nicht wissenschaftlich aufbereitet, sondern rotzfrech subjektiv. Leider nur auf englisch.

Macht aber großen Spaß.

LG

Christian :saflag:

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parabuthus

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52

Dienstag, 24. März 2015, 13:27

Nach so viel üblen Gesellen, die Südafrika nahezu ruiniert haben, gibt es natürlich auch die andere seite.

Vom selben Autor gibt es "50 flippen brilliant South Africans". In diesem Buch werden die Aushängeschilder Südafrikas gepriesen, allen voran natürlich Mandela, aber auch andere weltberühmte Südafrikaner, wie Tutu, Barnard, Sportler wie Shekter und Elts und andere.

Einige wie Mbeki und Shaka haben es sogar in beide Bücher geschafft, was dafür spricht, daß der Autor versucht, möglichst fair zu sein.

Auch in diesem Buch gibt es wieder viele Aha-Erlebnisse, wenn Personen beschrieben werden, die man dem Namen nach zunächst nicht zuordnen kann, dessen Wirken man hingegen sehr wohl kennt. Mit gefallen beide Bücher sehr, weil sie recht einfach, sehr humorvoll und gut verständlich geschrieben sind.


Der zweite Tip ist etwas ernster:

"The Fall of Apartheid: The Inside Story from Smuts to Mbeki" von Robert Harvey schildert sehr ausführlich die Zeit der Apartheid in Südafrika, von den Beginnen nach dem Burenkrieg bis zu ihrem Ende. Wer den Film "Endgame" gesehen hat, dem wird insbesondere der Einstieg in das Buch recht bekannt vorkommen - wird doch zunächst die Anbahnung der Gespräche zwischen gelehrten Afrikanern und Mitgliedern des ANC geschildert.

Anschließend gibt es einen Rückblick, in dem die bekanntesten Persönlichkeiten der Apartheidepoche, angefangen von Louis Botha, Jan Smuts über Hertzog, Malan usw. in ihrem wirken dargestellt werden.

Meiner Meinung nach eine hochspannende Angelegenheit. Auch dieses Buch ist sehr verständlich geschrieben, bezieht klar Stellung und nimmt den Leser mit durch die südafrikanische Geschichte. Macht trotz des düsteren Inhalts sehr viel Spass und erweitert natürlich den Horizont.

Leider ist es wie immer so, daß man derartige Bücher über Südafrika nur in englischer Sprache bekommt. Für den deutschsprachigen Kulturraum scheint dieses Land jenseits von Reiseführern und ein paar Standardwerken kaum zu existieren...

Trotzdem viel Spaß beim Lesen!

LG Christian :saflag:

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kOa_Master

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Dienstag, 24. März 2015, 14:10

Ich finde folgendes Buch sehr schön:

Von Elena Beis " Südafrika 151" - Portrait einer sich wandelnden Nation in 151 Momentaufnahmen

Es handelt sich wirklich um 151 kurze Storys mit Bild. Es ist ein wenig, als würde man aus vielen Teilen eine Patchwork-Decke nähen - es ergibt dann ein Ganzes. Es ist kein Reiseführer. Aber gerade für Leute, die schon mal in Südafrika waren, ein wunderbares Buch mit viele kleinen Ansichten und Eindrücken, die ein ganzes ergeben. - Als blicke man durch ein Kaleidoskop und sieht ständig neue Bilder.
Die von mir angehängten Fotos dienen nur zur Vorstellung.

LG Claudia


Ein super Buch, kann ich sehr empfehlen. Eigentlich eher ein Bildband mit Kommentaren - aber wunderschöne Wiedererkennungseffekte und neue Feinheiten zum entdecken.

Und auch wenn es schon in einem anderen Thread gepostet wurde:
vllt interessant ... ein neu herausgekommendes Buch
(Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!)

Die Fälle aus diesem Buch werden ja auch heute noch oft im Zusammenhang von erfolgreicher Aufdeckung der organisierten Wilderei erwähnt.
Teilweise sind die Beschreibungen nicht gerade zimperlich, aber das entspricht halt leider auch den Tatsachen.
Es ist zwar auf die Nashorn-Wilderei konzentriert, spricht aber auch ganz allgemein die Wilderei an. Und wer schon ein Nashorn(-Baby) hat "Schreien" hören, dem wird das vermutlich fast ein Leben lang in Erinnerung bleiben.

Das Buch hat zwar teilweise ein paar "Längen" und es ist hilfreich, wenn man sich von den Namen her geografisch ein bisschen orientieren kann, aber für mich war es spannend und fesselnd wie ein guter Krimi. Und leider die Realität.
I never knew of a morning in Africa when I woke up that I was not happy. - Ernest Hemingway

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parabuthus

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Montag, 4. Mai 2015, 10:17

Moin,

ich hätte mal wieder einen Literaturtip:

"Goodbye Bafana" von James Gregory. James Gregory ist der Gefängniswärter, der Mandela auf seinen Gefängnisstationen von Robben Island bis Victor Vester begleitet hat und sich dabei mit ihm angefreundet hat.

Einigen ist womöglich die Verfilmung bekannt. Auch wenn ich den Film insgesamt als gelungen betrachte, kann dieser jedoch nur einen Ausschnitt des Buches wiedergeben. Zudem sind viele Sachverhalte ganz erheblich verändert worden, um dem Zuschauer eine gewisse Dramaturgie zu bieten.

Gregory z.B ist nicht unter Xhosa aufgewachsen wie Mandela, sondern unter Zulus, da die Gregory Farm in Natal war. Im Buch wird ein schöner Einblick in die Zulu Kultur geliefert, wenn er seine Abenteuer aus der Kindheit mit seinem Freund Bafana schildert. Es gibt spannende Erlebnisse mit einem Sangoma und einem Puffotter-Biss. Auch erfährt man ein wenig darüber, wie im damaligen Schulsystem der Afrikaner (Boeren) der Rassismus den Kindern eingeimpft wurde, so daß auch der an sich aufgeschlossene Autor sich dem nicht entziehen konnte.

Es wird beschrieben, wie durch den Kontakt mit Mandela, aber auch den anderen politischen Häftlingen dieses rassistische Weltbild zusammenbricht. Dabei werden tiefe Einblicke in die Persönlichkeit und Denkweise, ja sogar den Humor Mandelas gewährt. Diese Einblicke sind m.E. deutlich intimer als sie Mandela selbst preisgibt in seiner eigenen Autobiographie "Der lange Weg zur Freiheit".

Da Gregory bei den politischen Treffen und Unterredungen mit Freund und Feind selbst fast nie zugegen war, werden diese Entwicklungen eher am Rande erwähnt und sind auch selten Thema in den Gesprächen zwischen Mandela und Gregory. Es dreht sich vieles um Persönliches, Familie, Jugendzeit, aber auch der Widerstand der Häftlinge und die vielen kleinen Siege im Kampf um Verbesserung der Haftbedingungen. Man erfährt zudem viel auch über Winnie Mandela und den Rest der Familie, die Kinder und Enkel.

Fazit: Auch wer den Film "Goodbye Bafana" gesehen hat, wird seinen Spaß an dem Buch haben und eine Menge neue, erstaunliche Dinge erfahren. Ein schön geschriebenes Buch über 2 ganz erstaunliche, starke Persönlichkeiten. Leider habe ich auch dieses Buch nur in englische Sprache gefunden. Ich weiß nicht, ob es eine deutsche Übersetzung gibt.

LG

Christian :saflag:

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Montag, 4. Mai 2015, 22:25

Christian :saflag:[/quote]
"Goodbye Bafana" von James Gregory. James Gregory ist der Gefängniswärter, der Mandela auf seinen Gefängnisstationen von Robben Island bis Victor Vester begleitet hat und sich dabei mit ihm angefreundet hat.


Leider nur gedruckt erhältlich. Ich habe kein eBook dazu gefunden. Auch googlebooks hat nur die gedruckte Ausgabe.

Anne

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Dienstag, 5. Mai 2015, 08:15

Zu dem Thema gibt es in Deutschland ein anderes Buch: Christo Brand mit Barbara Jones "Mein Gefangener, mein Freund Mandela" mit einem Vorwort von Ahmed Kathrada. Es ist 2014 im Residenz Verlag in Österreich erschienen. Die Originalausgabe "Mandela. My Prisoner, My Friend" erschien ebenfalls 2014 bei John Blake Publishing Ltd, London.

Grüße aus dem sonnigen Wald
Anne
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parabuthus

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Dienstag, 5. Mai 2015, 09:55

Danke Anne!

Man sollte fairerweise sagen, daß das Buch von Gregory sehr kontrovers beurteilt wird. Einige meinen, daß die vermeintliche Freundschaft und die intimen Momente mit Mandela deutlich übertrieben sind und Gregory die sehr persönlichen und wohl auch zutreffenden Details aus Mandelas Leben und Umfeld aus den Briefwechseln von Mandela mit seiner Familie entnommen hat. Mandela selbst soll erstaunt gewesen sein, welche Bedeutung Gregory in die seiner Erinnerung nach eher seltenen Gespräche hineininterpretiert hat.

Es irritiert allerdings schon ein wenig, daß nunmehr gleich 2 Wärter eine nahezu ähnliche Biographie für sich in Anspruch nehmen. Naja, Geschichte ist manchmal halt doch etwas sehr subjektives und die Selbstwahrnehmung ohnehin ;) .

Ich vermag das natürlich nicht zu beurteilen und die bösen Anschuldigungen kamen wohl erst nach Gregorys Tod 2003 auf den Tisch, so daß er hierzu nicht mehr Stellung nehmen konnte. Selbst wenn Gregory seine eigene Rolle beschönigt - im Buch übrigens deutlich weniger als im Film - gibt dieses Buch gleichwohl einen Einblick in den Gefängnisalltag der politischen Häftlinge und auch des Umfeldes von Nelson Mandela.

Ich werde die Geschichte erstmal ein wenig sacken lassen und mir dann die Erinnerungen von Christo Brand vornehmen. Der Vergleich könnte interessant werden...

LG

Christian :saflag:

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Anne

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58

Dienstag, 5. Mai 2015, 10:42

Hallo Christian,

das würde mich dann auch interessieren, wie Dein Vergleich ausfällt. Das Buch von Brand enthält zumindest Fotos - auch private von Brand und von Dokumenten. Das Buch von Gregory kenne ich leider nicht. Bücher, bei deren Inhalt es wirklich auf Einzelheiten und Genauigkeit ankommt, lese ich nicht so gern in Englisch.

Gruß aus dem Wald
Anne
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Veri183

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Dienstag, 5. Mai 2015, 12:15

Ich kann empfehlen: "Weißer Schatten" von Deon Meyer ( (Der Link ist für Gäste ausgeblendet. Um ihn zu sehen, bitte registrieren!) )

Für den Kenner südafrikanischer Literatur ist Deon Meyer sicher nicht unbekannt. Er hat schon einige Krimis/Thriller veröffentlicht. Folgende Rezension drückt es am Besten aus, finde ich:
"Deon Meyer nimmt einen mit auf eine spannende Reise durch sein Land, man lernt hier viel über die einzigartige Landschaft, über Arten- und Naturschutz, Wilderer, Ökoterroristen und Korruption. Auch die politische Situation kommt nicht zu kurz. ... An einigen Stellen ist das Buch ein bißchen ruhiger, an anderen reisst es einen atemlos mit in einen wahnwitzigen Strudel von Ereignissen. "

Daneben ist es aber auch recht brutal, sollte ich anmerken. Leider wollte bei mir keine rechte Sympathie für die weibliche Hauptfigur aufkommen. Ist aber mien persönlicher Eindruck..

Gruß,
Veri

kOa_Master

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Dienstag, 6. Oktober 2015, 14:04

Ein neuer Buchtipp: Whatever You Do, Don't Run, von Peter Allison
Absolut unterhaltsame, autobiografische Kurzgeschichten und Episoden. Von der Ankunft bis zum Safari Guide und Lodge Manager. Ausserdem lehrreich. Angefangen angrenzend an den Krüger bis nach Botswana. Die Erzählungen vom Mombo Camp, Chief Island und dem Okavango Delta sind extrem eindrücklich, wie gerne würde ich da mal eine längere Zeit verbringen. Für normalsterbliche Europäer ein utopischer Urlaub vom Preis her.
I never knew of a morning in Africa when I woke up that I was not happy. - Ernest Hemingway

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